deutschen Exporteur bringen würde, hat sich seit dem Bekanntwerden desselben gewiß arg enttäuscht. Auch dieser jetzt in Washington zur Beralhung vorliegende Wilson-Tarif wird die Einführung von Waaren nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika nicht wesentlich erleichtern, da die Zollsätze desselben immer noch enorm hoch sind.
Der Erfolg der deutschen Aussteller in Chicago war also und konnte auch gar nichts Anderes als ein rein platonischer sein. Damit ist aber der deutschen Industrie nicht gedient. Eine Ausstellung wird doch gewiß hauptsächlich in der Erwartung beschickt, daß aus derselben dauernde Geschäftsverbindungen mit bisher noch unbekannten Abnehmern angeknüpft werden.
Dieses Resultatthatsächlich herbetzuführen, ist die Antwerpener Weltausstellung in diesem Jahre sehr wohl geeignet und zwar aus verschiedenen Gründen.
Belgien hat am 6. December 1891 mit dem Deutschen Reiche einen Handelsvertrag abgeschlossen, welcher bis zum 31. December 1903 in Kraft bleibt. Dieser Tarif ist für die Ausfuhr deutscher Fabrikate nach Belgien sehr vortheil- haft, da die angesetzten Zölle im Vergleiche mit. denjenigen, welche Nordamerika erhebt, als außerordentlich niedrige bezeichnet werden müssen. Die belgischen Zölle variiren in der Hauptsache zwischen 5 bis lOpCt. ad valorem. Dahingegen hat Frankreich durch seinen am 1. Februar 1892 in Kraft getretenen wesentlich erhöhten Zolltarif der Ausfuhr belgischer Fabrikate nach Frankreich ein fast unüberwindliches Hinderniß in den Weg gelegt. Die Folge davon ist, daß man in Belgien zur Zeit wenig geneigt ist, französische Fabrikate zu beziehen. Wie groß aber der Absatz Frankreichs in Belgien war, beweist die Thatsache, daß Frankreich in Belgien im Jahre 1891 für rund 327 Millionen Francs Waare einführte, ohne den Transitverkehr, der in der Hauptsache wohl nach Südamerika ging. Rechnet man diesen durch Belgien gegangenen französischen Transitverkehr hinzu, so belief sich Frankreichs Gesammtausfuhr nach Belgien im Jahre 1891 auf rund 600 Millionen Francs.
Dagegen betrug der deutsche Export nach Belgien in demselben Jahre nur 151 Millionen Mark, also kaum ein Drittel des französischen.
Zahlen beweisen. Klarer kann nicht gezeigt werden, wo 'der deutsche Industrielle suchen muß, seinen Absatz zu vergrößern. Freilich, Anstrengungen muß er deswegen machen. Der ausländische Kunde kommt nicht selbst, er will aufgesucht sein- und so lange er nicht erfährt, daß er von einer anderen Bezugsquelle ebenso gut und vielleicht weit besser und billiger seinen Bedarf decken kann, kauft er von seiner alten Bezugs- ; quelle, selbst wenn er höhere Preise für gleichwerihige Waare bezahlen muß.
Die Antwerpener Ausstellung von 1894 wird sicher von jedem Belgier besucht werden, da ist der Platz für den deutschen Fabrikanten, seine Adreßkarte abzugeben und den Besuchern den Beweis zu liefern, daß er dem französischen Concurrenten in nichts nachsteht.
Antwerpen liegt aber weiter so günstig, daß auch ganz Holland diese Ausstellung besuchen wird. Wer aber wollte in Abrede stellen, daß Holland ein ebenso wichtiges Absatzgebiet für deutsche Fabrikate sei wie Belgien? Holland mit seinen Colonien kann viermal so viel deutsche Waaren con- sumiren, als jetzt eingeführt werden. Die Antwerpener Ausstellung gibt also gleichzeitig die Möglichkeit, den holländischen Markt besser zu bearbeiten.
Dann kommt noch dazu, daß Antwerpen der Haupthafen für Verschiffungen nach ganz Südamerika ist. Die großen Jmporthäuser Südamerikas werden sicher ihre Repräsentanten und Einkäufer wie alle Jahre auch Heuer nach Europa schicken und werden dieselben die Gelegenheit, auf der Antwerpener Ausstellung neue Verbindungen anzuknüpfen, im eigensten Interesse benutzen.
