find. Derjenige, welcher es fertig brächte, Kochcurse auf ] den Dörfern einzurichteo, damit die Heranwachsenden Mädchen so frühzeitig wie möglich ein billiges, reinliches, schmackhaftes Essen auf den Tisch bringen lernten, würde sich ein ebenso großes Verdienst um den Staat erwerben, als Derjenige, welcher ein einfache- Mittel erfände, um die Maikäfer und Engerlinge schnell und billig zu beseitigen. Die Gefräßigkeit dieser Jnsecten, sowie der Mangel an Kochkunst auf dem Lande kosten dem Staate alljährlich größere Summen als Biele ahnen, denn es gehen dadurch riesige Mengen Nah» rung-stosie zu Grunde. Weiter deutet der Herr §-Corre- spondenl die Kaninchenzucht an. Auch darüber hat der „Gießener Anzeiger" vor einigen Jahren einen auSführ- lichen Aufsatz gebracht, worin nicht blos die Zucht der Kaninchen, sondern auch ihre Verwendung in der Haushaltung beschrieben wird. Die Leute gehen aber nicht daran, lieber esse» sie trockene Kartoffeln mit Salz. In Betreff der Sperlinge und Staare als Nahrungsmittel ist zu bemerken, daß sich die Bauersfrauen allerdings nicht mit dem Braten der Vögel abgeben mögen. Außerdem find die Staare bei uns in Oberheffen sehr nützlich, so daß man fie schonen soll, während sie in Rheinhessen, wo sie gewaltigen Schaden in den Weinbergen anrichten, unnachsichtlich ausgerottet werden. Der Spatz taucht aber, wenn er seine erste Brut im Frühjahr flügge hat, auch in Oberheffen nichts, sondern schadet mehr, als er nützt. Man kann ihn also verspeisen, aber nicht als Braten, sondern in der Suppe. Man thue einmal sechs Stück feiste Spatzen in eine Kartoffel-, Linsen-, Erbsenoder Bohnensuppe und effe ein Stück kräftiges Roggenbrot dazu, ob das nicht eine treffliche Speise ist! Sechs feiste Spatzen machen die Suppe bester als anderthalb Pfund zähes, faseriges Rindfleisch- das Rupfen und AuSnehmen der Vögel aber ist keine große Arbeit.
Darmstadt, 15. November. Für den Bau der
Wormser Etf enb ah nbrü cke sind die Kosten mit
5 Millionen Mark, für den Bahnhofsumbau auf 1 575 000 Mk. berechnet, welche der hessische Staat der Ludwigsbahngesellschaft für den Fall der Verstaatlichung in der Weise zu ersetzen hätte, daß die Capitalvergütung sich jährlich nach im Vertrag fest- gestellten Grundsätzen in der Art vermindert, daß, falls die Verstaatlichung im ersten Berriebsjahre stattfindet, die volle Bausumme entschädigt werden müßte, daß solche aber nach dem ersten Betriebsjahr bereits auf 6299 000 Mk., nach Ablauf des zehnten Betriebsjahres auf 3 240000 Mk. und »ach Ablauf des fünfzehnten Jahres auf 2 245 000 Mk. zurückgeht. Im Finanzausschuß zweiter Kammer soll bereits heute über den Vertrag der Regierung mit der LudwigSbahn- gesellschaft verhandelt werden. — Für die vom Staate zu erbauende Straßenbrücke bei WormS ist die Aufnahme eines zu 4 pCt. zu verzinsenden Staatsanleihens geplant.
...... alt 6,50 Meter Breite zwischen Fußsteigen von je 2 Meter Breite wvlb.i iz zur Erlangung der Pläne soll
ausgeschrieben wctvcn.
Beerfelde», 14. November. In der Walterbach wurden | dieser Tage von einer hiesigen Frau reife Heidelbeeren gepflückt. Gewiß eine große Seltenheit in jetziger Jahreszeit.
