schon monatelang Höchst energisch betriebenen socialistischen Agitation find und daß die Rädelsführer im Sinne hatten, zum 1. Mai eine förmliche Revolte der Landarbeiter der dortigen Gegend hervorzurufen. Zum Glück ist der geplante Putsch vorzeitig losgebrochen und es konnten infolgedesien von der ungarischen Regierung alle Vorkehrungen getroffen werden, um die für den 1. Mai in der Stadt Vasarhely geplant gewesenen Straßenemeuten unmöglich zu machen. Läugnen läßt sich indessen nicht, daß die Zustände in den Bezirken von Vasarhely, Maco u. s. w. nur zu sehr das Aufkommen socialisttscher Lehren begünstigt haben. Denn der Boden gehört in diesen Gegenden Ungarns oft meilenweit im Umkreis einem einzigen Magnaten, der Hunderte von Tagelöhnern gegen unglaublich niedrige Löhne beschäftigt. Auch sonst sind die Existenzbedingungen für diese Landarbeiter der Theißniederungen traurige, der Erwerb von Grundbesitz ist ihnen unmöglich, selbst Pachtungen zu erlangen, gelingt nur wenigen Glücklichen von ihnen — kein Wunder daher, wenn die Lockungen und Verheißungen der Socialdemokratie unter diesen „ländlichen Sclaven" so raschen Anklang sanden. Hoffentlich läßt es sich die ungarische Regierung angelegen sein, die Lage der Feldarbeiter in Alföld nach Kräften zu heben, wie dies ja auch der Ackerbauminister Bethlen feierlich im Abgeordnetenhause versprochen hat.
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Depeschen des Bureau ,$erolb*.
Berlin, 27. April. Nach der „Nordd. Allgem. Zig." wird der Kaiser auch in diesem Jahre wieder eine Seefahrt nach Norwegen unternehmen und die Reise wahrscheinlich in den letzten Tagen des Juni antreten.
Berlin, 27. April. Nach der „Nordd. Allgem. Ztg." soll mit der feierlichen Einweihung des neuen Reichstagsgebäudes am 18. October die durch den Kaiser zu vollziehende Schlußsteinlegung verbunden werden.
Berlin, 27. April. Die Meldung, daß Prinz Heinrich von Preußen in nächster Zeit einen Besuch am Petersburger Hofe machen werde, wird jetzt auch von zuverlässiger Seite als zutreffend bestätigt. Den „B. N. N." zufolge dürften in einer Woche etwa über den Termin der russischen Reise des Prinzen genaue Dispositionen getroffen werden.
Berlin, 27. April. Die Commission des Abgeordnetenhauses zur Berathung der Vorlage über die Land- wirthschaftskammern berieth heute die nochmals an sie zurückverwiesenen Paragraphen, welche das Wahlverfahren betreffen. Es entwickelte sich eine eingehende Generaldebatte. Wie verlautet, hat keiner der vorgeschlagenen Anträge Aussicht auf Annahme, ebensowenig die Regierungsvorlage.
Berlin, 27. April. Die „Nat.-Ztg." schreibt bezüglich der Verhaftung des deutschen Hauptmanns von Seel in Marseille wegen Verdachts der Spionage, der genannte Offizier sei bis zum vorigen Jahre Platzmajor von Bitsch gewesen und habe sich auf einer Erholungsreise in Frankreich befunden. Durch sein Benehmen habe er die Aufmerksamkeit der Behörden auf fich gelenkt; die Verdachtsgründe gegen ihn sollen seine unbestimmten Angaben über seine Identität noch vermehrt haben. Jedenfalls werde sich erst zeigen müssen, ob die bei dem Hauptmann v. Seel vorgefundenen Papiere wirklich so compromittirender Art waren. In Berlin seien weitere Einzelheiten an amtlicher Stelle bisher nicht bekannt geworden.
Fulda, 27. April. Der bisherige Bisthumsverweser Regens Dr. Komp Hierselbst wurde heute zum Bischof von Fulda gewählt. Dr. Komp ist im Jahre 1828 in Hammelburg in Bayern geboren.
