rigenschaft in die DistrictSeinnehmerei Groß-Gerau EL, — I den Districtseinnehmer der DistrictSeinnehmerei Sprendlingen | Georg Philipp Klein in gleicher Diensteigenschaft in die DistrictSeinnehmerei Bingen — zu versetzen.
* • Technische Hochschule zum Darmstadt. Der Professor der Architectur an der Darmstädter technischen Hochschule, Herr E. Marx, hat einen Ruf nach Hannover erhalten.
♦ * Feuer. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde die Feuerwehr zweimal alarmirt und zwar um 2 und 4* 1/2 Uhr. Im ersten Falle brannte ein dem Gastwirth Ehr. Lony gehöriges Stallgebäude in der Mühlgasse, in welchem sich auch Stroh und Heu befand, nieder. Die Hauptaufgabe der Feuerwehr war, eine dicht am Gebäude stehende Scheune zu schützen, sodaß eine Ausbreitung des Feuers verhindert wurde. Im zweiten Falle brannte das dem Küfer Kohlermann in der Bleichstraße gehörige Waaren-Magazin. Die größeren Waarenvorräthe, welche für die Frankfurter Messe bestimmt waren, sind sämmtlich verbrannt, ebenso eine größere Menge bearbeitetes Holz. In beiden Fällen liegt Brandstiftung vor, und wurde gestern ein der Brandstiftung verdächtiger junger Mann von hier zur Haft gebracht. Derselbe war früher schon einmal wegen Verdachts der Brandstiftung in Untersuchungshaft, mußte aber wegen Mangel an Beweis wieder freigelassen werden.
* * Kaminbraud. Am vorigen Freitag entstand im Hause Wetzsteingasse 48, infolge eines Kaminbrandes Feuer, welches aber noch rechtzeitig entdeckt und von den Hausbewohnern abgelöscht werden konnte.
* * Verhaftungen. Am vorigen Samstag mußte ein Arbeiter aus den Backsteingruben an der Rodheimerstraße zur Haft gebracht werden, weil er seine Mitarbeiter bedrohte und belästigte und sich, nachdem er auS der Arbeit entlassen, von der Arbeitsstelle nicht entfernte. Da derselbe sich auch bei der Verhaftung widersetzte, wurde er auf einem Karren ins Haftlocal be- sördert. — Ein dahier bediensteter Knecht, welcher am Samstag Abend mit seinem mit Pferden bespannten Wagen übermäßig schnell durch die Stadt fuhr, namentlich aber durch die stark belebte Neustadt jagte und die Passanten im höchsten Grad gefährdete, widersetzte sich den ihn anhaltenden Schutzmännern derart, daß seine Verhaftung nöthig wurde. Derselbe wird -sich wegen Widerstand und Beamtenbeleidigung zu verantworten haben.
* * Auf dem Festplatze waren gestern Diebstähle nicht zu verzeichnen. Eine angeblich gestohlene Uhr wurde als Fundgegenstand abgeltefert und dem Eigenthümer wieder zugestellt.
* * Gestohlen. Einem Gartenbesitzer auf dem Nahrungsberg wurde das Gartenhäuschen erbrochen und von 7 darin befindlichen Stallhasen 5 getödtet und 2' entwendet
• ’ Unfälle. Der erste Tag des Feuerwehrfestes verlief m ungestörter Weise. Leider sind zwei Unfälle zu verzeichnen. Ein Feuerwehrmann aus Offenbach fiel hin und erlitt einen Knöchelbruch- ein anderer aus Friedberg, der sich in der Nacht noch eilig nach dem Bahnhofe begeben wollte, fiel in der Weftanlage und erlitt einen Beinbruch- er mußte in die Klinik verbracht werden.
* * Ab nach Cassel! Gestern Nachmittag, während sich die meisten der Stadtbewohner auf dem Festplatz befanden, trieben zwei „Schnorrer" ihr Handwerk ungenirt. Sie wurden in der Südanlage betroffen, und da sie reichlich mit Mitteln versehen waren, für ihr Geld nach Cassel befördert.
