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Nr. 115 Drittes Blatt. Sonntag den 20. Mai 1894
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Hratisöeikage: chi-ßener KamitienMtter. |
Sitzung der Stadtverordneten
am 17. Mai 1894.
(Fortsetzung.)
Die drei ersten Gegenstände der Tagesordnung betreffen Gesuche, bezüglich deren sich die Stadtverordneten Versammlung über die Bedürfmßsrage zum AnSschank dezw. Berkaus von Branntwein zu äußern hat. Während das Gesuch des Herrn Johannes Hormann um Concession zum WirthschaflSbetrieb im „Wiener Hof" befürwortet wird, beschloß die Versammlung bezüglich des Gesuches des Herrn L. Hahn um Concession zum WirthschaftSbetrieb im Hause Bismarckstraße 8, sowie des Gesuchs des Herrn Wilh. Haas um Erlaubnis zum Verkauf von Branntwein Über die Straße im Hause Bleichstraße Verneinung der Bedürfnißsrage.
Hierauf wurden widerruflich befürwortet: 4. das Gesuch deS Herrn Kbr. Haubach um Erlaubniß zur Errichtung eines Gartenhäuschens am Wismarer Weg, 5. daS gleiche Gesuch des Herrn Friedrich Berg am Nahrungsberg, 6. daS Gesuch deS Herrn Jac. Hildebrandt um Errichtung eines Backsteinhäuschens im Neustädter Feld und 7. das gleiche Gesuch deS Herrn Heinrich Volkmann II.
Die Rechnung der Gemeinde-Krankenversicherung (für die sog. unständigen Arbeiter) für 1893 hat ergeben an Einnahmen 18 Maik, an Ausgaben 15,03 Mark. Die Rechnung wird genehmigt.
Mehrere Rechnungen über ortSgerichtliche, aus der Parzellenvermeffung entstandene Kosten werden genehmigt.
Der freihändigen Abgabe von Holz zu DecorationS zwecken im Gefammtertrage von 146 Mark wird nachträglich Genehmigung ertheilt.
Der deutsche Hülf»verein zu Paris hat sich an die Stadt Gießen um Bewilligung eines Beitrags für seine Zwecke gewendet. Der Verein hat nach dem vorgelegten Jahresbericht ein Defizit von 3885 FrS., welches durch die an ihn gestellten Anforderungen hülsSbedürstiger Deutscher in Paris entstanden ist. Unter den unterstützten Deutschen befanden sich unverhältnißmäßig viele Hessen - so wurden im letzten Jahre auf Kosten deS Vereins in die Heimath zurückgesandt 529 Deutsche, darunter 39 Hessen, Baarunterstützung erhielten 3222 Deutsche (241 Hessen), ärztliche Hülse von Seiten deS Vereins wurde zu Theil 1712 Deutschen (86 Hessen), Krankenbesuche 1496 Deutschen (456 Hessen). ES wird auf Antrag der Armendeputation beschlossen, dem Verein einen ständigen Jahresbeitrag von 50 Mark zu bewilligen.
Das Gesuch des $ivrn P. Leppla um Erlaubniß zur Anbringung eines Stegs über den Schoorgraben in der Südanlage zur Erleichterung des Verkehrs deS die Garten- wirthschaft deS GesuchstellerS besuchenden Publikums wird abgelehnt. _____________
Sitzung am 18. Mai 1894.
Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Grllneberg, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Brück, EmmeliuS, Faber, Dr. Gutfletsch, Habenicht, Heß, Hehligenstaedt, Hornberger, Jughardr, Löber, Orbig, Dr. Ploch, Scheel, Simon, Dr. Thaer und Wallenfels.
