30. September folgen dann gleichzeitig der nationalliberale Delegirtentag in Frankfurt a. M. und der Parteitag der bayerischen Sozialdemokratie in München nach, letzterer wiederum als Vorspiel zu dem allgemeinen Parteitag der sozialdemokratischen Gesammtpartei Deutschlands in Frankfurt a. M., am 21. October.
— Der antisemitischeReichstagsabgeordnete Dr. Böckel, Vertreter für Marburg, hat seinen Austritt aus der antisemitischen Reformpartei erklärt. Tiefgehende Meinungsverschiedenheiten mit den Führern des antisemitischen Mitteldeutschen Bauernvereins, wie mit den Reichstagsabgeordneten Köhler, Hirsche! u. s. w., sollen Herrn Dr. Böckel zu dem erwähnten Schritte veranlaßt haben. Eine Wiederwahl dieses sehr fähigen und bislang in den Kreisen seiner Wählerschaft hochangesehenen Vorkämpfers der antisemitischen Sache in den Reichstag gilt nunmehr für ausgeschloffen, es ist fraglich, daß Herr Dr. Böckel überhaupt nochmals candi- diren sollte.
Arr-land.
Rom, 20. September. Der heutige Jahrestag des Einzugs der Truppen in Rom wurde hier, sowie in allen italienischen Städten feierlichft begangen. Der Sindaco von Rom richtete ein Telegramm an König Humbert, das der Monarch mit folgender Depesche an den Sindaco beantwortete: „Die Huldigung, die die römische Municipalität als treuer Dolmetsch der Bevölkerung mir alljährlich an diesem ruhmwürdigen Tage in geheiligtem Andenken an meinen Vater darbringt, ist mir der größte Beweis der Zuneigung, den mein Herz wünschen kann. Indem sie der Tugend des Königs-BefreierS gedenkt, stellt die Hauptstadt des Königreichs ihn als erhabenes Beispiel dafür auf, das Vaterland, welchem er die Unabhängigkeit und Freiheit gab, wohlhabend und groß zu machen. Gott wird dieses edle Unternehmen segnen und die italienische Nation wird, wenn sie im nächsten Jahre an diesem Tage daß erste Jubiläum der Einheit Italiens begeht, gleichzeitig auch — ich hoffe dies zuversichtlich — dessen wirtschaftliche Auferstehung feiern können. Mit diesem Wunsche danke ich der Stadt Rom für ihren Liebesgruß. Humbert."
Petersburg, 21. September. Die Nachrichten über das Befinden des Czaren wie seines zweiten Sohnes, des Großfürsten Georg, lauten nicht sonderlich günstig. Obwohl aber Profeffor Sacharjin eine Verlegung des Aufenthaltes der kaiserlichen Familie von Spala nach Ltvadia in der Krim speciell im Interesse des Gesundheitszustandes des Czaren für geboten erklärt hat, so soll doch von einer Reise der allerhöchsten Herrschaften nach Livadta bis auf Weiteres wieder Abstand genommen worden sein. Es kann indessen wohl keinem Zweifel mehr unterliegen, daß das milde und angenehme Klima der Krim demjenigen von Spala vorzuziehen ist, es müssen darum ganz specielle Gründe vorltegen, wenn die Reise des Czaren und seiner Familie von Spala nach Livadia wirklich verschoben worden ist.
Vermischtes.
* Leipzig, 20. September. In Büttners Labrik ätherischer Oele platzte ein Kessel mit 45 Centner Firniß. Bet dem dadurch entstandenen Feuer wurden drei Feuerwehrleute schwer, sechs leicht verletzt.
