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1894
Sonntag den 18. Februar
Erstes Blatt.
Nr. 41
Zlints- und Anzeinel'lntt für den riveis (ßiefecn
chratisöeitage: Gießener Kamitienölätter.
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Kenerat-Mnzeiger.
Feuilleton
vom russischen Handelsvertrag gesprochen wurde, in Berlin ihrer Besorgniß über die Wirkung der Staffeltarife Ausdruck verliehen. Der Minister erklärte weiter, daS Ergebniß der augenblicklich slat,findenden Verhandlungen zwischen Preußen und Bayern lasse sich noch nicht vorauSsehen und »heilte ferner mit, auch Sachsen, Württemberg und Baden hätten bet der preußischen Regierung wegen der Staffeltarife reclamirt, mit welchen Bundesstaaten ebenfalls Verhandlungen in dieser Frage bevorständen. In der weiteren Debatte wurden sehr widersprechende Meinungen über die Wirkungen der Staffeltarife, wie der Aufhebung derselben taut.
Wochcnbriese aus der Residenz.
Darmstadt, 16. Februar 1894.
(Ortginalbertcht für den „Gießener Anzeiger".) Zwei Feste. — Theater und Coucerte. — Vom Alpenvereiu.
Allerlei.
Die Bevölkerung Darmstadts rüstet sich gegenwärtig, im April dieses Jahres zwei schöne Feste zu begehen, die gerade für unsere Residenz von eigenartiger Bedeutung fein werden. Am 1. April feiert der greise Ehrenbürger Darmstadts, der eiserne Kanzler Fürst Bismarck, feinen 79. Geburtstag, und gegen Ende desselben Monats soll in Coburg die Hochzeitsfeier unseres geliebten Großherzogs mit Prinzessin Victoria Melita von Coburg stattfinden. Zum Zeichen der allgemeinen Antheilnahme an diesen frohen Festen planen die Frauen und Jungfrauen Darmstadts verschiedene Kundgebungen. So hatten sich am vergangenen SamStag eine große Anzahl Frauen aus allen Gesellschaftskreisen der Stadt im Rathhaussaale zusammengefunden, um über Absendung einer Glückwunschadreffe — versaßt vom Reichstagsabgeordneten Herrn Dr. Osann — und eines Festgeschenkes, bestehend aus 80 Flaschen edelen hessischen Rebenblutes, zu bergthen. Die Versammlung nahm einen schönen Verlauf und schon jetzt steht daS Gelingen des schönen und originellen Unternehmens außer Zweifel. Fürst Bismarck möge das Geburtstagsgeschenk „von zarter Hand" freundlich aufnehmen und aus der Huldigung entnehmen, wie dankbar und sver- ehrungsvoll man in Darmstadt des großen Ehrenbürgers, der das Deutsche Reich geschaffen, gedenkt.
Für das Hochzeitsfest unseres Landesherru planen die Darmstädter Mädchen und Frauen gleichfalls eine Huldigung. Tin Comitä, dem Damen aus allen Kreisen angehören, wird
nähme an der dortigen Ma'-nesest^chkeit weiter.
— Das preußische Abgeordnetenhaus begann am Donnerstag die Erörterung des Justizetats, welche am
Deutscher Reichstag.
51. Sitzung. Freitag den 16. Februar 1894.
Auf Antrag Auer u. Gen. wird beschlossen, die Einstellung des gegen den Abg. Möller-Waldenburg schwebenden Straiverwhren» (wegen Uebertretung deS Nereinsgesehes) für die Dauer der Sesstoi
Deutsches Reich.
Berlin, 16.Februar. Der Gegenbesuch des Kaisers * beim Altreichskanzler findet, wie neuere Berliner Meldungen versichern, am Montag den 19. Februar statt. Der Monarch trifft im Laufe des genannten Tages in FriedrichSruh ein und speist Abends beim Fürsten BiSmarck/ alsdann reist der Kaiser, soweit bekannt, nach Wilhelmshaven zur Theil- .
Ausland.
