Ausgabe 
23.12.1894 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Platze, um die Rettungsarbeiten vorzunehmen. Tharacteristisch ist eS, daß vor einigen Tagen die Hintermauer des Neben- baueS, auch dem Bauunternehmer König gehörig, einstürzte, glücklicherweise, ohne Personen zu verletzen. Vor Beginn der AufräumungSarbeiten, muhte eine stehengebltebene Brand­mauer umgelegt werden. Der Bauunternehmer und der Parlier wurden verhaftet. lieber die Vorgänge nach dem Einsturz in der Dreieichstrahe erfährt dieFrkf. Ztg." weiter: Es bedurfte einer geraumen Zeit, bis man sich über die Fort­führung der Ausräumungsarbeiten geeinigt hatte. Zunächst handelte eS sich um Beseitigung der nach Süden zu stehen­gebliebenen Brandmauer, die den zusammengesiürzten Bau von dem nächsten Neubau schied. Die Beseitigung der Brand­mauer war nothwendig, um die mit dem Aufräumen be­schäftigten Mannschaften vor dem drohenden Einsturz der Mauer zu schützen. Unsere Feuerwehr beseitigte muthig daS Htndernih. Obgleich Anfangs von Sachverständigen daS Betreten des Nachbarhauses widerrathen wurde, da man das Gebäude ebenfalls für nicht fest genug hielt, gingen doch der Commandant der Freiwilligen Feuerwehr, Herr Röhm, und Herr Feldwebel Klarmann von der Berufsfeuerwehr ihrer Mannschaft mit gutem Beispiel voran und bestiegen daS NebenhauS/ um den oberen Theil der Mauer wurde ein Seil gelegt, um dann die Mauer einzureißen. Die An- setlung gelang bald, und nun rückten die anwesenden Soldaten heran, um das Einreißen zu. bewerkstelligen. Wie schlecht das Material und ganz besonders der Mörtel war, zeigte sich, als am östlichen Theil der Mauer daS Seil erstmals ange­zogen wurde, denn sofort stürzte dieser Theil der Mauer. Geringe Mühe kostete es auch nur, den Einsturz des Restes der Mauer zu bewerkstelligen. ES hätte nicht Hunderte von Händen bedurft, mit einem Dutzend Leute konnte man das Werk vollbringen. Eine Wolke von bräunlichem Staub, nicht etwa von weißem Kalkstaub, hüllte einen Augenblick die Unfallstätte ein. Es war das gegen 41/2 Uhr. Wieder verging eine halbe Stunde, bis sich die maßgebenden Per­sönlichkeiten darüber geeinigt hatten, die anwesenden Truppen nun auch für die ferneren Aufräumungsarbeiten zu verwenden. ES galt immer noch nicht als gänzlich ausgeschlossen, daß einer der am Bau beschäftigten Arbeiter unter den Trümmern begraben liegen könne. Bei Fackelschein arbeiteten nun die braven Soldaten unausgesetzt weiter. Herr Röhm machte den Vorschlag, zunächst einen Eingang zum Keller sreizulegen, um hier Nachforschungen nach etwa noch unter,den Trümmern verschüttete Arbeiter anstellen zu können. Das geschah. Die Feuerwehr unternahm das nicht ungefährliche Wagniß, den Keller abzusuchen. An der Spitze drang Feldwebel Klarmann ein, gefolgt von Herrn Röhm, dem Oberfeuerwehr­mann und einem Feuerwehrmann. Lautlose Stille herrschte unter den Tausenden der die Stätte des ^Unglücks umgebenden Menge, als die heherzten Männer mit einer Laterne in den Keller hinabsttegen. Sie drangen über den Schutt bis auf zwei Meter an die zusammengestürzte Brandmauer zum

