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Ladung von Zeugm in dieser Sache. Neue Unruhe im Sitzungssaale veranlaßte den Präsidenten, auf das Energischeste anzukündigen, im Falle der Wiederholung von Ruhestörungen in Abwesenheit der Angeklagten zu verhandeln. Der zwanzig­jährige Angeklagte Wenzel Cizek, Advokatenschreiber, gab an, daß in einigen Sitzungen der Omladina in Cladno und Wien die jungczechischen Abgeordneten Graf Kaunitz und Kaizl anwesend waren, und daß ihnen von der jungczechischen Partei 100 Gulden angeboten worden seien, damit die Inter­nationale die Jungczechen bei dem Kampfe um das allgemeine Stimmrecht unterstütze. Die Omladina bestünde aus 22 Vereinen und sei über verschiedene Gebiete zerstreut. Der Präsident theilt mit, daß der Angeklagte Hoch nach London geflüchtet sei. Der Staatsanwalt beantragt die Verlesung der Schriftstücke über Raußen und über Petarden­bereitung aus den Acten Cizeks. Der Vertheidiger remonstrirt mit Ausfällen auf den Staatsanwalt, weshalb er vom, Präsidenten zur Ordnung gerufen wird. Gegen die Ange­klagten, die sich durch geheime Zeichen verständigen, schreitet der Präsident mit energischen Rügen ein.

Depeschen des BureauHerold"'.

Berlin, 18. Januar. Die in der Brauerei Friedrichs­hain angesagte Versammlung der Arbeitslosen konnte nicht abgehalten werden, weil der Etnberufer heute Morgen verhaftet wurde. In Friedrichshain war ein sehr zahlreiches Aufgebot von Schutzleuten erschienen.

Berlin, 18. Januar. Um gegen das Vorgehen der Polizei bei der heutigen Arbeitslosen-Versammlung zu pro- testiren, soll eine große öffentliche Volksversammlung ein­berufen werden. Bei dem Zusammenstöße mit der Polizei sind zahlreiche Personen durch Schlagen mit Gummischläuchen und durch Säbelhiebe verwundet worden.

Schneidemuhl, 18. Januar. In der nächsten Woche wird sich eine Deputation des Magistrats nach Berlin begeben, um vom Kaiser die Genehmigung für eine Brunnenlotterie zu erstreben.

Leipzig, 18. Januar. Das hiesige Landgericht verur- theilte heute die Anarchisten Cigarrenarbeiter Hentschel und Kürschner Rabe wegenTheilnahme an dem Anarchisten­clubAutonomie" zu sechs, bezw. zehn Monaten Gefängniß.

Wien, 18. Januar. Wie diePolit. Corresp." meldet, erörtert man in hiesigen diplomatischen Kreisen besonders die Aufmerksamkeit, die der Kaiser dem französischen Gesandten Loze zu Theil werden ließ. Bei der Hoftafel seien alle Mitglieder der Botschaft anwesend gewesen, was eine seltene Auszeichnung bedeute. Dem Botschafter war auch freigestellt, den Tag des Diners selbst zu bestimmen.

Prag, 18. Januar. Am Thore der Kaserne auf dem Josephplatze wurden mehrere Packete mit anarchistischen Flugblättern gefunden.

Rom, 18. Januar. Die meisten der bereits zahlreich eingetroffenen Abgeordneten billigen vollkommen das Vor­gehen der Regierung. Rudini dementirt eine angebliche Unterredung mit einem Berichterstatter des Figaro".

Rom, 18. Januar. Die Befürchtung, noch vor Eröffnung des Parlaments könne eine Ministerkrtsis eintreten, macht sich nun auch in höheren politischen Kreisen geltend. Eine Strömung gegen neue Steuern tritt im Cabinet immer auffälliger hervor.

Rom, 18. Januar. DemPopolo Romano" wird aus Palermo gemeldet, daß den Freiwilligen vom Rothen Kreuz auf Sizilien Befehl ertheilt wurde, sich auf ihre Einberufung gefaßt zu machen. Heute beginnt die Truppenvertheilung über sämmtliche Jnselgemeinden -r die Feldlazarethe haben Anweisung erhalten, das Fehlen von Ausrüstungsgegenständen sofort zur Anzeige zu bringen. In den Hafenstädten haben die vielen Truppenlandungen das Gerücht hervorgerufen, es handle sich um eine Expedition nach Tunis.

