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03/04/1895 Zweites Blatt
 
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1895

Mittwoch den 3 April

Zweites Blatt

Nr. 79

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gieren.

Gratisbeilage: Gießener Aamitienökätter

Amtlicher Lbeii

gez. Weber.

(L. 8.)

herzoglichen Beamten.

iider.

Feuilleton

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1887

.ff G

für der

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für bei tolgendrn Tag erscheinenden Nummer bi» Borm. 10 Uhr.

Die Gießener

I»«»lkie»brL1ter werden dem Anzeiger »dchentlich dreimal deigelegt.

Der

Gletzeier Anzetger erscheint täglich, mu Ausnahme bei Montag».

bild, wo Liebe ihr aus den Augen Heinz' entgegenftrahlte. Ja, wäre es noch gewesen wie damals, sie hätte sich vielleicht

Kleidern

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anlaffungen haben die Großherzoglichen Bürgermeistereien dem Herrn Oberstlieutenant von Schmidt sowie dem ihm untergebenen Personal aus Verlangen MiethSsuhrwerke gegen eine billige, die ortsüblichen Preise nicht überschreitende Ver­gütung, die sofort baar bezahlt werden wird, zu beschaffen und überhaupt für ihr schnelles und sicheres Fortkommen zu sorgen.

3. Die Beamten, besonders Forst- und Baubeamten, sowie die Bürgermeistereien, welche sich im Besitze von Karten und Aufnahmen solcher Gegenden befinden, die daS zu ver- meffende resp. recognoscirende Terrain in sich saßt, werden hierdurch angewiesen, dieselben dem Herrn Oberstlieutenant von Schmidt sowie den ihm unterstellten Dirigenten, Osfizieren, Trigonometern und HülfStrigonometern, aus Erfordern zur Einsicht und allenfalls nüthigen Copirung mitzutheileu, auch den commandirten Trigonometern die erforderlichen Notizen zur Anfertigung genauer statistischer Bemerkungen so aus­führlich als möglich zu geben.

4. Gegen Vorzeigung dieser Offenen Ordre sind sowohl Herr Oberftlieutenant von Schmidt, als auch die Dirigenten, Offiziere, Trigonometer und Hülfstrigonometer, überall, wo sie es verlangen werden, für sich und ihre Diener resp. Burschen, die rationsberechtigten Offiziere auch noch für ihre Pferde, mit geeignetem Quartier und entsprechender Ver­pflegung zu versehen. Für diese Leistungen hat von den Betreffenden unmittelbar eine angemeffene Bezahlung zu erfolgen. Die Fourage für die Pferde der rationsberech­tigten Offiziere ist gegen die vorschriftsmäßige Quittung her- zugebeu.

Ueberhaupt wird erwartet, daß dem Herrn Oberstlieutenant von Schmidt und dem gesammten ihm unterstellten Personal alle anderen Hilfsleistungen, deren sie zur Beförderung und Erleichterung ihres Auftrags bedürfen werden, gewährt werden und es wird insbesondere zu den Grundbesitzern, Geistlichen und allen Einwohnern überhaupt das Vertrauen gehegt, daß sie mit Bereitwilligkeit deren Wünschen entsprechen und dadurch

richtet find, gegen ortsübliche Zahlung zu gestellen.

2. Bei Quartierwechseln oder sonstigen dienstlichen Ver-

Der Förster deutete verstohlen warnend auf Grete. Er sprach daun mit der Hufenbäuerin, welche gleich darauf mit der Tochter die Stube verließ.

Denkt Euch," nahm der GenSdarm die Rede wieder auf,wir sind dem Mörder des armen Heinz auf der Spur, ja, wir glauben, ihn schon gefunden zu haben."

Nicht möglich!" riefen die Uebrigen erstaun: wie auS

ein Glückwunsch kam über ihre Lippen, ja, als der Wiesen- bauer ihnen den mächtigen Humpen zum Willkommen bot, beachteten sie es kaum, so daß dieser endlich seinen Zorn nicht mehr bemeistern konnte.

Kommt man so als Gast unter achtbare Leute?" fragte

Bierteljäbriger JtftmeiaenUprel»: 2 Mark 20 Psg. mit Lrmgerlohn.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.

Äebaction, Expkdiiio» und Druckerei:

-chilfiraße gir.7« Aunsprrchrr 51.

Die trigonometrischen VermefsungSarbeiten des General- stab» der Armee werden sich in diesem Jahre von Mitte April ab auch auf daS Gebiet des GroßherzogthumS erstrecken. Dieselben werden bestehen in Beobachtungen I. Ordnung auf dem Signal Hupp und in Berfestigungs- arbeiten auf den Nivellementslinien an der Ehauffee Mainz- Bingen und von der Grenze bei PohlgönS über Butzbach- Friedberg-Heldenbergen bis zur Grenze bei Windecken.

Die bei den Arbeiten fungirenden Dirigenten, Offiziere, Trigonometer und Hülfstrigonometer werden unter dem Befehle deS Chefs der trigonometrischen Abtheilung der Königlich Preußischen Landesaufnahme Herrn Oberstlieurenants von Schmidt vom Nebenetar des Großen Generalstabs m la suite deS Generalstabs der Armee stehen.

