Platze, um die Rettungsarbeiten vorzunehmen. — Tharacteristisch ist eS, daß vor einigen Tagen die Hintermauer des Neben- baueS, auch dem Bauunternehmer König gehörig, einstürzte, glücklicherweise, ohne Personen zu verletzen. Vor Beginn der AufräumungSarbeiten, muhte eine stehengebltebene Brandmauer umgelegt werden. Der Bauunternehmer und der Parlier wurden verhaftet. — lieber die Vorgänge nach dem Einsturz in der Dreieichstrahe erfährt die „Frkf. Ztg." weiter: Es bedurfte einer geraumen Zeit, bis man sich über die Fortführung der Ausräumungsarbeiten geeinigt hatte. Zunächst handelte eS sich um Beseitigung der nach Süden zu stehengebliebenen Brandmauer, die den zusammengesiürzten Bau von dem nächsten Neubau schied. Die Beseitigung der Brandmauer war nothwendig, um die mit dem Aufräumen beschäftigten Mannschaften vor dem drohenden Einsturz der Mauer zu schützen. Unsere Feuerwehr beseitigte muthig daS Htndernih. Obgleich Anfangs von Sachverständigen daS Betreten des Nachbarhauses widerrathen wurde, da man das Gebäude ebenfalls für nicht fest genug hielt, gingen doch der Commandant der Freiwilligen Feuerwehr, Herr Röhm, und Herr Feldwebel Klarmann von der Berufsfeuerwehr ihrer Mannschaft mit gutem Beispiel voran und bestiegen daS NebenhauS/ um den oberen Theil der Mauer wurde ein Seil gelegt, um dann die Mauer einzureißen. Die An- setlung gelang bald, und nun rückten die anwesenden Soldaten heran, um das Einreißen zu. bewerkstelligen. Wie schlecht das Material und ganz besonders der Mörtel war, zeigte sich, als am östlichen Theil der Mauer daS Seil erstmals angezogen wurde, denn sofort stürzte dieser Theil der Mauer. Geringe Mühe kostete es auch nur, den Einsturz des Restes der Mauer zu bewerkstelligen. ES hätte nicht Hunderte von Händen bedurft, mit einem Dutzend Leute konnte man das Werk vollbringen. Eine Wolke von bräunlichem Staub, nicht etwa von weißem Kalkstaub, hüllte einen Augenblick die Unfallstätte ein. Es war das gegen 41/2 Uhr. Wieder verging eine halbe Stunde, bis sich die maßgebenden Persönlichkeiten darüber geeinigt hatten, die anwesenden Truppen nun auch für die ferneren Aufräumungsarbeiten zu verwenden. ES galt immer noch nicht als gänzlich ausgeschlossen, daß einer der am Bau beschäftigten Arbeiter unter den Trümmern begraben liegen könne. Bei Fackelschein arbeiteten nun die braven Soldaten unausgesetzt weiter. Herr Röhm machte den Vorschlag, zunächst einen Eingang zum Keller sreizulegen, um hier Nachforschungen nach etwa noch unter,den Trümmern verschüttete Arbeiter anstellen zu können. Das geschah. Die Feuerwehr unternahm das nicht ungefährliche Wagniß, den Keller abzusuchen. An der Spitze drang Feldwebel Klarmann ein, gefolgt von Herrn Röhm, dem Oberfeuerwehrmann und einem Feuerwehrmann. Lautlose Stille herrschte unter den Tausenden der die Stätte des ^Unglücks umgebenden Menge, als die heherzten Männer mit einer Laterne in den Keller hinabsttegen. Sie drangen über den Schutt bis auf zwei Meter an die zusammengestürzte Brandmauer zum
eS denn auch kommt, daß die Zahl der Vermißten zwischen etnfl und vier schwankt. Der anfangs vermißte Kleiber Schnell, den man unter den noch Verschütteten glaubte, hat sich gesunden; er liegt im städtischen Krankenhaus mit noch zwei Collegen, Schmidt und Steckenreuther. Im Heiliggeift- Hospital liegen sechs sämmtlich mehr oder weniger schwer Verletzte. ES find dies Johannes Stöckel aus Würzburg, Johannes Koch auS Katzenbach bei Kissingen, Ph. Gerhard, auS Sprendlingen, Gregor Held auS Leibach bei Hünicldt, H. BoguS aus Flieden bei Fulda, Karl Schad auS Kammenz bei Fulda. Einer von ihnen — der Name konnte noch nicht festgeftellt werden — hat so schwere Verletzungen erhalten, daß er kaum am Leben bleiben dürfte. Nach der amtlich festgestellten Verlustliste ist tobt Fischer L, mehr oder weniger schwer verletzt sind Schad, Mohr, Boll, der im Bürger' Hospital noch bewußtlos liegt, Steckenreuther, Fischer II., Stöckel, Gerhardt, Held, Bagus, Bloch, Kurz III. Die Kleiber, denen von dem Parlier Möller die Schuld an dem Unfall zugeschrieben wurde, werden von ihrem früheren Arbeitgeber Schrimpf als sehr gewiffenhaste Arbeiter geschildert, denen eine unvorsichtige Arbeit, wie sie Möller behauptet, gar nicht zuzuttauen ist. — Wir theilen noch mit, daß außer den bereits angegebenen Persönlichkeiten auch noch Herr Oberbürgermeister Adickes, Herr Staatsanwalt v. Reden, der städtische Bauinspector Rosenthrl u. A. auf der Unfall stätte anwesend waren. Der Letztgenannte ließ sich einen Eimer mit dem bet dem Unglücksbau verwendeten Mörtel zur Untersuchung füllen.
