in Wien eintreffen behufs Förderung^des Projectes einer Heirath zwischen dem italienischen Kronprinzen mit einer österreichischen Erzherzogin.!
Graz, 19. Mqi. Gegen die im Lu e l o ch e in g e s ch l o s se n gewesenen Höhlenforscher soll gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden sein, weil dieselben während ihres Aufenthalts in der Höhle dem Schüler Heidt seinen Mundvorrath widerrechtlich entzogen haben sollen.
Paris, 19. Mai. Die Polizei hat den Kutscher aus- ffndig gemacht, der am Abend der Explosion in der Avenue Kleber zu einem Fahrgast gesagt haben soll: „Fahren wir nicht durch die Avenue Kleber, dort ist Gefahr!"
Paris, 19. Mai. Deputirtenkammer. Bei der Berathpng des Gesetzentwurfs, betreffend den Ausschluß der Oeffentlichkeit bei Hinrichtungen, wurde der Gegenentwurf auf Abschaffung der Todesstrafe mit 353 gegen 150 Stimmen abgeletznt- der Gesetzentwurf selbst wurde mit 267 gegen 232 Stimmen verworfen.
Rom, 19. Mai. Die Oppositionsparteien verständigten sich dahin, einstimmig gegen das Kriegsbudget zu stimmen.
Madrid, 19. Mai. Der oberste Kriegsrath hat von den Barcelonaer Anarchisten sechs zum Tode und vier zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurtheilt.
Neueste
Wolffs telegraphisches Eorrespondenz- Bureau.
München, 20. Mai. Kammer der Abgeordneten. Die niederbaierischen Petitionen, auf dem Flachlande den z w a n g s- weisen Besuch der Volksschule für das siebente Schuljahr aufzuheben, wurden abgelehnt, weil die jetzt vorhandenen Erleichterungen des Landschulbesuchs ausreichten und die Herbeiführung eines Unterschieds in der Dauer der Schulpflicht in der Stadt und auf dem Lande unerwünscht sei. Im Lause der Debatte, die sich sehr lebhaft gestaltete, hob der Cultusminister Dr. v. Müller hervor, die Zuschneidung der Schulordnung für die einzelnen Berufsarten würde die Ausbildung eines die Schule schädigenden Kastengeistes herbeiführen.
Nürnberg, 20. Mai. Der Verwaltungsausschuß des germanischen Museums wählte den Privatdocenten Gustav v. Bezold in München zum ersten Director.
Rom, 20. Mai. Der Papst wird morgen nach dem öffentlichen Consistorium, in welchem die neuernannten Car- dinäle den Cardinalshut erhalten, ein geheimes Consistorium abhalten und in diesem 24 neue Bischöfe prä- conisiren, unter den Letzteren den Bischof Komp von Fulda. Gleichzeitig wird der Papst die Ernennung von 36 Bischöfen, die nach dem letzten Consistorium im Juni 1893 durch päpstliches Breve die Bischofswürde erhielten, nottficiren.
Marseille, 20. Mai. Der Anarchist Nat überfiel heute auf der Straße den Oelfabrikanten Blanc und verwundete ihn mit einer Ahle erheblich an der Schläfe. Bei seiner Verhaftung erklärte Nat, er habe sich an dem ersten besten Bourgeois rächen wollen, weil ihm die Mairie eine Unterstützung abgeschlagen habe.
Thorn, 21. Mai. Die bacteriologische Untersuchung der Dejectionen des zu AZaldeck erkrankten Altsitzers Demoyloki hat das Vorhandensein asiatischer Cholera ergeben. Der Erkrankte befindet sich auf dem Wege der Besserung.
Paris, 21. Mai. Der Anarchist Emile Henry wurde heute früh ohne Zwischenfall hingerichtet. Die Haltung Henrys war cynisch, sein letzter Ruf: „Muth, Kameraden, es lebe die Anarchie!"
Barcelona, 21. Mai. Vier Anarchisten sollen heute hingerichtet werden.
