Ausgabe 
20.3.1894 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Wpes,

' Wchnder Mitt o. April-

Md. d. Bl. [2487

Mädchen11,1 Mett auf 1. tag §ullerstrahe 31, t |u data Ä'N,"'E

JJiaxbui^tiV A.

In btt (fo. k &

W gt die Txpid^d 8l. L r«z«uchH Neuttadl 41,1.

r. SlimW Uttb

antit au|6 tzor-slWir

r. «turnt w

VereK

eines Lehrlmgshtim« Fachschule, bewirb und r hohen Ausgabe, lösten zu schirmen, mg zu fördern - MNg getragen. Tiei matten sich mehrend» segensreichen Sinrich ttel weit überschritt» ire Gesichtspunkt, den jlanb \m. Ww. 'vn- der Grvdh. $0* igtter Weise ihre B

ithuug der beiderseitigen Natur, welche bei der ; Vereins M Vorlage bti Mernehmens. den werden, daß dem- «*l« ®s sind und aus mese

:btutet, befielt tM Wieder" und ,.rt;

ff W.

®w». «bie.£j"5 * s£- 4it itiiti

11»94-

3P^

«fr®

Mevte te MvpoM

-Act.

5S&^

ggurrt^

96.N TtH 22.J

*! Ar»

$

1I4XI

Nr 66

----

Der ♦U|t*tr Jiwjdgct fdd)rtnt täglich, tt Lusnahmr bei Montag«

Dir «Siktzener Veelflta Ifittcr »rrbrn b#wi Hnjftgrr »öchcntllch dreimal bfifldrflt

Zweites Blatt. Dienstag den 20. März _________________

Gießener Anzeiger

Kenerat-Anzeiger.

1894

Wrrtdjäbng«

2 Mark 20 Pf»* Bringnlobn.

Durch dir Post dtjvJMi 2 «art 50 Pfg.

Ärbartwn, *n><biri* unb Drnrtrrri:

FrraiPrrchrt 6L

Amts- und Zlnzeigeblntt füv den Tiveis Gietzezr.

»et ln|rigrw zu brr NachmiNOG« für bn

fel|mbm Lug rrfchdnenöen Nummer bi« Barm. 10 Ltyc.

chratisbeikage: Hießener Kamilienökätter.

All» Innonrm.eurctntr brf In- und ItulfanbH nrtnnai »uzrigrn fflr btn .Sießrnrr Anzeiger" entgegn».

Feuilleton.

Die BNrrblomrn.

Erzählung von E. PleSky.

(3. Fortsetzung.)

Beim traulichen Abendlichte im prächtig geschmückten kleinen Speisesalon saß neben seiner Gemahlin der Freiherr v. Bruneck und fragte verdrießlich nach seinem Lieblinge, seiner Tochter Gertrud, die sich noch immer nicht im Speise- salon sehen ließ, obwohl der Diener schon dreimal die Glocke gezogen hatte.

Damit ich Dir nur gleich sage, Lothar," begann letzt die Baronin,Gertrud wird wahrscheinlich heute deßhalb nicht zum Thee erscheinen, weil ich wegen ihrer melancholischen Laune eine kleine Scene mit ihr hatte. Ich denke aber, daß Gertrud morgen um so freundlicher Dir den Morgengruß bieten wird."

So, sol« brummte der Baron und schob seine Thee- taste zurück.

Aber was fehlt denn unserem sonst so auSgelastenen Kinde eigentlich, daß eS so traurig wie ein krankes Reh umhergeht?"

Wenn ich Dir den wahren Grund sagen würde unb wenn wir dabei nicht hoffen könnten, das ganze Herze­leid Gertruds wie eine sentimentale Laune verfliegen zu sehen, so würdest Du glauben, eher müßten Himmel und Erde einfallen, ehe dergleichen unglaubliche Affaire überhaupt pasfiren könnte."

Sprich nicht in solchen Räthseln, wenn die Sache ernst ist," erwiderte der Freiherr,und sage mir, was Gerttud fehlt."

