Ausgabe 
22.5.1894 Erstes Blatt
 
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Schaufenster des Herrn Heimer & Schultheis, n diesem Geschäft an­derTeumia' bc- rn siebener M fcn unb ßirctl be tut einen prächtig"

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^^cht vom SamSlag ein alter Mann, über seine Herkunsr ^«eigen beovachrere erstand. Der Mann >em Schneidermeister nachte sich sch»» flln ieimlicheS Mn bti baS Ammer (iinbigtt l>ch der Mann hick

Als ihm Ech :m Mrideamt anzn- Dilh. £uct) hnhr, m Küstrich in Rhein- der dem Verstorbenen laarschast von 5 Mark «der Papiere, welche er Familie AuSknnjr wohl aber eine große herrührende schrisl- auch mehrere Zeug- Offenbach, Barmen, n hinten Bstträge Uten theilS auf btn öffentlich gelingt eS denen p «Mein. vrvM^ckrW, nng iig dekieidet. gehaltenen Frühjahrs- errang Carl Duill, dfahren wiederum den d. Js. gleichfalls in en seiner Gegner schon

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Zehn Räuber ermordeten

FermprechaaiohliM Mr. M.

US Mai, MtttagS 12 Hoi l2o'Mat, Morg. 6^llör

Barometer:

Thermometer:

Bei einem schweren Gewitter naben Feudenheim der durch einen Blitzftrahl

Mannheim, 18. Mai. wurden heute Nachmittag '.m Landwinh Hoog sammt Psrrd g e t ö d t e r.A

Gumbinnen, 17. Mai.

Tranerhriele Danksagimgskarlen Visitkarteu mit Trauerrand nebet dazu paaeenden Couverts.

Anfertigung In Jfiixzestez IF'xlet

Vermehr, Land- rind Volk-wirthschaft.

Grünberg, 18. Ma«. Fruchtpretse. 2Bdim X 14 34, Korn X 14,10, Gerste X 13.00, Hafer X 16,40, Erbsen X. 00,00, Linsen 00,00, Wicken X 00,00, Lem X 00.00, Kartoffeln X 3 61, Samen X 00,00.

Landwirthschastliche Winke und Kalhschläge.

An» Vberhessen, Mitte Mai.

Lanvwirthschaftliche «ück, Um» «nd Vorschau.

(Schluß.)

Solang« di« Körnerfrüchte aber so schlechte Preise haben (ohne datz die »rotpretse billiger werden) emflehlt es sich nicht, den Ban der Halmfrüchte weiter auszudehnen, der Bauer thnt besser, sich auf die «ultur.von geldeindringenden Handelsgewächsen zu o-rlegen. Wir Haden wieberhott daraus htn- gewiesm und lasten daher hier nur einige Andeutungen folgen. Sobald unsere Nebenbahnen ausgebaut und die großen Städte uns näher gerückt sind, empfiehlt sich der Bau von Gemüsen. Ein sehr beliebtes Gemüse, das unbegreniten Absatz findet, sind di« «rbs«n. Die Cultur dieser trefflichen Hülsenfrucht liefert einen Retnertrug pro Morgen (also im Großbetrieb-, bis zu 400 Mk. Es wird hierzu bemerkt, daß die Erbsen seit einigen Jahren in riesigen Masten eingemacht, conservtrt und präservirt werden. Ganz ähnlich verhall e« sich mit der Bohn«; sie ist empfindlicher wie die Erbse, bringt aber in der richtigen Lage und im richtigen Klima gartenmäßig ge­zogen, ihre 300 Mk. pro Morgen ein. Beide Gemüsearten gehm in Blechbüchsen verpackt bis in die Etsregionen und bis in die beißen, tropischen Zonen und schmecken, als wären sie frisch den Ranken der Pflanzen entnommen. - Von der Spargeleultur ist kürzlich in dieser Zeitung gesprochen worden: sie dringt ebenfalls einen Reinertrag von 300 Mk. pro Morgen. Ist die Anlage einmal gemacht, dann bat der Besitzer eine lange Reibe von Jahren nur zu ernten. Außerdem kann er zwischen den Rethen noch ganz schone Ertrage an Salat unb allerlei Gemülen erzielen. Auch mit Sellerie, iwiedeln, Weißkraut, Skotdkrant, Wirsing und anderen Ge­müsearten (Blumenkohl, Rosenkohl) läßt fich ein großes Stück (Selb oerbienen. Wiederholt ist in dieser Zeitung darauf bingewtesen worden welche bedeutende Erträge die Gemarkungen Ober- und Riedermockstadt, Tauernheim, Staden, Stammhelm, Ran» stadt und Glauberg aus Zwtebelcultur lösen.

