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1.2.1895 Zweites Blatt
 
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Nr. 27 Zweites Blatt

1895

Gießener Anzeiger

Kenerat-Mnzeiger.

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gieren.

Hratisöeikage: Gießener Kamikienökätter.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den jskgenden Tag erscheinenden Nummer bis Sorin. 10 Uhr.

Alle Annoncen-Bureaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Vierteljähriger ASoanemeutspreinr 2 Mark 20 Psg. mit Vringcrlohu.

Durch die Post bezog« 2 Mark 50 Psg.

Die Gießener Aamtrienvlälter »erden dem Anzeiger »Scheutlrch dreimal dri-elegl.

Der chiehener Anzeiger erscheint täglich, »ii Ausnahme deS MsnlagS.

Redaction, Expedition und Druckerei:

Kchutstraße Nr.7.

Fernsprecher 51.

Aus dem Verwaltungsbericht der Grotzh. Bürgermeisterei Gießen

für das Etatsjahr 1893/94.

(Fortsetzung.)

Octroi. In die Frage der Neuregelung des OctrotS wurde, nachdem im Jahre 1891 beschlossen worden war, infolge besonderer Umstände von weiterer Rewrmarbett abzuseben, gelegentlich der Budgetberatbung für 1894/95 wieder eing'grtffen und wurde am 17. Mat 1894 beschlossen, Großh. Bürgermetsteiei zu ersuchen, Vor­schläge zu machen behufs Reform des städtischen Octrotwesens dahin­gehend, daß 1) etwa dem Wormser Vorgänge folgend, den Privaten eine Anmeldung octroipflichttger Gegenstände thunltchst erspart und die Octroizahlung von Gewerbetreibenden möglichst nur auf Grund buchmäßiger Nachweise veranlaßt werde, 2) der nach Abzug der Rückvergütungen verbleibende Reinertrag dem derzeitigen Reinertrag möglichst gleich bleibe, 3) die Zahl der octroipfllchtigen Gegenstände dabet nicht vermehrt, das Octroi auf Mehl, Backwaaren, Futter­mittel und Holz wieder aufgehoben werde! Eine bezügliche Vor­lage deS Herrn Oberbürgermeisters ist in Vorbereitung. Ziffernmäßig stellen sich die Ergebnisse aus Octroi wie folgt: Ockfen 9020 90 Mk., Faselochfen und Kühe 1080.88 Mk., Rinder 4028.75 Mk., Stoppel­kälber 12.90 Mk., Saugkälber und Hämmel 4930.58 Mk., Sckweine 13919.96 Mk., Spanferkel 3.12 Mk., zerlegtes Wtldpret 5.58 Mk., geräuchertes und gedörrtes Fleifch 3614 50 Mk., Hirsche, Spießer, Schmalthiere 10.32 Mk., Wildschweine 230.91 Mk., Hafen 153.54 Mk., Backwaare 1028.13 Mk., Mehl, geschälter Hafer, Grütze, Hirse 24628.31 Mk., Mehl unter 9 Kilo 111.42 Mk., Hafer 2072.71 Mk., Laub-, Scheit-, Prügel- und Klotzbolz 392 70 Mk., Nadel-Sckett-, Prügel- und Klotzbolz 555.44 Mk., Stockbolz jeder Gattung 50.67 Mk., Laubholzwellen 9.72 Mk., Nadelholzwellen 7.56 Mk., Steinkohlen 31330.32 Mk., Braunkohlen 1245.82 Mk., Wein in Fässern 7601.28 Mk., Wein in Flaschen 1950.42 Mk., Obstwein 902.35 Mk., Bier von auswärts 2984.10 Mk., Bier, in Gießen gebraut (berechnet nach Malzverbrauch) 7598 Mk., Branntwein 1601.52, Branntwein, von Großhändlern etngefübrt und zwar für Verwaltungskosten 273.72 Mk., Rum und Arrac in Fässern 936.33 Mk., Spiritus 4.23 Mk., Rum, Arrac in Flaschen 1.20 Mk., von den Großhändlern für hiesige Ein­wohner abgesetzten Branntwein 2803.48 Mk., Aversum von den Eisenbahnen und der Margarethenbütte für bezogene Steinkohlen 3399.04 Mk., sonstige Einnahmen 750 Mk. In Summa 119254.87 Mk. An Octroi wurden rückvergütet 21928.83 Mk., sodaß sich nach Ab­rechnung der Besoldungen rc. ein Einnahmeüberschuß von 88265 Mk. ergibt. Am 13. März 1894 konnte der städtische Octrotinspector Jost sein 40jähriges Dienstjubiläum begehen.

