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rommerweizen 5,4, Winterspelz 1,9, Sommerspelz l, l, Winter- oflfltn 2,4, Sommerroggen 2,8, Sommergerste 2,1, Hafer 2,2, Kartoffeln 2,6, Nlee 2,8, Wiesen 2,1 (1 ----- sehr gut, 2 gut, 3 ----- mittel, 4 = gering, 5 = sehr gering). Winterroggcn verspricht einen mittleren Ertrag, wogegen die Stroherntc fast durchweg reichlich auüsällt. Der Roggenschnitt hat Mitte Juli begonnen. Wetzen liifot zumeist gute Erträge erhoffen. Dem Sommergetreide war die herrschende Witterung sehr förderlich. Kartoffeln stehen zumeist gut. Beim Klee ditrste der zweite Schnitt einen besseren Ertrag geben al« der erste. Die Wiesen versprechen einen guten Ertrag.

Ausland.

Die Schweizer Bundesregierung macht jetzt große Anstrengungen, nm die Schweiz von dort sich hernmtreibcndcn Anarchisten zu befreien. Wie au« Bern gemeldet wird, sind, nachdem kltrzltch vom BundcSrath ein italienischer und ein sranztisischcr Anarchist auSgewicsen worden, nunmehr drei weitere Anarchisten, und zwar ein Franzose und zwei Deutsche, anSgewicsen worden. Die beiden Letzteren auS Bafel. Der BuiideSrath hat da« Inkrafttreten des AnarchistciigcsetzeS aus den 25. Juli d. I. festgesetzt.

Pari». 25. Jul«. Bei der wetteren Bcrathung des Anarchist enge sehe« tu der französisch en Dcputirtcnkammcr ist eS wegen der Forderung der Regierung, daß die Presse bet Anarchtstenproccsscn grnnd- sätzlich von der Berichterstattung ausgeschlossen werden solle, zu einem bösen Zwischenfall gekommen. Der Hergang war folgender: Bet Bcrathung des Artikel« 5 dcö Anarchistengcsctzc«, welcher die Wiedergabe der gerichtlichen Verhandlungen untersagt, weist Dcnechau darauf hin, daß die auswärtigen Journale über die Anarchistcnproccsse be­richten wttrden. Iustizminister Guertu erwidert darauf, die Verkäufer derartiger Blätter würden gerichtlich verfolgt. Der Artikel bezwecke, die Wiedergabe der ans Umsturz gc- richtete» Agitation, welche die Anarchisten bet den Verhand­lungen vorznlescn Pstegten, zu verhindern. Ministerpräsident Dupuy machte daraus aufmerksam, das; der Minister des Innern die Besngntß bcflfot, fremden Zeitungen den Eintritt nach Frankreich zu verbieten. Vocfrol) tritt für die Freiheit der Presse ein. Bei der Zwischcnfrage eine« Deputirtcn, warum die Presse eine privilegirte Industrie sein solle, wurden voit der Iournalistentribttue höhnische Zuruse laut. ES entstand ein groster Tnmtllt und der Präsident der Kammer ordnete hierauf die Räumung der Tribüne an. Die Sitzung wurde unterbrochen. Die Quästnr der Kammer schickte die Hntssier« ab, welche zunächst die Vertreter der auswärtigen Presse, sodann diejenigen der Departements- Presse und schließlich die der Pariser Presse entfernten. Die Journalisten protestirtcn lebhaft gegen die Maßregel, die sie al« uugerechtsertigt bezeichneten, mehrere weigerten sich sort- zugchen und wurden mit Gewalt entfernt. Die Kammer lehnte die Unterbrechung der Sitzung ab, bald daraus ge­stattete der Präsident der Presse, die Tribüne wieder zu betreten. Die Journalisten machten jedoch von dieser Er­laubnis zum Zweck dcS Proteste« keinen Gebrauch. De Ramel (Monarchist) bckämpste Artikel V de« Anarchistcngesetze«, aber alle AbändcrlingSanträgc wurden abgclehnt. Schließlich wurde § I de« Artikels V angenommen, nachdem die Regierung in der Berichtcrstattersrage einigermaßen nachgegeben und der Iustizminister Gnerin erklärt hatte, einer Mittheilung der Urtheile bei Anarchtstcnproeesscn durch die Presse wcrde'nichtS entgegcnsteheu.

UeuefK* 2lod?rid><eii.

Wolff« telegrapdische« Lorrespondmz-Bureau.

