Posten der höheren Verwaltungsbeamten in Preußen für den Herbst sehr belangreiche Veränderungen bevor, welche ihre Wirkungen bis ins preußische Ministerium, ausgenommen der politischen Ressorts, erstrecken dürften. — Zur Verhaftung des Ceremontenmeisters v. Kotze wegen anonymer Verleumdung wird gemeldet, daß der Kaiser den Befehl zur Verhaftung am Sonntag kurz vor der Grundsteinlegung des Domes ertheilte. Als dem Kaiser nahegelegt wurde, daß die Verhaftung einen ungeheuren Scandal Hervorrufen werde, antwortete der Monarch: „Gleichviel, ihm soll der Prozeß gemacht werden, wie jedem gemeinen Verbrecher."
Berlin, 22. Juni. In Armeekreisen verlautet, die Heeresleitung beabsichtige die Errichtung von Melderetterdetachements für die Fußtruppen und für die sämmtlichen Stäbe derselben. Versuchsweise sollen solche Detachements vorläusig beim 1., 16. und 17. Armeecorps gebildet werden. £
Berlin, 22. Juni. Nachdem die preußische Regierung mit der Einberufung der Agrarconferenz vorangegangen ist, beabsichtigt die bayerische Regierung, Erhebungen über den schul de n st and der Bauern anzustellen und zwar vorerst in einer kleineren Zahl von Versuchsgemeinden in allen Regierungsbezirken. Die Erhebung wird auf Veranlassung des Ministeriums des Innern vom Justizministerium aus durch die diesem unterstellten Behörden ausgeführt werden.
Dortmund, 22. Juni. Durch den Selbstmord des nationalliberalen Landtagsabgeordneten vom Heede ist die Halver's che Volks bank finanziell stark in Mitleidenschaft gezogen.
Karlsruhe, 22. Juni. Die zweite Kammer nahm den Antrag der Freisinnigen auf Einführung directer Wahlen mir Proportionalvertretung mit allen gegen acht Stimmen an. Für den Fall, daß dieser Antrag nicht die Zustimmung der übrigen gesetzgebenden Factoren finden sollte, wurde der Antrag v. Buol auf Abänderung der Wahlbezirke mit 31 gegen 29 Stimmen angenommen. Sollte auch dieser Antrag die Zustimmung der anderen gesetzgebenden Factoren nicht finden, so wurde der Antrag Muser auf Einführung direcrer Wahlen bei jetziger Wahlkreiseintheilung mit 41 gegen 18 Stimmen angenommen. Die Kammer hat sich also mit überwiegender Mehrheit für Einführung directer Wahlen erklärt.
Wien, 22. Juni. Wekerle ist entschlosien, noch während der Sommersession sämmtliche Kirchenvorlagen fertigzustellen und das Gesetz über die Ctvilehe sofort in Ausführung zu bringen.
Budapest, 22. Juni. Die heutige Sitzung des Magnatenhauses, in welcher fast alle Abänderungsanträge der Opposition abgelehnt wurden, verlief äußerst stürmisch. Graf Ferdinand Zichy gab in großer Aufregung die Erklärung ab, er und seine Parteigenossen würden im Wege öffentlicher Agitation gegen das Ehegesetz austreten. — Das ganze Gesetz wurde schließlich auch in der Specialdebatte an- genommen.
Loudon, 22. Juni. Das österreichische Schiff „Alice" ist, mit einer Petroleumladung von Newyork kommend, mit der ganzen Mannschaft (16) untergegangen.
Loudon, 22. Juni. „Daily News" hält die demnächst erscheinende päpstliche Encyclica für einen neuen Beweis dafür, welchen großen Einfluß die katholische Kirche besitze. Diese Encyclica rufe unter den Katholiken mehr Aufmerksamkeit hervor, als alle Reden und Kundgebungen sämmtlicher europäischen Herrscher.
London, 22. Juni. Von der in auswärtigen Blättern gemeldeten bevorstehenden Verlobung der Prinzessin Maud mit dem Enkel des Königs von Dänemark ist bis jetzt in zuständigen Kreisen nichts bekannt.