Belgrad, 21. Mai. In einer Proclamation an das Serbenvolk suspendirte der König die.Verfassung und reacti- virte die Verfassung von 1869 in voller Tragweite. Das Cabinet demissionirte, der König behielt die Minister bei. Zum Präsidenten des neuernannten Staatsraths wurde der ehemalige Ministerpräses Christic ernannt.
Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände.
nn. Darmstadt, 19. Mai 1894.
Nach Bekanntgabe einer Anzahl neuer Einläufe wird die Generaldebatte über das Weinsteuer-Gesetz fortgesetzt. Freiherr Dael von Koeth spricht sich gegen das Weinsteuer-Gesetz aus, das dem schon ohnehin bedrängten Winzerstand nur noch neue Lasten aufbürde. — Präsident Weber constatirt, daß noch 18 Redner sich zum Wort gemeldet haben. Er bittet dieselben, im Interesse der Geschäftslage des Hauses und da doch jeder Abgeordnete Stellung zu der Vorlage genommen habe und daher nicht mehr zu erschüttern sei, davon abzusehen. Sämmtliche Redner verzichten hierauf aus das Wort und es erhält dasselbe der Abg. Möl- linger, Berichterstatter der Ausschußminderheit. Derselbe sührt aus, daß das heutige Gesetz wieder die alte 1876 ab- geschaffte Controle etnsühren wolle. Ein großer Apparat und die Ausdehnung der Controle auf die Verkehrsbewegung aller Weine sei zur Durchführung des Gesetzes nöthig und dagegen müsse er sich erklären. Nachdem verschiedene Experimente mit der Besteuerung des Weines gemacht worden, ohne daß nur annähernde Zufriedenheit erreicht worden ist, so dürfte es sich empfehlen, die Weinsteuer als Staatssteuer ein für allemal abzuschaffen und zwar so, daß sie nicht mehr wieder komme. — Abg. Wolfskehl, Berichterstatter der Ausschußmehrheit, verweist auf die früheren Verhandlungen bei der letzten Weinsteuer-Vorlage. Die Gründe, welche damals den Ausschuß für eine Zustimmung geleitet, seien auch heute noch vorhanden. Die von einigen Rednern aufgestellte Behauptung, die neue Weinfteuer treffe nur den Producenten, müsse er entschieden bestreiten. Es gehe dies daraus hervor,
daß die Agitation gegen die Weinsteuer besonders von den Wirthen ausgehe und nicht etwa im Interesse der Winzer, sondern im eigenen in Scene gesetzt sei. Viele Mitglieder des Hohen Hauses seien damit einverstanden, daß der Wein als steuerfähig angesehen werde- trotzdem seien sie Gegner der Vorlage, aber nur wegen der Art der dabei einzuführenden Controle. Für ihn habe es den Anschein, daß die Agitation der Wirthe ihre Schatten bis in die Kammer geworfen habe. Er sage aber, daß der Abgeordnete nur die allgemeinen Interessen des Landes wahrzunehmen habe. Die von einigen Rednern aufgestellte Behauptung, daß durch die neue Vorlage nur dem Verkäufer, dem Winzer, Schaden zugesügt werde, bestreite er entschieden. Unsere rheinhessischen Bauern müßte man dann als Dummköpfe ansehen, würden sie nicht die Steuer auf den Wein schlagen. Die Rheinweine seien auch außerhalb Hessens gesucht und leicht verkäufliches Product. Es sei richtig, daß Rheinhessen die meiste Weinsteuer bezahlt habe. Zuletzt seien in Rheinhessen 162 000 Mk., in Starkenburg 113 000 Mk. und in Oberheffen ca. 30000 Mk. an Weinsteuer gezahlt worden. Dagegen sei aber an Branntweinsteuer in Starkenburg 325000 Mk., in Rheinhessen 76 000 Mk. und in Oberheffen 880000 Mk. erhoben