Ausgabe 
5.3.1895 Zweites Blatt
 
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Dienstag den 5. März

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Arnts- und 2lnzeigeblntt für den Kreis Giefzen

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durch unterdrückt sein.

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Glückwunschtelegramm gerichtet, in welchem der Kaiser den Manch außsprichr, daß dem Papste zum Heile der katholischen Christenheit noch ein recht langes Leben beschieden sein möge.

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Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Lag erscheinenden Nummer bis Borin. 10 Uhr.

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Ausstattung*.

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worauf sich die genannte Prüfung ziemlich unmittelbar an- schließen wird.

Meldungen, Anfragen sind an die unterzeichnete Direction, Neckarstraße 3, zu richten.

Ferner soll, um verschiedenartig geäußerten Wünschen entgegenzukommen, der Unterricht in der seitherigen mittleren Abtheilung gleichfalls in derselben Zeit ertheilt werden, wo­durch insbesondere älteren Schülern Gelegenheit geboten sein wird, die Unterrichtscurse der Anstalt fortlaufend zu besuchen.

Meldungen nimmt die Direction gleichfalls bis zum 12. März d. I. entgegen.

Darmstadt, den 26. Februar 1895.

Die Direction der Großh. LandeLbaugewerkschule. Müller.

Bringkrlohn.

Durch die Post bezog« 2 Marl 50 Pfg.

Redaktion, Expedition und Druckerei:

Kchukstratze Fr.7.

Fernsprecher 51.

Literat«- «nd Aunst.

Soeben ging uns eine mit zahlreichen Abbildungen geschmückt Festschrift zum 80. Geburtstag des Fürsten Bismarck zu, die der bekannte Hofprediaer D. Bernh. Rogge in PEarn unter dem TIM »ütft Bismarck, der erste Retchskanjler Deutschlands, ein Lebensbild zu dessen 80. Geburtstage em 1. April 1895 (Preis 50 Pf. und in Partteen noch billiger Verlag von Carl Mcyer sG. Pioj in Hannover), verfaßt hat. Allerorten, wo patriotisch gesinnte Deutsche wohnen, wird diesmal der Geburtstag Bismarcks m ganz besonderem Maße gefeiert werden; dazu werden schon allenthalben Vorbereitungen getroffen. Viele werden aber die Thaten unseres Bismarck an ihren Augen gerne nochmals vorübergeheu lassen, und dazu bietet daS Buch die beste Gelegenheit. Zudem bat es noch einen Vorzug vor anderrn Bismarck-Schriften. Herr D. Rogge ist als Hospredtger in der Lage, aus manchem Blatte auch Selbsterlebtes über den Fürsten Bismarck mitzuthetlen. ______________

Alle Annoncen-Bureaux dc- In. und Auslandes nehm« Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Nr. 54 Zweites Blatt

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Der Oietzever Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montag-.

Die Gießmer AamikienvkLtter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Bekanntmachung,

betreffend: die Maul' und Klauenseuche zu Bellersheim.

Nachdem die in dem Gehöfte des Gustav Kammer auS- gebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen ist, werden die durch unsere Verfügung vom 8. Februar l. IS. verhängten Sperrmaßregeln miede, aufgehoben.

Gießen, den 2. März 1895.

Grobherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern. _____

Bekanntmachung.

Durch Entschließung Großh. Ministeriums der Finanzen, Abtheilung für Bauwesen, ist die Prüfung der KreiSbauauf- jeher-, Slraßenmeister- und Dammmeister-Anwärter in den Monat October verlegt worden, um den Bewerbern Ge­legenheit zu geben, sich die nöthige planmäßige Vorbildung durch den Besuch eines zu diesem Zwecke besonders ein­gerichteten SommercurseS an der Großh. Landesbaugewerk- schule zu erwerben. Dieser Uuterrichtscursus beginnt am 6. Mai d. I und danert bis 4V2 Monate,

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über 25,000 Pfund.

Loudon, 2. März. Die Erkrankungen an Influenza nehmen in erschreckender Weise zu. 300 Postbeamte sind in den letzten Tagen erkrankt. Das Befinden Lord Roseberys hat sich gebessert.

skauf.

1.- Mk. und 1.10 Mk, Wolle,

-.80 Mk., 1.- Mk, ..10 Mk.,1.25 Mk.

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amcnconfectiov.

London, 2. März. _

Glasgow ist in der verflossenen Nacht kurz nach Bern-

Detttfches Reich.

Berlin, 2. März. ES ist viel bemerkt worden, daß sich Kaiser Wilhelm nach seinem Wiedereintreffen von den Wiener Beisetzungsfeierlichkeiten in Wien sofort in daS Reichs. kanzler-PalaiS begab und daselbst längere Zeit mit dem Fürsten Hohenlohe conferirte. DieLeipz. Reuest. Nachr." wollen nun erfahren haben, daß der auffällige Vorgang mit ungeschminkten" Mittheffungen Zusammenhänge, die dem Monarchen bei seinem jüngsten Aufenthalte in Wien über die weitgehende Aufregung gemacht worden seien, welche selbst in gut monarchischen Kreisen deS deutschen Volkes wegen der bekannten Abänderungsvorschläge des CentrumS in der Umsturz Commission" deS Reichstages h-rrsche.t soll. Die L. N. N." versichern im Anschlüsse an diese ihre Meldung, daß eine bedeutsame Kundgebung der deutschen Regierung in der Angelegenheit bevorstehe. Selbstverständlich muß die Verantwortung für diese sensationelle Nachricht dem genannten Leipziger Blatte überlassen bleiben, möglicher Weise handelt eS sich hierbei um eine auf ganz falschen Voraussetzungen beruhende bloße Combination.