Feuerlöschwesen. Abgesehen von 17 Zimmerbränden und einem Waldbrand haben sich in 1893 acht Brände ereignet, bei welchen die Feuerwehren alarmtrt wurden, unter welchen eigentlich nur einer, bet Commerztenrath Silbereisen, von größerer Be­deutung war.

Polizei. Der Wunsch, daß die Verhältnisse der Polizei nach einem der Stadt im Jahre 1893 von Großh. Ministerium gewordenen

Bescheid geregelt würden, hat sich im Berichtsjahre nicht erfüllt. Die Beschaffung anderer Dtensträume für die Polizeiverwaltung wurde bis auf Weiteres zurückgestellt; doch wurde angesichts der un­streitig unzureichenden Zahl und Organisation der Executivpoltzei statt der beantragten Vermehrung der 17 Schutzleute um 5 und der 8 Htlfsschutzleute um 2 zunächst die Zahl der Schutzleute um 3 vermehrt unter gleichzeitiger Verminderung der Zahl der Htlfsschutz­leute um ebensoviel, und bei Verpflichtung der letzteren zu täglichem Nachtdienst und Erhöhung deren Remuneration auf jährlich 600 Mk. Als danach weitere 2 Hilfsschuhmannstellen frei wurden, hat man anstatt des von Großh. Polizeiamt vorgeschlagenen Ersatzes der ver­bliebenen 5 Hilssschutzmannftellen durch 2 Schutzmannstellen zunächst nur statt der beiden zu ersetzenden Htlfsschutzleute einen Schutzmann angestellt. Bei solcher Regelung der Angelegenbeit bat man einerseits eine erhebliche Vermehrung der Zahl der nächtlichen Patrouillen ermöglicht, andererscits durch allmähliche Einschränkung des in seinem Werth vielfach angezwetfelten Instituts der Htlfsschutzleute die Mehr­kosten für die Verstärkung der Sckutzmannschaft einigermaßen ver­mindert; der Umstand, daß Großh. Polizeiamt unterm 15. Mai 1893 noch neben 22 Schutzleuten 10 Htlfsschutzleute beansprucht, unterm 4. Februar 1894 aber auf die letzteren überhaupt verzichtet hatte, rechtfertigt wohl, wenn bei Entscheidung der grundsätzlichen Frage, ob das Institut der Htlfsschutzleute beizubehalten sei oder nicht, die Stadtverordnetenversammlung nur schrittweise und unter Vermeidung allzu rascher Systemänderungen vorgegangen ist.

An Baugesuchen wurden im Laufe des Berichtsjahres vor­gelegt und durch den technischen Beirath Großh. Polizeiamts geprüft, vielfach auch zur Kenntniß der städtischen Baudeputation gebracht: 41 Gesuche für den Neubau von Wohnhäusern, 45 für desgleichen von Nebengebäuden und 46 für Bauveränderungen (gegen 28, bezw. 35, bezw. 15 im Vorjahre); in der Bauthätigkeit ist danach noch immer nicht die erwartete Abnahme eingetreten.

(Fortsetzung folgt.)

Universitäts - Nachrichten.

