auS Belgien nach Frankreich an die belgischen Fabrikarbeiter abqesandt.
CoceUs nnb prwtnsteOe»»
tiefte«, den 3. April 1895
•* Bi-marck Ehrung. Am 1. April, dem unvergeßlichen Ehrentage deS Fürsten Bismarck, herrschte auch in dem sonst so stillen academischen Forstgarten bet Gießen Festes« freude. Herr Geh. Hofrath Dr. Heß, der Direktor des ForftgartenS, hat mit 15 gleichgesinnten Herren fast aller BerufSklaffen (Geistliche, Militär, Professoren, Studenten, Fabrikanten, Kaufmann, Beamte, Forstmänner, Holzhauer, Handwerker, Landwirthe) zum Gedächtnisse deS 80. Geburtstages B^SmarckS eine au- dem Sachsenwalde bezogene Eiche in die Parkabtheilung deS ForftgartenS gepflanzt. Herr Geh. Hosrath Dr. Heß leitete die Feier ein mit einer schwungvollen Ansprache, in der die unsterblichen Verdienste deS großen Staatsmannes um Fürst, Volk und Vaterland gewürdigt wurden. Die Betheiligung von Vertretern aller BerufSklaffen bet dem festlichen Act bekunde, so führte der Redner aus, daß der Name Bismarcks, des Deutschesten unter den Deutschen, mit Flammenschrift in den Herzen Aller stehe. Die Taufe der Eiche wurde mit deutschem Schaumwein vollzogen. Ein dreimaliges Hoch auf Bismarck ertönte Echo weckend durch den Wald, und mit dem Gesänge des Warncke'schen „Bi-marck Liedes" schloß die eigentliche Feier. Hierauf begaben sich sämmtliche Betheiligten auf Einladung deS Herrn Geh. Hofrath Dr. Heß in dessen AmtSlocal im Forstgarten, wo sie ungeahnt mit einem kleinen Imbiß und einem GlaS guten BierS erfreut wurden und in ihrer Festesstimmung noch manch' patriotisches Lied sangen, sowie ihrer begeisterten Verehrung für den Schöpfer des neuen Deutschland in Ansprachen weiteren Ausdruck gaben. Herr Pfarrer Dinge ldey toastete in zu Herzen gehenden Worten auf das deutsche Vaterland, Herr Gustav W i n d e ck e r auf den Veranstalter der Feier, dieser wieder auf die Ber« brüderung aller Stände zur Erhaltung des von Bi-marck geschaffenen LinheitSwerkeS rc. rc.
** Die Freiwillige Gail'fche Feuerwehr, welche am ver« gangenen SamStag ihre Generalversammlung hielt, hat 96 active und 30 inactive Mitglieder. Unter den Aktiven befinden sich 30, die ihrem Lebensalter nach in die Pflichtfeuerwehr einzutreten hätten, wenn sie nicht Mitglieder einer freiwilligen Wehr wären. Der Kaffenbestand wie- nach an Einnahme 464.75 Mk., an Ausgabe 459.19 Mk., letztere konnte, da die Wehr nur 1.60 Mk. jährlichen Beitrag von jedem Mitgliede erhebt,'sonstige Geldmittel ihr nicht zuflleßen, «ur durch ansehnliche Zuschüsse deS HauseS Gail bestritten werden. Im Laufe der Verhandlung wurde mitgetheilt, daß in der Alarmirung eine Eintheilung der Stadt in vier Bezirke, deren jeder durch die entsprechende Anzahl von Glockenschlägen durch den Thürmer bezeichnet wird, vorgenommen, auch ein die Eintheilung in Farben marktrender Stadtplan zum Gebrauche für die Feuerwehren angefertigt werde, in dem auch dir Hydranten eingezeichnet seien. Für die Feuerwehren selbst wird die Stadt in acht Alarmbezirke eingetheilt und je einer einem Hornisten bezw. Tambour zugewtesen. — Dem derzeitigen Hauptmann der Freiw. Gail'schen Feuerwehr, Martin LooS, ist von Großh. KreiSamte provisorisch die Stelle als KreiS-Feuerwehrinspector sür den l.Beztrk übertragen worden. — Aus Anlaß seiner 30jährigen Dienstzeit wurde Herrn LooS ein von den Mitgliedern deS CorpS gestiftetes werthvolles Deckelglas überreicht.
