gebeten wurde, gefällt. Die officielle Antwort dürfte dem Arbeitsausschuß allernächstens zugestellt werden.
Berlin, 15. Mai. Das bereits seit längerer Zeit an- gekündigte große Avencement in der Armee ist nunmehr Thatsache geworden. Der Kaiser hat gestern die betr. Cabinetsordres unterschrieben und das Mtlitärwochenblatt wird morgen in einer Extraausgabe die umfangreichen Veränderungen mittheilen.
Berlin, 15. Mai. In der heutigen Sitzung des Berg- arbeitercongresses wurden zunächst Glückwunsch-Telegramme aus Nürnberg, Chemnitz, Oberschlesien, Graz usw., sowie die Präsenzliste verlesen. Nach der letzteren sind 41 Delegirte aus Deutschland, 38 aus England, 4 aus Frankreich, 3 aus Belgien, 2 aus Oesterreich anwesend, welche zusammen 1 107 300 Bergarbeiter vertreten. Sodann wurden die Berichte der verschiedenen Nationen betr. die Lage der Arbeiter zur Kenntniß gebracht.
Stettin, 15. Mai. Unter den Schiffsarbeitern des Hafens ist heute ein allgemeiner Strik e ausgebrochen. Die Forderungen des Hafenarbeitervereins lauten auf 20pCt. Lohnerhöhung und achtstündige Arbeitszeit.
Danzig, 15. Mai. Im Baugewerbe gewinnt die Strikebewegung immer größeren Umfang, da zweifelsohne auch die Bautischler entlassen werden. Die Maurer beschlosien die Uebernahme der Arbeiten in eigener Regie. Der Zuzug von Zimmerleuten ist unbedeutend.
Karlsruhe, 15. Mai. Der sechste Allgemeine Deutsche Philologentag wurde heute Vormittag von Prof. Müller- Karlsruhe hier eröffnet. Als Vertreter der Regierung begrüßte Oberschulrath Jos die Theilnehmer. Anwesend sind etwa zweihundert Philologen. Nach einem Vortrage des Profeffors Scheffler über „Bild und Lectüre" wurde eine Resolution angenommen, dahingehend, die städtischen und staat- lichen Behörden um Unterstützung der Schulen zu ersuchen und den Anschauungsunterricht zu ermöglichen und zu fördern.
Stuttgart, 15. Mai. Der König von Württemberg sprach sich einer Delegation von Synodalversammlungen gegenüber dahin aus, daß der Bundesrath der Aufhebung des Jesuitengesetzes durch den Reichstag nicht beistimmen werde.
Wien, 15. Mai. Die „Pol. Corr." meldet aus Petersburg, daß die Hochzeit des Großfürsten-Thron- folgers am 10. October stattfinden werde.
Prag, 15. Mai. Die Statthalterei sistirte den Beschluß des Stadtrathes, wonach die czechischen Straßentafeln nicht ins Deutsche übersetzt werden dürfen.
Paris, 15. Mai. Die Ausstellung des heiligen Rockes in Argenteuil hat begonnen. Es trafen bereits über 40000 Pilger ein.
Paris 15. Mai. „Matin" erörtert heute die Aussichten der verschiedenen Candidaten für den Präsidentenposten der Republik und spricht sich dahin aus, daß Carnot mit Rücksicht auf die demokratischen Traditionen nicht candidiren werde. Der dann zwischen Casimir Pörier und Cavaignac entstehende Kampf werde zu Gunsten Dupuys entschieden werden, der aller Wahrscheinlichkeit nach im zweiten Wahlgange zum Präsidenten gewählt werden würde.
Brussel, 15. Mai. Infolge des Dynamitattentates in Lüttich ist der Anarchist Steinberg, der nach dem Attentat zu flüchten suchte, verhaftet worden. In Lüttich halten sich viele anarchistische Personen auf, deren Ausweisung die Presse verlangt. Bisher sind vier Deutsche verhaftet worden.
London, 15. Mat. Nach einer Meldung aus Rio Grande herrscht dorr unbeschreibliche Panik unter der Bevölkerung wegen der Rüstung derJnsurgenten zu neuen Kämpfen. Zahlreiche Einwohner flüchteten.
Petersburg, 15. Mai. Die entdeckte nihilistische Verschwörung giebt fortdauernd zu Verhaftungen Anlaß. Unter Anderen wurden der Schriftsteller Paul Struve, der Oberingenieur der Wittebsker Eisenbahn Kosolew, sowie der bekannte, kürzlich erst aus Sibirien zurückgekehrte Nihilist Nathanson in Haft genommen.
„Nun schön," sagte der Rath, „ich habe diese Antwort erwartet. Und Sie, mein lieber Lehrer, ertheilen Sie der Gemeinde daffelbe Lob, oder haben Sie etwa Beschwerden oder Wünsche?"
