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verhaftet worden sind, weil sie einen Mörder gedungen hatten, um den Sultan und den neuen Großvezier zu ermorden. ,

Sofia, 18. Juli. DieSwoboda" veröffentlicht ein amtliches Telegramm des ProcuratorS von Widdin, wonach am 11.Juli in Bregovatz ernste Unruhen stattgefunden haben. Zahlreiche Bürger wurden verwundet, viele Häuser wurden demolirt. Die wohlhabenden Einwohner flüchteten nach Serbien. In Tirnowa hat die Volksmenge die Villa Karaghosaw, in der Fürst Ferdinand gewohnt hat, demolirt.

Belgrad, 18. jJuli. Die Einberufung der ge­lammten Miliz auf den 26. Juli ruft hier allgemeines Aufsehen hervor. Die Verfügung des Kriegsministers, den Soldaten während der Erntezeit größere jBeurlaubungen zu gewähren, hat unter der ländlichen Bevölkerung lebhafte Mißstimmung und Unzufriedenheit hervorgerufen, weil dann die Concurrenz der Arbeitskräfte überhand nehmen wird.

Newyork, 18. Juli. In den Südwestgebieten Mexikos haben gestern schreckliche Erdbeben stattgefunden. Zahl­reiche Gebäude wurden zerstört. Die Zahl der Opfer ist noch unbekannt, wie überhaupt Einzelheiten noch fehlen.

Newyork, 18. Juli. In Virginien brachten Ausständige 200 Ladungen Grubenpulvers zur Explosion, wodurch 20 schwarze Arbeiter getödtet und 130 verwundet wurden.

Sau Francisco, 18. Juli. In Oakland haben gestern abermals Strikende versucht, einen Eisenbahnzug mittelst Dynamit zu zerstören. Der Anschlag mißlang und nur die Maschine wurde beschädigt.

Coetlts rm- p*oi>ritrteller.

Gießen, den 19. Juli 1894.

** Verwaltungsdienst - Nachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht: 1) den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Mainz August Weber zum KreiSamtmann bei dem Kreisamte Bensheim - 2) den Regierungsaffessor Emil Wolff zu Erbach zum Kreisamtmann, 3) den Regierungsaffessor Dr. Karl Hamann zu Schotten zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Schotten, 4) den Kreisamtmann bet dem Kreisamte Groß-Gerau Dr. Karl Hsing er zum Kreisamtmann bei dem Kreisamte Mainz zu ernennen.

** Oberhessischer Bieueuzüchtervereiu. Unsere verehrlichen Leser machen wir auf die im Annoncentheil bekannt gegebene diesjährige Wanderversammlung des Oberhessischen Btenenzüchtervereins, welche am 22. und 23. d. Mts. in Steins Garten stattfindet, aufmerksam. Die Mitglieder des Oberhessischen Bienenzüchtervereins, sowie die verbündeten Vereine haben bei Vorzeigung ihrer Vereinskarten freien Zu­tritt, ebenso die Inhaber eines Looses. Eintrittskarten ä 30 Pfg. sind an der Kasse zu haben.

** Zuvalideudauk. Heute Donnerstag Abend veranstaltet unsere Regiments.Capelle ein Extra-Concert zum Besten des Jnvaltdendank, gleichzeitig den angenehmen Zweck des Wohlthuns hierdurch erfüllend. Der Fond des Jnvaliden- dank ist zur Unterstützung hilfsbedürftiger Invaliden der Armee und steuern unsere Regiments-Capellen durch ihr echt kameradschaftliches Wirken in dieser Beziehung nicht wenig zur Unterhaltung dieses Fonds bei. In allen größeren Städten gehören die Concerte für diesen Zweck zu den be­suchtesten und wünschen wir, daß diese samariterliche Arbeit auch hier eine recht lohnende seine möge.

** Kirchliche Dieustuachrichteu. Der evangelische Pfarrer Friedrich Althen von Eberstadt wurde auf Nachsuchen aus dem Dienst der hessischen Landeskirche entlassen und dem Pfarrverwalter Hermann Eduard v. Heymann in Steinbach, Decanat Offenbach, die erledigte evangelische Pfarrstelle da­selbst übertragen.