Rom, 18. Januar. In politischen Kreisen wird die Ver­hängung des Belagerungszustandes überMassa nicht übereinstimmend beurtheilt. DieTrtbuna" schreibt, es mache sich im Cabinet eine starke Strömung gegen die neuen Steuern bemerkbar. Man befürchtet, daß noch vor Beginn des Parlaments eine partielle Krisis ausbricht.

Rom, 18. Januar. Die nach Carrara abgesandten Truppenabtheilungen verfolgen ununterbrochen die Anarchisten, welche sich in die nähere und weitere Um­gebung der Stadt geflüchtet haben. Es konnten bereits viele Festnahmen der Aufwiegler stattfinden. Die größte Bande, welche auch mit Waffen versehen ist, hat sich auf die Berge zwischen Massa und Carrara zurückgezogen.

Venedig, 18. Januar. In ganz Oberitalien herrscht anhaltende Kälte- dieselbe hat bereits 15 Grad über­stiegen. >. ' ' .....

Sitzung der Stadtverordneten

am 18. Januar 1894.

Anwesend: Herr Oberbürgermeister Gnauth, Herr Bei­geordneter Georgi, von Seiten der Stadtverordneten die Herren Adami, Brück, Emmelius, Faber, Flett, Dr. Gutfleisch, Habenicht, Helfrich, Heß, Hehligenftaedt, Homberger, Keller, Löber, Petri, Dr. Ploch, Scheel, Schiele, Simon, Dr. Thaer, Vogt und Wallenfels.

Unterm 23. November v. Js. hatte die Versammlung beschloffen, dem Kaiserlichen Postamte die Genehmigung zur Anbringung eines Briefkastens an der Vorgarteneinsrie- digung des Chr. Schwalb'schen Hauses (Ecke der Nordanlage und verl. Afterweg) zu gestatten, sofern der Eigenthümer nichts dagegen einzuwenden habe. Die Genehmigung ist seitens desselben nicht erfolgt und soll nunmehr fragt. Brief­kasten neben dem Gitter des Vorgartens aufgestellt werden. Die Versammlung ertheilt hierzu die Genehmigung.

Zufolge eines im vorigen Jahre auf diesbezügliche An­frage des Verschönerungsveretns gefaßten Beschlusses ging das

Wetterhäuschen in der Südanlage als Geschenk in Besitz der Stadt über. Die Voraussicht, daß mit der da­durch übernommenen Unterhaltungspflicht der Stadt Lasten entstehen würden, hat sich bestätigt, weil das betr. Wetter­häuschen bisher dreimal erbrochen und des größten Theiles der Apparate beraubt wurde, ohne daß es gelang, den Thäter zu ermitteln. Es ist danach beantragt worden, für die 'Wiederbeschaffung der nöthigen Apparate und Herstellung des Häuschens einen Credit bis zu 100 Mk. zu bewilligen. Die Versammlung erhob diesen Antrag zum Beschluß. Gegen­über den Anregungen der Herren Dr. Gutfleisch und Scheel, man möge seitens der Stadt eine Belohnung auf die Ermittelung der Thäier setzen, da es sich doch um dem öffentlichen Interesse dienende Sachen handle, bemerkte Herr Oberbürgermeister Gnauth, daß dies auch in der Bau­deputation erwogen worden sei- es könne aber eine Be­lohnung nicht mehr in Betracht kommen, da schon längere Zeit seit dem Einbruch verstrichen. Es deuteten auch alle Anzeichen darauf hin, daß der Einbruch nicht aus Rohheit vollbracht sei, sondern daß es lediglich auf die Apparate (Thermometer, Barometer) abgesehen sei, die von sachkundiger Hand abgelöst worden zu sein scheinen. Herr Habenicht empfiehlt Herstellung haltbarerer Verschlüffe, die jetzt daran befindlichen seien leicht zu öffnen.