Nun, ich bin mit Deiner Grlaubniß so frei, Lothar, Dir die ganze Wahrheit zu sagen. Gertrud hat sich gestern vormittag bei ihrem AuSfluge kühn auf das Rorhburgische Gebiet hinüber gewagt, ist am blauen See dem Grafen Nsthburg nebst besten ältesten Sohne, dem Grafen Curt, begegnet. Der alte Graf ist wie ein Rasender auf Gertrud loSgestürzt und hat sie, mit dem Stocke drohend, von seinem Grund und Boden gejagt. Gertruds Pferd ist darüber scheu geworden und auf den See loSgestürmt. Graf Curt hat Gettrud, wie sie sagt, mit Heldenmuth gerettet, indem er dicht am Seeufer dem rasenden Pferde in die Zügel fiel. Darauf hat Graf Curt unserer Tochter noch einige Artig­keiten erwiesen, die Unartigkeit seines Vaters entschuldigt und Gertrud zum Zeichen dafür, daß sie den Haß der Väter nicht auf sich verpflanzen wollen, einen Osterblumensttauß über­reicht. Gertrud schwärmt nun für ihren Retter und glaubt

ihn trotz der Feindschaft, die zwischen uns und den Rothburgs besteht, verehren und lieben zu müssen."

Wie wenn ein Erdbeben am Schlosse gerüttelt Hütte, so war bei dieser Eröffnung der Freiherr .von Bruneck auf­gesprungen und rannte jetzt trotz seiner Gicht wie ein Be­sessener in dem Salon auf und ab.

Unmöglich! Unglaubliches Blendwerk der Hölle!" schrie der Freiherr dabei.Soll ich in meinen alten Tagen noch über die tollen Launen eines kleinen Mädchens den Verstand verlieren? Aber ich werde ihr dergleichen Sentimentalitäten bald vertreiben, wenn sie morgen noch dieselben haben sollte. Fort, fort aus dem einsamen Schlosse heißt es dann. Wir reifen mit Gerttud nach Wien, Pest, Venedig, Rom, Neapel, dann nach Genua, Nizza, Monaco, Paris. Dort unter tausend neuen Eindrücken sollen dem Mädchen die fenrimentalen Grillen bald vergehen. ES wäre ja um rasend vor Aerger zu werden, wenn unser einziges Kind in melancholische Liebes- sehnsucht nach einem Sohne von diesem nobeln Grafen Roth- bürg verfiele und davon gemüthSkrank würde."

Lothar, rege Dich in dieser Sache jetzt nur nicht so sehr auf," bat bie Baronin und legte besänftigend ihre Hand auf den Arm deS Gatten.Ich habe bereits Gertrud rück- haltSlos meine Meinung über dergleichen Gefühlsschwärmereien gesagt unb hoffe, daß sie uns morgen als unser fröhliche», frohes Kind entgegentritt."

Diese Hoffnung erwies sich ober am anderen Morgen, wie auch an den folgenden Tagen trügerisch,' denn Baroneffe Gertrud ließ betrübt lhr Köpfchen hängen, aller Frohsinn war auS ihr entflohen unb sie verfiel allmählich einer bedenklichen Schwermuth.^

Nun verfielen die Eltern Gertruds auf den Gedanken, ihre Tochter für körperlich leidend zu halten und nach dem Arzte zu schicken. Dieser schüttelte noch der Untersuchung der Patientin aber seltsam sein gelehrtes Haupt und erklärte, daß er kein körperliche» Leiden finden könne und daß die Baroneß wegen einer übergroßen GemüthSaufregung gemüthSkrank ge­worden sei. Man müsse die Ursache der GemüthSaufregung zu erforschen unb zu entfernen suchen, er rathe daher, mit der Baronesse aus Reisen zu gehen, vielleicht werde sie da ihr Seelenleiden verlieren.

Dieser Rath deS Arztes war natürlich dem Freiherrn von Bruneck auS der Seele gesprochen und bald ließ er die Reisekoffer packen. Dann reiste er mit Gemahlin und Tochter ab. Zuerst schleppte daS Elternpaar daS gemÜthSkranke Kind nach dem schönen und lustigen Wien, aber die Fröhlichkeit der blendenden Kaiserstadt an der Donau wirkte nicht ansteckend auf Gertrud und entlockte ihr höchstens ein trauriges Lächeln.

