Ausgabe 
25.2.1894 Zweites Blatt
 
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bie Ersatz'Commission einzuscnden. Verspätete Gesuche haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung.

4) Wenn ein Militärpflichtiger an Gebrechen leidet, die äußerlich nicht wahrnehmbar sind, z. B. Taubheit, Hart­hörigkeit, Kurzsichtigkeit, Geistesschwäche u. s. w., so ist dies durch amtlich ausgestellte oder beglaubigte Zeugnisse des Arztes, sowie des Bürgermeisters, Geistlichen, Lehrers u. s. w. nachzuweisen. DaS öorbanbrnftin von Epilepsie ist bord) bie riMicbr Erklärung von winbesteu- drei glaubwürdigen Zeugen zu erhärten.

5) An der Loosziehung persönlich Theil zu nehmen, steht jedem Militärpflichtigen frei; für Diejenigen, welche bei dem Aufrufe nicht anwesend sind, zieht ein Mitglied der Er­satz-Commission das Loos.

6) Die Großherzoglichen Bürgerweistereie« haben fäwwtltche ihrer Gemeinde angehörigen ober in ihrer Gemeinde gestellungspflichtigen Militärpflichtige auf Grunb ber ihnen bereit- zngeganaenen Stammrollen zu ber Musterung vorzuloben. Bemerkt wirb hierbei, baß Mili­tärpflichtige, welche sich auSwärrS aufhalteu, zur Musterung nicht gelaben werben bürfen, da solche nur an ihrem Aufenthaltsort ge­stellungspflichtig ftnb.

Die Großherzoglichen Bürgermeister oder Beigeordneten haben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinde im Muste­rungstermin rechtzeitig anwesend zu sein und sich darum zu bemühen, daß die Letzteren 4/3 Stunde vor ber be­stimmten Zeit zur Stelle sind, nüchtern und reinlich gekleidet erscheinen und während des Musterungsgeschäftes ein anständiges und ruhiges Verhalten beobachten.

Wenn ein Militärpflichtiger wegen Gebrechen oder Krank­heit persönlich zu erscheinen nicht im Stande ist, oder wenn er sich in gerichtlicher Haft befindet, so ist darüber ein auf persönlicher Anschauung beruhendes Zeugniß des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen.

Den Großherzoglichen Bürgermeistereien liegt es ob, darauf aufmerksam zu machen, daß ein Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militärdienstes unwürdig ist, und sind deshalb die erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen.

Im Anschluß an das Ersatz-Geschäft findet Donnerstag den 8. März im Rathhaus zu Lich, Mittwoch den 14. März in dem Sch ul Hause in der Schulstraße zu Gießen,

Samstag den 17. März imGasthauszumRappen zu Grünberg,

die Claiststeirurig der Mannschaften der Reserve, der Landwehr ersten und zweiten Aufgebots

I und ber Ersatz-Reserve rücksichtlich ihrer häuslichen I und gewerblichen Verhältnisse statt.

Es haben daher diejenigen Reservisten und Landwehr- I männer ersten und zweiten Aufgebots, sowie die Ersatz- Reservisten, welche im Falle einer Einberufung auf Zurück­stellung wegen häuslicher Verhältnisse einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu begründen.

Gießen, den 16. Februar 1'894.

Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen.

Dr. Melior.

Bekanntmachung, betr. General-Versammlungen des landwirthschaftlichen Bezirksoereins Gießen.

Freitag den 2. März 1894, Vormittags 10 Uhr wird auf Lonys Bierkeller (Westanlage) zu Gießen eine Generalversammlung des landwirthschaftlichen Bezirks­vereins Gießen abgehalten werden.

Alle Mitglieder der landwirthschaftlichen Bezirks- und Orts-Vereine, sowie alle Freunde der Landwirthschaft werden zu dieser Versammlung hierdurch freundlichst ein­geladen.

Die Herren Bürgermeister werden ergebenst ersucht, den in ihren Gemeinden wohnenden Mitgliedern des Ver­eins von dieser Einladung Kenntniß zu geben und auf möglichst zahlreichen Besuch der Versammlung hinzuwirken.

Tagesordnung:

1) Geschäftliche Mittheilungen über den Besuch der Acker­bauschulen zu Alsfeld, Büdingen und Friedberg und den der Obstbauschule zu Friedberg von Schülern aus dem Kreise Gießen rc.

2) Vortrag des Unterzeichneten über Credit und die Straf­barkeit des Mißbrauchs desselben auf Grund der neueren Gesetzgebung.