Wir wollen heute auf die Ausführung dieser Eulluren nicht näher eingehen: vielleicht ist dies im kommenden Winter möglich. Heute gilt es nur darum, auf nutz- und gewinnbringende Artikel aufmerksam zu machen.

Daran schließen wir etwas Anderes an: Bemerkungen über die Berfchuldung des «rund und Bodens. Wenn wir bet unseren kleinen Lauern herum fragen, io erfahren wir, daß eine unge­mein große Anzahl verschuldet ist. Die Leute haben das Anwesen von ihren Eltern übernommen unter der Bedingung, daß sie ihre Geschwister mit Geld abfinden muffen. Baar Geld ist aber keins vorhanden, also müssen Hypotheken gemacht worden. In kltcnen FLÜcn gelang es, diese Hnpolheken abzutragen, die Leute sind froh, wenn sie ihre Zinsen und ihre Lebsucht herausbringen können. £>o schleppen sich diese Hypothekenwie eine ewige Krankheit fort." Kommen nun gar noch Mißjahre wie 1893, Krankheit, Diebsterben dazu, bann gerälh der kleine Bauer immer tiefer hinein. Es giebt nicht'leicht geplagtere Leute wie untere kleinen Bäuerchen, brr en Be­sitz mit Schulven oelastet ist. Auf solchen Anwe'en tonnte sich der

Witterungsaussichten

Wetterbäuschen, Sübanlaae.

Großvater wohl durchschlagen, jetzt aber müssen doppelt soviel Menschen davon leben -- wie ist da- möglich'.

Unser Staat bat zwei sehr segensreich wirkende Institute er­richtet, welche ganz dazu geeignet find, bieten stwerrtngenden Leinen Bauern unter die Arme zu grellen. Diele Institute heißen: Tie randescreditkasie und dir Landeoculturrentenkasie. Au» betten Kast'-n kann der Bauer Kapitalien cihalten. einmal. um sein Anwesen schuldenfrei zu machen, oder: um seine Wiesen unb Aecker besser zu cultioiren. Er zahlt dann alljährlich 5 pEt. Zinsen unb wenn bite von ihm unb seinen Kindern 45 bis 50 Jahre geschehen ist, find seine Schulden verschwunden. Es ist eine ganz ähnliche Sache wie die Ablösung der Zehnten und irrohnden, die unsere Großeltern in btn 3Jer unb 40er Jahren noch m natura leisten mußten.

ES ist merkwürbig, baß bleie beiden Kaffen so wenig tn Anspruch genommen werden. Die Klugen tbun eS unb wer eS tbut, den reut es nicht, denn er kann ruhig schlafen. Der Staat kündigt ihm doS Eapital nicht, was icber andere Hypathckaigläudiger thnn kann und zuweilm thun muß, wenn er sein Geld braucht. Die Zinsen sind pünktlich zu zahlen, baS ist selbstverständlich, aber daß mit den Zinsen zugleich auch die Schulden gefilzt, dem Schuldner also eine große Wohttbal erzeugt wird, das ist doch höchst dankenSwerth.

Mil diesem Hinweis und Vorblick wollen wir heute schließen Der Bauer sorge dafür, daß sein Anwesen schuldenfrei wird unb schaue sich tn Zetten nach Eulluren um, bie reichlicher lohnen, als eS der Köinerbau tbut. Um szu ssolchcn Betrieben überzugeben, ist ein schuldenfreies Anwesen und etwa« Betriebscapital äußerst er­wünscht. Vielleicht fallen unsere Andeutungen bet manchem freund­lichen Leser auf einen fruchtbaren Boden, was un» sehr freuen würde.

Dmnifcbtcs.

ftraalfntt, 17. Mai. DaS Dienstmädchen Susanne Ko st, am 20. Februar 1876 in Meder-Wöllstadt geboren, versuchte heute früh in einem Hause der Schnurgasse sich das Leben zu nehmen, indem es eine Quantität Vitriol aus einem Fläschchen trank. Der sosorl herbeigerufene Arzt ordnete bie Verbringung deS Mädchens in das Heilige Geist-Hospttal an. __ Der Tagelöhner Heinrich Petri auS Reiskirchen, Kreis Gießen, wurde gestern Abend an der Forsthausftraße an einem Baum erhängt aufgefunden.

+ 11°K. 4- 19o R Gewitter bildung

Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 21. Mai, zwischen 11 unb 12 Uhr: Wasser 13. Lust 10».