A Bom Maio, 15. November. Auf die Zuckerindustrie der Maingegend und indirect auf die Landwirthschaft übt die neue amerikanische Zuckerbill einen sehr empfind^ lichen Einfluß aus. Wie verlautet, wird die Zuckerfabrik „Maingau", die im verflossenen Jahre noch eine Dividende von 15 Procent erzielte, sich genöthigt sehen, in diesem Jahre von der Vertheilung einer Dividende ganz abzusehen. Die Wirkung auf die Landwirthschaft zeigt sich dadurch, daß genannte Fabrik, die bisher 1 Mk. für den Centner Zuckerrüben bezahlte, nunmehr nur noch 80 Pfennig pro Centner vergütet.
A Mainz, 15. November. Gestern Abend fand hier die Verhaftung eines berüchtigten Einbrechers statt, der in den letzten Wochen hier unzählige Mansarden- dtebstähle auögesührt hatte. Die Festnahme des Einbrechers, den ein Dienstmädchen plötzlich auf dem Dache eines großen Gebäudes der Neustadt wahrgenommen, war mit großen Schwierigkeiten verknüpft und konnte nur mit dem Aufgebot zahlreicher Polizeimannschaften erfolgen, indem sich der Dieb mit katzenartiger Leichtigkeit über die Dächer der Häuser hinweg bewegte. Schließlich umstellten die Polizeimannschaften, zu denen sich noch ein tausendköpsigeS Publikum als freiwillige Verfolger hinzugejellt hatte, ein ganzes Häuserquadrat und rückten dem Gauner mit geladenem Revolver immer näher auf den Leib und mußte sich derselbe füglich auf Gnade oder Ungnade ergeben. Der Einbrecher heißt Hermann Dünckel, ist seines Handwerks Schneider und stammt auS Wesel. Er hat alsbald nach seiner Verhaftung zahlreiche Dtebstähle eingestanden, wofür man auch in seiner Behausung die Beweise fand. Unter dem Verdacht der Mitwissenschast und Hehlerei wurde auch die Frau des Verbrechers verhaftet.
Kastel, 14. November. Gestern Abend gegen 6 Uhr sah ein Soldat des hiesigen Pionier-Bataillons, als er die Straßenbrücke passirte, wie ein anständig gekleideter Mann im Begriffe war, sich über dasGeländer zu schwingen. Der Soldat eilte zur Stelle, um den Lebensmüden von seinem Vorhaben abzuhalten, kam jedoch zu spät, denn in dem Augenblick, als er die Hand ausstreckte, den Unglücklichen zu fassen, ließ dieser das Geländer los und stürzte in die Fluthen des Rheines, die sich über ihm schlossen.
Vermischtes.
Dortmund, 14. November. Eine schreckliche Blutthat ist hier in vergangener Nacht verübt worden. Auf dem Westenhellwege, der belebtesten Straße der Stadt, wurde der Schlosser Men sing durch einen Stich in den Hals auf der Stelle getödtet. Mensing war mit Kameraden in einer Versammlung gewesen- auf der Straße wurde er verfolgt
und von einem Menschen in den Hals gestochen. Der Mörder ist noch nicht ermittelt.
* Zurich, 14. November. Die Firma Krupp in Essen hot dem „Oberl. Boten" zufolge das WirthShauö und daS dazu gehörige Gut „Lindau" bei TodtmooS angekauft. Es soll ein CurhauS für die Angestellten der Krupp schen Werke dort errichtet werden. Der Kaufpreis betrug 80000 Mk.
Verkehr, tmfc VoUsrvirthschaft.
A. Avendorf a. d. Lumda, 15. "November. Der gestrige „Ntckelches-Markt", von jeher einer der bedeutendsten hiesigen Märkte, war, vom Wetter begünstigt, recht belebt. Schafe waren sehr viele angetricben, der Umsatz war aber weniger bedeutend, da die Preise zu hoch gehalten wurden und viele Kauflustige zurückhielten; minderwerthtge Lämmer kosteten beispielsweise 38 btS 40 Mk. das Paar. Schweine waren medr begehrt als angeboten, weshalb sich die Preise steigerten; ein Händler bekam z. B. für 3 auf dem Markte zu 77 Mk. gekaufte Ferkel bald darauf 18 Mk. mehr. Läufer waren ebenfalls sehr begehrt. Auf dem Kcämermarkte zeigte sich große« Gedränge.
kirchliche Anzeige« der Stadt Gietzen.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst
Sonntag den 18. November. 26. Sonntag nach Trinitatis.