• • Der Verbaudllag der Oberhesfifchen Feuerwehren, verbunden mit einer Hebung der Freiw. Feuerwehr zu Lollar, findet am 16. Juni d. I. unter entsprechenden Festlichkeiten in Lollar statt.
♦♦ Fiuauzexame«. Im Lehrgebäude der Technischen Hochschule zu Darmstadt wird gegenwärtig daS StaatS- Examen zum Finanzfache erster Kategorie abgehalten. Zu demselben hatten sich 76 Eandidaten gemeldet. Davon traten indessen 8 schon vor und 3 während deS Examens wieder zurück. Die Prüfung begann am letzten Donnerstag und beansprucht voraussichtlich noch die ganze laufende Woche. Dem Bernehmen nach werden an die Prüflinge, unter denen sich auch verheirathete Leute befinden, hohe Anforderungen gestellt. Der Zudrang zum Finanzfache mehrt sich von Jahr zu Jahr.
* • Aufzeichnung. Auf der in Hanau vom 24. bis 26 März veranstalteten Geflügel- und Vogel - Ausstellung erhielt Herr E. Schwan jr. dahier 32 Preise, darunter die silberne Medaille.
* • Entschädigung für gefallene Thiere. Die Großherzogl. Regierung hat den Ständen einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Entschädigung für an Milzbrand und Rauschbrand gefallene Thiere zu regeln bezweckt. — Die Abschätzung der Thiere erfolgt danach durch den beamteten Thierarzt und zwei Seiten- des KreiSamt» für jede Gemeinde bestimmte Schätzer. Die Entschädigungen werden aus der Staatskasse gewährt. Die Festsetzung der Ent« schädtgung erfolgt unter Zugrundelegung deS Schätzungs- Ergebnisses durch das KreiSamt. Gegen diese Festsetzung steht dem Beschädigten mit Frist von 3 Tagen nach Mit« »Heilung der kreiSamtlichen Entscheidung die Berufung an daS Ministerium offen. Diese- setzt die Entschädigung-« lamme endgiltig fest. Nur wegen Versagung der Entschädi- guugSleistung soll der Rechtsweg zulässig sein.
** Dem Bericht bei chemische» Uulersuchuuglamtel für die Provinz Oberhesfe» in der Zeit vom 1. April 1893 bi- 1. April 1894 entnehmen wir Folgende-: ES wurden inSgesammt 187 Untersuchungen auSgesührt (gegen 310 im Borjahre), darunter 141 für Behörden, 46 sür Private. Gegenstand der Untersuchung waren in der Mehrzahl Sepsel, Gewürze, Mehl, Milch, Wasser- einzelnen Untersuchungen wurden unterzogen: Brod, Butter, Ehocolade, Cichorien, Düngemittel, Erze, Fische, Futtermittel, Gebetmmittel, Kaffee, Saffeesurogate, Eacao, Siu, Kochgeschirr, Legierungen,
, Mineralwasser, Rubel», Obstwein, Oel, Papier, ReiS, Soda, Tapeten, Thee, Urin, Wein, Wolle, Wurst und Zucker« waaren. Untersuchungsgegenstande gingen ein au- den Kreisen Al-feld 18, Büdingen 5, Friedberg 19, Gießen 98, Lauterbach 10, Schotten 37. Zu Beanstandungen gaben 11 Objecte Veranlassung, nämlich Butter mit zu hohem Wassergehalt, entrahmte und gewässerte Milch, Mineralöl al- Speiseöl, zum Genuß ungeeignete- Wasser, zu hoher Aschengehalt in Zimmt. Die Einnahmen auS den ange« »ührten Untersuchungen beliefen sich auf 813 Mk. 25 Psg. Die Anzahl der eingesandten Untersuchungsobjecte hat sich gegen die beiden ersten Jahre wesentlich verringert. — Die Eontrole deS Gießener Leitungswassers wurde fortgesetzt. Die Ursache der s. Z. in LanggönS vorgekommenen Erkrankungen wurde auf den Genuß von Mehl« und Brod« proben zurückgeführt- es gelang, in verschiedenen Proben einen mehr oder weniger hohen Gehalt an Blei nachzuweisen. — Für Biertrinker dürfte von Interesse sein, daß auch eine größere Anzahl der in hiesiger Stadt zum AuS« schank gelangenden Biere untersucht wurden- die Untersuchungen erstreckten sich auf Bestimmungen de- spec. Gewicht-, des Wassers, Alkohols, ExtractS, Asche, freie Säure, Maltose, Extractgehalt der Stammwürze und des Vergährung-gradeS. Nach dem Ausfall der Untersuchung lassen sich sämmtliche Biere al- richtig gebraut und normal zusammengesetzt bezeichnen, zu einer Beanstandung hat kein- derselben Veranlassung gegeben.