Ein alter Brauch. Der Besuch von Seiten der Burschen­schaften der Jenenser Studenten zu der Theatervorstellung der Räuber" von Schiller bietet stets für Weimar einen besonders originellen Tag. Am 24. Januar, Mittags 12 Uhr, trafen 130 Mit­glieder derArminia",Germania" undTeutonia" von Jena in langem Schlittenzuge ein und begaben fich, nachdem sie mit Musik durch die Hauptstraßen der Stadt gezogen, nach dem Hotel Chemintius, in dessen schön becoriitem Salon sie ein gemeinsames Mittagsmahl einnahrüen. Um 4 Uhr begaben sich die Studenten unter Gesang nach dem Hoftheater, wo das Abonnement aufgehoben und ihnen das ganze Parket eingeräumt war. Nach einer unter Karl August und Goethe erlangten Ltcenz, wie man sie schwerlich auf einer anderen Bühne finden dürfte, ist hier der studentische Gesang gestattet. Schon vor der Eröffnung wird das Lied:Stoßt an, Jena soll leben", angestimmt. In einem der Zwischenacte folgtGaudeamus igitur, dann, als der erste Vers des Räuberliedes?Ein freies Leben

führen wir" von der Bühne herab gesungen ist, ertönt vorn Senior ein lauteS Silentium! Die Studentenschaft singt daS Räuberlied bis zu Ende, der Senior verkündet den Schluß mit:Ex est, das Spiel kann weiter gehen," und dann nimmt die Vorstellung ihren Fortgang. Nach dem Theater ging es nach dem Marktplatze, wo daS Lied: Deutschland, Deutschland über Alles" gesungen wurde und darauf fand mit einem feierlichen Eommers bei Ehemintius das Fest feinen Abschluß.

Literatur und KnttfL

Die ReichStagS-Küche behandelt ein sehr hübsch illustrirter Artikel der beliebten Familtenzeitschrift »Zur Guten Glrrnde*, Heft 11 (Berlin W., Deutsches VerlagShaus Bong & Co., Preis bei VterzehntagshefteS 40 Psg).

Im Verlage von Paul Neff in Stuttgart erscheint soeben neu und ist durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Christoph Fr. Griebs «n-lisch - Deutsche- und Deutsch - «nglisches Wörterbuch» Zehnte Auflage, mit besonderer Rücksicht auf Aus­sprache und Etymologie neubearbeitet und vermehrt von vr. Arnold Schröer, ao. Professor der englischen Philologie an der Universität Freiburg i. B. ca. 150 Bogen dreispaltiger Satz in Groß-Lex. 8°. Vollständig in 42 Lieferungen ä 50 Pfennig. Dieses typographisch vortrefflich eingerichtete Wörterbuch wird in sehr geschickter Weise practtschen und wissenschaftlichen Anforderungen gerecht. Die Neu­bearbeitung Schröers hat die Brauchbarkeit des Werkes nach beiden Seiten hin wesentlich gefördert, seinen inneren Werth bedeutend er­höht. In dreierlei Hinsicht haben die Ergebnisse der neueren Sprach­wissenschaft auf die Neugestaltung eingewirkt. Die Aussprache ist sehr gut und leicht faßlich zur Darstellung gebracht. Maßgebend ist die heutige Aussprache in den gebildeten Kreisen Londons, was Schröer klar und überzeugend begründet; die Auszeichnung des Laut­bildes geschieht mit Hilfe eines phonetischen Alphabets, daS seinen Zweck vollkommen erfüllt und leicht verständlich ist. Die Etymologie ist durchweg aufgenommen, was volle Anerkennung verdient; in kürzester Form ist das Wissenswerthe gesagt, wodurch der Stoff be­lebt und vertieft wird. Das Mitgctheilte genügt jedenfalls sofort, um den rechten Weg zu zeigen. So zielt alles in diesem SBert darauf hin, den Benutzer geistig anzuregen, zum selbständigen Denke» aufzumuntern. Die mannigfache wissenschaftliche Betrachtung thut aber der raschen und bequemen Ueberficht, dem praktischen Hauptzweck des Wörterbuchs keinen Eintrag. Gerade hierin dürfte der besondere Werth dieses Werkes liegen, daß beide Gesichtspunkte befriedigt werden, daß keiner den anderen stört. Abkürzungen und Zeichen, die über Geschichte und Gebrauch eines Wortes Aufschluß geben, sind in großer Zahl verwendet, aber leicht zu merken und überdies auf jeder einzelne» Seite unten am Rande wiederholt, während oben die wichtigste» phonetischen Zeichen stehen. So genügt das Werk allen Ansprüche» und steht auf der, Höhe moderner Wissenschaft.

