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Sonntag den 25. Februar
Nr 47
Zweites Blatt
1894
Gießener Anzeiger
Kenerat-Nnzeiger.
«cbortion, (in>rbiti* und Drucker«:
-<->5ßr«tze Ilr.H.
Ker»|precher 61.
ütkrtrljäbnyr >lonnrmrnts|»rfbl Wart 20 Psg. mit Bringerlohn.
Durch die Post b^ogai 9 Mart 60 Psg.
Dir «Lietzener 9«mU(cnlf AHtr »erden dem Anzeiger »öchentlich dreimal btigdtgL
Der
Gießener Anzeiger erlcheint täglich, mit Ausnahme deS Montags
Amts- und Anzeigeblatt füt? den Tkveis Gieren.
«Änatzm, vo» Anzeige» zu tzn «achmitt^S für de» ! frtQXrtttttft= wu Amtoncen-Vureaux de« In. und Auslandes ne^^
falgenden lag erscheinenden Nummer bis vor«. 10 UhL | ^gnUUSPCUUflC. (jfUlllUlCHlHUUCU Anzeigen für den .«ießenrr Anzeiger' mtygnu
Amtliche» Theil.
Bekanntmachung, da» Erfatzgefchäft pro 1894 betreffend. Die Musterung und Loosziehung der Militärpflichtigen des Kreises Gießen für das Jabr 1894 findet an den nach« benannten Tagen statt und zwar:
I. Zu Sich im Rathhaussaale.
Montag den 5. März, Vormittags vv 9 Uhr an: Musterung
der Militärpflichtigen der Gemeinden Albach, Allendorf a. d. Lahn, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf-Gill, Eber» flttbt, Ettingshausen, Garbentcich und Großen-Linden;
Di-nstag den 6. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Grüningen, Hausen, Holzheim, Hungen, Inheiden, Lanad, Lang.Göns und Langsdorf;
Mittwoch den 7. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Leihgestern, Lich, Muschenheim, > Münster, Nieder-Besstngen, Nonnenroth, Obbornhofen, Ober- • Bessingen, Ober-Hörgern und Rabertshausen;
Donnerstag den 8. März, Vormittags von 9 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Rodheim, Röthges, Steinbach, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen und Watzenborn mit Steinberg.
Freitag den 9. März, Vormittags von 9 Uhr an:
Loosziehung i
II. Zu Gießen in dem Schulhause in der Schulstraße.
Samstag den 10. März, Vormittags von 8 Uhr an: \ Musterung (
der Militärpflichtigen der Gemeinden Allendorf a. d. Lda., - Alten-Buseck, Annerod, Bersrod mit Winnerod, Beuern, Burkhardsfelden, Daubringen, Großen-Bufeck und Klein-Linden;
Montag den 12. März, Vormittag von 8 Uhr an: derjenigen der Stadt Gießen der beiden ältesten Jahrgänge (1892 und 1893);
Dienstag den 13. März, Vormittags von 8 Uhr an: derjenigen des jüngsten Jahrgangs (1894) der Stadt Gießen und derjenigen der Gemeinden Hattenrod und Heuchelheim;
Mittwoch den 14. März, Vormittags von 8 Uhr an . derjenigen der Gemeinden Lollar, Mainzlar, Oppenrod, Reiskirchen, Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Treis a. d. Lda., Trohe und Wieseck;
Donnerstag den 15. März, Vormittags von 8 Uhr an: Loosziehung.
III. Zu Grünbcrg im Gasthaus zum Rappen.
Freitag den 16. März, Vormittags von 8'72 Uhr an:
Musterung
der Militärpflichtigen der Gemeinden Allertshausen, Beltershain, Climbach, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Keffelbach, Lauter und Lindenstruth;
Samstag den 17. März, Vormittags von 8V2 Uhr an: derjenigen der Gemeinden Londorf, Lumda, Odenhausen, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain und Weitershain.
Montag den 19. März, Vormittags von Uhr an: Loosziehung.
Besondere Bestimmungen.
1) Zur Musterung haben sich, bei Meidung der gesetzlichen Strafen, zu stellen:
Diejenigen, dem Großherzogthum Heffen oder einem andern Staate des deutschen Reiches angehörigen Militärpflichtigen, welche
a) in einer Gemeinde des Kreises Gießen ihr gesetzliches Domicil — ihre Heimath oder ihren ständigen Wohnsitz — haben und sich nicht in einem andern Theile des Großherzogthums Heffen oder einem andern Staate in einer der nachstehend unter b) angegebenen Eigenschaften aufhalten;
b) in einer Gemeinde des Kreises Gießen sich als Dienstboten, Haus« oder Wirthschaftsbeamte, HandlungS« diener und Lehrlinge, Handwerksgesellen und Lehr
burschen, Fabrikarbeiter oder in ähnlicher Eigenschaft aufhalten, oder die Universität Gießen oder da» Gymnasium daselbst oder eine sonstige Lehranstalt in einer Gemeinde des Kreises Gießen besuchen;
c) in einer Gemeinde des Kreises Gießen, oder während ihre Eltern einer solchen angehörten, im Auslände geboren sind, und weder im Großherzogthum Heffen, noch in einem andern deutschen Staate Domicil besitzen oder sich aufhalten;
und im Jahre 1874 geboren sind;
ferner
Sämmtliche Militärpflichtige, welche im Jahre 1892 bezw. 1893 zurückgestellt worden, ober nach ihrer gezogenen Rümmer bisponibel geblieben, b. h. nicht einberufen worben finb.
