1894
Samstag den 29. September
Vierteljähriger
Deutsche- Reich.
Bringerlohn.
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6-ntreabmirat ©off- „,Ä* M des beutfd.cn Geschwader, in den koreanischen Gewässern ernannt. _ { «
Wien, 27. September. Auf Anregung Italiens sollen die Vereinigten Staaten von Nordamerika Fr e en - Vermittelungen zwischen Japan und China "'^Wien. 27. S-P.e-ber. Die Mitglieder de» Natur- forscher-Congresse» wurden heute Mittag aus dem Rath^ause dnrch^den Bürgermeister festlich empfangen. Heute Abend findet der Empfang b-im Hofe statt.
Lemberg, 27. September. Die Cholera ist m ganz Galizien stark in der Abnahme begriffen.
Femlleton.
A«g dem Leben deutscher Kirchensürsten des 18. Jahrhunderts.
Don F. Grün.
Kür die Culturgefchichte de» 18. Jahrhundert» liefern fcic Aufzeichnungen de» geistreichen Freiherrn Carl Ludwi g von Pillnitz, de» Vorleser» Friedrich de» Großen, reiche» und nur sehr ungenügend benutzte» Material. Besonders da» Leben an den Höfen fast sämmtlicher europäischer Staaten, die der unstete Abenteuerer auf seinen zahlreichen Kreuz- und Ouerzügen durch Europa aussnchte — er hatte in rascher Aufeinanderfolge im österreichischen, spanifchen und Papst lichen Heere gedient — wird un» in feinen ”k
fo feiner und scharfer Beobachtungsgabe geschildert, daß die selben als eine sehr willkommene Ergänzung der zeitgenössischen Darstellungen, die sich ja in der Regel nur mit den allgeviein politische» Verhältnissen besasttn, betrachtet «erden dürfen. Unter anderem gilt die» auch non der folgenden kleinen Skizze de» Leben» an den Höfen der Kirchensürsten non Kulda, Würzburgund Bamberg, die, mag sie auch in mancher Hinsicht am Aeußerlichen hasten bleiben, 'm großen Ganzen da» Ansgehen jener Hoskreise In sorglosem, durch Reflexionen keiner Art gestörten LebenSgennsie treffend und anschaulich^^ch * seiner Reise non Gotha nach Wien im September 1729 In Fulda Halt gemacht und war von dem Fürstabt sehr gnädig empfangen und zur Tafel gezogen «ordeüs so wenig Interessante» die kleine Residenzstadt em w,ßbegterigen Reifenden bot, so sehr zeigte er fich von dem Glanze der sllrstiichen Hofhaltung überrascht. Obwohl er
aeietz befchasiigr ieiu, doch wird die ganze Angelegenheit j sehr geheim betrieben. - Der geschetttrie Eatwur eine»
in Verbindung mit dem Projecte eines Mnlelland-Canales öiebeL^r»ZrdSnen Ministerium de» Innern an die Kreishauptmannschaften gerichtetes vertrauliches Rundschreiben, welches eine geheime Conserenz zur örterung von Maßnahmen gegenüber dem Eindringen d-r Socialdemokratie in die Gemeindeverwaltungen Vorschlag, fit von der socialistischen „Sächsischen Arbeiterzeitung mit- oetheilt worden. Das amtliche „Dresdner Journal erklär, daß dem Vorgänge ein gröblicher Vertrauensmißbrauch zu Grunde liegen müffe._
aus ^>ie ^Leibgarde bildete eine Compagnie Garde zu Pferde und ein Regiment Garde zu Fuß, deren gute Haltung der Reisende huvorhebt. Seine ^aupttäälW
,, < r (iirffitdien Tafel, mit der sich nach dem Urtheil von Völlnid ohne Zweifel eines feinen Kenners auf diesem Gebiete, nur weniae fürstliche Hofhaltungen Deutschlands messen können L. nu'r Li ben'Vinften ®erWen. i t »te W
e§ den Leistungen der suldaischen Cavaliere unheimlich z Mutbe - nachdem er sich, allerdings mit sehr schwerem Kopfe, ^u dem Abte"rabschtedet, verließ er eilig die allzu gaft- " Mne Reise durch Franken sortzusetzeu.
Mür^ u a war lein nächste» 3'--, wo damals Christoph K?°n^ von Hutten als Fürstbischof und Herzog von Franke» h L (sLntpr führte Es ist ein Hofleben in großem Stile, in
Pracht der innere» Einrichtung, die Bewunderung be» 9th’ltil'n©*bännbotnW Grabeapell"während'a"e Denkmäler ^^ä^e^»am°e»Ui7^ K»»st °°u W
1U t ^Bukarest, 2V September. Das moldauische Städtchen Podul Urculu,i ist -gestern total abgebrannt- vierhundert meist israelitische Familien sind obdach °s.