Madrid, 22. Juni. Die liberale Preffe fordert die Regierung auf, mit großer Energie den Abschluß des Handelsvertrags mit Deutschland zu betreiben, da das ganze Land schwer unter dem jetzigen Zustande leide.
Cocafcs unb Krovinzielles.
Gießen, den 23. Juni 1894.
** Ernennungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: den evangelischen Anstaltsgeistlichen am Landeszuchthaus Marienschloß Karl Roth zum evangelischen Anstaltsgeistlichen an der Zellenstrafanstalt Butzbach, den Finanzaspiranten Heinrich Bruchhäuser aus Guntersblum zum Ministerialcalculator bet der Buchhaltung des Ministeriums der Finanzen zu ernennen.
** Die Benutzung und Vermehrung der Großh. Unitier- sitalsbibliothek zu Gießen im Geschäftsjahre 1893/94 weist folgende Zahlen auf. Es wurden im Ganzen ausgeliehen rund 17500 Bände (gegen 17600 im Vorjahre), davon länger als auf 4 Tage 16192. Die Zahl der im Lesezimmer benutzten Bände läßt sich nicht feststellen, da einem Theil der Benutzer der Zutritt zu den Büchersälen gestattet ist. Nach auswärts gingen 365 Sendungen mit zusammen 1634 Bänden. Etwa 7,3 pCt. aller verlangten Werke, nämlich 1284, waren nicht vorhanden. Die Zahl der Entleiher betrug 482 Personen, darunter 104 Auswärtige. Von den 378 Einheimischen gehörten 119 der Universität nicht an. Unter den Uebrigen befanden sich 208 Studtrende, also 37,7 pCt. (gegen 34,4 pCt. im Vorjahr) der Gesammtzahl aller Studenten. Durch Vermittlung der Universitätsbibliothek wurden von Großh. Hofbibltothek zu Darmstadt 407 Bände (gegen 848 in 1892/93), aus anderen Bibliotheken und Archiven 216 Bände und 470 Handschriften und Archivalien entliehen. Katalogisirt wurden im Jahr 1893/94 9715Schriften gegen 7481 im Vorjahr, unter ihnen die Zugänge der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde (446), des Oberhessischen Geschichtsvereins (269) und des classisch-philo- logischen Seminars (105), deren Bibliotheken mit der Universitätsbibliothek vereinigt sind. 2063 Schriften gingen als Tausch-, Geschenk- und Pflichtexemplare, 5442 als Universitätsund Schulschriften ein. Jnleressiren dürfte die Thatsache,
daß die Aufstellung der letzteren einen Raum von 20,10 Metern in der Länge, die aller anderen neu eingelaufenen Bücher einen Raum von 103,43 Metern beansprucht.
* * Sommerfest auf der Pnlvermnhle. Der Fechtverband Gießen-Lahr veranstaltet, wie wir bereits in einer früheren Nummer mitgetheilt, morgen Sonntag auf der Pulvermühle zum Besten armer Waisen sein erstes diesjähriges Sommerfest. Der Festplatz ist bereits festlich geschmückt und die verschiedenen Belustigungsbuden haben ebenfalls Aufstellung genommen. Hoffentlich hat der Himmel ein Einsehen und unterstützt das gute Werk des Fechtverbandes mit schönem Wetter.
* * Ueberfahren. Gestern Nachmittag wurde in der Grünbergerstraße ein Mädchen von einem Radfahrer überfahren und derart verletzt, daß es mittelst Droschke in die Klinik verbracht werden mußte.
* * Brod-Revifion. Heute Morgen fand bei sämmtlichen hiesigen Bäckern eine polizeiliche Revision des Brod-Gewichts statt. Bet mehreren Bäckern wurden Brode, die ein Mindergewicht von 80 bis 120 Gramm pro 4-PfundLaib zeigten, beschlagnahmt und die Betreffenden zur Anzeige gebracht.
* ’ Zuwendung. Die Direction der Aachen-Münchener Feuerversicherungs-Gesellschaft hat dem Präsidenten des land- wirthschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen für 1894 den Betrag von 500 Mk. zur Verwendung in landwirthschaft- lichen Zwecke zur Verfügung gestellt, sowie außerdem den landw. Bezirksvereinen denjenigen von 220 Mk. 10. Pf.
