Sache glaubt jetzt der gesammte Finanzausschuß, nachdem von der Zweiten Kammer die Wiedereinstellung der Wein- steuer mit 28 gegen 11 Stimmen abgelehnt wurde, den Antrag der Minorität zu seinem eigenen zu machen und auf demselben bestehen zu sollen. Das Land solle und müsse vor einer Steuererhöhung bewahrt werden und der Finanzausschuß werde sich bis zum Aeußersten einer Steuererhöhung widersetzen. Er ist der Ansicht, daß bei der heutigen wirthschaft- lich schlechten Lage eine Steuererhöhung schwer empfunden werde, was er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren könne. Sollte die Zweite Kammer auf diesen Antrag jedoch nicht eingehen, so könne sich das Hohe Haus zum zweiten Mal diese Abweisung nicht bieten lasten. Dann bleibe nur noch die Durchstimmung beider Kammern übrig. Diesen Vorschlag zu machen, scheue er sich nicht als Berichterstatter.
Finanzminister Weber plaidirt für eine mäßige Steuererhöhung und warnt vor Inangriffnahme des Reservefonds, der schon sehr herhalten muffe.
Trotzdem schließt sich die Kammer dem Antrag des Ausschustes an.
Heute Mittag um 5 Uhr Fortsetzung der Berathungen.
unb Provinzielles.
Gießen, den 26. Mai 1894.
** Oeffentliche Anerkennung einer edlen Thal. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Nagelschmied Jacob Schnellert zu Erbach i. O. in Anerkennung der von demselben am 24. März I. I. mit Muth und Entschlossenheit, sowie eigner Lebensgefahr bewirkten Rettung des zwei Jahre alten Kindes des Kaufmanns Julius Lang von da vom Tode des Erttinkens eine Geldprämie zu verleihen geruht.
** Wafferabgabe betr. Nach Eintritt günstigerer Witterung, insbesondere aber infolge anerk ennenswerther Rücksichtnahme des Publikums, ist es — nachdem am 18. und 19. d. M. während der Nachtzeit die Wafferabgabe mit Rücksicht auf den für alle Fälle zu haltenden Vorrath bat unterbrochen werden müssen — seither erfreulicher Weise doch möglich gewesen, die Wafferabgabe ununterbrochen erfolgen zu losten. — Wenn alle Haushaltungen während der kritischen Zeit die sparsamste Verwendung des Quellwassers sick möchten angelegen sein lassen, so wäre zu hoffen, daß selbst mit Wiedereintritt trockeneren Wetters die Absperrung des Quellwassers noch längere Zeit hindurch überhaupt vermieden werden könnte, sicher zur größten Annehmlichkeit aller Haushaltungen, nicht minder auch im Interesse der Verwaltung, welcher schon aus technischen Gründen es erwünscht sein muß, die Absperrungen auf das geringste Maß zu beschränken.
** Historisches Concert. Es dürfte vielfach interessiren, zu erfahren, daß der Capellmeister des nächsten Montag Abend in Steins Garten concertirenden Musikcorps des Königl. Bayr. 15. Infanterie-Regiments, Herr Georg Pöll, im Besitze hoher und allerhöchster Auszeichnungen für seine Leistungen als Capellmeister und Eomponist ist, u. A. Inhaber des türkischen Ordens „Nischan-i-aali-Ivathyas", welcher ihm vom Sultan Abdul Hamid verliehen wurde.
** Vogelsberger Höheuclub. Die diesjährige Hauptversammlung des Vogelsberger Höhenclubs findet am 30. Mat in Ortenberg und aus diesem Anlaß zugleich von Nachmittag 4 Uhr ab ein Concert in dem sogen. „Mauergarten" daselbst bei Herrn Allendorf, bei ungünstiger Witterung im Saale statt.