Feuilleton.

Die Hoheiyollern als Jäger.

Von Botho von Pressentin - Rautter.

(Schluß aus Nr. 25.)

Nach dieser Richtung könnten wir eine Menge verbürgter Einzelheiten berichten, wenn das nicht über den Rahmen unserer Arbeit hinwegführen würde. War König Wilhelm IV. kein besonderer Jäger, so dankt ihm die preußische Forft- wirthschaft die Entwickelung, die sie zur heutigen Blüthe ge­führt hat. Uebrigens belebte fich gerade unter seiner Re­gierung im Lande das Interesse für jede Art von Sport, denn des Königs drei Brüder, die Prinzen Wilhelm, Karl und Albrecht, waren nicht nur hirschgerechte Jäger, sondern sie förderten den Sport in jeder Gestalt.

Prinz Karl von Preußen führte die regelmäßigen Parforcejagden auf Sauen ein, die gewöhnlich im Grüne­wald oder in der bei Potsdam gelegenen Parforceheide, hinter einer vortrefflichen Meute, geritten wurden. Wieder­holt weilten jene drei königlichen Prinzen auch bei ihrem Schwager, dem russischen Zaren, und lagen im Gouverne­ment Petersburg der Bärenjagd ob. Dort hat fich auch der damalige Prinz von Preußen, Deutschlands späterer großer -Kaiser, auf der Bärenjagd die ersten Sporen verdient.

Als dieser von Gott begnadete Prinz mit dem Tode feines Bruders, des Königs Friedrich Wilhelm IV., zur Re- Vierung gelangte, war er bereits ein älterer Herr, und es Wen, als werde er bei den mancherlei schwierigen politischen Verhältnissen nichts mehr Hervorragendes für die Hebung der Jagdverhältnisse zu thun vermögen. Wie anders sollte es kommen! Der Glanz des von dem Heldengreise geschaffenen neuen deutschen Kaiserreiches warf seine Strahlen auch auf das eine Zeitlang vernachlässigte Waidwerk. Seine Majestät der Kaiser war kein vorzüglicher, aber ein ruhiger Schütze. Beim Fürsten Pleß in Schlesien erlegte er einen Auerstter; t« Letzlingen, zu Springe, in der Schorfheide und in der Dubrow, oder wie sie sonst noch heißen mögen, die wohl- g ehegten Hochwildreviere, führten seine Strecken stets den

Beweis, daß die Festigkeit seines Armes bis in die spätesten Lebensjahre nKht Einbuße erlitten hatte. Und waren die Strecken des Kaisers Wilhelm I. glänzend, so war der Ein­druck geradezu unwiderstehlich, den seine schlichte, mild-liebenS- würdige Art auf Hoch und Niedrig hervorbrachte. Da gab es kein hartes Wort, keinen Herrscherblick; sein gütiges Auge gewann alle Herzen im Fluge und auf wem diese Blicke ein­mal geruht hatten, der war auch bereit, seinen letzten Bluts­tropfen hinzugeben für diesen kaiserlichen Jäger im schlichten grauen Rock und in den gleichfarbigen Beinkleidern. Wenn man den Kaiser, mit der Cigarre im Munde, bei den Jagd­rendezvous unter die versammelten Jagdgenosien treten sah, ruhig, bestimmt und gewandt bei jeder körperlichen Bewegung, so vergaß man unwillkürlich, daß dieser lebensfrische, hohe Herr schon vor achtzig Jahren daS Licht der Welt erblickt hatte. Der von der allerhöchsten Person ausgehende Eindruck war, wie gesagt, herzbezwingend. Deutsche Herzen konnten nur noch höher klopfen, wenn man neben dem Heldengreise auch die allgeliebte Gestalt deS Kronprinzen erblickte, der in seiner liebenswürdigen Beweglichkeit bald hier Jemanden durch einen Scherz beglückte, bald dort auf einen mit dem eisernen Kreuz geschmückten gaffenden Bauern zutrat und ihn fragte, wo er fich die Auszeichnung verdient habe, und tote es ihm ergehe.

