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27.6.1894 Erstes Blatt
 
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Nr. 147 Erstes Blatt.

Mittwoch den 27. Juni

1894

Aints- rind Anzeigeblatt für den Krei» (ßiefeeiu

chratisbeikage: chießener Iamilienksätter

Amtlicher Ttzeil

1

Annahmr von Anzeigen zu der Nachmittag« für de« folgenden Tag erscheinenden Nummer bi« Borm. 10 Uhr.

vierieljahng« A6oimn»rnBprfi»: 2 «art 30 P'g- Bringet lohn. Turch die Post brjogm 2 «art 50 Plg.

Reboaton. 6n>ebuioa und Druckern:

Kckutftr«k< Ar.7. Fernsprecher 51.

besonders zu begründen.

Budapest, 25. Juni. DaS Abgeordnetenhaus nahm mit großer Majorität den Gesetzentwurf über die Religions­freiheit als Grundlage der Specialdebatte an. I

Paris. 25. Juni. Hanotaux notificirte um 1 Uhr Nachts den Vertretern der fremden Mächte die Nachricht vom Tode CarnotS. DerEclair" schreibt:Italien ist hier nicht im Spiel, Gottlob. Hüten wir uns, die Verantwortung ! für ein individuelle« Verbrechen auf ein Volk auSzudehnen. I Cefario ist zweifellos Anarchist. Die Anarchie hat kein Vater- | lanb. Unsere Pflicht ist unS vorgezeichnet. Wachen wir über uns selbst. Keine Gewaltthätigkeit, keine Reaction! Die Uebergabe der Präsidentengewalt wird sich ohne Stockung vollziehen. Frankreich weint, aber es ist stark."

Paris, 25. Juni. Nach einer Meldung deSParis" aus Lyon soll dort ein Mann verhaftet worden sein, der kurz nach dem Attentat erklärte, daß er sich nicht darüber wundere, da er TagS zuvor von einem Friseurgehülsen gehört habe, daß Earnot erdolcht werden würde. DaS Individuum konnte keine genauen Auskünfte über den Friseurgehülsen er- theilen und wurde deshalb festgenommen. Die Polizei glaubt, das Attentat sei das Werk eines ComplottS, da die Stadt Vienne im Departement Jfere, wo Cefario eine zeitlang lebte, als anarchistisches Centrum bekannt ist.

Paris. 25. Juni. UeberauS zahlreiche Personen schreiben ihre Namen in die sieben im Elysee auSgelegten Condolenz- l ist en. Die italienische Handelskammer läßt ihre Mitglieder ebenfalls Beileidsadressen zeichnen.

Paris. 25. Ium. Die Stimmung der Pariser Bevölkerung ist sichtlich ruhiger- nirgends, auch nicht in

Neueste Nachrrichtesr.

Wolff» telegraphische» Correspondery-Bureau-

Berlin. 25. Juni. DerReichsanzeiger" meldet: Aus | die Nachricht von der Ermordung deS Präsidenten Carnot | hat der Kaiser zugleich im Namen der Kaiserin tele­graphisch Madame Carnot mit warmen Worten sein Bei­leid ausgesprochen. Der deutsche Botschafter in Paris ist vom Kaiser angewiesen worden, der französischen Regierung auszudrücken, daß der Kaiser von ganzem Herzen an der Trauer, welche die französische Nation in diesem Augenblicke erfüllt, aufrichtigsten Antheil nehme.

Berlin, 25. Juni. DerReichsanzeiger" schreibt: Gegenüber der Notiz in Nr. 283 derStaatSbürger-Zeitung ' vom 20. Juni 1894 :Die nicht gerade sehr geschickte Form, in der daS Kriegsministerium auf die allgemein hoch ge­spannten ErwaNungen hinsichtlich des Dowe'schen PanzerS seine vorläufige Ablehnung in der Presse begründen ließ, hat vielfach den Glauben erweckt, als ob unsere Militärverwaltung vorschnell und mißgünstig über die Erfindung urtheile" sind wir in der Lage, erklären zu können, daß daS Kriegs« Ministerium bisher keinen Anlaß gefunden hat, feine Stellungnahme zu der fraglichen Erfindung in der Preffe

Bekanntmachung.

