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Auch während der diesmaligen Berichtspertode war der Verkehr an den deutschen Börsen auf den meisten Gebieten äußerst beschränkt, obwohl mehrere Momente zusammentrafen, welche geeignet gewesen wären, eine stärkere Bewegung zu erzeugen. Aus Belgrad lief die Nachricht von einem neuen Staatsstreich des jungen Serbenkönigs ein, durch welchen derselbe die bestehende Verfassung willkürlich aufhob und an deren Stelle wieder die frühere in Kraft setzte. Frankreich überraschte die Welt mit dem Rücktritt des Ministeriums Casimir Perier, dem man allgemein eine g.ößere Beständigkeit, als den vorausgegangenen Cadineten, zugetraut hatte und für Wien und Pest bildet fortgesetzt die ungarische Ctvilehe-Gesetzvorlage einen unberechenbaren Faktor, da die Opposition nach Möglichkeit bemüht ist, hierdurch den gegenwärtigen Letter des ungarischen Staatsschtffes zu Fall zu bringen. Wenn unsere Cffectenmärkte durch diese Ereignisse auch kaum direct in Mitleidenschaft gezogen werden, so würden sie doch zweifellos zu einer anderen Zett dadurch in ebhafte Bewegung versetzt worden sein, während sie sich heute angesichts der herr- chenden Lustlosigkeit ganz unempfindlich gegen politische Vorgänge zeigen und ihre Teilnahme lediglich in noch verschärfter Zurückhaltung zum Ausdruck bringen. Selbst die Contremineure wagten nicht aus der augenblicklichen Lage Vorthetl zu ziehen und man begnügte sich deshalb in der Hauplsache damit, die Festsetzung der Course jenen des Auslandes anzupassen.
Eine Ausnahme von der Geschäftslosigkeit machten nur die dreiprocentigen reutschen und preußischen Anleihen. Durch die nun schon so lange an allen europäi- chen Börsen anhaltende Geldfülle, die zum größten Thetl auf die geringen Anforderungen von Handel und Industrie zurückzusühren ist, tritt überall lebhafte Nachrage nach erstklassigen W.rlhpapieren hervor, welche tm Lause der letzten Zeit eine ansehnliche Vertheuerung aller hierbei in Betracht kommender Staatsanleihen zur Folge gehabt hat. So haben die 2»/« procer.ttgen englischen Consols, die dreiprocen- tigen Renten von Frankreich, Belgien und Holland den Partcours bereits wesentlich überschritten und in Paris fürchtet man ichon, daß bald eine Converttrung der dreiprocentigen Rente in einen niedrigeren Zinsfuß erfolgen werde.
Selbst Papiere von entschieden geringerem inneren Werth, als unsere deutschen Fonds, wie die dreiprocentigen Russen, werden in Frankreich höher bewerthet, als wir in Deutschland unsere eigenen Anleihen bezahlen. Es kann deshalb nicht befremden, daß sich endlich die Aufmerksamkeit des fremden Kapitals auf die deutschen Fonds richtet, welche nur durch die sich von Jahr zu Jahr wiederholenden neuen Emissionen in ihrer Coursenlwtckelung zurückgeblieben sind, so daß sie heute noch einen Preis inne haben, der tm Vergleich mit jenen fremden Titeln entschieden als billig zu bezeichnen ist und der außerdem noch eine ansehnliche Gewinnchance ; in sich birgt. Diesen Umstand scheint man namentlich in London erwogen zu haben, denn von dort liefen im Laufe der Woche zahlreiche Kaufordres ein, die nur durch eine Preiserhöhung von etwa einundeinhalb Procent auszuführen waren. Da bis jetzt in England nur die 1891er Stücke nottrt werden, in Berlin und Frankfurt ■ aber zwischen den einzelnen Jahrgängen kein Unterschied gemacht wird, so war die Lieferung häufig mit Umständlichkeit n verknüpft. Um dem abzuhelfin, soll die l Zulassung aller vorhandenen Emissionen zur Londoner Börse beantragt werden, was für die zukünflige Coursgestaltung unserer Anleihen nur von Vorthetl sein kann. In Folge der Preiserhöhung der dreiprocentigen Consols verbreitete sich in Berlin das Gerücht, daß die preußische Regierung ernstlich an die Ztnsherabsetzung l der vierprocenttgen Anleihen denke. Wenngleich keine innere Wahrscheinlichkeit hierfür vorliegt, zumal man sich in maßgebenden Kreisen wohl bewußt ist, daß dadurch J ein großer Thetl des deulschen Kapitals zu höher verzinslichen Anlagewerthen von mehr oder minder zweifelhafter Qualität hingedrängt werden würde, so würde doch 1 dadurch ein empfindlicher Coursdruck ausgeübt. I