Der für sein Volk viel zu früh gestorbene Kaiser Fried­rich war übrigens kein leidenschaftlicher Jäger. Er machte die großen eingestellten Jagen zwar gerne mit, aber er schwärmte nicht für dieses Morden. Ein Treiben aus freier Wildbahn in der von ihm gepachteten Spandauer Stadtforft ° war ihm mehr werth. Noch mehr liebte er es, mit dem dortigen Stadtförster Kanzler auf dessen einfachen Wagen neben dem selbst fahrenden derben Alten sitzend auf der Pürsch einige brave Böcke abzuschießen und sich an dem geraden Wesen seines Lieblings zu ergötzen. Herren der bevorzugten Stände gegenüber unter Umständen leicht verletzt, brachte er mit Kanzler oft stundenlang allein auf der Pürsch ober auf Waldschnepfenjagd zu. Bei solchen Gelegenheiten hatte der Prinz den Fürsten ganz abgeftreift und pflegte gern, in seiner überlegenen Art, offene Aeußerungen Kanzlers zu provociren. Ein hirschgerechter Jäger war er nicht.

Als solchen müssen wir dagegen seinen Vetter, de» Prinzen Friedrich Karl von Preußen, bezeichnen. Dieser war nicht nur ein vorzüglicher Schütze auf jede Art von Wild, sondern er wußte auch jede Fährte richtig anzusprechen und verstand es mit Meisterschaft, die erlegten Stücke, nötigen­falls mit einem kleinen Taschenmesser, waidgerecht aufzu­brechen. Die Jagd war dieses großen Heerführers Leiden­schaft und wenn er nach der Heimkehr gerne beim Becher im Kreise näher Vertrauter und Jagdgenossen zu Dreilinden weilte, so geschah es hauptsächlich deßhalb, um unter Ver­bannung jeglicher Etikette über die gehabte Jagd und das edle Waidwerk im Allgemeinen plaudern zu können. Die großen glänzenden Hofjagden liebte Prinz Friedrich Karl wenig. Durch und durch Jäger, war seine höchste Lust die Pürsch auf den jagdbaren Feist- ober Brunsthirsch.

Auch tiefer große Nimrod aus dem Hohenzollerngeschlecht ist viel zu früh dahingegangen.

Dafür vereinigt Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. in seiner Person so hohe Jägertugenden, daß jeder Jünger deS St. Hubertus mit Stolz auf ihn blicken darf. Sein Auge ist scharf, sein rechter Arm ist von Stahl, und wenn er seine Jagduniforw angelegt hat, will er nicht nur ein Waidmann sein, sondern er ist es. Seine Majestät der Kaiser gehört zu den besseren Jägern der Gegenwart und seine Strecken find die reichsten der Welt. Kaum schwellen laue Frühlings- winde die ersten Knospen und der Auerhahn singt im Morgen- grauen sein Minnelied, so zieht es Seine Majestät hinaus zur Balz und beim Anspringen des Hahnes können Höchft- btefelben in überlegener Ruhe manchem altgelernten Jäger als Vorbild dienen. Kaiser Wilhelm schießt nur auf brave Böcke und capitale Hirsche. Die Pürsch ist seine Lieblings- jagb. Er will indessen jede Art der Jagd aus eigener An­schauung kennen und zu beurteilen wissen. So sehen wir ihn im hohen Norden zu Schiff den Wal jagen und zu Fuß im flippigen Gesteine das Rennthier anpürschen. Ueberall, in Nord, Süd, Ost oder West ist Seine Majestät der waid- gerechte Jäger. Walte Gott, baß Kaiser Wilhelm II., als ein ächter Fürst aus Hohenzollernstamm, noch lange, unge­zählte Jahre das edle Waidwerk zu pflegen und zu fördern in der Lage sei.St. Hubertus".