In der Ltadtttrche.
Vormittags 9</i Uhr: Pfarrverwalter Dr. Grein.!
Vormittags 11 Ubr: Kinderktrche. Pfarrverwalter Dr. Gr ein.
Donnerstag den 22. November Abends 8 Uhr, im Turnsaal der neuen Stadtknabenschule Bibelyunde.
In der JohanneSktrche.
Vormittags 9* 1/» Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde: Pfarrer Dr. Nau mann.
Nachmittags 5 Ubr: Pfarrer Di nge ldey
Montag den 19. November, Abends 8 Uhr: Bibelstunde im Confirmandenfaal der Johanne? kirche. Erster Brief deS Johannes Cap 2: In Christo fein und in Christo wandeln. Pfarrer Dr. Naumann
Am Sonntag den 25. November, als am letzten Sonntag nach Trinitatis, feiern wir das Gedächtniß unserer Verstorbenen. An diesem Sonntag wird der Nachmittagsgottesdienst um 2 Uhr in der Friedhofscapelle gehalten werden-
Katholische Gemeinde.
Sonntag den 18.November. 27. S- n. Pf.
SamStag:
Nachmittags um 4Vi Uhr und Abends um 8 Uhr Gelegenheit zur hl. Beichte.
Sonntag:
Vormittags von 6'/, Uhr an Gelegenheit zur hl. Beichte;
„ um 6V, Uhr erste hl. Messe.
„ um 71/2 Uhr AuStheilung der bl. Communion;
, um 8 Uhr zweite hl. Messe; Militär gottesdtenst mit Predigt;
„ um 9*/a Uhr Hochamt mit Predigt.
Abends um 6 Uhr facramentaltsche Bruderschafts-Andacht.
ZagdVerpachlung.
Die am 12. d. Mts. ftattgehabte Verpachtung der Jagd im 5. Jagdbezirk der Stadt Gießen ist von der Stadtverordneten- Versammlung nicht genehmigt worden; es soll vielmehr die gedachte Jagd (umfassend die 1. Abteilung des großen Stadtwaldes, zwischen der Grünberger- und Licherstraße gelegen und auf der nordöstlichen Seite durch die Gemarkungen Annerod und Hausen und den Fernewald begrenzt) wieder- holt und zwar am
Dienstag den 20. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, im Saal- des alten Rathhauscs im Wege öffentlicher Versteigerung auf die Zeit bis »um 6. Februar 1908 verpachtet werden.
Gießen, den 16. November 1894.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
_______Gnauth.__9412
Bekanntmachung.
aus der Friedrich Bücking'schen Stiftung sind für das Jahr 1894 an zehn bedürftige und würdige Bewohner Gießens, ^anulien- häupter oder einzeln stehende Personen, Unterstützungen zu vergeben und zwar zwei mit je 150 Mark und acht mit je 100 Mark. Bewerbungen haben bis längstens 30. November d. I. bei der unterzeichneten Behörde, Zimmer Nr. 3, zu geschehen.
Gießen, den 16. November 1894.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
__Gnauth.___9413
Bekanntmachung
Betr.: Die Unfallversicherung der in land- und forftwirthschastlichen Betrieben beschäftigten Personen; hier: Fortführung der Umlagekaiaster pro 1894.
Beide Abtheilungen des Umlagekatasters der land- und forstwirth- schastlichen Berufsgenoffenfchast, fortgeführt für 1894, liegen zwei Wochen lang, nämlich vom 19. November bis zum 2. December dieses Jahre», auf der Bürgermeisterei zur Einsicht der Betheiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieser Kataster sind innerhalb einer Frist von 4 Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstand der land- und forstwirth- schastlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Nicht- berücksichtigung vorzubringen.
Gießen, den 15. November 1894.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Gnauth. 9414
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Tafel-, per Pfd. Mk. 1.—,
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Emil Fischbach.
Freiwillige
Versteigerung.
Im Rheinische« Hof, Srankfvrier- ftraße SO wird Samstag den 17. Stov., Mittags 12 Uhr, ein größerer Posten
Buchen- und Tannen- Anmachholz
öffentlich meistbietend gegen gleich haare Zahlung versteigert. 9367
Birnhonrg
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