Ausgabe 
31.5.1894
 
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Nr. 124

Donnerstag den 31. Mai

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Amtlicher Theil.

Nr. 25 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 25. d. M., enthält:

W (Nr. 2178.) Verordnung, betreffend die Erhebung eines Zollzuschlags für aus Spanien und den spanischen Colonien kommende Maaren. Vom 25. Mai 1894.

Gießen, den 29. Mai 1894.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Gagern.

Deutsche- Reich.

Berlin, 20. Mai. Anläßlich der üblichen Frühjahrs­parade der Garnisonen von Berlin und Potsdam ist augenblicklich wiederum eine Anzahl hochsürstlicher Gäste am Berliner Hose vereinigt. Der vornehmste derselben, König Albert von Sachsen, tras bereits am DtenStag Abend in Berlin ein und nahm im königlichen Schlosse Absteige- quartier. Am Donnerstag, dem Tage der Parade der Pots­damer Garnison, wird Prinz Adalbert, der am 14. Juli 1884 geborene drittälteste Sohn des Kaiserpaares, zum Offizier ernannt werden und bei der Parade zum ersten Male in der Front des 1. Garde-RegimentS z. F. stehen.

In nächster Zeit sieht man am Berliner Hofe auch dem Besuche deS dänischen KönigSpaares entgegen, welcher anläßlich der Rückreise der greisen dänischen Majestäten von Schloß Gmunden in Oesterreich nach Kopenhagen erfolgen soll. Wie verlautet, beabsichtigt König Christian hierbei baS* Deutsche Kaiserpaar persönlich zur Theilnahme an der Feier der silbernen Hochzeit deS Kronprinzen von Dänemark ein­zuladen. DaS angekündigte Erscheinen des dänischen Herrscher- paareS am deutschen Hofe würde also im Hinblick auf den Beweggrund dieses Besuches die Beziehungen zwischen den Höfen von Berlin und Kopenhagen in ganz besonders freund­lichem Lichte erscheinen laffen.

In Berlin ist am Montag die vom Minister für Landwirthschafr, v. Hcyden, einberusene Conferenz von Großgrundbesitzern und landwirthschaftlichen Sachverständigen auS den Gelehrtenkreisen zusammengetreten, um über die Nothlage der Landwirthschafr zu berathen und ent­sprechende Beschlüffe zur Beseitigung dieser Krisis zu treffen. AuS dem Arbeitsprogramm der LandwirthschaftS-Conferenz weiß man, daß sich die Versammlung mit den hauptsächlichsten Ursachen der gegenwärtigen kritischen Lage deS landwirth- schastlichen Gewerbes und mit den geeigneten Maßnahmen zur Beseitigung dieser Uebelstände zu befaffen haben wird. Die Fragen der zunehmenden Verschuldung des landwirth- schastlichen Grundbesitzes, deS steigenden Angebots von ver­käuflichen Gütern, deS Rückganges der ländlichen Bevölkerung, des Sinkens der Preise für dte landwirthschaftlichen Erzeug­nisse, der sich steigernden Concurrenz der ausländischen Land- wirthschaft u. s. w. werden im Mittelpunkte der Conferenz- Verhandlungen stehen und sicherlich werden diese mannigfachen Probleme zu einer eingehenden Besprechung auf der Con­serenz führen. Hoffentlich werden diese Debatten bann auch Beschlüffe zeitigen, welche sich als von practischem Werthe für die Landwirthschaft und demnach alS geeignet erweisen, die theilweise tieswurzelnden Uebelstände, an denen unsere Land- wirthschaft krankt, wenn nicht gänzlich zu beseitigen, so doch wenigstens zu mildern. Die Conferenz nahm m ihrer Eröff- nungSsitzung die Begrüßungsansprache des Ministers v. Heyden, sowie einen Vortrag des Professors Sering-Berlin über die zur DiScufsion gestellten Fragen entgegen, worauf sich die Berfammlung nach kurzer Debatte bis zum Donnerstag vertagte.