Die Absatzsähigkeit in Südamerika wird aber vielseitig noch sehr unterschätzt, da eben auch hier Frankreich und England den Hauptantheil an der Ausfuhr haben.
Während Nordamerika in sehr kurzer Zeit nicht nur nichts mehr importiren wird (seine eigene Industrie, verbunden mit dem jetzt schon auch in den Bereinigten Staaten von Nordamerika fühlbaren Ueberfluß an Arbeitskräften muß sich in wenig Jahren zu einem schwer fühlbaren Concurrenten für Europas Industrien herausbilden), ist kganz Südamerika noch auf lange Zeit hinaus unfähig, seinen eigenen Bedarf herzustellen, vielmehr darauf angewiesen, denselben von außen zu decken.
Wenn Deutschland von diesem Bedarf Südamerikas nicht einen guten Theil an sich zieht, so sind gewiß nicht die Verhältnisse daran schuld, vielleicht aber der mangelnde Unternehmungsgeist Derjenigen, die sich über zurückgehenden Geschäftsumsatz beklagen.
Antwerpen ist kein Chicago. Antwerpen liegt an der Ausgangspforte von Deutschland, Antwerpen ist vom entferntesten Orte Deutschlands in 24 Stunden zu erreichen. Man kann die Antwerpener Ausstellung besuchen und doch in dem mit der Bahn in 8/< Stunden zu erreichenden Brüssel wohnen, man wird in Antwerpen und Brüssel keine amerikanischen Preise finden, die Ausstellungsspesen sind viel, sehr viel geringer als in Chicago, und selbst der junge, kleine, aber Vorwärtsstrebende Fabrikant kann es wagen, nach Antwerpen zu gehen, um seine Leistungsfähigkeit zu zeigen.
Also warum nicht ausstellen?
Weil manausstellungsmüde ist! wird man sagen. Richtiger aber ist jedem Einsichtsvollen ohne Zweifel, wenn man sagt: Der deutsche Fabrikant hat keine Zeit, müde, auch nicht ausstellungsmüde zu sein. Er muß rastlos und ohne Erlahmung der Energie immer und immer wieder neue Absatzgebiete aussuchen und dies umsomehr, als unbestreitbar die Consumtiouskraft im eigenen Vaterlande ,in den letzten Jahren sehr abgenommen hat.
Ein wesentliches Mittel, neue Verbindungen, neue Absatzgebiete zu erringen, wird aber sicher die AntwerpenerWeltausstellung in diesem Jahre,sein.
Wer sich für diese Ausstellung interessirt, wende.sich an das deutsche Central-Comitö für die Antwerpener Weltausstellung von 1894 in Berlin, dessen geschäftsführender Dele- girter Herr C. Romen in Charlottenburg-Berlin jede gewünschte Auskunft ertheilen und Anmeldungen enrgegennehmen wird. Junius.
Vermischtes.
