Ausgabe 
17.6.1894 Erstes Blatt
 
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Franziska-Schacht waren gestern 4 Uhr Nachm. 360 Mann der Belegschaft eingefahren - halb 10 Uhr Abends bemerkte man im vierten Horizont, dem Wilhelm Floetz Schacht eine Detonation. Auf die bezügliche Meldung fuhr sofort der Betriebsleiter mit Mannschaft zur Untersuchung ein. In einer Tiefe von kaum 250 Meter erfolgte eine zweite furcht­barere Explosion, die mehrere Mann der Uatersuchungs- Mannschaft tödtete und andere schwer verwundete. Der Be­triebsleiter erkannte sofort, daß die ganze Belegschaft im Wilhelm Floetz verloren sei. Auf dem benachbarten Fran- ziSka-Schacht hatte man gleichfalls eine Detonation wahr­genommen und auch dorthin eine Untersuchungsmannschaft ent­sendet, doch wurde auch diese von einer zweiten Explosion betroffen, wobei fünf Mann gerödtet wurden. Assistent Bindae vom benachbarten Sechser-Schacht unternahm nun mit der gesummten Mannschaft die Reltungsaction im Franziskaschacht, welche er bis halb 4 Uhr Morgens fortsetzte, doch gelang es nur, zehn Todte und zwei Schwerverletzte zu bergen. Wetter wird gemeldet: Heute 745 Uhr* früh bemerkte der Betriebsleiter Kohout, daß aus dem Wetterschacht und der Franziskagrube Rauchwolken aufstiegen. Er vermuthete, daß ein Grubenbrand ausgebrochen sei. Auf seine Meldung verordnete der Bergrath Grey den Rückzug sämmtlicher Rettungsmannschaften, was sich als wichtige Maßregel erwies, da kurze Zeit darauf eine dritte furcht­bare Explosion erfolgte, der Zweifellos die gesammte Rettungsmannschaft zum Opfer gefallen wäre. Nach dieser Explosion war jede weitere Action unmöglich. Gegen 7 Uhr Früh erfolgte die vierte Explosion und gegen 10 Uhr Vor­mittags die fünfte, was auf eine fortgesetzte Entwickelung von Gasen schließen läßt. Nun wurde die Schließung sämmtlicher Schächte und Ventilationen angeordnet, um den Brand durch Luftabschluß zu ersticken, was mindestens mehrere Tage erfordern wird. B>s dahin ist weder eine Bergung der Leichen, noch eine sonstige Rettungsaction denkbar. Die int Schacht Gebliebenen sind selbstverständlich alle tobt.

Wien, 15. Juni. DieNeue Freie Presse" meldet aus Sofia, es gingen Gerüchte, daß Unregelmäßigkeiten in der Finanzverwaltung der Stadt Sofia und der Abrechnung der Stadtbahnen und öffentlichen Bauten entdeckt worden sind. Thatsache ist, daß die Regierung die Vorlage aller Abrechnungen angeordnet hat. Hiermit hängt zusammen, daß die Regierung an die Bureaus der Sobranje und Stadtämter Siegel anlegen ließ.

Wien, 15. Juni. Hier hat sich ein vorbereitendes Comito gebildet zur Gründung einer Colonialgesell­schaft, welche sich die Regelung des Auswanderungswesens und die zielbewußte Inangriffnahme österreichisch-ungarischer Colonisationsarbeit in fremden Welttheilen angelegen sein laffen will.

Paris, 15. Juni. Der Leibarzt des verstorbenen Sultans von Marokko, Lenarez, ist hier emgetroffen. Er bestätigte, daß Muley Hassan nicht vergiftet worden, sondern an einer Leberkrankheit gestorben ist.

Lüttich, 15. Juni. Gestern wurden zwei Deutsche, Wilke und Posten, auf die Denunciation des im Untersuch- ungsgefängniß fitzenden Anarchisten Müller verhaftet. Sie sollen an Dynamitdiebstählen theilgenommen haben. Die Geliebte Müllers gab zu Protokoll, daß dieser die Bomben beim Theater und dem Hause des Bürgermeisters gelegt habe.