Hier ward der junge Lehrer ordentlich verlegen, aber der Rath sah ihn fest an und da platzte er heraus:
„Ich würde ganz zufrieden sein mit meinem Posten, wenn mir die Gemeinde einen neuen Koben bauen wollte, damit ich mir doch ein oder zwei der herbstlichen Thiere haltcn könnte,- der alte Stall ist unbrauchbar, und alles Fleisch zu kaufen, dazu reichtS nicht."
Hier machte der Rath ein sehr ernstes Gesicht.
„Nun, wie steht es damit, meine Herren?"
„Nu, Jeses," meinte der Gerichtsmann, Kapuste hieß er, „wahr ist's ja, der alte baufällige Stall ist für einen Hund zu schlecht."
„Gut," sprach der gestrenge Herr Rath, „der Lehrer thut seine Pflicht und Schuldigkeit der Gemeinde gegenüber, deßhalb hat die Gemeinde auch ihm gegenüber die ihre zu thun, und so befehle ich denn" — hier rückte er die Brille auf die Stirne — „daß binnen vierzehn Tagen ein neuer Schweinestall oder Koben — wie's hier zu Lande heißt, dasteht — bei Vermeidung der Execution. Verstanden?"
Die Vorstände sahen einander verlegen an und zogen lange Gesichter, da ergriff endlich der Schulze das Wort?
„Was einmal sein muß, muß sein. Lange genug ist das Geschreibe hin und her gegangen und hat nichts genutzt. Kapuste, wenn Du denkst, wie ich, da sprich: bauen wir ihm den Stall, damit die Bitterei mal aufhört."
„Das scheint mir auch das Gescheiteste," meinte der Rath, drückte allen freundlich die Hand und fuhr ab.
(Schluß folgt.)
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Gießen, den 16. Mai 1894.
** Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag den 17. Mai 1894, Nachmittags 4 Uhr und nölhigenfalls Freitag den 18. Mai 1894, Nachmittags 5 Uhr: 1. Gesuch des Johannes Hormann um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im „Wiener Hof". 2. Gesuch des H. Hahn um Concession zum Wirthschaftsbetrieb im Hause Bismarckstraße 5. 3. Gesuch des Kaufmanns Wilhelm Haas um Ertheilung der Erlaubniß zum Verkauf von Branntwein über die Straße im Hause Bleichstraße. 4. Gesuch des Chr. Haubach um Erlaubniß zur Errichtung eines Gartenhäuschens am Wtesmarer Weg. 5. Desgleichen des Friedrich Berg am Nahrungsberg. 6. Desgleichen des Jacob Hildebrand zur Errichtung eines Backsteinhäuschens im Neustädter Feld. 7. Desgleichen des Heinrich Volkmann U. 8. Rechnung der Gemeindekrankenversicherung pro 1893. 9. Decretur von Kostenrechnungen. 10. Holzabgabe aus der Hand, Rechnungsjahr 1893/94. 11. Der deutsche Htlfsveretn in Paris. 12. Das Octrot der Stadt Gießen- hier: Antrag des Herrn Stadtverordneten Schwall auf Einsetzung einer Commission behufs Reform des Octroiwesens. 13. Gesuch des Peter Leppla um Erlaubniß zur Anbringuug eines Stegs über den Schoorgraben der Südanlage. 14. Anbringung von Schutzgeländern längs des Schoorgrabens in der Ostanlage. 15. Ausbau der Altcestraße - hier: Anbringung eines Geländers nach der Wieseck. 16. Gesuch des L. Seuling und L. Preisag wegen Anbringung von Fenstern in der Brandmauer ihres Neubaues, Schulstraße. 17. Desgleichen der Firma W. Reiber um Erlaubniß zur Errichtung einer Halle.
** Das Präsidium der Kriegerkameradschaft „Hasfia" erläßt folgende Bekanntmachung: Zu unserem lebhaften Bedauern sind wir heute veranlaßt, den Kameraden des Landesverbandes die Mittheilung zu machen, daß Seine Großh. Hoheit Prinz Heinrich von Hessen durch Schreiben von München aus das Ehrenpräsidium der Krtegerkamerad- schaft „Hasfia" niedergelegt hat. Hochderselbe hat dieser Benachrichtigung die Worte angesügt: „Er hege die Hoffnung und wünsche von Herzen, daß die „Hasfia" immer weiter blühe und wacdse und daß in ihr die patriotischen Gesinnungen auch in Zukunft gehegt und gepflegt würden in alter Weise."
** Der jugendliche Pianist Raoul von KoSzalSki, der auch in Gießen ein Concert gab, hat durch seinen Vater einen Contract abgeschloffen, der ihn für die nächste Saison zu einer Tournee in Nordamerika verpflichtet, wofür eine Million Mark garantirt wurde. Das läßt sich hören!
