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Nr. 71 Erstes Blatt. Mittwoch den 28. März
1894
Ter -ieiieuer Anzeiger erscheint täglich, mit Ausnahme bei Montag-
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General-Anzeiger.
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Alle Annoncen vureaur des In- und Auslandes nehme« Anzeigen für den „(Siegener Anzeiger" entgegen.
Amtliche* Theil.
Gießen, 24. Mürz 1894.
Betreffend: Die Ablieferung der Vacanzüberfchüsie er- ledigter Schulstellen an den Provinzialschulfonds.
Das Srotzherzogliche Kreisamt Gießen e* M« er»». BüremwHkrd«* W IhrtM.
Sofern Schulstellen in Ihren Gemeinden im Laufe des Etatsjahres lb93/94 vacant waren, sehen wir unter Hinweis auf das Ausschreiben vom 24. Januar 1878 — Amtsblatt Nro. 1 — der Vorlage der von Ihnen mit den Uchulvorständcn gemeinschaftlich aufzustellenden Berechnungen der an den Provinzialschulfonds abzuliefernden Vaccmz- Überschüsse in doppelter Ausfertigung bis zum 20. t. Ms. entgegen. y
Auf Nis Ausschreiben vom 30. October 1893—Amts« blatt Nro. 9 — wird ebenfalls noch besonders verwiesen.
v. Gagern.
Deutsche» Reich.
Berlin, 24. März. In diesen Tagen findet an den Gestaden Istrien-, in Abbazia, die schon langst ange- kündigte Zusammenkunft zwischen den Herrschern Deutschlands und Oesterreich-Ungarns statt. Ihren äußerlichen Anlaß bietet der gegenwärtige Aufenthalt Kaiser Wilhelms und seiner Familie in Abbazia und wenn jetzt Kaiser Franz Josef daselbst zum Besuche der erlauchten -rutschen Gäste erscheint, so erklärt fich derselbe zunächst schon auS Rücksichten der höfischen Etikette wie im Hinblick auf das vertrauliche und innige Band, welches die Kaiserhäuser Deutschlands und Oesterreichs umschlingt. Aber schließlich besitzt die Monarchenbegegnnng von Abbazia neben ihrem familiären Character auch ihren politischen Zug, besten Bedeutung indesten sür Jedermann leicht erkennbar ist. Denn auf» Neue legt diese Zusammenkunst der einander in treuer Freundschaft verbundenen mächtigen Herrscher ein herrliches Zeugniß davon ab, daß auch baß Freundschafts' und Bündniß- ^erhältniß zwischen ihren Völkern und Reichen nach wie vor unerschütterlich fortbesteht, daß die nun schon seit anderthalb Jahrzehnten in Kraft befindliche deulfch-österreichifch-ungarische Allianz, diese» eigentliche Bollwerk des europäischen Friedens, nicht den geringsten Mißton, nicht die mindeste Trübung aufweist. Diese Bedeutung deß KaisertageS von Abbazia wird sicherlich überall verstanden werden und sicherlich wird das Ereigniß bei allen FriedenSsreunden nur innige Genugthuung Hervorrufen. Irgendwelche besondere Abmachungen sind selbstverständlich von der bevorstehenden Begegnung der Kaiser Wilhelm und Franz Joses nicht zu erwarten, sie wären auch angesichts der festen Bestimmungen deS deutsch österreichischen Allianzvertrages und seiner bekannten Zwecke völlig überflüssig, lieber den Tag der Zusammenkunft, wie über die Einzelheiten derselben war bis Ende vergangener Woche Bestimmtes noch nicht bekannt. Kaiser Wilhelm und die Seinigen erfreuen sich in Abbazia des besten Wohlbefindens.
