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26.6.1894 Erstes Blatt
 
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Nr. 146

Dcr chictzencr Anjelger erschkint täglich, mit Ausnahme dc- Montag-,

Dir Gießknkr Aa mtlten vtälier tverbcn dem Anzeiger wöchentlich dreimal brigelegt.

Erstes Blatt.

Dienstag den 26. Juni

1894

Gießener A nzeiger

Keneral'-Mnzeiger.

Redaction, tfrprbmon itnb Tnidfr«:

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Fernsprecher 51.

BierteljLhriger AOdnnnefntiprrl»: 2 Marl 20 Psg. nut Bring ertohn. Dvrtd die Poft bezogen S «orf >» Pfg.

2lsnts- und Airzeigeblcrtt für den Tireis Gieren.

Annahme von Anzeigen zu der Nachmittag- für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bi- Borin. 10 Uhr.

chratisbeikage: chießener Aamikienblätter.

Alle Annoncen-Bureau: de- In« und Auslandes nehmen Anzeigen für den ..Gießener Anzeiger" entgegen.

Abonnements - Einladung

Zum Bezug desGietzener Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1894 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird derGießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachcn entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Nachrichten der zuverlässigsten telegraphischen Nachrich­ten-Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorfälle in demselben aus dem Lau­fenden. Unterstützt durch an allen Orten der Provinz O b e r h e s s e n ansässige Berichterstatter, isffdcr Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge in der Provinz so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen die gebührende Besprechung im localen Theile des An­zeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhcssen betriebenen L a n d w i r t h s ch a s t wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- wcrthen aus dem Gebiete derselben besondere Berück­sichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch die Beobachtungen und Erfahrungen in Haus- wirthschaft, Handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein ge­diegenes Feuilleton wird neben besonderen Ar­tikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Untcrhaltungsstoff bieten. Außerdem werben die Gießener Familienblätter", welche dem An­zeiger wöchentlich 3 mal beigelegt werden, und die stets ein gewühltes Feuilleton als Unterhaltungsstoff bringen, namentlich im Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.

Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ihre Bestellung bei der Post baldgefl. ausaeben zu wollen. Neuhinzuttetcnde erhalten vom Tage der Bestellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zu­gestellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Nummern nach auswärts postfrei zu versenden. Ten Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, den Anzeiger weitersenden und den Abonnements­bettag durch Quittung erheben lassen, falls nicht aus­drückliche Abbestellung erfolgt.

Hochachtend

Verlag desGießener Anzeiger"

Brühl'sche Druckerei (Fr. Chr. Pietsch).

Deutsche- Reich.

Berlin, 24. Juni. Das Katserpaar weilt mit seinem drittältesten Sohne, dem Prinzen Adalbert, seit vorigen fkreitag in Kiel, von wo aus die Majestäten am 2. Juli ihre NordlandSreise antreten werden. Heute hielt der Kaiser nach vorangegangenem FeldgotteSdtenste Parade über die erste Matrosen-Division ab, wobei Prinz Adalbert, der jüngste Lieutenant z. S.", alS schließender Ojfizier der ersten Compagnie sungirte. Am Montag nehmen die grotzen Re. gatten des kaiserlichen YachtelubS in der Kieler Bucht ihren Anfang. directen Befehl des Kaisers erfolgte Der-

baftuna eines höheren Berliner Hofbeamten, deö Ceremonienmeisters und Rittmeisters a. D. v. Kotze, erregt in der Reichshauplstadt allgemeines Auf. sehen. %err v. Kotze ist dringend verdächtig, der Urheber von anonymen Briefen zu sein, in welchen seit g

viele hervorragende Mitglieder der Berlin« Hofgesellschaft überaus schwere Verdächtigungen und Beschuldigungen aus­gesprochen wurden. Lange suchte man vergeblich deni Ver. fasier dieser Schmähbriefe, welche in den Berliner Hofkreisen begreiflicher Weise Erregung und peinliche Verstimmung hervorriefen, zu entdecken, bis endlich kürzlich ein Zufall auf die Spur führte. Dieselbe wurde weiter verfolgt, und haben sich im Verlaufe der angestellten Untersuchungen und Er- örterungen schwerwiegende Gründe ergeben, welche aur Herrn

v. Kotze als Derfafler und Verbreiter der anonymen Briese Hinweisen. Die Freunde des Verhafteten sind der Ansicht, daß derselbe die ihm zur Last gelegten Vergehen int Zustande geistiger Gestörtheit begangen haben müsse. Wie eS heißt, erfreute sich der genannte hohe Hosbeamte deS besonderen Vertrauens deS Kaisers, sodaß der Monarch durch die Ent- dcckung deS Vorganges im höchsten Grade schmerzlich berührt worden ist. Im Uebrigen besitzt die ganze Angelegenheit keinerlei politische Bedeutung.

