bildet ist und worauf eine Schale ruht. Letztere wird mit brennbarem Stoff gefüllt, der beim Fackelzug angezündet wird. DaS Gestell werden vier kräftige Metzgerbursche tragen. Jedenfalls werden unsere Metzger wieder etwas ganz Hervorragendes bieten und eine der schönsten Gruppen des Zuges bilden.
△ Mainz, 13. April. Einen kühnen Sprung machte heute Abend in mörderischer Absicht ein elegant gekleideter Fremder von der wohl 80 Fuß hohen Straßenbrücke hier in den Rhein. Derselbe tauchte sofort unter, erschien indeß bald wieder auf der Oberfläche des Wassers und gelang es in einem Kahne nachetlenden Schiffern, den Selbstmordcandidaten bewußtlos, aber noch lebend auf das Trockene zu schaffen. Vor seinem verwegenen Sprung vertheilte der Fremde, der sich seinen Lebensrettern gegenüber wenig dankbar zeigte, an die Passanten der Brücke Visit- karten mit der Aufschrift: Albert Körner, Schneidermeister aus Rixdors bei Berlin.
A Mainz, 15. April. Der Landesausschuß und das Landescomite der hessischen Centrumspartei erlassen soeben einen Aufruf an die Katholiken Hessens, durch welchen zu einem zweiten hessischen Katholikentag auf den 6. Mai Nachmittags 3</a Uhr in den Saalbau nach Darmstadt eingeladen wird. Hauptsächlicher Zweck der Zusammenkunft ist, wie aus dem auch von den Centrumsmitgliedern der Ersten und Zweiten Kammer unterschriebenen Aufruf hervorgeht, öffentlicher Protest gegen die Stellungnahme des protestantischen Oberconsistoriums in Sachen des Jesuitengesetzes. Bekanntlich hat sich das hessische Oberconsistorium in einer Angabe an das Ministerium gewendet, den Vertreter Hessens im Bundesrath zu instrutren, gegen die Wieder- zulaffung der Jesuiten zu stimmen. — Gegenwärtig schweben zwischen den maßgebenden Factoren Verhandlungen, für die „Casino - Gesellschaft zum Gutenberg" hier, deren Gesellschaftshaus bekanntlich am 6. Januar ein Raub der Flammen geworden ist, das ehemalige Armen-Floren Kloster, das im Centrum der Altstadt unfern dem Justizpalast und dem Stadthause gelegen ist, als neue Heimstätte zu erwerben. Das genannte Kloster beherbergte in den letzten Decennien in einem Flügel die staatliche Entbindungsanstalt und in dem anderen die städtische Sparkasse. Ersterer Flügel ist Etgenthum des Staates, letzterer Eigenthum der Stadt.
G) Mainz, 16. April. In der gestern in dem nahen Laubenheim stattgehabten Conferenz der Socialdemokraten aus dem Wahlkreis Mainz-Oppenheim, welcher die Abgeordneten Jöst-Mainz und Müller-Darmstadt anwohnten, wurde bezüglich der diesjährigen Maifeier beschlossen, in allen Orten, wo irgend möglich am ersten Mat Versammlungen abzuhalten, im anderen Falle am darauffolgenden Sonntag zu demonstriren. Für Mainz ist für 29. April ein Fest in Aussicht genommen, während am 1. Mai nur eine Volksversammlung stattfinden soll. — Nach Mittheilung hiesiger Localblätter tritt die Genickstarre, die seit einigen Wochen bei mehreren Truppen- theilen der hiesigen Garnison epidemieartig herrscht, jetzt auch in Civilkreisen auf, und sind bereits mehrere ernste Erkrankungsfälle eingetreten.
