Ausgabe 
17.8.1894
 
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wurde Brechdurchfall festgestellt und das Rheinwaffer keimfrei befunden.

Budapest, 15. August. DaS im Bau begriffene Palais der Commerztalbank in Szatmar ist eingestürzt und hat 16 Arbeiter unter sich begraben. Die Polizei und die Feuer­wehr sind mit den Rettungsarbeiten beschäftigt. Den Um­ständen nach zu schließen, sind viele Arbeiter tobt.

Rom, 15. August. In dem Hause des ZeitungS- verkäuferS Ci art wurde auf die Denunctation eines vor einigen Wochen verhafteten Anarchisten Martottini eine Durchsuchung veranstaltet, die ein überraschendes Re­sultat lieferte. P?an fand nämlich eine vollständige Werk- stätte zur Herstellung von Explofivkörpern mit einem chemischen Laboratorium, Schmelzöfen und dergl., sowie ein Magazin, in dem 30 Bomben fast fertig lagen. Ciari und sechs Ge­nossen wurden verhaftet. Eine zum Explodiren vollständig vorbereitete Bombe gleicht genau der bei der Kammer ge­fundenen und sollte nach dem Beschluß einer Versammlung von 15 Anarchisten, wie dieItalic" wiffen will, vor dem Hause Criöpls gelegt werden als Protest gegen die Der- urtheilung Legaö und Cesarios. Unter den Verhafteten be­findet sich auch der mit der Legung dieser Bombe Beauftragte. Nach der Aussage des obengenannten Anarchisten Mariottini sollen seit zwei Jahren' alle Bomben, die in Rom geworfen wurden, im Hause CiariS angefertigt worden sein.

Paris, 15. August. DasAmtsblatt" veröffentlicht morgen den Termin zur Neuwahl eines Abgeordneten im Arrondissement Nogent an Stelle Casimir PerierS.

Paris, 15. August. Die Meldung, Caserios Mutter sei in Pout>sur-Seine eingetroffen, um die Damen Perier und Carnot anzuflehen, sie möchten sich für den Sohn ver­wenden, bestätigt sich nicht. Caserio zeigt sich im Gefäugniß gleichgiltig gegen sein Schicksal und verbringt seine Zeit mit Lesen des Don Quixote.

London, 15. August. Die irische Pächterbill wurde vom Oberhaus mit 240 gegen 30 Stimmen ab­gelehnt.

London, 15. August. Nach Meldungen ans Tokio hat am Samstag ein weiteres Seetreffen zwischen den Chinesen und Japanern stattgesunden, in dem wieder die Chinesen unterlagen.

Belgrad, 15. August. Heute früh ist ein Ukas er­schienen, durch den eine größere Anzahl wegen politischer Ver- gehen Verurtheilter begnadigt wird.

Coeale« «n- provittjicUc»

Gießen, den 16. August 1894.

* * Ernennung. Se. Königl. Hoheit der G r o ß h e r z o g haben Allergnüdigst geruht: Am 15. August den Lehrer an dem Neuen Gymnasium zu Darmstadt, Professor Ludwig Munch, zum. Direetor des Realgymnasiums daselbst mit Wirkung vom 1. October l. I. an zu ernennen.

* * Empfang. Seine Königl. Hoheit der Groß Herzog empfingen gestern u. A. den Professor Dr. Buchhold von der höheren Mädchenschule hier.