Der Schluß des preußischen Landtages erfolgt, falls nicht noch ein unerwarteter Umstand verzögernd dazwischentritt, bestimmt an diesem Donnerstag. Beide Häuser halten an diesem Tage vor der gemeinschaftlichen Schlußsitzung noch eine oder zwei geschäftliche Sitzungen ab. Für das Abgeordnetenhaus handelt es sich hierbei nur noch um die definitive Aufräumung mit allen bislang noch nicht gänzlich zur Erledigung gelangten BerathungSstoffen, während daS Herrenhaus hauptsächlich noch Stellung zum Landwirth- schaftSkammergesetz und zu dem Entwürfe, betreffend die Regelung der Verhältnisse der bei der Neuordnung der Eisen­bahnverwaltung nicht mehr zur Verwendung gelangenden Beamten, zu nehmen hat. Es ist indessen zwctsellos, daß das Herrenhaus beide Vorlagen auf Grund der entsprechenden endgiltigen Beschlüsse des anderen Hauses genehmigen wird.

Ausland.

Eine sensationelle Nachricht nach der andern kommt jetzt auS Petersburg. Zuerst wurde, allerdings nicht vom osficiösen russischen Telegraphen, die Entdeckung einer neuen großen Verschwörung gegen daS Leben des Czaren gemeldet, bann berichteten private Melbungen von umfassenden Verhaf­tungen in Petersburg, Moskau u. f. w., die im Zusammen­hang mit der Attentatsgeschichte stehen sollten und jetzt kommt von der Newa die Kunde, daß ein UkaS deS Czaren den Ministern, Gouverneuren u. s. w. die Macht, Subaltern- Beamte zu ernennen ober zu entlassen, entziehe unb bafür btn unter persönlicher Aufsicht bes Czaren stehenben Special- Control-AuSschuß aus ber Zeit Kaiser NicolauS wieber her­stelle. Die Beweggrünbe für biesen Schritt beS Czaren, ber in Rußlanb großes Aufsehen erregt, sinb noch nicht ganz klar, eS scheint inbessen, als ob baS überraschenbe Vorgehen beS Russenkaisers mit ber roiber ihn cntberftcn Verschwörung zusammenhänge.

In Norwegen macht eine politisch militärische Scanbal- geschichte von sich reden. Durch ben Bericht ber betreffenben besonberen UntersuchungS-Commission beS Storthings ist fest- gestellt, baß verschiebene hohe Beamte bes Heeres unb ber Flotte versucht Haden, im Geheimen 30 000 Gewehre un­brauchbar zu machen, anberseits aber norwegische Kriegsschiffe kampfbereit zu machen. Einige ber angeschulbigten Beamten haben bies sogar schon zngestanben.

Neueste Nachrichten.

Wolffs telegraphisches Correfpondenz- Bureau.

Frankfurt a. M., 29. Mai. Unter Vorsitz deS ConsulS Senator H. H. Meyer-Bremen tagte heute die 28. Haupt­versammlung ber Gesellschaft zur Rettung Schiff­brüchiger Im Zoologischen Garten. Oberbürgermeister AbickeS begrüßte bie Versammlung Namens ber Stabt Frank- furt. ©eneraUecretär Dr. Nebelthau erstattete ben Jahres­bericht, Dicepräsibent Gruner ben RechnungSbericht, welcher Einnahmen unb Ausgaben sich auSgleichenb in Höhe von 258,943 Mk. aufführt. Der Antrag beS VorstanbeS, be- treffenb bie Pensionirung eines Beamten, würbe ohne Prä jubiz angenommen, beSgleichen ber Antrag, ber nächsten Ver­sammlung eine Vorlage über bie PenflonSverhältnisse ber Beamten zu machen. Sämmtliche Anträge ber Bezirksvereine würben bewilligt. Zum nächsten Versammlungsorte wurde Bremen gewählt.