— Die österliche Feiertag-pause hat, soweit sich die» übersehen läßt, auf dem Gebiete der inneren deutschen Angelegenheiten keinen Vorgang von bemerkenswertherer politischer Bedeutung gezeitigt. Auch macht sich zunächst eine gewisse politische Abspannung und Erschöpfung allenthalben geltend, eß ist die natürliche Reaction, welche jetzt den Aufregungen der verflostenen parlamentarischen Wochen, speciell den ReichSragSdebatten über den deutsch - russischen Vertrag, folgt. Nach Ablauf der parlamentarischen Osterferien wird freilich die Frage der Reichssteuer- und Finanzreform brennend werden und eS muß sich bann endlich entscheiden, welche $er betreffenden gesetzgeberischen Vorschläge der Reichsregierung wirklich unter Dach und Fach kommen werden- viel dürfte eß freilich nicht sein!
— Auß Deutsch-Ostafrika kommt die Kunde von einem anscheinend durchgreifenden Erfolge des Gouverneur» v. Scheele gegenüber den räuberischen Mafitiß. Die von ihm gegen diesen wilden und widerspensttgen Stamm unternommene größere Expedition ist von bestem Erfolge gekrönt worden, die Mafitis erlitten eine gründliche Niederlage. Auf seinem Zuge hat Oberst v. Scheele ein reiches Hochland zwischen den Ouellen des Ulanga und dem Nyassa - See biß zum Rickwe - See, also im südwestlichen Theile Deutsch-Ost- asrikaß, entdeckt. Dasselbe soll sich nicht nur zu Plantagenanlagen aller Art, sondern auch zur Viehzucht und zur An- ■ftebclung europäischer Ackerbauer vorzüglich eignen.
Berlin, 24. März. Das „Berliner Tagbl." melbet LuS Marburg: Staatssecretär Dr. v. Stephan weile feit
einigen Tagen zum Zwecke des Gebrauche- einer mehrwöchigen Kur daselbst. Dem Vernehmen nach solle nach den Feiertagen auch der Reichskanzler v. Laprivi zum Kurgedrauch in Marburg eintreffen.
Berlin, 24. März. Die „Nordd. Allg. Ztg." gibt einen Artikel beS Pariser Siäcle wieder, worin das deutsch- französische Abkommen über Kamerun vom französischen Standpunkt auß scharf verurtheilt, für schlecht und unzeitgemäß und nur für Deutschland günstig erklärt wird. Die „Nordd. Allg. Ztg." fügt hinzu, man könnte antworten: tout comme chez nous. Daß wäre aber nicht völlig gerecht, denn die französischen Colonialfanatiker stürzten sich auf ganz bestimmte Leistungen ihrerseits, während sich die deutschen Führer derselben Kategorie nur auf hohle Worte stützen können. Andere französische Organe erkennen mit Recht an, daß eß keinen Vertrag gebe, der nicht von beiden Theilen Opfer verlangt. Ergebe sich sonach, daß daß deutsch-französische Abkommen mit Recht in den beiderseitigen Ultras mißfällt, so dürste eß keinem Zweifel unterliegen, daß sein Inhalt daß Richtige getroffen habe.
Berlin, 24. März. An der Genossenschaftsbank der Berliner Südwest-Bürgerschaft wurden bedeutende Veruntreuungen entdeckt. Wie verlautet, sind infolge von Speculationen durch Aufsichtßrathßmitglieder etwa 400 000 Mk. verloren, wodurch hauptsächlich kleine Leute geschädigt werden.
Frankfurt a. M., 24. März. Nach dem „Finanzherold" gestattet die russische Regierung neuerdings den Boben- creditbanken, den Communen Anleihen ohne Verpfändung bestimmter Mobilien zu gewähren. In jedem einzelnen Falle ist jedoch die Genehmigung der Regierung nothwendig.
Breslau, 24. März. In der Volksschule einer Vorstadt forderten beim Schulschluß die zur Entlassung kommenden Schüler beffere Zeugniffe und verursachten einen heftigen Tumult, den sie auf der Straße fortfetzten. Es wurden Polizisten requirirt und mehrere Verhaftungen vorgenommen.
