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Nr 122
Dienstag den 29. Mai
1894
Der 0ir|}fntr Änitiger erscheint täglich, mit Au-nahmt bei Montags.
Die Gießener Aamtlieavsätter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal deigelegl.
Gießener Anzeiger
Kenerat-Wnzeiger.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Uveis Gietzen.
Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den lolgenben Tag erscheinenden Nummer bis Bonn. 10 Uhr.
Gratisbeilage: Gießener Kamikienblätter.
Alle Annoncen-Bureaux deS Ja» und Auslandes nehme» Anzeigen für den „Gießener Anzeiger" entgegen.
Amtliche* Tbeil.
Bekanntmachung,
betr.: Die Feldbereinigung in der Gemarkung Steinbach.
Von Mittwoch den 30. Mai bis incl. Samstag den 2. Juni d. I. sollen die Acten der Besitzstandsaufnahme vom letzten Bereinigungsfelde (1. Feld) zur Beseitigung von Irr- thümern im Besitzstände nochmals auf dem Rathhaussaale offen gelegt werden.
Ich fordere die Betheiligten auf, eventuelle Unregelmäßigkeiten des Besitzstandes während der Offenlegungszeit vorzubringen und bemerke noch ausdrücklich, daß alle diesbezüglichen Reclamationen bei dem späteren ZutheilungStermin «unachsichtlich abgewiesen werden.
Gießen, den 26. Mai 1894.
Der VollzugS'Commiffär.
Dr. Wallau.
Deutsche» Reich.
Darmstadt, 26. Mai. Seine Königliche Hoheit der Herzog von Sachsen-Coburg und (So tha trafen heute früh 7 Uhr, von England kommend, zum Besuch der Allerhöchsten Herrschaften hier ein und reisten nach dem Luncheon um 2 Uhr 24 Min. nach Wien weiter.
Berlin, 26. Mai. Der Schluß der Landtagssession ist für Donnerstag den 31. Mai in Ansicht genommen.
Berlin, 26. Mai. Der Colonialrath ist zum 7. Juni einberufen worden. Der BerarhungSgegeustand des Colonialraths wird die Grundbuchordnung für Ostafrika bilden.
Berlin, 26. Mat. Der Bund der Landwirlhe hat befchloffen, eine eigene Zeitung herauSzugeben. Er soll zu diesem Zwecke bereits ein Capital von einer halben Million Mark beisammen haben. Unter Anderen werde auch Maximilian Harden in den Borstand treten.
Berlin, 26. Mai. Eine gestern Abend abgehaltene Volksversammlung berietst über die Aufhebung oder die Fortsetzung deS BrauereiboykottS. ES wurde constatirt, daß in den letzten Tagen die boykottirtcn Brauereien 50 Procent weniger Absatz als sonst hatten. Nach einer Rede des Reichs- tagSabgeordneten Auer wurde befchloffen, den Boykott erst nach vollständigem Siege der Arbeiter aufzuheben.
Berlin, 26. Mai. Der „Reichsanzeiger" schreibt: Der im ReichSamt deS Innern ausgearbeitete Entwurf von Ausnahmebestimmungen, betreffend die Sonn
tagsruhe in gewerblichen Anlagen der Industrie für Steine und Erde (Gruppe 4 der Gewerbestatistik) wurde in einer gestern unter dem Vorsitz des Unter- staatSsecretär Rottenburg im ReichStagSgebäudr abgehaltenen Conserenz berathen. An der Conferenz nahmen außer den Commiffaren deS ReichSomtS des Innern und deS preußischen Handelsministeriums 5 GewerbeaufsichrSbeamte, 20 Vertreter der Arbeitgeber, 35 Vertreter der Arbeiterschaft Thetl. Zunächst wurden die im Entwurf für Kalk- und GipSbrenne- reien, Cementfabriken, Ziegeleien, Anlagen zur Herstellung von Thonwaaren und feuerfesten Producten, Töpfereien, Steingut- und Porzellanfabriken, vorgesehenen Bestimmungen eingehend besprochen, demnächst wurde erörtert, ob sür andere, zu der Gruppe 4 der Gewerbestatistik gehörende Industriezweige Ausnahmebestimmungen auf Grund deS § 105 d der Gewerbeordnung erforderlich seien. Auf die Glasindustrie erstreckte sich die Berathung nicht, da die Ausnahmebestimmungen hierfür gesondert ausgestellt und bereit« mit Vertretern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer berathen sind.
