Ausgabe 
24.10.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

i

waren Kähne und Wagen aufgestellt, um Moras nach seinem Sprung in den Rhein alsbald aufzunehmen. Am geeignetster» iir das gefährliche Unternehmen rechnete man die Stelle des Rheines an der Spitze der Westphals'Aue bet.Erbach, wo der Strom nicht sehr breit und und die dichtbepflanzte Insel einigen Schutz vor Verfolgern bot. Metternich selbst postine sich zur Aufnahme des von seiner Frau von dem

n r - - ------ Ein seltener Fang glückte

gestern einigen Leuten,- sie erbeuteten einen riesigen Hecht £ einem kleinen Bächlein, welches der Nidda zuströmt. Der Räuber ließ sich durch das eingetretene Hochwasser offenbar verleiten, aus dem Main in die Nidda und

^eser in unseren kleinen Bach aufzusteigen, denn für gewöhnlich giebt es in unseren kleinen Wafferläusen keine Hechte. " 1

A Mainz. 21. October. Eine RheinreminiscenL. aus den vierziger Jahren. Letzter Tage ging die Mittheilung durch die Preffe, daß in Brooklyn ein Denkmal enthüllt worden sei, welches dem Andenken Germain Metternich's und denjenigen Deutschen gewidmet sei, die an dem nordamerikantschen Freiheitskriege theilgenommen. Wer war Germain Metternich? wird wohl Mancher beim Lesen der Mittheilung gefragt haben. Germain Metternich war einer der kühnsten Revolutionsführer in Rheinhessen bei der volitischen Bewegung Ende der vierziger Jahre. Spectell in Mainz, wo Metternich im Jahre 1848 die Stelle eines Adjutanten der Bürgerwehr versah, spielte er bei der poli­tischen Bewegung eine hervorragende Rolle und zeichnete sich durch einen an das Tollkühne grenzenden Muth und große Entschlossenheit aus. Zum Beweis des Letzteren mag folgende auch weitere Kreise interessirende ReminiScenz dienen- Ende der vierziger Jahre lebte hier ein Schriftsteller Namens Theobald Moras, ein Schwager des gefürchteten Repu­blikaners Karl Heinzen, der sich wegen politischer Ver­gehen in Preußen zwei richterliche Verurtheilungen zugezogen und darum seiner engeren Heimath Cleve den Rücken gekehrt hat. Auf Requisition der preußischen Behörden wurde Moras, gegen den zwei rechtskräftige Urtheile Vorlagen, am Vormittag des 11. Juli 1846 hier verhaftet, um zur Ver­büßung seiner Strafe nach Ehrenbreitstein verbracht zu weiden. Kaum war die Verhaftung Moras bekannt ge­worden, so trommelte auch schon Germain Metternich seine politische Freunde zusammen, um eine Auslieferung MoraS an Preußen zu verhüten und dem Gefangenen irgendwie zur Flucht zu verhelfen. Die verschiedensten Fluchtprojecte wurden gemacht, Eines so tollkühn und wenig Erfolg ver- prechend wie das Andere. Da man in Erfahrung gebracht, daß Moras per Dampfschiff nach Coblcnz verbracht werden ollte, so bestand schließlich Germain Metternich darauf, daß Moras durch einen Sprung in den Rhein seine Freiheit wieder erhalten sollte. Metternich erbot sich, den größten Theil der Vorbereitungen zur Flucht selbst zu treffen, waS wegen der Kürze der Znt und der nöthigen Vorsicht keine kleine Aufgabe war. An verschiedenen Stellen des Rheine-

» , _ - Es ist zweifellos, daß das Concert

großes Jntereffe Hervorrufen wird, denn Jeder, der den Künstler einmal gehört, wiederholt dieses gern und wer sich bisher diesen Genuß hat versagen müssen, dürfte die sich darbietende Gelegenheit kaum vorübergehen lassen. Bei allem Humor und Scherz der Darbietung ist das echt künstlerische der Leistungen unverkennbar, Vortrag und Clavierfpiel sind durchaus virtuos. Hierzu kommt noch, daß das Programm sich immer erweitert und erneuert, toatm auch die alten Paradepferde, dem Drängen der Hörer nachgebend, immer wieder unter neuem Jubel und Beifall vorgeführt werden. Auch diesmal bringt der Künstler eine Fülle von Neuigkeiten mit, die es außer Frage stellen, daß das Publikum bis zum letzten Tact in angenehmster Spannung erhalten werde. Wir schließen unsere Empfehlung mit dem Bemerken, daß nur ein Concert stattfinden kann.