Wien, 27. April. In dem Prozeß gegen den Falschspieler Lichtner wurde heute feftgestellt, daß dieser und der „olle ehrliche Seemann" zu einem Frankfurter Auskunftsbureau Beziehungen unterhielten, bei dem sie sich über die finanziellen Verhältniffe Derjenigen, die gerupft werden sollten, informirten.
Abbazia. 27. April. Heute Vormittag 9 Uhr 45 Min. erfolgte die Abreise der Deutschen Kaiserin und der Prinzen von Mattuglie aus. In Abbazia waren vorher Statthalter Rinaldini, Director Silberhuber und sämmtliche Vertreter der Behörden zum Abschied in der Villa Angiolina erschienen. Die Kaiserin sprach den Damen der Aristokratie für die reichen Blumenspenden, dann dem Director Silber- Huber in herzlichen Worten ihren Dank aus. Auf dem Wege von Abbazia nach Mattuglie, den die Kaiserin mit ihren Kindern im Wagen zurücklegte, bildete eine große Volksmenge Spalier, welche die Wagen mit Blumen überschüttete und in stürmische Hochrufe ausbrach. Auf dem Bahnhofe in Mattuglie war auch der deutsche Consul v. Oertzen erschienen. Die Kaiserin verabschiedete sich dort herzlichst von den Anwesenden und bestieg dann den Hofzug. Die Prinzen lüfteten bei der Abfahrt die Hüte, während die Kaiserin, mit der Prinzessin im Arme, am Waggonfenster stand.
Loudon, 27. April. Die Polizei hat heute bei mehreren italienischen Anarchisten Haussuchungen vorgenommen, die resultatlos verlaufen sind. Es konnte indeß festgestellt werden, daß bei den verhafteten Anarchisten Fornaro höchst verdächtige Personen verkehrt haben, welche jetzt aus London verschwunden sind.
Petersburg, 27. April. Es verlautet, Großfürst Paul, der jüngste Bruder Kaiser Alexanders III., seit 1891 Wittwer, werde sich demnächst mit einer Tochter des Prinzen von Wales verloben.
Warschau, 27. April. Ju allen größeren Fabrikstädten Congreßpolens werden die Garnisonen wesentlich verstärkt, weil die Arbeiterbewegung einen gefährlichen Character anzunehmen droht.
Heinrich Schäfer.
Zu feinem 100. Geburtstage.
-------- Nachdruck verboten.
Die jetzt zu Ende gehende Woche hat uns wieder einen Gedenktag an einen hervorragenden Gießener Gelehrten gebracht. Am 25. April 1794 wurde der nachmalige Professor der Geschichte und Bibliothekar unserer Universität, Heinrich Schäfer, geboren. Sein Vater, Cantor und Lehrer zu Schlitz, hatte ihn ursprünglich für den Verwaltungsdienst bestimmt, seine Neigungen zogen den Heranwachsenden Jüngling zur Musik. Doch wurde keiner dieser beiden Berufszweige von ihm ergriffen, er wandte sich vielmehr, nachdem er unter Ueberwindung großer Schwierigkeiten einen dreijährigen Gym- nasialcursus zu HerSfeld durchgemacht hatte, dem Studium der Theologie zu und bezog die Universität Gießen. Aber auch dieser Beruf sollte ihn nicht für die Dauer fesseln. Denn als er nach Beendigung seiner Studien einige Jahre in Darmstadt als Hauslehrer in der Familie des Oberforstmeisters von Prettlack verlebt hatte, 'wurde er seit 1819 an der dortigen Hofbibltothek beschäftigt, 1821 als Secretär angestellt und später zum Bibliothekar ernannt. Erst durch seine Beschäftigung als Bibliothekbeamter wurde er dem Zweige der Wissenschaft zugeführt, der ihm Lebensberuf werden sollte: der Geschichte. Es bot sich ihm in der Folge auch Gelegenheit, als Lehrer in diesem Fache aufzutreten, indem er während dreier Winterhalbjahre Vorlesungen über allgemeine Geschichte an der Darmstädter Milttärbildungs- anstalt halten konnte. Im Jahre 1833 erfolgte seine Berufung als ordentlicher Profeffor der Geschichte an die Universität Gießen. Hier entfaltete er bis zu seinem Lebensende eine reiche und fruchtbare Lehrthätigkeit. Fünf Jahre vor seinem Tode — 1864 — übernahm Schäfer noch die Direction der Großh. Universitätsbibliothek. Sein Tod erfolgte am 2. Juli 1869.