Entbunben von ber persönlichen Gestellung sind Diejenigen, welchen Ausstand bewilligt, ober Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militär bien st ertheilt worben ist.
2) Diejenigen Militärpflichtigen, welche zum zweitenober brittenmale erscheinen, haben ihreLoosungSscheine mitzubringen.
3) Wenn von einem Militärpflichtigen, ober für einen solchen von seinem Vater, ober seiner Mutter Zurückstellung in Anspruch genommen wirb, so ist jur Vorlage der zur Beurkundung der behaupteten Thatsachen erforderlichen Nachweise und Zeugnisse vor dem zur Musterung an- beraumten Termine zu sorgen. Die Zeugnisse müssen amtlich ausgestellt ober beglaubigt sein.
Wenn bie Zurückstellung auf bie Arbeitsunfähig« tcit eines Familienangehörigen gcgrünbet wirb, s» hat ber betressende. Familienangehörige sich selbst persönlich im Termin vor der Ersatz-Commission ein» zufinben.
Noch nicht eingereichte AuruckstellungsausprüeHe finb bei ber Grobherzoglichen Bürgermeisterei vorzubringen unb bie Verhanblungen baldigst — unter allen Hm* ständen vor Beginn de» Ersatzgeschäfte- — an
Feuilleton.
/rankfttrttr Lhesterbrikf.
(Originalbertcht für den „Gtetzener Anzeiger".)
(Nachdruck verboten.)
HehbelS Nibelungen. — Loheogrin. — Gastspiel von Friedrich Haase.
Dr. M. Von allen N'.belungendramen alten und neuen Stil» — vom Wagner'schen „Ring des Nibelungen", der eine Welt für sich ist, kann hier nicht die Rede sein — hat die Tragödie Friedrich Hebbels die am schärfsten ausgeprägten Charaktere und die markigste Sprache. Der Kraft und Originalstil Hebbels paßt in der Hauptsache für die Nibelungen- sphäre, wie eigentlich kein anderer der Nachclassiker. Der reckenhafte Stoff der deutschen Vorzeit bot seiner Individualität den weitesten Spielraum.
In der bürgerlichen Tragödie, für die Hebbel thatsächlich eine neue Phase vorbereiten half, scheiterte der Dichter zu oft an der Enge der Verhältnisse, in die er seine Personen hineingestellt hatte, eine Enge, die den Menschen wohl erlaubte, recht tief unglückl ch und qualvoll verfolgt zu werden, sie aber keine tragische Höhe gewinnen ließ. Erst die Literatur der Neuzeit ist im Stande gewesen, in solchen Fällen die Kluft, das Mißverhältniß zwischen Form und Inhalt auszugleichen. In dem Stoff von Siegfried und Kriemhild aber sand Hebbel, was er bisher vergebens gesucht batte und wonach feine Künstlelseele mit allen Kräften rang: die großen Normen unb Maße.
Im Jahre 1862, auf der Mittagshöhe des Lebens, in der Vollreife des Mannesalters, ergriff er dieses Thema. „Mir scheint, daß auf dem vom Gegenstände unzertrennlichen mythischen Fundament eine rein menschliche, in allen ihren Motiven natürliche Tragödie errichtet werden kann und daß ich sie, so weit meine Kräfte reichen, errichtet habe." In diesen feinen Worten giebt sich seine Auffassung des Stoffes mit großer Deutlichkeit zu erkennen. Im Wesentlichen gleicht sie der aller anderen modernen Nibelungendichter. Die Theorie g ebt ja auch in Sachen der Kunst nicht den Ausschlag, sondern daö praktische Können. Das mythische Fundament hat Hebbel mit Willkür und nicht solid genug gelegt. Es zeigt sich daS in der Behandlung Brünhildens und Siegfrieds. Der Ersteren Ursprung und deS Letzteren Beziehungen zu dem verhängniß-
1 vollen Hort wird zwar beleuchtet, aber nicht ergründet. ES stand nicht in Hebbels Macht, den geheimen Lebensquell dieser Beziehungen aufzudecken. Dafür zeigt er sich als ein Meister dramatischer Charakteristik von dem Augenblick an, da er seine ! Helden auS dem Halbdunkel des Mythus in das helle Tages- ; licht der Geschichte führen kann. Die beiden ersten Theile - des Trauerspiels „Der gehörnte Siegfried" und „Siegfrieds Tod" sind bei Weitem nicht so einheitlich gebaut und klar gegliedert wie der dritte Theil „Sri em» Hildens Rache", in welchem Hebbel das Gemälde menschlicher Leidenschaften unter cuttureQen Gesichtspunkten behandelt. Das altdeutsche Epos erzählt, daß nach dem großen Blutbade in König Etzels Land: Etzel, der Gothenkönig Dietrich und der alte Waffenmeister Hildebrand die einzig Ueberlebenden sind. Bei Hebbel wird Dietrich zugleich zum Träger einer neuen besseren Ordnung. Die Kronen, die ihm das Schicksal überweist, nimmt er an „im Namen dessen, der am Kreuz verblich." Das Christenthum soll den Sieg über das Heiden- thum davon tragen!