** »OjährigeS Jubiläum des Verein« hesfischer Aerzte zu Darmstadt. Letzten Samstag feierte der Verein hessischer Aerzte sein 50jähriges Stiftungsfest durch ein Festmahl in bem prächtig geschmückten großen Saale desDarmstädter Hofes". Die Betheiligung von nah und fern war eine außerordentlich große und kennzeichnete die angesehene Stellung, die sich der Verein, einer der ältesten Deutschlands, im Laufe dieser 50 Jahre zu erringen und zu behaupten gewußt hat- Herr Medicinalrath Dr. Draudt eröffnete Me Reibe der Trinksprüche mit einem Hoch auf Seine König­liche Hoheit den Großherzog, den erhabenen Beschützer aller wissenschaftlichen Bestrebungen. Sodann begrüßte Herr Dr. A. Hoffmann die erschienenen Ehrengäste und ent­warf in kurzen Worten ein Bild der 50jährigcn Geschichte des Vereins, wobei er unter Anderem auch der bedeutenden Männer gedachte, die in dem Verein wirkten, wie Gustav Simon, Alfred Hegar und Justus v. Liebig. Herr Ministe- rialraih Dr. Us, nger überbrachte die Glückwünsche der Großherzoglichen Regierung, betonte das gute Einvernehmen, dav jederzeit zwischen ihr und dem Verein geherrscht habe, und schloß mit der Versicherung, daß die Regierung den Bestrebungen des Vereins auch in Zukunft stets ihre Unter- stützung leihen werde. Herr Dr. Mayer auS Gau Alges hrim braute die Glückwünsche des Vereins rheinhessischer Aerzte und Herr Kreisarzt Dr. Haberkorn diejenigen des ärztlichen KteiSvereins Heppenheim-Bensheim. Im Namen der medicinischen Facultät der Landes-Universität Gießen ergriff Herr Profeffor Dr. Löh lein da« Wort und wies darauf hin, daß gerade die ärztlichen Vereine berufen seien, die Kluft, die sich zwischen der Hochschule und der Praxis leicht bilden können, zu überbrücken. Gerade der Verein hessischer Aerzte habe durch seine wissenschaftlichen Arbeiten nach dieser Richtung hin immer Hervorragendes geleistet, und es seien in feiner Schule Aerzte gebildet worden, die es verstanden, mitzubauen an dem großem Tempel der Heilkunde. Redner schloß mit einem Hoch auf den Vorstand des Vereins. Herr Oberbürgermeister Morneweg dankte im Namen der Stadt Darmstadt für die Einladung, erinnerte an die Ver­dienste des Vereins bei dem Zustandekommen hygienischer Verbesserungen, wie der Canalisation, des Schlachthofes usw. und wünschte dem Verein ein ferneres Blühen und Gedeihen. Es folgten noch eine große Zahl von Trinksprüchen, unter denen die humorvollen Verse des Herrn Geh. Obermedicinalrath Dr. Neidhart, welche die Frauen der Aerzie feierten, er wähnt werden sollen. Schriftlich hatten dem Verein ihre Glückwünsche ausgesprochen die Herren Minister Finger und Weber, die leider am Erscheinen verhindert waren, das Ehrenmitglied des Vereins, Herr Professor Dr. Hegar in Freiburg, der Oberhessische Provtnzialverein, der Verein hessischer Zahnärzte usw. Von auswärtigen Gästen nahmen an der Feier unter anderem Theil die Herren Geheimcrath Dr. Ludwig aus Heppenheim und die Medicinalräthe Heß und Krug aus Mainz.

* Vom Reichsgericht. Wie derFrkf. Ztg." von an­geblich gut unterrichteter Seite mitgetheilt wird, hat der Oberlandesgerichtsrath Dr. ® Unter nachträglich seine Bereitschaft erklärt, an Stelle Buffs in das Reichsgericht einzutreten.