PA. Mainz, 15. April. Elftes deutsches Bundesschießen. Die Arbeiten auf dem weiten Festplatz nehmen einen guten Fortgang. Gegenwärtig werden die Festhalle und die Schießhalle eingedeckt; die offene Weinhalle und die Scheiben Einrichtung sind im Bau, das Portal und der Gabentempel werden dieser Tage in Angriff genommen. Auch ein Riesen-Elephant, der einen dreistöckigen Aussichts- rhurm von 35 Meter Höhe tragen und ganz aus Eisen construirt wird, kommt bald zur Aufstellung. — Bis jetzt sind 29 Ehrenpreise im Werthe von mehr als 10 000 Mark gestiftet. — Der Großherzog von Hessen mit seiner jungen Gemahlin sieht den Festzug vom Großh. Palais aus an. Der Festzug wird unter Vermeidung von Wiederholungen und einer ermüdenden Länge die Hauptstraßen der Alt- und Neustadt berühren. — Der Festausschuß hat das Festprogramm im Allgemeinen festgesetzt; die Mainzer Turnerschaft, alle Gesangvereine, Fechtclub und Radfahrervereine u. s. w. haben Veranstaltungen in der Festhalle gerne zugesagt. Für fünf Tage ist der Luftschiffer Lattemann gewonnen, um mit seinen Feffelballons Aufstiege in die Lüfte, an zwei Tagen auch Abstürze mit dem Fallschirm zu veranstalten. Für den 23. Juni (1. Tag der Ruder-Regatta) ist die Abhaltung eines großen Feuerwerks vorgesehen, während die Rheinfahrt auf Dampfern der Köln - Düsseldorfer Gesellschaft bis zum Fuße des Niederwalddenkmals mit Beleuchtung der Rheinufer, der Landhäuser und Fabriken, der Häfen und Rheinbrücken bei der Rückfahrt am Donnerstag, den 21. Juni, um 6 Uhr Abends beginnen soll. An den übrigen Tagen der Festwoche sind Monstre-Concerte der Militärcapellen, Massenaufführungen der Gesangvereine, Commerse, Aufführungen der Turner, Fechter, Ochsenbraten, Volksfeste u. s. w. vorgesehen, so daß sich das Leben auf dem Festplatze zu einem Bild ächt rheinischer Fröhlichkeit entwickeln dürfte. Das Probebankett in der Festhalle und das Probeschießen findet am 10. Juni, der Festcommers zur Begrüßung der fremden Schützen am 10. Juni Abends in der Stadthalle statt.
x Aus dem Kreise Alzey, 16. April. DaS im Jahr 1604 erbaute alte Rathhaus in Sprendlingen, das gegenwärtig zu Wirthschaftszwecken umgebaut wird, stürzte gestern bei stattfindenden Unterkellerungsarbeiten zusammen. Als der Zusammenbruch erfolgte, waren die Arbeiter gerade zum Mittagessen von dem Bau weggegangen.
+ Aus dem «roßherzogthum Heffeu, 16. April. Der Abgeordnete Schmitt-Mainz bat in der zweiten Kammer einen Antrag auf Aufhebung des Uebergangsgeldes bet den Rhein- unb Mainbrücken eingebracht.
Vermischter.
* Hütet die Kioder! Ein Fall, der allseitig zur Warnung dienen mag, hat sich kürzlich in Wetzlar ereignet. Das
2jährige Kind des in der Lahnstraße wohnenden Schreiners W. befand sich allein in der Stube. Dabei kam das Kind an eine Schublade, die es öffnete und welcher es ein Fläschchen entnahm, deffen Inhalt es austrank. Die bald darauf zurück- kehrcnde Mutter bemerkte eine Veränderung des, Kindes und fand auch bald die Ursache: das geleerte Fläschchen, welches Atropin enthalten hatte. Dieses giftige Arzneimittel war nämlich für die Augen des Kindes verschrieben gewesen. Das Kind wurde nun zwar sofort in ärztliche Behandlung gegeben und erhielt Brechmittel, die auch von der gewünschten Wirkung waren; doch war das junge Leben durch Krämpfe u. s. w. zeitweise sehr gefährdet.
* Berlin, 13. April. Heute früh 8 Uhr schoß in ihrer Wohnung, in der Steinmetzstraße 51, die 22jährige Arbeiterin Marie Jänke zuerst ihrem Geliebten, dem ver- heiratheten Locomotivheizer Karl Stein, eine Kugel in die Schläfe und dann sich selbst in jede Schläfe eine. Beide wurden noch lebend in die Charite gebracht, dürften aber bereits gestorben sein. Stein hatte seine Frau am 1. d. M. nach Behebung seines Gehaltes verlassen und dasselbe mit der Jänke verpraßt. Sie erschossen sich, als die Ehesrau Stein in Begleitung eines Schutzmanns vor der Thüre Einlaß begehrte, um ihren Mann zu requiriren.
* Berlin, 14. April. In der gestern beendigten Ziehung der Freiburger Münsterbau-Geld - Lotterie fielen die Hauptgewinne von 50’000, 20 000, 10 000 und 5000 Mark auf folgende Loosnummern: Nr. 98 249, Nr. 74 310, Nr. 159 532 und Nr. 195 906. Der Gewinn von 10 000 Mark auf Nr. 159 532 fiel in die Collecte von Oscar Bräuer u. Co., Bankgeschäft, Berlin "W., Friedrichstr. 181.