* * Feuerwchrfest. Die Arbeiten auf dem Festplatz im OSwaldsgarten gehen ihrer Vollendung entgegen,- die Fest- bauien, besonders die große Eingangspforte, beweisen, daß ma.i auch in Bezug auf Kunst bestrebt ist, dem Feste äußerlich Glanz zu verleihen. Es bedarf nur noch des Eintritts günstiger Witterung, und das Fest wird Alle befriedigen, die daran rheilnehmeu. Auswärts sieht man der Entwickelung der Fest- vorbereitungen mit großem Interesse entgegen; sämmtliche -Blätter des Großherzogthums und der benachbarten preußischen Landestheile berichten eingehend über die Festvorbereitungen, so daß auf einen starken Zustrom von Gästen zu rechnen ist. Nun liegt es an der Feststadt Gießen, ihre Gäste, seien es die uniformirten wie die nichtuniformirten, würdig und freundlich zu empfangen. Daß dies geschieht, davon sind Alle überzeugt, die früheren in unseren Mauern abgehaltenen größeren Festlichkeiten beiwohnten. Festlich geschmückte Straßen und Häuser werden unsere Gäste aufnehmen, Fahnen und Flaggen ihnen ein herzlichesWillkommen" entgegen« Pattern. Aber nicht nur im Schmuck der Feststadt wird sich die Freude über das Erscheinen einer großen Anzahl Feuer­wehrmänner aus allen Theilen des Landes bekunden, sondern hoffentlich in recht hohem Maße an der Theilnahme der Einwohnerschaft am Feste selbst. Man hörte in Den letzten Wochen öfters fragen:Warum soll mau sich an einem Feste betheiligen, das nichts Be- fonderes bietet und nur für die Feuerwehr Interesse hat?" Nun, wir meinen, ein Blick auf das Festprogramm, auf die herrlichen Festbauten, ein Einblick in die schöne Festschrift genügt, um zu begreifen, daß das 16. Hessische Feu er w ehrfest seinen Besuchern recht viel bietet. Freilich, die Feuerwehr allein kann das, was das Programm aufweist, nicht ausführen, sie wird sich aus ihre Hebungen und den Brandattgriff, sowie auf ihre

Qn bcn lebenden Bildern beschränken müffeu. Uber die Feuerwehr wird, wie dieö ja auch bei sonstigen Jqtcn geschieht, unterstützt durch andere Vereine; diesmal sind E wieder unsere wackeren Turner und Sänger, die das Fest verschönern Helsen. Turnerische Leistungen und Gesangs vortrage sind überall gern entgegengenommene Genüsse. Für musikalischen Genüsse sorgt in erster Linie die vor» zügliche Capelle des Infanterie-RegimentsKaiser Wilhelm". Herr Musikdireetor Krauße soll ein sehr gewähltes Pro- gramm zusammengestellt haben. Zum Tanzen ist Gelegen- heit auf zwei Böden geboten; ferner wird ein großes Feuerwerk von einem berühmten Kunstfeuerwerker ab« gebrannt werden. Rechnen wir hierzu noch die anderen Ver« rTm"' den Festzug, die T ° ürcvcIllc,

den Zapfenstreich, die Ausstellung von Feuer- ^hrgerathen, so bieten sich dem Besucher gewiß eine von Veranstaltungen, an denen er mit Freuden theil« nehmen kann. Aber gesetzt den Fall, da« Programm wäre ein weniger reichhaltige«, s.llle sich dach Niemand abhalten

1

nunmehr er«

aufgeführt und zwar erscheint Flammen, aus dessen Fensterns Großvater, Mutter, Vater und Schlafe von Feuer Überrascht Feuerwehrleute besteigen, weil

dem zweiten Jahre alter Eisenschienen

beim ersten das Haus in eine Familie, bestehend aus ihren 6 Kindern, welche im wurde, nach Hilfe sucht, die Treppe niedergebrannt,

am auf sah lich

schienen und eoursmäßig zu beziehen.

** Unfall. Gestern Nachmittag stürzte aus Stock des Neubaues am Seltersweg em 14 Maurerlehrling. Derselbe schlug auf den

Kleinkinderschule verwenden, was weit mehr im allgemeineren Interesse läge.

Büdiugeu, 15. August. Ein wahrer Freund für Jeder­mann, ein Helfer bei Krankheiten zu jeder Zeit, wurde durch den unerbittlichen Tod in ein besseres Jenseits abgerufen. Es ist dies der seit circa drei Jahren von hier nach Offen­bach gerufene Kreisarzt Dr. med. Karl Brettel, dessen Andenken bei Allen, die in Umgang mit ihm gestanden haben, ein bleibendes sein wird.