** Militärdieustuachrichteu. Dr. Keller, Unterarzt beim 4. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 118, Dr. Weber,

warfen und mit dieser vom Sturme eine Strecke fortgeschleist. Sie blieb während des Sturmes im Felde liegen und ist arg zugerichtet. Anfangs galt sie als tobt, scheint aber nun durch­zukommen. Ein Bauer, der weinend in den Trümmern seiner Habe arbeitete, ohne zu wissen, was er eigentlich that, meinte, wenn er acht Jahre nacheinander Hagelschlag gehabt hätte, wäre er nicht so schlimm daran. Thatsächlich haben die Be­troffenen meist ihr Alles verloren. Ihr Jammer ist herz­brechend, namentlich, da er sich nicht in lauten Ausbrüchen, sondern in stumpfer Betäubung äußert. Nicht selten hört man resignirt sagen:Gott hat es uns geschickt, er wird uns nicht ganz verkommen lassen." Hilfe ist hier dringend nöthig, umsomehr, als die Betroffenen brave, fleißige Leute waren, die sich mit Mühe und Arbeit durchs Leben brachten und meist in sehr bescheidenen Verhältniffen sich befinden. Aber auch die besser Situirten stehen vor dem Nichts.

Aus der Brandversicherung erhalten die Geschädigten nichts, da ihr Eigenthum nicht durch Feuer vernichtet wurde. Trotzdem an 300 Wohnhäuser und etwa 600 Firste zerstört find, ist nämlich nirgends ein Brand ausgebrochen, da das Unglück Nachmittags kam. Dort, wo der Orkan am schlimmsten hauste, hat der Hagel nur wenig Schaden an den Feldern angerichtet, aber die Leute können die Ernte nicht ein- und unterbringen. Die wohlhabenderen Bauern, die Waldungen und somit eine Hilfsquelle gehabt hätten, sind um diese ge­kommen, da die Waldungen fürchterlich zerstört sind. Sie können also auch da keine Versicherungsentschädigungen er­halten. Der Staat muß nun freilich eingreifen, aber daS genügt nicht, denn der indirecte Schaden ist noch größer als der directe, und was die Leute brauchen, ist rasche Hilfe! DaS Eisenbahnbataillon arbeitet zur Zeit daran, die gefähr- detsten Stellen zu sichern und die Reste der Häuser vor völligem Einsturz zu bewahren. Aber man hat schon ein- gesehen, daß noch mehr Militär zu diesem Zwecke bei- gezogen werden muß. Es werden deshalb wettere Verstärk- ungen eintreffen. (Frkf. Ztg.)

Unterarzt beim 2. Großh. Heff. Jnf.-Regt. Nr. 116, mit Wahrnehmung je einer bei ihren Truppentheilen offenen Assistenz-Arztstelle beauftragt.

* Bliudeuaustalt Friedberg. Pfarrverwalter Franz Schwabe in Selters wurde zum Director der Blindenanstalt Friedberg ernannt.

* Technische Hochschule Darmstadt. Der ordentliche Proseffor an der Technischen Hochschule Dr. Rudolf Mehmke wurde auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. September 1894 an, seines Dienstes entlassen. Der Ingenieur Heinrich Krauß zu Wien wurde zum ordentlichen Professor des Maschinenbaues an der Technischen Hochschule mit Wirkung vom 1. October 1894 an in der gedachten Eigenschaft berufen.

Die Bibliothek Karl VogtS. Die rumänische Regie­rung hat, wie der Neuen Freien Presse mitgetheilt wird, die äußerst werthvolle wissenschaftliche Bibliothek Karl Vogts in Genf für eine Leibrente von jährlich 12 000 Francs an­gekauft. Nach dem Ableben des Gelehrten bezieht seine Frau eine Leibrente von 4000 Francs.

