Chinesen, denen acht Geschütze zur Verfügung standen, wiesen den Ansturm viermal zurück, schließlich jedoch, als die gesammte japanische Armee mit ihren Reserven sich entwickelt Hatte, waren die Chinesen gezwungen, den Rückzug anzutreten und gingen über den Kaoka zurück. Die Verluste der Chinesen belaufen sich auf 300, die der Japaner auf 420 Mann. Die japanische Armee, die Haitscheng besetzt halten mußte, ging noch in derselben Nacht dorthin zurück, nachdem sie in Kyan- watiai eine Garnison zurückaelassen hatte. ___
Neueste Nachrichten.
Wolff» telegraphische» Lorrespondar»-Bure«.
Berlin, 30. December. Der frühere General-Gouverneur von Warschau, Generalseldmarschall Gurko, verläßt heute Abend Berlin und begibt sich nach Nizza.
Budapest, 30. December. Nahezu 3000 Arbeitslose hielten gestern eine Versammlung, in welcher in heftigster Weise über die Lage der Arbeiterschaft dtscutirt und Franz Kossuth stark angegriffen wurde, weil durch ihn 150 Arbeiter brodlos wurden.
Arco, 30. December. Gestern Abend ist die Leiche des Exkönigs Franz von Neapel in Anwesenheit der hier eingetroffenen Fürstlichkeiten nach der Kircbe überiührt worden.
Coeefcs un6 Provinzielle».
Gießen, den 31. December 1894.
* * Au unsere geehrten Abonnenten. Langjährigem Brauche gemäß legen wir der Nr. 1 des neuen Jahrganges den Wandkalender des Gießener Anzeigers bei. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern, daß das neue Jahr für Sie sich zu einem recht freudvollen gestalten möge.
Hochachtungsvoll
Redaction nnd Expedition des Gießener Anzeigers.
Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, die Kaufleute Commerzten- rath Sigmund Heichelheim, Gustav Müller, Heinrich Schirmer und Friedrich Karl Benjamin Koch in Gießen zu Handelsrichtern, sowie die Kaufleute Richard Scheel und Adolf Ztnßer daselbst zu Ergänzungsrichtern an der bet dem Landgericht der Provinz Oberheffen gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitze zu Gießen zu ernennen.
* * Die diesjährige ordentliche Generalversammlung der land- und forstwirthschaftlichev BerufSgenoffeufchaft für das Grotzherzogthum Hessen fand Samstag, 22. December, in der Restauration zur „Stadt Pfungstadt" in Darmstadt statt. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Regierungsrath Nover, begrüßte zunächst die Vertreter des Großh. Landesversicherungsamtes, die Herren Ministerialrath Emmerling und Geh. Oberfinanzrath Fuhr und gab dann an der Hand des im Druck vorliegenden Verwaltungsberichts einen Ueberblick über die Ergebniffe der Thätigkeit der Berufsgenoffenschaft in dem fünften Geschäftsjahre (1893). Aus diesen Mittheilungen ist Folgendes hervorzuhebens: Die Zahl der in 1893 eingelaufenen Unfallanzeigen beträgt 820, darunter 734 land- wirthschaftliche und 86 forstwirthschaftliche. Von diesen 820 wurden für 476, darunter 436 landwirthschaftliche und 40 forstwirthschaftliche, in 1893 Entschädigungen auSgesetzt.
Oberhessischer Geschichtsvereiu. Wieder ist eine der größeren Städte unserer Provinz in die Reihe der Patrone des Oberhessischen Geschichtsverems eingetreten. Es ist die Stadt Lauterbach, die durch ihren Beitritt bewiesen hat, daß sie die seitherige Thätigkeit des Vereins billigt und anerkennt. Diesem aber wünschen wir, daß die noch fehlenden Städte im neuen Jahre ebenfalls Patrone des GeschichtS- vereinS werden.