Newuork, 27. September. Eine Vollversammlung der Demokraten des Staat es N ewy 0 rk nahm einstimmig die Candidatur Hills für den Gouverneurposten an. HM batte früher bk Candidatur abgelehnt. Die Convention faßte eine Resolution, welche Freude über dte Abschaffung des Mc. K'nley-Tartfs und Anerkennung für Cleveland aus drückt, die Einkommensteuer verwirft und sich gegen finanzielle
der Fremden in den Küstenstädten wird täglich ernster. Aus den Straßen von Peking und Tientsin werden Europäer ! alle Tage von dem Pöbel und Soldaten insulnrt.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag« für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer lnS Vorm. 10 Uhr.
,eim Berlin, 27. September. Die „Kreuzztg." meldet, durch Cubin-tsordre vom 5. September (et b>e« 8»t bei Königsberg der Name „Zwifchenwerk Gröben
Berlin, 27. September. Ein Redacteur des „Berl. Bürsen-Cour." hatte jüngst eine Unterredung mit dem Erzbischof von Gnesen-Posen, Dr. v. Stablewski, worin nJ letztere ausführlich über die Polenpolitik au erte und weint" e?!" in letzter Zeit in einem The,le der Preffe e »e förmliche Polenhetze in Seene gefetzt worden. Wege» barmlofer, selbstverständlicher Vorgänge habe man ihn und hohe Staatsbeamte, bürgerliche wie ""iiärischeWürdentrager angegriffen und verdächtigt. In erster Reihe seien der.ent» mandirende General de» 5. Armeeeorp», °. Steckt, ber Oberpräsident v. Wilamovitz-Mällendorf und der Regierung» Präsident Himly die Zielpunkte mannigfacher Unterstellungen gewesen. A» der Spitze der Bewegung stehe Herr v. Kenne wann Klenka, der da» Deutschthum verrathen glaube, weil der Oderpräsident den Intentionen de» Kais»» sprechend, nach den Vorschriften der Billigkeit und Gerechtigkeit den polnischen Landeskindern gegenüber die Berwaltung leiie. Dieser Vertreter des Deutschthum» fei derselbe, dervor w nigen Jahren aus der freieonfervativen und Reichspartei sowie aus den Parlamenten verschwand, nachdem er die Pflicht der Verschwiegenheit, die ihm al» ^ttfllieb bet Branntweinsteuer Commission auserlegt war, nicht beobachtet habe. Daß gerade Herr v. Stennemann-Slenta an der Spitze de» Konnte» für die Barzin-Fahrt stan^ Ware gewiß kein Grund gewesen, ihm Militärmusik al« Begleitung zur Ber fügung zu stellen. - De» Weiteren bemerkte der Erzbischof „Ich selbst werde mit mißtrauischen Augen überwacht. Jede harmlose Wort wird mißdeutet, jede herkömmliche, sonst auffällig erschienene Handlung wird al» planvolles.Begin»in zu einem geheimnißvollen, sneeififch P°l»'fche» S«« gestellt. Was kann man uns Vorwersen? ^t mehr al» dreißig Jahren herrscht, was an uns ist, ungetrübte Ruhe im Lande. Wen» schon unsere Gesinnung un» nicht dazu brächte, die einfachste Besinnung würde uns dazu veranlassen. Die Gefahr droht von einer ganz anderen Richtung. Hier drängt man förmlich den Socialismus auf da» flache Land. _ Wir fühlen uns al» preußische Untertanen, wir haben den bestehenden, staatsrechtlichen Zustand vorbehaltlos an- Erkannt! Was Herr °. KoSzielSk. in Lemberg g-fag, mag wenig geschickt gewesen sein, doch die mit unzulänglichem Be dacht'gewählten Worte schaffen die Thatsache nicht aus de Welt, daß die polnischen Abgeordneten m den wichtigsten Fragen der Regierung ihre zum Theil unentbehrliche Unter ftübuna gewährt haben. Die unvernünftigen, polenfemdlichen Agitatiomn, die sich jetzt regen, können nur dazu. diene» uns diese Haltung zu erschweren und am letzten Ende ,°gar u
- Im" Preußische» Ministerium des Innern soll man thatfächlich mit Ausarbeitung einer Art von Anarchisten
D-v-w>-n be» •
Merlin, 27. September. Rach dem „B-rl. Tagebl. Circuli« m Colonlalkreilen das Gerücht, 8egntion6ratS
- ■ beabsichtige, sich von seinem Posten zuruckzuziehen. Der'Gouverneur Zimmerer soll al» sei» Nachfolger in der Colonialabtheiiung de» Auswärtigen Amts auSerfehen
Neueste riachvichte«.