Betreffend: Feldbereinignng in der Gemarkung Staufenberg; hier den allgemeinen Meliorationsplan.

In der Zeit vom 26. Juni bis einschließlich 10. Juli d. J-. liegen auf dem Bürgermeisterei-Bureau zu Staufenberg die Arbeiten der rubricirten Feldbereinigung nämlich:

1) der allgemeine Meliorationsplan,

2) der Erläuterungsbericht,

3) das Protocoll über die Prüfung des allgemeinen Meliorationsplans

zur Einsicht der Bethelligten offen.

Termin zur Entgegennahme von Einwendungen gegen diese Arbeiten habe ich auf

Mittwoch, den II. Juli d. I.,Nachmittags von 4 bis 5 Uhr"

in das Gemeindehaus zu Staufenberg anberaumt. Die in diesem Termin nicht erscheinenden sind mit Einwendungen ausgeschloffen.

Gießen, den 21. Juni 1894.

Der Vollzugs - Commiffär: Dr. Wallau, Gr. Kreisamtmann.

Alle Xnnoncen-Bureaur M In- und Äu«lanbc« nehmen Anzeiacn für ben .»ie&ener Anzrigcr" cntflegrn.

Depeschen bei Bure« .Herold'.

Berlin. 25. Juni. Die Ermordung des Präsi« deuten Carnot rief auch in Berlin große Aufregung hervor- die französische Botschaft hißte die Trikolore auf Halbmast. Alle Abendblätter bringen Artikel über das abscheuliche Verbrechen und sprechen ihre tiesste Entrüstung darüber auS. DieNordd. Allg. Ztg." sagt: Der Tod CarnotS sei ein Mahnruf an die gejammte Eulturwelt, er werde hoffentlich überall die gebührende Beachtung finden. DaSTageblatt" hebt den friedliebenden, hochherzigen Cbaracter Earnots hervor, welcher wohl schwerlich einen persönlichen Feind beseffen. DaS Blatt rühmt die Verdienste CarnotS um Frankreich. DieRassische Jtg. sagt- Auch wenn der Mörder Italien seine Hetmath nennt, die Nation der Italiener hat nichts mit dem Verbrechen gemein, die kleinen Händel Italiens mit Frankreich, betreffend Zollkrieg und die colonialen Zwistigkeiten konnten keinem Italiener den Gedanken eingeben, Hand an daS Oberhaupt Frankreichs

allgemeine Achtung und Sympathie genoß, hat mich in bee innersten Gefühlen meine» Herzen» getroffen. Der Tag, der bisher dem Gedächtniß gemeinsamen Ruhme» beider Nationen gewidmet war, vereinigt sie heute in gemeinsamer Trauer." An d,e Wittwc Carnot» telegraphirte der König: Der Streich, der Ihren Gemahl getroffen, erfüllte gleich­zeitig mein Herz und da» Herz der Königin mit tiefem Schmerze. Italien ist nicht minder wie Frankreich durch da» verübte Verbrechen verwundet und schließt sich ganz und gar Ihrer Trauer an. Ich bin niemals so sicher gewesen al» heute, seine wirklichen Gefühle zu verdolmetschen."