Tanger, 15. Juni. Die Bevölkerung Casablancas und der übrigen Küstenstädte verhält sich ruhig. Das Begräbniß Muley Hassans hat vorgestern in Rabat ftattgefuuden. Sultan Abdul Aziz gab den Befehl, alle ge­fangenen Banditen zu enthaupten.

Hongkong, 15. Juni. Die Epidemie kann als in der Abnahme begriffen gelten. Für den Handel sind durch die­selbe nur unwesentliche Störungen entstanden.

Karwin, 16. Juni: Nach den bisherigen Erhebungen waren in die Explosion s sch ächte 750 Bergleute ein- gefahren. ImJohannesschacht",Franziskaschacht" und Tiefbauschacht" sind 168 getödtet, 19 geborgen. Der Grubenbrand dauert fort. Die Rettungsarbeiten sind vorläufig unmöglich.

totale» unb provinzielles.

Gießen, den 16. Juni 1894.

** Vogelsbergers Höhen Club. Der Hauptausflug auf den Hoherodskopf findet am Sonntag den 1. Juli 1894 statt. Anfang des Festes um 12 Uhr Mittags. Con- cert und Tanzvergnügen. Die letzten Züge haben von Schotten (8-0) und von Gedern (805) nach Gießen und Büdingen, von Mücke (922 und 845) nach Gießen und Fulda Anschluß. Von den am Feste theilnehmenden Herren wird zur Deckung der Kosten ein Beitrag von 50 Pfg. erhoben.

** Für Fischzüchter ertheilt dieDeutsche Fischerei- Zeitung" den Rath, alle thierische Nahrung, welche den Fischen gereicht wird, nicht anders als in gekochtem Zustande zu ver­abfolgen- es hat sich nämlich herausgestellt, daß es zwischen Warm- und Kaltblütern gemeinsame Bacterien giebt und daß durch Versütterung mit krankem Fletsch bei Fischen Epidemien erzeugt werden können.

Friedberg, 13. Juni. Das hiesige Amtsgericht hat den Vormündern und Curatoren des Gerichtsbezirks bei einer Ordnungsstrafe von 20 Mark für jeden einzelnen Ueber- tretungssall untersagt, die ihnen anvertrauten Sparkasse- Einlagebücher aus den Händen und namentlich an solche Personen abzugeben, die sie mit Stellung von Vormundschafts­rechnungen beauftragt haben. Zugleich werden die be­treffenden Vormünder und Curatoren für eventuelle Verluste, die durch Abgabe solcher Einlagebücher an dritte Personen einerlei zu welchem Zwecke entstehen, als haftbar erklärt. Veranlassung zu der Anordnung gab der Umstand, daß der flüchtige Gerichtsschreiber-Aspirant Müller ein ihm

zum Zwecke der Stellung einer Vormundschafts - Rechnung eingehändigtes Einlagebuch mit einer gefälschten Zahlungs­anweisung versah, den Betrag von 300 Mark erhob und unterschlug.

0 Atzenhain, 15. Juni. Im benachbarten District Lichten Walde" wurde ein recht frecher Diebstahl be­gangen. Dort hatte ein Glasermeister aus Grünberg eine 2Vi Festmeter haltende Eiche gesteigert. Als er dieselbe dieser Tage heimfahren wollte, war die Eiche spurlos verschwunden. Angestellte Ermittelungen haben noch zu keinem Resultat geführt. Der Eigenthümer der Eiche hat eine Belohnung von 50 Mark ausgesetzt für Den, der Anhaltspunkte zur Habhaftmachung des Diebes machen kann.

Alsfeld, 12. Juni. Gestern ereignete sich hier ein Fall, der lebhaft an denErlkönig" erinnert. Eine Frau aus dem eine Stunde von hier entfernten preußischen Orte Berfa hatte ein etwa ein Jahr altes Kind, dessen Mutter in Kassel dient, in Pflege. Das Kind wurde unwohl. Die besorgte Mutter nahm dasselbe, wie das in den ehemals kurhessischen Dörfern des oberen Schwalmgebiets Sitte ist, auf den Rücken, band es in ein Tuch und eilte nach Hilfe mit ihm in unsere Stadt. In einem befreundeten Geschäftshause bot sie ihm | noch etwas Milch aus einem Fläschchen an. Das Kind nahm auch dieselbe, schüttete sie aber sofort wieder aus. Hierauf ging die Frau zum Arzte. Nachdem sie die von dem Doctor verschriebene Arznei in der Apotheke erhalten hatte, band sie ihr Kindchen wiederum auf den Rücken und eilte mit ihm in raschen Schritten nach Hause. In der frohen Hoffnung, mit der mitgebrachten Arznei ihr liebes Kleine gesund machen zu können, band sie ihr Tuch auf und nahm das Kind vom Rücken. Allein es wollte keine Arznei mehr- es war unterwegs gestorben zum großen Schrecken und Leidwesen der treuen Pflegemutter.