•* Parlamentarisches. In dem Bericht des Ersten Ausschusses der Zweiten Kammer über die Vorlage Großh. Ministeriums der Finanzen, den Entwurf des Finanzgesetzes für die Jahre 1894/95, 1895/96 und 1896/97 betreffend, wird beantragt: I. Unter Capitel 8 der Ordentlichen Einnahmen des Hauptvoranschlags aus „directen Steuern" die Summe von 10000000 Mk. einzustellen. II. Zum Entwürfe des Finanzgesetzes: 1) den Artikel 1 wie folgt zu fassen: „Es soll an Grundsteuer der Betrag von 14 Pfg., an Gewerbesteuer der Betrag von 16 Pfg. und an Capital- rentensteuer der Betrag von 17 Pfg. auf die Mark Steuer- Capital ausgeschlagen und nach den gesetzlichen Bestimmungen erhoben werden. Aus die Mark Einkommensteuercapital soll der Ausschlag für das Etatsfthr 1894/95 16 Pfg., für die Etatsjahre 1895/96 und 1896/97 je 17^ Pfg. betragen. Falls jedoch eine Vereinbarung über den den Ständen vorgelegten Gesetzentwurf, die Reform der Weinsteuer betreffend, erfolgt und demgemäß eine Tranksteuer von Wein erhoben wird, so sollen auch in den beiden letztgenannten Jahren nur je 16 Pfg. auf die Mark Einkommensteuercapital ausgeschlagen und erhoben werden",- 2) dem Artikel 2 hinzuzufügen : „Eine Tranksteuer von Wein soll nur auf Grund einer Vereinbarung über die im vorigen Artikel erwähnte Gesetzesvorlage, die Reform der Weinsteuer betreffend, erhoben werden",- 3) zum Artikel 3, die durch Anlehensaufnahme zu deckende Summe auf höchstens zwei Drrttheile derjenigen Außerordentlichen Ausgaben zu beschränken, welche bei Abschluß des Hauptvoranschlags die landständische Zustimmung gefunden haben werden und die Großh. Regierung zu ermächtigen, bei der Redaction des vorliegenden Gesetzentwurfs die sich hieraus ergebende Summe an Stelle der Ziffer von 4 000000 Mk. einzusctzen. — Der Erste Ausschuß der Ersten Kammer, dessen Mehrheit es bei der in den Hauptvoranschlag als Tranksteuer eingestellten Summe von 300 000 Mk. belassen will, empfiehlt im Gegensätze zu obigen Anträgen unter I, sowie unter II. 1 und 2: 1) in Capitel 8 der Ordentlichen Einnahme aus „directen Steuern" nur 9 700000 Mk. einzustellen- 2) den Artikel 1 des Finanz- gesetzentwurss in der Fassung der Regierungsvorlage und dessen Artikel 2 ohne den diesseits beantragten Zusatz zu genehmigen.
** Zur Weiusteuer. Der Erste Ausschuß der Zweiten Kammer steht der Vorlage über die Reform der Weinsteuer getheilt gegenüber. Eine Minderheit (Abg. Haas-Offenbach und Möllinger) ist grundsätzlich gegen Annahme des neuen Gesetzentwurfs. Die Mehrheit des Ausschusses ist nun nach wie vor der Meinung, daß es nicht richtig gehandelt sein würde, wollte man im Großherzogthum endgiltig auf eine Steuereinnahme aus dem Wein verzichten und daß man deshalb den Weg einschlagen müsse, auf welchen ein übereinstimmender Beschluß beider Kammern auf dem XXV. Landtage die Großh. Regierung hingewiesen hat, nämlich die nach dem Gesetze von 1876 den Wirthen und Kleinverkäufern obliegende Steuerpflicht auch auf die Privatverbraucher auszu- dehnen.
** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Metzger Philipp Amborn wegen Sachbeschädigung rc. vom Amtsanwalt I. Darmstadt, Dienstmagd Margaretha Engel
von Offenheim wegen Betrugs vom Amtsanwalt Friedber^ Schriftsteller Heinrich Förster aus Kassel wegen Diebstahls vom Amtsanwalt Lauterbach, Viehhändler Adolf Kaufmanrr aus Ettingshausen wegen Betrugs von der Staatsanwalt, schäft Gießen, Taglöhner Wilhelm Meyer von Rembrücken wegen Unterschlagung vom Amtsanwalt Offenbach.