Zm Juteresse de8 reiseudeu Publikums wird von Neuem auf nachstehende, im Bereiche der deutschen Eisenbahnen allgemein giltige Einrichtung hingewiesen: Reisende, denen auf der Reiseantrittsstation eine directe Fahrkarte nach ihrem Reiseziel nicht verabfolgt werden kann, können sich der draht­lichen Vorausbestellung der erforderlichen Fahrkarten und Gepäckscheine gegen eine Gebühr von 25 Pfg. bedienen. Die Fassung des Telegramms ist hierbei dem Stations­beamten zu überlasten. Die auf diese Weise bestellten Fahrkarten und Gepäckscheine werden den Reisenden bei der Ankunft auf der Umlösungsstation an den Zug ge­bracht, sofern die Weiterfahrt von demselben Bahnhof aus stattfindet.

** Was soll der Zweck de8 TurueuS fein? Das be­kunden die kernigen Worte, welche Lehrer G. Schödel, der erste Turnwart des Turnvereins Hof, kürzlich über das Turnen sagte:In unserer Zeit ist es nothwendtg, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, wozu wir denn eigentlich turnen. Was ist der Zweck der ernsten Arbeit? Turnen wir der Preise wegen? Gewiß nicht! Freilich steigert das Wettturnen die eigene Leistungsfähigkeit, der schlichte Ehren­kranz ist gewiß erstrebenswerth. Aber des Preises wegen allein turnen, da würde sich die Turnkunst bedenklich nach der Seite neigen, wo die Gymnastik zum Berufe wird. Turnen wir, um uns vorzubereiten für den militärischen Dienst? Nicht allein. Allerdings besteht ein Theil der Aufgabe der Turnvereine darin, die Wehrbereitschaft des Volkes zu heben und vaterländische Gesinnung zu pflegen. Daß ein tüchtiger Turner den Anforderungen des militärischen Dienstes leichter genügt, ist ein Erfolg des Turnens, der hervorgehoben werden muß. Aber der Knabe, der Jüngling, später der Männerriegler, denkt doch wohl zunächst an sich, den Körper und den Geist zu stählen gegen die Kämpfe, die keinem Menschenleben versagt bleiben. Die gekräftigten, ge­wandten Glieder, die erworbenen guten Eigenschaften braucht der Mensch auch noch zu anderen Zwecken. Darum geht das ideale Streben der Turnerei nicht allein auf die körperliche Ausbildung, sondern auch auf die Erziehung des ganzen Menschen. Durch die freiwillig übernommene angestrengte Thätigkeit der Körperbildung, durch das Gemeinturnen wird der Sinn der Pflicht und treuer Pflichterfüllung geweckt, der Sinn für das Gemeinwohl gepflegt, edle Selbstlosigkeit, Ge­horsam und Unterordnung anerzogen. Gegenseitige Achtung und Freundschaft entstehen aus dem Verkehr ohne Unterschied des Standes. Die Energie, der Muth und das Selbst­vertrauen, welche erworben werden, wirken wohlthätig auf den Character, Männer, wetterfest in den Stürmen des Lebens, bereit und geschickt zur Hilfe in der Noth, voll glühender Vaterlandsliebe werden erzogen. Also ein tiefgreifendes sittliches Stück Arbeit liegt in dem, was die Turnvereine wollen und an­streben!"

** Verhalten beim Gewitter. In der jetzigen Jahreszeit halten wir es für angebracht, einige Verhaltungsmaßregeln während der Gewitter in Erinnerung zu bringen: Die mit Pflügen beschäftigte Person spanne sofort aus, wenigste ein Gewitter heranziehen sieht und treibe daS Vieh aus der Nähe des Pfluges, dessen eiserne und stählerne Bestandtheile leicht den Blitz anziehen können. Aus diesem Grunde sollen auch Mäher und Schnitter ihre Instrumente weglegen. Dann laufe man nicht schnell nach Hause, sondern langsam und auf der Mitte des Weges. Hat man Vieh oder Fuhrwerk bei sich, so gehe man etwas abseits oder hinter demselben, wenn es die Umstände erlauben. Auf keinen Fall aber halte man mit demselben unter einem Baum,- bei den meisten Fällen von Blitzschlägen spielen die Bäume eine Rolle. Darum ist es besser, bis auf die Haut naß, als untDc solchen Schutz­dächern erschlagen zu werden.