I Berlin, 26. Mai. Der bisherige Kanzler für Kamerun, Leist, hat sich nun doch seinen Richtern gestellt, denn er ist an Bord deS Wörmann-Dampfers „Lulu Bohlen" am Sonnabend früh in Hamburg eingetroffen, um alsbald nach Berlin weiterzureisen. Im Interesse deS Ansehens des deutschen Beamtenstandes und speciell der höheren Reichsbeamten kann man sich nur freuen, daß demnach die Gerüchte, welche Herrn Leist bereits von Kamerun nach Amerika entwichen fein ließen, unbegründet find. Herr Leist wird sich wegen der ihm zur Last gelegten bekannten schweren Ausschreitungen vor der Dtsciplinarkammer zu Potsdam zu verantworten haben. Gegen das Urtheil dieser Instanz steht ihm dann Berufung an den DiSciplinargerichtshof beim Reichsgericht zu Leipzig zu.
— Der Zollkrieg zwischen Deutschland und Spanien ist nunmehr in aller Form eröffnet. Die spanischen Zollämter sind angewiesen worden, den Maximaltarts gegen 1 deutsche Waaren, die seit dem 21. Mai nach 12 Uhr NachtS in Spanien eingetroffen sind, anzuwenden, woraus deutscherseits durch die Inkraftsetzung der dem BundeSrath zugegangenen kaiserlichen Verordnung geantwortet worden ist, welche einen 50 procentigen Zollzuschlag zu den Sätzen deS allgemeinen deutschen Zolltarifs gegenüber allen wichtigeren auS Spanien und den spanischen Colonien kommenden Artikeln aaSspricht. Im Interesse der Weiterentwickelung der viel- verzweigten und nicht unbedeutenden handelspolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien ist diese Wendung gewiß unerfreulich genug, aber die Schuld hieran liegt lediglich aus spanischer Seite, waS ja hinlänglich bekannt ist.
Wer eS aber in dem entbrannten wirthschaftlichen Kampfe länger aushalten wird, daS reiche und größere Deutschland oder daS ärmere und kleinere Spanien, nun, das wird sich vielleicht schon bald zeigen. Jedenfalls ist die Entschlossenheit nur zu billigen, mit welcher die deutsche Regierung diesen ihr aufgezwungenen Kampf aufgenommen hat.
Kol«, 26. Mat. Die von dem RegierungSaffeffor Freiherrn v. Oppenheim geplante wiffenschastltche Expedition zur Erforschung deS SüdrandeS deS Tschadsees wurde nur infolge der dortigen kriegerischen Wirren vorläufig verschoben. Die Regierung sagte dem Unternehmen ihre Unterstützung zu.
Dortmund, 26. Mai. Wie die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" mittheilt, ist aus das an Se. Majestät den Kaiser gesandte Begrüßungstelegramm der hier tagenden Wander- versammlungdeSRiedersächsischenCanalvereinS folgende Antwort eingetroffen: „Se. Majestät der Kaifer haben Allerhöchstsich über daS treue Gedenken der Theilnehmer an der Wanderversammlung deS Niedersächsischen CanalvereinS lebhaft gefreut und mich zu beauftragen geruht, der Versammlung Allerhöchst den herzlichsten Dank mit der Versicherung auszusprechen, daß Allerhöchstdieselben dem Projecte der Herstellung eine- CanalS von dem Rhein bis zur Elbe Ihr warmes Interesse auch ferner gerne bewahren werden, gez. von LucanuS."