* * Zu die Anatomie gebracht wurde heute die Leiche eines Schuhmachers, der sich vom Freitag zum Samötag zwischen Offenbach und Hanau von einem Eisenbahnzug über­fahren ließ.

* * Kleiderdiebstahl. Ein Fuhrmann aus Grünberg hatte gestern seine Pferde in dem Stall einer hiesigen Wirthschaft eingestellt und auch seinen Mantel dorthin gehangen. Als er seine Geschäfte besorgt und wieder anspannen wollte, war der Mantel verschwunden. Die Nachforschungen nach demselben waren bis jetzt erfolglos.

* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienftmagd Marie Schneider aus Salzböden wegen schweren Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Gießen; Bäckergeselle Christoph Riesterer aus Mannheim wegen Verbüßung einer Gefängnißstrafe von der Staatsanwaltschaft Darmstadt, Michael Schuch aus Oggeuhausen, wegen Straf­vollzugs vom Amtsgericht Beerfelden.

Grünberg, 21. October. Ein Fall bestialischer Rohheit ereignete sich während des Tanzvergnügens am Nachmittage des ersten GalluSmarkttages im Saale deS GasthausesZum Rappen". Es war, wie wir hören, über das Tanzordnen zu Streitigkeiten gekommen, in deren Verlauf einem Harbacher Burschen eine Anzahl Messerstiche, darunter gefährliche, am Kopfe beigebracht wurden. Hoffentlich gelingt es, den verthierten Messerhelden zu ermitteln und einer exemplarischen Bestrafung zu überantworten.

Grüvberg, 21. October. Einen an die schönere Jahres- ! zeit erinnernden Fund machten heute Besucher des Tannen- ! kopfes: reife und reifende Erdbeeren.

Grüvberg, 22. October. Gestern Abend spielte sich ; abermals eine Messern ffaire ab. Ein in Lauter be- \ btenfteter Knecht würbe in ber Rabengaffe von einem hiesigen Burschen in bie Hanb gestochen. Die SicherheitS-Zustänbe

Coealt« Mnfc protrtttjtcHc»

Sießeu, den 23. October 1804.

* CorpShauseiuweihuug derSlarkenburgia". In dem geschmackvoll becorirten Schaufenster be« Herrn Heinrich Fillmann, Marktstraße 17, sind die beiden Tafelservtce für das CorpsStarkenburgia" ausgestellt, welches demnächst sein eigenes schmuckes Heim an der Wilhelmstraße beziehen wird. Die gediegene Ausführung und die gefälligen Formen des Porzellans, sowie ganz besonders die hochfeine, künst­lerisch auSgesührte Wappenmalerei erregen allseitige Be­wunderung. Ebenso viel Beifall finden im Schaufenster der Firma Otto Rathschlag, Seltersweg 71, die für das CorpsStarkenburgia" bestimmten Tafelgedecke aus feinstem Damast mit großen eingestickten Cirkeln. Beides, sowohl da« Porzellan wie die Tafelgedecke, bilden lammt einem completten Gläserfervis ein Geschenk der Damen der alten Herren an daS CorpS.

** Lamborg-Coucert. Nach langer Pause wird der famose Clnvier-Humorist O. Lamborg aus Wien am Montag den 29. October Gießen in SteinS Saal wieder