A Ans dem Ohmthal, 15. Juni. Vielfach meinte man, daß bei den diesjährigen Heugrasverste igerungen auf Domantal- und Communalwiesen die Preise für das Heugras stark in die Höhe gehen würden. Wie die bereits abgehaltenen Versteigerungen bekunden, so hat man sich in dieser Be­fürchtung getäuscht. Wohl übertreffen die diesjährigen die vorjährigen Preise um mehr als das Doppelte, die aber damals in Hinsicht der wenigen Grasspitzen, die auf den ausgetrockneten Wiesen standen, dennoch ungleich höher waren. Wie die heute abgehaltenen Heugrasversteigerungen von Domanialwiesen in Gemeinden des Ohmthals ergeben, so muß der diesjährige Preis, der im Durchschnitt für den Morgen Wiesen 24 Mk. beträgt, als völlig normal bezeichnet werden. Der Stand des Grases in den Thalwiesen ist kein vollkommener. Das dichte Bodengras ist vielfach zurückgeblieben, daß es auch jetzt noch nicht trotz der Bodenfeuchtigkeit durch die fort­während kalte Witterung zu wachsen vermochte. Eigenthümlich ist das ungewöhnlich starke Auftreten der Wucherblume in den Wiesen. Wie mit einem weißen Schleier überzogen, sehen die Wiesen von fernher aus. Der Landwirth steht diese Pflanze nicht ungern, da ihr Erscheinen besseres Heu erwarten läßt, als das massenhafte Auftreten des gelben Klappertopfes. Obgleich die Blüthezeit der Heublumen bald vorbei ist, wird man hier mit der Heuernte noch nicht be­ginnen, weil man eben immer noch ein Wachsen des Boden­grases erhofft. In den Feldwiesen ist dagegen der Gras­wuchs sehr vollkommen- sie haben tm Winter eine gute Be­wässerung erfahren, deren Folgen sich sehr bemerkbar machen. Wo eine Wiese mit der Wiesenegge und künstlichen Düngern, wie Thomasschlacke, behandelt worden ist, da sagt es ein vorzüglicher Grasbestand dem Landwirthwo der Hase im Pfeffer liegt".

* Vom Vogelsberg, 14. Juni. Forstwart Strauch von Breungeshain schoß kürzlich im Oberwald ein Wild­schwein, das anscheinend erst vor Kurzem Ferkel geworfen hatte. Kurz darauf wurden durch Jäger zwei Frischlinge geschossen.

§ Vom höheren Vogelsberg, 14. Juni. Die seit einigen Tagen herrschende regnerische Witterung kommt unseren Landwirthen ungelegen, denn sie konnten das Aussetzen von Dickwurz und Kohlraben nicht beendigen, auch können sie nicht an das recht notwendige Heumachen denken; die winzigen Vorräthe an Heu und Stroh sind aufgebraucht- Klee ist nur spärlich gewachsen, so daß viel nasses Gras gefüttert werden muß. Die Winterfrucht steht schön, besonders das Korn, welches sich zu seit langen Jahren nicht beobachteter Halm­höhe mit schönen Aehren entwickelt hat. Die Sommerfrucht befriedigt im Allgemeinen, obwohl sie infolge der während der Aussaat herrschenden trockenen Witterung und darauf­folgenden Kälte etwas zurückgeblieben ist. Die Kartoffeln haben sich gut entwickelt, nur muß dem Unkraut in den Feldern, das sich in diesem Jahre recht breit macht, fleißig entgegen­gearbeitet werden.

