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Nr. 149 Erstes Blatt. Freitag den 29. Juni
1R94
Der chictzener Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme des Montags.
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Bahnhofe aus.
Berlin, 27. Kaiserpaares nächsten Montag Nordlandsreise an
begibt sich das Kaiserpaar von Kiel nach Schloß Grünholz und wohnt daselbst der Taufe der jüngstgeborenen Tochter des Herzogs Ferdinand von SchleSwig-Holstein-Sonderburg- Glücksburg bet. Schmerzlich bewegt hat den Kaiser die Kunde von dem fluchwürdigen Attentat, welchem Präsident Carnot zum Opfer gefallen ist. Von diesem Eindrücke des erschütternden Ereignisses auf den kaiserlichen Herrn zeugt die warme BetleidSdepesche, welche er sofort der Wittwe Carnots zusandte und worin der Monarch ausspricht, daß Carnot, würdig seines großen NamenS, wie ein Soldat aus dem Felde der Ehre gestorben sei. Diese theilnahmsvolle und würdige Kundgebung des deutschen Kaisers anläßlich des tragischen Endes Carnots har in Frankreich einen tiefen Eindruck gemacht, wie u. A. die Aeußerungen angesehener Pariser Blätter über die Condolenzdepesche Kaiser WtlhelmS erkennen lasien.
— Zur Sensationsaffaire Kotze liegt nichts wesentlich Neues vor- über den Gang der eingeleiteten Untersuchung dringt durchaus nichts in die Oeffentlichkeit. Sicherlich läuft in den bislang über diese Angelegenheit verbreiteten Nachrichten viel Klatsch und müssiges Gerede mit unter, so daß vorsichtige Zurückhaltung in der Beurtheilung des ganzen ZwischensalleS geboten erscheint.__________________
Deutsches Reich.
Darmstadt, 27. Juni. 2ßte bereits mitgetheilt, treffen Seine Majestät der König von Sa chsen Montag, 2. Juli zum Besuch des Großh. Hofes hier ein. Die Ankunft Seiner Majestät erfolgt Vormittags 8 Uhr 7 Mm. auf dem Main- Neckar-Bahnhof, wo großer militärischer Empfang stattfindet. Seine Königliche Hoheit der Großherzog und Seine Großherzogliche Hoheit der Prinz Wilhelm werden am Bahnhofe anwesend sein. Die Fahrt zum Großherzogltchen Schlosse erfolgt durch die Rheinstraße über den Marktplatz nach dem Haupreingung an der Hauptwache. Im Großherzoglichen Schlöße wird der hohe Gast von dem Oberst- hosmarschall und dem Oberceremonienmeister empfangen. Abends 7 Uhr findet Galatafel im Weißen Saale des Großherzoglichen ResidenzfchlosieS statt. Für Dienstag den 3. Juli ist ein JagdauSflug der Allerhöchsten Herrschaften nach JägerSburg, Lorsch und Viernheim in Aussicht genommen. Die Abreise Seiner Majestät deS Königs erfolgt Mittwoch
schwarzgekleidete Damen.
— Die Zugänge zum Saale des CongresseS waren durch strengste Maßregeln sreigehalten, Polizeibeamte hielten die Straßen besetzt. Die Gambettastraße, wo der Congreß- saal sich befindet, war für den Wagenverkehr vollständig gesperrt. Dle Truppen waren confignirt der Bahnhof be- setzt durch eine Abtheilung des 5. PwnierregimentS.