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Bremen, 17. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Lahn, Capt. H. Hellmers, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 8. Mat von Bremen und am 9. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 17. Mai. [93er transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Darmstadt, Capt. G. Thumann, vom Nord­deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 3. Mai von Bremen ab­gegangen war, ist gestern, 7 Uhr Abends, wohlbehalten in Baltimore angekommen.

Hamburg, 17. Mat. Neueste Nachrichten über die Be­wegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika'Linie. Postdampjer Croatta" ist auf der Reise von St. Thoma« nach Hamburg am 16. Mai, 6 Uhr Morgens, in Havre eingetroffen. Postdampfer Gothta" ist am 16. Mai, 8 Uhr Morgens, von Golhenburg in Kopenhagen angekommen. PostdampserGalicta", von St. Thomas via Havre nach Hamburg bestimmt, passirte.am 16. Mai, 12 Uhr Mittags Scilly. PostdampserSlaoonla", von Stettin nach Newyork unterwegs, ist am 16. Mai, 10 Uhr Abends, in Helsingborg dn- getroffen. Postdampfer .Helvetia" ist am 16. Mai in Havana angekommen. PostdampserTeutonia" ging am 16. Mat von St. Thomas nach Havre und Hamburg ab. Doppelschrauben-Schnell- dampserNormannta", von Newyork kommend, passirte am 17. Mat, 3 Uhr 30 Min. Morgen«, Lizard.

derKöln. Ztg.* zufolge im Grenzdorse Pillw t schk e n die l sechs Personen zählende Familie eines HändlerS^und im Nach- 1 bardorfe eine wohlhabende Bauernsamtlie.^

" WaS ist Amerika? Amerika ist ein Land, mit dem verglichen Europa nur eine kleine Halbinsel ist; die Bereinigten Staaten bedeuten ein Staatswesen, mit dem verglichen die europäischen Reiche als Kleinstaaterei anzusehen sind. Amerika ist daS Land der ungemeffenen Räume und Dimensionen, das Land der Dollars und der Electricitat, daS Land, wo die Ebenen ausgedehnter, die Flüsse mächtiger, die Wasserfälle tiefer, die Brücken länger, bie Blitzzüge schneller, dte Kata- ftrophen schauerlicher sind, als in irgend einem anderen Lande der Erde daS Land, wo bei einem einzigen Eisenbahn­unfall alle Tage mehr Menschen umkommen, als in ganz Europa in einem vollen Jahre; das Land, wo die Häuser höher, die Spitzbuben zahlreicher, die Reichen reicher, die Armen ärmer, die Millionen größer, die Diebe frecher, die Mörder ungenirter, die Gebildeten seltener- daS Land, wo die Zähne falscher, die Corsetts enger, die Krankheiten töbh licher, die Korruption allgemeiner, der Spleen rasfininer, die Verrücktheit systematischer, der Sommer heißer und d:r Winter kälter, daS Feuer heißer und daS Eis gefrorener, die Zeit kostbarer und die Menschen gehetzter sind, als in unserem schäferhasten Europa; daS Land, wo die Greise älter und die Jünglinge greisenhafter, die Mohren schwärzer und die Weißen gelber sind als sonst irgendwo; das Land der un­ermeßlichen Naturreichthümer und der großartigsten Raubsucht | der Menschen. Kurz und gut: daö Land der außerordent- lichen Gegensätze, der sabelhaftesten Extreme, der wahnwitzigsten Ueberhebung, der rücksichtslosesten Dollarjagd und unsinnigsten Erwerbswuth, das Land des Colossalen und Pyramidalen natürlich nach den Begriffen deS Amerikaners.

Hygrometerftand:

Mittlerer Barometerstand bet 0° R- = 744,7 mm.

man anfänglich zu erwarten berechtigt war. ES ist sicher anzunehmen, daß die Maifröste zu Anfang dieses Monats den verderblichen Käfern den GarauS gemacht haben.