Für die Anbringung eines S ch u tz g e l än d erö längs des SchoorgrabenS in der Ostanlage und Südanlage waren f. Z. 3900 Mark in den Voranschlag eingestellt und versuchsweise auf 97 Meter Länge ein aus kleinen eisernen Säulen mit Bandeisenverbindung bestehendes Geländer auSgesührt worden. Betreffs der Frage, ob dieses Geländer fortgesetzt werden soll, hat die Baudeputation vorgefchlagen die Verwendung eines Geländermusters, welches sich von dem Probegeländer durch etwas weitere Felder und stärkere Flacheisenverbindung unterscheidet. Die Versammlung erhob den Vorschlag zum Beschluß, nachdem Herr Hehligenstaedt sich für eine Erhöhung dkS Geländers (das Probegeländer ist 60 Genth meter hoch) auf 80 Zentimeter ausgesprochen hatte.
Die Anbringung eines gleichartigen Eisengeländers entlang der Al icestr aße würde einen Aufwand von 1600 Mk. erfordern. In Rücksicht darauf, daß die Hecke auf dem größten Theile der bezeichneten Straßenstrecke sich in einem guten Zustande befindet und der Kostrnaufwond im Verhältniß zum Nutzen ein ziemlich erheblicher ist, hat die Baudeputation beantragt, die Hecke zu belassen und zu pflegen, die vorhandenen Lücken durch Nachpflanzung von Dornen auszufüllen und für die Pächter der Wieseckböichungen Thüren anbringen zu lassen. Die Versammlung beschloß demgemäß.
DaS (nachträglich gestellte) Gesuch der Herren Seuli ng und Pr etsag wegen Anbringung von Fenstern in der Brandmauer ihres Neubaues in der Schulstraße soll derart und auf Widerruf genehmigt werden, daß Gesuchsteller vor den betr. Fenstern Drahtgitter anzubringen haben.
Betreffs der nachgesuchten Erlaubniß zur Errichtung einer Halle von Seiten der Firma W. Reiber wird aus Antrag der Baudeputation beschlossen, dem Gesuch auf Widerruf zuzuftimmen, sofern frag!. Halle 10 Meter von dem an
1 der Wieseck in der Bahnhofstraße belegenen Werkstattgebäude I entfernt, und nach der Ostseite hin soweit verkürzt rotrb, daß zwischen ihr und dem Nachbargrundstück ein 3 Meter breiter Durchgang verbleibt.
Bor Schluß der öffentlichen Sitzung machte Herr Oberbürgermeister Gnautb Mittheilung von dem Eingang eine» Dankschreibens der Direktion Großh. H o f b i b l iot hek zu Darmstadt für die Überlassung von 23 Ansichten von Häusern und Straßemheilen Gießens.
Wegen der s. Z. in der „Mitteld. SonntagSzeitung" erfolgten Kritik des der hiesigen Armenpflege zu Grunde liegenden sog. E berfelder Systems und des darin erwähnten SpecialfallcS, nach dem einer Wittwe daS Miethgeld von 5 auf 2 Mark rebudri unb ihr Seitens beS ArmenpftegerS Fuhr angebroht worden fein solle, auch dieser 2 Mark verlustig zu gehen, weil ihre Kinder zu gut gekleidet seien, find nochmals Erhebungen angestellt worden. Herr Oberbürgermeister Gnauth berichtete hierüber, daß betr. Wittwe geladen worden sei und erklärt habe, eine Verminderung der Miethe sei nicht erfolgt, ebeniowentg fei Seilens deS Herrn Fuhr die Aeußerung wegen der Entziehung der 2 Mark gefallen. Herr Fuhr habe sich vielmehr ihrer besonders angenommen und die Kinder zu Weihnachten mit Spielzeug , beschenkt. Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärte hierauf, daß die städtische Armenpflege sonach ein Vorwurf nicht treffe* könne- er glaube aber, daß man den Organen der Armenpflege biefe Richtigstellung fdju'btg sei.
vermischte»
• Eine Universität auf Island. Aus Kopenhagen schreibt man ber „Franks. Zrg." vom 14. bsS. MtS. : DaS isländische „Althing" hat kürzlich eine Gesetzesvorlage über . Errichtung einer Universität in Reikjavik, ber Hauptstabt Islands, angenommen. Die hier lebenden isländische* Sludnenden haben ein großes Meeting gehalten, um gegen ! dielen Beschluß zu protestiren, indem sie erklären, daß fie die geistigen Anregungen der Hauptstadt nicht entbehren und ! nur in Kopenhagen ihre Slud-en mit gutem Erfolg absolvire* können. Außerdem würde man kaum die nothwendigen Lehrcrkräste für die isländische Universität beschaffen könne*.