worden. (Hört! hört!) Dies gebe doch sicher zu denken. Er habe vielfach die Wahrnehmung gemacht, daß man im Publikum den Wegfall der Weinsteuer bedauert habe, weil weder der Wein billiger, noch um ein Tausendstel besser geworden sei. Auch er sei gegen die alleinige Besteuerung der Wirthe. Die Vorlage habe aber auch die Besteuerung der Privaten im Auge und von einer lästigen Controle derselben könne doch keine Rede sein. Für die finanzielle Lage unseres Landes sei es daher sehr bedenklich, eine herkömmliche Steuereinnahme zu streichen, ohne eine Deckung für den Ausfall zu haben. Er ersucht das Haus, den Anträgen der Ausschußmehrheit zuzustimmen. — Die Abgg. Osann, Haas-Offenbach und Pennrich verwahren sich gegen die Bemerkung Wolfskehls, als hätte die Agitation der Wirthe einen Einfluß auf ihre Stellungnahme zur Vorlage ausgeübt. — Abg. Wolfskehl bedauert, daß eine solche Auffassung im Hause Platz greife, i Seine Worte sollten Niemand verletzen. — Hierauf erfolgt ; die namentliche Abstimmung über den Antrag der Ausschußminderheit, „den Gesetz-Entwurf, die Reform der Weinsteuer betreffend, abzulehncn". Mjt 25 gegen 22 Stimmen wird der Antrag angenommen. Für die Ablehnung stimmten die Abgg. Christ, Dael von Koeth, Euler, Friedrich, Guntrum, Hirsch, Jöst, Köhler, Lichtenstein, Metz-Gießen, Möllinger, Müller, Osann, Pennrich, Pitthan, Reinhardt, Römer, Schmidt, Ullrich, Wafferburg, Weith, Wernher, Wolz, Haas-Offenbach und Schroeder. Für die Regierungsvorlage stimmten die Abgg. Bergsträßer, Breimer, Erk, Haas-Hatn- stadt, Heidenreich, Jöckel, Lautz, Metz - Darmstadt, Muth, Mühlberger, Neeb, Graf Oriola, Pfannftiel, Schönberger, Schönfeld, Sturmfels, Vogt, Westermayer, Zinser, Hechler, Wolfskehl und Weber. Das Resultat wurde sowohl von den Mitgliedern des Hauses, wie von der Tribüne aus mit Bravo begrüßt.
Es erfolgt nunmehr die Berathung des Gesetz-Entwuris, betreffend das Finanzgesetz für die Jahre 1894/97, sowie der Antrag Ripper und Genoffen auf Herabsetzung der Grundsteuer von 16 Pf. auf 8 Pf. und Erhöhung der Capitalrenten- und Einkommensteuer Don 17 und 16 Pf. auf 20 Pf. Die Antragsteller betrachten ihren Antrag nur als Uebergang zu einer entsprechenden Steuerreform. Zugleich ist auch die Berathung über Cap. 8 der ordentlichen Einnahmen und Ausgaben damit verbunden. — Abg. Köhler bittet, die Berathung über den Antrag Ripper auszusetzen. — Abg. Schröder ersucht den Abg. Köhler, den Antrag zurückzuziehen, bevor er abgelehnt würde. Den Antrag des Ausschusses bittet er vorerst nicht anzunehmen und die Steuerlage, wie sie zur Zeit liege, beizubehalten. Finanzminister Weber fragt, wo er dann die Gelder zur Deckung der laufenden Ausgaben hernehmen solle. Das Deficit aus den Ueberschüffen zu decken, habe feine Zustimmung nicht. Für die Anträge der Regierung sprechen noch die Abgg. Wasserburg und Hechler, Abg. Bergsträßer für den Ausschuß-Antrag auf Einstellung von 10 000 000 Mk. in Einnahme. Zum Finanzgesetz wird zu Art. 1 beantragt, auf die Mark Einkommensteuer soll der Ausschlag für 1894/95 = 16 Pfg. und für 1895/97 je 17Vz Pfg. betragen. Die Ausschuß-Anträge werden mit 22 gegen 22 Stimmen angenommen. Damit ist auch der Antrag Köhler - Ripper gefallen und die Tagesordnung erledigt. — Nächste Sitzung Dienstag.