Linz, 16. Februar. Die erste K. K. Donau-Dampf- schifffahrts-Gesellschafl hat die Güt e r ausn ahm e von und nach allen Donau, Theiß- und Save-Stationen mit dem 15. Februar l. I. eröffnet.
3u den wirtschaftlichen und handelspolitischen Kämpfen.
Der vielumstrittene deutsch-russische Handelsvertrag hat auch noch andere wirthschaftlicke und handelspolitische Streitfragen hervorgerufen, und zu den letzteren gehören die Aufhebung des Identitätsnachweises für zur Ausfuhr bestimmtes Getreide und die Aufhebung der Eisenbahn-Staffeltarife für Getreide und Mehl. AuS dem Streite um diese Fragen eht man wieder einmal, wie verschiedenartig die Interessen nicht nur der verschiedenen Erwerbs- und Beruefsklaffen, 'andern sogar einer und derselben BerusSklasse in demselben Reiche sind. So kommt zum Beispiel die Aufhebung des Identitätsnachweises für ein- und auszuführendes Getreide keineswegs den deutschen Landwirthen überhaupt zu Gute, sondern nur diejenigen Getreideproducenten haben Vortheil davon, welche Getreide in größeren Mengen an das Ausland verkaufen können und dies sind in der Hauptsache nur die Laudwirthe der östlichen, sehr viel Getreide bauenden Provinzen Preußens. Genau umgekehrt liegt aber die Frage der Auf- bebung der sogenannten Staffeltarife, denn von diesen hatten die Laudwirthe des östlichen Deutschlands Borcheil, indem sie mit Hülfe der niedrigen Staffeltarife Getreide (die Händler auch Mehl- nach Sachfen, Thüringen, Bayern, Westfalen, Rheinland usw. fast unter günstigeren Bedingungen verkaufen konnten als die Laudwirthe dieser Länder und Provinzen selbst. Die Aufhebung der Staffeltarife hebt also für die Laudwirthe des Ostens einen Vortheil auf, vermindert aber dafür die Ueberschwemmung der westlichen und südlichen Theilc Deutschlands mit Getreide- und Mehlsabrikaten. Es ist daher nur, natürlich, daß von Seiten Bayerns und Sachsens eine Aufhebung der Staffeltarife verlangt wird, denn man beabsichtigt damit einen Ausgleich für die neue Lage, welche durch den Abschluß deö deutsch-russischen HandelSver- rrageS und die Aufhebung des Identitätsnachweises für aus- zuführendes Getreide geschaffen würde. Die Sorge der deutschen Laudwirthe, daß der Abschluß des deutsch- russischen Handelsvertrages und die darin enthaltene Er-
Spenden für ein würdiges Hochzeitsgeschenk für das hohe fürstliche Brautpaar entgegennehmen und Sr. Königl. Hoheit die Festgabe seiner Zeit überreichen. Ueber die Wahl des Geschenkes usw. wird Ihr Referent später berichten. Daß natürlich auch die Stadt Darmstadt als solche dem hohen Brautpaar ein Festgeschenk weihen wird, ist selbstverständlich.
Ueber die künstlerischen Veranstaltungen der vergangenen Woche ließe sich sehr viel berichten. Das Haupt- Interesse der Musikfreunde nahm eine Aufführung von Richard Wagners herrlichem Werke „Die Meistersinger" mit Herrn Weber als „Hans Sachs" in Anspruch. Das Werk ging in neuer Einstudirung über unsere Hofbühne und fand wiederum einen großen Erfolg. Im Schauspiel, wo „Charleys Tante" auch nach Fastnacht ihre Zugkraft unvermindert bewährte, interessirte der Schillercyclus, der am Freitag letzter Woche mit den „Räubern" einen vielversprechenden Anfang nahm und in dieser Woche fortgesetzt wurde, in hohem Grade. Die künftige Woche wird eine Aufführung der gejammten Wallenstein-Trilogie bringen.
