Sonntagsruhe und Einschränkung der Lustbarkeiten gefordert, sowie die Erwartung ausgesprochen wird, daß angesichts der bedenklich anwachsenden Arbeitslosigkeit die verbündeten Regierungen eine Regelung der Arbeitszeit herbeisühren, desgleichen Besierung der Wohnungsverhältnisse der Arbeiter, sowie Gründung einer freien Zuschußkasse zu den bestehenden Versicherungen.
Danzig, 29. August. Der Student Baron Rummel aus Königsberg, russischer Unterthan, welcher wegen Zweikampfes mit tödtlichem Ausgange zu Festungshaft von S’/a Jahren verurtheilt worden war, ist von der Festung Weichselmünde entflohen.
Mannheim, 29. August. Die von verschiedenen Blättern gebrachte Nachricht von einem hier verübten muthmaßlichen Artentat ist völlig erfunden. Zwei halbwüchsige Burschen brannten nur aus Muthwillen einen Feuerwerkskörper ab.
Wien, 29. August. Wie verlautet, erwägen die leitenden militärischen Kreise augenblicklich die Frage, ob die für September in Galizien anberaumten Manöver wegen der dort stetig zunehmenden Cholera abzubestellen seien. Man glaubt, die Abbestellung erwarten zu dürfen.
Loudon, 29. August. Der Zustand des schwererkrankten Grafen vonPariS ist sehr bedenklich. Sämmtliche Kinder find am Krankenbette versammelt.
Antwerpen, 29. August. Der Friedenscongreß wurde heute Vormittag eröffnet. Der deutsche Delegirte Grelling sprach von der Friedensliebe der Deutschen. Hierauf hielt Frau v. Suttner eine Rede in französischer Sprache und richtete zum Schluß einige Worte in deutscher Sprache an ihre Landsleute. Die Sitzung wurde um 12 Uhr geschloffen.
Sofia, 29. August. Die Bewachung Stambulows bei Tag und Nacht, die besonders zur Nachtzeit so scharf gehandhabt wurde, daß sie einem förmlichen Hausarrest glich, wurde durch den Polizeipräfecten von Sofia auf eine diesbezügliche Klage Stambulows aufgehoben. Ein vorhergegangener Brief Stambulows in der gleichen Sache an den Fürsten war ohne Erfolg geblieben.
H. Laval, 30. August. Abbe Brune au ist heute früh 5 Uhr hin gerichtet worden. Er behauptete in einem hinterlaffenen Briefe seine Unschuld. Die Volksmenge klatschte Beifall, als das Messer fiel.
Cocafci und i-i-svinztelle»
Gießen, den 30. August 1894.
* * Militärdienstoachrichteu. Die Unterärzte Dr. Keller vom 4. Großh. Hess. Inf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118, unter Versetzung zum Fuß - Art. - Regt. Encke (Magdeburg). Nr. 4, Dr. Weber vom Inf. - Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zu Assistenz - Aerzten 2. Kl. ; Geist, Assistenz - Arzt 1. Kl. der Landwehr 2. Aufgebots vom Landwehr-Bezirk II Darmstadt, zum Stabsarzt - die Assistenz-Aerzte 2. Kl. der Reserve Dr. Schmidt vom Landwehr-Bezirk Gießen, Dr. Roether vom Landwehr-Bezirk I Darmstadt, Dr. Göring vom Landwehr-Bezirk I Darmstadt, zu Assistenz-Aerzten 1. Kl.; Dr. Nick elsburg, Unterarzt der Reserve vom Landwehr-Bezirk Worms, zum Assistenz-Arzt 2. Kl. befördert.
* * Ordens-Verleihung. Dem Oberstlieutenant a. D. Winter, bisher Commandeur des Landwehrbezirks Friedberg, wurde vom Kaiser der König!. Kronenorden 3. Klasse verliehen.
* * Das Brigade-Exercieren der 49. Infanterie-Brigade (Reg. Nr. 115 und 116) hat heute begonnen. Am 4. September beginnen die Brigade-Manöver bei Groß-Umstadt.
* * Zum Andenken an den früheren Commandeur des 11. Armeecorps, General der Infanterie Graf Bose, wird das 1. Thüringische Infanterie-Regiment Nr. 31 künftig die Benennung: „Infanterie-Regiment Graf Bose (1. Thür.) Nr. 31" führen.