Cocafc* unb provinzielles.
Gießen, den 21. Mai 1894.
** Militär Dienstnachrichten. Noack, Blase, Sec.-Lts. von der Inf. 2. Aufgebots des Landw.-Bezirks Gießen, der Abschied bewilligt.
** Schul Dieufinachrichten. Am 22. April wurde dem Schullehrer Franz Christoph Kloninger zu Mittel-Seemen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Eppelsheim, Kreis Worms, — am 24. April wurde dem Schulamtsaspiranten Anton Alles aus Steinfurth eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kirch - Göns, Kreis Friedberg, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Schaffnit aus Kirch-Brombach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Kreidach, Kreis Heppenheim, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Jakob Bohn aus Eberstadt die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Allertshofen-Hoxhohl, Kreis Dieburg, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Kröll aus Bönstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Groß-Karben, Kreis Friedberg, — an demselben Tage wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Kissel aus Petterweil eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Nieder-Wöllstadt, Kreis Friedberg, übertragen- am 1. Mai wurden dem provisorischen Zeichenlehrer an der Volksschule zu Darmstadt, August Drach, die Rechte eines definitiv an
gestellten Volksschullehrerö verliehen- an demselben Tage' wurde dem Schullehrer Adam Krämer zu Haisterbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Traisa, Kreis Darmstadt, — am 5. Mai wurde dem Schulamtsaspiranten Ludwig Beckenhaupt aus Groß-Zimmern die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weiten-Gesäß, Kreis Erbach, übertragen- am 9. Mai wurde dem Schullehrer Karl Backe s II. zu Darmstadt eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Alzey übertragen.
** Vortragsabend. Ueber den, nächsten Mittwoch Abend in „Stein's Saalbau" angekündigten Vortragsabend von Fräulein Emma Brahms entnehmen wir von vielen uns vorliegenden Berichten auswärtiger Blätter, dem „Pforzh. Beob'" : „ ... . Die ©eenen ernsten Characters aus Iphigenie von Göthe, Medea und Sappho von Grillparzer, Deborah von Mosenthal wurden mit künstlerischem Verständniß, tiefer Empfindung und ausdrucksvoller Mimik recitirt und verfehlten eines packenden Eindrucks auf die Zuhörer nicht. Insbesondere die Scene aus Deborah war von bedeutender dramatischer Wirkung und zeugte von schönen künstlerischen Talenten. Von den verschiedenen anderen Vorträgen sei besonders Anzengrubers „Die Burgl und ihr Moidl", und Stielers „Am Hoamweg" hervorgehoben. Frl. Brahms beherrschte den Dialect tadellos und verstand den volksthüm- lichen Ton ungezwungen und natürlich zu treffen, so daß die ernsten und heiteren ©eenen jener Dichtungen zur vollen Geltung kamen. Der wiederholte lebhafte Beifall der Anwesenden war der beste Beweis, daß die künstlerischen Leistungen von Frl. Brahms volle Würdigung fanden."
** Verstorbener Unbekannter. In der Nacht vom Samstag zu Sonntag verstarb Hierselbst plötzlich ein alter Mann, welcher seinen WirthSleuten gegenüber über seine Herkunft z und Familienverhältniffe hartnäckiges Schweigen beobachtete oder derartigen Fragen auszuweichen verstand. Der Mann hatte am vergangenen Montag bei einem Schneidermeister ein möblirtes Zimmer gemiethet und machte sich schon am ersten Tage durch sein schroffes und heimliches Wesen bei der Familie unbeliebt, so daß man ihm das Zimmer kündigte und um alsbaldigen Auszug ersuchte, doch der Mann hielt an seinem monatlichen Miethcontract fest. Als ihm endlich bedeutet wurde, daß er sich auf hiesigem Meldeamt anzumelden habe, gab er an, daß er Fried. Wilh. Lucy heiße^ Schriftsteller sei und am 23. Juni 1823 in Köstlich in Rhein- Preußen geboren ist. Bei Untersuchung der dem Verstorbenen gehörenden Effecten fand man nur eine Baarschaft von 5 Mark und einigen Pfennigen vor. Briefe ober Papiere, welche über seine Person, Herkömmlichkeit ober Familie Auskunft geben könnten, fanb man nicht vor, wohl aber eine große Anzahl anscheinenb vom Verstorbenen herrührenbe fchrift- stellerische Arbeiten und Dramas, sowie auch mehrere Zeugnisse, nach welchen berselbe in London, Offenbach, Barmen, Elberfelb, Rathenow u. s. w. in höheren Schulen Vorträge gehalten haben muß. Die Zeugnisse lauten theils auf den Namen Lenz und theilweise auf Lucy. Hoffentlich gelingt es der Behörde, die Identität des Verstorbenen zu ermitteln. Derselbe war groß, schlank und etwas vornübergebeugt, trug einen grauen Vollbart und war anständig bekleidet.'