eS denn auch kommt, daß die Zahl der Vermißten zwischen etnfl und vier schwankt. Der anfangs vermißte Kleiber Schnell, den man unter den noch Verschütteten glaubte, hat sich gesunden; er liegt im städtischen Krankenhaus mit noch zwei Collegen, Schmidt und Steckenreuther. Im Heiliggeift- Hospital liegen sechs sämmtlich mehr oder weniger schwer Verletzte. ES find dies Johannes Stöckel aus Würzburg, Johannes Koch auS Katzenbach bei Kissingen, Ph. Gerhard, auS Sprendlingen, Gregor Held auS Leibach bei Hünicldt, H. BoguS aus Flieden bei Fulda, Karl Schad auS Kammenz bei Fulda. Einer von ihnen der Name konnte noch nicht festgeftellt werden hat so schwere Verletzungen erhalten, daß er kaum am Leben bleiben dürfte. Nach der amtlich festgestellten Verlustliste ist tobt Fischer L, mehr oder weniger schwer verletzt sind Schad, Mohr, Boll, der im Bürger' Hospital noch bewußtlos liegt, Steckenreuther, Fischer II., Stöckel, Gerhardt, Held, Bagus, Bloch, Kurz III. Die Kleiber, denen von dem Parlier Möller die Schuld an dem Unfall zugeschrieben wurde, werden von ihrem früheren Arbeitgeber Schrimpf als sehr gewiffenhaste Arbeiter ge­schildert, denen eine unvorsichtige Arbeit, wie sie Möller be­hauptet, gar nicht zuzuttauen ist. Wir theilen noch mit, daß außer den bereits angegebenen Persönlichkeiten auch noch Herr Oberbürgermeister Adickes, Herr Staatsanwalt v. Reden, der städtische Bauinspector Rosenthrl u. A. auf der Unfall stätte anwesend waren. Der Letztgenannte ließ sich einen Eimer mit dem bet dem Unglücksbau verwendeten Mörtel zur Untersuchung füllen.

Berlin, 21. December. In der vergangenen Nacht wurde am Spandauer Schifffahrt-canal bei Plötzensee der Nachtwächter Ziegler in Ausübung seines Berufes von Einbrechern, die er verfolgte, erstochen. Von dem Thäter fehlt bis jetzt jede Spur.

Verkehr, Land- nnd Volkswirthschast^

22. Dezember. Marktbericht- Au» dem heutigen Dochenmcrrkr kostete: Butter pt Pfd- X 10.851,05, Hühnere e pt.tüd|7-9 X 2 StückX »äse pr- St. 4-8 4, Kftfemche pr. 6t 8 X Erbsen vr. Liter 16 X Linsen pr. Liter 28 4, Tmrben pr. Baar X 0,700.90, Hübner pr. Stück * 0 851 00. Bahnen pr. 6t.X 0,70-1.20,®ntenpr. 6t X 1,40-1 80 Gärst pr.Pfd,60-70, Ochsens!, pr. Vst». 76-80 H,Kuh-u Rindfl pr.Pfd. 4658 4, Schweine - i fleisch pr. Pfd. 6676 X Kalbfleisch pr. Pfd. 6870 4, Hammel« fletsch pr. Pfd. 6070 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 3.60-5,00 X, > We ßkraui pr. Stück--4, Awiebelr pr. Centner 3,003,50 X

Mitch pr. Liter 16- 20 X Enteneier 2 St. - X Gänseeier - X

Arrszrrg ans den Standesaintsregister«

Nachbarhause vor, fanden aber nirgends einen der vermißten Arbeiter. Ohne Unfall erreichten sie wieder die Oberfläche. Die AufräumungSarbeiten werden von dem Militär die ganze Nacht fortgesetzt. Heber die Zahl der am Bau beschäfligten Arbeiter herrscht große Unsicherheit- der eine spricht von fünfundzwanzig, der andere von dreißig Arbeitern, wodurch

der Stadt BUßtn.

«ufgebote.

December: 17. Wilhelm Sturm, Maurer dahier, mit Luise Klees zu Münchholzhausen. 19. Ferdinand Sauer, Schreiner dahier, mit Elisabeth Steth zu Alsstld. 20. Caspar Christ, Arbeiter zu Zippnow, mit Maria Radke daselbst. 21. Wilhelm Schnabel, Dienst- kn-cht zu Darmstadt, mit Christine Yr<y daselbst.

»vefidltetzunge«.

December: 21. Rudolph Swweizer, Hetzer lzu Butzbach, mit Johanna Christine Luise Htllenbrecht dahier.

tbottiu,

December: 1. Dem Fuhrmann Kaspar Schott ein Sohn, Friedrich Wilhelm. 5. Dem Lademetster Adolf Becker eine Tochter,

Toni Emilie Katharine Luise. 10. Dem Schreiner !Heinrich Voll­möller eine Tochter. 12. Dem Taglöbncr Konrad Will eine Tochter, Katharine Luise. 14. Dem W'rld Konrad Schomber ein Sohn. 16. Dem Handelsmann Wilhelm Häutzer eine Tochter. IG. Dem berittenen Gendarmen Peter Kaiser eine Tochter, Elsa Dina Marie.

Mrtwrdeae.