H. Aus dem Horloffthale, 15. August. JndasFrucht- geschäft ist etwas Leben gekommen, indem von Getreide- Händlern aus Staden heute größere Parthieen Wetterauer Weizen zu 12,75 Mk. per Doppelcentner angekauft wurden. In den übrigen Getreidesorten ist noch kein rechter Zug; es werden zwar hier und da kleine Abschlüsse gemacht, die in der Regel bei sehr gedrückten Preisen stattfinden, weil die be­treffenden Verkäufer des Geldes benöthigen, um Holz, Pacht u. dgl. rn. bezahlen zu können. Da der neue Weizen, welcher sehr schön ist, noch viel Feuchtigkeit besitzt und in den nächsten Wochen stark einzutrocknen pflegt, kann der jetzige Preis dem­jenigen von 13 Mk. in einem Monate, wenn das Schwinden und Eintrocknen stattgefunden hat, gleichgesetzt werden. Die Landleute stehen diesen Fruchtpreisen mit sehr gemischten Ge­fühlen gegenüber, denn das Brod ist theuer und die Frucht, deckt nicht mehr die Erzeugungskosten.

H. Aus dem Horloffthale, 15. August. Die gclbbe­reinig ung in der Gemarkung Gettenau ist nun so weit vorgeschritten, daß nächsten Samstag den 18. d. Mts. die Kulturarbeiten für die Zusammenlegung öffentlich versteigert werden können.

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wie sie vielleicht Hauptzweck anderer Vereinigungen sind; unsere brave Feuerwehr hat in erster Linie den Beruf, Leben und Eigenthum der Mitbürger vor dem verheerenden Element Feuer" zu schützen, sie fragt so wenig nach Genüssen, wie nach stürmischer Witterung, nach Hitze ober Kälte, wenn die Sturmglocke sie zu ernster, aufopfernder Arbeit ruft, sie springt Jedem helfend bei, fei er Christ oder Jude, sie fragt nach keiner Parteiangehörigkeit, wenn es gilt,des Bürgers Dach zu schützen, sein Weib, sein Kind, sein Hab und Gut". Ohne Rücksicht auf das im Festprogramm Gebotene sollte daher Jeder, der sonst nicht durch widrige Umstände ver­hindert ist, theilnehmen an dem Feste. Es' sind über 25 Jahre verflosfeu, seit ein in bescheidenen Grenzen ge­haltenes hessisches Feuerwehrfest in Gießen stattfand, nur alle drei Jahre wird ein solches an jeweils zu bestimmendem Orte unseres engeren Vaterlandes abgehalten. Statten wir deßhalb unseren Feuerwehren einen Theil der Dankesschuld für ihr menschenfreundliches Wirken dadurch ab, daß wir uns recht zahlreich an dem Feste betheiligen. Das Opfer, welches uns die Lösung einer Eintrittskarte auferlegt, wird reichlich aufgewogen durch die Opfer, welche die Feuerwehr unverdrossen jahraus, jahrein dem Gemeinwohl bringt.

** Einen hervorragenden Theil unseres Feuerwehrfestes bildet die mit demselben verbundene Ausstellung von Feuerlöschgeräthen und Ausrüstungsgegen- ständen jeder Art, die in der Turnhalle und dcm Schulhof der neuen Stadtknabenschule untergebracyi ift. Den präch­tigen Ausstellungsräumen entsprechend, haben sich die besten und leistungsfähigsten Firmen dieser Branche, wie Magirus in Ulm, Müller u. Co. in Offenbach a. M., Metz in Heidelberg, Braün in Nürnberg, Lieb in Biberach daran betheiligt und ihr Bestes gebracht, um die Ausstellung zu einer wirklichen Musterausstellung zu gestalten. Alles ist darin vertreten, was irgendwie mit der Feuerwehr in Verbindung steht und um das Vcrhältniß unserer Feuer­wehren auch harmonisch zu gestalten, führt Herr CH al li er die entsprechenden Instrumente vor. Es bietet sich also In­teressenten die schönste Gelegenheit, sich über alle Bedarfs­artikel der Feuerwehr eingehend zu informiren und eS kann deshalb der Besuch nicht allein den Laien, sondern insbesondere auch Denjenigen empfohlen werden, deren Fürsorge die Aus­rüstung der Feuerwehr unterstellt ist. Wir behalten uns vor, auf hervorragende Einzelleistungen und Neuheiten noch näher zurückzukommen und wollen nur heute noch bemerken, daß die Ausstellung am Samstag Nachmittag 2 Uhr eröffnet und von da ab dem Publikum zugängig gemacht wird. Für Besitzer von Festkarten ist der Eintritt frei, während solche Personen, welche Festkarten nicht besitzen, ein Eintrittsgeld von 20 Pf. zu entrichren haben.