Nach wenigen Wochen ging die Reise der Freiherrlich Bruneck'schen Familie weiter nach Venedig, aber auch die be­

rühmte Lagunenstadt mit ihren bestrickenden Reizen übte nur eine momentan zerstreuende Wirkung auf Gertruds Geist an» und dann verfiel fie wieder in ihren melancholischen Zustand. Keine größere Wirkung erzielten auch die nun folgenden Reisen nach Rom und Neapel und weder die herrlichen Naturschön­heiten, noch die berühmtesten Schätze der Kunst unb die in­teressantesten Sehenswürdigkeiten des Alterthum» vermochten I die Baronesse von ihrer Schwermuth zu heilen.

Aergerlich über diesen Mißerfolg gab der Freiherr seinen Plan, auch noch nach dem schönen Paris mit seiner Gemahlin und Tochter zu reisen, auf, und kehrte mit seiner Familie heim auf sein stolzes Schloß.

Hier bemerkte das freiherrliche Ehepaar zu feinem großen Leidwesen, daß die große Reise nicht im Entferntesten der Tochter GemüthSkrankheit gemildert und sie anderen Sinne» gemacht hatte, denn als bald nach der Rückkehr auf Schloß Bruneck die Baronin noch einmal in Gerttud drang, ihr den wahren Grund ihres Kummers mitzutheilen, erwiderte die junge Baroneß in entschiedenem Tone:

Du weißt es ja bereits, liebste Mama, daß mir de» Vaters unversöhnliche Feindschaft gegen den Grasen Rothburg bitteren, unauslöschlichen Schmerz bereitet. Der Vater und Du, Ihr verachtet unb haßt da, wo ich Achtung und Liebe entgegenbringen muß."

Also immer noch die unglückselige Schwärmerei?" frag die Baronin streng.Willst Du, unser Kind, unsere Em- I pfindungen meistern?"

Ich will eS nicht, aber Ihr dürft auch meine Liebe, wenn fie rein und edel dem Gefühle der Hochachtung und I Verehrung entsprungen ist, nicht in Fesseln schlagen wollen," erklärte Baroneffe Gerttud würdig.

DaS heißt mit anderen Worten, daß Du in Gras Curt | Rothburg wegen seiner vermeintlichen einzig dastehenden Ritter- j that verliebt bist unb daß wir trotz der viele Jahre lang vom alten Grafen Rothburg gegen und gezeigte Feindschaft un» demüthigen, un» mit den Rothburg» aussöhnen sollen, damit vielleicht der junge Herr Graf die große Gnade hat, nach Jahr und Tag Dich, die hochgeborene, reiche Erbin, welche Freier aus den edelsten und vornehmsten Familien deS Lande» genug finden wird, zu seiner Gattin zu erheben. Gerttud, sühlst Du denn gar nicht, welche Demüthigung, welche Be­schämung für unS in einer solchen Verheiratung, ja überhaupt schon in einer solchen verirrten Neigung unserer eigenen Tochter liegen muß?"

Die Baroneffe fand aus diese harten Vorwürfe der Mutter keine Antwort- ihre Lippen zitterten nur und ihr Herz erbebte, denn Liebe, Stolz und Scham rangen in dem­selben miteinander. (Schluß folgt.)

Ladung.

1) Karl Kahn, geboren zu Raun- heim, Hinterlahnkreis, am 4. August 1862, zuletzt wohnhaft in Gießen, Schuhmacher, evangelisch,

2) Paul Loth, geboren zu Kloßau, Kreis Carthaus, am 27. Sep­tember 1858, zuletzt wohnhaft in Gießen, Schlosser, evangelisch,

3) Heinrich Limon, geboren zu Lollar, Kreis Gießen, am 2. März 1871, zuletzt wohnhaft daselbst, Schneider, evangelisch,

4) Konrad Anton Wentzel, geboren zu Lang - Göns, Kreis Gießen, am 26. December 1859, zuletzt wohnhaft daselbst, Dienst- knecht, evangelisch,

«erden beschuldigt,

zu Nr. 1) als Wehrmann der Landwehr I. Aufgebots ohne Er- laubniß ausgewandert zu sein,

zu Nr. 3) als Erfatzreservist ohne Erlaubniß ausgewandert zu sein,

zu Nr. 2) und 4) als Wehrleute der Landwehr II. Aufgebots aus- gewandert seien, ohne von der bevor­stehenden Auswanderung der Mlitär- behörde Anzeige erstattet zu haben,

Uebertretung gegen § 360 pos. 3 de» Strafgesetzbuchs.