* Das neue Reichstagsgebäude am Königsplatz wird, wie die „Nat. Ztg." schreibt, nach der Versicherung des Baumeisters Wallot bestimmt zum Herbst fertig gestellt werden und die nächste Session 1894/95 kann schon in den neuen Räumen abgehalten werden. Zwar sieht cs in mancher der weiten Hallen noch recht unfertig aus, allein die jetzt noch stehenden Gerüste dienen lediglich der Anbringung der Bekleidung von Wänden und Decken oder der Bemalung und Vergoldung. Betritt man das Gebäude von dem dem Brandenburger Thor am nächsten gelegenen, also wohl in Zukunst am meisten benutzten südlichen Vestibül, so begegnet man hier noch einer Menge Rüstungen, die Bildhauern und Maurern zur Vollendung ihrer Arbeit dienen. Natürlich ist von der Aufstellung der Standbilder der alten Kaiser von Karl dem Großen bis Maximilian, die für die hier befindlichen Nischen bestimmt sind, noch nichts zu sehen, ein großer roiher Teppich schützt vorläufig das werthvolle Steinmaterial der Treppenstufen. Linker Hand gelangt man durch die Garderoben in die große Wandelhalle, die fast die ganze Länge des Gebäudes in Anspruch nimmt und trotz des für die Wände angewandten künstlichen Materials durch ihre mächtigen Dimensionen und den vornehm weißgrauen Ton der Mauern einen imposanten Eindruck macht. Im nächsten Raum, dem großen, nach dem Königsplatz zu gelegenen Restaurationssaal, hausen noch die Maler, fast Alle Münchener, die das mächtige Tonnengewölbe mit zierlichen Arabesken in grünlichen Tönen verzieren. Heimlicher ist es in dem südwestlichen Ecksalon, der ganz mit Holz getäfelt und mit künstlerisch geschnitzten Architecturen, alles in warmen, dunklen Tönen, geschmückt ist. An Post und Telegraphie vorbei, gelangen wir im nordwestlichen Flügel nach dem Lese- und Schreibsaal, die mit ihren Holzbekleidungen von Wänden und Decken ebenfalls einen recht gcmüthlichen Eindruck machen. Hier sind Tischler noch mit Anbringung von Consolen und Rosetten der Decke, Vergolder mit glänzender Verzierung derselben beschäftigt und eine Hauptarbeit des Architecten ist es gegenwärtig, diese kleineren Ausschmückungsarbeiten, die oft mehr als die große Architectur ins Auge fallen, zu überwachen. Wo Holztheile noch fehlen, sind sie in Arbeit oder bedürfen nur noch des Anschlagens, ja die Polstersitze für den Lesesaal sind bereits eingeliefert. An den Zimmern des Präsidiums vorbei, die ebenfalls nur noch des Fußbodenbelags warten, gelangt man in das östliche Vestibül an der Sommerstraße, das, hauptsächlich für den Hof und Bundesrath bestimmt, wie alle Außenräume jeder farbigen Ausschmückung entbehrt und mit seinen beiden seitlichen Treppenläufen, in echtem Material ausgeführt, einen besonders ruhigschönen Anblick gewährt. Von hier ist im Augenblick der bequemste Zugang zum Sitzungssaale. Das Gerüst von Eisenträgern für die erhöhten Sitze des Präsidiums und der Rednertribüne ist bereits aufgeschlagen und harrt nur noch der Dielung. Auch Muster von Stühlen für den Präsidenten und die Bundesrathsmitglieder sind im Atelier Wallots bereits eingeliefert. Die Mauern der Umfassungswände, die von oben bis unten mit Holz getäfelt werden, sind noch unbekleidet, dagegen ist die Decke des Saals und die sie mit den Wänden verbindende Voute fertig, ebenso die alttypische Holzdecke der Tribünen, die der Akustik des großen Raumes besonders zu Hilfe kommen soll. Ein mächtiger aus Holz construirter Zirkel, eine sogenannte „Leier", dient den Handwerkern zur Construction der Radien und Peripherien für Herstellung der Sitzreihen. Im Ganzen wird der Sitzungssaal in seiner äußeren Erscheinung, abgesehen von den Galerien, dem alten, dem er ja auch an Größe fast gleicht, sehr ähnlich sehen.
* Za, diese Chemie! In arabischen Märchen wird viel von der Verstandesschärfe der weisen Kadis erzählt, die besonders gute Polizisten sind und jeden Dieb unfehlbar herausfinden, mag er es auch noch so geschickt angestellt haben, seinen Mitmenschen zu bestehlen. Die Europäer sind nur manchmal so gescheidt, dann aber kommt auch ihr Verstand dem der langbärtigen Kadis gleich. Ein solches Stückchen macht gegenwärtig in Pest viel von sich reden. Dec dortige Kunststeinfabrikant Emil Schrödl machte seit längerer Zeit die unangenehme. Wahrnehmung, daß seinem Kassenlocale Diebe ihre Besuche abzustatten pflegen, welche hauptsächlich das zur Bezahlung der Arbeiter bestimmte Silbergeld sehr empfindlich verringerten. Schrödl erstattete bei der Polizei die Anzeige, doch konnte man den Thätern nicht auf die Spur kommen. Dieser Tage sprach der Fabrikant nun wieder bei der Stadthauptmannschaft vor und meldete, daß er den Dieb nun habe- gleichzeitig erzählte er die originelle Art und Weise, wie er den Dieb erwischte. Der Chemie-Professor Telek hatte ihm ein Pulver gegeben, mit dem das Silbergeld jeden Abend bestreut wurde. Dieses Pulver hat die Eigenschaft, daß es die Hand blau färbt, und durch Seife nicht entfernt werden kann, ja, durch Wasser noch intensiver sichtbar wird. Als Schrödl in seiner Kasse abermals einen Abgang von 40 Silberkronen bemerkt hatte, rief er die Arbeiter zusammen und befahl ihnen, sich vor ihm die Hände zu waschen. Sämmtliche Arbeiter gehorchten, bloß der Dieb steckte beide Hände in die Taschen, da er die blauen Flecken an seinen Fingern bereits bemerkt hatte. Nach einigem Sträuben trat er dennoch zum Waschbecken und kaum hatte er die Hand in's Wasser getaucht, als die ganze Hand
von einer dunkelblauen Haut überzogen war. Herr Schrödt > schrie ihn an: „Du bist der Dieb!" Thatfächlich hatte der i Arbeiter Johann Edes das Geld gestohlen. Er wurde zur Polizei gebracht, wo er seine That eingestand und das ver- i rätherische Pulver verwünschte.