* In Jetzendorf bei Pfaffenhofen wurden altersschwache Pappelbäume gefällt. Als der letzte Baum an die Reihe kam, kamen die Schulkinder an der Arbeitsstätte vorbei und sahen zu. Plötzlich senkte sich der mächtige Stamm und fiel der Straße zu, wo die Kinder standen. Zwei Mädchen wurden von dem Baumstämme zermalmt, der Bauer, welcher mit den Fällungsarbeiten beschäftigt war, wurde stark verletzt.
* Eine Haltestelle nach Bedarf. Zwischen Stargard i. Pommern und Pyritz befindet sich an einem Wege, der die Bahn kreuzt, der Haltepunkt Rischow. Er wird durch eine Tafel gekennzeichnet, auf welcher die Fahrpreise u. s. w. verzeichnet stehen. Die Züge halten hier nur nach Bedarf. Dieser Tage — so erzählt man der „Berl. Ztg." — stand dort ein Bauer an dem Bahndamm und winkte aus Leibeskräften dem heranbrausenden Zuge entgegen. Der Zug hielt. „Einsteigen!" — Das Bäuerlein zauderte. „Ne, mitföhrn will ick nid); ick wull Ju man bloß seggen, dat Ji morgen um dees Tid hier anholln söln- min Fru will morgen na d' Stadt föhrn! — Sprachs und ging seiner Wege, während die Bahnbeamten ihm Schmeicheleien nachriefen.
* Newyork, 13. April. Die Stadt Delor (Panama) steht in Flammen. Wegen Mangel an Wasser sind die Rettungsarbeiten außerordentlich erschwert.
* Newyork, 13. April. In dem Stahlwalzwerk Ponn- roy (Ohio) stürzte ein Tiegel zusammen, welcher 600 Pfund geschmolzenen Stahls enthielt. Sechs Arbeiter wurden sofort getödtet, zwei andere schwer verletzt.
* lieber ein eigenartiges Bittgesuch an den Kaiser berichtet der „Ratiborer Anzeiger" Folgendes: Ein Mädchen in Ratibor, dessen Herz von Liebe zu einem Musketier des dortigen Bataillons erfüllt ist, hat sich im vorigen Monat mit einem Bittgesuch an den Kaiser gewandt. Es schmerzte sie tief, daß ihr Auserwählter keine Knöpfe am Kragen trägt, und so setzte sie sich denn am 14. März hin und trug in einem stilvollen Schreiben dem Kaiser die Bitte vor, er möge den Musketier X. von der 12. Compagnie des 3. oberschlesischen Infanterie-Regiments Nr. 62 zum Gefreiten ernennen. Und da sie die Absicht hatte, an den Oftertagen ihren Auserwählten auszuführen, so bat sie zugleich, der Kaiser möge doch die Angelegenheit so beschleunigen, daß der biedere Musketier bereits an den Oftertagen die Knöpfe besitze. Das Schreiben ging von Berlin an das Generalcommando nach Breslau und gelangte dann an das Bataillonscommando Hierselbst „zur Bescheidung der Braut". Der Bescheid, der der Bittstellerin vom Bataillon zuging, wird sie vermuthlich sehr überrascht haben. Das Bataillon ließ ihr nämlich eine Abschrift des Verzeichnisses der Strafen ihres Musketiers zugehen.
* Aus Dieuze berichtet die „MetzerZtg.": Einen ergötzlichen Anblick gewährt zuweilen ein hiesiges am Bahnhof gelegenes städtisches Gebäude- bei feuchtem Wetter tritt nämlich stets die in großen Lettern ausgeführte und übertünchte Aufschrift „Mädchen-Pensionat", „Pensionat de demoiselles“, hervor, während fast aus jedem Fenster beim Vorbeipassiren der Züge ein Dutzend Marsjünger die Köpfe herausstrecken. Das frühere Pensionat wird nämlich jetzt als Kaserne benutzt.