** Das Corpshaus der Teutonia an der Grünbergerstraße ist nunmehr soweit fertig gestellt, daß dessen Einweihung am 1. Juni, dem Tage des 55. Wiegenfestes des Corps, stattfinden kann. Dieser Feier liegt folgende Festordnung zu Grunde: Freitag, den 1. Juni, 3 Uhr Nachmittags: Zug von der alten Kneipe (Wiener Hof, Neuenweg) zur neuen. Feierlicher Corps-Convent daselbst, Uebergabe des Hauses an das active Corps. 4—7 Uhr Nachmittags: Festconcert daselbst (mit Damen). 8’/2 Uhr Abends: Beginn des Festcommerses in Steins Garten. — Samstag, den 2. Juni, 11 Uhr Vormittags: Musikfrühschoppen mit kaltem Imbiß auf dem Corpshaus. Photographische Aufnahme der Festtheilnehmer. 2 Uhr Nachmittags: Festmahl in Steins Garten. 4 Uhr Nachmittags: Ausfahrt des activen Corps mit seinem Besuch auf den Schiffenberg (Kaffee). 8 Uhr Abends: Erste officielle Kneipe im Corpshaus. — Sonntag, den 3. Juni, 11 Uhr Vormittags : Frühschoppen auf der Kneipe und im Lotz. Mittagessen nach freier Wahl. 4 Uhr Nachmittags: Gesellige Vereinigung (mit Damen) in Steins Garten.
*• Verwähluugs - Stipendium. In Ergänzung unserer Notiz in vor. Nummer theilen wir mit, daß mit der 20. von ©einer Königlichen Hoheit dem Großherzog bewilligten Gnaden- gäbe von 1000 Mark die Peter Seitz Eheleute in Auerbach bedacht worden sind.
** Turnerisches. Die Gesangsriege des Turnvereins wird am Sonntag den 27. d. M., Morgens 6 Uhr, von der Wieseckbrücke aus mit Damen und Mitgliedern des Turnvereins einen gemeinschaftlichen Ausflug nach dem Schiffenberg unternchmen.
** Diebstahl. Vor einiger Zeit wurde einem hiesigen Oeconomen eine noch neue Pumpe im Werrhe von 20 Mark gestohlen. Gestern wurde der Dieb in der Person eines Arbeiters zu Leihgestern ermittelt und die Pumpe in dessen Scheuer unter Laub versteckt vorgefunden.
** Glotzbach ausgebrochen? Der „Oberh. Anzeiger" in Friedberg erfährt, daß der berüchtigte Glotzbach mit noch drei Cumpanen in Marienschloß ausgebrochen sei. Man wfll dieselben in Dorheim gesehen haben.
** Das Bedürfniß der Großh. Landes Brandversicherungs- anstalt an Braudeutschadiguugeu mit AbschLtzuugskosten pro 1893
beträgt: in Starkenburg 393 311,12 Mk., in Oberhessen 489 066,05 Mk., in Rheinhessen 290 601,05 Mk., zusammen 1 172 978,22 Mk. Dieses Bedürfniß soll gemäß Verfügung Großh. Ministeriums des Innern und der Justiz vom 8. Mai d. I. durch einen Ausschlag von 10 Pfennig auf je 100 Mk. Um- lagecapital, das zum Ausschlag für das Jahr 1893 in Starkenburg 515 616 810 Mk., in Oberhessen 330 879 620 Mk., in Rheinhessen 459 831 000 Mk. beträgt, gedeckt werden und die Erhebung dieses Beitrags in den ersten 25 Tagen des kommenden Monats Juli in einem Ziele erfolgen.
** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Ein angeblicher Concertmeister H. Fischer aus Hoch-Kerk (Holland) von der Polizeiverwaltung in Bingen wegen Zechprellerei- Geschäftsreisender Hermann Genz aus Breslau von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Betrugs - Schloffergeselle Ludwig Größer aus Gießen vom dortigen Polizeiamt wegen schweren Diebstahls - die Dienstmagd Charlotte Krämer aus Ober-Morschel (Bayern) von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen BctrugS- Lithograph Max Willy Lehmann aus Berlin von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Unterschlagung- Scheerenschleifer Carl Schmidt von Karlsberg, zuletzt in Viernheim, von derselben Behörde wegen Urkundenfälschung- Taglöhner Georg Gottlieb Wolfraum von Neu - Isenburg vom Amtsgericht Langen wegen Strafvollzugs.
Willofs, 24. Mai. Hier feierte am vergangenen Sonntag Herr Lehrer Stephan fein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum. Der Gemeindevorstand, Namens der Gemeinde, überreichte dem Jubilar an seinem Ehrentage schöne Geschenke: Einen ovalen Tisch, zwei Rohrstühle und zwei Biergläser.