Berlin, 23. Juni. Zur Affaire deS verhafteten Cere« monienmeisterS v. Kotze wird neuerdings gemeldet, daß die Zahl der verläumdertschen Briefe mehr als 400 beträgt. Die Schriftzüge rühren anscheinend theilS von einer männ­lichen, theilS von einer weiblichen Hand her. Auffällig ist, daß nach der Verhaftung Kotzes neuerdings wieder vier anonyme Briefe an Mitglieder der Hofgesellschaft gelangt sind.

Berlin, 23. Juni. In ,der Angelegenheit v. Kotze machen sich immer mehr Stimmen gellend, welche für die Unschuld deS Verhafteten plaidiren. Herr v. Kotze betheuert nach wie vor seine Unschuld. UebrigenS wird von zuver­lässiger Seite gemeldet, daß nicht General v. Hahnke in der Wohnung v. KotzeS dessen Verhaftung vorgenommen, sondern daß sich letzterer auS eigenem Antriebe in die Wohnung beß Generals v. Hahnke begeben hat, um sich verhaften zu laffen, nachdem er die über ihn umlaufenden Gerüchte erfahren.

Berlin, 23. Juni. DerNat.-Ztg." zufolge machte die englische Regierung gestern Nachmittag hier die amtliche Mittheilung, daß sie auf Artikel 3 deS eng l ifch-eon go- staatlichen Abkommens betreffend die Pacht eines 25 Kilo­meter breiten Streifens an der westlichen Grenze von Deutsch- Ostafrtka verzichte.

Berlin, 23. Juni. Wie verlautet, wird die Kaiserin den Kaiser nur für die Dauer von 14 Tagen aus der Nordlandreise begleiten. Nach ihrer Rückkehr wird die Kaiserin sich nach Schloß WilhelmShähe begeben, wo dann auch die kaiserlichen Kinder schon eingetroffen sein werden.

Berlin, 23. Juni. Der Kaiser hat unterm 16. d. M. bestimmt, daß bei der Kavallerie, der Feldartillerie, Fuß­artillerie und dem Train an Unteroffiziere, Gemeine, bezw. Trainsoldaten für gute Leistungen im Schießen bei der Artillerie mit Geschützen SchießauSzeichnungen nach der durch kaiserliche Ordre vom 27. Januar 1894 als Schützen- abzeichen eingeführten Probe zu verleihen sind.

Berlin, 23. Juni. DaßArmee-Verordnungsblatt" ver­öffentlicht die kaiserliche CabinetSordre, betreffend Einführung der Litewka bei der Garde-Infanterie, den Eisenbahn­truppen, den Jägern und Schützen, sowie neuer Chargen­abzeichen für Litewken.

Kiel, 23. Juni. Bei der heutigen Segelregatta beß Nordbeutschen Regatta-Vereins gewann S. M. Yacht Meteor", an beffen Borb sich Ihre Majestäten ber Kaiser unb bie Kaiserin befanben, ben von Ihrer Majestät ber Kaiserin Friebrich gestifteten Ehrenpreis. In Klasse la er- hielt ben ersten Ehrenpreis Abmiral MontaguSCarina", ben zweiten Preis dieVaruna" beS Fürsten von Schaumburg- Lippe. Nachmittags nahm ber Kaiser an bem Lawn-Tenniß- spiel in ber Marineakabemie Theil.

Thorn, 23. Juni. Die Weichsel ist weiter im Steigen begriffen.__________________________._______________________

Ausland.

Lemberg, 23. Juni. Aus vielen Lanbbezirken lausen Melbungen von infolge ber Ueberschwemmungen herrschenber Hungersnoth ein- die Ernte ist vollstänbig vernichtet. Das Wasser fällt jetzt rapide.

Nisch, 23. Juni. König Alexanber ist in Begleitung ber Minister Antonowic, Gjorgjewic unb mehrerer Mitglieber beS Staatsraths unb ber Spitzen ber Civil- unb Militär- Behörben hier eingetroffen. Er würbe von einer großen Menschenmenge begeistert empfangen unb fetzte Nachmittags feine Reife fort.

Amsterdam, 23.. Juni. Ein Consorttum von Diamant enhändlern soll befchloffen haben, in Amerika Diamantenschleifereien eibzurichten, da ber Zoll von 30 pCt. bie Einfuhr nach Amerika zu sehr erschwere.

Lattich, 23. Juni. Dem Untersuchungsrichter finb neuer- bingS toieber verschiedene Mittheilungen über bie Person des berüchtigten BaronS v. Sternberg zugegangen. Wie eine Dame aus Derviers mittheilt, habe ihr auS Ostende zurück- gekommener Gatte dort den Baron gesehen. Von anderer Seite wird behauptet, er holte sich in Basel auf unb habe sich dort, alS Arbeiter verkleibet, vom Polizeicommtssartar unen Paß ausstellen lassen. AuS Oran erhielt ber Unter- suchungSrichter bie Mittheilung, Sternberg fei von feinen

Kameraben in der Fremdenlegion al» deutscher ober russische Spion betrachtet worden, da er sich ununterbrochen Notizen machte und öfter große Geldsummen zugesandt erhielt.