* Heirathen erhält daö Leben länger. Darwin und Dr. Stark haben durch genaue statlstische Ermittelungen sestgestellt, daß verheirathete Männer gesünder bleiben und länger leben als unverhetrathete. Nach diesen Ermittelungen starben von 1000 unverheiratheten Franzosen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren 11,30, 1000 verheirateten im gleichen Alter 6,50, von 1000 Schotten in denselben Altern 14,97 unverheiratete und 7,97 verheirathete. Auch von Wittwern und Wittwen in höherem Alter starben weit mehr als von verheiratheten Alten.
* Torpedo-Schotznetz-Scheereu. Wie aus Po la gemeldet wird, sollen in der österreichisch - ungarischen Kriegsmarine demnächst Torpedo - Schutznetz Scheeren eingeführt werden. Bekanntlich sichern sich die Kriegsschiffe gegen die Angriffe der Torpedoboote durch Schutznetze, die den Torpedo in entsprechendem Abstand vom Schiffe auffangen und seine Wirkung dadurch aufheben. Nun hat man wieder Scheeren erfunden, mit welchen die Schutznetze des gewaltigsten Panzercolosses binnen wenigen Secunden zerschniticn werden können, so daß die Torpedos die Bahn frei finden für ihr entsetzliches Werk. Damit steigt natürlich wieder die Bedeutung der Torpedo- Flotillen und es ist begreiflich, daß jede Kriegsmarine sich beeilt, diese neueste Erfindung für ihre Zwecke zu ver- werthen.
* Eine gute Antwort. Ein Bittsteller wandte sich einst an den König Alphons von Arragonien - er erzählte von einem schrecklichen Gläubiger, der seine Schuld rücksichtslos eintreibe, Schulden, die noch von seinen Eltern herstammten. Der König wollte dey Namen des grausamen Menschen kennen lernen. Und wen nannte der Witzbold? Den Magen, der immer mehr haben wolle und verlange, was man ihm schulde. Der König lachte über den Scherz, gab ihm ein Geldstück, rieth ihm aber auch, er solle sich doch an einen tüchtigen Advokaten wenden, der ihn in Schutz nehmen werde. Dieser Advokat heiße „Fleiß" und die Frau des Advokaten „Selbstbeschränkung". Wir empfehlen denselben hiermit sammt seiner Frau.
* Das spanische Heer. Ein Pariser Blatt hat kürzlich als Kuriosum berichtet, daß sich z. B. in Melilla nicht weniger als 27 Generäle und 70 Obersten^befinden. Das darf aber nicht Wunder nehmen, wenn man die sonderbare Zusammensetzung der spanischen Armee betrachtet. Letztere zählt nämlich 203 Generäle, 534 Obersten, 962 Oberstlieutenants, 2014 Majore, 5242 Capitäne, 7576 Lieutenants, 9869 Unter- Lieutenants, zusammen 26,400 Offiziere. Die Frtedens- präscnzstärke beträgt 75,000 Mann. Die Zahl der Offiziere im Verhältnisse zu der Mannschaft ist ungefähr wie 1 zu 8.