• Berlin, 21. December. In der vergangenen Nacht wurde am Spandauer Schifffahrt-canal bei Plötzensee der Nachtwächter Ziegler in Ausübung seines Berufes von Einbrechern, die er verfolgte, erstochen. Von dem Thäter fehlt bis jetzt jede Spur.
Verkehr, Land- nnd Volkswirthschast^
22. Dezember. Marktbericht- Au» dem heutigen Dochenmcrrkr kostete: Butter pt Pfd- X 10.85—1,05, Hühnere e pt. €tüd|7-9 X 2 Stück —X »äse pr- St. 4-8 4, Kftfemche pr. 6t 8 X Erbsen vr. Liter 16 X Linsen pr. Liter 28 4, Tmrben pr. Baar X 0,70 —0.90, Hübner pr. Stück * 0 85—1 00. Bahnen pr. 6t.X 0,70-1.20,®ntenpr. 6t X 1,40-1 80 Gärst pr.Pfd,60-70, Ochsens!, pr. Vst». 76-80 H,Kuh-u Rindfl pr.Pfd. 46—58 4, Schweine - i fleisch pr. Pfd. 66—76 X Kalbfleisch pr. Pfd. 68—70 4, Hammel« fletsch pr. Pfd. 60—70 X Kartoffeln pr. 100 Kilo 3.60-5,00 X, > We ßkraui pr. Stück--4, Awiebelr pr. Centner 3,00—3,50 X
Mitch pr. Liter 16- 20 X Enteneier 2 St. - X Gänseeier - X
Arrszrrg ans den Standesaintsregister«
Nachbarhause vor, fanden aber nirgends einen der vermißten Arbeiter. Ohne Unfall erreichten sie wieder die Oberfläche. Die AufräumungSarbeiten werden von dem Militär die ganze Nacht fortgesetzt. Heber die Zahl der am Bau beschäfligten Arbeiter herrscht große Unsicherheit- der eine spricht von fünfundzwanzig, der andere von dreißig Arbeitern, wodurch
der Stadt BUßtn.
«ufgebote.
December: 17. Wilhelm Sturm, Maurer dahier, mit Luise Klees zu Münchholzhausen. 19. Ferdinand Sauer, Schreiner dahier, mit Elisabeth Steth zu Alsstld. 20. Caspar Christ, Arbeiter zu Zippnow, mit Maria Radke daselbst. 21. Wilhelm Schnabel, Dienst- kn-cht zu Darmstadt, mit Christine Yr<y daselbst.
»vefidltetzunge«.
December: 21. Rudolph Swweizer, Hetzer lzu Butzbach, mit Johanna Christine Luise Htllenbrecht dahier.
•tbottiu,
December: 1. Dem Fuhrmann Kaspar Schott ein Sohn, Friedrich Wilhelm. 5. Dem Lademetster Adolf Becker eine Tochter,
Toni Emilie Katharine Luise. 10. Dem Schreiner !Heinrich Vollmöller eine Tochter. 12. Dem Taglöbncr Konrad Will eine Tochter, Katharine Luise. 14. Dem W'rld Konrad Schomber ein Sohn. 16. Dem Handelsmann Wilhelm Häutzer eine Tochter. IG. Dem berittenen Gendarmen Peter Kaiser eine Tochter, Elsa Dina Marie.
Mrtwrdeae.
December: 15. August Heinrich Schäfer, 20 Tage alt, Sohn von Schuhmacher Friedrich Schäfer dahier. 15. Meta Schul», geb. Grau, 50 Jahre alt, Wittwe von Schaffner bei den Oberbesstschen Eisenbahnen Heinrich Schulz dahier. 18. Johann Heinrich Wolfgang Tex or, 25 Jahre alt, LehramiSassessor dahier. 18. Justus Traudt, 45 Jadre alt, Straßenkehrer dahier. 18 August Herme«, 26 Jahre alt, StudentZ dahier. 19. JohS. Bach, 9 Jahre alt, Sobn von Ackerer Johs. Bach zu Dornholzbausen. 19. Anna Seelbach, 2 Jahre alt, Tochter von Landwirth Christian Seelbach zu Allendors, Kreiß Oberlahn.