Ober-Ohmen, 18. Juli. Der elfjährige Knabe einer hiesigen Wittwe bestieg gestern einen Kirschbaum, die Gefahr des Besteigens, verursacht durch starkes Regenwetter, nicht achtend. Hierbei glitt er aus, stürzte herab und fiel mit solcher Wucht kopfüber zu Boden, daß ihm der Schädel zersprang. Bewußtlos wurde der Knabe nach Hause ge­tragen. Dle Verletzung ist eine lebensgefährliche. Das ist ! bereits der dritte schwere Unfall, der sich innerhalb acht Tagen durch das Kirschenpflücken ereignet hat.

Vom Vogelsberg, 18. Juli. Die jetzige Wetterlage stellt sich als ein Wachswetter im vollen Sinne des Wortes dar. DaS Grummetgras, dem es Anfangs zu trocken war, wächst nun, nachdem der Boden gehörig durchfeuchtet, üppig hervor. Das Grünfutter, das durch den geringen Nachwuchs der zweiten Grasschur etwas mangelte, ist wieder reichlicher vorhanden. Die Grünfütterung erhält nun auch eine will­kommene Bereicherung durch die Blätter der Hackfrüchte. Diese Hackfrüchte stehen in einer so vollkommenen Entwickelung, wie man sie nicht in allen Jahrgängen zu sehen gewohnt ist.

Ein Krautmangel wie im vorigen Jahre ist ausgeschlossen. Dtckwurz wie alle Gemüsepflanzen sind schwarzfett. Dasselbe kann man von Hafer und Gerste sagen. Im Garten aber regnet es für Bohnen und Gurken bereits zu viel. Ueberhaupt ist eS des feuchten Segens nun genug,- dennder Regen regnet jeglichen Tag." Die Kornernte wird durch das Regen­wetter htnausgeschoben- bei besserem Wetter hätte man be­reits mit dem Schneiden des Korns begonnen. Dessenunge­achtet muß betont werden, daß der Regen, so reichlich er auch fließt, in einer günstig gelegenen Zett kommt- denn hätte die Kornernte bereits begonnen, so hätte sie Schaden erlitten.

Mainz, 18. Juli. Die Trümmer der am Montag niedergebrannnten Heu- und Strohmagazine der hie­sigen Garnisonsverwaltung rauchen noch sehr stark und ein penetranter Brandgeruch durchzieht die ganze Stadt. Ab und zu schlagen an der einen oder anderen Stelle die Hellen Flammen aus den Trümmern hervor, wodurch die durch Pioniere bethätigten Räumungsarbeiten häufig unterbrochen werden. Ueber die Höhe des entstandenen Brandschadens gehen die Ansichten sehr auseinander, doch dürfte derselbe sehr wett über 100 000 Mk. betragen. Wie verlautet, sollen die Magazine nicht mehr an derselben Stelle errichtet werden, sondern in verschiedenen Gegenden der Festung, möglichst weit getrennt von einander Aufstellung finden. Der Riesen­elefant, der bet dem verflossenen Bundesschießen als Aus­sichtsthurm diente, wird nächster Tage zur Ausstellung nach Antwerpen verbracht werden. Wegen dem Monstrum schweben noch eine ganze Reihe von Prozessen.

Vermischtes.

* Cobleuz, 18. Juli. Heute Abend 6V2 Uhr sind die Fundamentmauern eines von der Militärverwaltung zu er­richtenden Fruchtmagazins zusammengestürzt und begruben drei Arbeiter unter den Trümmern. Pioniere arbeiten an der Rettung der Verunglückten.

* Braunschweig, 18. Juli. Eine gestern Abend hier stattgefundene, von 3000 Personen besuchte socialistische Versammlung hat über sämmtliche hiesige Bierbrauereien den Boykott verhängt, nachdem der Letztere gegen drei Brauereien erfolglos geblieben war.