* * Die Zahl der ohne Schulbildung im Ersahjahr 1893/94 bei der Hess. (25.) Division eingestellten Rekruten ist diesmal 0, während im Ersatzjahr {1874/75 noch 14 vorhanden waren. Im Jahre 1892/93 war noch einer vorhanden, der des Schreibens und Lesens unkundig war.
* * Uufall. Ein hiesiger Taglöhner hatte gestern für einen Metzger ein Stück Schlachtvieh geholt. In der Nähe der Marienhöhe wurde das Vieh wild und trat seinem Führer auf den Fuß, wodurch dieser einen Knöchelbruch erlitt. Der Mann mußte in die Klinik gefahren werden. Das Stück Vieh wurde später im Felde wieder ergriffen.
* * Jugendlicher Dieb. Gestern hatte sich ein 13jähriger Junge mittelst eines Nachschlüssels in die Wohnung einer Familie eingeschltchen und aus derselben 4 Mk. gestohlen. Dem Jungen wurde das Geld wieder abgenommen.
* * Bei dem Preisschießeu tu Wetzlar, welches am Sonntag, Montag und Dienstag stattfand, haben folgende ' Gießener Schützen Ehrenpreise davon getragen: auf 300 Meter freihändig F. Dickore 2. Preis, F. Wiegand 3. Preis, C. Kilbinger 6. Preis; auf 175 Meter freihändig: F. Dickorv 2. Preis, C. Kilbinger 5. Preis, A. Dickor« 6. Preis.
* * Die Herbstbezirksfahrl des Nordbezirks Gau 9 (Frankfurt a. M.) des deutschen Radfahrer-Bundes findet am Sonntag den 9. September in Wetzlar statt.
* * Der deutsche Werkmeisterverbaud, der über 20000 Mitglieder zählt und auch in Gießen einen Zweigverein besitzt, veranstaltet gegenwärtig Erhebungen über die Zahl der Invaliden unter seinen Berufsgenossen, sowie über die Unfallgefahr in den einzelnen Betrieben. Da die Werkmeister zum größten Theil ein Einkommen von mehr als 2000 Mark haben und infolge dessen dem gesetzlichen Versicherungszwange nicht unterliegen, beabsichtigt der Deutsche Werkmeisterverbaud, der über namhafte Mittel und eine ausgedehnte Organisation verfügt, eine Privatunfallversicherung aus eignen Beiträgen zu errichten.
* * Die Marburger Fleischeriunung hat beschlossen, vom 1. September ab die Versicherungsprämien zur Schlacht- Großvieh-Versicherungskaffe zu erhöhen; die Sätze betragen für Ochsen und Bullen 3 Mk., für Kühe 4 Mk., sür Rinder und Stiere 2 Mk. Die Erhöhung wird neben den hohen Viehpretsen mit den in letzter Zeit immer mehr vorkommenden Schadenfällen begründet.
nn. Der Obstbau und die Obstuuhuug im Großherzogthum Hessen im Jahr 1893 hat folgende Erträgnisse aufzuweisen: An tragbaren Bäumen waren in drei Provinzen vorhanden: 790884 Aepselbäume, 312019 Birnbäume, 875173Pflaumen- und Zwetschenbäume, 124090 Kirschbäume, 23 764 Aprikosen- und Pfirsichbäume, 833 Kastanienbäume und 72 262 Nußbäume. Jnsgesammc 2 199024 Obstbäume. Der Ertrag aus denselben betrug zusammen 640942 Centner, im Werth von 3240643 Mk. An Tafeltrauben belief sich der Ertrag auf 3739 Centner, im Werth von 130 102 Mark. Die Gesammt - Einnahme aus dem Obstbau beträgt somit 3 Million 400000 Mark.
