Ausgabe 
26.8.1894 Erstes Blatt
 
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Nr. ISS Erstes Blatt. Sonnt«, de« 26. August

1894

Der gieftener Z«reiger erscheint täglich, mit Ausnahme deS MonlagS.

Die Gießener A«mitte«0kälter werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.

Wehener Anzeiger

Generat-Wnzeiger.

Vierteljähriger Abouncmentspreks: 2 Marl 20 Pfg. mit Bringerlohn. Durch die Post bezöget» 2 Marl 50 Pfg.

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Amts- unb Anzeigeblatt für den Tkreis Gieren.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Vorm. 10 Uhr.

Gratisöeikage: Gießener Kamilienökätter.

Alle Annoncen-Burcaux deS In- und Auslandes nehmen Anzeigen für denGießener Anzeiger" entgegen.

Amtliche* Theil.

Bekanntmachung.

Die Senckenbergstraße ist nunmehr in ganzer Aus­dehnung und die Moltkeftraße von der Ostanlage bis zur Wieseck fertiggestellt und dem unbeschränkten Verkehr über­geben.

Dagegen ist der Fußpfad in der Verlängerung der Moltkestraße, von der Wieseck bis zur Grünbergerstraße nur für Fußgänger bestimmt und für Fuhrwerke aller Art, für Reiter und für Viehtreiben bei Meidung der im § 306 poB. 10 des Reichsstrafgesetzbuchs angedrohten Strafen (Geld­strafe bis zu 60 Mark oder Haft bis zu vierzehn Tagen) verboten.

Gießen, am 20. August 1894.

Großherzogliches Polizeiamt Gießen.

____________________I. V.. Roth.____________________

Gefunden: 1 silb. Ring, Geld, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Regenschirm, 2 Hundehalsbänder, 1 Arbeitsbeutel, 1 Umhängetuch, 1 Feuerwehrhuppe, 1 Stuhl, 1 Korb, 1 Koffer und 1 Packet mit Inhalt.

Gießen, den 25. August 1894.

Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.

I. V.: Roth.

Kcuefte Nachrichten.

Wolff« telegraphisches Lorrespondmz-Bureav.

Berlin, |24. August. DerReichsanzeiger" meldet: Vom 1. April 1894 bis Ende Juli sind dem Deutschen Reiche von Zolleinnahmen, gemeinschaftlichen Ver­brauchssteuern und anderen Einnahmen zur Anschreibung gelangt: Zölle Mk. 126,776,372 (gegen den gleichen Zeit­raum des Vorjahres 4~ Mk. 15,137,429), Tabaksteuer Mk. 3,124,953 (4- Mk. 76,771), Zuckersteuer Mk. 24,561,810 (_j_ M. 3,936,152), Maischbottich- und Branntweinmaterial- steuer Mk. 2,822,512 (+ Mk. 854,536), Wechselstempel­steuer Mk. 2,741,120 (+ M. 17,793).

Köln, 24. August. Nach einer Meldung derK. Ztg." aus Petersburg wurden die Smolensker Manöver infolge der gerade im Manövergelände bedenklich um sich greifenden Cholera abbestellt.

Paris, 24. August. Das Befinden Dupuys macht rasche Fortschritte- er machte heute ohne Anstrengung einen halbstündigen Spaziergang.

Yokohama, 24. August. Reutermeldung. Japan setzt eifrig seine Rüstungen fort und schickt neue Verstärkungen ab. Hierher wird gemeldet, daß 10,000 Chinesen in Ping Jang sich rüsten, südlich vorzurücken. Eine Schlacht ist demnächst wahrscheinlich.

WB. Loudon, 25. August. Reutermeldung. AuS Shanghai, 25. August, wird gemeldet: Aus CheffoS in Chemullo eingetroffene Nachrichten bestätigen die Nieder­lage der Japaner am 18. August. Die Japaner zogen sich unter großen Verlusten an das Ufer zurück, wo Kanonen­boote ihre Verfolgung verhinderten. Die Verluste der Japaner betragen über 1300 Mann. Aus Tientsin wird gemeldet, daß die chinesische Armee in Chungho auf 34,000 Mann verstärkt worden sei- der Kriegsrath be­schloß, die Japaner gegen den 22. August anzugretfen. Die chinesische Cavallerie durchstreift daS Land und enthauptete 100 Nachzügler.

Depeschen bei Bureau .Herold".

Berlin, 24. August. Ahlwardt hat nunmehr die Auf­forderung erhalten, am 28. August seine dreimonatliche Ge- fängnißftrafe wegen Beleidigung des preußischen Beamtenthums in Plötzensee anzutreten.

Berlin, 24. August. Die heutige Nummer desSozialist" ist confiScirt worden. Die Confiscation erfolgte wegen nicht vorschriftsmäßiger Angabe des Druckers.

Varzio, 24. August. Für die auf den 16. September angekündigte Huldigungsfahrt von Deutschen aus der Provinz Posen zum Fürsten Bismarck werden schon jetzt Dispo­sitionen getroffen. Bei regnerischem Wetter wird Fürst Bismarck die geplante Huldigung in der Hammermühle ent­gegennehmen. Der Gesundheitszustand der Fürstin bessert sich andauernd.

