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Nr. 202
Donnerstag den 30. August
1894
Der
Hießener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS Montags.
Die Gießener
Alamitieavkälier werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelrgt.
Gießener Anzeig er
Kenerat-Anzeiger.
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Amts- und Anze»s«l»latt Nir den Areis Gieszen
Deutsche» Reich.
Anrtliche»- Theil.
an die (Sroßh. Bürgermeistereien des leises.
Neueste riacheichten.
Wolffs telegrarphNche» Lorr esponden,-Bureau-
mit Hagelstürmen und Blitzschlägen.
Hermannstadt, 28. August. Vorige Woche unternahmen mehrere Heltauer Sachsenfamilien einen AuSflug über die rumänische Grenze nach Kien und überfuhren unterwegs unglücklicherweise ein Kind. Die rumänische Behörde lieh die ganze Gesellschaft verhaften. Erst nach 2»/2 Tagen wurden die Verhafteten auf Intervention deS österreichisch'
Da
1 die rechtzeitige Anmeldung von versicherungspflichtigen Betrieben gemäß § 35 ff. des Unsall-Versicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884 nicht in jedem Falle rechtzetttg, vielmehr vielfach erst auf weitere Verfolgung des Genoffenschafts- Vorstandes _ ,n .
2. die Anmeldung zur Selbstoersicherung gemäß § 49 a des Genoffenschafts-Statuts von felbstoersicherungSpflichtigen Bauhandwerkern — nach den bestehenden Bestimmungen ist ausnahmlos jeder allein ohne versicherungspflichtige Personen selbstständig arbeitende Bauhandwerker, ob ständig oder mit größeren oder kleineren Unterbrechungen ist gleichgültig, sowie jeder Bauhandwerker, welcher Nicht regelmäßig einen Lohnarbeiter, d. h. an mindestens •250 Tagen im Jahr beschäftigt, der Selbstoersicherung und Anmeldepflicht binnen 4 Wochen nach Beginn des Gewerbebetriebs oder nach Aufgabe der regelmäßigen Beschäftigung eines Lohnarbeiters unterworfen — ebenfalls selten erfolgt und f ,
H die im Bezirke zur Ausführung gelangenden Regiebau- arbeiten im Sinne des Bauunfallversicherungsgesetzes vom 11. Juli 1887, wie in § 22 a. a. O. vorgeschrieben, nur theilweise vorschriftsmäßig zur Nachweisung kommen, zum Theil erst auf besonderes Verlangen des Vorstandes, zum Theil, wie auf Grund der Erfahrungen angenommen werden darf, aber gar nicht, bezw. erst dann, wenn ein Unfall eingetreten ist,
sind mir veranlaßt, die Beachtung der vorgenannten Vor- schriften Ihrer fortgesetzten Uebermachung zu empfehlen. Auch wollen Sie darauf beoacht fein, daß die Nachweisungen über die zur Ausführung kommenden Regiebauarbeiten gemäß § 22 a. a. O regelmäßig vorschriftsmäßig an den Vorstand der Heff. Naffauischen Baugewerks-BerufSgenoffenschaft zur Vorlage bezw. Ueberweisung gelangen.
I. V.: Dr. Melior.
etwas bleich und angegriffen aus, fühlt sich aber sonst wieder ganz wohl, so daß er nach Beendigung seiner Nachkur in Ille sur Tet die Regierungsgeschäfte wieder in vollem Umfange aufzuuehmen gedenkt. An Arbeit wird eS Herrn Dupuy nach seiner Rückkehr nach Paris nicht fehlen, w>e u. A. aus der Rede des Finanzministers Poincarro in Stenay erhellt, wonach die Regierung dem Parlamente in der nächsten Session eine ganze Reihe neuer Steuergesetzentwürfe zu unterbreiten beabsichtigt.
Gießen, am 28. August 1894. ffletr: Di- H-Mübungen der 21. Division; hier die
Abschätzung der Flurschäden.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
MN »fc Grstzh. Bürgermeistereien des Brette».
Sofern in Ihren Gemarkungen Flurschäden aus Anlaß der diesjährigen Herbftübungen entstehen, wollen Sie dies alsbald hierher anzeigen, worauf wir Ihnen das nothige Formular zur Ausstellung der Nachweisung zusenden werden.
Schornsteine um. Der Schaden ist sehr erheblich. Durch den Sturm fortgetriebene Eisenbahnwagen haben drei Arbeiter überfahren; einer ist tobt, zwei sind schwer verwundet. Eine Frau und ein Mann wurden vom Blitz getvdtet.
Graudeuz. 28. August. Eier Erlaß des Oberpräffdenten macht einen kaiserlichen Befehl bekannt, wonach wegen der Cholerafälle in einzelnen Theilen der Provinz Ansammlungen von Civilpersonen gelegentlich der Kaisermanöver thunlichst zu vermeiden sind. Bei dem Em- psang des Kaisers in Elbing und Marienburg sollen sich nur die dortigen Vereine und Schulen aufstellen.
