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Nr. 113
Freilag den 18. Mai 1894
Irr Aizetzer erichcint täglich mit LuZnahai« br» Montag-.
Die Gießener Ai. mitieablätler werden dem Anzeiger wöchentlich dreimal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Kenerat-T<nzeiger.
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2lmtlid?6r Tt?eit.
Gießen, den 17. Mai 1894. Betr.: Kreis-Lehrer-Conferenz in Gießen.
Die
Grotzh. Kreis-Schulcommisfion Gießen
an die Lchnlvorftände des Preises.
Wir benachrichtigen Sie, daß rubr. Conferenz
Mittwoch den 30. Mai, Vormittag SVs Uhr, im Ltein'schen Garten dahier
abgehalten werden wird. Sie wollen den Lehrern Ihrer Gemeinden hiervon Kenntniß geben. Wir erwarten, daß dieselben schon milden ersten Bahnzügen hier eintreffen, ebenso, daß sie die Liederbücher für den Gesang mitbringen.
Tie geistlichen Mitglieder der Schulvorstände werden zur Theilnahme freundlichst eingeladen.
Zur Verhckndluug bei der Lehrer-Conferenz kommen -folgende Gegenstände:
1. Was kann die Schule zur Verbreitung volkswirth- fchaftlicher Lehren thun c' Referent: Herr Lehrer Weyl in Wiefeck.
2. Die Poesie und ihre Bedeutung für die Volksschule. Referent: Herr Lehrer Mohr in Grünberg.
v. Gagern.
Deutschs Reich.
Berlin, 15. Mai. Wie „DaS Volk" mittheilt, beruft der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Herr v. Heyden, mittels Schreibens vom 10. Mat anläßlich der Rothlage der Landwirthschaft zu einer Conferenz ein auf den 28. Mai Uber bereits im Ministerium in Vorarbeit befindliche Fragen, vorzugsweise auS dem Gebiete des Erbrechts und CreditwesenS. Eingeladrn sind 32 Herren aus Wissenschaft und Praxis, darunter Professor Dr. Schmoller- Berlin, Professor Dr. Eonrad-Halle, Profesior Dr. Ad. Wagner- Berlin, Staatsminister Dr. Graf v. Zedlitz - Trützschler auf Nieder-Großenborau, Geh. Rath v. Levetzow-Berlin, Frhr. v. Hucne auf Gr.Mahlerdorf bei Falkeuberg, Frhr. v. Schor- lemer-Alst auf HauS Alst bei Horstmar, Graf v. Kanitz- Podangcn, Rittergutsbesitzer v. Ploetz, Graf v. Mirbach- Sorquitten. Zur Berathung gelangen behufs Bekämpfung der sorrwirkenden Ursachen der Verschuldung sechs Fragen,
betreffend die Belastung deS Grundbesitzes mit Erbantheilen, I drei Fragen, betreffend die übermäßige Belastung des Grund- I besitze- mit Kausgelderresten und Schulden anderer Art, infolge unbeschränkter Verschuldbarkcit, fünf Fragen, betreffend die Beseitigung der vorhandenen Ueberschuldung. DaS bei- gegebene umfassende ArbettSprogramm enthält folgende Hauptpunkte: 1. Die landwirthschastliche KrifiS in ihren Haupt- erscheinungSformen, 2. die Hauptursachen der KrisiS, darunter das Sinken der Reinerträge und die zu starke Inanspruchnahme fremden Eredits, 3. die Schäden und Gefahren dieser Entwicklung, 4. die Mittel der Abhilfe, darunter die Steigerung der Reinerträge, sowie Maßregeln gegen die Der- schuldung.
Neueste Nachrichten.
WolffS telegraphisches Korrespondenz-Bureau.
Kiel, 16. Mai. Ihre Majestät die Kaiserin traf heute früh 8 Uhr 15 Min. hier selbst ein und wurde auf dem Bahnhofe von Ihrer Köuigl. Hoheit der Prinzessin Heinrich empfangen. Ihre Majestät begab sich im offenen Wagen durch die mit Fahnen geschmückten Straßen nach dem hiesigen Schlöffe, überall von lebhaftem Jubel begrüßt. Um 11 Uhr erfolgte die Weiterreise mit der Bahn nach Eckernförde, von wo Ihre Majestät sich zu Wagen nach Grünholz begibt.