Bürgel, 14. Juni. Der von hier gebürtige und hierher beurlaubte Soldat Huber vom Infanterieregiment Nr. 116 in Gießen wurde gestern Abend gegen 11 Uhr, als er in Begleitung eines Mädchens und eines anderen Burschen auf dem Wege von hier nach Mühlheim begriffen war, durch einen Revolverschuß am Kopfe schwer verwundet, so daß seine Aufnahme in das Offenbacher Krankenhaus erfolgen mußte. Als Thäter wurde der Tqglöhner Helfmann von Offenbach von der Gensdarmerie ermittelt und bald nach der That in Haft gebracht. Helfmann, der in der fraglichen Gegend Kirschen hütete, will dem Vernehmen nach von dem Verletzten zuerst angegriffen worden sein und aus Nothwehr seine Schußwaffe, die blind geladen gewesen sei, abgefeuert haben. Auch soll derselbe noch in derselben Nacht Anzeige von dem Vorfall bei der Offenbacher Polizei erstattet haben. Die Schwere der Verletzung läßt sich dadurch erklären, daß der Schuß in unmittelbarer Nähe abgefeuert worden ist. Die eingeleitete Untersuchung wird den Sachverhalt hoffentlich klarstellen.

Kastel, 15. Juni. Heute Nachmittag sprang ein Deserteur vom 87. Infanterie-Regiment, der sich schon mehrere Tage von seinem Truppentheile entfernt hatte und in Wiesbaden

festgenommen wurde, beim Rücktransport von der neuen Brücke in den Rhein und verschwand in den Wellen.

Vernrischtes.

* Braunfels, 15. Juni. Morgen findet die Betriebs« eröffnung der Ernstbahn statt. Es werden täglich 14 Züge abgelaffen, 7 von Braunfels nach dem StaatS- bahnhof und 7 in der entgegengesetzten Richtung. Der Fahr­preis für die einfache Fahrt beträgt für die dritte Klasse 30 Pfg., für die zweite Klaffe 50 Pfg. Rückfahrkarten werden nicht ausgegeben.

* Cassel, 13. Juni. Ein Aufsehen erregender Straffall beschäftigte heute das hiesige Schwurgericht. Der Amtsgerichts- Secretär und Kassen-Rendant Carl Hof aus Abterode stand wegen schweren Amtsverbrechens, Veruntreuung und Urkunden­fälschung rc. angeklagt vor den Schranken. Der Angeklagte ist 39 Jahre alt und bisher nicht bestraft, es wird ihm von allen Seiten das Zeugniß gegeben, daß er ein sehr tüchtiger, fleißiger Gerichtsschreiber war. Eben deshalb und weil ihm von allen Seiten, namentlich aber von seiner vorgesetzten Behörde das größte Vertrauen entgegengebracht wurde, erhielt er den besonders verantwortungsvollen Posten eines Gerichts­schreibers bei dem Amtsgericht in Abterode. Mit der Stelle ist zugleich die Verwaltung der dortigen Gerichtskaffe ver­bunden. Hof ließ sich nun verleiten, seit Sommer vorigen Jahres in einer großen Anzahl von Fällen die vereinnahmten Gerichtskostengelder zu veruntreuen und die Kassenbücher zu fälschen, um die Unterschlagungen zu verdecken- auch fertigte er falsche Belege an, um in betrügerischer Weise entsprechende Summen in Ausgabe stellen zu können. Im Ganzen handelt es sich um Veruntreuungen im Betrage von 3500 Mark. Hof ist umfassend und reumüthig geständig, er giebt vor, daß nur die Noth die Triebfeder seiner verbrecherischen Handlungen gewesen sei. Er hatte eine Familie von 9 Köpfen zu ernähren, Frau und Kinder wurden fortwährend von Krankheiten heim­gesucht. Die Geschworenen bewilligten mildernde Umstände und so konnte das Gericht auf eine Gefängnißstrafe von drei Jahren erkennen.