Sttaßburg, 24. März. Der Statthalter von Elsaß- Lothringen unterdrückte die socialistifche „Mül häuf er Volkszeitung" auf Grund des Dictaturparagraphen, wegen Beschimpfung Kaiser Wilhelms I.
Att-land.
— Aus die nationale Trauer des UngarvolkeS um den dahingeschiedenen großen Patrioten und FreiheitShelden Ludwig Kossnth ist durch die letzter Tage in Pest statt- gefundenen wüsten chauvinistischen Demonstrationen ein häßlicher Schatten gefallen. Die für Donnerstag angesagten Vorstellungen im Nationaltheater und im Operngebäude wurden durch Studenten und die mit ihnen in Verbindung stehenden Pöbelhaufen vereitelt, wobei es vielfach zu gröblichen Ausschreitungen kam. Auch auf den Straßen fanden im Laufe des Donnerstag vielfache Exceffe, hervorgerufen durch das Auftreten nationaler Fanatiker, statt und schon an diesem Tage hatte dies wiederholte Zusammenstöße zwischen der Polizei und der tumultuirenben Menge zur Folge, wobei viele Personen tierrounbet würben. Am Freitag wieberholten sich die Cravalle in noch bedenklicherem Umfange, so daß Militär zur Wiederherstellung der Ruhe einschreiten mußte. Ein ernster Zusammenstoß sand vor dem Opernhause anläßlich der Entfernung einer Trauerfahne statt, wobei etwa 40 Personen verwundet wurden. Eine Anzahl Polizisten und Soldaten erhielten durch Steinwürfe Verletzungen. Später wurden die Hauptstraßen abgesperrt- gegen 10i/z Uhr Abends waren die Straßen endlich leer, nachdem 36 Personen verhaftet worden waren. Das Mllitär patroullirte die ganze Nacht durch die Stadt. Diese widrigen Scenen bringen einen beklagenßwerthen Mißton in die gesummten, dem Andenken Koffuths gewidmeten Feierlichkeiten und müffen sie unter allen Umständen verurtheilt werden. Von ihnen sticht die am Freitag abgehultene Sitzung deß ungarischen Abgeordneten- hauseß, in welcher verschiedene Beschlüffe wegen der letzten Ehrung Koffuths gefaßt wurden, durch ihren würdigen Verlauf um so vortheilhaster ab. Der Tag des Eintreffens der Leiche Koffuths auß Turin in Pest scheint noch immer nicht feftzustehen.
Genna. 24. März. Die L e i ch'e n der Wittwe und der Tochter Koffuths werden heute früh nach Turin übergeführt.
Fiume, 24. März. In der verfioffenen Nacht colll- dirtc einPostzug mit dem Hofzuge deß deutschen Kaiserß in der Nähe des Bahnhofs. Mehrere Puffer des Hofzugeß wurden zertrümmert, ein Salonwagen desselben stark beschädigt. Der Schaden wird auf 10000 Gulden geschätzt.
Petersburg, 24. März. Die Stadtverordneten-Derfamw- luug beschloß, dem Kaiser den allerunterthänigsten Dank zu unterbreiten für die Sorge um die Wohlfahrt des Volkes durch Abschluß deß deutsch-russischen Handelsverträge ß.
Petersburg, 24. März. Daß Seminar in Tifli» ist wegen Unruhen unter den Zöglingen bi» zum nächsten Jahre geschlossen worden. 90 Zöglinge wurden auß der Anstalt, verwiesen.
Warschau, 24. März. General Gurko begibt sich botr Berlin nach Pariß, um auch dort verschiedene Professoren zu confultiren. Der Czar erklärte Gurko vor deffen Abreise, so lange er (Gurko) lebe, werde er keinen Nachfolger, sondern nur einen Stellvertreter erhalten.