* * Vom 16. Hess. Feuerwehrverbandsfest. Gestern Abend fand auf dem Festplatz eine Probebeleuchtung des ganzen FestplatzeS durch electrisches Licht statt. Der Beleuchtungs- Effect war ein großartiger und verlieh dem geräumigen Platz, fotote den verschiedenen Gebäulichkeiten Tageshelle. Leider vermißte man die electrische Beleuchtung auch in den Verkaufs­buden. Es dürfte keinen schönen Anblick gewähren, wenn dieselben von den Miethern durch Oellampen erhellt werden müßten. Der electrische Strom zur Speisung der zahlreichen Lampen und Bogenlichter wird in der Fabrik des Herrn Commerzienrath Wilh. Gail erzeugt. Im Hintergrund des Festplatzes bemerkt man eine hoch aufragende Hausfront. Hier wird sich am Sonntag Abend den Festtheilnehrnern ein hübsches Bild entwickeln. ES werden daselbst 2 lebende Bilder

des Kellergeschosses mit dem Kopfe an und fiel in den Keller. Er erlitt außer einigen Schürfungen im Gesicht schwere innere Verletzungen und mußte in die Klinik gefahren werden, wo­selbst er jetzt noch besinnungslos barnieberliegt. An seinem Aufkommen wirb gezweifelt. Soviel bis jetzt festgestellt wurde, trifft bei dem Unfall einen Zweiten keine Schuld, es liegt lebigUd) Unvorsichtigkeit von Seiten des Verletzten vor.

** Güter - Bahnhof Großen Linden. Durch verschiedene Zeitungen ging dieser Tage die Notiz, als ob ein Vertrag zwischen den Gemeinden Großen-Linden und Leihgestern zu Stande gekommen fei. Dies ist nicht richtig. Allerdings ist die Anlage des Güterbahnhosö vom Königlich Preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten genehmigt worden, eS wird jedoch ein Kostenzuschuß verlangt. Da die beiden Gemeinden sich über den Beitrag nicht einigen können, ist das Ganze in Frage gestellt. Die Gemeinde Leihgestern hat zwar einen Beitrag geboten, allein dieser ist so nieder be« messen, daß auf Verwirklichung des Projects kaum zu rechnen ist. Seitdem bestimmt ist, daß der neue Gürer-Bahnhof bei Gießen für Großen - Linden näher als seither kommt, scheint man in letzterer Gemeinde sich nicht mehr allzusehr für einen eignen Güterbahnhof zu interessiren, wenigstens will man ihn nicht

Dermtfcfcte#

* Raffel, 11. August. Große Bestürzung rief es bet den Schülerinnen einer hiesigen Volksschulklasse am Schluß einer Unterrichtsstunde um 11 Uhr hervor, als ihr Lehrer ein noch junger Mann plötzlich, vor dem Katheder sitzend, vom Stuhle sank und regungslos liegen blieb. Aus die Angstrufe der Kinder kamen andere Lehrer herbei, welche ihren Kollegen als Leiche fanden. Ein Schlagfluß hatte seinem Leben ein Ende gesetzt.

* Siegen, 14. August. Den Actionären des verkrachten Siegener Bankvereins ist durch ein Urtheil des Arns­berger Bezirksausschusses ein günstiger Präcedenzfall geschaffen. In dem Processe gegen die ehemaligen VerwaltungsrathS- mitglieder der vor Jahresfrist von dem Rendanten Wilmes um eine Million geschädigten Sparkaffe zu Olpe wurden diese mit Rücksicht auf ihre geradezu unbegreifliche Vertrauens- seligkeit zur Regreßpflicht verurtheilt, sodaß sie mit ihrem ganzen Vermögen zur Deckung aller von Wilmes begangenen Unterschlagungen herangezogen werden können. Die eingelegte. Berufung harrt noch der Entscheidung.

