Ausgabe 
5.11.1895 Zweites Blatt
 
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C. Röhr & Co.

Glessen

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Erstlings- 5 wasche. Z

Ulustr. Catal. grat. n. fco

Dienstag den L. November

1898

Zweites Blatt

Nr. 260

Amts- unt* Anzeigeblatt für den livcis Gissten.

] chratisöeikage: Hießener Kamilienbtätter

Amtlicher Theil

DaS Deutsche Reich zur Zett BtSmarckS", erschienen unter

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'hause

und Prinzessinnen

hause,

Verdacht der Er« find heute Morgen

Allr Annoncen-Bureaux de- In» und Lu-lande- nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

>«o«hme vo« Anzeige« zu der Nachmittag- für de« folgende« Tag erscheinenden Nummer bi- Bonn. 10 Uhr.

dem Titel: Volk".

Die Gießener

M«»ttte»SkL1ter «erde« dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegt.

Der chietzener Anzeiger erscheint täglich, »U Ausnahme de- MontagS.

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Bismarcks Mahnworte.

I» Verlage von Palm u. Enke in Erlangen ist so­eben ein vom glühendsten Patriotismus getragenes Merkchen von Dr. HanS Blum, dem Verfasser der bekannten großen BiSmarck'BtograPhte und des weitverbreiteten Volk»bucheS

auf de« Sarge Kaiser Friedrichs nieder de« t* Potsdam wohnenden Prinzen Besuche ab.

Berlin, 2. November. Unter dem

BtSmarckS Mahnworte an das deutsche

Der berühmte Verfafier hat in dieser Schrift all daS, was den großen Alt-ReichSkanzler Fürst Bismarck in dem Zeiträume von 18481895 bewog, Dem deutschen Volke zu Nutz und Frommen ans Herz zu legen, zusammengeftellt und erläutert.

Zweck und Inhalt dieser Schrift können wir wohl kaum besser darlegen als mit den Worten der kurzen Vorrede deS Verfassers. Derselbe sagt da:

,6tnc uralte Sage unseres Volke- erzählt, daß in der Tiefe unsere- größten und schönsten Stromes ein Goldschatz verborgen sei, der Demjenigen die höchste Macht und Kraft verleihe, der diesen Schatz zu heben verstehe. Noch heute aber liegt ein Schatz vor uns auSgebreitet, der wahrlich nicht geringeren Werth besitzt, als jener der alten Sage. Denn hier find vereinigt höchste staatsmännische Weisheit, reichste Lebenserfahrung, gründlichste Welt- und Menschenkenntmß, und vor Allem die reinste deutsche Vaterlandsliebe, die mit gewaltiger Beredsamkeit, mit rückhaltloser Wahrheitsliebe gegen Hoch und Nieder, den deutschen Landsleuten rund heraus sagt, was zum Heil und Verderben unseres Volkes und Reiches führt, und waS demnach die Pflicht und Schuldig« keit jedes guten Deutschen ist und sein muß. Dieser Schatz, einer der kostbarsten und unvergleichlichsten unseres Volkes, ist im Laufe eine» halben Jahrhunderts angehäuft worden, in den Mahnworten Bismarcks an die deutsche Nation. Jedem Arm und Auge ist dieser Schatz erreichbar, aber freilich ist seine Sammlung mühsam, da er in Reden, Briefen, Be richten, Denkschriften, Zeitungsartikeln, Depeschen u. s. w. zerstreut ist, deren Entstehung fich fast auf fünfzig Jahre, auf die Zeit von 1847 bis 1895 vertheilt. Bet weitem nicht Jeder, der diesen Schatz gern befitzen möchte, verfügt über die Zeit und die Kenntnisse, um ihn zu heben, zu sammeln. Es erschien daher dem Verfafier als ein Gebot nationaler Pflichterfüllung, diese Arbeit für tausende deutscher Landsleute zu unternehmen, ihnen den herrlichen Schatz der Mahnworte Bismarcks an unser Volk gesammelt zu über gebe» und in einer billigen VolkSschrist jedem zugänglich zu machen. Wie eS seit des ehrwürdigen KntggeSUmgang mit Menschen" Bücher gibt, welche unS über denguten Ton in allen Lebenslagen" unterrichten, so bieten BtSmarckS Mahnworte au daS deutsche Volk einen untrüglichen Weg« weiser in allen Jrrgängeu unseres ParteilebenS, bei allen Zweifeln und Anfechtungen, die den deutschen Vaterlands- freund vom richtigen Wege ablenken könnten immer weist Bismarck ihm den richtigen Weg. Die Feinde unserer natio­nalen Sache, auch wenn fie fich noch so kunstvoll als unsere Freunde masktren, werden unS an der Hand dieses Weg- sührerS, dieses Staats« und Herzenskundigen von unvergleich licher Größe und Bedeutung, sofort in ihrem wahren Wesen erkennbar. Und in allem Dunkel und Gram, in aller V<r- worrenheit und Zersplitterung unserer Tage weist er sicher