Der vor einiger Zeit angeschaffte, von Herrn Wagner­meister Faber angefertigte K e h r t ch t w a g e n hat sich nach den darüber erstatteten Gutachten Sachverständiger bewährt- doch wurden seitens derselben für die weiteren zwei noch zur An­schaffung empfohlenen Kehrichtwagen einige Verbesserungen vorgeschlagen (leichtere Bauart [in der Debatte auch von Herrn Helfrich empfohlen), etwas höhere Räder, geringere Kastenhöhe, längere Rungen, zwei sanstatt drei) Einfüllthüren rc.). Es wird beschloffen, die beiden Wagen (unter Bewilligung des für den ersten angelegten Anschaffungspreises) anfertigen zu lassen. Der Anregung des Herrn Wallenfels entsprechend soll das mit der Abfuhr des Kehrichts betraute Personal an­gewiesen werden, stets nur eine Kloppe offen zu halten, da­mit der mit Anschaffung der Wagen beabsichtigte Zweck, den Staub zu vermindern, auch erreicht werde.

Die Punkte 4, 5 und 8 der Tagesordnung fielen aus, da die Vorarbeiten zu den betr. Gegenständen in den Depu­tationen noch nicht erledigt sind.

Nach Mitteilung des Verwalters ist der Eingang zum Verwaltungsgebäude des Schlachthauses ver­besserungsbedürftig. U. a. werde bei Regenwetter das Wasser in den Hausgang geschlagen, auch verursache das Vorhanden­sein nur einer Thüre Zug in den den Zwecktn des Schlacht­hauses dienenden Bureau- und Untersuchungsräumen. Ueber die von der Baudeputation empfohlene Anlage eines Wind­fanges vor der Thür und Verlegung der Freitreppe wird nicht abgestimmt, die Sache infolge anderweiter, aus der Mitte der Versammlung gemachter Vorschläge vielmehr an die Baudeputation zurückverwiesen.

Der Voranschlag der Realgymnasiums und der Realschule für 1894/95 weist eine Vermehrung der Lehrerstellen um eine auf, gleichzeitig aber auch eine Ver­schiebung in deren Characterverhältnissen. Es sollen an Stelle der bisherigen 13 definitiven und 5 provisorischen Lehrer­stellen 16 definitive und 3 provisorische geschaffen werden, um in Verbindung mit der vorgesehenen Erhöhung des Durch­schnittsgehaltes von 3565 Mk. auf 3750 Mk. mehr Stabilität in den Lehrkräften zu erreichen. Der Voranschlag balancirt danach in Einnahme und Ausgabe mit 97 227 Mk., die persönlichen Ausgaben (Besoldungen rc.) belaufen sich auf 91527 Mk. Nach Abzug des auf 49827 Mk. veranschlagten Schulgeldes sind 41200 Mk. zuzuschießen, wovon die Stadt die Hälfte mit 20600 Mk. zu tragen hat. Die sonstigen von der Stadt zu bestreitenden sachlichen Ausgaben betragen 6073 Mk., sodaß der Gesamrntzuschuß der Stadt sich auf 26 673 Mk. stellt gegen 27 701 Mk. im Vorjahre. Die durch Vermehrung der Lehrerstellen und Erhöhung des Durchschnittseinkommens entstehenden Mehrkosten sollen ausgeglichen werden durch Erhöhung des Schulgeldes um 8 Mk. für den einzelnen Schüler.

Die von den Herren Heyligenstaedt und Keller revidirte Rechnung des Gas- und Wasserwerks für 1892/93 hat Veranlassung zu einer Beanstandung nicht gegeben, weshalb definitive Genehmigung der Rechnung erfolgt.

