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Mücke in die Eisenbahn Gießen-Fulda, geführt werde. Der Abgeordnete Schönfeld har der Kammer diese Vorstellung alö Antrag vorgelegt und bittet zugleich, mit den nachträg­lichen Bewilligungen für Nebenbahnen auch hierüber zu berathen.

** Parlamentarisches. Die Zw'eite Kammer der Stande hält Donnerstag den 10. Januar, Vormittags 10 Uhr, ihre 28. Satzung ab. Auf der Tagesordnung stehen: 1. Eröffnung der Sitzung und Beeidigung eines neu- eingetretenen Mitgliedes. 2. Neue Einläufe. 3. BerichtS- anzeigen. 4. Berichterstattung und Berathung über die statt- gehabten Neuwahlen von LandtagSabgeordneren: a, in dem fünften Wahlbezirk der Provinz Oberheffen (Gießen Land), b. in dem fünfzehnten Wahlbezirk der Provinz Starkenburg (Langen). 5. Nebenbahnen.

x Coucert Veretu. In einer früheren Notiz hatten wir auf die Bedeutung des Concertes am 6. Januar hingewiesen. Heute möchten wir noch hinzufügen, daß die Eoncertleitung für die würdige Ausführung in dankenSwerther Weise besorgt war. Für die Soli m HofmannsWaldsräulein" sind Kräfte allerersten Ranges gewonnen worden.ß Die Sopran-Parthie hat Frau Uzielli aus Frankfurt übernommen, deren wunderschöne Stimme und reizende Er­scheinung uns so recht das märchenhafte, poetischeWald­fräulein" verkörpern wird. Frau Geller, die gefeierte Altistin aus Magdeburg, ist für die Parthte der Berchta", der Mutter des Ritters Gunther gewonnen und für Gunther selbst, dem jungen Rittersmann, ist Herr Adolf Müller aus Frankfurt bestimmt, deffen edler Bariton wie seine echt männliche Gestalt ihn ganz besonders zu seiner Aufgabe befähigen. Ueber diese drei uns allen so wohlbekannten trefflichen Künstler brauchen wir wohl keine weiteren empfehlenden Worte zu machen, als nicht un- intereffant möchten wir aber hinzufügen, daß Frau Geller, trotzdem ihr künstlerischer Bildungsgang wohl längst abge­schlossen war, im verflossenen Sommer bet Frau Marchese in Paris von Neuem Studien gemacht hat, um die denkbarste Vollkommenheit zu erreichen. Im Anschluß hieran möchten wir die Inhaber von Sperrsitzen daraus aufmerksam machen, daß der Raum des Gießener Feftsaales wesentlich von dem deS Gesellschaftsvereins abweicht, ersterer ist tiefer, wie zweiter, dafür aber schmaler. Aus diesem Grunde hat für den Festsaal eine durchaus andere Platzordnung geschaffen werden müssen und dürfte es sich empfehlen, den bei Challier ausliegenden Plan einzusehen. Die Nummern sind dieselben geblieben, auch ist in den gewünschten Gruppirungen keine Aenderung oorgenommen, man findet also auch im Festsaal seine befreundeten Nachbarn wieder. ES hat nur eine Verschiebung stattgefunden, von der insbesonder die bisherigen Inhaber der Eckplätze zum Theil betroffen find, die aber, da ja nur für dieses eine Concert die absolut nicht zu um­gehende Platzänderung vorgenommen werden mußte, dieselbe nicht tragisch nehmen werden.

H. Neue« Theater. Die erste Vorstellung der Schlierseeer" brachte uns gestern Abend denHerr- gottschnitzer von Ammergau". Wir müffen offen gestehen, daß wir gerade wegen des Aufhebens, das die Zeitungen von der Truppe gemacht hatten, mit einem gewissen Scepticismus ihrem Auftreten entgegensahen. Aber was uns geboten wurde, ließ alle unsere Befürchtungen dahinschwinden. Das war keine Kunst, das war reine, unverfälschte Natur! Von all den Berichten, die wir über die Vorstellungen der Schlierseeer gelesen haben, hat auch nicht einer übertrieben. Es ist geradezu erstaunlich, daß einfache Bauern, Leute, die für gewöhnlich in ihren verschiedenen Berufszweigen arbeiten, derartiges zu bieten im Stande find. Bis in die kleinsten Kleinigkeiten vollkommen war die Wiedergabe jeder einzelnen Rolle, ob groß oder klein, und der Gesammteindruck ein hinreißender. Das Publikum war geradezu enthusiasmirt und immer wieder mußte sich der Vorhang heben. Diesem Urtheil kann sich die Kritik mit gutem Gewiffen anschließen und hat diesmal ihre Pflicht erfüllt, wenn sie einen Besuch bet den Schlierseeern Jedermann warm empfiehlt.