Von Concerten sei ber prächtigen Aufführung von'Haydns „Jahreszeiten" zuerst gedacht. Die Preffe spendete der Wiedergabe des großartigen Werkes durch den Musikoerein und die auswärtigen Solisten übereinstimmend das größte Lob. Es wirkten als solche mit der Bassist Herr van Rooy aus Rotterdam, Frl. Dorothea Schmidt aus Hamburg und Herr Franke-Förster aus Köln. Am Dienstag gab der kleine Raoul Koczalski sein Abschiedsconcert im Traubesaal und auch diesmal hatten sich seine Bewunderer in großer Zahl eiugefunden. Der kleine Künstler hat hier demnach in seinen sämmilicheu Concerten außerordentlich gefallen und 'sich die Gunst des Publikums dauernd gesichert. Das nächste große Hofmusikconcert ist für den 26. Februar anberaumt worden, über das Programm und die Solisten w'rd wohl im nächsten Briefe näher berichtet werden können.
Eine rege Thatigkeit entfalten gegenwärtig auch unsere
Mäßigung Der deutschen Getreidezölle einen weiteren großen Rückgang der Kornpreise zur Folge haben werde, vermögen wir nicht unbedingt zu theilen, denn der Getreidepreis wird nicht durch den deutschen und russischen Markt, sondern durch die Lage aus dem Weltmärkte bestimmt und auf ben Weltmarkt muß auf diesem oder jenem Wege, fei es über Deutschland, sei eS über Schweoen, sei es über England ober Oesterreich das russische Getreide doch gelangen. Hebt sich aber durch den Abschluß deS deutsch-russischen Handelsvertrages in Deutschland Industrie und Handel und dadurch die yanze Geschästslage, so kann auch leicht eine Steigerung der zu tief gesunkenen Getreidepreise stattfinden. Ueberdies kann auch der künftige ErnteauSfall leicht an dem Getreidepreise eine Aenderung hervorbriugen, zumal die amerikanischen Laudwirthe in Folge der niedrigen Preise, welche sie für ihren Weizen erzielten, viel Neigung zeigen, den Weizenbau etwas einzuschränken. Die wirkliche Erlösung von so vielen wirthschastlichen Kalamitäten kann aber in der Hauptsache doch nur durch ein neues Ausblühen der Industrie und des Handelsherbeigeführt werden, denn dadurch gelangen alle Güter zu einem angemtffeneren Preise, und der Eintritt dieses neuen Aufblühens wird auS guten Gründen erwartet.
nach ihrer Stellung in dieser Frage, unter Protest gegen die angebliche Einmischung Bayerns in eine rein preußische An- gelegenheit. Eisenbahnminister Thielen lehnte es ab, auf die Anfrage des Vorredners eine Antwort zu geben, dagegen bezeichnete er die vielverbreitete Annahme, Bayern habe seine i Zustimmung zum russische Handelsvertrag von der Auf- | hcbung der Staffeltarife abhängig gemacht, als durchaus unzutreffend. D'e bayerische Regierung habe schon lange, ehe
alpinen Vereine. Nachdem erst kürzlich die Section Starkenburg einen Vortragsabend veranstaltet hat, sprach am vergangenen Dienstag der Director der Technischen Hochschule, Herr Prof. LepsiuS, über „Pergamon und seine Kunstschätze", er fand, wie den Berichten der Tagesblätter zu entnehmen ist, für seine Schilderungen wohlverdienten Beifall. Großes Interesse hatte übrigens auch ein Vortrag des Herrn Ingenieur Beck im Ortsgewerbeverein erregt. Der genannte Fachmann sprach am letzten Freitag über „James Watt und die Er- findung der Dampfmaschine."
Die Ballsaison wird nun auch bald ihr Ende finden. Für den 3. März steht eines der beliebtesten und glänzendsten Ballfeste des Winters in Aussicht. Der „Akademische Verein" an der Technischen Hochschule plant für ben 3. März fein alljährlich wieberkehrenbes Concert, bem stets ein großer Ball zu folgen pflegt. Diesmal wird eine Dichtung unseres einheimischen Dichters Prof. Dr. Otto Roquette ausgesührt werden, es ist ein einactiger Schwank, betitelt „Der Hanswurst". Das Erträgniß des ganzen Festes ist auch diesmal für einen wohlthätigen Zweck bestimmt, es soll der Ludwig- Alice Stiftung für arme Lehreröwittwen zufließen.