Rom. 25. Juni. In der heutigen Vormittags-Sitzung der Kammer nahm Eris Pi,- während der Präsident, alle Minister und Deputirten sich von den Sitzen erhoben, mit tiefbewegter Stimme daS Wort zu folgender Mittheilung Der Telegraph überbrachte die traurige Nachricht von dem verabschenungSwerthen Morde, der an dem Präsidenten der französischen Republik begangen worden ist. Sadi Carnot, deffen Voreltern in ruhmvoller Weise dem Vaterland dienten, der rechtschaffene Mann, der keine Feinde haben konnte, keinen Haß zu erwecken vermochte, fiel unter dem Dolche eines Mörders, der zu unserem großen Schmerze in Italien ge­boren ist. Allein unS tröstet der Gedanke, daß die Anarchisten kein Vaterland besitzen, daß, gleichwie sie das Vaterland ver- leugnen, sie auch vom Vaterland verleugnet werden. (Sehr , gut!) Die Kammer, die die Natton vertritt und m leb­haftester Weife die Bande der Zuneigung und Freundschof- gegen die Nachbarnation fühlt, wird sich der allgemeinen Trauer über den bitteren Verlust anschließen, von dem Frank- reich betroffen ist." Lrispi theilte dann unter lebhafter Zu- stimmung mit, daß der König und die Regierung der un- I glücklichen Wttiwe und der französischen Regierung da» Beileid I Italiens telegraphisch ausdrücken und fordert die Kammer auf, ihr Beileid durch Vermittlung des Präsidenten au»

I sprechen zu lassen. Er beantragt alsdann, die Sitzung auf­zuheben. Der Präsident hielt hierauf eine Rede, in der er dem lebhaften Schmerze über den Trauerfall Ausdruck gibt, von dem Frankreich betroffen ist. (Zustimmung). Er zollt

I dem Andenken CarnotS hohe» Lob, der die Mission erfüllte, I die Völker zu versöhnen und fpeciell zwischen Italien und der Nation, deren Oberhaupt er war, das Band der Sin

I tracht und Zuneigung zu knüpfen. (Zustimmung). Er be- I antragte, die Kammer möge, um ihre Trauer zu manifestiren, . I die gegenwärtige und die Sitzung am Nachmittag suspendiren, ' ' während der lausenden Session Trauer anlegen und ihren Präsidenten damit betrauen, sich zum Dolmetsch ihrer Gefühle des Schmerzes und Beileids bei dem Ches der französischen Nationalvertretung zu machen. Diese Vorschläge wnd« einmüthig gebilligt und die Sitzung dann aufgehoben. Nach der Sitzung begaben sich sämmtliche Minister, Deputtrte und Senatoren auf die französische Botschaft, um ihre Namen in die aufliegenden Listen einzutragen. Die gesammte römischen Bevölkerung folgte diesem Beispiele. Die Börsen ..... » . - » . mn von Mailand, Florenz, Turin und Rom bleiben heute zum den excemrischen Vierteln in der Nahe der Fabriken, wo ber <£raucr geschloffen.

italienische Arbeiter beschäftigt werden, kam eine aututalienische Petersburg, 25. Ium. In Begleitung des Kaiser» reisten gestern Großfürst Michael Alexandrowitfch, sowie die Generale WannowSki, Richter und Tscherewm nach Borkt. Die Kaiserin, die Großsürstin Lenia und der Großfürst Alexander Michailowitsch begaben sich gestern mittelst Dampfer von Datum nach NoworosfiSk.

Zanzibar. 25. Juni. Heute wurde die (yretlanö- Expedition aufgelöst. Die ärmeren Mitglieder kehren mit dem nächsten Dampfer zurück, die übrigen sollen nach Kikuyu fahren, sobald Geldmtttel eingetroff»n find.

Demonstration vor.

Lyon. 25. Juni. Alle Fahnen an den öffentlichen und an den Privatgebäuden wurden noch in der Nacht durch Trauerfahnen ersetzt. Der Militärstaat deS Präsidenten bewachte in der Nacht die Leiche, welche in schwarzem Anzuge mit dem Großcordon der Ehrenlegion aufgebahrt ist. Die Aufbahrung wurde photographirt. Madame Carnot wmischt die Leiche nicht einbalsamirt - sie soll baldmöglichst nach Pa^s gebracht und in der Elyse-Capelle ausgestellt werden. Es wird die Entscheidung deS Ministerraths hierüber erwartet.