Depeschen deS Bureau »Herold*.

Berlin, 29. Mai. An den Gerüchten über gespannte Beziehungen, die zwischen verschiedenen ChesS von Reichs­ämtern und preußischen MinisterreffortS bestehen sollen, sowie über in ber Lust hängenbe Mintsterkrisen ist, wie aus guter Quelle mitgetheilt wirb, kein wahres Wort. Der Verkehr zwischen dem Reichskanzler unb bem preußischen Ministerpräsidenten sei ein absolut collegialer, harmonischer. Miquel sei gegenwärtig beschäftigt, bie preußische Finanz- misöre zu beseitigen unb den ReichSschatzsecretär bei ber Regelung ber Reichsfinanzen zu unterstützen.

Berlin, 29. Mai. Eine Umgestaltung unseres osficiösen Pr eßwesenS soll ernstlich geplant sein. Ber- schtebene officiöse Fehlgriffe ber jüngsten Zeit sollen ben Anstoß bazu gegeben haben.

Berlin, 29. Mai. Die conservative Fraktion beS Herrenhauses hat sich heute für unveränberte An- nähme bes Gesetzes über die Landwirthschaf tSkammern in der Fassung des Abgeordnetenhauses entschieden.

Berlin, 29. Mai. Die deutsche Regierung hat gegen das Abkommen zwischen England unb bem Congostaat Einspruch erhoben, ba in ben zwischen Deutschland unb bem Congostaate 1884 vereinbarten Grenzverhältnissen einseitig Aenberungen nicht vorgenommen werben bürsten.

London, 29. Mai. Eaglanb hat bas Schiedsrichter­amt zwischen Portugal unb Brasilien angenommen.

Sofia, 29. Mai. Das gesummte CabinetStambuloss hat seine Demission eingereicht. Nach berftöln. Ztg." wäre Fürst Ferbinand gewillt, bie Entlassung anzunehmen und Grekoff mit bei Bildung eine« neuen CabmetS zu beanf- ' tragen. __________________________________

Innere Mission.

Fast dreißig Jahre find vergangen, seitdem in den Lan­dern Baden, Hessen, bayerische Pfalz und Württemberg inner­halb der evangelischen Landeskirchen daS Werk der freien christlichen LiebeSthätigkeit in der BereinSorgani-

sation der südwestdeutschen Conferenz für innere Mission be­gonnen wurde. Mit der Zeit ist hierin nur insofern eine Aenderung eingetreten, alS Württemberg au« dieser Organi­sation ausschied unb nun seit zwei Jahren Frankfurt a. M. alS selbstständiger Zweig biesem auSgebehnten Arbeitsgebiet der inneren Mission sich anschloß. Die mancherlei Arbeit, die in diesen drei Jahrzehnten vollbracht wurde, war nicht ohne reiche Frucht: Kleinkinderschulen, RettungShäuser, Jünglings- und Jungfrauenvereine, Herbergen zur Heimuth, Arbeitercolonien, Gemeinbekrankenpflege, christliche Colportage, Stadtmissionen und Anstalten für besondere Kranke', tote Idioten und Epileptische, find mit Hilfe der südtoestdeutschen Conferenz ins Leben gerufen worden und dies in so umfang­reicher Anzahl, daß in keiner Weise bie Arbeit der innere» Mission in Sübbeutschlanb hinter jener Norbbeutschland« zurückgeblieben ist. Aber auch mit wichtigen Fragen be« Volksleben- beschäftigten sich bie jährlich abgehaltenen Ver­sammlungen, bie abwcchselnb halb in biesem, halb in jenem bem Gonferenjgebiet zugehörenden Lande stattsanden.