Auszug aus den Kircbenbücbcrit
der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
LukaSgemetnde.
Den 20. December. Dem Dachdeckermetster Johann Heinrich Carlö eine Tochter, Ernestine Carola, geboren den 25. November.
JohanneSgemeinde.
Den 16. December. Dem Weilführer Heinrich Haas III. ein Sohn, Theodor Carl Ludwig, geboren den 3. November.
VaerdigU.
MaUhäusgemetnde.
Den 21. December. Justus Traudt, Taglöhner, 47 Jahre alt, gestorben den 18. December.
Lukasgemeind«.
Den 18. December. Martha Schulz, geb. Grau, Wittwe des Schaffners Heinrich Schulz, 51 Jahre alt, starb den 15. December. JohanneSgemeinde.
Den 20. Dccember. Wolfgang Textor, LehramtS-Asseffor, alt 25 Jahre, starb den 18. December.
Denselben. August Hermes, cand. cum., Sohn des verstorbenen Kaufmanns Ernst Hermes, alt 26 Jahre, starb den 18. December.
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Au» den Waldungen der Stadt Gießen, 4—6 km von Gießen entfernt und an chaussirte Abfuhrwege angrenzend, soll das folgende zu Schnitt-, Schwellen-, Bau- und Grubenholz rc. geeignete Eichenftammholz s«b- «issionsweise vergeben werden.
Diftrict
Schnitt- und Schwellenholz
Bau- und Grubenholz
Stück
fm
Stück
fm
Fernewald 4 . . .
•
—
—
569
196,96
Stadtwald 86 . . .
•
101
66,92
69
32,08
„ 28 a . .
65
56,59
—
—
„ 76 . . .
89
55,93
176
71,02
„ H4 .. .
137
108,31
79
35,83
Gegen Bürgschaftsleistung binnen 14 Tagen nach Genehmigung wird sechsmonatlicher Zahlungstermin und Abfuhrtermin bis 15. Mai 1895 festgesetzt.
Die Offerten find bis zum 21. Januar 1895, Vormittag« 11 Uhr bei der unterzeichneten Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung stattfindet.
Die Gebote können für das Schnitt- und Schwellenholz, sowie anderseits für das Bau- und Grubenholz im Ganzen und auch abtheilungsweise eingelegt werden.
Nähere Auskunft ertheilen die unterzeichnete Stelle und die betreffenden Forstwarte, zunächst Forstwart Brück dahier.
Gießen, den 22. December 1894.
Großherzoglich Hessische Bürgermeisterei Gießen.
10352 Gnauth.
Spar- und Leihkaffe Gießen.
Im Monat Decmber l. I. werden bei der unterzeichneten Kaffe anher den feststehenden Zahltagen, Mittwochs und Samstags, noch an jedem Dienstag und Donnerstag Zahltage abgehalten.
Die Einleger werden ersucht, unter Vorlage der Einlagebücher ihre Zinsen in Empfang zu nehmen, oder zuschreiben zu laffen. Zinsen, welche bis zum 1. Januar k. I. nicht erhoben sind, werden den Einlegern ohne Weiteres in den Büchern der Kaffe zugeschrieben und von diesem Tage an verzinst. Es brauchen hiernach alle diejenigen Einleger nicht zu erscheinen, welche nur Zinsen beischreiben lassen wollen, dies kann vielmehr ganz gelegentlich im Laufe des nächsten Jahres geschehen.
Gießen, den 28. November 1894.
Spar- und Leihkaffe Gießen. *
Doering. 9764
Submission — Straßendeckmaterial.
Die Lieferung von 500 cbm Basaltkleinschlag zum Einmalzen einer Staats-Straßenstrecke zwischen Butzbach und Griedel soll, in 5 Loose theilbar, öffentlich vergeben werden.
Die Lieferungsbedingungen mit Angabe der einzelnen Loose sind in dem Amtslocal der unterzeichneten Behörde offen gelegt, woselbst bis zum Eröffnungstermin:
Samstag, den 5. Januar 1895, Vormittags 11 UW die Offerten schriftlich und verschlossen einzureichen sind.
Zuschlagsfrist 14 Tage. Vollendung der Lieferung bis 20. März 1895.
Gießen, den 21. December 1894
Großh. Kreisb^uamt Gießen.
10333]________________________Reuting._________________
Sammlung zu einer Weihnachtsbescheerung für arme Kinder ergab 460,50 Mk. und konnten 348 Kinder mit Geschenken er- freut werden. 10334
Herzlichen Dank den edlen Gebern!
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50 m Tannen-Sihkithiilz abzugeben bei Holzhändl. Deuhart, I »ottenau, Kr. Frankenberg. [10337


