Ausgabe 
20.4.1894 Erstes Blatt
 
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von

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an

v:r- der und

Branntwein eine Aenderung eintreten möge, nach welcher die Octroibeträge gleich bei Empfangnahme der Scheine an den Octroihäusern entrichtet werden könnten. Dies Gesuch wurde mit Rücksicht auf die schwebende Frage wegen Errichtung einer weiteren Octroierhebestelle und des Umbaues des Güter- bahnhoss, sowie mit der Begründung abgelehnt, daß durch die beabsichtigte ReichSweinstcuer eine Aenderung der Octroiver- hältnisie eintreten könne. Nachdem die Entscheidung dieser Fragen durch die bisherigen Verhandlungen in weitere Ferne gerückt ist, haben die Gastwirthe sich in einer zweiten Ein­gabe an die Stadt gewendet. Die Gesuchsteller wünschen eine Aenderung in der Form der Octroierhebung derart, daß die Octroibeträge für angemeldete Getränke erst angefordert werden möchten, ehe die Wirthe, falls sie innerhalb der jetzt geltenden 24stündigen Frist die Zahlung versäumten, wegen Ortroi-Defraudation bestraft würden. Dte Finanzdeputotion hat nach eingeholtem Gutachten des Herrn Octroi-JnspectorS Jost, welcher u. A. bemerkie, daß die Frist zwischen An­meldung und Zahlung nicht 24, sondern 48 Stunden betrage (die betreffenden Formulare enthielten einen Druckfehler), be­antragt, dem Gesuch keine Folge zu geben. Die von den Petenten beantragte Aenderung sei im Verhältniß zu den kleinen Beträgen, um die es sich handle, zu umständlich, auch würden bei der nunmehr geltenden 48stündigen Frist die meisten Klagen verschwinden. Dte Versammlung beschloß dem Anträge der Finanzdeputation gemäß.

miß, 18. April, fier ei'ngrlrosfrn. Am :ch den Herzog von i Grohherzog statt. iWe Gesandte, Herr cäger Mr. Siephen, v. Kettelhardt und

anwesend. Mit aren Menschenmenge ipagnie ab, während lütt. Der Kaiser it seM geschmückte tsüensch ausgrsthrir btt Magistrat und ufstellung gtvommen aiser die ausgestellte den Parademarsch ab. der Kaiser von dem lnann Rothbarlh em« and. Die Kaiserin in officieller Empfang nd auf dem Bahnhof in familiärer Weise ner Gemahlin morgen ittelst Exlrozug nach as Menschenzustromen

Meine Herren!

Dte heutige öffentliche Sitzung möchte ich nicht beschließen, ohne mit einigen SBorten wenigstens des Ereignisses zu gedenken, welches in diesen Tagen alle Kreise der Bevölkerung freudig bewegt, der Hochzeit Er. Kgl. Hohett deS Großherzogs.

Wenn unsere Stadt äußerlich auch nur durch Flaggen - schmuck, Schulfeiern und Glockengeläute in der Trauungsfttmde ihren Antheil an dem für Landesherrn und Land gleich bedeu­tungsvollen Ereigniß bekunden kann, so werden diese äußeren Zeichen doch begleitet sein von allseitigen, wärmsten Segens­wünschen für den geschloffenen Bund, sowie auch beim feierlichen Einzug der hohen Neuvermählten in die LandeS-Hauplstadt die Vertreter und Abgesandten aus Gießen mit dem Bewußtsein werden erscheinen dürfen, daß ihr Willkommsgruß aus'S Herz­lichste getheilt wird von der ganzen Bevölkerung.

einzelne Straßen nach dem Namen solcher Personen zu be- nennen, die sich durch Stiftungen verdient gemacht haben. ^)te Versammlung trat dem Anträge bei.

Die Einwohner deST e u f e l SlustgärtchenS" sind, nachdem ihr Gesuch um andere Benennung dieser Straße am 1. Marz d. I. abschlägig beschiedcn worden, abermals vor« ftelltg geworden. Es wird auf Antrag der Baudeputation, dte in dem Gesuch neue Gesichtspunkte, die eine Ersetzung der btShertgen Bezeichnung durch eine andere rechtfertigen würden, nicht gefunden zu haben erklärt, beschlossen, über daS Gesuch zur Tagesordnung überzugehen.