* * Sterbekasse drs Süddeutschen Gastwirthe-Verbandes. Wie wohl selten ein Institut, hat die so segensreich wirkende Sterbekasse des Süddeutschen Gastwirthe-Verbandes einen Aufschwung genommen. Gegründet am 1. Januar 1893 mit 332 Mitgliedern, beträgt die Zahl der heute ausgefertigten Aufnahmen circa 7800, die Gesammteinnahme circa 233,000 Mark, die Ausgaben für Sterbefälle circa 123,000 Mark, der Reservefond beträgt nach kaum D/zjäh- rigem Bestehen circa 100,000 Mark, wodurch sich ergibt, daß diese Sterbekaffe, auf mathematischer Grundlage beruhend, alle diejenigen Garantien biecu, welche man an ein solches Institut stellen soll. Die Sterblichkeit hielt sich in normalen Grenzen, im Juli wurden für Sterbefälle 15,000 Mark ausbezahlt. Das laut § 479 des Civilgesetz- buches unpfändbare Sterbegeld beträgt 1250 Mark, der Monatsbeitrag 3 Mark; Ueberschüsse werden als Dividende zurückoergütet. Das Mitglied tritt sofort in volles Bezugsrecht der Sterberente ein, welche auch .bei Selbstmord bezahlt wird (keine Carrenzzeit), und die als eine unveräußerliche Unterstützung der Hinterbliebenen anzusehen ist. Verarmten Mitgliedern wird der Betrag gestundet, bezw. aus einem besonderen Fond vorgelegt, wie denn eine ächt humane Fassung das Statut auszeichnet. Hieraus ist ersichtlich, daß der Süddeutsche Gastwirthe-Verband, in wahrer Erkennung seiner Aufgaben, bemüht ist, für das Wohl seiner Mitglieder und deren Angehörigen zu sorgen, ein Bestreben, welches überall die höchste Anerkennung finket. Dieser Verband erstreckt sich auf Bayern, Württemberg, Großherzogthum Hessen, Baden, Elsaß - Lothringen, Regierungsbezirk Trier, Rheinprovinz, Hessen-Nassau, die südlichen Theile von Westfalen, Hannover re. Die so großartig verlaufene, gelegentlich des IX. Süddeutschen Verbandstages in Darmstadt stattgehabte Fach-Äewerbe-Ausstellung sür Hotel- und Wirthschaftswefen dürfte allseitig noch in bester Erinnerung stehen.
* * Auch ein Jubiläum. Wie der „M. A." mittheilt, feierte gestern der ehemalige Gemüsehändler Reis in Mainz den Tag, an welchem er vor 50 Jahren zum ersten Male, und zwar als Soldat, die Wirthschaft zur „Stadt Frankfurt" betrat. Seit dieser Zeit war Reis Stammgast. Der 73jährige Greis wurde von den übrigen Stammgästen natürlich gehörig gefeiert, auch wurde ihm ein Sessel und ein Zwicker überreicht.
* * Nach den Mittheilungen der Centralstelle für die Landesstatistik betrug die Weiuerute des Jahres 1893 für das ganze Großherzogthum 359,976 Hectoliter; wohl im Werthe von 13,328,926 Mark. Es entfallen von diesem Ertrag auf die Provinz Starkenburg 18,642 Hectoliter im Werthe von 633,827 Mark; auf Oberhessen 241 Hectoliter im Werthe von 11,094 Mark; und auf Rheinhessen 340,093 Hectoliter im Werthe von 12,684,005 Mark. Im Einzelnen fallen auf die Kreise: Mainz 35,945 Hectoliter im Werthe von 1,409,376 Mark; Alzey 60,005 Hectoliter im Werthe von 2,054,683 Mark; Bingen 84,866 Hectoliter im Werthe von 3,012,480 Mark; Oppenheim 99,297 Hectoliter im Werthe von 4,190,871 Mark; Worms 59,380 Hectoliter im Werthe von 2,016,595 Mark.
tt Lich, 30. August. Nächsten Sonntag wird von Seiten unserer Stadt wieder das Sedan fest, verbunden mit Jugend fest, feierlich begangen. Zu diesem Zwecke bewegt sich ein Festzug, bestehend aus sämmtlichen Schulen, allen Vereinen, den städtischen Behörden u. s. ro., an der Spitze ein Musikcorps, Mittags 3 Uhr auf die Hard, den Festplatz. Hier angelangt, werden nach dem Absingen des Liedes „Deutschland, Deutschland über Alles" und der Abhaltung der Festrede Concert, Spiel und Tanz abwechseln. Vorher aber werden in den einzelnen Schulklassen besondere Festacte stattfinden.