Versailles, 27. Juni. Der senatspräsident Challemel Lacour als Präsident des CongresieS eröffnete denselben mit einer Ansprache über daS erschütternde Ende deS Prä- sidenten Carnot. Die Rede machte tiefen Eindruck. Sodann wurde die Wählerliste verlesen. Währenddessen erschien Casimir Perier im Saal, stürmisch begrüßt. Nachdem auf erhobenen Protest hin mehrere Fehler in der Wählerliste verbeffert waren, versuchten Baudry, d'Asson und Michelin Anträge aus Revision der Versaffung einzubringen. Erstere in monarchischem, Letzterer in radicalem Sinne. Der socialistische Abgeordnete Dejeaute beantragte die Abschaffung der Präsidentschaft der Republik. Der Antrag entfeffelte stürmische Proteste. Mehrere Abgeordnete und Senatoren bemerkten, die Nationalversammlung sei keine Versammlung zu politischen Beratungen, sondern ein einfaches Wahlbureau. Um 31/* Uhr wurde der 2. NamenS- aufruf vorgenommen. Von 880 Mitgliedern fehlten 35. Der । Arbeüerabgeordnete Th irrter erregte besondere Aufmerksamkeit. Als Pierre Vaur seine Stimme abgab, rief er: ; „Hs lebe die Republik!" Im Ganzen wurden 835 Stimmen abgegeben. Der Abgeordnete Taberot stimmte nicht ab, weil er Gegner der Präsidentschaft sei. Casimir Perier erhielt 451 Stimmen, Brisson 191, Dupuy 99, General Feorier 52, Arago 27 Stimmen. Als daS Resultat verkündet wurde, erscholl ungeheurer Beifall, während die Socialisten lärmten. Casimtr Perier ist geboren im Jahre 1847 als der Sohn des Senators Perier, der unter ThierS eine Zeitlang Minister deS Innern war. Casimir wurde bekanntlich Anfang Decemder v. I. nach dem Sturze Dupuys Ministerpräsident, ' um Ende Mai d. I. einen geringfügigen Anlaß dazu zu benützen, seine Demission zu geben. Die Wahl PerierS zum
Bekanntmachung, betreffend die Ertheilung der Erlaubniß zum Betrieb einer Versicherungsanstalt.
Das Großherzogliche Ministerum des Innern und der Justiz hat der Gesellschaft für Lebens- und Rentenversiche- rungen „Der Anker" zu Wien die Erlaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum unter den üblichen Bedingungen auf Widerruf ertheilt.
Gießen, den 27. Juni 1894.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Juni. Die kurze Villeggiatur unseres in Kiel neigt sich ihrem Ende zu- am treten die Majestäten, wie bekannt, ihre Bord der „Hohenzollern" an. Morgen
Bekanntmachung.
Fuhrwerksbesitzer werden darauf aufmerksam gemacht, daß sich auf der Kreisstraße Gießen - Krofdorf vom Donnerstag den 28. ds. Mts. ab, eine Dampfwalze befindet.
Gießen, den 27. Juni 1894.
Grobherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Gagern.
Die Präfidentcnwahl in Frankreich.
Auf dem Gebiete der auswärtigen Politik bildet selbstverständlich daS tragische Ende deS Präsidenten Carnot mit Allem, waö sich an den erschütternden Vorgang anknüpft, noch immer daS hervorragendste Ereigniß. In Frankreich ist zunächst der nationale Schmerz anläßlich bei unvermutheten Heimganges des bisherigen so verdienstvollen Staatsoberhauptes vor dem Jntereffe an der Wahl dei neuen Präsidenten der Republik zurückgetreten. Dieser für die weitere Zukunft Frankreichs so bedeutungsvolle Act fand am Mittwoch in Versailles statt und hatten sich hierbei den zum Congreffe vereinigten beiden Häusern deS französischen Parlaments eine ganze Reihe von Candidaten für den erledigten obersten Beamtenposten deS Landes präsentirt, von denen der Kammerpräsident EasimirPerier nach allgemeiner Annahme die meisten Chancen besaß. In einer am Dienstag seitens der drei republikanischen Gruppen deS Senats veranstalteten Probeabstimmung waren von 177 abgegebenen Stimmen 144 auf Casimir Perier gefallen. Am gleichen Tage fand auch eine von der demokratischen Linken veranstaltete Versammlung aller Republikaner der beiden Häuser statt. In derselben kam eS aber zu einem erbitterten Hand- gemenge, mit Fäusten und Urnen schlug man auseinander los. Schließlich ging die Versammlung auseinander, ohne eine Abstimmung vorgenommen zu haben- der Zweck der Socialisten und Ultraradicalen, durch die hervorgerufene Hauerei eine Abstimmung zu hintertreiben, war „glänzend" erreicht!