Da zur Ausführung dieses gemeinnützigen und wiffen- jchastlichen Unternehmens die Mitwirkung der Grundeigen- lhümer und Eingesessenen, der Geistlichen und Verwaltungs­behörden, namentlich auch der Forstbeamten, in den betreffenden HedietStheilen erforderlich ist, so werden die genannten Be­hörden und Personen hierdurch aufgefordert, zur Förderung brr erwähnten Arbeiten auch ihrerseits kräftig und eifrig m itzuwirken.

Die dem Herrn Oberstlieutenant von Schmidt sowie dem ihm unterstellten Perional zu gewährenden HülfSleistungen bestehe» vorzüglich in Folgendem:

Stumme 3 t a g r n.

Crimtnal - Novelle von N. I. Ander».

(Schluß.)

Sie war dem Niklas einst gewogen, bis zu dem Augen

Gießen, den 30. März 1895.

Betreffend: Die trigonometrischen BermeffungSarbeiten deS Generalstabs im Jahre 1895.

DaS Grotzherzogliche Kreisamt Gießen

M die Grotzh. Bürgermeistereien M «reifes.

Nachstehende von Großh. Ministerium deS Innern und der Justiz in Gemeinschaft mit dem Großh. Ministerium der Finanzen erlaffeneoffene Ordre" theilen wir Ihnen zur pünktlichen Nachachtung hierdurch mit.

v. Gagern.

M,enl>. Obl- Cbi.

eigen zu Muthe- ein Gefühl, daS fie gewaltsam abwehrte, beschlich sie immer wieder, und ob sie darüber auch vor sich ielbst Abscheu empfand, sie konnte eS nicht bannen.

Dieder wurde im Hause des HufenbauerS eine Ver­lobung gefeiert, diesmal geräuschvoller, denn der Wtesenbauer hatte eS so bestimmt, und er war ein stolzer, rechthaberischer Mann, dem der Hufenbauer schon etwas nachsehen mußte, der die Verlobung eigentlich am liebsten recht still ab­gemacht hätte.

Laut und fröhlich ging- her in der großen Stube. Wacker langten die Gäste zu und mancher Trinkspruch wurde auf da- neubackene Brautpaar ausgebracht. Auch NiklaS war luftig bis zum Uebermuth. Wiederholt zog er die sich sträubende Braut an sich, um fie zu küffen. Dann aber wurde daS ohnehin bleiche Antlitz Gretes noch bleicher. Fast gewaltsam befreite fie fich aus der ihr lästigen Umarmung. SS war dann immer, als wollte sie sagen:Ich muß zwar

Alle Annoucen.Bureaux de» In- und Auslandes nehme» Anzeigen für denGießener Anzeiger" eiiiqrqea.

Offene Ordre

den Chef der trigonometrischen Abtheilung ... Königlich Preußischen Landesaufnahme Herr» Oberstlieutenant von Schmidt vom Nebenetat des Großen Generalstabs ä la suite des General­stabs der Armee, sowie die demselben untergebene» Dirigenten, Offiziere, Trigonometer und Hülss trigonometer, an die Großherzogltchcn Bürger­meistereien, die Grundbesitzer, Geistlichen rc. und die bei der Landesverwaltung angestellten Groß-

1895 Silberrente i'd-Mt sen

folgen, doch nimmermehr werde ich Dir angehören."

Auch der Förster war geladen und der LandgenSdarm, d-er im Dorfe stattonirt war, doch bis jetzt waren beide noch nicht erschienen. Den Hufenbauer ließ daS kalt.Wer nicht kommt, braucht nicht zu gehen," pflegte er zu sagen. : Der Wieseubauer aber empfand daS Ausbleiben der beiden Beamten wie eine persönliche Kränkung. Er blickte erst wie v on einem Alp erlöst auf, als endlich die beiden erschienen, i

Und dennoch, er hatte Mühe, seinen Unwillen zu ver- j borgen, schien es doch, als ob der Förster und der Gensdarm i btr ganzen Gesellschaft einen Äerger anthun wollten.

Die Stiefel und die Beinkleider mit einer Schmutzschicht . dadeckt, traten beide ein und nicht ein Willkommengruß, nicht 1

Bekanntmachung,

betreffend Maul- und Klauenseuche zu Alten-Buseck.

Nachdem in den Stallungen des Ludwig Eberhard Seuling und des Ludwig Wagenbach zu Alten-Buseck die Maul- und Klauenseuche wieder erloschen ist, werden Die verhängten Sperrmaßregeln hiermit wieder aufgehoben.

Gießen, den 1. April 1895.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.'

fuhr er, wie einer plötzlichen Eingebung folgend, fort,da halte ich bald vergeßen, Euch zu sagen, daß ich mit Euch auch ein Geschäft zu besprechen habe. Na, Ihr geht wohl auf ein Diertelstündchen mit mir nach Eurem Hof. Die Sache eilt nämlich. Ich kann Euch ja unterwegs die Geschickte zu Ende erzählen, und die Gäste hier werden sie wohl auch zeitig genug erfahren."