Neues Theater. In den ersten Tagen des Januar steht uns ein eigenartiger Kunstgenuß bevor, auf den wir an
dieser Stelle schon mehrmals aufmerksam gemacht haben: DaS Auftreten der „Schliersees. Wir wollen Heute noch einmal kurz darauf Hinweisen, wer diese sind und welche Stellung sie in der Schauspielkunst einuehmen. Die Schlierseer Bauerncomödie erinnert unS in manchen Zügen an die ersten dramatischen Aufführungen der deutschen Mittelalters. Bor allem sind die Darsteller nicht in unserem Sinne ausgebildete Schauspieler von Beruf. AuS dem Bauernstände find fie durchweg hervorgegangen; mit starkem dramatischen Talente begabt, find sie so wie fie find nur in dem Rahmen ihre» Ensembles zu verwenden und leisten hierin ganz Vorzügliches. Was sie,spielen, sind Dolksstücke, belebt von Gestalten, wie sie sie von Jugend auf kennen, wie sie selber sind. Selbstverständlich trägt dieser Umstand viel dazu bei, ihrer Darstellung jene Natürlichkeit zu geben, die alle Welt entzückt. Ihr Repertorr ist nicht groß: „'s Lieserl vom Schliersee". „Der Protzenbauer", „Jägerblut", „Der Schlagring", „Girgl und Waberl", „Der Ausgestoßene" u. a. m. Diese Stücke wurden ursprünglich nur in Schliersee in einem eigenen Theater- gebä'ude ausgeführt- jetzt unternimmt die Gesellschaft Gastspiel- reisen durch ganz Deutschland. Gegründet wurde die Truppe im Jahre 1892 durch den königl. bayer. Hofschauspieler Conrad Dreher. Ihr Director auf den Gastspielreisen ist gegenwärtig Herr Ludwig Anwander, der seines Amtes in vorzüglichster Weise waltet. Von den einzelnen Darstellern zu reden, würde zu wett führen. Der Theaterzettel wird sie dem Publikum nennen und ihre Leistungen sie demselben lieb und werth machen.
* * Kr. Unter ungeheurem Zudrang geladener Gäste begingen gestern Abend Marine- und Beteraueuvereiu in dem festlich geschmückten Gießener Festsaale ihre Wethnachtsbescheerung, verbunden mit Concert und Theater. Das in dem Programm vorgesehene, Theaterstück wurde mit großer Geschicklichkeit zur Ausführung gebracht und den Darstellern reicher wohlverdienter Beifall gezollt. Die „Lebenden Bilder", (Krippe, Wacht in den Colonien (Marine - Verein)! und zum Schluffe die Huldigung am Nationaldenkmal) waren fo großartig noch nicht gesehen worden und versetzten die Zuschauer in stürmische Begeisterung. Auf den vergnügten Gesichtern konnte man lesen, daß jeder Einzelne voll befriedigt war. Wir danken den beiden Vereinen für die bereiteten köstlichen Stunden und hoffen, daß vereinigt sich ähnliche Feste noch ost wiederholen möchten.
Bor dem Neujahrschießeu wird eindringlichst gewarnt, denn die Polizei wird dem Unfug in der energischsten Weise entgegentreten. Es ist gut, wenn die Eltern ihre Söhne auf die Strafbarkeit einer jeden Zuwiderhandlung Hinweisen und dafür sorgen, daß der gefährliche Unfug unterbleibt.
K. Butzbach, 29. December. Als vor mehreren Jahren bei der Ausgrabung der „Hunneburg", eines römischen Castells in der Nähe unserer Stadt, einige römische Geräthe, Gefäße, Waffen und Sä-muckgegenstände gefunden wurden, tauchte fr er und da der Gedanke auf, die Alterthümer Butz- bachs und seiner Umgegend zu sammeln. Daß dies in einer Stadt, welche — wie die Forschur'.' en des Herrn vr. E. O t t o beweisen — im Mittelalter gar keine unwichtige Rolle gespielt hat, welche ferner von 1609 bis 1643 die Residenz eines strebsamen, wissenSdurftigen und kunstsinnigen Fürsten, des Landgrafen Philipps von Butzbach war, nicht schwer halten dürste, lag auf der Hand. So erging denn ein diesbezüglicher Aufruf an die Bewohner von Butzbach und Umgegend seitens des Vorstandes des hiesigen Volksbildungs- Vereins. Infolge dieses Aufrufes und des unermüdlichen Sammeleifers einiger hiesiger Herren wurden denn auch viele alte Gegenstände, wie Möbel, Gefäße, Schriftstücke, Gemälde, Münzen, Zunftladen, ein Zunftbrief von 1406 rc. zu einer Ausstellung, die vom 1. bis 6. Januar 1895 tm Gartensaale des „Hessischen Hofes" dahier geöffnet ist, von den Besitzern geliehen oder auch zum Grund
stöcke für ein cm hiesigem Platze zu errichtendes Museum gestiftet. Alle diejenigen, welche sich für ein wie oben kurz beschriebenes Unternehmen toteressiren, dürsten an den genannten Tagen (1. bis 6. Januar) manches Schöne und Jutereffante finden. ____________
Enthebung von Neujahrs Gratulations- besuchen.