* Wie sich in einer Großstadt der Sommer ankündigt. In einem Berliner Blatt war Folgende- zu lesen: „Nachdem mein Hausknecht den Oleanderbaum auf den Hof gestellt, halte ich dem geehrten Publikum meinen schattigen Sommergarten bestens empfohlen."
Feuilleton.
Wochenbriefe sus der Residenz.
(Originalbericht für den „Gießener Anzeiger".)
Z. Darmstadt, 18. Mai.
DaS Richtfest deS neuen Technischen Hochschul SebändeS. Bom Großh. Hoftheater.
Noch nicht allzulange Zeit ist eS her, und nicht nur den so oft citirten „Aelteren unter unS" allein denkt eS noch, sondern auch wir Jüngeren können uns noch ganz gut erinnern an die Tage, wo eS in Darmstadt noch Leute gab, die, sobald die Rede auf unsere Technische Hochschule kam, die Achseln zuckten und nur ein ungläubiges Lächeln für deren kräftiges Emporblühen hatten. War die Zahl jener Schwarzseher auch nicht gerade groß, so konnte man doch dem Umstande, daß überhaupt noch Leute existieren, die derartige pessimistische Anschauungen hatten, schon einige Bedeutung beimessen, denn ein alteS Sprichwort sagt: Von Nichts kommt nichts — eS müssen wenigstens scheinbar Gründe für jene trüben Ansichten vorhanden gewesen sein. Unb in ber That für den, ber die Verhältnisse nur so obenhin kannte, mag bie eine einheitliche Organisation entbehrende und infolge dessen nach außen wenig bemerkbare Studentenschaft, die nur schüchtern ober überhaupt nicht mit ben Bürgern verkehrte, ein solcher Grund gewesen sein.
Gott sei Dank, diese Verhältnisse sind gründlich geändert worden, die Studenten haben in Darmstadt durch ihre stets wachsende Anzahl ihre feste, einheitliche Organisation unb vielleicht am meisten burch ihr tactvolles Benehmen gegen bie Bürger, wie letztere sagen, „ein Numero gekriegt". Fast fein größeres Fest wirb in Vereinen unb Familien gefeiert, zu bem bie ftubirenbe Jugenb ber Technischen Hochschule nicht ihr Kontingent stellte, zur Freude der jungen Damen und nicht weniger zur Hoffnung — der Mütter.
Unter diesen Umständen war es natürlich, daß unsere Hochschule allmälig unter ben Smbenten mehr unb mehr Namen bekam und immer zahlreicher besucht wurde, zudem
den Vätern, die ihre Söhne in tüchtiger Lehrer Hände sehen wollten, damit nur ein Gefallen erwiesen wurde. So konnte eS mit der Zeit nicht auSbleiben, daß daS alte HauS am Kapellplatz, daS frühere Local der Gewerbeschule, nicht mehr den Anforderungen genügte und obwohl man mehrere Nebengebäude mietheke zur Unterbringung ber Bibliothek, bei mineralogischen Sammlungen :c., doch ein Neubau biingenb nothwendig würbe. Erfreulicherweise war es benn, kaum 14 Monate nachdem die Pläne beendet waren, infolge der schleunigen Inangriffnahme und emsigen Förderung der Arbeiten möglich, bereits am vergangenen SamStag Mittag daSRichtfestdeSneuenprächtigenHauptgebäudeS zu feiern. Dieses liegt an der Ostseite des großen Darmstädter Herrngartens, von dessen Schönheiten ich Ihren freundlichen Lesern schon früher berichtet habe, gegenüber dem Hoflheater, dicht bei dem EoulissenhauS auf dem Platze der ehemaligen Hosmeierei. In Gestalt eines gewaltigen E im Grundriß erhebt sich dort der colossale Palast. Die Vorderfront, bestehend in einem dreithürigen Portalbau, an den sich zu beiden Seiten