Loadon, 23. Juni. Die Prinzessin Alix »on Hessen ist auS Harrogate hier eingetroffen, um mit der Prinzessin Heinrich von Battenberg in Walton on Thames Aufenthalt zu nehmen.

Petersburg, 24. Juni. Heute Mittag ist daß vier Stack hohe Palaiß beß Fürsten Orleans eingestürzt. Biele Personen wurden unter den Trümmern begraben. Bis jetzt sind vier Leichen aus dem Schutt herauSgesördert worden.

New-York, 23. Juni. Die ausständigen Bahn­arbeiter und Metallarbeiter in Pennsylvanien Haden zahlreiche Waggons und Arbeitergeräthschasten in Brand gesteckt. Mehrere vorbereitete Dynamitattentate wurden noch rechtzeitig vereitelt.

Neueste 2lad>rid>teit.

WolfiS telegraphisches Lorrespondm»- Bureau-

Kiel, 24. Juni. Heute Vormittag um 11 Uhr fand in Gegenwart deS Kaisers FeldgotteSdienst statt. Se. Majestät der Kaiser bezeichnete hierauf in einer An­sprache an die Marinetruppen den Eintritt Sr. Königs. Hoheit beß Prinzen Adalbert in bie Marine alß einen symbolischen Act unb roieß baraus hin, baß der Monat beß Eintritts von eminenter 'Bebeulung für die vaterländische Geschichte fei; er erinnere an Hohenfriedberg, an Waterloo unb an ben Tod weiland Sr. Majestät beß Kaiferß Friebrich. Contre-Abmiral Afchenborn bankte für-bie berMarine erwiesene Außzeichnung unb brachte ein Hoch auf Se. Majestät ben Kaiser aus. Prinz Adalbert nahm an dem Parademarsch und dem Ad- schreiten ber Front Theil. Der glänzenden Parade wohnten auch Ihre Majestät bie Kaiserin unb Ihre Königl. Hoheiten Prinz unb Prinzessin Heinrich bei.

Poatybridd, 24. Juni. Bisher sinb in ber Kohlengrube Albion",in welcher gestern eineExp l osion stattgesunben hat, 86 Tobte unb 17 Verwunbete aufgesunden worben. be- finben sich noch 120 Bergleute in ben Schächten, über beten Schicksal bisher nichts festgestellt werben konnte.

AuS Paris, 23. Juni, würbe gemelbet' Heute Bor­mittag 10 Uhr reiste Präsibent Carnot, begleitet vom Ministerpräsibenten Dupuy unb bem General Borinß nach Lyon, woselbst er biß Montag verweilen wird. Sonntag Abenb wirb Carnot bei einem Festessen, zu welchem alle Bürgermeister ber Umgegenb Einlabungen erhalten haben, eine politische Rebe halten.

Lyon, 24. Juni. Der Präsibent Carnot empfing heute Vormittag aus ber Präfectur bie Spitzen ber Behörden. Auch der Erzbischof CoulliL begrüßte ben Präsidenten Ter italienische Generaiconsul Basso stellte bie außroärtigen Consuln vor unb gab ben Wünschen für baß Gebeiheu Frank- reichß Außbruck. Am Nachmittag besuchte der Präsident tie Außstellung.

Petersburg, 24. Juni. DerRegierungsanzeiger" theilt mit, anläßlich der CommissionSberathungen über eine zeitweise allgemeine Herabsetzung der Getreide- außfuhrtarife habe daß Finanzministerium bie lieber- zeugung gewonnen, daß btefe Maßregel kaum bie inneren Getreidepreise werde heben können, dagegen würbe sie einen künstlichen PreiSdruck auf bie Häfen im Außlanb auSüden. Der Plan fei baher aufgegeben worben.

Petersburg, 24. Juni. Bom 10. biß 16. Juni erkrankten bezw. starben an Cholera in ben Gouvernements Warschau 38 bezw. 19 Personen, Rabom 17 bezw. 4 Personen; vom 3. Juni biß 9. Juni erkrankten in Plotzk 99 Personen, starben 50; in Kielce erkrankten vom 17. biß 19. Juni 14 Personen, starben 9 Personen.

Constantin,pel, 24. Juni. Der Sultan empfing gestern der Erdgroßherzog Aböls Friebrich von Mecklenburg-Schwerin unb verlieh demselben baß Großkreuz fccß Dßmonie Ordens. Der Botschafter Fürst Radolin wohnte bem Empfange bei.

Präsident Carnot ermordet!

Lyon, 25. Juni. (Privatbepesche, bereits durch Extrablatt beß Gießener Anzeigers in ber Stadt veröffentlicht.) Als Präsident Carnot gestern Abend 9'J2 Uhr vomHaudelsPalast nach dem Theater fuhr, sprang ein Individuum aus das Trittbrett des Landauer- und versetzte dem P äsidcnten einen Dolchstich ins Herz. Der Rhonepräsect Richard, neben Carnot sitzend, stieß den Attentäter auf die Straße