Schäfers litterarische Thätlgkeit erstreckte sich hauptsächlich auf das Gebiet der spanischen und portugiesischen Geschichte. In die Zeit seines Darmstädter Aufenthaltes (1828) fällt die Herausgabe der „Ethnographische Denkmale von Spanien" gestochen von H. W. Eberhardt, zu denen Schäfer den Text schrieb. Im folgenden Jahre trat er mit einem größeren Werke vor die Oeffentlichkeit. Es war dies eine Uebersetzung von Sempere's Betrachtungen über die Ursachen der Größe und des Verfalls der spanischen Monarchie. Noch in Darmstadt schrieb er einen umfangreichen Aufsatz „Geschichtliche Darstellung des Finanz- und Steuerwesens in Spanien vor und während der Regierung der katholischen Könige", den er im 4. Bande des Archivs für Geschichte und Litteratur (1833) veröffentlichte. Schon im nächsten Bande derselben Zeitschrift erschien als erste Arbeit seines Gießener Aufenthaltes seine „Historische Uebersicht der portugiesischen Gesetzsammlungen nebst einem Blick auf den Gang der Gesetzgebung in Portugal". Schäfers Hauptwerk aber ist die Geschichte von Portugal in fünf Bänden. Durch Jacob Grimm, den er in Darmstadt kennen gelernt hatte, war er den Herausgebern der „Geschichte der europäischen Staaten", A. H. L. Heeren und F. A. Ukert, empfohlen worden. Diese veröffentlichten in ihrem großen Sammelwerk das Schäfer'sche Werk. Die beiden ersten Bände erschienen in den Jahren 1836 und 1839. Dann wurde die Arbeit unterbrochen, da Heeren und Ukert Schäfer auch die Fortsetzung der von Lembke begonnenen spanischen Geschichte übertrugen. Nachdem hiervon der zweite Band (1844) erschienen war, kehrte Schäfer zur Vollendung seiner portugiesischen Geschichte zurück. Der Abschluß erfolgte mit dem fünften Bande (1854). Das ganze Werk umfaßt die Jahre 1095 bis 1820 und erregte besonders in Portugal großes Aufsehen. Das dortige Ministerium verlieh dem Verfasser einen hohen Orden und hervorragende portugiesische Gelehrte sprachen ihm brieflich ihre Anerkennung und ihren Dank aus. Der bedeutendste Historiker, den Portugal besessen hat, Herculano, nennt Schäfers Werk das beste Buch über portugiesische Geschichte. Weiteren Kreisen wurde es durch eine französische Uebersetzung zugänglich gemacht. — Von der spanischen Geschichte ließ Schäfer nur noch einen Band, den dritten, erscheinen, in dem er die Geschichte Aragoniens bis 1276 behandelt. Zwischen diesen größeren Arbeiten hat Schäfer noch einige kleinere Aufsätze veröffentlicht, von denen wir nur die Abhandlung im 4. Bande von Schmidt's Zeitschrift für Geschichte (1845) „Ueber Pombal, insbesondere seine Reformen in der Verwaltung" erwähnen. Sämmtliche Arbeiten Schäfers zeichnen sich durch gründliche Forschung und klare übersichtliche Darstellung aus. In seinen kleineren Schriften beweist er ein tiefes Eindringen in den oft so spröden Stoff.
In den Sitzungberichten der Münchener Akademie von 1870 I. würdigt I. I. Döllinger unseren gelehrten Landsmann und seine Werke in einem Nachruf und Hermann Haupt widmet ihm in der Allgemeinen Deutschen Biographie einen Artikel, dem wir vorstehende Ausführungen im Wesentlichen entnommen haben.