Bei der Holzoersteigerung am 2. April d. I. wurde der Tarifpreis um 175 Mark überschritten. Es wird aus Antrag der Großh. Oberförsterei beschlossen, die Ver« steigerung zu genehmigen, da infolge deS allgemeinen Rück­ganges der Holzpreise auf einen Mehrerlös bei allenfallsiger nochmaliger Versteigerung nicht zu rechnen fei. Auch bei der inzwischen abgehaltenen letzten diesjährigen Holzversteigerung wurde der VoranschlagSpreiS, obwohl der Tarifpreis erheblich überschritten wurde, nicht erreicht. Herr Oberbürgermeister Gnauth bemerkt dazu, daß dieser Ausfall indeß den städtischen Voranschlag für 1894/95 nicht ungünstig beein« flussen aerde.

Auf Antrag deS Schulvorstandes wird die erste Klaffe der Stadtmädchenschule vom neuen Schuljahr ab ge« theilt. Diese Nothwendigkeit hat sich durch den Uebertritt von 84 Schülerinnen aus Klasse 2 ergeben. Die Anstellung einer neuen Lehrkraft wird durch diese Klassentrennung vorerst nicht erforderlich.

Nach Erledigung der für die öffentliche Sitzung be« stimmten Gegenstände richtete Herr Oberbürgermeister Gnauth die Versammlung folgende Ansprache:

Vor einiger Zeit hatte der Verein der Gastwirthe .... Gießen und Umgegend au die Stadt das Ersuchen gerichtet, daß in der Erhebung des Octrois von Wem und

Ueber die Einrichtungen deS Knabenhorts berichtete Herr Oberbürgermeister Gnauth. Danach sind im Knaben« hort ca. 60 Kinder untergebner, deren Eltern tagsüber auf Arbeit ausgehen. Der Aufenthalt im Kuabenhort dauert an L^Uz?rC*Cn ^a(^m*lta9en von 26, an sonstigen Tagen von 4 6 Uhr Nachmittags/ die Knaben werden zunächst mit Anfertigung ihrer Schulaufgaben, bann mit gemeinsamen ©pulen beschäftigt. Soweit den Knaben ein Vesperbrod vom Elternhause nicht gewährt werden kann, erhalten sie je ein Brödcheu und einen halben Schoppen warmer Milch, Die­jenigen, deren Eltern über Mittag auswärts beschäftigt'sind, erhalten Mittageffeu aus der Volksküche. Der Seitens der Eltern zu vergütende Preis für das Vesperbrod ist au 20 Pfennig pro Woche festgesetzt und dabei vorgesehen, daß dieser Betrag erlassen wird, wenn die Eltern zu dessen Ent­richtung n'cht in der Lage sind / auch zu den Kosten des Mittagessens, 15 Pfennig pro Portion, wird eine Zubuße geleistet. Die Kosten des Knabenhorts berechnen sich wie folgt: Aufsicht (durch Lehrer), Heizung und Reinigung der Locale 800 Mark jährlich, die Zubuße für Vesperbrod und Mittagessen auf 400 Mark. Für die Deckung der Kosten hat man eine Theilung vorgesehen, derart, daß die persönlichen Ausgaben, Stellung der Locale rc. (im Ganzen 800 Mark) von der Stadt bestritten werden und daß, soweit die vorlags­weise Zubuße von ca. 400 Mark von den Angehörigen der Knaben nicht gedeckt wird, die Privatarmenpflege eintreten könne. Die Versammlung beschließt unter Bewilligung von 800 Mark demgemäß, nachdem Herr Oberbürgermeister Gnauth erklärt hatte, daß ihm von zuständiger Seite mitgetheilt worden sei, daß man sich im Princip für Leistung eines Zu­schusses aus der Privatarmenpflege bereit erklärt. Im gangenen Jahre flössen dem Knabenhort 400 Mark aus Wilson Stiftung und 200 Mark aus der hiesigen Spar- Leihkaffe zu.

Zwecke die Bretterwand an der Ecke des Schiffenberger der Gartenstraße (Mösers HauS) zu benutzen. Die Poftbehörde hat hiergegen geltend gemacht, daß die Anbringung eines Briefkastens an bezeichneter Stelle nicht empfohlen werden könne, weil für den 190 Pfd. schweren Kasten die vorhandene Bretterwand zu schwach sei und deshalb Entschädigungsansprüche Seitens des EigenthümerS erhoben werden würden, ferner müsse ein Briefkasten so angebracht »em, daß er überall sichtbar sei, waS im vorliegenden Falle dCT einspringenden Ecke wegen nicht ermöglicht werde. DaS neuerliche Gesuch der Postbehörde geht deshalb dahin, ihr die Erlaubniß zum Anbringen deS Kastens am Eisen« spalier deS Müser'schen Vorgartens in der Gartenstraße zu erthetlen. Die Erlaubniß wird mit Rücksicht darauf, daß enheitt an der bezeichneten Stelle sehr breit ist,

Das Gesuch deS Herrn Th. Schmidt um Erlaubniß }* Herstellung einer Uebersahrt in der Frankfurter Straße hat in der Baudeputation Erledigung gefunden, weshalb eS von der Tagesordnung abgesetzt werden konnte.