Der Voranschlag des Gas- und Wasserwerks für 1894/95 wird nach dem von Herrn Oberbürgermeister Gnauth erstatteten Commissionsberichte beeinflußt durch den Antrag auf Ermäßigung des Gaspreises- diese Ermäßigung soll allmälig fortgesetzt werden, um einestheils ein dem Gas­preis in anderen Städten entsprechendes Niveau zu erreichen, anderntheils der Concurrenz zu begegnen, die der Gas­beleuchtung durch andere, billigere und bessere Beleuchtungs­arten droht. Nach erfolgter Vergrößerung der Gaserzeugungs­apparate kann ein tägliches Quantum von 6000 cbm garantirt werden. Gleichmäßig begünstigen soll die Gaspreisermäßigung nicht alle Abnehmer. In erster Linie wird die Ermäßigung der monatlichen Gasmessermiethe für kleine Consumenten em­pfohlen und zwar je nach Flammenzahl auf 70, 60, 40 und 25 Pfg. Was den Gaspreis selbst betrifft, so soll derselbe zunächst für Großabnehmer, soweit solche (Bahn und Uni­versität) bisher nicht schon Rabatt genossen, durch Gewährung eines mit dem Verbrauch steigenden Rabatts ermäßigt werden, und hat die Commission folgende Rabattsätze vorgeschlagen: für Abnehmer von jährlich 1000 bis 2000 cbm 3pCt., von 2000 bis 5000 cbm 5 pCt., von 5000 bis 10000 cbm 7i/z pCt., über 10 000 cbm 10 pCt. Für die über 50 000 cbm beziehende Universität soll der seitherige Preis von 21 auf 20 Pfg. pro cbm ermäßigt werden, für die 90000 cbm verbrauchenden Eisenbahnen auf 18 Pfg. festgesetzt bleiben. Der Preis für Motoren-und Heizgas soll von 16 auf 15 Pfg. pro cbm ermäßigt werden, und hat man in der Deputation bei Zuversicht Ausdruck gegeben, daß gerade dadurch die Ein­führung von Motoren- und Kocheinrichtungen gefördert werde. Den durch diese Ermäßigungen eintretenden Einnahmeausfall

von 3400 Mark hofft man durch erhöhten Verbrauch auszu­gleichen und nach dem in die Lage zu kommen, den Gaspreis wiederum zu ermäßigen. Dem Gesuch des Gastwirthe-Vereins von Gießen um Ermäßigung des Gaspreises konnte die De­putation nicht entsprechen, da sich unter den rabatt­genießenden Großabnehmern bereits 26 Wirthe befinden, die verlangte Ermäßigung auch die Folge haben würde, daß Inhaber großer Fabrikräume, Schaufenster u. s. w. mit demselben Rechte Anspruch auf Ermäßigung erheben könnten. Die in dem Gesuche der Gastwirthe noch betonte Begünstigung der Besitzer von Kraftmaschinen geschehe aus anderen Gründen. In dem Voranschlag zeigen sich die hauptsächlichsten Posten wie folgt: Ordentliche Ein­nahmen: Für Gaß 130 734.34 Mk., für Coaks 35 450 Mk., für Theer 3432 Mk., für Ammoniakwasser 1501.50 Mk., für Gaseinrichtungen 12 000 Mk., für GaSmessermiethe 1300 Mk., von Gebäuden und Grundstücken 1570 Mk. Außerordentl. Ein nah men: Capitalaufnahme 11 000 Mk., Geldanschlag der Magazinsbestände 17 000 Mk., Geld­anschlag der Gasbereitungsmaterialien rc. 14 000 Mk., Geld­anschlag der in Miethe gegebenen Gaseinrichtungen, der Be­triebswerkzeuge rc. 14 150 Mk. Ordentl. Ausgaben: Geldanschlag der aus den Vorjahren zu übernehmenden Gas- bereitungsmaterialien rc. 14 000 Mk., Anschaffung von Gas­kohlen 56 500 Mk., Coaks zur Unterkellerung der Retorten­öfen 12 226 Mk., Arbeitslöhne 14 400 Mk., Hilfsmaterial 1900 Mk., Arbeits- und Fuhrlöhne 4000 Mk., Unterhaltung der Gebäude 900 Mk., Unterhaltung der Retortenöfen 1600 Mk., Unterhaltung der Betriebswerkzeuge 1950 Mk., Geldanschlag der aus den Vorjahren zu übernehmenden Be­stände an Einrichtungen, Werkzeugen rc. 14 000 Mk., Löhne der Laternenwärter 5750 Mk., Herstellung von Straßen­laternen und sonstige Unkosten 1250 Mk., Gaseinrichtungen 8000 Mk., Gehalte 10 400 Mk., Steuern und Abgaben, Versicherungsbeiträge rc. 3900 Mk., Bureaukosten, Anzeigen rc. 1600 Mk., Zinsen 19 800 Mk., Amortisation 25 000 Mk., Anschaffungen für das Magazin 17 000 Mk. Außer­ordentl. Ausgaben: Anlagecapital 11000 Mk., Be- triebsüberschüffe 13 000 Mk. Einnahmen und Ausgaben gleichen sich aus mit 242 750 Mk. Der Voranschlag wurde genehmigt.