Wolff« t-legr«Vhiiche« Torrefvondenz-Bure-n.
Berlin, 27. September. Die Stadtverordneten Der- | sammiung hat den von einem Arbeiterverein gestellten Antrag, die köuigll Leihämter in städtische Verwaltung zu ^"ÄtthelmShavem 27. September. Contreadmiral Hoffmann lst zum Chef des Kreuzergeschwaders in Ostasten, Conüeadmiral Barandon zum Ches 2. Division des Manövergeschwaders, Capitän zur See
Chef de? nautischen Avtheilung des Retchsmarineamts, Capitän zur See Bendemann zum Jnipecieuc des To P^^Bremen/27. September. Boesmanns Bureau meldet, der ionische Schooner „Magdalas mit dem der Schnells dumpfer „Lahn" in der Nacht vom Dienstag zum D^twoch in der Nähe von Texel in Collision war, ist nach Maa
stiller Verachtung übergangen, wenn mchtals.barbarisch« verspottet werden. Der ganze Glanz des fürstbischöfliqeu Hofstaates entfaltete sich vor unserem Reisenden bet Gelegenheit eines kirchlichen Aufzuges, dessen-Zeuge « bei snmr Anwesenheit in Würzburg war. Den Zug, der sich von dem Residenzschlosse nach dem Dome bewegte, eröffneten sechs sechs, svänniae bischöfliche Caroffen- ihnen folgten achtzig Lakaien un"sechzehnPagen, denen sich mehr als achtzig
Fuß anschlossen. Erst jetzt erscheint die Carosse des Fürsten, zwischen einem Spaliere von Hellebardieren, chr zur Seite der Oberftallmeister undHofmarschall, der ktztere das Sckwert der Herzoge von Franken tragend. Den Schluß des Zi^ges bildeten die fürstlichen Heiduken und die Compagnie 6Cr auTbtt”ben Würzburger Kirchenfürsten hatte sich ber Baron einer sehr freundlichen Aufnahme zu erfreuen - nament- ttch war er täglicher Gast an der fürstlichen Tafel f^- lick für ibn noch gefährlicher wurde, als dres in Fulda der cyQn »xwesen. Kaum hat man sich zu Tische gesetzt/ so trinkt ker Bi ch dem Baron zwei oder brei Gesundheiten zu- seinem Be spiele folgen der Oberstallmeister, ber H°fmarschall uäd "e zwölf anderen Theilnehmer der Tafel- von Pöllnitz muß bmd) Nachtrinken banken unb bie aiifmet£|amteit feiner- feit» durch Vortrinken erwidern. Wa» Wunder, baß der Reifende, noch bevor da» Esten recht begonnen, Mühe hat, feine Sinne belfammenzuhalten und daß er unruh^ der Aufhebung der Tafel entgegensteht? Nachdem der Bischof sich in feine Gemächer begeben, glaubt auch der arme Baron den Rückzug »»treten z» dürfen. Bittere Emtamchung! Er sieht sich von den Hojeavalieren umringt, die ihn von der Notbwendigkeit einer kleinen Nachfeier zu überzeuge» wtsten. Namentlich ber Oberstallmeister, Baron von Zobel, und der
Ä’ÄKÄ für die Fahrt ist noch nicht seftgesetzt- voraussichtlich dieselbe am 20. October erfolgen. ,cAw,mpntritt
Berlin, 27. September. Noch vor dem Z^ammentri
r äs ssäs-hE En tu berutben Bor der Einberufung der Kaffe,er is..:";, m». ä: ä
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lettuna" zufolge, der bisherige Reglerungspräsident in Aurich Kraf Konstantin zu Stolberg-Wernigerode und zum Regierungspräsidenten in Aurich dem Vernehmen nach 'de7Ooe?präst^alrath v. Estorfs in Codlenz ernannt wo de».
Berlin, 27. September. Bei den gestrigen Gew erb gerichtswahle» Haden die Soetaldemokrate» aus der Arbeitgeberliste zu den zwei Sitzen, dte sie- schon inne-
Alle Annoncen-Bureaux dcS In- und Auslandes nchmcu Anzciacn für ben „Gießener Anzeige^ kntgegen.
Nr. 228 ErKes Blatt.
Gießener Anzeiger
Keneral-Mznger. '