* * Turnerisches. Die Kleidung der Wett turn er bei dem morgen Sonntag stattfindenden Feldberg-Turnfest darf nur aus langen Turnkleidern, Tricots mit langen Aermeln, bestehen- wer bei der abendlichen PreiSvertheilung, wozu in Riegen angetreten wird, ohne Entschuldigung fehlt, geht seines Preises verlustig.
R. Wichtig für Viehbefitzer. Dem Vernehmen nach ist in einer großen Anzahl von Orten der Provinz Rheinhessen unter jungen Schweinen, welche von Händlern dorthin verkauft worden sind, eine Seuche aufgetreten, welche als die sogenannte Schweinepest erkannt wurde und an welcher der größte Theil der davon befallenen Schweine crepirt. Als wesentliche Erscheinungen werden an den seuchekranken Schweinen wahrgenommen: Verminderte oder ganz aufgehobene Freßlust, Fieber, Hinfälligkeit und Schwanken am Hintertheil, Verkriechen in die Streu, verklebte Augenlider, beschleunigtes Athmen, zuweilen Durchfall, schnelles Abmagern, ferner Hautausschlag und blutrothe Flecken, sowie die Bildung von Krusten und Borken mit gerötheter Umgebung auf der Schwarte- bei nicht lange vorher castrirren Schweinen erscheinen fast stets die Castrationswunden mit einem graugelben, nicht leicht ablösbaren Belag versehen, während ihre Umgebung eine dunkle Röthe und mehr oder weniger starke Schwellung zeigt. Die Krankheit führt in wenigen Tagen zum Tode, dauert jedoch bisweilen auch 8—14 Tage und darüber. Nur verhältniß- mäßig wenige von den angesteckten Schweinen gesunden. — Die Krankheit ist ansteckend und kann auch auf ältere und einheimische Schweine übertragen werden, und zwar sowohl durch directe Berührung der erkrankten Thiere mit gesunden, als auch durch Zwischenträger, z. B. Futterstoffe, Gefäße rc., welchen der Ansteckungsstoff anhaftet, wie ferner durch allerlei Abgänge der kranken Schweine, Mist, Urin u. s. w. Es wird sich für unsere Landwirthe die größte Vorsicht beim Ankauf von jungen Schweinen empfehlen.
* * Der Getreidemarkt. Die nach einer längeren Regenperiode vorläufig wenigstens wieder eingetretene günstigere Witterung hat ihren Einfluß auf den Getreidemarkt nicht verfehlt. Denn die sich ziemlich kräftig markirende Haussebewegung auf dem deutschen Getreidemarkt ist inzwischen bereits wieder einer matteren Stimmung gewichen- wenn die- selbe nicht noch stärker zum Durchbruche kam, so war dies den vorliegenden ziemlich günstig klingenden Auslandsberichten zu danken. Roggen wie Weizen schwächten fast allenthalben ab und Hafer blieb sogar merklich vernachlässigt, die Vernachlässigung letzteren Artikels scheint demnach noch länger andauern zu wollen. Preisnotirungen vom Berliner Pro- ductenmarkt: Weizen per 1000 Kilogramm 132 bis 144 Mk., Roggen 118 bis 125 Mk., Hafer 130 bis 163 Mk., Gerste 93 bis 165 Mk.
** Eoncertreifen der Militärkapellen, soweit es sich um größere Tournös handelt, welche mehrere Wochen in Anspruch nehmen und sich über 50 Meilen ausdehnen, sollen von jetzt ab thunlichst eingeschränkt werden. Bereits abgeschlossene Contracte sind noch zu erfüllen. Für die Zukunft ist jedoch Sorge getragen, daß solche Contracte nicht mehr abgeschlossen werden, da Seitens der Regimentscommandeure die Erlaubniß zur ihrer Erfüllung nicht mehr gegeben wird. Eine solche Anordnung ist sämmtlichen Musikmeistern zugegangen und in Folge dessen sind verschiedene geplante Concertreisen bereits aufgegeben worden.