Das Gesuch des Herrn Jac. Stein wegen Herstellung eine« Thüre und Anlegung einiger Treppentritte nach dem Schoorgraben wird auf Widerruf und gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr genehmigt.

. . £cn\£bro,9 Leib von Krofdorf hat im Neustädterfeld drei Grundstücke erworben, die er zu Wiesen anlegen will.

halb nachgesuchte Erlaubniß zur Einebnung eines entbehrlich gewordenen Grabens wird ertheilt, unter Festsetzung eines an die Stadt zu zahlenden Aversionalbetraaes von 5 Mark.

r, I Reusch ling von Heuchelheim beab­

sichtigt die Vertiefung eines Grabens bezw. Abhebung eines Grabenrandes neben seinem Grundstücke, sowie die Ueberbrücfung k uw ®rQb6, wird auf Antrag des Stadtbauamtes beschlossen, dem Gesuchsteller gegen Zahlung von 25 Mark « ^ichueten Veränderungen zu gestatten, unter dem An fügen, daß das Gelände in städtischem Eigenthum verbleibt und Gesuchsteller die Kosten der Steinversetzung trägt.

rrn Jacob Hildebrand von Heuchelheim wird auf sein Ersuchen ein neben seinem Grundstücke befindlicher Fluth« graben im Flächengehalt von 300 Quadratmetern zum Preise von 34 Pfg. per Quadratmeter käuflich überlassen / Gesuchsteller hat die Kosten der Eigenthumsübertragung und deS veränderten SteinsatzeS zu tragen.

tjerr CH. Duill beabsichtigt das ehemals Eiertänzer'sche HauS an der Grünbergerstraße an zwei Seiten einzufriedigen -unö hat deshalb um käufliche Uebertaffung eine« 6 Meter breiten und ca. 40 Meter langen Geländestückes nachgesucht.

wird auf Antrag der Baudeputation beschlossen, frag­liches Gelände nur in Breite von 3 Metern abzutreten, um der Stadt freiere Verfügung über den Weg nach der LtebtgShöhe zu sichern. Der Preis wurde auf 6,16 Mark pro Quadratmeter, entsprechend dem s. Z. von Herrn Eier- titnzer für daS Baugelände entrichteten, festgesetzt.

Die infolge Gesuches der Vorstände der Verbindung .,Wingols" und deS AltherrenverbandeS der(StarEenburgia" um Herstellung der Wilhelm st raße von der Ludwigstraße bis zur Wingolf« bezw. Starkendurgiakneipe eingeleiteten Ver­handlungen wegen Geländeabtretung an bie Stadt haben zu einem befriedigenden Ergebniß geführt, indem sich sämmtliche in Betracht kommenden Grundbesitzer mit dem Angebot von 1,12 Mark pro Quadratmeter einverstanden erklärten. Der nunmehr vorliegende Voranschlag über Auffüllung deS be­zeichneten StraßentheilS und Anlage eines zwei Meter breiten Fußgängerpfadeö beläuft sich auf rund 3000 Mark, welche bewilligt werden.