* • Verein der „Freundinnen junger Mädchen". Am 31. Juli d. I. fand in Worms unter dem Vorsitze der Frau
Gräfin von Erbach-Schönberg eine Versammlung des hessischen Zweigs jenes internationalen Frauenvereins statt, der unter obigen Namen seit 1877 sich von der Schweiz aus über die Länder Europas verbreitet hat. Der Zweck seiner Gründung ist die bewahrende Fürsorge für solche Mädchen, die in der Fremde und Ferne Dienststellen aufsuchen und vereinzelt, freundloS, schwierigen, in moralischer Hinsicht nur zu oft gefährlichen Verhältnissen begegnen. Das Mittel zur Erreichung des gedachten Zwecks ist, ihnen von der Heimath aus Adressen wohlmeinender Frauen zu geben, deren Namen in die Listen des Vereins sich eingetragen finden. Eine Liste dieser Adressen ist in der Hand jeder „Freundin", die somit leicht in der Lage ist, aus ihrem Ort abretsende Mädchen an eine „Freundin" des Mädchens am zukünftigen Aufenthaltsorte desselben zu empfehlen. Ist die Reise des Mädchens länger, so übernehmen unter Umständen auch an den Hauptverkehrspunkten „Freundinnen" die Fürsorge für den Schutz auf der Reise u. dgl. Ohne Frage ist dlese Einrichtung schon vielen zum Segen geworden. Sie könnte es in noch höherem Grade werden, wenn, wie dies vor Allem in der Schweiz der Fall ist, auch auf dem Lande, von woher ja die meisten Mädchen kommen, solche „Freundinnen" sich fänden und die Abretsenden mit Adressen und Empfehlungen versähen. Es ist daher besonders zu begrüßen, wenn recht viele Landpfarrfrauen dem Vereine beitreten und sich somit in die Lage bringen, ihren in die Ferne reisenden Pfarrkindern die nöthigen Weisungen und Adressen zu geben. Dienstmädchen, Bonnen, Verkäuferinnen, Erzieherinnen u. dgl. haben in diesem Vereine eine segensreich wirkende Stütze für ihren Aufenthalt in der Fremde. — Auch in anderer Weise hat der Verein, nach dem in Worms abgelegten Rechenschaftsbericht, zu wirken gesucht, durch Versammlungen der jungen Mädchen an freien Nachmittagen oder Abenden, durch Einrichtungen von Marthahäusern, wo reisendeMädchen anständige, liebevolle und gute Unterkunft finden, durch Gründung von Koch- und Haushaltungsschulen, wo derartige Einrichtungen nicht schon von anderer Sette, wie z. B. in Gießen, ins Leben gerufen wurden. — Auch in Gießen gehören eine Anzahl von Damen dem Vereine an, von denen jede gern bereit ist, jungen Mädchen eine Stütze zu bieten und mit Rath und Thal beizustehen.
△ Reiskirchen, 19. August. Wie in früheren Jahren, so versammelte sich auch diesmal wieder der Kriegerverein zur Begehung der Gravelottefeier. Mit einer Vorfeier an der „Friedenslinde" wurde dieselbe gestern Abend eingelötet. Unter Musik, Reden und Gesang patriotischer Lieder nahm alsdann die eigentliche Feier, die im Gundrum'schen Saale stattfand, einen so animirten Verlauf, daß sich die Mitglieder erst nach Mitternacht trennten.
Burkhardsfelden, 19. August. Der hiesige Kriegerverein veranstaltete unter Mitwirkung des Gesangvereins gestern Abend eine Gravelottefeier, die recht würdig verlief.
K. Ranstadt, 17. August. Heute wurde unsere Gemeinde von einem seltenen und hohen Besuche beehrt. Es war dies der hier begüterte, frühere Vicekanzler, Fürst Stollberg- Wernigerode mit seinem Schwager, dem regierenden Fürsten Heinrich XXII. von Reuß. Nachdem sie die Güter besichtigt, fuhren sie zu einem Besuch des Grafen von Laubach nach dorten. Bei der Anwesenheit des Fürsten in Gedern wurde der dortige Oberförster Kircher zum Forstmeister ernannt, i
*«* Mainz, 17. August. Gartenbau-Ausstellung.^ Am 15. August war der Schlußtermin für die Anmeldung
zu der Ausstellung. Der letzte Tag brachte noch eine außerordentliche Menge von Anmeldungen (mit einer einzigen Poft liefen 95 auswärtige Meldungen ein), so daß nun auch noch der Garten der Stadlhalle in den weiten Ausstellungsbezirk einbezogen werden muß, um den Ausstellern einigermaßen gerecht werden zu können. Außerdem werden noch ein großes und verschiedene kleinere Treibhäuser für Orchideen und Warmhauspflanzen errichtet. Großartig wird auch die Obst- Ausstellung- aus allen Theilen Deutschlands werden die edelsten Früchte zur Schau gestellt, kurz, wir erhalten hier vom 15.—23. September eine Gartenbau-Ausstellung, welche alles in Schatten stellen wird, was auf diesem Gebiete früher hier geboten wurde. Gleichwohl werden die Eintrittspreise gegenüber denjenigen bet früheren Ausstellungen nicht erhöht, weil sich das Comitä der Hoffnung hingibt, daß die wesentlich vermehrten Ausgaben durch desto zahlreicheren Besuch wieder einkommen. Mit der Einrichtung der electrischen Beleuchtung ist begonnen worden. ES wird auf besondere BeleuchtungSeffecte Bedacht genommen, so daß die Ausstellung Abends einen feenhaften Anblick gewähren wird.