vierstöckige mit je zehn Fenster Front versehene Flügel anschließen, nach Norden gerichtet. Das ganze Gebäude ist in solidem grauem und rothem Sandstein aufgeführt, reich mit gediegener Steinhauerarbeit geschmückt und überspannt eine Grundfläche von nicht weniger als 2854 qm. Zu dem Richtfeste war Herr Geh. Oberbaurath v. Weltzi en erschienen, daneben sämmtliche Docenten der Hochschule, je ein Vertreter der Korporationen und die Mitglieder des Ausschusses der Srublrenben, bie sämmtlich Aufstellung um bie im ersten Stockwerk des Mittelbaues errichtete Tribüne nahmen. Bald zogen bie beim Werke beschäftigten Bauleute mit klingenbem Spiele heran unb bie Feier begann. Hoch oben von ber Spitze des Gerüstes herab brachte ber Zimmerpolier Schmitt ben finnigen Zimmerspruch mit weithin vernehmbarer Stimme auS, ber in einem breifachen Hoch auf den LandeSfürst und bie Landesfürstin endete. ES sprach hierauf Herr Geh. Baurath Dr. Wagner, der geistige Urheber deS Hauptgebäudes, ber bem Großh. Hause, bem Ministerium, bem ßanbtag unb ber Stabt Darmstabt unb inSbejonbere den Hanbwerkern unb Bauleuten ben gebührenden Dank abstattete für ihr Aller
Bemühen unb baS Zustandekommen deS Werkes. Sein Hoch galt dem ehrsamen Handwerk.
Herr Geh. Baurath Prof. Dr. Schmitt beglückwünschte nun Namens der Baucommission den auSfÜhrenden Architekten zu seinem Werke, dankte den Bauhandwerkern für bie rasche Förberung deS Werkes unb ließ die völkereinigende Kunst unb Wissenschaft hochleben. Nachbem noch ber stuck. Busch NamenS der Studentenschaft auf baß Blühen unb Gebeihen ber Hochschule unb Herr Maurerparlier Schmibt Namens ber Arbeiter auf bie Bauverwaltung ein Hoch ausgebracht, war bie officielle Feier geschloffen, es folgte noch ein Rund- gang durch bie Räume beS Neubaues unb ein gemüthlicheS Zusammensein ber Arbeiterschaft beim fröhlichen Gelage, daS bis zum Abend währte.
Im Großh. Hof theater geht mit Schluß dieser Woche bie Reihe ber Vorstellungen nunmehr ihrem Ende entgegen und das mit Recht, denn jetzt, wo draußen in der Natur Alles so prächtig grünt und blüht, schwindet allmälig der Sinn für daS in bem Musentempel Gebotene, bafür legten die Vorstellungen der letzten Wochen deutlich Zeugniß ab. Waren die Veranstaltungen des Instituts auch nicht gerade schlecht besucht, so zeigten sich doch in dem großen Hause gähnende Lücken, die selbst ber Ruf einer Künstlerin wie Frau Sucher nicht ganz auszufüllen vermochte. Schauspieler unb Publikum sinb eben saisonmübe. Einige recht tiefgrdfenbe Aenberungen sind in unserem Ensemble noch zum Schluffe vorgegangen durch den Weggang mehrerer recht tüchtiger Kräfte, so der Herren Steude (Bonvivantfach), Sachs (Komiker), Eilers (Baßduffo) unb Mayer (Tenorbuffo), sowie Frl. Roth (Sopranistin), besonders die drei ersteren und bie zuletzt genannte werben recht schwer zu ersetzen sein, ferner hat ber Hoscapellmeister de Haan sein EntlaffungS- gesuch eingereicht. Man sieht, der neuen Direktion wird daS Leben nicht gerade sehr leicht gemacht. Hoffen wir indessen, daß es ihr gelingen möge, die entstandenen Verluste durch recht geeignete neue Kräfte zu ersetzen, damit im nächsten Winter unsere Hofbühne wiederum auf ihrer altgewohnten Hohe stehen werde.