OetmWM.
* Wetzlar, 26. Mai. Heute Nachmittag wird das Quellwasser ans dem Dernbachthale und von Grube Fortuna zum ersten Male durch die Stadt bis zu dem Reservoir an der großen Promenade geleitet. Wenn keine weitere Störung eintritt, was indessen kaum zu befürchten ist, werden dann die Hydranten der unteren Stadt vom kommenden Montag nur aus der vorgenannten Leitung gespeist werden.
* Frankfurt a. M-, 25. Mai. Im Zoologischen Garten findet Montag Abend von */,8 Uhr an zu Ehren der Jahres-Versammlung der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ein Extra-Concert mit vollständigem Orchester statt und nach Eintritt der Dunkelheit bengalische Beleuchtung der Burg und Parkanlagen.
Mb. Kassel, 25. Mai. Die Straßencrawalle sind nun zu Ende, wenigstens haben sie sich gestern Abend nicht wiederholt, es hat sich also die vielfach gehegte Annahme, als würden sich die Zusammenrottungen bis zum Ausgang der Woche fortsetzen, erfreulicher Weise nicht erfüllt. Es fanden zwar auch gestern Abend auf dem Altmarkt, Markt- gaffe zc. Ansammlungen statt, indessen wurde dadurch, daß die Leute in verschiedenen Gruppen standen, der Verkehr nicht behindert. Auch verhielten sie sich ruhig, sodaß die Polizei keine Veranlassung hatte, einzuschreiten. Wiederum war aber auch hier deutlich wahrzunehmen, daß die Radaumacher hauptsächlich junge Bürschchen von 16—20 Jahren waren. Es war ihnen in der Hauptsache darum zu thun, die Schutzleute zu ärgern und zu „uzen". Ließ sich ein Schutzmann, wie ich gestern Abend am Altmarkt sah, von Weitem blicken, so fing die ganze Rotte zu schreien und laut zu lachen rc. an, einzelne höhnische Zurufe fielen aus dem Knäuel der halbwüchsigen Bengel, worauf der Schutzmann, ein älterer vernünftiger Beamter, jedoch gar nicht reagirte, er schritt stillschweigend langsam weiter. Kaum war er jedoch noch einige Schritte weiter fortgegangen und bald bei der Gruppe, da stob alles in wilder Flucht auseinander — die reinsten Hasen. Wäre der Schutzmann nun hinterher gelaufen, hätte vielleicht noch einen Collegen angerufen, fo hätten durch die Verfolgung event. Verhaftung, Transport rc. abermals ernste Auftritte entstehen können. So war der Schutzmann besonnen und kümmerte sich um das Gelächter der halbwüchsigen Burschen nicht. — An den Abenden vorher sollen namentlich die Soldaten, die nicht requirirt waren, sondern auf der Straße gingen und angeblich angegriffen worden waren, sich verschiedene Uebergriffe gegen die in den Häusern friedlich stehenden Bewohner und die aus Neugierde Herbeieilenden haben zu schulden kommen lassen. Jedenfalls steht es fest, daß eine größere Anzahl Personen, als man zuerst annahm, verletzt worden sind. Man spricht, daß ein Arzt allein 42 Blessirte behandelt hatte. Festgenommen sind zusammen bis jetzt 57 Personen.
Ms. Kassel, 25. Mai. Auch Kassel hat nun neben seinen Crawall auch einen kugelsicheren Panzer! Die Lorbeeren des Mannheimer Schneidermeisters ließen einem hiesigen ingeniösen Photographen Tag und Nacht keine Ruhe, er sann und grübelte, conftruirte und probirte — und endlich — Plötzlich: Heureka! Der kugelsichere Panzer war fertig! Heute Nachmittag wurden in Gegenwart eines geladenen Publikums, Vertreter der Presse rc. im Schützenhaufe die ersten Schießverfuche an dem Panzer vorgenommen. Herr Hofbüchfenmacher Hüfner gab drei Schüsse aus einer Jagdbüchse (System Expreß) auf den Panzer ab. Die benutzte Patrone war mit 3*/j Gramm Pulver und IV/i Millimeter Geschoß (Vollkugel) geladen. Die Schüsse wurden auf 36 Meter (50 Schritt) Entfernung abgegeben. In allen drei Fällen bewährte sich die Kugelsicherheit des Panzers, dessen Zusammensetzung natürlich Geheimniß des Erfinders ist, indem die Kugeln stecken blieben, bezw. abprallten. Auf dem Stadtpark-Sommerfest, am 3. Juni, werden weitere Schießversuche vor größerem Publikum ftatt finden.