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Hieße», den 28. April 1894.
* * Der Aufenthalt des Kaisers in Schlitz dauert noch bis zum Montag den 30. d. MlS. Die Abreise wird gegen V23 Uhr Nachmittags erfolgen. Von Salzschlirf bringt ein Sonderzug den hohen Gast des Herrn Grafen Görtz nach Fulda, von wo aus gegen Uhr ein Sonderzug nach Cronberg i. T. abgehen wird, woselbst der Kaiser gegen Abend zum Besuch der Kaiserin Friedrich eintrifft.
* * Sängerkranz. Das Wohlthätigkeits-Concert des Vereins „Sängerkranz", welches am 26. d. Mts. in Steins Garten stattfand, war gut besucht und nahm einen glücklichen Verlauf. Die beiden Sätze der unvollendeten Bl-moll-Symphonie von Schubert, welche das Concert eröffneten, wurden von der Regimentscapelle unter Leitung des Herrn Musikdirectors Krauße gut wiedergegeben. Die übrigen Nummern des
Programms dirigirte der Leiter des Vereins „Sängerkranz^ Herr Franz Bauer, der namentlich in den größerenTon- stücken für Chor und Orchester reichlich Gelegenheit fand, sich als ein tüchtiger Dirigent zu zeigen. Die Werke für gemischten Chor von Mendelssohn, der Chor aus dem Oratorium „Paulus" und „Die erste Walpurgisnacht" wurden musterhaft vorgetragen. Namentlich letzteres Werk bietet große Schwierigkeiten, welche aber bei dem Eifer deS Dirigenten und der Aufmerksamkeit aller Mitwirkenden glänzend überwunden wurden. Die Soloparthien in der „Walpurgisnacht" hatten Frau Balser-Landmann und zwei Mitglieder des Sängerkranz übernommen, von denen namentlich der Bariton sich durch einen schönen Ton und edle Klangfülle auszeichnete. Frau Balser-Landmann erfreute die Zuhörer außerdem durch die Arie aus der Schöpfung „Nun beut die Flur". Hier fand sie schöne Gelegenheit, ihre herrlichen Stimmmittel voll zu entfalten und der reiche Beifall, welcher gerade dieser Nummer folgte, beweist am besten, daß die Wiedergabe der Arie eine vorzügliche war. Nicht minder wurden auch die Männerchöre gut zu Gehör gebracht, nur war in dem Chorwerk von Grieg das Verhältnis zwischen Chor und Orchester zu ungleich. Auch die getrennte Aufstellung der Stimmen mag etwas dazu beigetragen haben, daß dieses intereffante Werk trotz des Elfers der Mitwirkenden nicht den Eindruck machte, den es verdiente. Die Begleitung des Orchesters war sonst fast durchweg der Stärke des ChorS entsprechend. Die Gesammtleistung konnte durchweg befriedigen, und der Sängerkranz, der unseres Wissens mit biejem Concert zum ersten Mal an die Oeffentlichkeit getreten ist, kann auf den errungenen Erfolg stolz fein.
* * AlpeuvereiuSauSflug. Die hiesige Section des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins beabsichtigt auf Himmelfahrt einen Ausflug in den schönsten und geschichtlich interessantesten Theil des Lahnthals zu unternehmen. Sie wird von Diez auf die Schaumburg und von da über Laurenburg und Obernhof nach Kloster Arnstein und Nassau wandern. Die Abfahrt erfolgt Vormittags 5 Uhr 29 Minuten mit Rückfahrkarte nach Diez, die Ankunft in Gießen 8 Uhr 36 Minuten Abends. Die Marschzeit beträgt ungefähr sieben Stunden.