* Ein eigenartiges Familieubild entrollte folgender Gerichtsfall in Wiesbaden. Ein dortiger Einwohner, der sich vor einem Jahre eine comfortable Vllla erbaute, um seine alten Tage darin zu verleben, schickte zu Ostern 1890 seinen ältesten Sohn auf die Universität, um, wie es der Sohn wollte, Medicin zu studiren. Er erhielt für feinen Unterhalt 2400 Mk. und freie Ferien im väterlichen Hause und im ersten Jahre außerdem 100 Mk. extra für Anschaffung von Büchern. Als er nach zwei Jahren sein Physikum-Examen machen sollte, fiel er durch, versah ein Zeugniß mit dem Namen eines Professors und wollte damit dem Vater zeigen, welch ein fleißiger Student er sei. Der Vater, erregt über diesen Streich seines Sohnes, schickte ihm Geld mit dem Bemerken, er möge auswandern und sich einen Erwerb suchen. Es kamen nun Briefe des Sohnes, in denen gedroht wurde, er wolle sich vor der Thür feines Vaters todtschießen. Der Sohn kam in der That nach Wiesbaden, jedoch nicht, um sich vor der Thür feines Vaters zu erschießen, auch nicht um den Vater um Verzeihung zu bitten, sondern direct zu einem Advokaten zu gehen und den Vater auf 3600 Mk. Alimente zu verklagen, damit er weiter studiren könne. Der Vater, vorgeladen vor das Gericht, machte die Einrede, daß der Sohn eine Fälschung begangen und im Examen durchgefallen sei, daß derselbe niemals ober nur selten ein Colleg besucht habe, dazu noch beleidigende Briese schrieb und Kenntnisse genug besitze, um in irgend ein Geschäft einzutreten. DaS Gericht ließ diese Einrede nicht gelten und der Richter nannte die bedenkliche Affaire mit dem Zeugniß „Studentenstreich". Der Vater, um nicht verurtheilt zu werden, mußte einen Vergleich eingehen, wonach er seinem Sohn 2400 Mk. und die Collegiengelder zahlt. Nebenbei hatte der Vater noch über 1300 Mk. Gerichts- und Anwaltskosten zu zahlen. Wie viele Jahre der Sohn studiren solle, bestimmte der Gerichtshof nicht. Der Vater, dem es nicht in den Kopf wollte, nicht einmal über einen ungefügigen Sohn befehlen zu können, veräußerte fein Grundeigenthum, kam um Entlaffung aus dem deutschen Staatsverbande ein und wanderte nach England aus, wo er „nie wieder von einem unartigen Kinde verklagt werden kann." Der Sohn soll nun nach dem englischen Gesetz vollständig enterbt sein.
* Distauzfahrt Bafel Cleve. Die Preisvertheilung an die Sieger der großen Distanzfahrt Basel-Cleve (620 Kiloureter) fand am 16. September, Mittags 1 Uhr tm großen Bürgerfaal zu Cleve statt, sie hatte folgendes Ergebniß: Fritz Opel-Rüsselsheim, 19 Jahre alt, als erster in 27 Stunden 50 Minuten ohne Maschinenwechsel erhielt den Ehrenpreis des Deutschen Kaisers, eine große goldene Medaille, ein Diplom und noch einen Ehrenpreis im Werthe von 500 Mk.,
als zweiter kam Gutknecht-Mülhausen an, derselbe erhielt den Ehrenpreis der Stadt Cleve, eine goldene Medaille, Diplom und einen Ehrenpreis im Werthe von 450 Mk., als dritter Weiß-Nürnberg, als vierter Grüttner-Berlin, als fünfter Reheis-Wafferburg, als sechster Köcher-Berlin, als siebenter Mündner-Berlin, als achter Schweinsmann-Barmen, als neunter Heine-Hannover, als zehnter Jäckel-Magdeburg, als elfter Killmger-Höchst, als zwölfter Kux-Dortmund, als dreizehnter Johow Berlin ans Ziel. Dieselben wurden durch silberne Medaillen ausgezeichnet. Ueber die ganze Strecke waren zusammen 59 Controllämter vertheilt, denen die Verpflegung, Bescheinigungen, Schrittmacherdienst, Reparaturen rc. oblag.