Die Wahl Casimir Perier« zum Präsidenten der fran- zöfifchen Republik konnten wir gestern Abend nach unS zu- gegangener Privatdepesche durch Anschlag an der Expedition deS „Gießener Anzeiger" mittheilen. Ueber die Vorgänge vor, während und nach der Wahl gingen unS folgende Nach- richten zu:
Pari«, 27. Juni. Die Stadt zeigt ihr gewöhnliches Gepräge und blieb vollständig ruhig. Fast die Hälfte der Einwohuer weilt in Versailles, die Straßen sind menschenleer und viele Läden geschloffen. Der Gemetnderath hält im Stadthause eine permanente Sitzung ab.
— Heute Mittag trafen fämmt ltche Mitglieder deS Senats und der Kammer in zwei Sonderzügen in Versailles ein. Die Menge deS dort weilenden Publikums ! zählte nach Hunderttausenden. Die Congreßmitglieder begaben sich um 1 Uhr 20 Minuten in den Sitzungssaal, deffen Tribünen überfüllt waren. In der Diplomatenloge bemerkte man zahlreiche Vertreter europäischer Mächte, sowie viele
Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1894 laden wir hiermit ergebcnst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatjachen entsprechender Weise zur Kenutniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrichten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben auf dem Laufenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz Oberhessen ansässigeBerichtechatter,Mer „Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur' Kenutniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen L a n d w i r t h s ch a f t wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- ' werthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen m vaus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Em gediegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar- tikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Nnterbaltu nw'stoff bieten. Außerdem werden die „Gießener Familienblätter", welche dem Anreger wöchentlich 3 mal bcigelegt werden und die stets ein gewähltes Feuilleton als Unttrhaltung^ftoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eme beliebte Beigabe bieten. ...
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige -es er, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. ausgeben zu wollen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger koftensrei zugestellt , wie wir auch gerne bereit find, Prole- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. ^en Qefcrn in hiesiger Stadt werden wir, wie feither, den ^Anzeiger weitersenden und den .Abonnementsbetrag durch Quittung erheben taffen, falls nicht ausdrückliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtend
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch).
den 4. Juli, im Lause deS Vormittags vom Main - Neckar- D. Ztg.
Ausland.
Brüfiel, 26. Juni. Die französische Handelskammer läßt । auf den Sarg Carnots einen Riefenkranz aus Jmortellen niederlegen. ..
— Das feierliche Leich enbegan gut tz Carnots ist auf nächsten Sonntag festgesetzt, bis dahin bleibt die Leiche im Elysöe ausgebahrt, wohin tagtäglich eine förmliche Wall- fahrt stattfindet. — Ueber die Motive, welche den Italiener Cesario, den Mörder Carnots, zu feiner furchtbaren That bewogen haben, gehen die Meinungen noch einigermaßen aus- einander. Jndeffen überwiegt die Anschauung, daß man es in dem entsetzlichen Verbrechen mit einem Racheact der Anarchisten zu thun habe, mit deffen Ausführung Cesario beauftragt wurde - die Erklärung deS Attentäters, daß er keine Mitschuldige habe, wird nirgends ernst genommen.
London, 26. Juni. In Folge der Ermordung Carnots sind hier die Polizeimaßregeln zum Schutze der Königin Victoria und der Mitglieder des Königshauses verdoppelt worden. Besonders umsaffende Vorkehrungen sind filr_ die Sicherheit des russischen Thronfolgers während seines hiesigen Aufenthaltes getroffen.
London, 26. Juni. In einem Interview gab die be- bannte Anarchistin ßouite Michel die für ihre Ansicht über das Attentat auf (5 ar not chararteristtsche Erklärung ab- „Mit der Ermordung CaruolS ist gleichzeitig die ganze Bonrgeoifie getroffen. Er reprälennrte bie capttaltfttWe Republik, die man mit Verwünschungen überhäuft. £te|e individuelle Reoolte ist dos SBorfpiel einer großen Bolks- reoolmion, aus der die Weltharmome hervorgehen wird. Der Anarchist Pompjeon erklärte: „Weder noch Galeeren können die Männer, welche mit arnachisiischem Glauben ausgerüstet sind, entwaffnen. Es wird derTag kommen, wo sich bie Söller gegen -ne socialen, EE^chen Zustände auflehnen werden und dreier Tag ,st naher, ali man glaubt. Ravachol, Vaillant unb Henry sind gerächt. Wer Wind säet, erntet Sturm.-