* * Auf der Bahnstrecke Wetzlar Lollar sind in den letzten Tagen mehrere unglückliche Ereignisse vorgekommen, an welchen die Bahn allerdings nicht schuld ist. Auch geftern Abend passirte wieder ein solches. Als. der letzte von Wetzlar nach Lollar abgehende Zug die Station Launsbach verlassen hatte, warf sich eine weibliche Person offenbar in der Absicht vor die Locomotive, freiwillig in den Tod zu gehen. Die Person wurde jedoch von dem Bahnräumer bei Seite geschleudert. Sie wurde schwer verletzt aufgehoben und in die Gießener Klinik überführt. Wie wir hören, heißt die Person Elisabethe Strack, sie soll aus Launsbach stammen und zwischen 38 bis 40 Jahre alt sein. Man behauptet, die Frau sei in letzter Zeit zum Tiefsinn geneigt gewesen.' W. Anz.
* * Verhaftet wurden eine Dtenstmagd wegen Diebstahls zum Nachthetl ihrer Herrschaft, ein Arbeiter wegen Betteln- und einer wegen Obdachlosigkeit.
* * „Raubst Du dem Vogel Nest und Ei, ist'8 mit Gesang und Obst vorbei." Dieses Sprüchlein sollte jetzt, wo die Singvögel mit dem Nisten und Brüten beschäftigt sind, besonders der Jugend recht eindringlich eingeschärft werden. Aber nicht allein muthwillige Buben stellen den Vogelnestern nach, auch Raubvögel, Katzen vernichten alljährlich zahllose Singvögel, sodaß auch die Feld- und Forstpolizei Alles auf» bieten muß, um die lieblichen Sänger in Flur und Hain zu beschützen.
* * Der Getreidemarkt. Die für das Gedeihen der Saaten so außerordentlich günstige Witterung der jüngsten Zeit hat ihre verstauende Wirkung auf den Getreidemarkt nicht verfehlt. Aus allen maßgebenden Plätzen gelangte in der abgelaufenen Berichtswoche eine abschwächende Tendenz auf die günstigen Saatenstandsberichte hin zum entschiedenen Ausdruck, wobei allerdings noch flaue Auslandsberichte und stärkeres Waarenangebot vom Auslande mit einwirkten. Weizen wie Roggen haben daher allenthalben mehr ober weniger nachgegeben, ebenso Hafer. Speciell auf bem Berliner Platze scheint die Hauffespeculation in letzterem Artikel ihre Stellung allerdings noch vertheidigen zu wollen, indessen muß angesichts der Gesammttendenz deS Marktes stark bezweifelt werden, ob das Unternehmen noch Erfolg haben wird. Preisnotirungen vom Berliner Productenrnarkt: Roggen per 1000 Kilogramm 116 bis 122 Mark, Weizen 134 bis 143 Mark, Gerste 104 bis 180 Mark, Hafer 131 bis 172 Mark.
* *B. In London tagt in der Zeit vom 1. bis 7. Juni eine Welt-Conferenz der Evangelifchen Zunglingsveretne. Nahezu 2000 Delegirte und Freunde der Jünglingsvereinssache aus 23 Ländern haben sich bereits angemeldet. Das Londoner Local-Comit« sieht sich deshalb veranlaßt, nicht weniger als 70 Zweig Comites in allen Theilen der Stadt zu errichten, um für die Unterkunft der Festtheilnehmer, welche sämmtiich Freiquartiere erhalten, Sorge zu tragen. Deutschland allein wird durch etwa 240 Delegirte vertreten sein.
* * Gegen die Ausbildung von Soldaten als Barbiere und Haarschneider richtet sich eine Petition, welche der „Bund deutscher Barbier-, Friseur- und Perrückenmacher- Jnnungen" an den Kriegsminister gerichtet hat. Seit etwa zwei Jahren werden in der Armee, wenn Barbiere unter den Soldaten nicht vorhanden sind, geeignete Mannschaften als Barbiere und Haarschneider für die einzelnen Truppen- theile ausgebildet, um den Soldaten die Ausgaben für das Barbieren und Haarschneiden in den Geschäften zu ersparen. In der Petition wird darauf hingewiesen, daß die GewerbS- angehörigen dadurch schwer geschädigt werden, und daß, wenn die beim Militär angelernten Soldaten beim Uebertritt in j das bürgerliche Leben das so meist unvollkommen erlernte Handwerk weiter betreiben, zu befürchten ist, daß den beruflich