* * Das Panorama des Herrn Schmidt zeigt in dieser Woche das Riesengebirge. Es liegt auf den hier dargestellten coloffalen Gebirgsmassen, den Matten- und Weidegründen rc., die vielfach an die schönsten Partien der Schweiz erinnern, ein ganz anheimelnder Reiz, durch den die in vollster Farben­pracht vorgeführten Naturschönheiten dieses noch immer zu wenig bekannten herrlichen Stückchens deutschen Landes sich auszeichnen. Da reiht sich ein Kleinod an das andere, eines noch schöner als das andere: die imposante Bismarck-Höhe, die Schlösser Kynast und Erdmannsdorf, daS Schweizerhaus der Fürstin von Liegnitz, der russische Katserpavillon, die Tropfsteinhöhle bei Kausung, die prächtige Zackenklamm, der großartige Zacken- und Elbe-Fall, die schier endlos weite Schneegrube, das Teufelsgärtchen im Riesengrund, die in die Wolken ausragende Schneekoppe mit ihrer romantischen Fernsicht, die Prinz Heinrich-Baude, welche ganz mit Eis überzogen, mithin ein Naturereigniß bildet, ferner die Hörner­schlittenfahrt, der Mittagstein, die an norwegische Bauart erinnernde Wang-Kirche rc. Alles überraschend schön und umfloffen von goldigem Sonnenlicht.

* * Ernannt wurde am 21. December der Gehilfe bei dem KreiSamte Schotten Eduard Schiff nie in Schotten zum Gehilfen bei dem KreiSamr Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1895 an.

Die NeujahrSuacht verlief verhältnißmäßig ruhig und kamen Unfälle oder größere Ausschreitungen nicht vor. Eine Anzahl Personen mußte wegen Froschwersen, Abbrennen von Feuerwerkskörpern, wegen übermäßigem Schreien und Werfen von brennenden Streichhölzern ins Publikum zur Anzeige gebracht werden. Zwei Personen, welche sich besonders her- vorthaten, wurden in Haft genommen.

* ein Opfer de8 NeviahrLschießenS. Gestern Vormittag wurde ein Schmied aus Mengerskirchen in die hiesige Klinik gebracht, welcher fich beim NeujahrSschießeu die eine Hand vollständig abgeschoffen hatte.

Stubenbrand. Gestern Abend entstand in einem Hause der Löwengaffe ein kleines Schadenfeuer. Die HauS- frau hatte Kinderwäsche zum Trocknen um den Ofen herum gehängt und war diese in ihrer Abwesenheit in Brand gerathen.

Zur Tabaksteuerfrage. DieSüddeutsche Tabakszeitung" will wissen, daß von den süddeutschen Staaten nur Württem­berg und die Reichslande für die Fabrikatsteuer seien, Bayern, Baden und Heffen dagegen nicht. Was speciell Hessen betrifft, so möchte eS allerdings gern weitere ReichSeionahmen sehen, weist jedoch die Befürchtung nicht von der Hand, daß die Fabrikatsteuer der hochentwickelten Industrie Gießens, Offen­bachs, SteinheimS und anderer Orte des Großherzogthums verderblich werden könnte.

* Der 28. deutsche Eougreß für innen Mission wird voraussichtlich in den Tagen vom 23. bis 27. September d. I. in Posen abgehalten werden. Die letzten drei Congresse sind in Cassel (1888), Nürnberg (1890) und Dortmund (1893) zusammengetreten. Es werden bei diesen Congressen einer­seits in großen öffentlichen Versammlungen wichtige, die Kirche und die innere Mission berührende Zeitfragen an der Hand eingehender Berichte erörtert und andererseits in kleineren Conferenzen Gegenstände auS einzelnen Gebieten der inneren Mission behandelt.