Berlin. 25. Juli. Wißmann erhielt demReichS- anzetger" zufolge die königliche Krone zum Rothen Adler­orden dritter Klasse mit Schwerter»;.

Kassel. 25. Juli. Gcneralsuperintendcnt Martin ist gestorben.

BreSIau, 25. Juli. Um 7 Uhr erfolgte die Preis- vertheiluug für Etnzeltnrnen. Den ersten Preis erhielt Weiß-Hannover, den zweite»; Braun«-Lüneburg, und Wein gärtner-Berlin, den dritte»; Bau e r-Dresden, den vier ten Meller- Bvckcuhetm.

Heidelberg. 25. Juli. Bei dem hiesige»; Bataillon, daS heute frilh 4*/, Uhr zu einer Ucbung nach der Rheina»» au«. rückte nud nach 11 Uhr hierher zurückkehrte, wurde eine An­zahl Soldatcit bei der großen Hitze schlapp und sahen sich gezwungen, anSzntreten. In ärztlicher Behandlung sind jedoch nur drei, denen e« auch bester geht. Die übrige»; sind alle wieder wohl.

Wien, 25. Juli. Gestern und heute sind mehrere Per­son«; der enorme n Hitze erlegen.

Depeschen de« Bure«u ,t><rolb*.

Berlin, 25. Juli. DieR. A. Z." thcilt wiederholt mit, das; Diejenigen, welche von der frühere»; Einberufung de« Reichstag« unterrichtet sei»; müßten, nichts davon wtsten.

Bon«. 25. Juli. Infolge von vielfache»; bet dem Be­gräbnis; de« altkatholischen Proscfsor« Drctsch vorgekommcne»; Ruhestörungen hat der akademische Senat den Seniore»; der sechs katholischen St»»denten.Eorporationc»; eine ossiztclle Rüge mit der Maßgabe ertheilt, daß bei Wiederholung von derartigen Vorsäüe»; sämmtliche Eorpvrativuen ansgelvst werden würden. Die Angelegenheit rüst hier da« peinlichste Aussehen hervor.

Luzemdurg, 25. Juli. Seit dem Lyoner Attentat wanderten viele Familie»; ans den östlichen Departement« Frankreich« hier ein, darunter in größter Armnth lebende Leute. Einzelne verdächtige Personen, auch einige Deutsche, wurden angewiesen, da« Großherzogthum zu verlasseu.

Wie«, 25. Juli. Wie diePolit. Eorresp." au« Petersburg meldet, ist dort die Eholera t»; beständiger

Zunahme. Die Seuche herrscht auch bereit« im Lager von KraSnojc-Seto und beginnt sich nach Esthland auözudchneu.

Triest, 25. Juli. Meldungen aus Athe»; zufolge sind der Eeremonienmetster de« Kronprinzenpaareö von Griechen­land, de Buth, sowie seine Gemahlin und ein SZ^retär dcö Kronprtuzc»; aus einer Lustfahrt auf dem PiräuS infolge Kentern« de« Boote« ertrunken.

Pari», 25. Juli. Die Commission verlangt von T u r p i»; Experimente mit seiner Erfindung. Die militärische»; Kreise sind davo», überzeugt, daß die Erfindung auf dem Raketen- prtncip ausgcbaut sei. Die hiesige Polizei erhielt von der Londoner Polizei abermals die Meldung, daß im Auslande wcile»;dc Anarchisten Attentate vorbcrcttcn, die In Paris begangen werden sollen. Die französische Regierung hat deßhalb beschlossen, innerhalb 24 Stunde»; alle srcmden Anarchisten auüzuwctscn.

Part», 25. Juli. Der Sccretär der hiesige»; japanischen Gesalivtschast äußerte, daß ein kriegerischer Zu jammen­st zwischen Iapa»; und China unwahrscheinlich sei. (Rach einer anderen Meldung habe»; die japanische»; Truppen den Vormarsch gcgc»; die Stellung der Chinese»; angetretcn.)

Pari«, 25. Juli. Der Polizcipräseet ließ gester»; Abend einen Ri hi list en verhaften, welcher sich bei hiesige»; russische»; Studente»; aufhiclt. Bei der sofort vorgenommcnc»; Haus­suchung sand man Papiere, auS denen hervorgtng, daß gegen bei; Czaren ein Complort geplant wurde.

locale» und provittjtcUe»

Gieße«, den 26, Juli 1894.

* * Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben mittelst Allerhöchster Entschließung vom 23. Juli 1894 dem Inhaber der Karl Wallan'schen Hof- kunstdruckerei, Heinrich Wallau, Hauptman»; der Reserve der Artillerie in Mainz, die Goldene Medaille sür Wissen­schaft und Kunst allergnädigst zu verleihe»; geruht.

Da« Museum de» GeschichtS-Vereins Im alte»; Rath­hause dahier ist wegen Bornahine baulicher HerslellungSarbeiten vom nächsten Sonntag ab bi« auf Weiteres geschlossen.

* * Der seit einige»; Tagen herrschenden Hitze folgte gester»; Abend nach heftigem Winde und Wetterleuchte»» ei»; starkes Gewitter. Es donnerte und blitzte in alle»; Hi»»;melörtchtungen. Die niedergehenden Wastcrmastcn wäre»; zeitweise so groß, daß die Canäle »;nd Gossen sic kaum zu fasse»; vermochten. Während de« Gewitters schlug der Blitz In ein Rebcnhauü von Nr. 5 der Kaplnn«gassc, jprang auf letzteres Hauö selber, beschädigte dnö Dach dcssclbc»; und fuhr alödann a»; dem offene»; Fenster, an welchem der Haus­besitzer daS Unwetter beobachtete, zur Erde. Letzterer wurde mit großer Gewalt in« Zimmer geschleudert, so daß derselbe chic Zeitlang besinnungslos blieb, ohne jedoch besonderen Schade»; zu nehmen.

* * Ferien Sonderziige. Wir weisen darauf hi»», daß der nächste Ferien-Sonderzng nach München am 7. und 8. August d. I., nach Frankfurt a. M., Straßburg n»;d Basel am 11. und 12. August d. I. befördert wird und daß alles Nähere aus den bei bei» Fahrkarten - Ausgabestelle»; kostenfrei erhältliche»; Ucbersichlen zu ersehen ist.

* * Die Generalversammlung de» La«dw. Bezirksvereins Gietzcn saub gestern Vormittag aus LonyS Bierkeller statt. Herr RcgierungSrath t. P. I o st, der Director des Verein«, erstattete nach Begrüßung der Herren LandeSöronomicrath Müller, Dr, G ierS b c r g und Kammerrath Weber- Laubach Bericht Über die Thätigkeit des BezirküvercinS im letzten Jahre. Soweit die Leser unsere« Blatte« nicht durch die srliheren vssieicUen Mittheilungen imAnzeiger" benachrichtigt »vnrden, thcilen wir daS WefenUtchste auS dein Berichte hier mit. Die Thätigkeit des Vereins erstreckte sich auf die Förderung aller Zweige der Landwirthschaft, auf die Viehzucht, den Obst­bau, die Vermittlung vo»; Saatfrüchten, die Veranstaltung vo»; Versammlungen mit Vorträgen, die Einrichtung von Zuchthöse»; zur Züchtung von Rafsenvieh, von Zuchtgenosfen- fchastcn, die Belebung der Vichmärkte durch Prämtirung jchöner Thtere u. f. w. Wen»; auch da« vorige Jahr mit feinen; Futtermangel bei; Bestrebungen der Stammzucht- veretnigungen, sowie dem Betrieb der Zuchthöse nicht besonders günstig war, so habe»; doch die Resultate in Bezug aus letztere »hcilweise befriedigt. Der Verein fpendetc in den letzten drei Jahre»; 3210 Mk. für Prämien - i»; der Obstbaumpstege wurden seit 1888 56 junge Leute ans Kosten des Verein« ausgebildet und hierfür 3920 Mk. ausgewendet. Bet den» Bezug vo»; Saatgctreide und Saatkartosselu bestritt der Verein sür seine Mitglieder die Transportkosten; die fünf Versuchsstationen für bei; Anbau von Kartoffeln gaben bc* nchtenSwerthe Fingerzeige znr Anpsianzung guter, krankheitS- freier Sorten- auch der 1891er Gaatmarkt gab Veranlassung zum Anbau empsehlenSwerther Getreidesorten. Für Ver- sammluugen und Wanbervorträge wandte der Verct»; 1200 Mk. aus; recht erhebliche Beträge zur Verfolgung seiner Ziele Hoffen ihm auS Mitteln bc« ProvinzialvereinS, der Spar­kassen, der Aachen-Münchener Feuerversicherung »c. zu. Der Vorsitzende nahm am Schluffe seine« Bericht« Veranlassung, Allen, welche den Verein unterstützten, bc« Dank desselben abzustatten. Herr Dr. GierSberg vo»; Dortnuuid hielt hieraus den angekiindigten Vortrag über die Frage:Ist Deutschland Im Stande, seinen Bedarf an Getreide selbst zu bauen nud welche Mittel sind zur Erreichung diese« Zieles nöthig ?" Au der Hand der vom preußischen LandwirthschaftS- nlintfteriilm veröffenilichteiiTabeNcn über dieBodenbenutzung und de»; Ernteertrag innerhalb der letzten 10 Jahre legte Redner dar, daß nicht nur Mc 42 Millionen Ocuiuer Getreide, die Deutschland an« bei»; Ausland einsühre, iu; Iulande selbst gezogen werden könnten, sondern noch viel darüber hinaus- auch die Summen, die sür Rindvieh und Pferde jährlich in« Ausland gingen (110 000 000 Mk.), könnten im Jnlandc ver- bleiben, weil sowohl der Ertrag der Getreidefelder (56 Mill. Morgen) wie der Wiese»; (35 Mill. Morgen) nahezu ver­