* HeirathSgesuche. Diesem „nicht mehr ungewöhnlichen Wege" hat ein Statistiker einen Theil seiner Zett gewidmet, indem er aus Hamburger, Berliner und anderen großstädtischen Tageszeitungen fünfhundert solcher Gesuche sammelte und untersuchte. Das Ergebniß ist interessant: Fast dreimal so viel Männer als Frauen trachten, auf dem Wege des Annoncirens in den Hasen der Ehe einzulaufen. Während 81 pCt. Frauen gegen 56 pCt. Männer vom Alter gänzlich absehen, machten nur 32 pCt. Männer und gar nur 6 pCt. Frauen Anspruch auf die Eigenschaft der — Jugend für das gesuchte Ehegesponst. Von männlicher Seite sowohl, wie von der weiblichen wird nächst dem Vermögen meist auf Intelligenz, wenig auf Confession gegeben. 6 pCt. Männer und 13 pCt. Frauen bekennen sich in den Gesuchen zum israelitischen Glauben. Die Frauen legen mehr Werth auf eine geachtete, unbescholtene Familie als die Männer, denn 33 gegen nur 8 pCt. der letzteren sprechen in den Gesuchen von der Familie des Zukünftigen. Die Frauen halten es für nothwendiger als die Männer, über den eigenen Besitzstand Angaben zu machen. Eine bestimmte Summe fand sich gegen nur 7 PCt. (!) heirathslustiger Männer bei 44 pCt. Frauen angegeben; ein Zeichen dafür, daß auch die letzteren die Geldangelegenheit entschieden für den nervus rerum bei der Heirathsfrage halten. Was den Beruf der Männer au- betrifft, so kommt in erster Linie die allumfassende Angabe „Kaufmann", bann kommen Gastwirthe und Restaurateure, danach Fabrikbesitzer, Handwerker, Arbeiter u. s. w. — Einer der Heirathscandidaten bekennt sich als „alter gemüth- licher bisheriger — Junggeselle, der auf feine alten Tage doch noch zur Vernunft kommen will", — ein anderer gibt nur an, Lieutenant der Reserve zu sein. Im Uebrigen aber kann man 30 pCt. der gesammten Heirathsinserate als mehr oder weniger inhaltsreich an unfreiwilliger ober aber theils auch freiwilliger Komik bezeichnen. Schließlich fei noch bemerkt, daß 42 pCt. der inferirenben Frauen angeben, — musikalisch gebilbet zu sein.
♦ Au8 dem Mauöverlebeu. Wir waren, so erzählt ein Offizier der „Ulmer Ztg.", mit klingendem Spiele eines schönen Abends in ein Städtchen eingerückt. Wie ein dürstender Hirsch nach Wasser schreit, sehnte sich meine hungrige Seele nach einem guten Quartier und solidem Abcndbrod. Bald sah ich auch meinen sehnlichen Wunsch erfüllt. Kaurn war ich ins Haus getreten, so bat ich meinen gastlichen Wirth, mir mein Nachtlager anzuweifen. „Fürchten Sie sich, Herr Lieutenant?" — „Ich glaube gar", polterte ich heraus, „wird sich ein Soldat fürchten!" — „Auf Ihrem Zimmer stehen nämlich Särge", fuhr der blonde Jünger der edlen Schreinerkunst fort; „ich pflege im Winter, wenn ich weniger zu thun habe, dergleichen auf Vorrath anzufertigen." Mein Wirth zündete jetzt ein kurzes Licht an und führte mich in mein Schlafzimmer, ein niedliches Stübchen, an dessen einer Seite Särge bis zur Decke aufgestapelt waren, und wünschte mir eine gute Nacht. Beim Anblick der Särge konnte ich mich eines leichten Schauders kaum erwehren, da wir Soldaten doch dem Tode alle Tage so nahe stehen. Das frisch überzogene, schwellende Bett lockte indeß nicht vergebens und bald lag ich in den weichen Kissen und sah auf die weißen Särge, auf die der Mond fein bleiches Licht warf; ein leichenartiger Firnißgeruch der Särge erfüllte das ganze Zimmer. Eben als sich der Schlaf mir auf die Augenlider senken wollte, tönte mitten aus den vom geisterhaften Mondlicht beschienenen Särgen ein recht klagendes „Ach!" Mir wurde unheimlich zu Muthe: sollte das, dachte ich bei mir, nicht eine Ahnung sein, daß ein naher Verwandter sehr krank ist, oder etwas dem Aehnlichen? Ein abermaliges deutliches „Ach!" schreckte mich aus meinen Betrachtungen auf und deutlich vernahm ich den Ton aus den Särgen; jetzt brach mir der Angstschweiß aus und ich zog mir die Decke über die Ohren, um nichts zu hören und nichts zu sehen und erst spät schlief ich ein. Als ich am andern Morgen erwachte, fiel mir sogleich der Vorfall des vorigen Abends ein. Da durchtönte Plötzlich dasselbe „Ach!" das Zimmer, diesmal aber von einem recht gemüthlichen Gähnen begleitet, und gleich darauf, wie durch Bekräftigung, schob sich das schlaftrunkene Gesicht des Tischlerlehrlings zwischen den Särgen hervor und freundlich wünschte er „Guten Morgen, Herr Lieutenant!" Arn Abend vorher hatte der Junge, um die Bettstelle für mich zu räumen, feine Betten in einen großen Sarg gebracht und darin göttlich geschlafen; er war natürlich der Urheber des gespenstischen „Ach!"