Citeratwr tutfc Kauft

Leckerbissen für GourmandS unter den Bücherfreunden, und zwar recht köstliche, sind es, die wir unter der Fluch von Büchern, die den Weihnachtsmarkt jetzt zu Überschwemmen beginnen, entdeckt haben: wir meinen die Semann'schen illustrirten Elzevier- Au-gaben, eine neue Sammlung der beliebtesten Dichtungen. Uns haben sich-noch nie Klassiker in solch' passendem Gewände präsentirt, denn die Ausstattung der neuen Ausgabe ist einfachklassisch". Schon der Einband an und für sich bocumenttrt eine ganz neue, recht originelle Idee: er ist aus dunkelrotbem Juchtenleder her- geft öt. Aber auch das zierliche Format der Bändchen und die künstlerisch vollendete Wiedergabe der feschen Illustrationen durch vorzüglichen Druck, der auch wegen seiner Reinheit und Schärfe bei der eleganten und modernen Elzevietsch'ift nur zu loben ist, machen diese Bücher zu ganz ausgezeichneten Festoeschenken und helfen jeden über die Qual hinweg, etwas Neues, Nützliches und Geschmackvolles zum Feste auszuwäh!en >

nab unerschütterlich, tröstend, erhebend und willenlenkend auf den klaren, strahlenden Leitstern seines ganzen großen Leben-: daS Gemeinwohl, daS Heil von Kaiser und Reich, daS wir über 2lleS, Alles in der Welt stellen müssen! So hoffen wir denn, in diesem kleinen Werke dem deutschen Volke einen zuverläsfigen Führer in allen Lagen und Fragen deS öffent­lichen Lebens darzubietm. Wie jeder Einzelne daraus reiche Belehrung und Erhebung schöpfen wird, so wird eS nament« ltch auch allen Vereinen, die vaterländischen Sinn pflegen, gute Dienste leisten und ferner bei allen Wahlen den natio­nalen Parteien gegen reichSfeindliche ober eigensüchtige Be« strebungen und Gegenparteien als tüchtige Wehr und Waffe und natürlichstes Agitationsmittel zur Seite stetze»."

Die Anordnung deS Stoffes glaubte der verfaffer am besten nach der Zeitfolge der Mahnworte treffen und dabei kurz auf die geschichtliche Veranlassung Hinweisen zu sollen, welche daS einzelne Mahnwort Bi-marckS dervorrief. Wären die Mahnworte stofflich grupptrt worden, z. B. alle Warnungen, die Bismarck von 1848 btS 1895 gegen denPolontSmuS", gegen denFracnonSparticulariSmuS" u. s. w. ausgesprochen hat, so hätten fich sehr ermüdende Wiederholungen derselben geschichtlichen Ereignisse nicht vermeiden lassen. Dagegen ist dem Bebürfniß beö LeserS, die über ein halbe« Jahrhundert zerstreuten Aeußerungen BtSmarckS über die Hauptpunkte unseres nationalen Leben-, gleichsam nach gewissen Stich­worten einheitlich zusammengestellt zu finden, durch daS alphabetische Register am Schluffe deS WerkchenS Rechnung getragen.

ES handelt sich hier also um ein Volksbuch, einen deutschen HauSichatz in deS Worte- weitestem und edelstem Sinne, welche werth wäre, In jeglicher Familie Eingang zu finden und das wie nur irgend etwa- geeignet ist, den Talisman deS deutschen Volkes zu bilden. Gedruckt auf holzfreies Papier und in Prachtband gebunden, hat die Ver« layShavdlung für die- Werkchen einen solch erstaunlich nied­rigen Preis festgesetzt, daß selbst Minderbemittelten dessen Anschaffung leicht ermöglicht ist und wir wohl mit Recht hoffen dürfen, daß dieses zum Gemeingut d:s ganzen deutschen Volke- wirb.

Möchten doch biese Mahnworte unseres Alt-ReichSkanzlerS Fürst Bismarck nicht nur in ganz Deutschlanb, fonbem überall, wo Deutsche wohnen, frohen unb begeisterten Wieber- hall finben unb diesen so btß in die fernsten Zeiten zum Segen gereichen.

vorhanden.