Friedberg, 29. August. Heute Vormittag fand die feierliche öffentliche Entlassung von 11 Candidaten des Prediger- Seminars statt. Geh. Kirchenrath Director Dr. Diegel entließ die Scheidenden auf Grund von Jacobus 1, 22. Candidat Lampas sprach Namens der Candidaten über Matth. 24, 35. Von Seiten des Oberconsistoriums war Oberconsiftorialrath Walz von Darmstadt erschienen und richtete Worte der Ermahnung an die Abgehenden auf Grund von Jesaj. 41, 4. Erwähnt sei noch die sehr dankenswerthe Mitwirkung des Seminarchors beim Gottesdienste. Es waren diesmal sehr viele auswärtige Geistliche erschienen und auch die Antheilnahme der hiesigen Bevölkerung war eine lebhafte. Um 1 Uhr fand im Hotel Trapp ein einfaches Abschiedsessen statt.
M .W. Aus der mittleren Wetterau, 29. August. Die Witterung hat sich endlich zum Besseren gewandt, was die Landwirthe veranlaßte, mit allen Kräften an die Räumung der Felder heran zu gehen. Ueberall zeigt sich ein empfindlicher Schaden, den die vierwöchige Regenperiode angerichter hat. Im unteren Nidderthale wurden viele Wiesen überschwemmt und so durch Schlamm überlagert, daß die diesjährige Grummeternte verloren ist. Der Schaden kann sich
. im nächsten Jahre vielleicht ausgleichen, weil der Schlamm viele Dungstoffe mit sich führt. Kaum ist der heftige Regen überstanden, so erscheint ein neuer Feind, die Raupe des Kohlweißlings, welche an den Gemüsen große Verwüstungen anrichtet. Manche Weißkraut- und Wirsingbeete sind abgenagt, von den Pflanzen steht nur noch das Gerippe, welches wie Besenreisig aussieht. Auffallend ist, daß das Obst — auch die späteren Sorten — stark abfällt. Die Früchte sind durch die unaufhörlichen warmen Regen sehr schwer geworden, lassen aber an Güte zu wünschen übrig; die Stiele der Früchte sind weich und wenig widerstandsfähig, daher fällt das Obst ab. Einige Wochen Licht und Wärme könnten noch Vieles bessern. — Seit die Sonne wieder zum Vorscheine gekommen, sind auch die Wespen erschienen, welche mit großer Gier über feineres Obst und halbreife Trauben herfallen. Die Kartoffeläcker stecken voller Wasser, das Kraut der Kartoffeln wird zusehends schwarz; weiche, empfindliche Kartoffelsortetr sind bereits angekränkelt. Wir werden dieses Jahr wahrscheinlich keine billigen Kartoffeln kaufen können. Bohnen und Gurken sind durch das anhaltende Regenwetter sichtlich zurückgegangen. Die Blattgewächse und krautartigen Erzeugnisse gingen zwar voran, haben aber doch gelitten, denn allzuviel Regen ist auch für sie ungesund. Wirsing-, Weißkraut- und Rothkrautköpfe stecken so voller Wasser, daß sich Fäulniß von Innen erzeugt hat. Unsere Hausfrauen müssen daher beim Anschaffen vorsichtig sein, denn die Krautköpfe schauen ganz gut aus, aber wenn man hinein schneidet, sind sie angefault- und wenig brauchbo-.
Offenbach, 27. August. Hier fand gestern eine Land es - Conferenz der Socialdemokraten für das Großherzogthum Hessen statt. Es wurde unter starkem Widerspruch, namentlich der Vertreter von Landgemeinden, mit 34 gegen 24 Stimmen eine Landesorganisation beschlossen, der die Wahlvereine, Arbeitervereine, Arbeiterbildungsvereine u. s. w. als Mitgliedschaften angehören sollen. Für jeden Genossen und jedes Jahresviertel sollen 10 Pfg. an die Landesparteikasse abgeführt werden. Die Gegner betonten, daß die Arbeiter mit Beiträgen zur Parteikasse mehr als genug belastet seien und weitere Opfer nicht mehr zu bringen vermöchten,, während die Freunde der neuen Steuer bemerkten, daß für Kartenspiel u. s. w. noch genug vorhanden sei. DaS Landes- Comitö wurde beschuldigt, die vorherige Veröffentlichung des Entwurfs seiner Satzungen, welche namentlich auf dem Lande der Socialdemokratie schaden müßten, mit Absicht unterlassen^ zu haben. Der Sitz des Landes-Comitvs wurde von Darm-- stadt nach Mainz verlegt. Reichstagsabgeordneter I ö st-Mainz sprach kurz über den bevorstehenden Parteitag in Frankfurt; dort würden auch unliebsame Sachen, wie der Streit unter den badischen Genossen, zur Sprache kommen. Das Ver» hältniß der Partei zu den Gewerkschaften habe sich gebessert,, und so werde die scharfe Sprache, wie beim Kölner Con- greß, diesmal wohl nicht geführt werden. Reichstagsabgeordneter Liebknecht wohnte als Zuhörer der Versammlung bet.