Wien. 28. August. Die heurige Weinernte in VöSlau ist durch Abends niedergegangenen Hagel vollständig ver« nichtet. Auch die Sommerfrische Sievering mit vielen Wein- gärten ist durch Hagelschlag verwüstet. Auch auS Obersteier und Graz kommen Meldungen über ein schreckliches Unwetter
Haftungen erfolgten.
— Herr Dupuy, der französische Ministerpräsident, hat noch in voriger Woche feinen Kuraufenthalt in dem Pyrenäenbade Vernet-les-Bains beendet und sich alsdann zu einer Nachkur nach Jlle-fur-Tet, dem Wohnorte feines . ......; frdoH offen
Schwiegervaters, begeben. Der Minister sieht zwar noch I ungarischen Consuls in Bukarest gegen Caution freigelaffe .
Berlin, 28. August. Die unter dem Patronate der Kaiserin erbaute VersöhnungSkirche wurde heute in Gegenwart der Kaiserin feierlich eingeweiht. Anwesend waren die Minister Miquel, Thielen, Wedel und der UnterstaatS- sceretär Weyrauch. Den Weiheact vollzog Generalsuperinter.dent Faber- die Festpredigt hielt Prediger Flashar. Später besichtigte die Kaiserin die Marienkirche.
Berlin, 28. August. Die socialdemokratische Agitatorin Fräulein Wabnitz hat sich heute Nachmittag vergiftet. AlS Grund gilt die angekündigte Verhaftung behufS Ber- büßung einer zehnmonatigen Gefängnißstrafe.
Breslau. 28. August. In L a u r a h ü 11 e und Umgegend tobte in den gestrigen Abendstunden ein furchtbares Un< Der Hagel zertrümmerte taufende von Fenster-
als verloren betrachtet werden.
— Einen bemerkenswerthen Erfolg kann dte deutsche Diplomatie soeben in China verzeichnen. Auf die Nachricht hin, daß zwei deutsche katholische Missionäre . toetter Der Hagel zertrümmerte tau,envc uuh
in der südchinefischen Provinz Shangtung von Briganten ^n. Der Sturm entwurzelte starke Bäume und warf gefangen genommen worden seien, hatte das Berliner Aus- I - m r-**- TutrA
wärtige Amt den deutschen Gesandten in Peking sofort angewiesen, die Befreiung der Gefangenen zu eitoirr-n. Dte von dem deutschen Vertreter unternommenen betreffenden Schritte haben denn auch den erfreulichen Erfolg gehabt, daß die beiden Missionäre nach Zahlung eines Lösegeldes von 4000 Mk wieder freigelaffen worden sind, welches Lösegeld
Berlin, 28. August. Der Kaiser beschäftigt sich zur Zeit vorwiegend mit militärischen Besichtigungen, welche | gewissermaßen als der Uebergang zu den bevorstehenden Manöverreisen des Monarchen zu betrachten find. U. A. unterzog der Kaiser am Dienstag Vormittag die Truppentheile der fünften Division einer eingehenden Jnspicirung auf dem Tempelhofer Felde bet Berlin.
_ Die Delegirten- Versammlung des tm socialdemokratischen Fahrwasser schwimmenden deutschen Bergarbeiterverbandes, welche am Sonntag in jumiuuuv auv —n—....... ■ « « . . Bochum tagte, hat den Anschluß an die Generalcommtssion
I. V.: Dr. Melior. _____________ I öer gewerkschaftlich organisirten Arbeiter Deutschlands tn
— - ließen am 27. August 1894. I Hamburg beichloffen. Mit diesem Schritte erklärt der deutsche
_ IRiobotl ! Bergarbeiterverband seinen vollständigen Uebertrttt ms social-
Daö Großherzogliche Krelöaml Gietzev bemofrQtlfd)e Lager. Im Uebrigcn wies der vom ersten an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. I Borsitzenden Schröder gegebene Ueberblick über die Kaffenverhältnisse des Verbandes ein ziemlich unerfreuliches Bild auf; denn die 16000 Mark, welche von dem im Ganzen 22 000 Mark betragenden Vereinsvermögen an den Consum- vercin deS Verbandes ausgeltchen wurden, müffeu infolge der Liquidation des ConsumvereinS mit hoher Wahrscheinlichkeit
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.
” ' 71 jl • 7 .r Cfn/i" T Alle Annoncen.Burraux deS In. und Auslandes nehmen
Hratisöeckage: Hießener Kannnenolatter. Anzeigen für den „Gießener Anzeiger- entgegen.
die chinesische Regierung zahlte.
Ausland.
— In Böhmen ist schon wieder ein gefährliches Anarchisten-Nest entdeckt worden. In Budweis verhaftete die Polizei vier Anarchisten, welche die Plünderung der an Kostbarkeiten reichen nahen Wallfahrtskirche GutSwaffer behufs Erlangung von Geldmitteln für anarchistische Zwecke planten. Durch die Aussagen der Verhafteten gelangte die Polizei auf die Spur und Existenz zahlreicher anderer Anarchisten in Budweis und Umgegend, infolgedessen weitere Der-
Feuilleton.
Die Wette im Hochgebirge.
Von Adolph Thiele.
(Schluß.)