Paris, 24. August. Das Gnadengesuch des wegen Mordes zum Tode verurtheilten Abbe Brune au ist von der mit der Untersuchung beauftragten Commission abgelehnt worden. Die Hinrichtung dürfte alsbald erfolgen.

Paris, 24. August. DerGaulois" weiß zu erzählen, der deutsche Kaiser beabsichtige, um ein Element der Provocation aus der Welt zu schaffen, die Sedansfeier nicht mehr zu gestatten.

Belgrad, 24. August. Der König und Milan kehren Sonntag hierher zurück. Es soll sofort die Wiedereinführung der Verfassung von 1888 erfolgen.

New York, 24. August. Infolge Unruhen in der Weberei- Industrie des Staates New-York sind 25 000 Arbeiter entlassen worden.

Washington, 24. August. Carlisle erklärte im Repräsen­tantenhause, sämmtliche Wollbestände in der Wollniederlage müßten, um von Einfuhrzoll befreit zu werden, wieder aus­geführt und dann nochmals eingeführt werden.

Shanghai, 24. August. Auf kaiserlichen Befehl ist der Eingang zum Arsenal von Kiangnan jedem Fremden ver­boten worden, welcher nicht im Besitze einer speciellen Er- laubniß ist. Der Befehl trifft auch die Schiffahrt. Die Schiffe müssen mitten durch den Fluß fahren und dürfen sich dem Arsenal nicht nähern, unter der Gefahr angegriffen zu werden. Ein weiteres Decret befiehlt die Ausbildung

und Ausrüstung von 10,000 Mann aus der Mandschurei und der Provinz Peking, welche die Garnisonen der Provinz Petschili verstärken sollen. Die Kaiserin hat 12 Millionen Tael zur Verfügung gestellt. 40 Residenten haben Shanghai verlassen. Eine große Anzahl Chinesen kommt mit jedem Schiffe von Japan nach Hongkong.

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Gieße», den 25. August 1894.

♦♦ Herr Provinzial Director Freiherr von Gagern hat einen mehrwöchentlichen Urlaub angetreten.

** Nachfeier deS Feuerwehrfestes. Die nachträglich noch getroffenen Anstalten auf dem Festplatze lassen darauf schließen, daß das Comitv für die heute und morgen stattfindende Nachfeier reichlich für Unterhaltung für Groß und Klein gesorgt hat. Sämmtliche Schaubuden, Carouffels u. s. w., die während des Festes an der Lahn aufgestellt waren, be­finden sich nunmehr auf dem Festplatze selbst- auch die viel umlagerte Glücksbude ist noch vorhanden - sämmtliche Wtrth- schaften, Weinrestaurant, Cass und Conditorei, Waffelbäckerei, Blumen- und Cigarrenhandlungen werden wieder geöffnet, so daß für die Aufnahme einer großen Anzahl Gäste alle Vor­bereitungen getroffen sind. Sämmtliche Vereine haben die für morgen vorgesehenen Parthien oder sonstige Festlichkeiten zu Gunsten der Nachfeier verschoben, und was die mit- wirkenden Gesang- und Turnvereine betrifft, so bürgt unS deren Bereitwilligkeit zur Verschönerung der Nachfeier dafür, daß sie den Besuchern das Vorzüglichste bieten werden. Nehmen wir hierzu noch die vorzügliche RegimentSmusik, die reichlich gebotene Gelegenheit zum Tanzen, so steht uns in zweiter, in Bezug auf das Wetter hoffentlich verbesserter Auflage ein richtiges Volksfest bevor, dessen Besuch Jedermann nur empfohlen werden kann. Nachstehend thetlen wir daS unS vor Redactionsschluß noch'zugegangene Programm für den Sonntag mit: Punkt 4*/$ Uhr: Gesang der vereinigten Männergesangvereine vom Concertpodium: a) Das deutsche Lied von Kalliwoda, b) Der frohe Wandersmann von Mendelssohn. 5 Uhr: QuadrillenFahren des Radfahr-ClubS Hassia" (am Tanzpodium). 6 Uhr: Gesang der ver­einigten Männergesangvereine: a) Dem Vaterland von Traut­mann, b) Hymne (mit Begleitung der Regimentscapelle) von Herzog Ernst. Pyramiden des Männerturnveretns.

9 Uhr : Lampionsreigen deS Turnvereins. -10 Uhr: Lebende Bilder der Feuerwehr: a) Der Feuerwehrmann im Rettungs­dienst, b) Die gerettete Familie. Zum Schluß: Große Pantomime:Feuer in der Barbierstube." Zum Zweck der Aufführungen werden einzelne Theile deS Festplatzes von Feuerwehrmannschaften abgesperrt. Im Interesse der All­gemeinheit wird gebeten, den Weisungen der Mannschaften Folge zu leisten. Bon Seiten einzelner Gesangvereine steht die bestimmte Zusage zwar noch auS, wir hoffen indessen, daß sich die Chorgesänge, welche von vielen Seiten dringend

Feuilleton.

Dir Wette im Hochgebirge.