Darmstadt. IS. Mai. Sin heftiges Gewitter zog gestern Nachmittag über unsere Stadt und brachte re chlichen Regen, welcher die Fluren erquickte- erst im Laufe des Abends ließ auch die entsetzliche Schwüle etwas nach. Das Gewitter, welches weiter über einen großen Theil von Starkenburg unb Rheinhessen zog, war strichweise auch von starkem Hagelschlag begleitet. Der Blitz entzündete hier einen Schuppen in der Roßdörserstraße, welcher in den Flammen aufging. Auch in ein HauS der Klappacherstraße -soll es eingeschlagen haben. Leider kamen auch schwere UnglückSsälle vor. In der Nähe von Gräfenhausen wurden zwei Männer vom Blitz erschlagen. ES wird von dort geschrieben. Heute, am 18. Mai, ereignete sich hier ein schreckliches Unglück. Kurz nach 4 Uhr Nachmittags zog ein von nordöstlicher nach südwestlicher Richtung sich bewegendes, schweres Gewitter über unseren Ort. Etwa V/a Stunden später fand man den Landwirth Georg Bormct II. von hier nebst seinem er­wachsenen Sohne, ca. 10 Minuten vom Orte entfernt, auf freiem Felde vom Blitze erichlagen. Beide, 3 bis 4 Schritte von einander entfernt, lagen mit dem Angesicht dem Boden zugekehrt unb beiber Angesicht nebst Oberkörper waren ganz schwarz. Der Strohhut beS SohneS unb inöbesonbere bie Mütze deS VaierS waren vollständig zerfetzt. Die Hacke deS DaterS lag neben demselben und der Sohn hatte bie ftinige noch im Arm. In Ed er stabt schlug ber Bl'tz in eine Scheuer, welche abbranntc. In Worms wurden im Bahnhof durch den dem Gewitter vorauSgehenben Sturm zwei Güterwagen in Bewegung gesetzt, infolgedessen dem dortigen Steueraufseher B o 1 e n S ein Bein total abge­fahren wurde.

nn. Darmstadt. 20. Mai Das heute hier abgehaltene FrühjahrS-WettrennenbeSDarmstädterBicycle' Clubs war von auswärtigen Fahrern außerordentlich stark besucht. Nachdem bie am Samstag eingetroffenen Fahrer, darunter auS den Städten Frankfurt, Worms, Offenbach, Mainz, Friedberg, Hanau, Wiesbaden u. s. w. von den hiesigen Elubmitgliebern empfangen waren, fand ein gemein­samer Frühschoppen im Clublocal am heutigen Tage statt. Am Nachmittag um 3 Uhr setzte sich ein großartiger Corso mit zwei MusikeorpS nach dem Rennplatz in Bewegung, an welchem sich nahezu 250 Fahrer beteiligten. Die Rennen selbst hatten unter dec Ungunst dec Witterung sehr zu (eiben, da fortdauernd regnete. Trotzdem hielt das zu Tausenden anwesende Publikum wacker auS unb begrüßte bie Si ger mit lautem Beisall. In allen Rennen, deren eS fünf waren, blieb Fritz Opel vom Rabfahr-Verein Rüffelsheim Sieger. Auch gewann derselbe die Meisterschaft für baß Großherzog- thum Hessen mit 8,14 Minuten. Letzter Inhaber war M. Herty vorn Offenbacher Bteycle-Club mit 7,45'/s Minuten. Sämmtliche Rennen verliefen ohne Unfall. Am Abenb fanb festliche Vereinigung unb Ball im Clublocal statt.

Pfungstadt, 15. Mai. Der Ziegenzucht-Verein in Pfungstadt bezog durch Herrn Deterinärarzt Friedrich zwei Waggonß Ziegen, Böcke unb Lämmer aus ber Schweiz. Die Thierc stammen auß bem Simmen- unb Saanenthal unb übertreffen an Gestalt unb Schönheit weit die bis jetzt im- portirten. Es werben hier Bock- unb Ziegenlämmer im Alter von 34 Monaten zu 3040 Mk, ältere trächtige unb frischmelkende Ziegen zu ungefähr 50 Mk. abgegeben. Besonberc Beachtung bürsten großartig entwickelte jährige Zuchtböcke verbienen für Gcmeinben, welche barauf bebacht sind, baß vorhanbene Ziegenmaterial zu verbeffern.

Mainz. 20. Mai. Die vor einigen Tagen bei bem nahen Kostheim unter bem Verbacht ber Spionage verhafteten Franzosen sinb wieber entlaffen worden. Wie wir hören, haben sich dieselben als harmlose Touristen entpuppt, die die Unklugheit begangen hatten, hier unb ba irgenb eine schöne landschaftliche Ansicht durch einen Momentphotographen aus­zunehmen. Der Erzbischof von Ealcutta, Herr Paul Goethalß, weilte gestern zum Besuche des Bischofs Haffner hier.