* * Bei den auS Deutschland nach der Schweiz eingehenden Postpäckereien im Gewichte von mehr als 5 kg ist von der schweizerischen Zollbehörde die Wahrnehmung gemacht worden, daß diese Sendungen selten mit den erforderlichen Ursprungs­zeugnissen versehen sind. Fehlen aber diese Zeugnisse, so werden die Sendungen mit Maaren, auf welchen gegenüber Frankreich ein Differenzialzoll besteht, zur Höhe deS letzteren verzollt. Die nachträgliche Rückvergütung der Zolldifferenz verursacht Weiterungen. Es ist daher den Versendern von Packeten über 5 kg mit Maaren der fraglichen Art sehr zu empfehlen, die Beifügung der Ursprungszeugnisse, neben den Zollinhaltserklärungen, nicht zu unterlassen. Nur bei Post- packeten im Gewicht bis zu 5 kg einschließlich, sofern sie nicht Uhren oder Uhrenbestandtheile enthalten, sind Ursprungs­zeugnisse nicht erforderlich.

-e. Neu Ulrichstein, 1. Januar. Monatsbericht der Arbeiter-Colonie pro December 1894. Ende December 1894 sind in der Colonie stellen-, resp. arbeitslos 124 Mann. Dieselben vertheilen sich auf das Groß- herzogthum Hessen 27, Regierungsbezirk Kassel 18, Regierungs­bezirk Wiesbaden 11. Königreich Preußen: Provinz Rhein­lande 10, Provinz Westfalen 4, Provinz Hannover 2, Provinz Sachsen 8, Provinz Berlin 2, Provinz Brandenburg 2, Provinz Posen 2, Provinz Schlesien 4, Provinz Pommern 3, Provinz Schleswig-Holstein 1, Provinz Ostpreußen 1; König­reich Bayern 6, Königreich Sachsen 7, Königreich Württem­berg 1; Großherzogthum Baden 2; Thüringen 7; Herzog­thum Braunschweig 1, Freie Stadt Hamburg 1, Reichs- laude 1; Ausland: Oesterreich 1, Schweiz 2. Hiervon waren: Arbeiter 63, Anstreicher 6, Bäcker 4, Brauer 1, Elsendreher 1, Färber 1, Former 1, Gürtler 1, Gärtner 1, Graveure 1, Kaufmann 5, Kellner 1, Lackirer 1, Maurer 5, Metzger 2 , Molkerei-Gehilfe 1 , Maschinen- schlosser 4, Bauschloffer 2, Sattler 1, Schmiede 1, Schneider 8, Schreiber 1, Schreiner 2, Schuhmacher 3, Seiler 1, Strumpfwirker 1, Tüncher 3, Zimmermann 2. Gearbeitet wurde an 2525 Tagen. Verpflegt hat die Colonie an 3295 Tagen. Im Monat December wurden entlassen 8 Mann, und zwar in Arbeit durch eigenes Bemühen 1, auf eigenen Wunsch 6, wegen Arbeitsscheue 1. Seit Bestehen der Colonie sind ausgenommen worden im Ganzen 2725, dagegen abgegangen im Ganzen 2601 Mann, bleibt Bestand am 31. December: 124 Mann>^

Friedberg, 31. December. Dem Postbrieftläger Reitz, der jetzt 42 Jahre im Dienst ist, wurde zu Weihnachten eine schöne silberne Uhr vom Kaiser verliehen, die auf der Innenseite des Deckels des Kaisers Bildniß in schöner Gravirung zeigt.

Laubach, 30. December. Aus Wald und Feld. Der hiesige Forstgehilfe V. erlegte dieser Tage in Nähe des sogenanntenalten Gericht", etwa V, Stunde von Laubach entfernt, einen prächtigen Fasanen. Von diesen in den freien Waldungen unserer Gegend sonst seltenen Vögeln sollen noch einige Paare im nahen Röchgeser Wald ihre Nistplätze haben. Seitdem die Fluren sich mit Schnee bedecken, ziehen sich die Krähen wieder in Schauren in die Nähe der menschlichen Wohnstätten und beginnen ihre Jagd auf Wild, namentlich auf Rebhühner. So rannte unweit unserer Stadt ein Rebhuhn, von einer Krähe verfolgt, in schnellem Fluge wider einen Telegraphendraht und fiel tödt- lich verletzt zu Boden. Die Krähe hätte dem Rebhuhn vollends den Garaus gemacht, würde es nicht von einem Vorübergehendem weggenommen und zuständigen OctS abge­liefert worden fein. Gründ. Anz.