München, 26. Mai. Der Reich S r ath Sa uSs ch uß empfiehlt, entgegen dem Abgeordnetenbeschluffe 100,000 Mk. zur Projectirung eines für die große Schifffahrt geeigneten Donau-Main-Canals wieder einzusetzen und stimmte den von der Abgeordnetenkammer befchloffenen Ziffern für die Etats zu Reichszwecken, sowie der Erbschaftssteuer, Stempel und Gebühren, der Bergwerke, Hütten und Salinen zu. Reichs- rathSreferent Lindenfels beantragt die Ablehnung deS Ad- geordnetenbefchluffeS über die Abänderung der baherifchen HeirathSgesetze und der Gesetze Über Armenpflege und Krankenpflege.
Ausland.
Wien, 26. Mai. Ministerpräsident Wekerle wurde heute Vormittag 11 Uhr vom Kaiser in Audienz empfangen, welche eine Zeitdauer von 2*/, Stunde umfaßte. Wie verlautet, sollen die Aussichten auf eine befriedigende Lösung der kritischen Situation günstige sein. Heute Abend reift Wekerle nach Budapest zurück- er wird jedoch bereits am Montag wieder in Wien weilen. Am Mittwoch soll die definitive Entscheidung erfolgen.
Myslowih, 26. Mai. Eine hiesige Arbeiterfrau verstarb
K?uilleton.
Noch einmal?
Von Harry Eck.
(Schluß.)
Erst als sie, eine Reisetasche in der Hand, vor ihm stand und ihm die Hand auf die Schütter legte, hob er den Aopf. „Steh auf, mein Sohn, Du kannst Dich noch retten," hatte sie gesagt, „heute noch geht ein Schiff nach Amerika, daS des Nachbars Fritz mitnehmen sollte, ich habe seine Fahr- karte und seine Papiere, die sollen Dir forthelfen. Der Capitän merkt die Verwechselung nicht, aber jetzt gleich mußt Du gehen, Du darfst diese einzige Gelegenheit nicht ver- säumen^a bQ§ geben in die zusammengesunkene Gestalt zurückgekehrt, die Augen belebten sich und neuer Muth, neue Hoffnung waren in ihm erwacht. Der Abschied war kurz, sie hatte alle Kraft daran setzen müffen, standhaft zu bleiben,
er sollte ihren Schmerz nicht sehen, damit nicht noch mehr
auf fein gequältes Herz fiele. Sie blickte ihm lange nach,
bis kein Schatten mehr von ihm zu sehen war. Da ging
er hinaus in die Nacht, kein Stern leuchtete auf seinem Pfade.
Wolken hatten sich erhoben und ein Gewitter brach loi, wie sie eS so gewaltig nie gesehen zu haben meinte. Der Donner rollte und Blitz auf Blitz zuckte durch die Finsterniß. Wie hatte sie gezittert, wie hatte sie gefleht zu Gott für ihren Liebling, der hinausging so allein, so verlassen m Sturm und Regen mit der surchtbaren Last aus dem Gewiffen.
Als am nächsten Morgen die Sonne wieder den äußersten Horizont zu färben begann, stach ein stolzes Schiff vom Hafen in die See und am Burgspriet stand ein junger Mann uid blickte mit heißen Bugen in daS weite Meer. „Fahr wohl,
mein Vaterland, leb wohl, mein Mütterlein, die Freiheit winkt mir in der Ferne, doch meine Liebe bleibt bei Euch."
Die Flucht war geglückt.
Nach Wochen war dann ein Brief eingetroffen, er schrieb: „Danke Gott mit mir, mein lieb Mütterlein, ich bin jetzt auf freiem Boden. Welchem Schicksal er mich aufbehalten hat, weiß ich nicht, aber ich habe doch am Leben bleiben sollen- ich fürchtete immer, bei der Landung angehalten zu werden, aber alles ging gut. Seine Gedanken find nicht unsere Gedanken- der irdischen Gerechtigkeit bin ich entgangen, der himmlischen kann ich nicht entgehen, aber ich will versuchen, durch ein tadelloses Leben den lieben Golt zu versöhnen, er ist ja ein gnädiger Gott. Diesen Vorsatz auszuführen, wird mich der Gedanke an Dich, meine Mutter, unterstützen."