* Heilung einer eingebildeten Krankheit. Dem „Nürnb. Anzg." wird aus Erlangen geschrieben: Der erste Assistenz- Arzt Dr. Jacob hat in der Universitäts-Klinik eine „Frosch- Cur" vorgenommen, welche gerade in der klassischen Einfachheit des- Falles alle Aussicht hat, eine berühmte Cur zu werden. Ein achtzehnjähriges Mädchen aus dem Aischgrunde war von ihrem sehr ernst gewordenen eingebildeten Leiden (sie behauptete, ein Frosch hüpfte in ihrem Magen und steige manchmal auswärts in die Speiseröhre, welcher Wahn von Uebelkeit, Appetitlosigkeit, ja Erbrechen begleitet war) durch keinerlei Vernunstgründe, durch keine Medicin, auch nicht durch zweimalige Magenauspumpung zu heilen gewesen. Der Arzt versuchte es mit dem unendlich einfachen und harmlosen Mittel der Täuschung. Der armen Kranken wurde ein stärkerer Schlauch eingeführt, in welchen ein kleines lebendiges Fröschlein practicirt war, welches aus der Schlauchöffnung fidel ins vorgehaltene Becken sprang. Ein muthwilliger jüngerer Arzt setzte es in Spiritus und versah das Gefäß mit der Aufschrift: „Aus einem Magen cxtrahirt!" Die Kranke aber athmete beim Anblick deS Fröschleins tief auf- nach Verlauf einer Stunde erklärte sie sich mit seligem Lächeln
von ihrem Leiden befreit und aß — nach langer Zeit zunr ersten Male — mit außergewöhnlichem Appetit.
Schiff-nachrichten.
Norddeutscher Lloyd, in Gießen vertreten durch die Agenten Carl Loos und I. M. Schulhof.
Bremen, 13. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Schnelldampfer Spree, Capitän W. Willigerod, vom Nordd. Lloyd in Bremen, welcher am 3. April von Bremen und am 4. April von Southampton abgegangen war, ist gestern, 10 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Bremen, 13. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Weimar, Capitän Ad? Meier, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 29. März von Bremen abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Nachmittags, wohlbehalten in Baltimore an- gekommm. ________—
Hamburg, 13. April. Hamburg - Amerikanische Packetsabrt- Actien-Gesellschaft. Neueste Nachrichten über die Bewegungen der Dampfer der Hamburg-Amerika Linie. Postdampfer „Colonia", von Mexiko und Westindien nach Hamburg zurückkehrend, ist am 12. April, 4 Uhr Morgens, in Havre angekommen. P stdampfer „Helvetia", von Westindien kommend, bat am 11. April, 12 Uhr Nachts, von Havre die Reise nach Hamburg sortgesetzt. Dopprl- schrauben - Schnelldampfer „Fürst Bismarck" ist am 12. April, 12 Uhr Mittags, von Newyork via Southampton nach Hamburg abgegangen.
Citeratur unfc Artnst
— In dem uns vorliegenden neuesten (16.) Hefte deS »Uni-- Verfilm* sind die Porträts zweier Geburtstagskinder enthalten: Fürst Bismarck und Emil Rittershaus. — Die Züge des geliebten Altreichskanzlers sind jedem echten Deutschen zwar ins Herz geschrieben, man freut sich aber immer wieder, einem neuen Porträt desselben zu begegnen. Meister Lenbach's neuestes Bismarckbild zeigt den Fürsten nach der glücklich überstandenen schweren Krankheit, und wenn deren Spuren auch noch nicht ganz verwischt sind, so blicken die Augen des Fürsten doch in alter Frische. Hoffen wir, daß der Frühling ihm neue Kraft und frisches Leben bringt. Wie immer, zeichnet sich auch dieses Heft des „Univeisum" durch geschmackvolle Ausstattung und werthvollen, abwechslungsreichen Inhalt aus. Wolzogens spannender Roman: „Die Erbschleicherinnen" fesselt von Fortsetzung zu Fortsetzung immer mehr; Jensens fein- stnniger Roman „Die Erbin von Helmstede" schließt in diesem Hefte. Außerdem sind Ompteda, Rodenberg, Greif, Dr. H. I. Klein, Dr. W. Stoß, Karl Brandt, E. Reiher mit interessanten Beiträgen vertreten. Der Bilderschmuck ist ein prächtiger: Franz von Lenbach, Fürst Bismarck; G. Eberlein, Ich gratulire; Carl Sohn, Der Schwester Fürbitte; K. Gebhard, 's war nur ein Traum; I. Kleinschmidt, Vesperbrod; Das neue Riesenteleskop für die Universität in Chicago u. s. w. Wir können die vortreffliche Zeitschrift nur wiederholt warm empfehlen!