Grünberg, 21. Juni. Der heute hier abgehaltene sog. Johannimarkt erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches. Der Viehmarkt war diesmal ungewöhnlich stark mit Schweinen, namentlich mit sog. Zuchtserkeln befahren- ganze Herden derselben wurden von Händlern nach dem Marktplatze getrieben. Trotz dem starken Angebot wurden für dieselben sehr hohe Preise erzielt. Weniger lebhaft war der Handel mit Rindvieh, von welchem meistens ein- bis zweijährige Rinder aufgefahren waren. — Auf dem Krämermarkt hatten viele hiesige und auswärtige Geschäftsleute ihre Verkaufsstände aufgeschlagen, und dürften dieselben, wie aus den zahlreichen Marklbesuchern zu schließen ist, mit dem Ergebniß des heutigen Marktes wohl zufrieden sein. D. Ztg.
A Alsfeld, 22. Juni. Auf dem Heimweg von hier nach Strebendorf scheute unweit Romrod das Pferd des Bürgermeisters Sch., der sich neben seinem Schwiegervater Z. auf dem Gefährt befand. Als das scheu gewordene Pferd über die Deichsel setzte, sprang Z. aus dem Wagen. Der bejahrte Mann fiel mit aller Wucht mit dem Hinterkopf zur Erde und blieb besinnungslos liegen. Der sofort herbetgerufene
Arzt erkannte eine lebensgefährliche Gehirnerschütterung, be^ bunden mit Schlaganfall. Seiner schweren Verletzung erlag der Verunglückte alsbald, ohne noch einmal die Besinnung erlangt zu haben.
Büdingen, 21. Juni. Ueber eine Anzahl als Gewohnheitstrinker bekannte Einwohner unseres Kreises ist vor längerer Zeit von Seiten Großh. Kreisamtes auf Grund erhobener Beschwerde die Branntweinsperre verhängt und den Wirthen nachdrücklich untersagt worden, denselben Branntwein zu verabreichen, andernfalls gegen die Wirthe das Verfahren auf Concessionsentziehung eingeleitet werden würde wegen Benutzung des Gewerbes zur Förderung der Völlerei. Eine Zeitlang hatte diese Anordnung den erwünschten Grfolg. Jetzt scheint das Verbot und die darin angedrohte Strafe nicht mehr für ernst gehalten zu werden und findet es wenig oder keine Beachtung. Die betreffenden Wirthe scheinen sich hier in einem für sie sehr gefährlichen Jrrthum zu befinden und dürsten, falls erneute Beschwerden erhoben werden, bittere Erfahrungen machen. B. A.
Darmstadt, 22. Juni. In vergangener Nacht wurde in das Kreisamt und Amtsgericht eingebrochen. Die Diebe erbeuteten in letzterem 200 Mk. und eine Uhr.
Darmstadt, 22. Juni. 12. mittelrheinisches Musikfest zu Darmstadt, 7. bis 10. Juli 1894. Fünf Jahre sind vergangen, seit das letzte mittelrheinische Musikfest, das 11., in Mainz abgehalten worden ist- das 12. Fest dieses Verbandes soll in Darmstadts Mauern gefeiert werden, wo auch das 1. (1856) und das 6. (1868) stattgefunden hat. Daß Darmstadt sich seither nicht öfter an der Abhaltung dieser Musikfeste betheiligte, hatte seinen Grund in der Localfrage- die früheren Feste feierte man in dem alten Zeughause, das aber lange Zeit hindurch für baufällig galt und jetzt auch abgetragen worden ist. Nun besitzt Darmstadt seit dem vorigen Jahre einen für solche Veranstaltungen sehr günstigen Bau, eine ursprünglich für ein Turnfest auf dem Exercierplatze errichtete Halle, deren Größenverhältnisse und innere Einrichtung sie für ein Musikfest sehr geeignet machen. Die Halle hat eine Länge von 100 Meter, eine Breite von 30 Meter und eine lichte Höhe von 16 Meter- zur Vergleichung möge dienen, daß die Mainzer „Stadthalle" nach officiellen Angaben 524/5 Meter lang und 27V5 Meter breit ist. Die Akustik der Darmstädter Halle ist genauen Proben unterworfen worden und har sich als sehr gut erwiessn. Der Festplatz, der