December: 15. August Heinrich Schäfer, 20 Tage alt, Sohn von Schuhmacher Friedrich Schäfer dahier. 15. Meta Schul», geb. Grau, 50 Jahre alt, Wittwe von Schaffner bei den Oberbesstschen Eisenbahnen Heinrich Schulz dahier. 18. Johann Heinrich Wolfgang Tex or, 25 Jahre alt, LehramiSassessor dahier. 18. Justus Traudt, 45 Jadre alt, Straßenkehrer dahier. 18 August Herme«, 26 Jahre alt, StudentZ dahier. 19. JohS. Bach, 9 Jahre alt, Sobn von Ackerer Johs. Bach zu Dornholzbausen. 19. Anna Seelbach, 2 Jahre alt, Tochter von Landwirth Christian Seelbach zu Allendors, Kreiß Oberlahn.

Auszug aus den Kircbenbücbcrit

der Stadt Gießen.

Evangelische Gemeinde.

Getaufte.

LukaSgemetnde.

Den 20. December. Dem Dachdeckermetster Johann Heinrich Carlö eine Tochter, Ernestine Carola, geboren den 25. November.

JohanneSgemeinde.

Den 16. December. Dem Weilführer Heinrich Haas III. ein Sohn, Theodor Carl Ludwig, geboren den 3. November.

VaerdigU.

MaUhäusgemetnde.

Den 21. December. Justus Traudt, Taglöhner, 47 Jahre alt, gestorben den 18. December.

Lukasgemeind«.

Den 18. December. Martha Schulz, geb. Grau, Wittwe des Schaffners Heinrich Schulz, 51 Jahre alt, starb den 15. December. JohanneSgemeinde.

Den 20. Dccember. Wolfgang Textor, LehramtS-Asseffor, alt 25 Jahre, starb den 18. December.

Denselben. August Hermes, cand. cum., Sohn des verstorbenen Kaufmanns Ernst Hermes, alt 26 Jahre, starb den 18. December.

Zu Festgsschenken

geeignet!

Tie unter königlich ItallenlHcher Staatj-C n'rolle stehenden und dal er Ga- ranue für absolute Ko nhelt und Güte dielenden, |idj in ganz Deuisclilnnd nluvmelver Sctlebtlieit e»freuenden Weine der Briitwch- It al len I weben Wein-Import GcNrli- Mcliuft Daube, Donner, K'ncn & Co. nn» in den gangbarsten Sorten^ Maren Italia rott) und weis, (90 <pfq ). Vinn da Ia *to V))U. 1.1'5, 1.55), Vino dolce i ,

vj und Weife, i'it. i.90), Vcriisouth dl Torino (Ml. 1.90), Marsulu (M>. i.»ü) re. fiel» vorritthig bei:

«. [& G Wallenfels, Marktplatz 21; Eberhard Dort, Walltborstroße; Wilhelm Schomber, Neuen Bäue 10- L. Kalkhof, Colonialwaaren. 102 0

9544

Marktstr. 4

An- und Verkauf von Effecten. Einlösung sämmtlicher Coupons. Bevorschussung von Werthpapieren.. Conto Corrent - Verkehr.

Bankgeschäft

Giessen Mein

Rutzhol; Verkauf.

Au» den Waldungen der Stadt Gießen, 46 km von Gießen ent­fernt und an chaussirte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende zu Schnitt-, Schwellen-, Bau- und Grubenholz rc. geeignete Eichenftammholz s«b- «issionsweise vergeben werden.

Diftrict

Schnitt- und Schwellenholz

Bau- und Grubenholz

Stück

fm

Stück

fm

Fernewald 4 . . .

569

196,96

Stadtwald 86 . . .

101

66,92

69

32,08

28 a . .

65

56,59

76 . . .

89

55,93

176

71,02

H4 .. .

137

108,31

79

35,83

Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 Tagen nach Genehmigung wird sechsmonatlicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis 15. Mai 1895 festgesetzt.

Die Offerten find bis zum 21. Januar 1895, Vormittag« 11 Uhr bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung stattfindet.

Die Gebote können für das Schnitt- und Schwellenholz, sowie ander­seits für das Bau- und Grubenholz im Ganzen und auch abtheilungsweise eingelegt werden.

Nähere Auskunft ertheilen die unterzeichnete Stelle und die betreffen­den Forstwarte, zunächst Forstwart Brück dahier.

Gießen, den 22. December 1894.

Großherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen.

10352 Gnauth.

Spar- und Leihkaffe Gießen.

Im Monat Decmber l. I. werden bei der unterzeichneten Kaffe anher den feststehenden Zahltagen, Mittwochs und Samstags, noch an jedem Dienstag und Donnerstag Zahltage abgehalten.