Nachbenannte Herren und Damen haben zur Enthebung von Neujahrs. Gratulationsbesuchen — und auch von Zusendung von GratulationSkarten — der hiesigen Kleinkinder-Bewahranstalt Gaben von A 50 Pfg. bis 10 Mk. zugewendet:
1) Frau Minna Keil. 2) Fabrikant und Stadtrath Heinrich Adami. 3) Amtsrichter Hörle in Grünberg. 4) Profeffor D. Krüger. 5) Kaufmann Louis Wolff. 6) Metzgermeifter Adolf Möhl und Frau. 7) Frau Friedrich Möhl Wittwe. 8) Br. Molly. 9) Commerzienrath Wort- mann. 10) Commerzienrath S. Heichelheim 11) Director Bergen. 12) Arzt Dr. med. Köppe. 13) Frau Peter Gerhardt Wittwe. 14) Lehrer Trautmann. 15) Amtsrichter Dornfeiff. 16) Hauptmann Flies und Frau. 17) Kaufmann Rudolf Göbel und Frau. 18) Rentner Koch. 19) Rentner Schwan. 20) Louis Scheid. 21) Albert Kraatz. 22) Wilhelm Ferber. 23) Rentner L. Bücking. 24) Fabrikant Bender. 25) Justizrath Baist. 26) Zahnarzt G. W. Koch. 27) Betriebs Inspektor Schoberth. 28) Ungenannt (50 Pfg ). 29) Fabrikant Louis Emmelius. 30) Fabrikant MyliuS. 31) Bauunternehmer Winn. 32) Architect Stein. 33) Pro- feffor D. Reischle. 34) Kgl. Eisenbahn-StationS-Vorsteber I. Claffe Jean Heidt. 35) Oberbürgermeister Gnauih. 36) Bautechniker I. Altvater. 37) Kaufmann Rich. Scheel. 38) Fabrikant Eugen Kauffmann. 39) Rechner Döring. 40) Stadtbaumeister Schmandt. 41) Pfarrer Dingeldey. 42) Stadtverordneter Schiele. 43) Bildhauer Emil Kalbfleisch. 44) Affeffor Dr. Loewe. 45) Fabrikant Georg Noll. 46) Stadtverordneter Vogt. 47) Fabrikant W. Hornberger. 48) Universitäts-Tanz und Fechtmeister Röse. 49) Fabri- könnt Georg Schwall. 50) Stadtverordneter Schwall. 51) Stadtverordneter Brück. 52) Stadtverordneter Wilhelm Löber. 53) Pfarrer Dr. Naumann. 54) G. Nauheimer und Frau. 55) Kaufmann Benner und Krumm. 56) Rechtsanwalt Metz. 57) Kreisamtmann Dr. Wallau. 58) Kreisamtmann Dr. Wüst. 59) Dr. Baur, Arzt. 60) Justizrath Dr. Reatz. 61) Realgymnasiallehrer Albach. 62) Kaufmann G. F. Naffauer. 63) Kreisassistenzarzt Dr. Mengler. 64) Metzgermeister Philipp MalkomesiuS.
Von den vorgenannten Herren und Damen wurden für unsere Anstalt insgesammt 147,70 Mk. gespendet. Allen freundlichen Gebern und Geberinnen sprechen wir für ihre Unterstützung unserer Anstalt, die den Kleinen zu Gute kommt, unseren herzlichsten Dank auS.
Der hiesigen Freimaurerloge, der Gründerin unserer Kleinkinder-Bewahranstalt, danken wir gleichfalls herzlich für das NeujahrSgeschenk von 50 Mk., das Mitglieder derselben unserer Anstalt übergeben haben.
Gießen, am 31. December 1894.
Der Vorstand der Kleinkinder-Bewahranstalt Dr. Naumann.
Der Vöglein Bitte
für das neue Jahr.
Wir Vöglein alle, gross nnd klein, Wir Kakadu’s und Papagei’n, Kanarienvogel, Drossel, Staar Und jene grosse Vogelschaar, Die draussen sang auf Feld und Flur: „Wir wollen Voss’sches Futter nur,“ So bitten sie „Das macht uns froh,
33 Und besseres giebt es nirgendwo.“
Schmidt.
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Aechter
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Mit der goldenen Medaille prämllrt Dresden 1894.
Christoph Schmidt
Weißbindermeister.
Gießen, den 1. Januar 1895.
Hochachtungsvoll
89
Emil
Bekauntmackmag.
Der Voranschlag der Gemeinde Saasen für 1895/96 liegt vom 3. Januar 1895 an acht Tage lang in dem Bürgermeisterei-Local zur Einsicht offen.
Saasen, den 1. Januar 1895.
Der Bürgermeister
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Nachmittags 3 Uhr, „ v fr* fr* .1 . * k.k f
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