Lange war das schon her. DaS Mariechen war ver- heirathet, sie war allein geblieben viele Jahre. Ein späterer Brief von Paul hatte ihr berichtet, wie GotteS Hand sicht- barlich über ihm gewaltet, er hatte in einem Handelshause Stellung gefunden, war geachtet, eS ging ihm gut. Er hatte geheirathet und wünschte nur noch, seine Mutter möchte zu ihm kommen, ihre Enkel zu sehen. Sie fürchtete sich, so alt die große Reise anzutreten, sie schob eS auf und als sie sich endlich entschlofien hatte, kam die Nachricht, die Schwiegertochter sei gestorben und Paul käme mit seinen Kindern herüber. Sein Name war vergeßen, ferne Mutter verzogen, so war so schnell eine Entdeckung nicht zu fürchten. Dann war er gekommen mit zwei Shiabcn und einem Mädchen. Die Knaben mit den braunen Äugen des Cater« und seinem lebhaften Wesen, das Mädchen blond und fein, mit so seelen- vollen blauen Augen.
Die Mutter hatte mit dem Sohne geweint um die Verstorbene, sie betrauerte die unbekannte Schwiegertochter, denn sie war daS Glück ihres Lieblings gewesen.
Jetzt lag auch er schon auf dem Kirchhof und sie hatte die Waisen behalten, wie hätte sie diese in ein Waisenhaus
geben mögen, so sauer eS ihr auch manchmal wurde, für sie zu sorgen. — DaS alles zog an der Seele der alten Frau vorüber, als sie so allein im Stübchen saß- fast meinte sie alles nicht wirklich erlebt zu haben, nur die eine entsetzliche Stunde ließ diesen wohtthätigen Jrrthum nicht zu. Immer, wenn sie daran dachte, war die Erinnerung wieder lebendig vor ihrem Blick. Sie hörte auch wieder baß Schlagen der Hausthür, wieder den heftigen Schritt auf der Treppe, — mein Gott, träumte sie denn ober ereignete eS sich wirklich zum zweiten Male — ließ Gott eS in feiner Barmherzigkeit iU? — Die Thür ging auf — und wie damals — er stürmte herein, herein und zu ihren Füßen. — „Großer Gott! Großmutter verstecke mich," klang es halb erstickt. — Da stand sie und griff mit zitternden Händen in die Lust. „Paul, na — warum?" Eine starre Angst legte sich ihr auf daS Herz, der Athem stockte, sie fühlte ihre Sinne schwinden. „O, du gütiger Himmel, warum, mein Sohu?" — „Warum? Damil mich die Anderen nicht finden, Großmutter, Du glaubst nicht, was für eine Hetze hinter mir her ist, draußen wußte ich kein Versteck mehr," platzte eine frische Stimme heraus, „aber ralch nur, sie kommen gleich!" — Gottlob, eß fiel ihr wie Centnerlaft von der Seele, sie ftrich mit der Hand über die Stirn. „Daß ist baß Alter brau schuld," flüsterte sie, „will nicht mehr jene Erinnerungen heraufbeschwören, sie machen meinen alten Kopf ganz wirr." Ganz leicht wurde ihr das Herz dabei, sie fühlte sich fast wieder jung vor Freude und fchnell ging sie mit ihrem Enkelsohn ein Versteck aufzusuchen. Richtig, hinter dem große« Kleiderschrank in der Kammer, da würden ihn die Gespielen nicht finden. Da kamen sie schon herausgelärmt, ungestüm riffen sie die Stubemhüre auf und nun gabß ein Suchen und Stöbern in dem kleinen Raume. „Die Großmutter muß iw die Küche gehen," sagten sie, „sonst gibt sie thm ein Zeichen," und damit schoben sie die Alte zur Thür hinaus. Nun wurde alles noch viel genauer durchsucht, nun konnte man ungestört