3) Vortrag über Be- und Entwässerung der Wiesen. Referent: Herr Landwirthschaftslehrer Leithiger zu Als­feld. Korreferent Herr Culturingenieur Wißmann von Gießen.

Gießen, den 14. Februar 1894.

Der Director des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Gießen. Jost.

Vermischtes.

* Berlin, 18. Febr. Im Januar haben hierselbft 16907 Wohnungsumzüge, sowie 266 Miethserhöhungen und 729 Mieihsermäßigungen stattgefunden. Die Zahl der un- vermtetheten Wohnungen und Gelasse hat sich auf

28 364 belaufen, während davon im October 1893 noch 31 339 vorhanden waren.

Der Werth der Weizenernten der nordamerikanischen Hiiton aul den Zähren 189093 und die Nachtheile deS PreisfinkenS für den amerikanischen Landwirth. Nach 'den statistischen Ermittelungen ergibt sich das folgende Zahlenbild 7 Menge je im Dollar-

Durchschnitt

1890 399262000 Bushel, 81,3 c = 334773678

1891 611 780000 83,9 = 513472711

1892 515949000 62,4 = 322111881

1893 396132000 53,8 =213171381

Im Jahre 1893 ist also gegen das hinsichtlich der Ernten menge fast gleiche Jahr 1890 der Weizen Nordamerikas 485 Millionen Mark weniger werlh als 1890, also sind auch aus der letzten Ernte den nordamerikanischen Landwirthen 485 Millionen Mark wen'ger Einnahmen erwachsen und die Landwirthe in Nordamerika haben unter der Ueberproduction des Weizens verhältnißmäßig wohl noch mehr zu leiden wie die Landwirthe Deutschlands.

* Der musikalische Hund. Ein fahrenderKünstler" hatte letzthin einen Hundecircus in einer kleinen Gemeinde des französischen Südens aufgeschlagen. Mitten in ber Vor­stellung kündigte er eine Sensationsnummer an.Azor", sein kleiner Lieblingshund, sollte auf dem Clavier spielen. Das gelehrige Thier sprang auf seinen Stuhl und begann dieMarseillaise". Plötzlich erhob sich ans der ländlichen Zuhörerschaar ein Spaßmacher und rief mit lauter Stimme: Wo is die Katz? Such! Such!" Worauf Azor mit ge­spitzten Ohren von den Tasten abließ und sich auf dem Stuhl im Kreise drehte. Aber welche Ueberraschung. Das Clavier spielte ganz munter fort ... Es war ein mechanisches Piano!

* Ein Gruß per Luftballon. Vor einer der Auffahrten des BallonsPhönix" war, wie jetzt erzählt wird, nach der Windströmung berechnet worden, daß der Weg durch die Luft wahrscheinlich gerade über die Stadt Altenburg hinweggehen würde. Diesem Aufstiege hatten der Prinz Albert von Sachsen Altenburg und seine Gemahlin als Zuschauer bei­gewohnt und den Führer des Ballons ersucht, wenn möglich, einen Gruß in Altenburg zu bestellen. In der That konnte dieser Auftrag ausgesührt werden, der Ballon flog quer über die genannte Stadt hinweg, und aus einer Höhe von 4500 Meter wurde der Brief mit dem Gruße nach Altenburg hinabgeworfen, wo er an seine Adresse richtig gelangte.

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Holzversteigerung.

Aus den Abth. Hasenkopf, Tempel, Sommerberg, Spiegelacker, Fichten­baum, Rückars, Fmckenhecke und Buchenberg werden versteigert:

1) Dienstag den 27.Februar: Buchen: 58,3 rm Scheiter, 44,5 rm Knüppel, 3960 Wellen, 86 rm Stöcke; Eichen: 58 rm Scheiter, 40 rm Knüppel, 3030 Wellen, 99,5 rm Stöcke; Nadel: 2 rm Scheiter, 1 rrn Knüppel, 1700 Wellen, 2,6 rrn Stöcke; Weichholz: 150 Wellen. Das im Tempel bet den Eisteichen lagernde Eichen- und Nadel-Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz wird nicht vorgezeigt, es kommt Mittags 12 Uhr zum Ausgebot; Steiglieb­haber wollen dieses vorher einsehen. Zusammenkunft Morgens 9V2 Uhr am Forstgarten im Hasenkopf.