* Was in einem großen Hole! „verloren geht". Interessant ist eine Verhandlung, die kürzlich vor der BerufungSStraskammer des Berliner Landgerichts I stattfand. Der Handelsmann Carl Barfekow hatte von der Verwaltung eines großen Hotels in Berlin die Küchenabfälle gepachtet, welche täglich etwa zwei Tonnen betrugen. Es war ihm zur Bedingung gemacht worden, alle noch brauchbaren Gegen' stände, welche etwa aus Nachlässigkeit oder Bosheit in die Tonnen gerathen waren, dem Hotel zurückzugeben. In diesem Frühjahr gerieth Barsekow in den Verdacht, daß er die ihm gestellte Bedingung nicht erfülle. Es wurde bei ihm eine Haussuchung vorgenommen und hierbei wurden folgende dem Hotel gehörige Sachen gefunden: 358 Stück Wischtücher, 62 Servietten, 17 Handtücher, 51 Porzellanteller, 2 Fruchtschalen, 7 Gläser und 3 Alfenide-Löffel. Barsekow
behauptete, daß er alle diese Gegenstände, die insgesammt einen Werth von über 200 Mk. hatten, tm Lause der Jahre aus den Küchenabfällen herauSgesucht habe. Er habe geglaubt, daß sie weggeworfen seien. Die Wäsche war zum Theil noch neu ober wenig gebraucht. Barsekow wurde vom Schöffengericht wegen Unterschlagung zu zwei Monaten Ge- fängniß verurtheilt. Er legte wegen der Höhe des Strafmaßes Berufung ein. Der Director des Hotels bekundete Int Termin, daß es wohl möglich sei, daß der Angeklagte alle die genannten Gegenstände in den Abfalltonnen gefunden habe. Trotz der strengen Beaufsichtigung, die im Hotel herrsche, biete sich, zumal an verkehrsreichen Tagen, dem gewiffenlosen Personal Gelegenheit genug, Wäsche und Geschirr in der bezeichneten Weise zu beseitigen. Der Gerichtshof ermäßigte die Strafe auf 14 Tage Gesängnlß.
* Zärtliche Königinnen. Aus Anlaßder kürzlich in Wien veranstalteten Bienen-Ausstellung erhält das „Neue Wiener Tageblatt" von einem Fachmann folgende Zuschrift: In der ganzen Bienenlitteratur und auch in „Brehm s Thierleben" gilt es für ausgemacht, daß ein Bienenvolk stets nur eine einzige Königin enthält und daß diese Königin keine zweite im Stock neben sich duldet, sondern eine solche Rivalin auf Tod und Leben bekämpft. Nun denken Sie sich daS heitere und angenehme Erstaunen der Bienenzüchter, als da der Oberlehrer Ernst Gatter aus Simmering ein Bienenvolk ausstellte, welches die obige für unumstößlich gehaltene Theorie Lügen straft! Denn dieses Naturwunder von einem Stock enthält nicht eine, sondern zwei Bienenköniginnen und es waltet zwischen den beiden Herrscherinnen sogar die größte Herzensgemeinschaft. Dr. Dzlerzon, der 83 jährige Großmeister der Bienenzucht, stand und saß nebst vielen anderen Autoritäten eine Stunde lang vor dem Stocke und bewunderte mit größtem Interesse dieses Naturspiel. Die beiden Königinnen nähern sich einander ohne Aufregung, ja am Donnerstag den 6. d. gar liebkosten sich dieselben und gingen dann, begleitet von ihrem Hofstaate, wieder friedlich auseinander. Der erste Vicepräfident Wilh. Vogel hat dies Er- eigniß sofort an Ort und Stelle zu Papier gebracht und durch angesehene Augenzeugen bestätigen lasten.
Citeraiur rmd Xunft.