Die studentischen Korporationen entwickeln sich übrigens in Darmstadt in schönster Weise fort. Jetzt wird sich daS CorpS „Rhenania" sogar gleich anderen Korporationen in verschiedenen Universitätsstädten sein eigenes Haus bauen. Als Baustelle ist ein Platz im Villenviertel der Dieburgerstraße ausersehen, also in einer landschaftlich prächtigen Lage. So wird denn unsere Residenz eine recht flotte Studenten- stadt, oder vielmehr sie ist es schon geworden, denn die Zeiten, wo nur wenig Hundert Studirende am Polytechnikum weilten, sind nun vorbei und die Eröffnung deS großartig angelegten Neubaues der Technischen Hochschule wird wohl noch viel mehr wissenSdurstige Jünger der Technik unb, der ihr verwandten Wiffenschasten hierher ziehen.
genannten Tage biS zum Kapitel „Landgerichte und Amts- gerichte" gefördert wurde. Die Debatte trug vorwiegend einen juristischen Kharacter.
— Im Herrenhause wurde am gleichen Tage die , schwebende Angelegenheit der Aufhebung der Staffel- ; tarifc besprochen. Graf Klinkowströrn srug die Regierung
Amtliche» Theil.
Gefunden: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 silbernes Armband, 1 Taschenmesser, 1 Spazierstock, 1 Zwicker, Geld, 1 Paar und 1 einzelner Handschuh, 1 Kinderkragen, 1 Herrenhut, 1 Korbdeckel, 1 Peitsche, 1 Drahtzange und 1 Lederriemen.
Gießen, den 17. Februar 1894.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen.
Fresenius.
JU ^Dann^wird in die Berathung deS Etats deS Auswarttgcn Amtes in Verbindung mit dem Etat für die Schutzgebiete und dem Nachtragsetat für 1893/94 eingetreten.
ES werden mehr verlangt 32 900 Mk. für einen dritten Director, einen vortragenden Rath und einen Hst Sarbeiter, ersteren tn der Colontalabtheilung, den Rath in der handelspolitischen und den Hilfsarbeiter in ber Rechtsabtheilung.
Abg. v. Staudy (cons.) wünscht eine ziclbewutzte Colonial- politit Die Zustände in unseren Kolonien surd unbesrredigmd. Vorfälle können ja Vorkommen, aber so wie jetzt tonne es nicht weiter gehen. Ein großer Theil meiner Freunde ist für Errichtung . eines besonderen Colontalamts. Was die Regierung vorschlägt, ist nur eine halbe Maßregel; wir haben daher in ber Commission Die Streichung bes gesorberten brüten Direktors beantragt.
Abg ve. Hammacher (natl.): In bem Endziel' Schaffung eines ColonialamtS, sinb wir mit bem Vorredner einig; »u Meiern- Ziel ist bie Forberung ber Regierung aber ein bedeutsamer schritt.
Die Mchrforderung wirb bewilligt. ...
Bei „Gesanblschast in Athen' wünscht Abg. Schmibt-War- burg (Ctr.) Eintreten ber Reichsregierung für bie Interessen Der Besitzer griechischer Staalspaptere.
Qu „Gesandtschaft in Bukarest" bemerkt Abg. Hasse (natl.), in Bukarest sei ein Petroleum-Unternehmen zusammengebrochen, bessen Metten auch in Berlin verbreitet würben. Die Gründer Blumenfelb unb Singer seien wegen Betrugs verurtheilt. Zu ihren Gunsten habe nun eine hiesige Bank ihren Einfluß geltend zu machen gesucht. Er bitte .die Reichsregierung, in Bukarest keinen Zweifel darüber zu lassen, baß Regierung und Volksvertretung von Deutschland sich mit dem Vorgehen jener Bank nicht identifictren.