* Leipzig, 15. August. Bei einem Neubau am Markt ist beim Einziehen eiserner Balkenträger ein Gerüst ge­brochen; drei Schlossergesellen sind schwer verletzt.

* NenueS, 14. August. Das Kriegsgericht des 1- Korps verurteilte einen Soldaten, der gegen seinen Schwadronschef irn trunkenen Zustande einen Messerstich geführt hatte, zum Tode.

* Nürnberg, 15. August. Der Schachspieler Walbrodt spielte in der letzten Nacht gegen 51 Gegner zugleich, gewann 42 und verlor 5 Partieen; 4 blieben remis.

* Turin, 14. August. Der englische Pastor Davidson wollte mit seiner Tochter den St. Lukassteg in den Walliser Alpen besuchen. Ein sich loslösender Felsblock stürzte nieder und zerschmetterte das Mädchen, während der Pastor mit einigen leichten Wunden davon kam.

dem Bankhause Aron Heichelheim übernommenen 3J/2 pKt. Gießener Anleihe von 1894, welche Anfang October'd. I. in die Obligationen umgetauscht werden, sind

Bahnsteig Aufstellung genommen, sonst war jeder Empfang besonderen Wunsch unterblieben. Ihre Majestät sehr wohl aus und nickte der grüßenden Menge sreund- zu-

das Gebäude von außen und retten die Familienangehörigen mit eigener Lebensgefahr, gleichzeitig suchend daö Feuer zu bewältigen. Das zweite Bild zeigt die gerettete Familie in Gruppen vor dem Hause versammelt, um sie herum die Feuerwehr, die ihre Pflicht gethan, sich von der harten Arbeit den Schweiß von der Stirn trocknend. Wir ersehen auch hieraus, daß der Festausschuß das Möglichste thut, um den Festtheilnehrnern gerecht zu werden.

* * Gießener Stadtanleihe. Die Jnterimöscheine der von

Temperatur der Lahn und der Luft nach Reaumur gemessen am 16. August, zwischen 11 und 12 Uhr: Wasser 13, Luft 15<>.

Rüdsamen'sche Badeanstalt.

Universität- - Nachrichten.

Berlin, 15. August. Geh. Rath Prof. Dr. Zeller, ber nach Abschluß seiner academischen Laufbahn in ben Ruhestanb ge­treten ist, wird Berlin verlassen und nach seiner schwäbischen Hetmath übersiedeln. Dem Vernehmen nach gedenkt er in Stuttgart seinen Wohnsitz zu nehmen.

** Touristen und Solchen, welchen es Vergnügen macht, schöne Fußtouren in nächster Umgebung unserer Stadt Zu machen, diene zur Nachricht, daß die von mehreren Mit­gliedern der Section Gießen des Deutschen und Oesterreich. Alpenvereins vorläufig auSgesührten Wegebezeichnungen folgende sehr schöne Touren bedeuten. Vom Neustädter Viaduct anfangend: Rothe Striche: Gleiberg, Krofdorf, Fellingshausen, Dünsberg, Rehmühle.

B. Büdingen, 15. August. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich traf heute Vormittag 1060 Uhr mit Extrazug, von Gelnhausen kommend, hier ein und wurde am Bahnhof, der polizeilich gesperrt war, von den Mitgliedern der Fürst­lichen Familie empfangen und nach dem bereit stehenden, herrschaftlichen Galawagen begleitet, mittelst dessen die Fahrt durch die prächtig geschmückte Stadt nach dem Schlosse er­folgte. Ihre Majestät verweilte bei der Fürstlichen Familie bis zum Nachmittag und reifte um 230 Uhr wieder zurück. Der hiesige Kriegerverein hatte bei der Ankunft und Abfahrt

lassen, das Fest zu besuchen. Man möge bedenken, daß es zu theuer verkaufen, vielmehr das Geld zur Erbauung eine nicht Aufgabe der Feuerwehr ist, glänzende Feste zu bieten, f' " " L " '