In dem Voranschlag für das Wasserwerk ist eine allgemeine Preisermäßigung ohne Unterschied des Ver­brauchs der einzelnen Abnehmer vorgesehen. Diese Preis­ermäßigung soll am 1. October d. I. eintreten, nachdem man bis zum 1. August den Anschluß der Queckborner Quellen fertig zu stellen hofft. Der Wasserpreis soll danach von 30 auf 25 Pf. per cbm ermäßigt werden. Der nach Anschluß der Queckborner Quellen auf 1000 cbm erhöhte tägliche Zufluß läßt nach dem Commissionsbericht eine Vermehrung der Häuseranschlüsse und demgemäß einen höheren Verbrauch erwarten - aus dem Bericht ist ersichtlich, daß die Kliniken, deren eigene Wasserleitung nicht das benöthigte Quantum zu liefern vermag, an die städtische Leitung angeschlossen werden und die Stadt somit bereits einen beachtenswerthen Groß­abnehmer gefunden hat. Das mit reichlicherem Wasferzufluß wieder geweckte, durch die Erfahrungen der beiden letzten Sommer etwas erschütterte Vertrauen, würde unzweifelhaft zu einem erhöhten Wasserabsatz führen. In dem nächsten Voranschlag würde hoffentlich eine weitere Ermäßigung des Wasserpreifes und die Rabattbewilligung für Großabnehmer vorgesehen werden können. Die hauptsächlichsten Posten des Voranschlags sind: Ordentl. Einnahmen: Wasserzins 57 059.90 Mk., Wassereinrichtungen 10 000 Mk. Außer­ordentl. Einnahmen: Capitalaufnahme 567 350 Mk., Geldanschlag der in das folgende Betriebsjahr übergehenden Magazinsbestände 16 000 Mk., Geldanschlag der in das folgende Betriebsjahr übergehenden Betriebswerkzeuge rc. 4000 Mk. Summe aller Einnahmen 654 750 Mk. Ordentl. Ausgaben: Betriebs- und Unterhaltungskosten der Quellenfassung, Maschinen und Kesselanlage bei Queckborn 2100 Mk., Unterhaltung der Zuleitungsstrecke bis zum Hoch­behälter, des Stadtrohrnetzes, der Stollenanlagen, des Hoch­behälters rc. 1650 Mk., Unterhaltung der Wassermeffer 1000 Mk., der Betriebswerkzeuge 1600 Mk., Wassereinricht- ungen 7000 Mk., Gehalte 8700 Mk., allgem. Unkosten 2000 Mk., Zinsen 36 480 Mk., Amortisation 6070 Mk., Anschaffungen für das Magazin 16 000 Mk., Geldanschlag der in das folgende Betriebsjahr übergehenden Bestände an Betriebswerkzeugen rc. 4000 Mk. Außerordentl. Aus­gaben: Anlagecapital 567 350 Mk. Summe aller Aus­gaben 654 750 Mk.____________________________________

Cocalcs rrird provinzielles.

Hießen, den 19. Januar 1894.

* Die Gießener und Marburger Burfchenschaft feierte gestern den Tag der Wiederaufrichtung des Deutschen Reichs durch einen Festcommers in Steins Garten. Einen ein­gehenden Bericht über den Verlauf desselben behalten wir unS für die nächste Nummer vor.

* * Verhaftet wurden: ein hiesiger Kellner wegen Unter­schlagung, ein Frauenzimmer, und ein Arbeiter wegen Trunkenheit.

* Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Dienstknecht Kaspar Baitz aus Gießen wegen Urkunden­fälschung, von der Staatsanwaltschaft Gießen- Korbmacher Franz Kapp von Nieder-Olm wegen Diebstahls von der Staatsanwaltschaft Mainz- Dienstmagd Katharine Heß von Groß-Rohrheim wegen Diebstahls, vom Amtsanwalt Gießen- Mechaniker Jakob Konrad von Rainrod wegen Erpressung, von der Staatsanwaltschaft Gießen - Schlosser Ludwig Möller von Rebgeshain wegen Betrugsversuch, vom Amtsanwalt I Darmstadt.

** Handgepäck. Ein an die Eisenbahndirectionen ge­richteter Erlaß des preußischen Eisenbahnministers macht auf die darüber erhobenen Klagen aufmerksam, daß Handgepäck in den Personenwagen zuweilen in einer die Mitreisenden