2) Donnerstag den 1. März: A Eschenstämme von 17 bis 37 cm Durchm. und 4 bis 5 m Länge mit 1,04 fm; 25 Flchtenstämme von 12 bis 45 cm Durchm. und 8 bis 20 m Länge mit 24,36 fm; 3 Kiefern- siämme von 32 bis 48 cm Durchm. und 10 bis 12 m Länge mit 4,23 fm; "19 Fichtenstangen von 9 bis 11 cm Durchm. und von 7 bis 9 m Länge mit 1,13 fm; Buchen: 41,4 rm Scheiter, 29,4 rm Knüppel, 4220 Wellen, 78 rm Stöcke; Eichen. 19 rm Scheiter, 5,8 rm Knüppel, 650 Wellen, 8,2 rm Stöcke; Nadel: 14 rm Scheiter, 33 rm Knüppel, 2210 Wellen, 22,3 rm Stöcke; Weichholz: 4100 Wellen.

Das im Buchenberg lagernde Eichen Scheiter-, Knüppel-, Reisig- und Stockholz, sowie das in Abtheilung Rückars zerstreut liegende Nadeb Holzreisig wird nicht vorgezeigt, es kommt Mittags 12 Uhr zum Aus­gebot ; Steigliebhaber wollen dieses vorher einsehen. Zusammenkunft Morgens 9f/2 Uhr am Brauhofs­weiher. 1475

Nähere Auskunft ertheilt der Großh. Forstwart Schlag zu. Baumgarten.

Gießen, 18. Februar 1894. Großh. Oberförsterei Schiffenberg.

Heyer.

Bekanntmachung.

Nachdem Großherzogl. Kreisamt Gießen die von der Stadtverord- neten-Versammlung in ihrer Sitzung vom 11. Januar d. I. beschlossene vorerstige Aufhebung der Baufluchtlinie in der Verlängerung der Berg­straße jenseits des Schiffenbergerwegs genehmigt hat, bringen wir dies in Gemäßheit des Art. 7 der allgemeinen Bauordnung hierdurch mit dem Anfügen zur Kenntniß, daß die Einsicht des Planes auf dem Stadtbauamt Jedermann frersteht.

Gießen, 21. Februar 1894.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

1577 Gnauth.

1177

Alsfeld, den 8. Februar 1894. Großherzogliches Ortsgericht Alsfeld.

Arnold.

Willen- n. Gntsoerßeigernng.

Auf Antrag der Frau Eduard Specht Wittwe soll deren am Weg nach Altenburg, Gemarkung Alsfeld, gelegenes Anwesen, bestehend in Mahlmühle mit zwei Gängen, Walzenstuhl, Schrotgang, Scheuer, Stallung, großem Garten nebst 5 Morgen bei der Hofraithe gelegenen Wiesen und ca. 12 Morgen ganz in der Nähe der Mühle be­findlichen Aeckern bester Lage,

Mittwoch den 28. t. Mts., Nachmittags 4 Uhr, im Rathhause unter günstigen Bedingungen versteigert werden.

Die Mühle sowie die Grundstücke werden erst einzeln und dann zusammen der Versteigerung ausgesetzt.

Versteigerung

der zum Nachlaß der Frau Ge­heimen Medicinalrath Phöbus gehörigen Mobilien.

Dienstag den 27. Februar,

Bilder, ein großer Teppich, ein weißseidener Chawl, ferner Bücher: Goethe, Schiller, Wieland, etwa 40 Bde.Garten- laube u. s. w. versteigert.

1591

F. Hoffmann.

Nachlaß gehörigen Küchengeräthe

Nachmittags 2 Uhr, werden Löberstraße 4 die zu diesem

ein Küchenschrank u. s. w. und Mittwoch den 28. Februar, Nachmittags 2 Uhr

die Möbel, als: Tische, Stühle, Sophas, Spiegel, zwei Glas- , schränke, Kleiderschränke, ein Schrank mit Schiebladen für Samm­lungen,Nachttische, Waschtische, 1 Nähtisch u. s. w., alles in Eichen­holz, sowie Gold- u.Silbersacheu,

Mittwoch, 28. Februar,

Nachmittags 2/i Uhr,

Flur 38 Nr. 65,6 605 qm Hofraithe tm Wallpforter Feld, rechts der Chaussee auf die herrschaftlichen Wesen,

Flur 38 Nr. 56,5 4083 qm Wiese da­selbst,

Flur 45 Nr. 146 350 qm Acker am Galgenweg

freiwillig meistbietend versteigert werden. Gießen, 21. Februar 1894.

Großh. Ortsgericht Gießen.

I. A.: Bogt.. j 1528

Dorrellan Weikreua Kleider, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Karl Anghardt zweiter und

Kiften, Koffer, Gehölz, Stnr- et>riniatt Augvardt vierter von toffeln, zwei Waschbüttchen, Gleken gemeinschaftlich gehörigen Jmmo- ----- - - bitten:

Ieilgeöotenes.

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