Die Einleger werden ersucht, unter Vorlage der Einlagebücher ihre Zinsen in Empfang zu nehmen, oder zuschreiben zu laffen. Zinsen, welche bis zum 1. Januar k. I. nicht erhoben sind, werden den Einlegern ohne Weiteres in den Büchern der Kaffe zugeschrieben und von diesem Tage an verzinst. Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger nicht zu er­scheinen, welche nur Zinsen beischreiben lassen wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen.

Gießen, den 28. November 1894.

Spar- und Leihkaffe Gießen. *

Doering. 9764

Submission Straßendeckmaterial.

Die Lieferung von 500 cbm Basaltkleinschlag zum Einmalzen einer Staats-Straßenstrecke zwischen Butzbach und Griedel soll, in 5 Loose theilbar, öffentlich vergeben werden.

Die Lieferungsbedingungen mit Angabe der einzelnen Loose sind in dem Amtslocal der unterzeichneten Behörde offen gelegt, woselbst bis zum Eröffnungstermin:

Samstag, den 5. Januar 1895, Vormittags 11 UW die Offerten schriftlich und verschlossen einzureichen sind.

Zuschlagsfrist 14 Tage. Vollendung der Lieferung bis 20. März 1895.

Gießen, den 21. December 1894

Großh. Kreisb^uamt Gießen.

10333]________________________Reuting._________________

Sammlung zu einer Weihnachtsbescheerung für arme Kinder ergab 460,50 Mk. und konnten 348 Kinder mit Geschenken er- freut werden. 10334

Herzlichen Dank den edlen Gebern!

M. Dornseiff. M. Schlosser.I. Wimmenauer.

Vorzügliche 10347 Arrac-, Rum-. Burgunder-

Punsch Esseiuzen

eigener Fabrikation.

Reine abgelagerte Destillate von Batavia- Arrac, Jamaica-Rum, Cognac fine Cham­pagne, Schwarzwälder Kirschwasser.Oden- wälder Zwetschenwasser, Münsterländer Korn-

Deutscher Bürger- bitter, fst. Magen- und Tafel-Llqueur, Maiwcin - Effenz, Maiwein Syrup, Bischof-Effenz, Citronen - Effenz, Medioinal-Welne

Burgunder, Bor­deaux, Madeira, Malaga. Marsala, Pottwein, Sherry, Tokayer, Heidel- beerwein empfiehlt & Ott» Schaaf Leiters weg39.

Waschbare

TkDWml in Größen von 2 x 2,50 Meter, 2 x 3,00 Mtr., 2,50 x 3,50Mtr., empfiehlt 10231

,Ernst Blödner

Seltersweg.

Schrot- Mühlen mit Walzen oder

Wählscheiben für Hand-, Göpel- und

Dampfbetrieb von Mk 3A an. Pb. M&yluth t Co. Frankfurt a. M. Agenten wer den 10127 angestellt.

Grosse Zimmer Volifere

Christbäume,

heute frische Sendung

10219] im .Redyock.«

(97 x 68 x 119 cm) mit 10 einge­wöhnten Vögeln wegen Mangel an Platz billig zu vertanfe«.

10328 Lndwigstraße 87 I

Th. Brück ^chlößgäffr^k^ Rohrsessel und Alumentische billigste und feinste Kamduomödkl Theetische Hocker Sessel

Uriumps - KkaPP- fefftt 9452 in jeder Lage ohne Aufstehen verstellb

Schrubberm.Stiel zu 50 H

wieder vorräthig. 9900

ff. E Winter, Wallthorstr. 16.

Spelzenspreu

W per Gentner 1 40 "Wt offeriren 10345

Goldenberg & Marcus.

Beste und billigste Bezugsquelle für garanttrt neue, doppelt gereinigt u. gewaschene, echt nordische

Bettfedenh

Wir versenden zollfrei, gegen Nachn(jede» be­liebige Quantum) Gute neue Beltfeder« per Pfd. für 60 Pfg., 80 Pfg., 1 M. und 1 Ac. 25 Pfg.: »eine prima Hald- daunen 1M. 60Pfg.u.IM.80Pfg.; WeitzePolarfed.2M.u.2M.50Pfg.; Silberweiße Bellfedern 3 M., S M. 50 Pfg. u. 4 M.; ferner «cht chinefische Ganzdaunen (I-hr füllkäst.) 2 M. 50 Pfg. und 3 M. Verpackung zum Kostrnprelse. Bei Beträgen von mindestens 75 M. 6°/0 Rabatt. Nich^esallende» berettw zurückgenommen I Pacher I Co. in Herford t.

50 m Tannen-Sihkithiilz abzugeben bei Holzhändl. Deuhart, I »ottenau, Kr. Frankenberg. [10337