Dieselben werden auf

Freitag den 4. Mai 1894, Vormittags Uhr, vor das Großherzogl. Schöffengericht Gießen zur Hauptoerhandlung geladen.

Bei unentschuldigtem Ausbleiben , werden dieselben auf Grund der nach ,§ 472 der Strafproceßordnung von dem Großherzogl. Bezirks-Commando 'zu Gießen ausgestellten Erklärung verurtheilt werden.

Gießen, den 16. Februar 1894.

Der Grobherzogliche Amtsanwalt.

I. V.:

1___________Wolff._______1441

Dienstag den 17. April,

Nachmittags 3 Uhr, sollen auf dem hiesigen Ortsgericht die bet Java» Müller Wtttwe in Gießen gehörigen Grundstücke:

Flur 33 Nr. 67,6 125 qm Acker im alten Feld, stößt links auf den Weg,

Flur 33 Nr. 68,6 88 qm Acker daselbst, Flur 33 Nr. 292,» 25 qm Acker im alten Feld bei den Gärten öffentlich meistbietend versteigert werben.

Gieße", 8 März 1894.

Großh. OttSgericht Gießen.

I. 21-: Vogt. 2059

Dienstag den 17. April,

Nachmittags 3 Uhr,

soll auf dem hiesigen OttSgericht die dem «dolf Vogt in Gießen gehörige Hos- raithe:

Flur I Nr. 783 381 qm in der Sonn öffentlich meistbietend versteigert werden.

Gießen, 6 März 1894.

Großh. OttSgericht Gießen.

__________I. 2L: Vogt. 1970

Dienstag, 20. März,

Nachmittags 2 Uhr, Marktplatz SO zu Gießen, versteigere ich gegen Baarzahlung:

3 Wägen, 1 Pattbie Kiefern- (Spund-) unb Eichenholz, 4 Schweine, 1 Laben- Einrichtung 1 Cassaschrank, 1 Velo- clpeb, 1 Nähma'chine, 4 Sopzas, 1 Bi berschrank, 2 Commoben unb sonst. Mobilien, WirthSttsche unb Stühle, 1 Anzahl Oelbilber, 2 sild Lüttres, 6 bo. Leuchter, 1 filb Pokal rc- rc.

Deistetg. vorauSs theUw. befiimmt.

»ngel, 2409 Gerichtsvollzieher.

Zeilgeöotmes.

272] Zum Dunkel« blonber, grauer unb roiher »opk- unb Barthaare ist baS Beste Hoflief. E. D. Wunderlich»

Nußschalen - Alraft

ganz unschäblich, ohnemetall Bestanbtheile- Dr. Crflla# HaarfLrbe-srutzöl, -«'

bestes Dungmittel für Wiesen, stets

vorräthig bei

Thomas-Mosphatmehl und Kamil

f-onop gleich feive» Haaröl, wirft haarstärkenb. [2036 Heide ä 70 H Alleinverkauf bet

A. Kröll. Heinrich Wallach, Marktplatz.

Dr. Thompson»

1587

in allen besseren Colonial-, Material- waaren-,Droguen-u.Seifenhandlungen.WB

Seifenpulver

ist das beste

und im Gebrauch billigste und bequemste

Waschmittel der Welt.

Man achte genau auf den Namen ,,Dr. Thompson und die SchutzmarkeSchwan11.

Lkuhh>ltizk.A>s«-h! ntttr Arten

Kinderwagen stets das Neueste, Zweckmäßigste und Solideste zu billigsten Preisen. "WKu

A. Kilbinger

Seltersweg 1». [IW

Brauer - Akademie zu Worms

Ve»in« de» roWmer.Enrs«» am t. Mat.

Programm unb Unterrichts plan zu erhalten birch die Direction 1023 Dr. Sehneider.