— Die illustrirten Octavhefte von »Hebet Land rmd Meer* (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) beginnen mit dem soeben ausgegebenen ersten Hefte einen neuen, ihren 11. Jahrgang. Die Reichhaltigkeit und vornehme Gediegenheit der Leistungen literarischer wie künstlerischer Natur haben diesem bewährten Familienblatt eine Eigenart verliehen, wie sie bei keinem Unternehmen ähnlichen Characters anzutreffen sein dürfte. Fast ein jeder der vielen Beiträge wirkt zugleich fesselnd und anregend auf den Leser, und dabei ist die i Mannigfaltigkeit des Gebotenen eine derartige, daß jeder Geschmack befriedigt wird und jeder Geistesrichtung Genüge geschieht. Ein Blick auf den Inhalt des ersten Heftes des neuen Jahrgangs überzeugt uns hievon. Da finden wir unter Anderem eine interessante Erzählung: „Wars unrecht?" von F. Freiherrn v. Dincklage und eine hübsche kleine Novelle: „Die Himmelsleiter" von E. v. Schwartz- koppen. Die Tagesgeschichte ist durch Beiträge über die jüngste Katastrophe in Frankreich, über die Bennigsen-Feier und über die Enthüllung des Blücher-Denkmals in Caub vertreten, das Kunstleben der Gegenwart durch Schilderungen des Künstlerfestes auf Burg Schwaneck mit Bildern von A. Schmidhammer und der neuen Lohengrin-Jnscenirung an der Münchener Hofbühne, unser Volksleben durch einen ausführlichen Bericht vom XI. deutschen Bundesschießen in Mainz. Dem Touristen, sowie dem Freunde des Wasser- und Bergsports werden die Beiträge: „Eine Jachtfahrt in der Ostsee", beschrieben und illustrirt von Ferd. Lindner, „Ein Clausenfchlag in der Erzherzog Johann - Clause in Tirol" von A. Liederwald und „In der Hochschule der Kletterer" von dem originellen Emil Terschak willkommen sein. Kleinere Beiträge bald ernsten, bald heiteren Inhalts bewegen sich auf den verschiedensten Gebieten des wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und häuslichen Lebens. Fast alle Artikel sind mit reichem Bilderschmuck versehen und daneben finden wir noch nicht weniger wie sechs farbige Kunstbeilagen. Mit dieser Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit verbindet sich der überaus billige Preis von nur 1 Mk. für das 127 Großoctaoseiten starke Heft, wahrlich eine Leistung, vor der wir hohe Achtung haben dürfen und die vielverheißend für den neuen Jahrgang ist.
— Wie erhält man seinen Magen gesund r Eine Hygietne des Magens von Dr. H. Loetscher, Specialarzt in Zürich. Preis 60 Pfg. Verlag von Th. Schröter in Leipzig, Lindenstr. 12. — Nicht nur allen Magenleidenden, die nach Heilung streben, sondern auch Gesunden, denen an Erhaltung eines gesunden Magens gelegen ist, wird dies nützliche Büchlein gute Dienste leisten und ein treuer Berather sein. Der rühmlichst bekannte Verfasser flieht seine Rathschläge in anziehender Form, in einer belehrenden wie angenehmen Lectüre.
Brodpreise
vorn 23. September bis 7. October 1894.
Der hiesigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrod......24 Pfg.
bei Carl Wallenfels II......25 „
2 Kg. (4 Pfd.) Tafelbrod......48 „
bei Carl Wallenfels II.......50 „
1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod......22 „
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod......44 ,
1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrot»......20 „
2 Kg. (4 Pfd.) „ 40 „
3 Kg. (6 Pfd.) „ . .... 60 „
2 Kg. (4 Pjd ) Kornbrod b. Wilhelm Amend . . 38 „
Der auswärtigen Bäcker.
1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrod bei Aug. Deibel von Wieseck 22 Pfg.
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod bei Gg. Ant. Heufer und Dem u.
Schmitt oonGr.-Linden 36 „
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrot» b. Gg. A. Heufer und Dem u.
Schmitt v. Gr.-Linden 34 „
2 Kg. (4 Pfd.) „ „ I- K. Velten von Kirch-Göns 36 „
„ F.Schön v. Ruttershausen 38 „
Aug. Deibel von Wieseck u.
Gust. Jacobi v. Alten-Buseck 40 „
3 Kg. (6 Pfd.) Schwarzbrod b. Balth. Christ Ww. v. Wieseck u. Gustav Jacoby o. Alten-Buseck 60 „
Der Brodverkäufer.
1 Kg. (2 Psd.) Weißbrod......22 Pfg.
2 Kg. (4 Pfd.) Weißbrod ...... 44 „
1 Kg. (2 Pfd.) Schwarzbrod......20 ,
2 Kg. (4 Pfd.) Schwarzbrod......40 „
Gießen, den 22. September 1894. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. 23.: Roth.


