Ausgabe 
29.7.1894 Erstes Blatt
 
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den 25. Jult.

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Merkmale:

1. Die versiegelte Flasche.

2. der NameZach erl"- Zu haben, wo Zacherlin- Placate ausgehängt sind.

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Brodpreise vom 29. Juli bis 12. August 1894. Ter hiesigen Bäcker.

Temperatur der Lahn und der Luft

nach Re.umur gemessen am 28. Juli, Mischen 11 und 12 Uhr.

Wasser 15, Lust 18°.

Rübiamen'iche Badeanstalt.

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V erfrischtes

* Berlin, 27. Juli. Die Fahrlässigkeit zweier Dienstmädchen hat über die Familie eines Regterungs- baumeisters, die zur Zeit in Heringsdorf weilt, schweres Leid gebracht. Die beiden Mädchen wollten eben tut Kind im Kinderwagen die Treppe hinauftragen, als der Briefträger hinter ihnen her kam. Kaum seiner ansichtig, ließen sie Kind und Wagen im Stich, um etwanige für sie bestimmte Send­ungen in Empfang zu nehmen. Der Wagen rollte die Treppe herunter, das Kind fiel heraus und blieb tobt.

* Gifhorn, 26. Juli. Bei Wollersdorf im Kreise Büchen gerieth beim Roggenmähen der Arbeiter Leip mit seinem Lohn in Streit und wurde von diesem mit der Sense durch­schnitten. Der Tod erfolgte sofort.

* Ei» Ausstelluugsdieb. In der türkischen Abtheilung der Antwerpener Ausstellung wurde an einem der jüngsten Abende ein dort als Verkäufer thätiger Italiener verhaftet, der Schmucksachen im Werthe von 1520 000 Frs. aus der italienischen Abrheilung gestohlen hatte. Die ge­stohlenen Gegenstände fand man noch in seinem Besitz.

Johannesgemeinde.

Den 25. Juli. Johannelte Pimper, geb. P'Mper,. Wtttwe: des Schneidermeisters Gustav Pimper, alt 59 ^ahre, starb den 23. Jult.

Land- und Volksroirthschaft.

Ufteti. 28. Juli. Marktbericht. n »us dem.heutigen «ochenmcnckt kostete: Butter vr- M. * 0,90-1,1^

1 Stück0 X 2 Stück 11-13 4, Mepr. 6t. 5-8 X «gge pr. St- 3 X Lrbsen pr. Liter 17 X Änsen pr. Mer 28 X Tauben pr. Paar Ji 0,80-1,00, Hühner pr- Stück.^t l, 10--1,50, zahnen pr. St- -ü 0,50-1,20, Enten pr. St-^ 1/70 bis 1'?0. Ochsevflett^ pr. Pfd. 74-78 X Kuh- u. Rindfleisch pr. Psd.

fleisch pr. Md. 6070 X KaLsteiscy pr. Pfd. 60-86 ^, Hammel fleisch pr. Md. 58-68 X Kartoffeln pr. 100 Mlo 6,90-10'00 Lettzkrcml pr. Stück--X Zwiebelt pr. Eentner 9,0010,00 ^ ,

'Mch px. 16 20 L, Enteneier 2 St. 11 X Gänseeier 10 Kirschen pr. Pfd. 8-12 X_

Selbilgestrichener Iußboden.

Beim Anbruch des Sommers erscheint es angebracht, nur den I Selbstanstrich der Fußböden Hinz weisen. Es ist eine ung-.metn leichte Sache, sich seine Fußböden selbst zu streichen, wenn man di- wenigen nolhwcndigen Dorbedirgungen genügend b"ucksichligle Sauberer trockener Fußboden, sowie möglichst dünner Anstrich smd unerläßlich, um die Farbe eine leichte und haltbare Verbindung mit den zu streichenden Dielen eingehen zu lassen. Nach dem Trocknen des ersten Anstrichs mutz unbedingt ein zweiter folgen, der stets genügende Deckkraft heroorbringt. So wird es möglich, datz die Farbe von unten und oben trocknet, und ist ein Abblättern des An­strichs ncchr zu befürchten, wenn derselbe sonst aus ^em Material I hergestellt ist. Hier aber liegt der wunde Punkt. Als streichrechte Fuhbodenfarben werden viele Producte in den Handel gebracht unter den verschiedensten Namen, und wird es daher dem Privatmann oft recht schwer gemacht, richtig zu wählen, denn ihm liegt £n einer haltbaren, sowie schnelltrocknenden Farbe, die möglichst gleich den ent­sprechenden Theil Lack enthält. Erfahrungsgemäß aber sind das zwei schwer vereinbare Factoren. Alle Spritlackfarbem genannte Fußbodenglanzlacke besitzen wohl die löbliche Eigenschaft des Schnelltrocknens, können aber das Abwaschen nicht recht vertragen, da sie blind dadurch werden, und sind sehr wenig haltbar, immer zu spröde. Gewöhnliche Oellackfarben wiederum^^e^ jam, obgleich das im Allgemeinen nur für ihre Haltbarkeit spricht, denn das zeugt von hohem Fettgehalt des ^ckes. Man begnüge sich daher mit einer Trockensähigkeit von ca. 6-8 Stunden, um, nicht zu mageren Lack verwenden zu müssen; Bernste.nlack, wie solchen die seit 1833 bestehende bekannte Carl Tiedemann sche Lack­fabrik in Dresden unter der Schutzmarke «Herkules allein er­zeugt, ist hier das einzig Wahre und weitz das der Stubenmaler schon lange - denn dieser Lack ist geschmeidig, sehr haltbar, trrtt sich auch nicht weiß und wird durch kaltes Aufwaschen nur härter, verliert aber nicht seinen Glanz dadurch. Diese Bernstein-Oellack- farben werden in den verschiedensten Tönen, wie bitt, mittel unb dunkel hergestellt. (Stehe Extra-Beilage, welche der Stadtauflage heutiger Nr. beiliegt.)