* Quedlinburg, 17. Juli. Infolge eines zündenden Blitzes wurde gestern Abend der Pferdestall der 3 Escadron des Cürassier Regiments von Seydlitz, in welchem 140 Pferde standen, vollständig etngeäschert. Ein Pferd wurde vom Blitz getödtet, zwei schwer verletzt. Verbrannt sind die auf dem Bvd?n lagernden bedeutenden Stroh- und Futtervorräthe, Heu und circa 280 Centner Hafer. Sämmtliches Sattel­und Zaumzeug wurde gerettet. Die Pferde wurden ins Freie gelassen und wurden bis zur hereinbrechenden Nacht 50 vermißt, welche das Wette gesucht haben.

* Wien, 18. Juli. Der Hofrath a. D. Bayer aus dem Finanzministerium hat sich heute Mittag aus dem dritten Stock seines Hauses herabgestürzt und war sofort tobt.

* Entführung eines Kindes. Aus Berlin wird be­richtet: Wegen Entführung seines eigenen Kindes wird seit dem 4. d. M. der practische Arzt Dr. med. Max S. steck­brieflich verfolgt. Dr. S. heirathete im Jahre 1890 ein Fräulein G-- die Ehe war nicht glücklich und die junge Frau verließ bereits am 22. April 1892 ihren Gatten, um bei Verwandten Aufnahme zu finden. Im Herbste vorigen Jahres erfolgte die gerichtliche Scheidung der Eheleute und die am 23. September 1891 geborene Tochter Anna Marie wurde der Mutter zugesprochen. Der Mann gab jedoch das Kind nicht heraus. Täglich ließ er es in seiner Equipage in Be­gleitung zweier Frauen spazieren fahren und wachte mit Argusaugen über seinen Liebling. Erst im Januar dieses Jahres erfuhr er nun, daß ihm das Kind zwangsweise ge­nommen werden sollte. Rasch entschlossen floh er mit seinem Töchterchen ins Auslands sein prachtvolles Haus und seine große Praxis im Stiche lassend. Der Steckbrief, den nun­mehr die Staatsanwaltschaft gegen den Entführer erlassen hat, lautet:Gegen den practtschen Arzt Dr. med. S., geboren am 7. September 1861, zuletzt hier (Berlin) wohn­haft, ist die Untersuchungshaft wegen Entführung verhängt worden. Verhaftung und Ablieferung in das nächste Justiz- gefängniß." Wie dieBörsenzeitung" erfährt, zieht die Miethe für den Grundbesitz in der X.-straß^ eine Schwester des Verfolgten ein, die sich standhaft weigert, den Aufenthalt ihres Bruders den Behörden anzugeben.

* Moderne Seegespenster. Während der zunehmende Weltverkehr die alten See-Unholde, welche gelegentlich den Schiffer ängstigen, den Fliegenden Holländer, den Klabauter- man und alle ähnlichen Phantasiegebilde, vom Ocean ver­trieben hat, stellten sich in neuester Zeit sehr viele Schreck­gestalten auf den Hauptfahrgebieten des Atlantischen Oceans ein. Es sind dies die treibenden Wracks, deren Zahl nun schon sehr angeschwollen ist, daß die Regierung der Vereinigten Staaten Kriegsschiffe auSgesandt hat, um jene gefahrbringenden Jrrfahrer zu zerstören. Zunächst wurden die Kreuzer San Francisco" undDesuvius" sowie derKearsarge" beauftragt, besonders die an der amerikanischen Seite treibenden Wracks zu beseitigen, und neuerdings ist ein anderes Kriegs­schiff ausgesandt worden, um zwischen der Küste und" West- Indien auf dieselben zu fahnden. Es steht zu hoffen, daß sich auch England an der Jagd auf die fliegenden Holländer be­theiligen wird, wenigstens kann nur von einem Zusammen­wirken der großen das Meer beherrschenden Staaten eine durchgreifende Abhilfe erwartet werden. Die monatlichen Lotsenkarten des Hydrographischen Amts in Washington bringen regelmäßig Mitteilungen über die Positionen, in denen Wracks auf dem Ocean angetroffen wurden. Diese Notizen sind von besonderem Werthe für den Seefahrer, indem sie wenigstens ungefähr die Gegenden angeben, in denen sich herrenlose Schiffskörper zur Zeit umhertreiben. Manche der letzteren machen höchst merkwürdige und lang andauernde Irrfahrten durch die Oceane. So ist besonders das Wrack des Schuners