doppelt werden könnte, wenn die deutsche»; Landwirthe zw etnein größeren Procentsatze als bisher dem Fortschritte huldigten, denn bet 60 Prvcent der Landwirthe sei noch kein Fortschritt zu constatiren. Während der Ertrag an Getreide mit 7 (Str. pro Morgen angegeben sei, lasse sich derselbe, wie vorliegende Beispiele betviesen, bis zu 16,54 Etr. pro Morgen steigern, der Ertrag der Wiesen von 12 (Str. auf 80 bis 45 (Str. Die Ursache, warum wir keine höhere»; Erträge erhielten, liege in der fehlerhasten Düngung; nicht baß reich­liche Düngen allein garantire bei; Ersolg, sondern die Düngung, die der jeweiligen Bodenbeschasfenheit angcpaßt sei. Der Landwirth müsse wissen, welche Bestandtheile sein Ackerboden habe und welche Bestandtheile ihm fehlten, um dann durch Düngung diejenigen WachöthumSfactoren zusammen zu bringen, die ein Gedeihen der Pflanzung garantierten. Also in erster Linie Untersuchung des Bodens und danach Düngung. Mit der richtig an­gewandten Düngung würden aber nicht nur die Erträge au Getreide gesteigert, sondern auch dessen Qualität, gleiches sei mit den Wiesen der Fall, nicht nur reichliches Futter geben sic, sondern auch gutes Futter und dies sei namentlich für die Viehzucht von höchstem Einfluß. Als Beispiel, zu welchen Erträgen selbst der von der Natur am stiefmütterlichsten bedachte Boden gebracht werben könne, führte Herr Dr. Gieröberg bei;Schnistcnberger Hof" bei Kirchheinv dolanden an, welcher bisher zu denjenigen Gütern gehört habe, auf welchemalle Besitzer in kurzer Zeit darauf fertig waren". Der jetzige Besitzer habe aber durch seine Mnstcrwirthschast zu bei; höchst, .< Erträgen gebracht. Redner lobt die Hess. Regierung, die Anweisung ertheilt habe, die staatlichen Waldwiescn zu düngen. Er erbot sich schließlich, aus seine Kosten eine beliebig ihn zur Versügnng gestellte Wiese oder Acker nach seiner Methode zu billigen, wenn der Besitzer darauf eingiuge, den Mehrertrag der Ernte mit ihm zu theilen. An dem Vortrag schloß sich eine eingehenbe Be­sprechung, Im Verlause deren sich Herr Sch lenke erbot,, einige Parzellen dem Redner zur Anstellung von Versuchen zur Verfügung zu stellen- er glaubte aber besonders die hohen Ertragszisfern bezweifeln zu müssen, beim nicht nur ai; ber Düngung liege, sondern auch an der Witterung. Auch Herr Dr. v. Petr empfahl Untersuchung dcS Bodens und danach Zusnhr solcher Düngemittel, die vereint die WachSthnmSsactoren bildeten. Herr LandeSöconvmierath Müller bemerkte, daß die Kaliphosphatdüngung auf den fiScaltschen Wiesen gute Erträge ergeben habe. Auch er ist der Meinung, daß sich die ErtragSfähigkcit de« BodenS erheblich steigern lasse, man solle nur, ohne Rücksicht auf die Witterung, den Boden durch Zufuhr geeigneter Düngemittel unterstützen. ES wurden hierauf noch eine Reihe anderer lanwirthschastlicher Fragen, die auS der Mitte ber Versammlung gestellt waren, crlcbigt, u. A. zur Verbesserung saurer Wiesen Entwässerung unb reichliche Kalkdüngung empfohlen, doch sei Voraussetzung, daß der Landwirth bei; Kalkgehalt seines Ackerbodens kenne. Herr Bürgermeister Krämer-Steinbach wie« an der Hand ziffernmäßige Ergebnisse nach, daß die Drainicrung der Düngung voraufgchcn müsse, dann mache sich die Drainiernng reichlich bezahlt. Die hieraus vor­gelegte Rechnung de« landwirthschajtlichcn BezirkSvereinS sür 1898/94, sowie der Voranschlag sür 1894/95 wurden ge­nehmigt. Die Ersatzwahl deS Vorstandes ergab Wiederwahl der beiden Direetvren, der Herren RegterungSrath i. P. Jost und Gutsbesitzer Schleuke- zum Sccretär wurde an Stelle de« nach Darmstadt verzogenen HerrniOberconststorialaffefforS Webel Herr Amtmann Dr. Wallan gewählt, für den ver­storbenen Bürgermeister Pracht in Grünberg Herr Bürger­meister Zimmer daselbst als Mitglied deS Ausschusses, ferner in den Ausschuß de« ProvinzialvereinS Herr Bürgermeister Faul st ich in WeiterShain. Ein großer Theil der Ver- fammlung ca. 80 Herren, worunter die Herren Provinzialdirector Freiherr von G a g c r n, RegierungSratlz Jost, LandwirthschaftSlehrer Dr. v. Peter und Dr. GierS- berg in Köln, folgte nach 2 Uhr einer Einladung des Herrn Aug. Gabriel jun. hier zur Bestchtigung des Kalk» werke«Lahnkalkindustrie Ang. Gabriel jun., Gießen". Die nöthigen Wagen zur Fahrt dorthin waren vorn Werke zur Verfügung gestellt. Mit großem Jntereffc nahmen die Theil- nehmer Augenschein von den Gesaiiimteinrichtungen und dem HerftellungSweise der verschiedensten Stück- und Mahlprvöuctc, ninsvnichr, da der Kalk in der Landwirthschaft eine so wichtige Rolle spielt. Nach inchrstünbigem Verweilen und nach Ein­nahme eine« ErsrischiuigStriinkcS wurde die Rückfahrt wieder angetretcn.