Berit«, 2. November. DieDeutsche Sonntags Post" veröffentlicht nachstehende- Schreiben des Präsidenten de» deutschen SrtegervereinS zu Chicago, Notar Schlenker, des Führer- der zu den Jubelfesten von Nord­amerika nach Deutschland gekommenen Veteranen:Wenn möglich, danken Sie nochmals in den Spalten Ihres Blattes in unserem Namen der ganzen Berliner Bevölkerung unb der ga«ie» Nation für die liebevolle Aufnahme, welche wir überall gesunde« haben. Die ganze deutsch-amerikanische Bevölkerung freute fich über den unS in Deutschland zu Theil geworbenen Empfang. Sehr viele meiner Bekannten blücklen mir deswegen freudig die Hand und bedauerten, nicht dabei gewesen zu sei»/ ____________

krankung an schwarzen Pocken

drei Frauen und drei Kinder dem Institut für Infektions­krankheiten zugesührt worden. Dieselben wurden sofort nach der »eberführung in die Koch'sche Baracke gebracht und streng isolirt. Sine vesorgniß für weitere Kreise ist nicht

vekmmtmachung,

betreffend Feldbereinigung in der Gemarkung Staufenberg.

Die Sommisfion beschloß, daß die Stoppeläcker im ersten VereinigungSselde von den alten Besitzern btS zum 15. No­vember d. I. vorschriftsmäßig umgeackert sein müssen, anberen« sa«L die Sommisfion die Umackerung auf Kosten ber Säumigen veranlassen wirb.

Vorstehenden Beschluß bringe ich hiermit zur KemUniß der beteiligten Grundbesitzer.

Gießen, ben 1. November 1895.

Der Vollzugs«Commissär:

Dr. Wallau, Großh. Regierung-rath.

begab fich heute Vormittag nach Potsdam, legte im Mausoleum der Friedenskirche dortselbst einen prachtvollen Lordeerkranz und stattete sodann

Deutsche» Reich.

$«te|«bt, 2. November. Auf da» von Sr. Köntgl. Hoheit dem Großherzog, dem Rector, Senat, ben Pro­fessoren und Studenten der Technischen Hochschule an Seine Majestät den Kaiser gerichtete Telegramm ist von Aller- höchstdemselben folgende au- Potsdam battrte telegraphische Antwort (durch ben JagdauSflug Sr. Majestät etwas verzögert) hier eingetroffen:

Sw. Köntgl. Hoheit haben in Gemeinschaft mit Rector, Senat, Professoren unb Studenten ber bärtigen Hochschule gelegentlich de» Festcommerse» aus Anlaß ber Einweihung der Neubauten ber Hochschule Meiner freundlichst gedacht unb Mich durch einen telegraphischen Gruß erfreut. Empfangen i». Köntgl. Hoheit hierfür Meinen wärmsten Dank mit ber eitle, denselben gütigst auch ben Festtheilnehmern übermitteln zu wollen. Wilhelm I. R.

Bttfln, 2. November. Der König von Portugal

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

Vermiet (jungen.

9127] Marktstratze 29 ist eine Wohnung mit allem Zubehör sofort zu vermiethen-_____

9118] Die von Herrn RegierungSrath vr. Wallau bewohnte Wohnung, Aster­weg 34, ist zum 1. April 189b zu ver­miethen, auf Wunsch mit Dferdestall. _____________Näheres Asterweg 9.

9049] Fünf Zimmer-Wohnung zu vermiethen. Auskunft ertheilt ______________L. Seuling, Architekt-

809hJ Wegen Versetzung deS Herrn Locomottoführer Roth ist bet dritte Siock, 4 Zimmer und Zubehör, Frank furterstratze 59, per sofort ober ersten Januar 1d96 zu vermiethen. _______________ Earl Haa» jr.

4545] Dritter Stock, 7 Zimmer nebst Zubehör und Babeeinr ichtuvg, per sofort zu vermiethen. L. Petri 1. Wwe», ________________Neuenweg 39_____

8630] Alieestratze 18 zwei gut möb- llrte Zimmer zu vermiethen. Näheres KleeS, Agent, Südanlage 18.

6237] Logis, 4 Zimmer mit allem Zu­behör, Gartenantheil u. Bleicholatz, per | sofort zu vermiethen. Ludwtgstraße 31.

6953] In meinem Hause, Asterve- 58, ist eine neu hergerichtete Wohnung Hochmansarde und frei gelegen von 4 Zimmern, 1 Cabtnet, Bleichplatz rc. sofort an ruhige Leute zu vermiethen. Näheres bei A. Boeck, Walltborstr. 18. ZUr tn meinem Hause,

yvk £UUni Bahnhofstraße 24, ist per 1. Februar 1896 anderweitig zu vermiethen.3, Hch. SchaffftLdt.

6422] Schön möbl. Zimmer mit Cabinet zu vermiethen. Lchulstraße 7, U.

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