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Ueber die weitere Entwickelung der italienischen Verhältnisse besteht immer noch die alte Unsicherheit. Zu der nunmehr tm Parlament begonnenen Berathung der Ftnanzreformvorschläge hat sich eine solch große Anzahl von Rednern gemeldet, daß eine mindestens vterzehnlägtge Dauer der Debatten in Aussicht genommen ist. Soviel sich heute übersehen läßt, wird die Mehrzahl der Reden gegen das Regterungsprogramm gerichtet sein; dessenungeachtet glaubt man aber doch an den Sicg Somcino'e, da keine der Parteien bis zur Stunde Gegenprojecte eingebracht hat, wclche mehr Aussicht auf Verwirklichung besitzen. Die Verschmelzung und Wteder- aufrlchtung des Credito Mobiliare und der Banca Generale ist nach den neuesten Zeitungsberichten endgtlttg gescheitert und die Liquidation des Mobiliare, dessen Moratorium am 28. Mat abläuft, somit unabwendbar geworden. Die Versuche zur Reconstrutrung der Banca Generale sollen noch fortgesetzt werden. Auch über den Stand der Verhandlungen wegen Verpachtung des Alkoholmonopols lauten die Nachrichten sehr widersprechend. Bald heißt es, die Unterhandlungen seien vollständig abgebrochen, bald die Unterzeichnung des Vertrages mit dem englischen Consorlium stehe unmittelbar b.vor; und wieder Andere wollen wissen, daß eine Gruppe Berliner Banken und Bankiers sich um die Erwerbung des Monopols bemühe und zum Studium der Angelegenheit einen Vertreter nach Rom gesandt habe. Trotz dieser Ungewißheit vermochte die 5procenttge Rente doch einen Thetl ihrer vorwöchentltchen Einbuße wieder einzuholen. Außerdem sind noch österreichische und ungarische Werthe als höher zu erwähnen, wozu namentlich der Umstand beitrug, daß die Rothschtld- gruppe die jüngst übernommenen 12 Millionen Gulden Goldrente bereits vollständig verkauft hat. Für Spanier sandte Parts bessere Notirungen, da sich die Bank von Spanien tm Pcrncip damit einverstanden erklärt hat, daß die am 30. Juni fällig «art Lchteenbecker, Maurermeister, werdenden Schatzbons erneuert werden. Ohne daß groß. Umsätze darin stattfanden, 04801 gewannen die beiden 4>/sprocenttgen portugiesischen Ersenbahn-ObUgatronen etwa
8 60 Bt8 roä^enb die Staatsanleihen vernachlässigt blieben. Mexikaner lagen matt.
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«01\ ü 0 m * geringe Comsvariationen mit sich. Die größte Einbuße haben Berliner Handels-
2148] In meinem Neubau, Ludwigs- gejellfchasts-Anthetlschetne in Folge der serbischen Vorgänge zu verzeichnen. Unter straße, find per 1. Juli d. I. d elegante den österreichischen fallen Creditactien auf, welche durch die flaue Haltung der Wiener Wohnungen von je 7 -oiwmern, Bade- Börse drei Gulden verloren haben. Die übrigen Werthe sind wenig verändert.
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kohlcn entschieden abzelehnt habe, veränderte sich die Stimmung und die tonangebenden Papiere schlugen weichende Richtung ein. Hierdurch wurden dann auch Eisen» actien in Mitleidenschaft gezogen, so daß die Ermäßigung des nordamertkantschen Einfuhrzolles auf Roheisen um ein Drittel ganz unbeachtet blieb.
,~xvj D„H,.vn w y»». Dagegen profiltrten Schifsfahrtsactten durch die Meldung einer eng-
mer und Zubehör, im Hinterhaus zu ver- ltschen Zeitung, daß die amerikanische Zolltartfieformbill noch tm Laufe des Junt Neustadt 15, in Kraft treten, werde. Deutsche Etfenbahnen waren gut behauptet; inHesfischen ~ 35531 Darterrewohnuna ver sofort Ludwtgsbahnactten sollen Metnungskäufe ausgeführt worden sein tn der Erwartung, • - baß das tn Mainz statifiadende Schützenfest größere Mehreinnahmen aus dem
Personenverkehr dringen werde. Von dem österreichischen wurden nur Staatsbahn '•■um I SnniA nr,n 4~ü~ht^pm.. Qithpft tn nennenswerthen Umsätzen bei rückläufigen Coursen gehandelt. Für die tm 2 (Storf oer 15 Juli ,u vermietben' lchwetzertschen Linien bleibt die gute Meinung bestehen, insbesondere, erfreuten sich
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° .. ' sprach der Gesellschaft die Berechtigung zur vorzeitigen Kündigung der vierprocenttgen
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' """" " ""__ »..... werden wird. Italienische Bahnen waren vernachlässigt.
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