* Helm ab zum Gebet! Man schreibt der „Post" aus Thüringen: Bei Gelegenheit einer Felddienstübung stellte der Commandeur eines thüringischen Regiments an einen erst vor Kurzem in das Regiment versetzten Lieutenant verschiedene examinatorische Fragen, u. a. auch die: „Was würden Sie thun, wenn im Gefecht von links und rechts feindliche Infanterie auf Sie und Ihre Truppe zukäme, von vorn aber feindliche Artillerie und von hinten feindliche Cavallerte heran» stürmte?" Der junge Offizier antwortete nach einigem Zögern, fast im Commandotone: „Stillgestanden! — Gewehr ab! — Helm ab zum Gebet!" Der Oberst soll in hohem Grade frappirt von dieser Antwort gewesen sein- er wandte sich darauf stumm, aber befriedigt nickend von dem jungen Offizier ab._____________________________________
Das Vorkommen von Viehseuchen in Hessen während des Monats December 1893.
Milzbrand wurde festgestellt in Langenhain, Kreis Friedberg, am 13. December bet einem creptrten Rinde.
Die Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Gießen und in Guntersblum, Kr. Oppenheim. ,
Die Seuche wurde sestgestellt und war am Schlüsse des MonatS wieder erloschen in Friedberg und in Sletnfurth, Kreis Friedberg.
Die Seuche wurde festgestellt und herrschte am Schlüsse des Monats noch fort in Hammelbach, Kreis Heppenheim, und in Flomborn und Dietesheim, Kreis Alzn)
Die Räude gilt als vorhanden unter den Schafen in Hattenrod, Kreis Gießen, in Fauerbach und Ortenberg, Kreis Büdingen, in Wölfersheim und Ober-Erlenbach, Kreis Friedberg, und in Steinberg, Hartmannshatn und Nieder - Seemen, Kreis Schotten.
Citeratur rrnd ICunft.
— Als wirklich zuverlässiger Führer durch das große Gebiet des Zeitungs-, insbesondere des Annoncenwesens erweist sich der prompt zum Jahreswechsel erschienene 1894er Jnserttons- kalender und Zettungscatalog der Annoncen - Expedition Rudolf Mofle. Es steht fest, daß dieser Catalog, nachdem er im Laufe der Jahre gar mannigfache Veränderungen und Verbesserungen erfahren hat, nunmehr dem Inserenten, der ihn zu Rathe zieht, kaum eine Antwort schuldig bleibt. Da finden wir neben dem Titel einer jeden Zeitung den Preis einer Annoncen- und Reclamezeile, die Spaltenbreite und die Auflage der Blätter, die Einwohnerzahlen der Erscheinungsorte verzeichnet. Durch einen besonderen, im Catalog befindlichen Normal - Zeilenmesser wird dem Inserenten eine Handhabe zur sicheren Berechnung der Jnsertionskosten geboten. Diesen schon im letzten Catalog enthaltenen Angaben sind in diesem Jahre zwei neue wichtige Rubriken htnzugefügt. Es ist häufig für den Inserenten, welcher wünscht, daß seine Anzeige auf eine ganz bestimmte Klasse des zeitunglesenden Publikums wirken soll, werthvoll, die politische Haltung eines Blattes zu kennen. Diesem thatsächlichen Bedürfnis wurde dadurch Rechnung getragen, daß bei jeder Zeitung Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz jetzt auch die politische Partetrichtung angegeben ist. Eine weitere neue Rubrik, welche an- giebt, wieviel Jnseratenspalten eine Annoncenseite jeder Zeitung enthält, wird vielen Inserenten erwünscht sein. In seinem Vorwort zeigt der Catalog ferner kn mehr als 50 neuen und originellen Entwürfen für wirkungsvolle Clichü- Anzeigen, wie sehr die Annoncen- Expedition Rudolf Mosse bestrebt ist, dem practischen Bedarf der Inserenten zu entsprechen. Der Catalog präsenttrt sich auch in seiner äußeren Erscheinung in einem neuen schmucken Gewände. Ein ebenso effectvoller wie gediegener Einband schmückt daü Buch, dessen ganze typographische Ausstattung ein schönes Zeugniß für die Leistungen der Buchdruckerei von Rudolf Mosse abgtebt.