Pemtifcbtes,
* Frankfurt a. M.. 19. August. Das Stiftungsfest des Zoologischen Gartens mußte am 18. abgesagt werden und soll nun am Mittwoch, den 22. August, stattfinden. Das Programm bleibt unverändert, ebenso die Eintrittsbedingungen (Mk. 1—, Kinder 50 Pfg.). Der Vorverkauf von Btlleten zu 75 Pfg. findet nur bis Dienstag Abend statt. ___________________
Pcrfebr, £anö« «nt> voUrwirlyjchaft.
Stüttberfl, 18.' August. Fruchtpreise. Weizens 13,40, Korn JL 12,36, Gerste X 11,02, Hafer JL 13,74, Erbsen JL 16,00, Linsen 00,00, Wicken JL 00,00, Lem JC 00.00, Kartoffeln JL 0.00, Samen X* 18,36.___________________
witterrrirgsausfichten
am 20. August Morgens 8 Uhr (Wetterhäuschen in der Südanlage).
Barometerstand.
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Thermometcrr min.yo, max. HO R.
Hygrometer. Feucht.
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5 S
Temperatur der Lahn zwischen 11 u. 12 Uhr Vorm.: 11 Grad Reaumur.
Anmerkung: Die punktirtc Linie bei der Baromcterscala gibt den Stand des vorhergehenden Tages an.
Verfälschte schwarze Seide.
Man verbrenne ein Müfterchen des Stoffes, von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Aechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hellbräunlicher Farbe. — Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bricht) brennt langsam fort, namentlich glimmen die „Schußfäden" weiter (wenn sehr mit Farbstoff erschwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt, sondern krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschten nicht. Die «eidenfabrik G. Henneberg (f. u. k. Hoflieferant) Zurich versendet gern Muster von ihren echten Seidenstoffen an Jedermann und liefert einzelne Roben und ganze Stücke oorto- und zollfrei ins Haus. 14"
Dienstag den 2. October,
Nachmittags 3 Uhr,
soll auf dem hiesigen Ortsgericht die dem Wilhelm Kutzschrad in Gießen gehörige Hofraithe:
Flur 1 Nr. 233V.o — 74 qm in der Kaplansgasse
öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, 18. August 1891.
Großh. OrtSgericht Gießen.
___________I. A.: Bogt._______6861
Arbeitsbersteigenmg.
Samstag den 25. August L I., Nachmittags 2 Uhr, werden folgende Arbeiten in hiesiger Gemeinde wenigftnehmend in Accord gegeben: veranschlagt zu
1. Herstellung einer Bösch- ungsmauer incl.Material-
Lieferung 248 60
2. HerstellungeinerSchlauch- trockenvorrichtung
a. Maurerarbeit incl.
Materiallieferung 76 36
b. Zimmerarbeit 173 68
c. Dachdeckerarbeit 10 56
d. Schmiedearbeit 16 60
Klein Linden, den 18. August 1894. Großh. Bürgermeisterei Klein-Linden. 6862 - iGermer.__________
ÄL Schlachthaus.
Freibank. [6872
Heute und morgen:
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nicht tabenrein, per Pfd. 54 Pfg.
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Georg Post, Grotzen-Liuben. [5278
Verdingung.
Die zur Verlegung der Wieseck beim Bahnbof Gießen erforderlichen A> beiten, rund 7800 cbm. Erdbewegung einschließlich der Böschungsarbeiten sollen in einem Loos vergeben werden.
Versiegelte Angebote mit der Aufschrift: »Augedot auf die Verlegung der Wieseck beim Bahnhof Gietzen* sind bis zum 5. Leptember d. IS. an bm Herrn Regierungs Baumeister Horstmann in Gießen portofrei einzureichen, bei welchem auch die Bedingungen einzusehen und gegen Einzahlung von 2,00 Mk. im baaren Gelde zu haben finb.
DerEröffnungSterrnin der eingegangenen Angebote findet am 6. September, Mor, gens 11 Uhr im Büreau der unterzeichneten Dienststelle statt. .
Zuschlagsfrist 8 Tage.
Marburg, den 18. August 1894.
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