Ms. Von der Rhön, 15. Juni. In dem Städtchen Melbrichstadt und in der Umgegend herrscht große Auf­regung über den plötzlichen Zusammenbruch der Viehhandlung von S. Sacki dortselbst. Eine große Anzahl kleine Hand­werker und Geschäftsleute, ebenso viele Landwirthe erleiden schwere Verluste. Eine Metzgerswittwe verliert allein 16 000 Mark, viele andere Leute, die unbegreiflicher Weise ihre Ersparnisse dem Sacki anvertrauten, Beträge von mehreren Tausend Mark. Sacki soll an der Börse speculirt und große Verluste erlitten haben. Er wurde nach seiner Rückkehr von der Reise vom Gericht sestgenommen, machte später einen Selbstmordversuch, der jedoch vereitelt wurde. Die Gesammtpassiva sollen sich auf 150 000 Mk., die Activa auf nur 50 000 Mk. belaufen.

* Wien, 15. Juni. In der Ausstellung wurde heute eine schwedische Briefmarke zu 35 Killing aus dem Jahre 1853 für 2000 Gulden an einen Pariser Sammler verkauft.

* Ein ergötzlicher Vorfall ereignete sich, wie der Graudenzer Gesellige" aus Jnowrazlaw berichtet, am Sonntag in dem Dorfe N. Der Geistliche hatte an zwei neugeborenen Knaben in der Kirche die Taufe vollzogen, als noch Gevatte­rinnen mit einem kleinen Mädchen an das Taufbecken traten. Die Zeremonie beginnt- aber als der Geistliche die Hand erhebt, um sie mit Wasser im Taufbecken zu benetzen, wird eine der Gevatterinnen von der größten Angst befallen und beruhigt sich nicht eher, als bis der Geistliche ihrem Wunsche gewillfahrt und das Taufbecken mit frischem Wasser hat füllen laffen. Erst auf dringendes Zureden des Geistlichen giebt sie den Grund ihres sonderbaren Benehmens an, und dieser besteht in nichts Anderem, als daß, wenn das kleine Mädchen mit demselben Wasser getauft würde, wie die Knaben, so müßte sich das Mädchen später wegen Bartwuchses rasieren laffen!

* 250 Mark für ein Pferdefutter das ist ein bischen reichlich, ober ein Landbewohner in der Ukermark hat kürzlich diese Summe dranwenden müssen. Er hatte 350 Mark in Reichskassenscheinen zur Aufbewahrung in den Futter­beutel gethan. Ein Futterbeutel ist nun allerdings mehr dazu da, daß man daraus Pferde füttert, als daß man Kassenscheine hineinthut. Das dachte auch Derjenige, der den Futterbeutel zu diesem Zwecke benutzte, ohne zu wissen, welche Schätze darin verborgen waren. Als der Besitzer hinzukam, waren bereits zwei Hundertmarkscheine und ein Fünfzig­markschein in den Magen des Pferdes gewandert, der dritte Hunderter konnte noch, obwohl auch schon zerknittert und an­gefressen, gerettet werden.

* Welcher Verein der beste sei, wurde als schwere Preis­frage in einer Gesellschaft aufgestellt. Turn-, Gesang-, Kegel-, Stahlrad-, gesellige ober politische Vereine, eS gibt ihrer in Deutschland ja tausenderlei. Die Wahl war schwer, endlich aber sagte eine Dame:Die Familie ist mir doch der liebste Verein. Mein Mann ist der Präsident, ich bin der Kassirer und Vergnügungsrath, für die übrigen Mit­glieder sorgt der liebe Golt!" Ein allgemeines Bravo wurde der glücklichen Lösung zu Theil.

Auszug aus den Standesanrts*egrste*rr

der Stadt Sieben.

Aufgebote.

Juni: 9. Ernst Friedrich Hermann Konrad Engelbach, Finonz- asptrant zu Darmstadt, mit Johanna Christiane Luise Dorothea Jughardt Hierselbst. 13- Johann Heinrich Reichard, Taglöhner zu Erfelden, mit Elisabetha Slör dahier. 13. Lubin Froede, Feilenhauer zu Wetzlar, mit Anna Helene Wilhelmine Adelheid Steinbach zu Wetzlar. 13. Friedrich Menz, Taglöhner dahier, mit Anna Dorothea Eucker hierfelbst. 14. Friedrich August Johann Joseph Schmitz, Gärtner dahier, mit Christine Schraner Hierselbst. 14. Karl Franz Maria Kreuter, Apotheker dahier, mit Marie Auguste Theodore Antonie Briel zu Leipzig-Eutritzsch.