** Militärische«. Die HerreSverwaltung hat kürzlich angcordnct, daß die Kammer-Unter vfstzierc der In­fanterie und Jäger auf vier Wochen zum Train commandirk werden, um dort Unterweisung in der Kenntniß ber Feld-- sahrzeuge und besonders in ber Ausrüstung, Beladung und Führung der CouipagiiiC'Colonnenwagcn zu erhalten. Die so vorgebilbeten Untcrosfizicre haben alSbann bei ihren Truppen- theilen eine entsprechenbe Anzahl von Unteroffizieren unb Mannschaften In ber Führung ber Patronenwagen anSziibilden, deren Mitführnng in die Gefechte bet dem gegenwärtigen starken und raschen Munitionsverbrauch der Infanterie und Jäger unerläßlich fehl wird.

** Bet Unterstützungen an Familien der zu Friedens- «düngen cindernfene» Mannschaften sind nach den amtlich veröffentlichten Ergcbiitfsen dcS RetchShauShaltS für 1893 bi« 1894 die AnSgaben um 1 015 000 Mk. hinter dem Etats­ansatz zurückgeblieben. Diese Erspaniiß scheint daher zw rühren, baß da« die Unterstützung von Angehörigen ber zu Reserve- unb Landwehrübnngeii cingezogenen Mannschaften regelnde Gesetz vom 10. Mai 1892 vielfach nicht genügend bekannt ist. Nach den Bcstimniungen deS Gesetze« erhält zwar Jeder die Unterstützung, ohne daß er etwa seine Be- bürstigkeit nachweiscii müßte, aber nur auf Verlangen. Offenbar aber versäumen eS Viele, ihren Anspruch rechtzeitig, geltend zu machen. ES fei deshalb nochmal« auf die Be­stimmungen de« Gesetze« hingewicsen, worin e« heißt: Die