— Meisterwerke der Christlichen Kunst. Dritte Samm- lung. Ein Großsolio-Heft mit 21 Holzschnitt-Tafeln auf Kuvfer- druckpapier. Preis in Umschlag 2 Mark, in Carton-Mappe 3 Mark, in Leinwand-Mappe 5 Mark. Verlag von I. I. Weber in Leipzigs Wer die zwei ersten Hefte der Meisterwerke der Christlichen Kunst kennt, wird mit großer Freude auch diese neue Sammlung begrüßen, die wiederum eine Reihe der herrlichsten Denkmale christlicher Malerei in schöner Ausführung für billigen Preis bietet. Sie enthält folgende Abbildungen: Madonna von Carlo Dolce. — Die „Große heilige Familie" von Raffael Santi. — Die Anbetung der Könige von Paolo Veronese. — Christus im Tempel von Rembrandt. — Christus und der reiche Jüngling von Eduard v. Gebhardt. — Christus und die Ehebrecherin von P. P. Rubens. — Der Jüngling zu Rain von Louis Feldmann. — Lasset die Kindlein zu mir kommen von I. Schmid. — Die heilige Magdalena von Pietro de Rotari. — „Judas, verräthst du des Menschen Sohn durch einen Kuß?" von Wilhelm Clemens. — Golgatha von Otto Försterling. — „Ecce homo“ von Bruno Piglhein. — „Die vier Evangelisten" von Joseph Anton Fischer. — Die Grablegung Christi von Pietro Perugino. — Die Kreuzabnahme von G. Fugel. — Pieta von Arnold Böcklin. — Die Grablegung Christi von F. A. v. Kaulbach. — Die Beweinung Christi von Anton van Dyck. — Die Auferstehung Christi von Paul Kißling. — Die Verklärung Christi von Raffael Santi. — Christus erscheint zwei Jüngern auf dem Wege nach Emmaus von Schnorr von Carolsf ld. Die Meisterwerke der Christlichen Kunst sind ein Schatz, auf den man nicht nachdrücklich genug Hinweisen kann.
Technische Fortschritte.
— Ein einfacher Wegeschleifer. Um miserable Landwege in einen guten Zustand zu versetzen, hat ein Practikus einen ebenso einfachen als wirksamen Wegeschleifer erfunden. Derselbe besteht aus einem runden Stamm von etwa 3 bis 3Vs Meter Länge und 35 bis 45 Ctm. Stärke. In die Mitte der beiden Enden desselben (in die Hirnseite) treibt man je einen starken Nagel, etwa Eggezinken, hinein, um an dieselben eine Kette schlingen zu können, an welche die Bracke befestigt wird. Letztere wird nicht genau vor die Mitte des Klotzes, sondern ein wenig seitwärts, ungefähr 10 Ctm. von der Mitte ab angebracht, damit der Klotz beim Schleifen mit einem Ende etwas vorgeht. Nun fährt man längs der einen Seite des Weges, zurück an der anderen Seite, und zwar so, daß das etwas vorgehende Ende deS Klotzes an der Kante bezw. dem Graben des Weges geht. Der Klotz schiebt immer einen kleineren oder größeren Erdwall vor sich, füllt damit die Löcher und ausgefahrenen Geleise aus und ebnet den Weg ganz vortrefflich. Der Hauptoortheil des Schleifens liegt aber noch darin, daß alles Wasser nach oben gedrückt und gleichmäßig dünn vertheilt wird, wodurch es leicht verdunstet und der Weg ungemein schnell abtrocknet. Tritt nach dem Schleifen des Weges Frost ein, so friert der Weg schon bei 2 bis 4« so stark, daß es den Wagen und die Pferde überhält; der Weg ist dann so eben wie eine Dreschtenne und es ist eine Lust, darauf zu fahren. Bei solcher Gelegenheit sind die großen Vortheile des Schleifens so recht in die Augen springend, und wer einmal den Versuch des Schleifens gemacht hat, wird nie mehr davon abgehen. Man unterlasse nicht, nach jedem Regen den Weg zu schleifen, sobald er befahren ist, damit die Geleise stets glatt gemacht werden, besonders im Herbste, wenn Frost zu ermatten ist.
— Spiegel an FahrrL-ern. Der Deutsch-Amerikaner K. F. Bucherer in New-Aork hat ein Patent auf einen Spiegel an Fahrrädern erhalten, der an einem Bügel über dem Lenker in der Größe und Form eines großen ®äRfede§ angebracht ist und durch einen Handgriff höher oder tiefer und mehr oder weniger geneigt eingestellt wird. Der Fahrer sieht.in diesem Spiegel, was hinter ihm vorgeht, z. B. das Herannahen einer Kutsche, ohne sich herumzudrehen zu brauchen. Der Bügel mit dem Spiegel hindert nicht; er kommt, einmal pissend für das Auge eingestellt, auch nicht aus seiner Lage. Die Anordnung scheint practischen Werth zu haben; immerhin können Fahrer vor Unfällen dadurch bewahrt bleiben. Dabei möchte wohl die Frage aufgeworfen werden, ob dieser Spiegel nicht auch mit Vorthetl bei Kutschen und Wagen angewandt werden könnte. L. T.
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