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der Stadt Gietze». »«fgedoer.
Mat: 15. Heinrich Babel, Schlosser dahier, mit Louise Christina Julie Henriette Zöll hierselbst. 19. Heinrich Eduard Emil Simon, Fuhrenunternehmer dahier, mit Helene Susanne Eleonore Friederike Reinhardt dahier. 21. Gottfried Heinrich Friedrich Alsleben, Schreiner und Glaser dahier, mit Katharine Fischer hierselbst. 24. Georg Konrad Becker, Pfarrvicar zu Griedel, mit Minna Bertha Luise Jenny Adelheid Koch zu Gießen. 25. Wilhelm Weitzel, Bäcker dahier, mit Karoline Schäfer hierselbst. 25. Joh. Euler, Fuhrknecht dahier, mit Luise Kling zu Wteseck. 25 Hermann Philipp Jünger, Schlosser ju Ltch, mit Charlotte Eise daselbst.
Eheschließungen.
,yari:rn23- Isaak Simon, Kaufmann zu Hanau, mit Emllie Bar hierselbst.
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o- x u?La<: Dem Fuhmann Martin Helferich ein Sohn, Ernst
Friedrich. 19. Dem Stationsgehülfen Wilhelm Tränkner ein Sohn. 19. Dem Bierbrauer Andreas Weber eine Tochter, Elisabethe Christine. 20. Dem Tapezier Wilhelm Schuldt ein Sohn, Wtlbelm Karl Ludwig. 20 Dem Schreiner Wilhelm Walter eine Tochter, Elisabeth Margarethe Luise Wilhelmine. 21. Dem Bäckermeister Balthaser Schomber ein Sohn, Friedrich Emil Georg Heinrich.
Seftörvene.
Mat: 20. Friedrich Wilhelm Luzi, 71 Jahre alt, Schriftsteller. 23. Etsabethe Hosch, geb. Scherer, 76 Jahre alt, Ehefrau von Decateur Ludwig Hosch dahier. 24. Mathilde Elisabeth Eichbaum, 10 Jahre alt, Tochter von Großh. Universiiäts Professor Dr. Karl Friedrich Eichbaum dahier. 24. Katharine Luise Biesdorf, geb. Heist, 32 Jahre alt, Ehefrau von Schneidermeister Nicolaus Biesdorf dahier. 25. Katharina Roll, geb. Düringer, 32 Jahre alt, Ehefrau von Tag- löhner Philipp Roll dahier.
Auszug aus den Kirchenbüchern
-er Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Getan ft«.
Matthäusgemeinde.
Den 20. Mai. Dem Fabrikarbeiter Heinrich Diehl eine Tochter, Marie, geboren den 14. December 1892.
Denselben. Dem Weinbändler Emil Schmoll ein Sohn, Hans Georg Martin, geboren den 2. April.
Markusgemeinde.
Den 20. Mai. Dem Apotheker Fritz Spieß ein Sohn, Erich Hans Moritz Wilhelm, geboren dm 1. März.
Den 24. Mai. Dem Kutscher Georg Heinrich Merz ein Sohn, Otto Philipp Heinrich Wilhelm, geboren den 18. April.
Lukasgemeinde
Dm 20. Mai. Dem Marinemaler Alfred Felix Bachmann aus München ein Sohn, Jan, geboren den 2. April zu München.
JohanneSgemeinde.
Den 20. Mat. Dem Fabrikanten Wilhelm Haustein ein Sohn, Otto Wilhelm Emil, geboren den 9. März.
Beerdigt«.
Markusgemeinde.
Den 25. Mai. Elisabetb Hosch, geb. Scheerer, Ehefrau deS Decateurs Ludwig Hosch, alt 76 Jahre, starb dm 23. Mai.
kirchliche Anzeigen der Stadt Gietzen.