Von Adolph Thiele.

(Nachdruck untersagt.)

Inmitten der von ewigem Eise bedeckten Höhen des Oetzthaler Gebirges liegt Ober-Gurgl, das höchste Dorf Tirols. Südlich von dem schlichten Dörfchen, dessen einziger Schmuck eine kleine Kirche ist, erhebt sich der Muthberg. Er bildet den Uebergang zwischen dem Thale der Oetz und den ungeheueren Bergriesen, die dasselbe im Osten, Süden und Westen wie eine unübersteigbare Mauer umschließen.

Auf dem Gipfel dieses felsigen, nur von dürftigen Gräsern bewachsenen Berges stand an einem klaren August- Nachmittage ein älterer Herr, der in Begleitung einer jungen Dame und eines kräftigen Bergführers heraufgeftiegen war.

Die Kleidung der beiden Fremden, der wohlgepflegte Backenbart und das phlegmatische Wesen des älteren Herrn, die schöne, kräftige Gestalt, das blonde'Haar und die blauen Augen seiner Tochter ließen Engländer in ihnen vermuthen. Auch die in reinstem Cockney-Englisch geführte Unterhaltung widersprach dieser Voraussetzung nicht.

Zufriedenen Blickes sah sich der alte Herr die Gegend an, während seine Tochter nicht müde wurde, ihrer Bewun- derung Ausdruck zu geben.

Bald lenkte sie die Aufmerksamkeit ihres Vaters auf die zackigen Kanten der Bergmassen, auf die eisige, schräge Fläche der sich weit hinziehenden Gletscher und auf das felsige Geröll der Gletscherdämme, bald wies sie auf die

schneebedeckten Gipfel hin, die der Strahl der hinter den hohen Bergen untergegangenen Sonne röthete.

Jetzt lenkte sie seinen Blick auf niedrig ziehende Wolken, auf eine Sennhütte, vor der auf spärlicher Trift eine kleine Herde weidete, und auf die wenigen Föhren, die bis zu einer bestimmten Grenze im Thale Wurzel gefaßt hatten, und dann bat sie ihn, zurückzuschauen auf daS Dörfchen, das mit seinem kleinen Kirchthurm und seinen grauen Dächern hinumerwinkte.

Die scheidende Sonne, im Thale und auf den niedrigen Bergen schon längst unsichtbar, röthete mit ihren Strahlen den ewigen Schnee der Firnen und die Eisflächen der Gletscher und verlieh dem großartigen und erhabenen Land­schaftsbilde den Zauber unvergeßlicher Schönheit.

Schweigend und in daS herrliche Schauspiel versunken standen Vater und Tochter auf dem Gipfel des Berges.

Endlich mahnte der alte Herr zum Aufbruch. Sie stiegen an der Seite, an der sie die Aussicht genossen hatten, herab und stießen plötzlich, um einen Felsblock herumbiegend, auf einen jungen Mann.

Sie waren einander zu nahe gekommen, als daß sie sich nicht hätten begrüßen und, wie dies bei Reisenden im einsamen Hochgebirge üblich ist, einige Worte miteinander wechseln sollen.

Der junge Mann war in braunem Sammet gekleidet, ein breitkrämpiger Hut bedeckte seine dunklen Locken. Sein ungezwungenes Benehmen und das aus seiner Rocktasche heraussehende Skizzenbuch deuteten einen Künstler an. Ein flottes Zwickelbärtchen gab seinem hübschen Gesicht einen unternehmungslustigen Zug.

Als der fremde die schöne Gestalt des jungen Mädchens erblickte, leuchtete sein klares Auge unwillkürlich auf. Höflich begrüßte er Beide und machte sie mit wenigen Worten auf einige besondere Schönheiten der Gegend aufmerksam.

Der alte Herr schien doch kein Engländer zu sein. Mit behaglichem Entgegenkommen und im reinsten Deutsch ging er auf die Unterhaltung des jungen Mannes ein, an der auch das junge Mädchen theilnahm.

Sie haben das Oetzthal früher noch nicht besucht? fragte der junge Mann im Laufe des Gesprächs, während­dessen sie den Rückweg zum Dorfe antraten.

Wir sehen die Alpen zum ersten Male," erwiderte der ältere Herr.Ich habe lange Jahre in England gelebt und wohne jetzt in Bremen. Sie scheinen jedoch das Gebirge gründlich zu kennen."

Allerdings, ich ziehe schon seit einigen Jahren bald hierhin, bald dorthin. Gestatten Sie mir, mich Ihnen vor­zustellen, mein Name ist Erich Landmann, Landschaftsmaler aus München."

Kaufmann Sendel aus Bremen meine Tochter Mary," stellte sich der alte Herr vor.Sie verweilen wahrscheinlich," fuhr er dann fort,zum Zwecke künstlerischer Studien in den Alpen?"

Ja, ich benütze mit Vorliebe Motive aus dem Hoch­gebirge. Welchen Eindruck, gnädiges Fräulein," wandte er sich an das junge Mädchen,haben Sie vom ersten An­blick der Alpen gewonnen?"

(Fortsetzung folgt.)