Ausgabe 
7.5.1895 Zweites Blatt
 
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darf die Zahl von 400 für den Sommer nicht überschritten . werden. Die zu spät - Angemelderen werden für die ' Wintercnr oder für tsD nächsten Sommer vorgemerkl. Es wäre sehr wünschenswertb, wenn edle Menschen- ; freunde die Mittel stiften wollten, um die Anstalt ent- j sprechend vergrößern zu können, da die Gesuche um . Aufnahme auS Raummangel lange nicht atk berücksichtigt werden können. D. Zrg.

H. AnS dem Horlofsthale, Anfang Mai. In unseren j Feldern sieht eS sehr gut aus, die feuchte, gewächsige'Witterung har Alles vorangetrieben, selbst der Wald ist schon fast ganz grün. Die Winterfrüchte werden beinahe zu mastig werden - die Sommersrüchte: Gerste und Hafer sind zum größeren . Theile aufgegangen und stehen sehr befriedigend. Klee und GraS laffen nichts zu wünschen übrig- Obst gibt es nicht viel und daS ist gut, denn die Bäume würden sich nach den , zwei vorhergegangenen reichen Ernten erschöpfen. ES wäre eine Zeitlang trockenes Wetter nöthig, damit die Kartoffeln gesetzt und die Gärten mit schwereren Böden bestellt werden könnten. An den warmen, trocknen Abenden der vergangenen 1 Woche fand starkes Schwärmen der Maikäfer statt, eS war . ein Summen und Brummen in den Lüften wie das Brummen ' einer entfernten Dreschmaschine. Die Holzversteigerungen s im vorderen westlichen BogelSberge zeigen steigende Preise - auch die Eichenlohrinden haben angezogen. Daß die Frucht- p> eise hinoufgehen, hat auch derGießener Anzeiger" bereits b-richtet- nur schade, daß wir Landwirthe nichts davon : p ofitiren, denn wir haben nichts mehr zu verkaufen und da ; nützen uns die befferen Preise nichts. Bis aber die Früchte - der neuen 1895er Ernte von uns auf den Markt gebracht werden können, haben die Getreideländer Rußland, Ungarn 1 und Amerika solche Maffen von Getreide herbeigeschafft, daß j wir wieder nicht concurriren können.

Mainz, 4. Mai. Wie daSMainzer Journal" meldet, ' wird der 3. hessische Katholikentag am 30. Juni d. I. - auf dem RochuSberg bei Bingen abgehalten werden.

18. Teutfcher Fleischer, erbsedStag. In den Tagen vom 25. bis 26. Juni d. I. siadet in Köln a. Rh. der Achtzehnte Deutsche FleischerverbandStag statt. DerDeutsche Fleischerverband", der die meinen Fleischer Innungen in allen Theilen DeurichlandS oereintgt, gehört unstreitig zu den am weitesten verbreiteren und größten ge­werblichen Bereinigungen Deutschlands. Die Tagesordnung dieses BerbandSrogeS weift Punkte auf, deren Erledigung nicht nur im Interesse der Fleischer Deutschlands, sondern hervorragend im Jnrerrffe deS Gesammi Publikums liegt. Mit diesem BerbandStage wird eine Ausstellung von Maschinen, Werkzeugen und Geräthen zum Betriebe der Fleischerei und Wurstmacherei verbunden fein und zwar in Räumen, wie solche für eine derartige Ausstellung noch nicht disponibel waren. Ferner sinder am 28. Juni d. I. die Eröffnungsfeier deS neuerbauten großartigen Schlacht- und BiehhofeS statt, welcher sich eine große Schlachtvieh-Ausstellung anschließen wird. Jede weitere Auskunft ertheilt und jede Anfrage be­antwortet gern in fachgemäßester Weise die Redacrion der Deutschen Fleischer-Zeitung" (Alleiniges amtliches Organ deS Deutschen FleischeroerbandeS) Berlin, Wilhelmstraße 119/120.

* Ein Familiendrama. In einem Streit mit ihrer Schwiegermutter ging am DienStag in Berlin tie Frau deS FahimeisterS Bischoff von der Großen Berliner Pfeide­bahn Gesellschaft in ihrer Wohnung, Kleine Hamburgerftraße 10, zu Tätlichkeiten über- sie ergriff em Stück Holz, führte da­mit einen Schlag gegen ihre Schwiegermmier uub brachte ihr eine Verletzung am Stopf-; bei. Die Verwundete alarmine durch ihre Hülferufe die Nachbarschaft. Leute eilten herbei und leisteten der älteren Frau Bischoff Beistand. Unterdessen hatte sich ihre Schwiegertochter in das Wohnzimmer zurück­gezogen und die Thür von innen verschloffen. Dort blieb sie längere Zeit. Ihr Ehegatte kehrte heim, erhielt von dem Vorgesallenen Kenntniß und versuchte vergeblich, seine Frau zu bewegen, die Thür des Wohnzimmers aufzuschließen. Nachdem auf wiederholtes Klopfen keine Antwort erfolgt war, wurde ein Schlosser herbeigeholt, der die Thür gewaltsam

öffnete. In demselben Augenblick, m dem die Thür geöffnet wurde, schwang sich die jüngere. Frau Bischoff über daS Fenfterbrett und stürzte sich aus dem drin en Stock auf daS Pflaster. In dem Zimmer fand man ein blutiges Rasirmeffer. Mir diesem Messer har sich die Frau, wie es sich berau-ftellre, an beiden Handgelenken die Puls­adern durchfchnuten. Halb bewußtlos wurde die Frau auf dem Pflasier gefunden- in Folge deS Falles waren ihre beiden Deine gebrochen und außerdem harre sie schwere innere Ver­letzungen erlitten. So rasch wie möglich wurde ein Kranken­wagen beschafft, in den die Frau gebettet wurde. Aus dem Wege nach der CharitS ist sie ihren Verletzungen erlegen. Sie war 45 Jahre alt und, nachdem sie von ihrem ersten Manne geschieden worden war, seit sechs Jahren mit Bischoff verheirarher. Die Schwiegermutter der Frau, die bei dem Streit mit der Schwiegertochter eine recht schwere Wunde davongetragen har, wohnte bei den Bischoff schen Eheleuten.

Der Leuchtthnrnn von Fire-ISlavd an der Srnsahrr zum New-Dorker Hafen soll mit einem neuem Levchtapparar versehen werden, welcher ein electrischeS Licht von 240 Millionen Kerzen Leuchtkraft erzeugt. Die neue Riesen- leuchte wird 24 englische Meilen, selbst bei Rede! noch 10 englische Meilen, und ihr Widerschein am Himmel auf eine Entfernung von 100 englischen Meilen zu sehen fein. Während daS bisherige Licht alle Minuten einmal und bann 5 Sekunden Jang aufleuchtet, wird daS neue Licht alle 5 Sekunden für je fine Sekunde die Finfterniß durchblitzen. Das bisherige Lichr ist bei klarem Wetter 16 englische Meilen weit sichtbar. Zu der neuen Leuchte wird die große, 9 Fuß im Durchmesser haltende Linse benutzt werden, welche in der fränzöfifchen Abteilung der Ehicagoer Ausstellung ausgestellt war und von der amerikanischen Regierung angekauft worden ist. Das nächststärkste Licht ist das zu Havre, welches eine Leuchtkraft von 130 Millionen Kerzen hat und am Himmel etwa 60 englische Meilen weit zu sehen ist.

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