Berlin, 2. März. Die Rei ch st a g s ersatzw ah l im Wahlkreise Eschw ege - Schmalkalden ßhat folgendes Resultat ergeben: Huhn (Soc.) 5757, Jskraut (Antis.) 3742, Stengel Volksp.) 3458 und Dr. Peters (natl) 3167 Stimmen. ES muß also Stichwahl zwischen dem antisemitischen und dem soctalistischen Candidaten stattfinden.

Berlin, 2. März. Im preußischen Landtage fand heute die Fortsetzung der Berathung des CultuS- etats statt.

Berlin, 2. März. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Die von anderer Seite gebrachte Meldung, Graf Kanitz solle im Staatsrathe nicht über den seinen Namen tragenden Vorschlag reseriren, sei irrig. Graf Kanitz wird sowohl über die in seinem eigenen Anträge formulirten Vorschläge zur Hebung der Getretdepreise wie auch über die Verwerthung der landwirthschastlichen Producte und die Erleichterung des Absatzes, also Herabsetzung der Eisenbahntarife für weitere Entfernungen reseriren.

Berlin, 2. März. DieNordd. Allg. Ztg." bestätigt, daß Freiherr von Scheele jetzt seiner Stellung als Gouverneur von Ostafrika enthoben worden ist.

_ Die Gewerbeordnungscommission des Reichstag« nahm mit 8 gegen 6 Stimmen die Regierungs­vorlage an, wonach der Kleinhandel mit Bier wegen Un­zuverlässigkeit der Gewerbetreibenden untersagt werden kann. Die Abänderungsanträge Schwarze und Engels wurden ab« gelehnt.

Berlin, 2. März. Reichstagsabgeordneter Dr. Böckel sprach gestern Abend vor etwa 500 Personen über die Umsturz- Vorlage, die Tabaksteuer und den freiheitlichen Antisemitismus. Redner bezeichnete diejenigen Abgeordneten, welche für die Umsturzvorlage stimmten, als Verräther an der Volksfreiheit und theilte mit, daß Ahlwardt in wichtiger politischer Mission verreist sei. Im April werde ein Parteitag der Ahlwardt- Böckel'schen Partei stattfinden. Am Schlüsse der Versamm­lung wurde eine Resolution angenommen, in welcher sich die Anwesenden gegen die Umsturzvorlage und gegen die Tabak­steuer aussprachen und dem Avg. Böckel ein Vertrauensvotum ertheilten.

Berlin, 2. März. DaSBerl. Tagebl." kann auS guter ' Quelle versichern, daß entgegen anderweitiger Meldungen in Abbazia von einem diesjährigen Aufenthalt des deutschen Kaiserpaares in Abbazia nichts bekannt sei.

Berlin, 2. März. Wie auS Hoskreisen verlautet, hat Kaiser Wilhelm heute Morgen an den Papst zu dessen Geburtstage ein sehr langes, überaus herzlich gehaltener

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Att-land.

Wien, 3. März. Die erste österreichische Sparkasse hat in ihrer gestrigen Generalversammlung beschlossen, anläßlich deS bevorstehenden Regierungsjubiläums 250,000 Gulden z« widmen zur Begründung einer Stiftung für Volks- Wohnungen und WohlfahrtS-Einrichtungen in Wien.

Mailand, 2. März. Zn Mittelitalien herrschten vor- gestern wieder starke Schnee stürme. Die Telegraphen« leitungen sind stark beschädigt. Ferrara und Ravenna find gänzlich abgeschnitten.

San Remo, 2. März. Der 19 Jahre alte Großsürst Alexis Mtchaelowirsch, Sohn des Großfürsten Michael Nicolajewitsch, ist heute Morgen Hierselbst an der Tuberkulose gestorben. ,

Pari», 2. März. Aus Havre wird gemeldet, daß die Gascogne" auS Newhork gestern Nachmittag l'/z Uhr im Hafen einüef. Eine ungeheure Volksmenge erwartete daS Schiff. Die Musik deS 119. Regiments war ebenfalls an. wesend. In dem Augenblick, wo der Dampfer einfuhr, wurde die Marseillaise gespielt.

Paris, 2. März. DerGaulois" veröffentlicht zwei Briese. Der eine ist von dem Herzog von Orleans an die Herzogin von Uzes gerichtet, in welchem er der Herzogin mittheilt, daß er die durch den Grafcn von Paris eingegangenen Verpflichtungen achte und sich als Schuldner der Herzogin in Höhe von 3 Millionen betrachte, nur be­dauere er, in diesem Augenblick die Summe nicht zurück­zahlen zu können. Der zweite Brief enthält die Antwort der Herzogin an den Herzog, in welchem sie mittheilt, daß sie auf diese Summe nöthigenfalls verzichte und zwar zu Gunsten der Armee.