K. Bellmuth, 31. December. Die älteste Person unserer Gemeinde, die Wittwe Ringshausen, starb in einem Alter von 90 Jahren- trotz ihres hohen Alters war sie körperlich und geistig sehr rüstig. Bei ihrem letzten Geburts­tag, den sie vor Kurzem im Kreise ihrer Angehörigen feierte, sang sie denselben noch ein Volkslied. ES war ihr beschicken, auf eine große Nachkommenschaft zurückzublicken, nämlich aus 110 Personen: 9 Kinder, 42 Enkel, 46 Urenkel und 4 Ururenkel.

N. Nidda, 29. December. Die letzten Detailaufnahmen für unsere Bahnlinie Friedberg-Nidda haben bei dem erträglichen Decemberwetter nunmehr stattgefunden. ES wurden noch Vermessungen am Bahnhofe zu Friedberg, Nach- aufnahmen zwischen Häuserhof und Geiß-Nidda und Auf­nahmen der Megübergänge zwischen Salzhausen und Nidda vorgenommen. Hiermit haben die Feldarbeiten ihr Ende gefunden und die Pläne gehen an die Eisenbahnabtheilung des Finanzministeriums ab, welche Behörde die Sache so : schnell wie möglich erledigt. Der Bau wird also im Früh­jahre seinen Anfang nehmen.

Mainz, 28. December. Ein Familienzwist fand gestern in einem Hause der Langgasse einen tragischen Ab' schluß. Ein dort wohnender Wirth, der etwas kränklich ist, war in seinem im ersten Stock belegenen Zimmer und soll dort von der Frau, die vorher abgeschlossen hatte, geprügelt worden sein. Der Mann habe fich so soll derselbe deponirt haben in dem Handgemenge an dar Fenster retlrirt, um Hilfe zu rufen, dabei habe ihn die Frau aber zum Fenster hinauSgeworfen! Die Frau dagegen behauptet, fie hätten zwar Zwist gehabt und der Mann sei auch zum Fenster gelaufen, er habe aber das Uebergewicht bekommen und sei htnauSgefallen. Der Mann hat beide Beine ge­brochen und eine Hirnerschütterung erlitten. Er befindet sich im Spital. Das Thatsächliche deS Vorfalls wird die Unter­suchung aufklären.

Mainz, 30. December. Um die neuerrichtete Lehrer­stelle am hiesigen Gefängnisse sind dem Vernehmen nach nicht weniger als 65 Bewerbungen auS allen Landestheilen eingelaufen.

Mainz, 30. December. In den zwei jüngsten Sitzungen der hiesigen Stadtverordneten-Versammlung bat sich der socialistische Abgeordnete Jöst in sehr mißsälliger Weise über den Mainzer Carneval geäußert, indem er den­selben als die Veranlassung zur Dersührung zu vielen un­nützen Geldausgaben bezeichnet. Ein Theil der hiesigen Localpresse ist wegen diesen abfälligen Bemerkungen sehr scharf mit dem genannten Abgeordneten zu Gericht gegangen und hat demselben als Nichtmainzer die Berechtigung zu einer Kritik des vielhundertjährigen Mainzer Volksfestes ab­gesprochen. Im Gegensatz hiermit ist das hiesige Organ der Centrumspartei, dasMainzer Journal", mit dem socia- listischen Abgeordneten übereinstimmend, daß der Mainzer Carneval in seiner heutigen Gestaltung nicht mehr Ausdruck übersprudelnder Volkskraft, überquellender Lebensfreude und urwüchsige Humors sei, sondern es als seine Hauptaufgabe betrachte, Fremde auf zwei, drei Tage in die Stadt zu ziehen und ihnen das Geld abzunehmen, was schließlich nichts anders sei als eine im großartigen Stil und auf spassige Weise betriebene Bauernfängerei. Durch diese Rücksichtnahme auf den Fremdenzufluß streife der Mainzer Carneval sein locales Colorit ab, verliere sich in Allgemein­heiten und suche bann durch äußere Prunkentfaltung, wobei Jeder wieder möglichst verdienen wolle, und durch gelehrte Allegorie zu ersetzen, was ihm am ursprünglichen Mutterwitz abgehe. Der Carneval werde dieselbe Entwickelung nehmen, wie zu Ausgang deS Mittelalters die deutsche Volkspoesie: die Natürlichkeit und Einfachheit verschwand, an deren Stelle traten weitläufige Allegorien, metrische Künsteleien und klirrendes Wortgepräge. Für die Mainzer Presse galt der Mainzer Carneval bisher gewissermaßen als ein Noli me tangere, weshalb diese birecte Stellungnahme beSMainzer Journals" gegen benfclben einiges Aufsehen erregt.