Auszug aus -en Kirchenbüchern

per Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getränte.

Den 26. Juli. ginanSrant ®rnft

»u ®U61n- »Kaufte.

Matthäusgemeinde. , .

Den 22. Juli. Dem Maurer Andreas Krug ein Sohn, Heinrich, geboren den 12. Juni.

Lukasgemeindc. .

Dm 22. Juli. Dem Bierbrauer Heinrich Kraushaar ein -sohn, - 3O6an£eSn8ebOmb^|io^tnLS-nr«b dne T°chl«,

Paula Frieda Johanna, geboren den 7. Juni.

Johannedgemeinde.

Den 22. Juli. Dem Packmeister Ernst Heilmann ein Sohn, D-m Ä-rm-lft.- R°b-rl R°d.w°ld -ln.T°chl.r, D-U.d LSsi-rl eine Tochter. Marl- Magdalena Katharina, geboren den 17. Juni.

Den 26. Juli. Dem Taglohner Daniel Muller eine vomier, Katharine Marie Wilhelmine geboren den 11. Juli.

Denselben. Ein unehelicher Sohn, Karl, geboren dm lo. Ju t.

Beerdigt».

Markusgemeinde.

Den 24. Juli. Susanne Schneider, Privatin, alt 17 Jahre, Itarb ^^^ö.^zuli. Ida Lauckert, Privatin, alt 45 Jahre, starb fcen ^Den^26. Juli. Georg Gravelius, Heizer, alt 55 Jahre, starb

An Haselnüssen steht in diesem Jahre eine reichliche Ernte in Aussicht, da alle Büsche und Hecken voll hangen.

Darmstadt, 27. Juli. Der seither dahier beschäftigte Gärtnergehilfe W. Hallenberger war mit einem hiesigen Mädchen verlobt, doch wurde von Seiten des letzteren kürzlich das Verlöbnitz wieder aufgelöst. Hallenberger begab sich nun gestern Nachmittag gegen 2 Uhr In die Wohnung semer seitberiaen Braut und verlangte verschiedene noch in deren Besitze befindliche Wäschestücke zurück. In dem Moment, als die Mutter der Braut die Gegenstände in einem Zimmer holen wollte und der Gärtner sich mit dem Mädchen in der Küche allem befand, zog er einen Revolver heraus und feuerte drei Schüsse ab. Der sofort herbeigee,lten Mutter stürzte das blutende Mädchen in die Arme, wahrend der Gärtner auf dem Boden lag. Der er sprang sofort zur Polizei und machte die Anzeige, während d^e Mutter ihre verwundete Tochter zu Bette brachte. Diese Gelegenheit benutzte der Gärtner zur Flucht und sprang aus dem Kuchen­fenster etwa acht Meter tief in den Garten und von da über eine etwa drei Meter hohe Mauer in einen anderen Garten. Derselbe konnte trotz der sofort angestellten Recherchen bis jetzt nicht ermittelt werden. Seine bisherige Braut erhielt zwei Schüsse in die rechte Seite und einen Schutz in die rechte Hand. Die Verletzungen sollen indessen nicht lebens­gefährlich sein. Den Revolver und Hur ließ der Gartner auf dem Thatorte liegen. W'e dieN. Hess. 53.' erfahren, wollte sich Hallenberger selbstständig machen und hatte bereits in der Wilhelminenstratze einen großen Laden gemiethet, in dem er Blumen verkaufen wollte. Da ihm die nothigen Mittel hierzu fehlten, verlangte er Geld von dem Bater seiner Braut, das ihm aber verweigert wurde, zumal das ganze Unternehmen wenig günstige Aussichten hatte. In Folge deö Benehmens des H. wurde nun die Verlobung aufgelöst und hat er jedenfalls aus Rache die Thal aus- 0C^A Mainz, 27. Juli. Das verflossene 11. deutsche Buno eSschießen hat neuerdings wieder ein unangenehmes Nachspiel erhalten, dessen Schlnßact sim wohl in den Gerichtssälen abwickeln wird. Aus Anlaß der Unregelmatz'g- feiten, die sich zwei Mitglieder des Mainzer Schützenvereins, um Preise zu erhalten, zu Schulden haben kommen lasten, ist nämlich eine große Preßfehde entstanden, in welcher mehrere Vorstandsmitglieder des Schützenvereins gewissermaßen Partei für die beiden beschuldigten Schützen ergriffen haben. Diese Stellungnahme hat nun ein gegenwärtig in Wiesbaden wohnendes früheres Mitglied des hiesigen Schützenvereins zu einem offenen Schreiben veranlaßt, in welchem der Vorstand des hiesigen Schützenvereins auf das Heftigste angegriffen wird und zwar in einer Art, die sich nur auf dem Wege einer gerichtlichen Klage beantworten läßt. Wie em Bericht­erstatter hiesiger Blätter wissen will, soll das Schützenfest nicht mit einem Deficit, wohl aber mit einem nennenswerthen Ueberschutz abschließen. Der neugewählte zweite Bürgermeister Dr. Schmidt von Worms wird am 15. September in die hiesige städtische Verwaltung eintreten.