Bodeuheim, 28. August. Auf dem Bahnhofe wurde gestern ein herrenloses Fahrrad mit einem daran befestigten Briefe aufgefunden, laut welch letzterem der Eigenthümer, ein junger Mann von Herrnsheim bet Worms, den Tod in den Wellen des Rheins gesucht haben will.
* Esten, 29. August. In dem benachbarten Steele I wurde ein Lustmord verübt. Dort wurde heute bet der Zeche Johann ein zehnjähriges Mädchen, das schon seit 14 Tagen vermißt wurde, tobt aufgefunden.
* Aus Pommern, 28. August. Der Aberglaube ist auf dem Lande nicht auszurotten. Ein Gutsschäfer im Kreise Schivelbein glaubte, daß seine Lämmer vom Bandwurm befallen seien. Von einem „klugen" Collegen ließ er sich nun eine Medicin verschreiben, nach deren Genuß an einem Tage 122 Thiere verendeten.
* Braunschweig, 26. August. Der „Magdeb. Ztg." wird von hier geschrieben: Heute wurde ein hier in der Droguerie von Otto Koch an der Hagenbrücke beschäftigter Handlungsgehilfe, der 24jährige Karl Kramer von Scharzfeld, wegen Unterschlagung von rund 10,000 JL Geschäftsgeldern verhaftet. K. hat die Unterschlagungen im Laufe zweier Jahre in dem Geschäfte verübt, um noblen Passionen auf dem Gebiete des Radfahrsports nachgehen zu können. Auf den Rennbahnen und Festlichkeiten der Radfahrvereinigungen zu Braunschweig, Hannover, Nordhausen, Magdeburg u. s. w. war K. als guter Fahrer und dann auch wegen seines üppigen Auftretens eine bekannte Persönlichkeit; er veranstaltete auf seine Kosten große Festessen, stiftete Ehrengaben und schaffte sich im Jahre zu eigenem Bedarf drei bis vier der kostbarsten Fahrmaschinen an — Alles auf Kosten des Herrn Koch, den er in himmelschreiender Weise bestahl.
* Stuttgart, 29. August. Die erst seit etwa sechs^ Wochen verheirathete Frau eines hiesigen Rechtsanwalts hat sich gestern Abend gemeinsam mit einem Kaufmann von hier in der Wohnung desselben vergiftet. Vor ihrer Ver- heirathung mit dem Rechtsanwalt hatte die Frau mit dem Kaufmann ein Verhältniß gehabt.
* Gastein, 29. August. Die Schüler Josef Divisch, Holz» waarenfabrikantensohn aus Wien, und Georg Pfeifer, Kaufmannssohn aus Urfahr, sind am Montag Abend bei der Ort- alpe in Naßfeld abgestürzt. Divisch ist tobt; Pfeifer fing sich an einer Birke unb blieb unbeschäbigt.
Eingesandt.
Gieße«, 29. August 1894.
Schreiber dieses hat in den letzten Tagen Gelegenheit gehabt, von Plan und Stellung des neuen Lagerhauses an Oswaldsgarten Einsicht zu nehmen, und sich bei der Nachfeier am Sonntag noch einmal den ganzen Oswaldsgarten und dessen Umgebung auf ihre Ver- wenddarbett als Festplatz für daS Mittelrheinische T«r«feft
i hin angesehen und er bittet Siel, danach um Ausnahme auch dieser