Newyork, 23. März. Dem Außschuß der äußeren Angelegenheiten im Senat ist ein Gesetzproject über die Einwanderung der Chinesen in die Vereinigten Staaten vorgelegt worden. Man will den Chinesen mit einigen Einschränkungen daß Aufenthaltß-Recht wiedergeben.
Notteste Nttchtz^chteitt
Wolffs telegraphisches Korrespondenz- Bureau.
Abbazia, 26. März. Heute Vormittag schifften fich Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, von den Kaiserlichen Prinzen biß zum Landungßplatz vor der Villa Angiolina begleitet, auf der Yacht „Christable" ein, unternahmen eine Außfahrt längs der Küste und kehrten gegen 2 Uhr 9ladj mittags hierher zurück. Eine Stunde später begaben sich Ihre Kaiserlichen Majestäten nebst den Kaiserlichen Prinzen nach einer nach Volosca zu gelegenen Wiese, wo für die Offiziere, Gabelten, Matrosen unb Schiffsjungen S. M. S. „Moltke" eine Festlichkeit veranstaltet würbe. Beim Kommen wie beim Verlassen beß Festplatzes wurden die Kaiserlichen Majestäten von der Schiffsmannschaft mit Hurrahrufen und von der Capelle beß „Moltke" mit ber deutschen Volks- Hymne begrüßt. Um 4l/a Uhr kehrten Ihre Kaiserlichen Majestäten und die Kaiserlichen Prinzen nach ber Villa zurück.
Wien, 26. März. Der österreichische focialbemo- kratlsche Parteitag wurde gestern hier in Anwesenheit von etwa 150 Delegirten, darunter auß Berlin die Abgeordneten Bebel und Singer, eröffnet. Bebel überbrachte die Grüße der deutschen Parteigenoffen, welche mlt'großer Freude die Entwickelung der österreichischen Arbeiterbewegung verfolgten. Nach Erstattung beß Parteiberichtß durch Dr. Adler wurde der Parteileitung Absolutorium ertheilt und hierauf die Debatte über die Organisation begonnen.
Depeschen deß Bureau ,6croQ)*.
Berlin, 26. März. Aergerniß erregte heute früh 5»/z Uhr eine blutrothe Fahne, welche in weißen Buchstaben die Aufschriften: „Hoch lebe die Anarchie!" „Hoch lebe die Revolution!" trug und an der Schillingsbrücke an einem über die Spree lausenden Telephondraht befestigt war. Da man die Fahne von keiner Seite erreichen konnte, wußte die Feuerwehr alarmlrt werden, welche mit Hilfe einer mechanischen Leiter die Fahne beseitigte.
Abbazia, 25.März. Daß Kaiserpaar wohnte gestern mit den Prinzen dem Gotteßdlenft auf dem „Moltke" bei, später sand im Garten der Villa daß heimathliche Oftereier- Suchen statt. Heute Mittag machte der Kaiser eine Fahrt auf ber „Christoble" nach ber istrischen Küste zu. Kaiser Franz Joseph hat seine Ankunft um viemndzwanzig Stunden verschoben, er trifft Donnerßtag Morgen über Mattuglle ein.
totales ttnd provinzielle-.
tzleßeu, den 27. März 1894.
Persoualnachricht. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 21. d. M. den Steuer- commiffär beß Steuercommiflarlat» Grünberg, Steuerrath Karl Bähr, in gleicher Diensteigenschaft, mit Wirkung vom 1. April d. I. an, in baß Steuercornmlffarlat Gießen zu versetzen.
** Dienstentlassung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: Am 13. März den Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, Dr. Adolf Störiko, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April dsß. I». an, auß dem Dienste zu eutlaffen.
•• Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 14. d. M. dem ständigen Salinenarbeiter, Zimmermeister Philipp Pfeffer II. zu Bad Nauheim das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift : „Für langjährige treue Dienste" zu verleihen.