Die SonmagSsrage, der Kampf gegen Unsittlichkeit unb Trunksucht, bie Abwehr ber Socialbemokratie, bie Fürsorge für entlassene Gefangene, Errichtung von Arbeitsnachweis- bureauS und Arbeitsstätten, endlich auch die kirchlich so wich­tige Frage, wie die Arbeiten der inneren Mission nach und nach in die Organisation der einzelnen Kirchengemeinden aus- zunehmen seien wurde in eingehender und ergiebiger Weise besprochen unb zu beantworten gesucht.

So sehr hierbei bie Conferenz stets ihren konfessionell evangelischen Character zu wahren bestrebt war, war sie doch auch wieber stets bestrebt, ben auf humanitärer Grundlage arbeitenden Vereinen gegenüber, deren Thätigkeit bie ihre berührte, eine freunbliche Stellung einzunehmen, welche denn auch vielfach zu einer ersprießlichen gemeinsamen Thätigkeit geführt hat. Bor allem aber ist eS baS Verbienst ber füb- westbeutfchen Conferenz gewesen, bie Arbeit der innere» Mission, welche vielen Vorurtheilen begegnete, mehr unb mehr volkSthümlich gemacht zu haben, so baß ihre JahreS-Ber- Sammlungen regelmäßig von großen Schaaren besucht werden. Die letzte dieser Versammlungen sand im vorigen Jahre in Frankfurt a. M. statt. In diesem Jahre rüsten sich die Freunde der inneren Mission in Karlsruhe, um die 30. Jahresversammlung in der badischen Residenz- unb Haupt- ftabt gastlich aufzunehmen. Für eine anregenbe Geistesarbeit ist Sorge getragen. Neben dem FestgotteSdienft, in welchem ber als Kanzelrebner vor allem in Baben beliebte Pfarrer Hafner auS Elberfelb, einst in Jllenau als HauSgeistlicher angestellt, reben wirb werben in zwei Haupt- und in einer Specialversammlung wichtige TageSfragen besprochen werden. Herr Pfarrer v. KoblinSki aus Düsseldorf wird am ersten Festtag, den 6. Juni, das Thema behandeln:Die Fürsorge für verwahrloste confirmirte Jugend", wobei vor allem zu erwägen fein wirb, ob nicht, wie schon bie criminalistische Vereinigung angerathen, angemessen ist, ba« strafpflichtige Alter zu erhöhen unb statt besten 1418jährige, ber Verwahrlosung anheimgefallene in RettungShäuser unter­zubringen. Ferner wird der bekannte christliche Social­politiker Pfarrer Naumann aus Frankfurt über biesociale Behebung beS christlichen Vereinswesens" sprechen, wobei Gelegenheit gegeben ist, bie Frage zu erörtern, wie sich bie innere Mission zu ber evangelisch-socialen Arbeit verhalten soll. Endlich soll Pastor Philipps auS Berlin reden über dieForderungen, welche die innere Mission an Gesetzgebung und Verwaltung stellen muß in ihrem Kampfe gegen bie Prostitution."

Möchte biese reiche Tagesorbnung recht viele Freunbe zu ben Versammlungstagen beS 6. unb 7. Juni nach Karls­ruhe führen! ____________________________________

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Sietze», den 30. Mai 1894.

♦♦ Durchreise. Heute Abend 10 Uhr wird Ihre Königl. Hoheit die Landgräfin von Hessen die hiesige Station passiren.

♦♦ Sachbeschädigung. Am Sonntag Nachmittag machten drei Bürschchen, ein Schlosser-, ein Spengler- unb ein Bürsten­macherlehrling von hier sich bas Vergnügen, einen imHeßlar" auf ber Lahn angefetteten Kahn zu erbrechen unb mit ber babei ihnen in bie Hänbe gefallenen Säge bie Steuerung zu durchschneiben. Außerbem trieben bie Bürschchen sonst noch allerhanb Unfug, enttvenbeten auch bas in bem Kahn ein­geschloffene Werkzeug. Das letztere ist bis jetzt noch nicht gefunben. Man vermuthet, baß e5 von btn Thatern in die Lahn geworfen worben ist.