die Halle umgibt, wird von der Darmstädter Gärtnerverbindung mit künstlerischen Anlagen versehen, die nicht verfehlen werden, ihre Anziehungskraft auf die Festtheilnehmer auszuüben. Der etwa 15,000 Quadratmeter große Platz vor der Festhalle wird in einen Blumengarten mit Springbrunnen und Wasserkünsten umgewandelt. Auch Industrielle und Private haben ihre Unterstützung bet dieser Ausschmückung zugesagt. Das musikalische Programm enthält an den Hauptfesttagen (7. bis 9. Juli) folgende größere Werke: Die „Schöpfung" von I. Haydn (Sonntag, 8. Juli)- ferner „Romeo und Julie", dramatische Symphonie von H. Berlioz und „Triumph, lieb" für stimmigen Chor und Orchester von I. Brahms (Montag, 9. Juli). Hierzu kommen noch die Beethoven sche Ouvertüre: „Zur Weihe des Hauses" am ersten Tage (8. Juli) und Solovorträge der Solisten am zweiten Tage (9. Juli). Festdirigent ist Herr Hofkapellmeister Willem de Haan in Darmstadt. Als Solisten sind gewonnen worden: Sopran: Frl. Elisabeth Leisinger, Berlin- Alt: Frl. Charlotte Huhn, Köln- Tenor: Herr Willy Birrenkoven, Hamburg- Herr Joh. Messchaert, Amsterdam. Es sind dies Kräfte ersten Ranges, in künstlerischen Kreisen und beim Publikum in Deutschland und über Deutschlands Grenzen hinaus aufs Beste eingeführt und bewährt. Der Chor zählt 925 Stimmen, das Orchester 140 Mitwirkende. Die Hauptproben zu den großen Festconcerten finden am Samstag (7. Juli, Nachm. 4 Uhr) und am Sonntag (8. Juli, Vorm. 9 Uhr) statt. Die Festlichkeiten, die sich an dieses musikalische Programm anschließen und dasselbe umgeben, sind folgende: Sonntag, 1. Juli: Vorfeier. Nachmittags findet auf dem Festplatze ein Promenadeconcert mit Militärmusik statt und Abends in der Festhalle eine Aufführung, die „Das Volkslied in Ton und Bild" mit lebenden Bildern zum Gegenstände hat. — Mittwoch, den 4. Juli, ist eine „gesellige Vereinigung" auf dem Festplatz und in der Festhalle geplant mit Gesängen, Ansprachen u. s. w. — Samstag, den 7. Juli, wird den angekommenen Gästen eine „Begrüßungsfeier" gewidmet. — Sonntag, den 8. Juli, wird ein großes Gartenfest nach dem ersten Festconcerte die Festtheilnehmer vereinigen- dazu festliche Beleuchtung der Halle und der Anlagen, Doppelconcert (Militärkapellen). — Am Montag, den 9. Juli, wird nach dem zweiten Hauptconcerte ein großer „Festball" in der Festhalle stattfinden- zugleich Militärconcert auf dem Festplatze. — Für Dienstag, den 10. Juli, ist ein Ausflug in die Bergstraße (Auerbach) und Abends nochmalige gesellige Vereinigung auf dem Festplatze vorgesehen. — Sonntag, 15. Juli, findet dann noch eine Nachfeier statt, welche im Rahmen der Veranstaltung vom Dienstag gehalten sein wird. So ist denn allen Neigungen Rechnung getragen, auf künstlerische Anforderungen, sowie auf Wünsche für Erholung und geselliges Zusammensein ist in ausgiebigster Weise Rücksicht genommen. Möge über dem ganzen Unternehmen ein guter Stern walten!
Mainz, 22. Juni. Das Schützenfest läuft voraussichtlich ohne Deficit ab. Bis zum heutigen Morgen waren 407 000 Mk. vereinnahmt.
A Mainz, 22. Juni. Ueber einen Uuglücksfall, der gestern bei einer Felddienstübung der Husaren in der Gegend von Hochheim vorgckommen und der mit dem Tode des getroffenen 20jährigen Soldaten, des einzigen Sohnes einer hochachtbaren Mainzer Familie endigte, wird jetzt folgendes Nähere berichtet: Die Husaren waren in verschiedenen Abteilungen Patrouille geritten, bet deren Beendigung sie ihre Carabiner, so weit solche mit Platzpatronen geladen waren, entluden. Der unglückliche Soldat hielt