Frankfurt a. M., 16. Mai. Der evangelisch-soziale Congreß wurde heute Vormittag durch den Ehrenpräsidenten Oeconomierath Robbe Berlin eröffnet. Es waren weit über 1000 Personen anwesend. Generalsuperintendent Lohr-Cassel sprach nach dem Gesang eines Chorals das Weihegebet. Oeconomierath Robbe legte in längerer Rede die Ziele des CongresseS dar und schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch aus Se. Maj. den Kaiser. Aus Antrag des Professor Adolf Wagner wurde der Ehrenpräsident Robbe zum Präsidenten des CongresseS gewählt. Sodann wurden die an das Präsidium gerichteten Schreiben mehrerer Minister verlesen und der Oberpräsident Magdeburg, sowie Oberbürgermeister Adickes durch den Vorsitzenden begrüßt. In den erweiterten Ausschuß des CongresseS wurden Oberlandesgerichtspräsident HagenS, Stadtrath Varrentrapp und Director Veit-Franksurt berufen. Generalsecretär Pastor Göhre erstattete hierauf den Jahresbericht. Da Pastor Göhre mit Rücksicht auf seine Amtsthätigkeit die Stellung als General- secretär niedergelegt hat, wurde Candidat Völter-Württem- berg für die Zeit vom 1. Juli d. I. ab zum Generalsecretär deS CongresseS gewählt. Dem Pastor Göhre wurde
auf Antrag deS Hofpredigers a. D. Stöcker der Dank für seine Thätigkeit alö Generalsecretär ausgesprochen. Die Frage, ob der Beschluß des Ausschuffes aufrechterhalten werden soll, wonach Frauen bei dem Congreß zum Wort und zur Stimmabgabe zugelaffen werden sollen, wurde nach kurzer Berathung an den Ausschuß für die Herbstsitzung deS CongreffeS überwiesen. Consistorialrath Profeffor Cremer reserirte hierauf über daS Thema: Die soziale Frage und die Predigt.
Frankfurt a. M., 16. Mai. In der heutigen zahlreich be- suchten Versammlung deS Vorstandes der deutschen Colonialgesellschast wurde über die Entsendung der Togo-Expedition verhandelt, daS Vorgehen deS Ausschüsse» in der Samoafrage gebilligt und unter Anderem beschloffen, die „Colonialzeitung" vom nächsten Jahre an wieder wöchentlich erscheinen zu laffen.
Frankfurt a. M, 16. Mai. Zur heutigen General- Versammlung deS allgemeinen deutschen Schul- v.ereins zur Erhaltung deS DeutschthumS im Auslande waren etwa 50 Vertreter auS allen Theilen Deutschlands unter dem Vorsitz des Geheimen RegierungSraths Dr. Böckh- Berlin im hiesigen Zoologischen Garten versammelt. Oberbürgermeister AdickeS begrüßte die Versammlung im Namen der Stadt Frankfurt, Senator v. Oven im Namen deS hiesigen HauptvereinS, Dr. Brix-Wien überbrachte Grüße au» Oesterreich. Dr. Böckh erstattete alsdann den Jahresbericht, woraus Professor CuerS-Frankfurt die Festrede hielt. Der bisherige Vorstand deS Schulveretns wurde wieder gewählt. Als Ort für die nächste Generalversammlung, deren Zeitpunkt bisher noch nicht festgesetzt wordeü ist, wurde König»- berg auSersehen. Heute Abend findet ein FestcommerS im Zoologischen Garten statt.
Stuttgart, 16. Mai. Aus dem L e h r e r t a g sprach heute Rector Koehler-BreSlau über die Schulaussicht. Der Reserent verlangte Fachaufsicht für mehrklassige Schulen durch Rectoren, für die einklassige direct durch die KreiSschulinspectoren, dte bewährte DolkSschulmänner sein sollen. Rach längerer Debatte wurden die hierauf bezüglichen Thesen Koehlers angenommen. Mittelschullehrer Klemm-Heilbronn reserirte alsdann über Rechtschreibungs-Reform. Sein Vortrag gipfelte in der Forderung nach vereinfachter Rechtschreibung, insbesondere durch Beseitigung großer Buchstaben und Dehnungszeichen und durch Einführung lateinischer Schriftzeichen. Die Ver- sammlung nahm seine Thesen im Princip an, ohne jedoch im Einzelnen Stellung zu nehmen. Die Zahl der Theilnehmer ist auf 3600 angewachsen.
Feuilleton.
Dir Schul-Lonferrn).
Humore-ke von Robert Rößler.
(Schluß.)
Acht Tage darauf hatte der Schulmeister zu Hartenau Len herrlichsten Schweinekoben vor der Thüre stehen und wiederum acht Tage daraus grunzten drinnen zwei prächtige Ferkel. DaS war also abgemacht.
Bald darauf war Lehrerconserenz in der Kreisstadt und der KreiSschulinspector bestimmte den Sonntag dazu, wo viele Bauern zur Stadt fahren, um Einkäufe und ein Geschäft nebenbei zu machen. Auch der Gemeindevorsteher Kapuste fuhr gen Neustadt, um noch zehn Sack Waldhafer loSzuschlagen, und hatte den Lehrer von Hartenau mitgenommen. Wegen deS Schweinekoben hatten sie sich keine Feindschaft eingerührt. Sie spannten im „Löwen" aus, wo die Conferenz angesetzt war. Wie nun der Hartenauer zu den Dorfgelehrten hineinging, war schon eine ganze Anzahl versammelt, der Herr KreiSschulinspector hatte den Anfang erst aus neun Uhr festgesetzt, und da führte beim ersten Glase Bier der neue Rector und Cantor den Vorsitz, der eben den Revisionswitz erzählte, — der mit demc alten Schweinekoben anfing und mir dem neuen Koben schließt. Damit hatte sich der neue Rector natürlich glanzend em- geführr und der Hartenauer bestätigte alles der Wahrheit gemäß. __
Der alte Pathe hatte natürlich die Collegen zum strengen Schweigen verpflichtet, aber der taprige Hausknecht verdarb den Witz. Unglücklicherweise saß der Kapuste in der Kutscherstube neben dem Gasthofzimmer und genehmigte einen Morgen- -schnaps und dabei fiel ihm die große Luftigkeit der Schul- meiner auf. Er sah sie alle um den großen, alten Herrn umherstehen.