Paris, 2. März. Paul Cassagnac veröffentlicht in Autoritv" einen Aussehen erregenden Artikel, worin er seine Befriedigung ausspricht, daß er die Herzogin UzeS dahin- gebracht habe, Eingeständnisse zu machen. Cassagnac berechnet daS von Boulanger ausgegebene Geld auf 8 Millionen und weist nach, daß Boulanger in den Händen des Grasen von Paris ein gehorsames Instrument war und daß die bau- langistische Verschwärung zum Endzweck die Einführung der Monarchie gehabt habe.

Marseille, 2. März. Die französische Regierung hot für'die Madagaskar-Expedition von der Compagnie Fraissinet drei Dampfer gechartert, die am 15. ds. MtS. mit 2000 Mann Besatzung und bedeutendem Kriegsmaterial von hier Nach Madagaskar abgehen sollen.

Madrid, 2. März. Nachrichten auS Cuba zufolge haben die Insurgenten eine Abtheilung von 2000 Mann Regierungstruppen geschlagen. Verstärkungen sollen nach Santiago und Matanzas abgehen.

London, 2. März. Wie auS Havanna gemeldet wird, hoben die RegierungStruppen den größten Theil der unter dem Befehl des berüchtigten Lopez Catonia stehenden Banden gefangen genommen. Der Aufstand dürste da-

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Gießen, den 2. März 1895.

Betr.: Den Wiesengang.

DaS Großherzogliche Kretsamt Gießen

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Rach Art. 7 der Wiesenpolizeiordnung ist in diesem Monat der Wiesengang von den Wtesenvorständen unter -Zuziehung der Feldschützen und Wiesenwärter vorzunehmen.

Wir beauftragen Sie deshalb, dieselben hierzu baldigst ansjufordern und uns die über den Wiesengang aufzunehmen­den Protokolle bis längstens 15. April d. I. vorzulegen.

In diesen Protokollen haben die Wiesenvorstände, was Sie denselben noch besonders eröffnen wollen, hauptsächlich folgende Punkte aufzunehmen:

1) ob die Anordnungen, welche sie bei dem letzten Wiesen­gang getroffen haben, befolgt worden sind uud welche nicht,

2) welche Anordnungen von den Wiesenvorständen zur Be­seitigung der bei dem diesmaligen Wiesengang vorge­fundenen Mängel von ihnen getroffen worden sind oder vorgeschlagen werden; hierbei wird den Wiesenvorständen besonders empfohlen, ihr Augenmerk namentlich auch auf die Reinigung der Wiesen von Gestrüpp, Gesträuche, Moos ic., auf die Entfernung der Herbstzeitlosen, de» Erdauswurfs aus den Be- und Entwässerungsgräben, auf die Verebenung der Maulwurfshügel und dergleichen und auf die Unterhaltung der Be« und Entwässerungs­gräben zu richten und hierbei nach den bestehenden Be­stimmungen zu verfahren;

1) Verbesserungsvorschläge in Bezug auf größere Wiesen­fluren, namentlich solche, zu deren Ausführung die Bildung von Wassergenossenschasten nach dem Gesetze vom 30. Juli 1887 über die Bäche und nicht ständig fließenden Gewässer (Regierungs-Blatt S. 159) erforder- lich ist.

Zu Nr. 2 erläutern wir, daß Sie in der Regel, insofern kein besonderer Anstand vorliegt, jedem der betreffenden Wiesenbesitzer speciell eröffnen wollen, welche Mängel der Wiesenvorstand vorgefunden hat und daß diese Mängel binnen der vom Wiesenvorstand zu bestimmenden Frist so gewiß zu beseitigen wären, als sonst die nölhigen Herstellungen auf Kosten der Säumigen angeordnet würden. Nach fruchtlosem Ablauf der gesetzten Frist wollen Sie nach Anhörung des Wiesenvorstandes weitere Anträge stellen. Jedenfalls sind die von Ihnen getroffenen Anordnungen in den von Ihnen einzusendenden Protokollen einstweilen zu erwähnen. |

Das Protokoll über den Nundgang ist von allen Theil- nehmern zu unterzeichnen. War ein Mitglied des Wusen- vorstandeö verhindert, am Rundgange Theil zu nehmen, so ist dieses am Schluffe des Protokolles zu bemerken.

Sollte der Wiesenvorstand, der außer dem Großherzog­lichen Bürgermeister oder Beigeordneten, mindestens noch aus zwei Ortseinwohnern, welche Wiesen besitzen oder solche zu benutzen oder zu verwalten haben, bestehen soll, nicht mehr vollständig sein, so wollen Sie den Gemeinderath wegen Er­gänzung des Wiesenvorstandes vernehmen und uns die Anträge des Gememderathes in besonderer Verhandlung vorlegen.

v. Gagern.

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