«n8 Rheinhessen. 20. Mai. Die gestern durch die zweite Kammer in Darmstadt mit 25 gegen 22 Stimmen erfolgte Ablehnung ber Weinsteuervorlage hat in der ganzen diesseitigen Provinz den lautesten Beifall gefunden. Alsbald nach Bekanntwerben beß gestrigen Beschlusses ber Kammer würben in vielen Ortschaften bie Häuser beflaggt unb durch Festversammlungen der Freude über den Fall der befürchteten Steuer Ausdruck gegeben. Die Mainzer Handels- famnter hatte erst am versloffenen Freitag einen ablehnenden Beschluß gegen die Steuer gefaßt, den sie ber Kürze ber Zeit wegen der zweiten Kammer telegraphisch übermittelte. Nach den vorliegenden Nachrichten hat baß ®dritter am verflossenen Freitag Nachmittag in der ganzen Provinz Rhein» Hessen beträchtlichen Schaden angerichtet. Nebengrößen Verheerungen, die durch den Hagelschlag verursacht wurden, hat der Blitz vielfach eingeschlagen unb zwar in Gonsenheim, Drais, Oppenheim, Gaubischossheim, Niebersaulheim unb Nierstein. In Drais, Gaubischossheim und Mainflingen zunbete der Blitz unb würben mehrfach Gebäude und Scheuern in Asche gelegt.

BekainrtmachmrS'

Aufschrift der Postsendu»!«».

Mit Sicherung schneller Beförderung anb BtfUlluni der Postsendimgcu müssen euf denselben Empfänger und Bestimmungs­ort so genau be»eichnet sein, daß jeder Ungewißheit »orgebeugt wird Dabei find namentlich folgende Punkte zu beachten:

1. Bet Postsendungen nach größeren Orten ist in der Aufschrffr dte Wohnung deS Empfängers möglichst genau anzugeber^. Auch ist es von Wichtigkeit, daß dte WohnungSangabe stet« an derselben Stelle der Ausfchrtst, nämlich unten recht« unmittelbar unter der Angabe deS BesttmmunaSorteS, erfolge

2. Auf dm nach Berlin bestimmten Sendungen ist, außer der Wohnung deS Empfängers, der Postdeztrk (0., Nn NO. k.), tn welchem dte Wohnung sich befindet, hinter der OrtSbe- zeichnung »Berlin* *u vermerke».

3. Gibt e« mit dem Bestimmungsort« gleich oder ähnlich lautende Post orte, so ist dem OrtSnamm eine zusätzlich« Bezeichnung betzufügm. Welche Zusätze für dte OrtSnamm tm Postverkehr alS maßgebend anzusehen sind, ergibt sich au» demVerzetchntß gleichnamiger oder ähnlich lautmder Post- orte", daS zum Pietse von 10 Pf. durch Vermittlung ,ebn ReichS-Postanstolt bezogm werden kann.

4. Wmn der tm Reich« Postgebiet belegme Bestimmungsort zwar mit einer Postanftalt versrhm, dessenungeachtet aber nicht al« allgemein bekannt anzunehmen ist, so empfiehlt eS sich, bi« Lage deS OrtS tn der Aufschrift der Sendung noch deS Näheren zu bezeichnen. Zu derarttgm Bezeichnungen eigne- sich dte Angabe deS Staates und bet größeren Staatm bef politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk u. f. w.), tn welchem der Bestimmungsort belegen ist, ober auch die Angabe von gröberen Flüssen [(Ober), (Elbe), (Rheins, (Main) k.], oder von Gebirgen s(Harz), (Rtefmgedtrge) x.J Nicht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie ((Thüringen), (Altmark). (Lausitz) ic.1 für den Zweck geeignet.

6. Auf Postsendungen nach Ortschaften ohne Postanstalt ist außer dem etgentttchen Bestimmungsorte noch diejenige Post­anftalt anzugeben, von welcher au« dte Bestellung der Sendung an den Empfänger bewirkt werden bez. dte Abholung erfolgen soll

6. Wenn der Bestimmungsort einer Sendung in einem fremden Postgebiete belegen und zu den weniger bekannten Orten »u rechnen ist, so ist außer dem Ortsnamen noch das betreffenb« Land bez. der LandeStheU auf der Sendung anzugeben.

Die Beachtung dieser Punkte wird zur Herbeiführung ein«: schleunigen Ueberkunft der Sendungen an den Empfänger wesenlltch bettragen, und eS liegt daher tm eigenen Interesse der Absender bU Aufschriften der Smdungen hiernach genau anzusertigen.

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von Elten L Keussen, Crefeld, 5

VIlli 1111U II L i® -edem Maab zu beziehen. Man verlange* Sr V IV H J4V f J V duftet mit Anaobc bti Gewünschten.