Aul dem Kreise AlSfeld, 30. März. Auch im L I. werden wieder mehrere Neubauten von Schulhäusern in Angriff genommen, so z. B. in Burg-Gemünden, Kirtorf, Ober>Ofletden, Bleidenrod.
Mainz, 2. April. Die Köln-Düsseldorfer und die Niederländischen Dampfboote nehmen morgen ihre Fahrten wieder auf.
vermischter.
* Marburg, 2. April. Plötzlicher Tod. Wie dem „Mark. Tgbl." mitgetheilt wird, fand eine Wirthin in der Sctzerbach früh Morgens ihren Zimmerherrn, einen Phar- maceuten, der vor dem Examen stand, noch auf. Derselbe saß an seinem Tische, den Kopf in die Hand gestützt und schien zu lesen. Seine Wirthin suchte ihn zu ermuntern, doch vergebens. Nach einiger Zeit merkte sie, daß sie einen Tobten vor sich hatte. Die Leiche wurde nach Halle, dem Wohnsitz der Eltern, geschafft.
* Kassel, 1. April. Hier hat die Bismarckfeier ein junges Menschenleben gekostet. Dor Beginn deS gestrigen FackelzugS wurde der auf dem Hofe des Haupt- steueramteS in der Kölnischen Straße stehende Festwagen der Kunstgewerbeschüler herauSgefahren und sollte dem Zuge ein- gereiht werden. Dabei scheuten die Pferde und riffen in jähem Lauf einen schweren Thorpfeiler um, der einen elfjährigen Knaben, den einzigen Sohn einer armen Wittwe, tödtlich verletzte.
* Kol», 1. April. Am 12. October v. I. wurde von einem angeblichen CH. Mayer auf dem Nordbahnhofe in Paris ein Koffer zur Beförderung an den Schuhmacher Hohler zu Mühlheim a. Rh. aufgegeben. Der Inhalt dieses Koffers, der von Mülhelm a. Rh. als unbestellbar nach Paris zurückgesandt und dort am 14. November v. IS. geöffnet worden ist, bestand in der zerstückelten Leiche eines Kindes im Aoer von 15 bis 20 Monaten. Die Persönlichkeit des Aufgeber- cwie des Empfängers konnte bisher nicht ermittelt werden.
• Berlin, 2. April. Im benachbarten Zehlendorf ist gestern Nacht ein Theil der zu einer Bismarckfeier versammelten Patrioten in begeisterter Stimmung in den Garten des dort wohnenden freisinnigen Abg. Knoercke eingebrochen, hat ihm eine Katzenmusik gemacht, die Fenster eingeworfen und hat dann die Flucht ergriffen, als der auf diese Weise auS dem Schlaf Geweckte sich die Patrioten näher ansehen wollte. Frkf. Ztg.
• Berlin, 2. April. In vergangener Nacht sanden Schutzleute im Thiergarten einen Mann, dessen Kleider in Flammen standen. Die nähere Besichtigung ergab, daß der Mann sich durch einen Revolverschuß in die Herzgegend getödtet hatte. Hierbei wurden durch die auöströmenden brennenden Gase die Kleider entzündet. Der Unbekannte war vollkommen entstellt.
* SechSundsechszig junge Eiche» aus de» Sachsenwalde hat der Oberförster Lange in FriedrichSruh auf Ansuchen nach den verschiedensten Orten Deutschlands gesandt, wo man am 1. April BiSmarck-Eichen zum Andenken an den 80. Geburtstag des Fürsten Bismarck zu setzen gedachte.
* Ei» Deserteur. Der im französischen Kriege 1871 vom Ulanenregiment Nr. 4 desertirte Ulan Tillmann-, welcher erst kürzlich tm Elsaß ermittelt und seinem Truppen- thetle zugesührt wurde, ist vom Kriegsgericht in Thorn wegen Fahnenflucht zu fünf Jahren Festung verurtheilt und zur Ableistung dieser Strafe nach Spandau tranSportirt worden. StllmannS verschwand bei der Belagerung von Paris, flüchtete nach China und trat in die dortige Armee ein, in welcher er vierzehn Jahre diente. Vor zehn Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und erhielt im Elsaß in einer Fabrik eine Anstellung alS Aussetzer, welche er bi- zu seiner Verhaftung inne hatte.