Der Wiesenbauer war ein Filz und ließ fick nicht ger» einen vortheilhaften Handel entgehen.

Er kam also dem Wunsche des Försters bereitwillig nach und beide verließen gleich darauf das Zimmer.

Wie der Förster gesagt hat, so ist eS," begann der GenSdarm.Na, wenn man mal die Mordwaffe hat, dann hält eS auch nicht schwer, den Thater zu entdecken. WaS ist Euch denn, NiklaS," unterbrach er fich,Ihr schaut auf einmal gar nicht drein wie ein glücklicher Bräutigam. Sollte Euch die Doppelbüchse, von der ich gesprochen habe, vielleicht Furcht einjagen?"

Ich weiß nichts von einer Doppelbüchse/ brachte Niklas mehr ächzend als sprechend hervor.

Freilich, bis heute wußte auch kein Mensch darum, vielleicht nicht einmal Euer Vater. Aber der Büchsenmacher in S., bei dem Ihr fie gekauft habt, er weiß eS, und, um es kurz zu machen, NiklaS, Ihr seid der Mörder. Bon Grete abgewiesen, habt Ihr Euch heimlich diese Waffe besorgt und den glücklichen Nebenbuhler meuchlings getödtet. NiklaS Bräuer, Ihr seid mein Arrestant!"

Der Unglückliche vermochte nicht zu antworten. Bleich, mit schlotternden Knieen stand er dem GenSdarmen gegenüber. Vollständig gebrochen und willenlos ließ er fich von demselben in das Gefängniß, das in diesem Falle daS Spritzenhaus der Dorfgemeinde war, abführen.

In Rückficht auf feine unbescholtene Verwandtschaft hatte der GenSdarm dem Verbrecher nicht Feffeln angelegt. Er berichtete dem OrtSschulzen, ging dann nach Hause, sattelte sein Pferd, um den Verbrecher nach dem Kreisgericht in der Stadt abzuführen. Als man das Spritzenhaus öffnete, sand man nur noch eine Leiche. Niklas hatte fich erhängt.

Die Baumnesen, die stummen Zeugen, hatten seine Thal verrathe».

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Großherzoglich Hessisches Ministerium des Innern und der Justiz. (L. S.) gez. Finger.

Großherzoglich Hessisches Ministerium der Finanzen

er vorwurfsvoll.

Müßts schon für gut nehmen, Wiesenbauer," erwiderte der GenSdarm,Ihr wißts ja, unsereins muß die Feste feiern, wie fie fallen, und wenn ich mit dem Herrn Förster auch nicht spiegelblank komme, so bringen wir doch eine nicht so sehr gesträubt, bedurfte sie doch eines treuen Menschen, ; Neuigkeit, die Eure Sippschaft hier brühwarm erfahren solU" der ihr das Weh tragen half. Aber seit jener SchreckenS- n.icht war eS ihr, wenn fie NiklaS sah, mitunter so ganz

einem Munde.

Nur NiklaS hatte nicht in den AuSruf eingestimmt. Er rückte unbehaglich auf dem Stuhle hin und her und wendete fich ab, um das Angstgefühl, daS ihn beschlich, zu verbergen.

Ja, wie ist denn das möglich?" fragte der Mesen- bauer.Sind denn schon Zeugen gegen ihn aufgetreten?"

Zeugen freilich," erwiderte der Förster.Meine Kinder. Wohlverstanden, meine stummen Jungen, die ich ' Jahr aus, Jahr em pflege und bu tm Forst Wache halten. Diesmal haben fie geplaudert, und daS ging so zu. Ihr wißt doch, daß in der letzten Nacht ein furchtbarer Sturm hauste. Wird Euch ja allen vom Rauchfang her sein Lied . in die Ohren gesummt haben. Na, im Forst hatS auch nicht ) schlecht gekracht und manch stattlicher Baum mußte.daran > glauben. Heute in der Frühstunde ging ich nun mit meinem * Leuten iuS Revier, um den Schaden zu sehen. Da war $ denn eine prächtige Eiche, deren Wurzeln der Sturm bloS- ; gelegt hatte. So etwas ist immer unangenehm, denn wie i leicht schlägt solcher Baumriese um und richtet großen Schaden i an. Ich bücke mich also, um genau zu untersuchen, ob die Wurzel den Stamm noch tragen kann, da entdecke ich eine ! Doppelbüchse, welche hier vergraben lag. Ein Wilderer ! konnte fie nicht versteckt haben, denn die trennen fich nicht von der Waffe, und wenn es je einmal sein muß, pflege» I fie dieselbe in einzelne Theik z» zerlegen. Wiesenbamer,"

. o-Blun^1900 ioiJ ztAz, 5t 105.^ [

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1. Bel Besichtigung der Gegend en Md nnf Verlangen * zur Erleichterung des nützlichen Zwecke« di-fer Unlernehmun, Führer,^ welche diefelde genau kennen und sdnftwohl unter, b-frag-^w-rd-n diärz 1895.