* * Sport. Bei dem gestern abgehaltenen Frühjahrsrennen des Darmstädter Bycicle-Clubs errang Carl Duill. vom hiesigen Radfahr-Verein im Jugendfahren wiederum den ersten Preis (erstmals am 6. Mai d. Js. gleichfalls in Darmstadt). Er Überholte die Vorgaben seiner Gegner schon in der zweiten Runde.
* * Pracht Tafelservice. In dem Schaufenster des Herrn H. Mettenheimer, Firma Mettenheimer & Schultheis, auf dem Kreuz ist gegenwärtig das in diesem Geschäft an= gefertigte, für das neue CorpShaus der „Teutonia" bestimmte Tafelservice nebst Trinkgläsern verschiedener Art ausgestellt- dasselbe ist mit den Farben und Circel des Corps geschmackvoll ausgestattet und bietet einen prächtigen Anblick.
* * Kriegerverein. Der hiesige Kriegerverein unternahm am vergangenen Samstag Abend auf gütige Einladung eines Kameraden einen Ausflug nach der Heuchelheimer Mühle. Die Betheiligung der Mitglieder, welche theilweise mit ihren Familien erschienen, war zu großer Freude des Gastgebers eine recht rege und blieben dieselben unter Absingen von patriotischen und Reserveliedern bis zur späten Nachtstunde in echt kameradschaftlicher Weife beisammen.
* * Sachbeschädigung. In der Nacht vom 19. auf den 20. d. Mts. wurden in der Ostanlage auf einem Rosenbeet sieben Rosenstöcke abgebrochen und vernichtet.
* * Mittelst Erbrechens eines Stalles wurden einem Bewohner der Rodheimerstraße in voriger Nacht zwei Stallhasen gestohlen.
* * Schlägerei. In verflossener Nacht kam es zu verschiedenen Keilereien, wobei es blutige Köpfe absetzte. Mehrere der Betheiligten werden sich wegen Körperverletzung zu verantworten haben.
△ Au8 dem Ohmthal, 18. Mai. Die „Eismänner" des Mai haben diesmal keine verderblichen Nachtfröste gebracht, vielmehr knüpft sich an sie der Eintritt einer für diese Zeit ungewöhnlich hohen Temperatur. Schon in den Vormittagsstunden zeigte das Thermometer 20 Grad nach R. Das Ohmwasser hatte bereits eine Temperatur von 16 bis 17 Grad R., also Badetemperatur, die sonst meist erst im Juni eintritt. Diese hohe Wärme beförderte zwar das Wachsthum, aber sie trocknet, zumal bei Ostwind, auch sehr intensiv den Erdboden aus, so daß bald wieder Feuchtigkeitsmangel zu befürchten stand. Dem Obste ist das warme Wetter zu feiner Entwickelung sehr förderlich. Die Obstbäume hängen so voller Fruchtansätze, daß kaum 1/s hängen bleiben kann, unbeschadet der Erwartung einer ungewöhnlich reichen Obsternte. Die befürchtete Maikäferplage ist hier glücklicher Weise lange nicht in dem Umfang eingetreten, wix