Dolgesheim, 28. December. Auf Me hnachten hat eine hiesige Ehefrau ihren Ehemann mit Drillingen, einem Knaben und zwei Mädchen beschenkt, welche sämmllich gesund und munter sind.

Vermischte».

* Frankfurt a. M., 29. December. Wie derGeneral- Anzeiger" aus zuverlässiger Quelle erfährt, soll die Ein­gemeindung Bockenheims in die Stadt Frankfurt be­reits am 1. April 1895 geschehen.

Frankfurt a. M., 29. December. Wegen aufreizender Reden bei der Maifeier verurtheilte die Strafkammer zwei jugendliche Anarchisten, die Schlosser Garsch und Jakob Müller, zu je zweimonatlichem Gefängniß.

* Frankfurt a. M., 31 December. Der Besitzer deS hiesigen Casö Bauer, Joh. Preinitz, hat sich vergangene Nacht erschossen. Als Ursache wird ein schweres Kopf­leiden angegeben.

* Eine beachtenswerthe Aeußeruug in der namentlich für Hausfrauen intertffanten Frage, was denn eigentlich von Liebigs Fleisch-Extract zu halten fei, hat der pracitsche Arzt Dr. Fr. D ornb lüth in dem BucheDie Schule der Gesundheit" Seite 221/22 gethan:DaS Extract ist, so wird dort gesagt, sehr haltbar und giebt mit Wasser ober bünner Fleischbrühe eine kräftig unb angenehm schmeckende Suppe, welche die Lebensgeister anfeuert und letbft die Ver­dauung und den Appetit anregt. Sie ist wirklich ein vor­zügliches Belebungsmittel bei vielen Schwächezuständen so­wohl nach angestrengter Arbeit, als auch nach Krankheiten, unb befördert bie Erholung und Genesung ganz vortrefflich. Sie ist kein eigentliches Nahrungsmittel und vermag nicht bas Fletsch zu ersetzen. Dagegen ist dies Fleisch - Exiract unvergleichlich viel werthvoller, als die Bouillontafeln. Als Zusatz zu Knochen- und Krautsuppe, sowie zu manchen anderen Suppen und Saucen ist daö Fleisch Exrract i'ehr verwendbar".

Wöchentliche Ueberstcht der Todesfälle tu Gietzeu.

52. Woche. Vom 23. December bt« 29. December 1894. Einwohnerzahl: angenommen zu 22 100 (inet. 1600 Mann Militär). Sterblichkeitsziffer: 11,76°/« bezw. 7,05 nach AuSschl. der Ortsfremd«».

Kinder

ES starben an: Zusammen: Erwachsene: hn vom

1. Lebensjahr: 2.lb Jahn

Lungenschwindsucht 1 (1) 1 (1)

Tuberkulose des

Bauchfells 11

Lungenentzündung 2 (1) 2 (1)

Angeborene LebenS- schwäche _______1_____________1___________~_____

Summa. 5 (2) 4 (2) 1

Anm. Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie dUU der Todesfälle in bet betreffenden Krankheit auf von auSwäNS nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Amtliche Prüfung Ott Lichtstärke der Leuchtgase,. Vorschriftsmäßige Lichtstärke bei 150 Liter stündlichem Gas­verbrauch 13 bis 15 deutsche Vereins-Parasfinkerzen.

Monat December 1894 : IS1/^ Kerzen.

Buchner.