Cetle, 25. Juni. Der Attentäter befand sich am Samstag noch hier. Er war 8 Monate als Bäckergeselle bei dem Bäcker Biala beschäftigt. Samstag erhielt er von feinem Arbeitgeber 80 Francs und ging mit dem Bemerken fort, er würde dahin gehen, wohin ihn die Umstande fuhren. Am Samstag Nachmittag um 2?/, Uhr verließ er die: «tad . Der Attentäter war als herausfordernder Anarchist bekannt, er ist 21 Jahre alt. Den Dolch, mit dem er daS Attentat auSaeführt hat, hatte er bereits getauft.

Marseiile. 25. Juni. Auch hier herrscht allgemeine Ent­rüstung über das Attentat. Alle Schiffe tragen Trauerstaggen. ES herrscht vollständige Ruhe. Uebrtgens find Mag. regeln getroffen, um jeden Zusammenstoß zwischen französischen und ilalienlichen Arbeitern zu verhindern. DaS ttatt-msche Consulatsgebäude, das als erstes die ^auerflagge h^.ß e tst militärisch besetzt - die Präfectur und Mairie sind geschlos,en.

Rom. 25. Juni. Die Depesche deS Königs an Dupuy lautet:Die verabscheuungSwurdige That, die Frankreich seines Staatsoberhauptes beraubte, deren Perwn

Bekanntmachung,

betreffend Die Prüfung der Bewerber um die Berechtigung I zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Herbst 1894. I Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen, sich der im I Herbst 1894 stattfindenden rubr. Prüfung zu I unterziehen, werden hierdurch aufgefordert, ihre deßfallsigen I Besuche um Zulassung bei Meldung des Ausschlusses von I dieser Prüfung

spätestens bis zum 1. August 1S94

Hei der unterzeichneten Commission einzureichen. I

Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Spe- eiellen das Folgende bemerkt:

1. Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüsungs - Com- I Mission nur dann anznbringen, wenn der sich Rreldende I im Großherzogthum Heffen seinen dauernden Aufenthalts­ort hat.

2. Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen.

Z Das Gesuch muh von dem Betreffenden selbst geschrieben sein. Auch erscheint es zweckmäßig, wenn die nähere Adreffe angegeben wird.

4. Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügcn:

8. Geburtszeugnih;

b. Einwilligungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit ber Erklärung über dessen Bereitwilligkeit, den Freiwilligen während einer einjährigen acttven Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten, sowie die Kosten für Wohnung und Unterhalt zu übernehmen. Die Kähiakit hierzu ist obrigkeitlich zu Bereinigen und muß die Uuterschrist des Vaters ober Vormundes beglaubigt fein;

c. ein Unbefcholtenheitszeugniß, welches von der Polizei- Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde aus­zustellen ist-

d. ein selbstgeschriebener Lebenslauf.

5. In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen 'zwei fremden Sprachen (von Französisch, Englisch, La­unisch und Griechisch) der sich Meldende geprüft sem will. ..

6 bereits früher ein Gesuch um Zulaffung zur Dru- ' eing-reicht worben, so bleibt dem erneuten Gesuche nnr ein Unbescholtmheitszenguih beiznlegen.

lieber die Anforderungen, welche an die zu Prüseuden gestellt werden, gibt die PriifungS-Ordnuug lAnlage 2 zur Wehr-Ordnung vom 22. Nm-br. 1888 - Regierungo-Bla.t Nr. 5 von 1889) Aufschluß. . . .

Bezüglich deS Prüfungstermins, sowie der, ^.ocals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt entweder weitere Bekanntmachung oder schriftliche Mittheilung.

Darmstadt, den 30. Mai 1894.

Großh. Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende:

Freiherr v. Gemmingen.

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General - A nzeiger.