gegangen seien, nicht mehr in der Lage fei, weitere Blätter zu subventioniren. Die Höhe des Abonnements auf den Vorwärts" bittet Redner zu belassen, da die Parteikasse nicht auf den Zuschuß auS der Kaffe des Centralorgans ver­zichten könne. Den Bericht der Controleure erstattet Meister-Hannover und bittet, in allen Punkten dem Vor­stand Decharge zu ertheilen. Auch Meister wendet sich scharf gegen die fieberhafte Neugründung von Partei­organen, die sich dann gegenseitig durch Concurrenz aufrieben. Nachdem nunmehr die Begründung ber Anträge, 18 bis 27 Parteibeamte unb Parteigcschäfte betr. borge nommen ist, wirb in die Discussion über bieselben und die beiden Referate eingetreten, die theilweise einen heftigen Character annimmt. Die Anträge verlangten theilweise, daß das Maximalgehalt der Parteibeamten nicht über 3000 Mk. betragen soll, daß Parteibeamte als ReichStagSabgeordnete keine Diäten mehr beziehen dürfen, andere, daß solche, die über 4000 Mk. Gehalt haben, keine Diäten mehr als Reichstagsabgeordnete beziehen sollen, daß derVorwärts" den Vertrauensmännern gratis geliefert und in Regie der Partei hergestellt werden soll, daß an solchen Orten, wo die Presse Parteieigenthum ist, die Genossen das Recht haben sollen, die Redacteure abzusetzen u. A. m. Die meisten Redner (eS find 10 Minuten Redezeit gewährt) sprechen sich für die Anträge aus, besonders heftig Legin-Hamburg, leiden­schaftslos dagegen Bebel, der mehrmals das Wort ergreift und Leg in, der keinen Unterschied zwischen geistiger und körperlicher Arbeit gemacht haben will, vorwirft, daß er für seine Artikel im Socialpolitischen Centralblatt Dr. Brauns ein geradezu enormes Honorar einstecke. Bebel schließt: Mephisto, ich kenne Dich. Bebel droht für den Fall der Annahme der Anträge mit der Abdankung des Parteivorstandes. Um 1 Uhr tritt eine zweistündige Pause ein.

Die Discussion über die Beamtengehälter wird in der um 3 Uhr eröffneten Nachmittagssitzung fortgesetzt und er­streckt sich bis zum Abend. Bei der Abstimmung werden die sämmtlichen Anträge, welche die Reducirung der Ge- hälter und Festsetzung deS Maximalgehalts von 3000 Mk. betreffen, abgelehnt, angenommen der Antrag, den Vertrauens­männern auf Ersuchen denVorwärts" gratis zu liefern und der Antrag des vierten Berliner Wahlkreises, daß Neu- gründungen von Parteigeschäften (Buchdruckereien, Buch­handlungen u. s. w.) zu unterbleiben haben, ebenso ein­stimmig ber Antrag auf Decharge für ben Parteivorstand. Von 222 bis Abends cingcHeferten Mandaten werden auf Antrag ber MandatSprüfungScommiision, in deren NamenGenossin" Zedtkin referirt, 221 für giltig erklärt, das deS Delegirten Sparr für Bessungen für ungiltig. In den persönlichen Bemerkungen geriethen Leg in und Bebel heftig aneinander. Legin verbat sich den AusdruckMephisto", worauf Bebel den Ausdruck aufrecht hielt. Legin verließ den Saal mit den Worten: Da werde ich Ihnen nächstens ganz anders kommen. Ein Antrag, der Parteitag solle den Vorsitzenden ersuchen, den Ausdruck zurückzuweisen, wurde abgelehnt. (NB. Der eine Antrag hatte nicht gelautet, daß die Parteigenossen die Redacteure nicht abzusetzen, sondern selbständig zu wählen daS Recht haben sollten.)

s Fluchtplane verständigten Moras in einen Kahn diesseits | der Westphals Aue, wobei er, um sich dem Flüchtigen er» i kenntlich zu machen, ganz weiße Kleider trug. Am 7. Juli . des Morgens um 7 Uhr wurde MoraS auf das Dampf­schiffJoseph Miller" gebracht, wo eS im Beisein deS

Darmstadt, 22. October. Auf dem hiesigen Friedhöfe wurde gestern Nachmittag 3 Uhr daS dem einstigen Redacteur desSchulboten für Hessen" und Obmann deS Landeslehrer, verems, Johannes Schmitt, von den Mitgliedern dieser Körperschaft und zahlreichen Freunden gewidmete Denkmal enthüllt. Trotz dem wenig günstigen Wetter hatten es sich sehr viele Lehrer nicht nehmem lassen, zu dieser Feier aus der Nähe, aber auch aus weiter Ferne sich einzufinden. Hier hielt, nachdem der Lehrergesangverein ein Lied gesungen, Herr Obmann und Oberlehrer Ba ckes die Weiherede, worin er in treffender Weise die Vorzüge und Verdienste deS hier Gebetteten schilderte. Nach der Uebergabe deS Denkmals an die Familie des Verewigten sprach Herr Lehrer Stein­berger im Namen der Ludwig- und Alice-Stiftung, deren Gründer Johann Schmitt toar. Ein Grabgesang beschloß die würdige Feier. Das Denkmal ist ein hoher Obelisk au« ®ranit und trägt das in Erz gearbeitete Bildniß des Ver­storbenen. D. Rtg.