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 27. Mai. 2. Sonntag nach Pfingsten- Samstag:
Nachmittags um 4>/z Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag:
Vormittags von 6‘/a Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
„ um 6>/a Uhr erste hl. Messe;
„ um 7</8 Uhr Austheilung der hl. Communion;
„ um 8 Uhr zweite hl. Messe;
„ um 9Vi Uhr Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr Andacht.
Literatur und Aunst.
Die Wasserkuren. Innere und äußere Wasseranwendung im Hause. Zur Verhütung unv Heilung von Krankheiten. Für Laim dargestellt von Dr. med. R. Wichmann, Nervenarzt in Braunschweig. Mit Abbildungen. Preis gebunden 1 Mk. Verlag von Otto Salle in Braunschw eig. — Der Verfasser, ein auf seinem Specialgebikte bekannter Arzt, behandelt in für Jedermann verständlicher Schreibweise sowie recht übersichtlicher Gruppirung des Stoffe- die mannigfachsten Anwendungen des Wassers und zeigt, wie sämmt- ltche Heilerfolge durch letzteres nicht allein in Kurorten, Wasserhell- anstalien u. s. w. erzielt werden können, sondern bet entsprechender Behandlung auch in der Heimat des Kranken. Es wird mit bcn zu Trinkkuren und Ausspülungen geeigneten Wässern begonnen und dann zu den gewöhnlichen Wasserbädern in den verschiedensten Formen, zu den Wasserbädern mit Zusätzen, zu den Dampf- und irisch- römtschen Bädern, zu den Duschen, Begießungen, Abreibungen und Einpackungen übergegangen. Im Hinblick darauf, daß sich die Wasserhetlmethvde immer größerer Ausbreitung erfreut, dürfte das sehr praktische und empfehlenswerthe Büchlein Vielen und besonders den zahlreichen Nervenkranke willkommen fein.
— Bom FelS zum Meer. Jllustrirte Zeitschrift für das deutsche Haus. Jadrgang 1893/94 Heft 9. Union Deutsche Ver- lagsgeselllchaft in Stuttgart, Berlin, Leipzig. Unter dem Titel „Die Flugfrage und ihre Lösung" bringt das neueste Heft einen interessanten, durch Abbildungen erläuterten Aufsatz aus der Feder des Professor G. Wellner in Brünn, dessen P-oj ct einer Segelradflugmaschine die Aufmerksamkeit der fachkundigen Kreise jüngst in so hohem Grad auf sich gelenkt hat, daß der österreichische Jngenieur- und Archtteclenverein in Wien weitgehende Proben mit der neuen Erfindung vorzunehmen beschlossen hat. Von weiteren, ebenso durch ihren Inhalt wie durch treffliche Illustration sich auszeichnende« Artikeln seien hier erwähnt: „Die russische Cavallerie an der deutschm Grenze" von N. v. Engelnstedt mit Bildern von A. Wald, „Durch die fränkische Schweiz" von M. Haushofer mit Bildern von R. Schuster, und „Joshua Reynolds" von C. Gurlttt. Außer dem fortlaufenden Roman „Der Marschallstab" von W. Schulte vom Brühl enthält das Heft eine lustige Humoreske von E. Jahn: „Herrn Heubletns Jugendsünden" sowie Anfang und Fortsetzung einer größeren Novelle von Wilhelm Jensen „Ein Winter in Sizilien", die, in den vierziger Jahren unter der Regierung König Ferdinands spielend, durch die vielfachen Analogien, welche der damalige Zustand der Insel mit dem heutigen aufweist, sowie durch das feine psychologische Problem, das sie behandelt, unser Interesse in Anspruch nimmt. Das Bild und die Biographie des beliebten Autors finden wir im Sammler, der neben vielen anderen auch einen hübschen Artikel „Zum bellgen Veit von Staffelftein" mit dem Btldntß des von Schefjfel bedungenen Eremiten bringt, der jüngst seinen siedenztgsttn Geburtstag gefeiert hat. Die dem Heft beigefügten vier Kunstbeilagen in Holzschnitt zeigen die bekannte treffliche Ausführung, durch die sich dieser Verlag auszeichnet.
Verkehr, Land- unfc VoLkswirthschafi.
«Uft«n ♦ 26. Mai. Ma rktberichr. Aut dem heutigen Wochenmartt kostete: Butter pr. Pst». * 0,85-0,95, Hühnereier