Die Besetzung eines Dramas, das fast mit allen Hauptpersonen des umfangreichen Epos wirthschaftet, ist wahrhaftig keine Kleinigkeit und mag dem Regiffeur viel Kopfzerbrechen kosten.
Am ersten Abend waren die Rollen folgendermaßen vertreten: Siegfried: Herr Barthel, Kriemhild: Frl. Frank, Brunhilde: Frau Keller-Frauenthal, Hagen: Herr Diegelmann, Günther: Herr A. Meyer, Volker: Herr Roll, Frigga: Frau Ernst, Giselher: Herr Bolz.
Das Frankfurter Künstlerpcrsonal muß so überaus an gestrengt in moderner Literatur arbeiten, daß der Uebcrgang von dieser zur sagenhaften Nibelungenwelt sich ziemlich ruckweise vollzieht und daS Resultat hiervon auf den Ton dcs Ensembles nicht auSbleibt.
Die Neueinstudirung des unverkürzten „Lohengrin" und die damit verbundene Neuinscenirung ter populärsten aller Wagner Opern muß den Frankfurter Waanerianem ein Fest sonder Gleichen bereitet haben! Vierzig Jahre sind cs her, daß Capellmeister Gustav Schmidt, der Componist deS „Alibi" und der „Treuen Weiber von Weinsberg", während feiner Frankfurter Dirigeotenthätigkett den von Erfolg gekrönten Versuch machte, in der Ma-nstadt Schritt für Schritt der WagnerMusik Terrain zu erobern.
Die „Striche" und „Stürzungen", mit welchen das Werk i dazumal in Scene ging, sind, wie wir aus competenter Quelle
toiffen, sämtlich vom Dichtercompon sten selbst besorgt worden und also der Art, daß sie dem Werk keine Gewalt anthun und jedenfalls nicht seinen inneren Organismus schädigen. Mit diesen Strichen ist das Werk in die Welt hinauSgezogen unb hat sich die Herzen aller Kunstliebenden erobert, denen es in seiner Restituirung, welche man ebenso gut als einen Act der Pietät wie als ein Theaterexperiment bezeichnen kann, kaurt theurer werden dürfte. Die „Restituirung" verlängert hauptsächlich den zweiten und dritten Act. Die Arbeit der Chöre wird durch die beseitigten Striche am metfhn vermehrt.
Neue Dekorationen und Costüme gaben dem Bühnenbild einen besonderen festlichen Glanz.
Die „Ortrud" wurde durch Frau Ende-Andrießen verkörpert. Nach alter Tradition wird diese Parthie meist der Altistin übergeben, aber es liegt kein Grund vor, daß ste nicht auch von der ersten dramatischen Sängerin gesungen werden könnte. Frau Ende-Andrießen besitzt jedenfalls alle Mittel für dieselbe.
Friedrich Haase, der gegenwärtig in Frankfurt ein längeres Gastspiel absoloirt, gehört nicht mehr zu den Jungen, aber er besitzt eine Kraft, der man die Jahre nicht anmerkt. Seine Domaine sind jene Seigneurs der alten Schule, die charmiren, hofften, auch hie und da ein bischen Weisheit predigen und im Uebrigen die Jugend vielfach an Thatkraft überflügeln. Der Gutzkow'sche „Königslieutenant", wie ihn Friedrich Haase aufstellte, ist lange Typus und Vorbild für alle anderen Repräsentanten der Rolle geblieben. Bei seine« jetzigen Gastspiel in Frankfurt verschmäht Haase diese Glanz« und Bravourparthie und begnügt sich mit kleineren, auch theilwetse leichteren Aufgaben. Seine Visitenkarte Überreichte er dem Publ-kum als Fürst KamoiSki in dem Claar'schen Schauspiel „Die Schwestern"- den slavischen Edelmann behandelt der Künstler nach allen Regeln des guten Tones. Ferner trat der Gast auf in Courceys Einakter „Eine Bekehrung", in der Plauderei „Ein unbarmherziger Freund" von W. Augustsohn, in dem Lustspiel „Ein feiner Diplomat", frei rach Scribe, in dcm Einakter „Eine Parthie Piqu et" und in Kotzebues „Die beiden Klings berg". Zu guterletzt und zwar in der „Emilia Galotti" soll bei diesem Gastspiel dann auch noch das klassische Drama eine gewiffe Berücksichtigung erfahren.