Seligenstadt, 21. October. An einem der letzten Abende waren die Taglöhner eines hiesigen Händlers und LandwirthS in der Hofraithe ihres Arbeitsgebers mit Abladen einer schweren Fuhre Kartoffeln beschäftigt. Die Erdäpfel sollten mittelst eines Entladetrichters durch ein Kellerloch in den Keller befördert werden. Neben dem Kellerloche befindet sich ein Einsteigloch, das zu einem tiefen Pumpenbrunnen führt. Bei der herrschenden- Dunkelheit verwechselten nun die Tag- lbhner die beiden Löcher und trichterten die ganze Kartoffel- ladung in den Brunnen. Der lustige Jrrthum wurde erst am folgenden Morgen bemerkt. Mit vieler Mühe wurden die Krumbeeren" aus der Brunnentiefe herauSgefischt. Die weise Sparsamkeit am Lampenlicht bei der EntladungSaröeit hatte sich bitter gerächt.

oder wenigstens Beibehaltung der Gehälter ber Parteibeamten . einen Besuch abstatten, durchgebrückl hatte, in etwas unlautere Verbindung gebracht, ' Gerisch sucht die Höhe des Gehalts Fischers (4000 Mk.) mit ber ganz besonderen Tätigkeit Fischers zu rechtfertigen, unter dessen Leitung die Buchhandlung bessere Geschäfte mache, als unter derjenigen des ersten Vorgängers Fischers, eines Fach­mannes, der ebenfalls mit 4000 Mk. angestellt gewesen sei, aber schließlich 5000 Mk. verlangt habe. Der nach diesem Fachmann eingestellte Genosse hatte bekanntlich wegen Untreue entlassen werden müssen. Alsdann wendet sich der Referent dem Gehalt Auers zu, der neben seinem Gehalt als erster Parteiseeretär noch mit 125 Mk. monatlich extra honorirt wird für, wenn man so sagen soll, Ueberwachung desVor­wärts". Die Höhe deS Gehalts als erster Parteiseeretär wird mit den Ansprüchen, die an Auer in Bezug auf Wohnung u. s. w. gestellt werden, begründet, während die 125 Mk. monatlich extra vergütet wurden für Arbeit, die Auer nach Schluß seiner Thätigkeit im Parteivorstande, Abends von 610 Uhr in der Redaction deSVorwärts" leiste, der nicht immer im Sinne des Parteivorstandes rebigirt ge­wesen sei. Gerisch theilt bann mit, baß die im vorigen Jahre beschlossene Herausgabe einer Broschüre über Gesinde- ordnung demnächst erfolgen werde, wenigstens was die Ge­sindeordnungen im nördlichen Theil Deutschlands anbelange, da die Zahl derselben zu groß sei, ebenso die Herausgabe einer von Bebel abzufaffenden Broschüre über Wahlresorm, und warnt vor weiteren Preßgrundungen, da die Parteikasse, bei der im vergangenen Jahre aus ganz Deutschland mit Ausnahme von Berlin und Hamburg nur 31450 Mk. ein-

1 ger-then hier ja nach unb nach in ein recht nette« Fahr- | wasser. ° y

§ Nieder-Moos, 19. October. Im Auftrage des hie- sigen Zi egen zücht-Vereins waren Herr Veterinärarzt ?nbk Heitzenröber von hier

dieser Tage in ber Schweiz, um wieder ca. 30 Ziegen und einen Ziegenbock zu holen. Die Thiere find bereits hier gut angekommen, sind sehr schön und pretswürdtg. ES sind un- fle^wte Saanenztegen aus dem Saanenthal. Der Verein bedeutende Fortschritte gemacht.

r W®*' 22. October. Daß man nicht

n , bet Faselochsen, sondern auch bei Faselebern vor­sichtig sein muß, beweist ein in unserer Nachbargemeinde B. Dorgefommener Fall. Ein dortiger Einwohner wurde von einem wildgewordenen Eber ,n fo heftiger Weise in« Bein I »'bissen, daß sieben Nadeln in die Wunde eingelegt werden mußten, um sie zu schließen.

L. Letdhecke», 21. October.