Der dem speziellen Plan über den Ausbau der Löb er­st raße von der BiSmarckstraße bis zur Bleichstraße beige- fügte spezielle Voranschlag beziffert sich auf 70 000 Mark. ES sind davon als erste Rate 40 000 Mark in den Voran« ichlag einzustellen für die Strecke BismarckstraßeGoethe- straße. Aus die Gesammtstrecke vertheilen sich die Kosten wie folgt: Erbarbciten 2400 Mark, Maurerarbeiten 22 061 Mark, Steinhauerarbeiten 24354 Mk., Thonwaarenlieserung 302 Mk., eifcnliefcrung 520 Mark, Schlosserarbeiten 6930 Mark, ChaussirungSarbeiten 2600 Mark, Pflasterarbeiten 3299 Mark, Weißbinderarbetten 670 Mark, sonstige unvorhergesehene Aus­gaben 6000 Mark. Vorgesehen ist hierbei eine größere Breite deS Trottoirs an der Wieseckscite, sowie eine im Vergleich zu der Strecke GartenstraßeBiSmarckstraße gefälligere Quai- mauer und ein eisernes Geländer, lieber die von Herrn S ch m a l1 angeregte Frage, ob sich nicht ein erheblicher Theil an den Baukosten sparen lasse, wenn die GesammtauSführung einfacher gehalten würde, entfpinnt sich eine eingehende Berathung, in der zwar sämmtliche Redner die verfehlte Anlage der Quai- maucr cntlang'ber Strecke GartenstraßeBiSmarckstraße, die ge­ringe Trottoirbreite und daS geschmacklose Spalier bemängelten, bezüglich der Art deS Weiterausbaues aber geteilter Meinung waren. Während eineSiheils geltend gemacht wurde, daß sich mit geringeren Mitteln, als den im Voranschlag vorgesehenen, koch etwas, dem Character der Straße angepaßteS, erreichen lasse, wurde andererseits die Ansicht vertreten, daß man etwas ordentliches, der Stadt zur Zierde gereichendes schaffen solle, wenn dies ohne sehr großen Aufwand durchführbar sei. Der Voranschlag wurde schließlich genehmigt, nachdem ein Antrag dcS Herrn Löb er, die Sache nochmals an die Baubeputation zurückzuverweisen und das Stadtbauamt mit der Vorlage anderer, einer billigeren Ausführung Rechnung tragenden Pläne zu beauftragen, abgelehnt worden war.

Da die Step Han st raße in ihrer ganzen Ausdehnung von der Gartenstraße dis zum Leihgesterner Weg durch die Oberhessische Bahn getrennt wird, eine Ueber- ober Unterführung btr letzteren der örtlichen Schwierigkeiten wegen nicht ins Auge gefaßt werden kann, so ist nach Ansicht der Baudcpu- totion eine doppelte Benennung jener Straße nothwenbig. Die Baudeputation schlägt für den oberen, zwischen der Oder« hessischen Bahn und dem Leihgesterner Weg befindlichen Theil die BenennungEbelstraße" vor, um der Sitte zu folgen,

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meine Herren ! Lassen Sie un8 durch Erheben von b<rt u*?- btn «ememfamen Wunsch bekräftigen. e« möge Glück unb \s>egen in reichstem Maße ben hohen Neuoermäblten und mtl ihnen unserem ganzen Land beschieben fein!

CotaUs uttö provinzieller.

Tießen, den 19. April 1894.

Q . . 7 bladi prangt zur Feier der Vermählung ©r, ftontgl. Hohen des Großherzogs in reichem Flaggenschmuck.

. ** Schulfeier. Die heute anläßlich der Vermahlung

»es Landesfürsten in der Volksschule abgehaltene Feier gibt ^rwa folgenden Gedanken Raum: Froh bewegt wenden sich dte Blicke eines jeden treuen Hessen dem hohen Ehren« und Freudentage zu, der in der Stabt Coburg heute festlich begangen wird, ber VermählungSfeier Sr. König!. Hoheit des Großherzogs von Hessen, Ernst Ludwig, und Ihrer Köntgl. Hoheit der Prinzessin Victoria Melita von Sachsen« Codurg'Gotha. Aber auch Hessens Jugend will und soll ihr Scherfletn zum frohen Feste spenden und theilnehmen an dem Glucke, das unserem geliebten Fürstenhause heute widerfährt. Sie, die sie die Zukunft in Händen hat, soll wissen, baß e« Pst'chr ist, an den frohen wie betrübenden Vorgängen dcS angestammten Regentenhauses innigen Antheil zu nehmen und dieses an diesem Tage namentlich durch würdiges, anständiges äußeres Verhalten darthun. Doch auch unsere Herz« lichsten Glück. und Segenswünsche begleiten die heilige Handlung der Einsegnung dieses HerzenSbundeS/ Gebete aus tiefster Seele steigen zu Gottes Thron für die hohen Der« wählten empor. O, möge er sie in feine allergnädigste Ob- Hut nehmen! Und so wie sich morgen bei dem ©mpfaitg in feiner künftigen Residenzstadt rauschender Jubel, hohe Be« geisterung kundgeben werden, so fassen wir unsere stillen Wünsche in die Worte zusammen: Gott, der König aller Könige, der Herr aller Herren, wolle das fürstliche Ehepaar hegen, beschützen und erhalten zu seinem Glücke und zum Heile und Segen unseres gelammten Hessenvolkes!