• 0, welche Lust, Soldat zu fei«! AuS London, 26. März, schreibt man den „TO. N. R." : Englische Blätter theilen folgende verlockende Annonce eine- „Werber-" mit:
V. R.
Sergent Pomfreit, Rekrutirung-sergent, varki»g. 100 Rekruten 100
gesucht 100 gesucht.
Loyale und treue Burschen, um in Ihrer Majestät Regimentern , den gute» alten „Fla JronS" (44.) und den | „Pompadours" (56.) zu dienen? Die Vierundvierziger stehen jetzt in Fermoy, Irland, wo sie glücklich find wie Lord-, mit
Fische», Bootfahre», Ericket, Schießen, Spaziergängen Über- Land und jeder Art Sport. Die Sechsundfünfziger stehe« jetzt in Indien, dem Soldatevparadie-, wo Tommy Altkt»- f einen eigenen Diener und MrS. Altktn« ihren eigenen Hau-. Halter bekommt. Zwei Stunden Exerciren am frühen Morgen — und der Rest des Tage- gehört Euch, und da- an eine» Platz, wo Vergnügungen aller An zu haben sind. Jetzt ist die Zeit, einzuneten, wenn Ihr gute Oifiziere, gntei Essen, gute- Trinken, gute Kleider, gute Wohnung, gute Bezahlung, gute Gesellschaft und Sport im Ueberfluß habe» könnt!
* Anderthalb Millionen Radel defeaudin. Die in Petersburg gebildete Commission zur Prüfung der de» Erbauer der TranSkaSpt Bahn, General Annevkoff, zur Laß gelegten Mißbräuche soll außerordentlichen Dernauen-brnch während der NothstandSarbeiten der Jahre 1892 bi- 1894, sowie Unterschlagungen von anderthalb TOtQtonen Rubel» feftgestellt haben. Man glaubt, daß gegen Annenkoff gerichtlich vorgegangen wird.
• Echla»! Bei der schriftlichen Einjährig-Freiwillige«. Prüfung in Regensburg wurde al- deutscher Aufsatz neben zwei anderen Thematen auch zur Bearbeitung gegeben: „Ansprache unter versammelten Freunden zur Ehrung eines großen ManneS." Einer der Eandidaten, der sich diele- Thema gewählt hatte, schrieb an den Schluß seiner Arbeit folgendes Postscrtptum: „Notabene! Beim Durchleien meiner Ansprache kommt mir dieselbe zwar etwa- holperig vor - doch „unter Freunden" nimmt man eS ja nicht so genau."
Technische Fortschritte.
— StotbsLrben von Horn. In gewissen Zweigen der I» dustrie ist efl ost febr wünschen-werth, dem Hom eine schöne Forde zu geben. Zum schön Roth'ärben des Horn- wird nun in der .Gewerbeschau" folgende- Beizen empfohlen: Weiße- Hom wiib in eine Abkochung au- 20 g Saflor und 10 g Soda in 1« l Wals er eingelegt und in der siedenden Flüssigkeit 1, Stunde gelassen. Dann bringt man e- in eine falte verdünnte Weinsteinsäurelöiung unb läßt eS darin ebenfalls •/• Stunde liegen. Man nimmt e- aUben» heran-, spült eS ob, bringt e« wieder in do- Saflor- und baraN in daS Weinsäurebad und so fort, bis der gewünschte Ton erzielt ist. Aus diese Weise kann man alle Rüancen vom hellsten Rosa di- znm dunkelsten Rosa erzielen, nur hat man darauf zu achten, datz das letzte Bad stets ein Weinsäurebad ist.
— eine nette Hei doppelt arbeitender Wien. Reue Sägen, die gleichzeitig die Schnittflächen glätten, erfanden die Rorb- omerifaner Boole» und Mitschill. Die Zähne der Sägen habe» zwei Profile, und zwar ein abgerundetes, da- andere besitzt fette Schneide- und Hobelzähne. DaS abgerundete Profil robb mit besonders ausgesetzten Schneide- und Hobelzähnen versehen. Ob bk Sägeblätter gut arbeiten, daS ist nach der leipziger Wochenschicki „Deutscher Müller" noch abzuwakten.