Jenes Wandschränkchen dort," fuhr der Maler fort, ist meine Vorrathskammer - über demselben habe ich eine Anzahl auSerwählter Bücher liegen. Eine Kiste, die auf dem Dache befestigt ist, enthält mein Malergeräth, dessen Geruch mich fo nicht stört. Etwaigen DiebeSgelüsten der zwar rohen und erwerbsgierigen, aber doch ehrlichen Bevölkerung habe ich bisher dadurch vorgebeugt, daß ich Diejenigen, die mich gelegentlich auf suchten, während eines paffenden Gespräches mit der Kraft dieses Heinen Centralfeuerrevolvers practisch bekannt machte. — So närrisch das Ding auch auf den ersten Blick erscheinen mag," schloß Landmann seine Beschreibung, „so gestehe tch Ihnen doch, daß ich mich stets sehr wohl fühle in diesem kleinen Heim und daß Ich mick während des Winters oftmals danach sehne.'
What a whim!“ rief der alte Herr. „Was sagst Du dazu, Mary? Wie gefällt eS Dir hier?"
„Ich finde dieses Häuschen ganz reizend," entgegnete Mary, indem sie fick wohlgefällig in dem kleinen Zimmer umsah, daS von dem Feuer im Ofen behaglich erwärmt wurde.
Ihre Wette haben Sie gewonnen," sagte Sendel. „Den Madeira sende ich Ihnen mit der Post nach Ober-Gurgl. Ein köstlicher Einfall, dieses transportable Haus s Ein whim, Wie er im Buche steht."
„Und practifcher," fiel der Maler ein, „als manche andere Grille. „Ueberzeugen Sie fich selbst."
Er streifte die Vorhänge am Fenster zurück und ließ seine Gäste hinausblicken. Der Nebel war verschwunden und klar lagen die mächtigen Berge und Gletscher da, in den Strahlen der Sonne erglänzend.
Die kleine Gesellschaft betrachtete in Schweigen versunken die großartige Landschaft.
Endlich begann Sendel: „Sie haben fich wirklich den schönsten Punkt deS Thales auSgewählt."
„ES ist leicht zu begreifen," sagte Mary, „daß Sie hier Ihr Auge mit dem herrlichen Bilde sättigen können, daS Sie dann so naturwahr auf die Leinwand zaubern."
„Es ist hier im Hochgebirge auch im Sommer zu kalt," bemerkte Landmann, „als daß man lange im Freien malen könnte. Unter diesem Obdach gelingt es mir jedoch, vier bis fünf Monate auszuhalten. Ehe ich dasselbe aufstelle, wandere ich umher und suche mir den Punkt, den ich malen will. Einige Male in jedem Sommer lasse ich eS abbrechen und mit Leichtigkeit nach dem erwählten Orte schaffen. Im Herbste gebe ich es irgendwo zur Ausbewahrung und reise bann nach Italien. Den Winter verlebe ich entweder in einer Stadt dieses Landes, meist in Rom, ober ich kehre nach München zurück. Sie sehen," fügte er lächelnb hinzu, „ich führe ein wahres Nomadenleben."
„O, wie mir das gefällt!" rief Marie auS, erschrak jedoch übet ihre voreilige Bemerkung und erröthete. „Wie intereffant muß es sein," fuhr sie bann schnell gefaßt fort, „bte Natur in ihren verschiedenartigsten Erscheinungen zu betrachten."
Der alte Herr mahnte zum Aufbruch.
Als er mit seiner Tochter das Häuschen verlassen hatte, füllte Landmann feine Umhängetasche mit verschiedenem Ge- päck. Dann überzeugte er sich, daß daS Feuer ausgebrannt fei, schloß sorgfältig Fensterläden und Thüre und trat mit seinen Reisebegleitern den Weg zum Ramaljoch an.
In den nächsten Tagen bestiegen sie, von zwei Führern begleitet, die Wildspitze. Landmann benutzte die Gelegenheit, Herrn Sendel und seiner Tochter die Stelle zu zeigen, auf der im vorigen Sommer sein Häuschen gestanden, als er fein Bild gemalt hatte.
Der Maler erzählte unterwegs mancherlei aus seinem Leben und schloß fich mehr und mehr an seine Begleiter an, die ebenfalls ein wachsendes Gefallen an ihm fanden. Er schien fein Häuschen ganz vergessen zu haben und begleitete die beiden auf ihrer ganzen Reise.
Einige Tage bevor sie voneinander Abschied nehmen wollten, offenbarte Landmann der beglückten Mary, was er für sie fühle, seit er sie zum ersten Male gesehen. Sie willigte ein, ihm für daS Leben anzugehören und auch der Vater gab gern seine Zustimmung.
„Aber, lieber Freund," fragte Herr Sendel, „wie werden Sie es denn künftig mit dem Häuschen halten, wenn Sie nicht mehr allein sind?"
„Wenn Mary während des Sommers nicht irgendwo in meiner Nähe als Strohwittwe leben will," entgegnete der Maler lächelnd, indem er feiner Braut die Hand drückte, „fo müssen wir halt noch ein Häuschen daneben bauen."
„Well!“ sagte Sendel, „und ich baue mir bann ein drittes dazu."