** Hochherzige Spende. Sc. Königl. Hoheit der Groß­herzog überwies 20 unbemittelten Brautpaaren des Groß- Herzogtums je 1000 Mk. als Geschenk. Von den zu be- schenkenden Paaren sollen zehn den landwirthschastkichen und zehn dem gewerblichen Arbeiterstand angehören. Bedingung ist, daß ber Bräutigam, beziehungsweise Ehemann daS 25. Lebensjahr vollendet -hat. Unter gleich würdigen und bedürftigen Paaren erhalten diejenigen den Vorzug, deren Hochzeitstag auf den 19. April fällt oder in ber vorher- gehenben Zeit diesem Tag am nächsten kommt. Die KreiS« ämter sind vor Kurzem von dem Cabinett um Vorschläge ersucht morden, nach welchem die Vertheilung dieser Gnaden­geschenke erfolgen soll.

** Anläßlich des zu erwartenden starken Personenverkehrs in der Richtung Gießen Frankfurt-Darmstadt wird morgen Freitag früh zu dem Zug 94 (ab Gießen 7 Uhr 3 Mm.) em Vorzug mit 1. bis 3. Klasse von Gießen nach Frankfurt abgelassen, welcher bis Darmstadt durchlaufen wird. Dieser Vorzug fährt genau 15 Min. vor dem Zug 94, also um 6 Uhr 48 Min., der Vorzug hält auf allen Stationen tote Zug 94 und ist Vorsorge getroffen, daß voraussichtlicher Zugang von diesen Stationen aus behufs Verstärkung der Transportmittel und des Fahrpersonals rechtzeitig nach Gießen und Friedberg gemeldet wird. Die Züge 92 (ab Gießen 5 Uhr), 54 (8 Uhr 29 Min., Schnellzug) und 94 (7 Uhr 3 Min.) werden verstärkt.

** Turn- und Singprufung in der Stadtknadenschule. Am vergangenen Dienstag fand von Nachmittags 3 Uhr an in der städtischen Knabenturnhalle vor Vertretern de« Schul« und StadtvorftandeS und dem Lehrerpersonal der Schule etne Turn- und Singprüfung statt, die in jeder Hinsicht vorzüg­liche Resultate ergab. Anerkannt wurde competenterseits und soll auch hier besonders betont werden, daß sämmtliche Leist­ungen wie aus einem Gusse geformt waren und eine tüchtige Durchbildung der Klassen unverkennbar hervvrtrat. Zur Vorführung gelangten im Turnen: Klasse I, Illa, Via, im Singen: Klasse I, Ila, Illa unb Illb combinirt. Auch die Chorschule wirkte mit.

** Verhaftet. Ein junger Mensch von hier wurde gestern wegen Unterschlagung verhaftet. Dte unterschlagene Summe von 105 Mark hatte derselbe zur Anschaffung aller möglichen Sachen, als Spieldose usw. verausgabt.

** Sachbeschädigung. In einem Grabsteinlager in der Grünbergerstraße wurden in der Nacht vom 17. bis 18. d. M. Sachbeschädigungen verübt. Zwei Denkmäler im Werthe von 50 bis 60 Mark wurden zerschlagen. ES scheint Racheact vorzuliegen, da früher schon einmal daselbst eine derartige Beschädigung vorkam.

Dem reisenden Publikum ist fortan von der Bahn­verwaltung gestattet, dte Wagenthüren zum Einsteigen selber., zu öffnen, sobald der Zug sich nicht in Bewegung befindet und Vermerke wiereservirt" oberbestellt" an ben Ab- »Heilungen angebracht sind.

* Die nationalliberale Partei veranstaltet am 30. Sep­tember zu Frankfurt a. M. einen allgemeinen Delegirtentag, verbunden mit einem Ausflug nach Heidelberg.

Schiffsnach vichten.

Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Earl Loo3 und I. M. Schulhof.

Bremen, 18. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Aller, Capt. H. Christoffers, vom Norddeutschen Lloyd tn Bremen, welcher am 7. April von Bremen und am 9. April von Southampton abgegangen war, ist gestein 11 Uhr Nachts wohlbehalten in Newyork angekommen.

Gottesdienst der israelittschen Religionsgesellschast.

Lsternfest: Samstag den 21. und Sonntag den 22. April.

Freitag Abend 7°° Uhr, Samstag Vormittag 8» Uhr, SamStag Nachmittag 3»» Uhr, Samstag Abend 8 Uhr.

Sonntag Vormittag 8» Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Abends 8* Uhr.