— Maschinenptttzpapier. Die bisher fast allgemein zum Reinigen der Maschinen verwendete Putzwolle ober Putztücher habe» in dem Mafchinenputzpapier einen wahrscheinlich sehr guten Ersatz erhalten. Eine oberschlesische Papierfabrik stellt nämlich aus be sonder em Wege ein poröse-, äutz-rtt saugfähige- Oclputzpapier al- Ersatz iür Putzwolle her, von dem 100 kg 40 Mk. kosten: auf 1 kK gehe» rund 100 Bogen 400 x 600 mm Diese- Putzpapier ist also sehr billig. Das Papier sühne sich auch bereit« gut ein, well e- au«« giebiger, billiger unb auch bebeutenb reinlicher ist al- Putzwolle. ES entzündet sich im vollgesaugten Zustande nicht selbst, waS besonders erwähnt roerben mutz. Die Wellen, Lager, Schmierbüchse», Excenter rc. werden einfach mit dem Pipier in der Weife abgewischt und geputzt, wie das mit Putzwolle üblich ist- da- Papier fasert dabei nicht au9 unb bleibt nicht in den Ecken hängen, noch weniger zwischen den Fingern deS Arbeiter-.
Derfahr, unb Voir>wirtbid?afL
— Gute- Baum- oder Psropswach- stellt man eben'all» nach der „Drog. - Ztg." auf folgende Weise her: •) Feste« Wach«, 375 g wettze« Pech, 250 g flelbefl Wachs, 100 g dicker Terpentin, 75 g Baumöl oder ausgelassene- Schweinefett werben zusammen- geschmolzen und dann in Stängelchen au-gerollt. b) Flüssige« Wach«. Man schmilzt 5 Theile Colophontum oder braune« Fatzpech und rührt, nachdem e« leicht flüssig, und vom Feuer genommen ist, nach und nach 1 Theil 85 ’/0 Spiritus hinzu. E« ist in gut verschlossene» Gesätzen aufzuheben.
— Herstellung von gefrorener Milch. Die Versuche, gefrorene Milch von Dänemark nach England *u verschiffen, sind geglückt. Zur Ausbeutung deS dem Ingenieur Kaffe in Kopenhagen patentirten Verfahrens hat sich eine Actiengesellschast gegründet, die die Herstellung und den Vertrieb der Milch nach England übernommen hat. lieber die Zubereitung bet Milch entnehmen wir ber ,Molk.-Zta. Folgende«: Die von dem Lieferanten eingelieserte Milch wird auf 75" C. erwärmt und daraus schnell auf 10® C. abgekühtt, woraus daS Gefrieren auf chemischem Wege feinen Anfang nimmt Zu diesem Zwecke wird die Hälfte der Milch in blecherne 4MIfte gefüllt und in Gesrierapparate gebracht, wo da« Gefriere» in 3 Stunde» vollendet ist.
Wöchentliche Ueberstcht der TsdeitsLlle tu «tetzeu.
13. Woche. Vom 24. März bi« 30. März 1895.
Einwohnerzahl: angenommen zu 22 400 (incl. 1600 Mann Msti'ür> Sterblichkeit«,tffer: 25,54'/« dezw. 18,57 nach AuSschl. der Ortffiernte»- Ä in b er
In«. Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, mir viele der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von au«wärt« nach Gießen gebrachte Kranke kommen.
ES starben an: Zusammen:
Erwach'ene
: tm
vom
1 Lebensjahr:
2.-15 3*
Lungentuberkulose 2 (1) Tuberkulose anderer
2 (1)
—
—
Organe
—
1
Lungenentzündung 3 (1) Sonstige entzündliche
1 <D
1
1
Erkrankungen der
AthmungS Organe 1
1
—
Gehirnfchlaaflutz 1
1
—
—
Altersschwäche 1
Sonstige benannte
1
—
—
Krankheiten 2 (1)
1 (1)
1
—
Summa: 11 (3)
7 (3)
2
2
Kird>lid>e Anzeigen ber evang. Gemeinde.
Die Kinverkirche in ber Etabtkirch« fällt nächsten Sonntag (Balmarum) o«-; infolgedeffen auch die Vorbeteitung am Denner«» tag ben 4. b. M
Die nächsten Kinberkirchen werden gehalten: Charsreitaa Nachmittag« 2</t Ufrr. 1. Ostertag, vormittag« 11 Uhr: beide Male otz«e vorhergehende varbereilnng-ftunde.
Schlesser. Dr Grein.