mit Pauline Kleinen zu Geilenkirchen. 25. Karl Ludwig Wilhelm Georg Louis Heyer, Forstass-ssor zul Beerfelden . O., mit Amaue Nofalie Sophie Groos dahier. 25. Wilhelm ^^' Sckm ed z

VR FSäm

dahier, mit Katharine Rücker ^httr^ttst^^

Juli' 26. Ernst Friedrich Hermann Conrad 6ngdba<b, ^Inani- ofpirant" zu "Darmstadt, mit Johanna Christiane Luise Dorothea Jughardt hier selbst.

Juli: 17. Dem Schutzmann Ferdinand Link ein Sohrn Karl August. 18. Dem Dachdeckermeifter Kaspar Müller eine ^och . 19. Dem Bureaugehülfen Franz Josef Simmer eine Tochter. Mar e Veronika. 19. Dem Lehrschmied Georg Lamberth ^ohn, Lu g Karl. 21. Dem Kaufmann Wilhelm Dckeleine Tochter. Taglöhner Adam Obr ein Sohn. 22. Äad

(Kphrt eine Tochter. Auguste. 24 Dem Realgymnasralleorer stau Sann eine Tochter. 24. Dem Jnstitutsdiener Georg Boyer ein

I Sohn, Georg. 25. Dem Schneidermeister Konrad Oehler eine Tochter. 26. Dem Buchbinder Heinrich Schneider XIII. eine Tochter.

ZT» «.

<x..ri. 22 Susanne Schneider, 78 Jahre alt, Privatin dahier. 23. Äte' Ä Ämk »SW. Ä ««, Schneider Gustav Pimper dahier. 23. Ma Lockert, 45 Javre an^

Ä

I 40 Jabre alt, Wirtb dahier. ,

Att-Mg aus den StandesamtsVegrstern der Stadt Gießen.

Qnfgeliot««

Juli: 23. Georg Krieg!, Obermälzer dahier, mit Juliana Helena

Lina Daab von Grünberg. 23. Heinrtch Kockerbeck, Architect dahier.

Der Brodverkäufer.

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Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod

Kg. (2 Pfd.) Weißbrod

Kg. (4 Pfd.) Weißbrod .

Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod

Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod

Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod . .

Gießen, den 28. Jult 1894.

Großherzogliches Polizetamt Gteßen.

I. V.: Roth.

1

2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod bei Carl Wallenfels II. - Kg. (2 Psd.) Weißbrod .

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Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod

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zu richten.

Marienschloß, 27. Juli 1894.

Gr. Direction des Landeszuchthauses.

6243] Bornemann.

Hannover-BbcrheMcher Güterverkehr.

Am 1. August d. Js. gelangt der Nach­trag V zum Tarif für vorbezeichneten Verkehr zur Einführung.

Nähere Auskunft über besten Inhalt ertbeilen die Güterabfertigungen.

Gießen, den 26. Juli 1894.

Großh. Direction der Oberhessischen 6267) Eisenbahnen.

Verding

über Ausführung von Auudamenl- Mauerwerk aus Bruchsteinen zum Neu­bau eines Güterschuppens auf Bahnhof Gießen-

Die Bedingungen und die Zeichnungen können während der Dienststunden in un- serm technischen Bureau, Zimmer Nr. 14, eingesehen oder gegen kostenfreie Einsen­dung von 2 Mark nebst den Zustellungs­kosten in baarem Gelbe durch unseren Bureau-Vorsteher bezogen werden.

Die versiegelten und mit der Aufschrift Angebot über Ausführung von Fnn- bament - Mauerwerk auf Bahnhof Gießen" ,,

versehenen Angebote find bis zum 7. Aug. d. I., Vormittags 10 UJ)t postfrer an uns einzurcichen, zu welcher Zett die Eröffnung derselben stattfinden wird. Später eingehende Angebote werden nicht berücksichtigt. Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Casiel, den 25. Juli 1894.

«Snigl. Eiseubahn.BeLriebsamt

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