„Tausend," meinte der Kapuste zu sich, „das ist ja uuser Schulrath von der Regierung, — wie komm: der
hierher? — Ein Jrrthum ist gar nicht möglich, — na, warum soll er sich nicht mal so 'ne Conferenz ansehen? nur, daß der hohe Herr mit allen so bekannt ist, wundert mich — da muß ich doch mal den Johann befragen."
„Johann," meinte er zum Hau-knecht, „was macht denn der Herr Schulrath bei den Lehrern?"
„Welcher Schulrath?"
„Ra, der von der Regierung."
„Bei uns ist kein Schulrath abgesttegen."
„Wissen Sie daß auch ganz genau?"
„Ru natürlich, sonst hätt ich 'm ja seine Stiefel geputzt. Da drin ist überhaupt kein Schulrath —"
Bei diesen Worten trat der alte Herr halb in die Thür.
„Den mein ich, Johann."
„Den Großen mit der Brille?"
„Denselben."
„DaS ist kein Schulrath und* wird wohl auch nie einer werden."
„Kein Schulrath? Ra, waS ist er denn?"
„Unser neuer Rector, wenn Sie'S durchaus wiffen wollen."
„DaS wär ja noch verrückter," murmelte der Kapuste, „ärger wie arg! Den möcht ich lehren, Bauern zu uzen."
Kaum war Kapuste'S Hafer verkauft und die Schul- conferenz beendet, da lief der Kapuste direct zum Kreis- fchulinspector und bericht^ dem den Streich vom Schweinekoben in Hartenau. Dem Herrn Superintendenten und Schulinspector Schurig ging die Sache denn doch über die Hutschnur, so waS war ihm in seiner Praxis noch nicht vorgekommen. Auf der Stelle ließ er sich den Rector rufen und vermöbelte ihn unter vier Augen so, daß dem luftigen Manne daS Waffer in die Augen trat. AuS reiner Gut- müthigkeit für sein Pathenkind hätte ers gethan, auS keinem anderen Grunde, jetzt thätS ihm leid, na kurz, er war windelweich, wie zum Auswinden.
So weit wollte ihn der Herr Superintendent blos baben, nun zog er andere Saiten au*.
„Wie ichs meine, das wissen Sie nun, Herr. Der Satan soll Ihnen das Licht halten, wenn Sie sich unterstehen, noch ein einziges Mal den Schulrath zu spielen. Sie verlieren Ihre Stellung, so wahr ich Schurig heiße. Und damit basta! Im Uebrigen haben Sie ein gutes Werk gestiftet und durch Ihre tolle Revision mehr erreicht, al» ich und dte Regierung durch zwanzig Briefe. Darum soll die Sache begraben sein, aber nur unter der einen Bedingung, daß eS Ihnen gelingt, den Hartenauer Schulvorstand, der ja ganz außer sich ist, zu beschwichtigen. Den Kapuste mein' ich, verstanden? Und nun Gott besohlen, Herr Rector!"
Wie ein begoffener Pudel zog der Rector ab, denn er traute dem Kapuste nicht recht und suchte seinen Kunden m verschiedenen Kneipen. Ra, wie er ihn beschwichtigt und zur Ruhe gebracht hat, weiß ich jücfjt recht, aber so viel erfuhr ich, daß der Kapuste erst spät in der Nacht seine Pferde anspannen ließ und sammt dem Lehrer nach Hartenau fuhr. Die feindlichen Brüder waren alle drei die besten Freunde geworden und hatten sich geküßt und Brüderschaft fürs Leben getrunken. Sie weinten zuletzt und gelobten sich ewiges Schweigen über den Schweinekoben und seine Erbauung.
Und der Kapuste hat Wort gehaltert, damit die Hartenauer nicht zum Gelächter wurden. Der kleine Gottlieb vom Kapuste wurde Heinrichs bester Schüler und er brauchte nicht Pferde- junge zu werden, weil der Lehrer von Hartenau ihn bis zur Freistelle im Seminar erzog.
Die drei Bundesbrüder trafen sich in Hartenau zum ersten Schweineschlachten im Schulhause.
Auch die Frau Superintendentin erhielt ihre Schinken und Wurst für die Küche, denn dem Herrn Schulinspector durften sie nichts anbieten von der „gottgesegneten Einschlachtung". Der hätte eS zurückgeschickt. Ra, aber Allein Allem: ganz schlecht war sie nicht, die gute alie Zeit.
Heute freilich gehen nicht alle luftigen Stücklein so glatt. Und 's ist vielleicht auch bester so.