Salzhausen, 13. Mai. Gestern sind hier die ersten Kurgäste eingetroffen. Am Pfingst-Montag fand zur offiziellen Eröffnung der Kur hier ein großer Ball statt. Der vortreffliche Gesundheitszustand hier und in der Umgegend wird hoffentlich dazu beitragen, daß entgegen dem Vorjahre, wo die in der Umgegend herrschende Diphtherie Manchen vom Besuch unseres Bades abhielt, unser Bad eines stärkeren Besuches sich erfreuen wird.U
■£ Friedberg, 13. Mai. Auf Beschluß des Kreistages des hiesigen Kreises wird in der Nähe der Stadt eine Anstalt zur chemischen Vernichtung der Thterlei chen aus dem ganzen Kreise Friedberg errichtet. Die Cadaver werden durch Dämpfung, Desinfection, Fettextraction, Trocknung und Pulverisirung nicht nur unschädlich beseitigt, sondern auch für die Landwirthschaft nutzbar gemacht. Durch Dampfbetrieb wird das Fett ausgeschieden und werden alle übrigen Thetle zu Dungpulver verarbeitet. Die Anstalt soll bis Herbst in Be- trieb genommen werden. D. Ztg.
Darmstadt, 14. Mai. Ein gräßlicher Unglücksfall ereignete sich gestern Mittag im hiesigen Ludwigs- bahnho f. Der 42 Jahre alte Wagenwärter Jacob Schäfer aus Arheilgen war beim Ueberschrciten der Geleise mit einem Stiefelabsatz an einer Schiene hängen geblieben und stürzte. Ehe er sich wieder erheben konnte, wurde er von einer Locomotive überfahren- er starb auf dem Transport nach dem Hospital.
A Mainz, 15. Mai. Der Selbstmord zweier Brüder, der Theilhaber an dem renommirten Möbel- und Decorationsgeschäft I. Hoffmann Söhne hier, erregt bered)» tigteg Aufsehen. Vor 14 Tagen hat sich der eine der Brüder ertränkt- derselbe sollte sich angeblich wegen Geistesstörung entleibt haben. Inzwischen ist vor einigen Tagen über das ehedem sehr angesehene und ausgedehnte Geschäft ConcurS verhängt worden, was Manchem sehr überraschend kam. Da den beiden noch lebenden Geschäststheilhabern von dem Gerichte aus der Concursmasse kein Zehrungsgeld zubewilligt worden war, mußten dieselben in anderen Geschäften als Lohnarbeiter eintreten. Heute Morgen erschien nun der älteste der Brüder bei seinem Prinzipal, um indeß nach wenigen Stunden spurlos zu verschwinden. Gegen Abend wurde etwas aus einem Speichermagazin benöthigt, wo man die Leiche des Vermißten fand, der seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hatte. Der letzte der drei Brüder wurde vor einigen Tagen in Folge der Aufregung wegen des Falliments von einem Schlaganfall betroffen, der wahrscheinlich den Tod des Betreffenden herbeiführen wird.
verrnischter.
* Gladenbach, 13. Mai. Am gestrigen Tage ist endlich die Bahnstrecke Marburg-Gladenbach-Wetdenhausen dem Verkehre übergeben worden. Der erste Zug fuhr um 615 Uhr früh aus Marburg ab nach Nieder-Walgern. Diese Station ist vorläufig für den Verkehr noch gesperrt, weil das Stationsgebäude noch ohne Zufuhrweg ist und die Gemeinde Nieder-Walgern sich zum Bau eines Weges nicht entschließen kann. Die Uebergangsstation von der neuen Strecke auf die Main - Weser - Bahn für Reisende, die in der Richtung nach Frankfurt fahren wollen oder von daher kommen, ist vorläufig Nieder-Weimar. — Als der erste Zug die Main-Weser-Strecke verlassen hatte und in den festlich geschmückten Bahnhof Nieder-Walgern unter den fröhlichen Klängen eines Marsches, den die Marburger Stadtcapelle onstimmte, die im Zuge untergebracht war, einfuhr, harrte seiner eine ganz geringe Zahl von Leuten. Die B-völkerung Nteder-Walgerns verhielt sich vollkommen passiv. Reich mit Guirlanden, Kränzen und Fahnen geschmückt, befuhr der Zug nunmehr die neue Strecke, die mit einer bedeutenden Steigung (1 : 70) beginnt. Die auf der Höhe liegende Haltestelle Damm war dicht von einer schaulustigen Menge besetzt, die den Zug mit kräftigem Hurrah empfing. Von da ging es dann in etwas rascherem Tempo nach Lohra. Hier stand dichtgedrängt Kopf an Kopf auf dem reichgeschmückten Bahnsteige, den Zug mit Hüteschwenken und begeisterten Hurrahrufen empfangend. Nach der Einfahrt nahm Herr Baumeister Hentzen das Wort und hielt eine kurze Ansprache an die Versammelten, in der er mit warmen Worten den Erschienenen für ihre Theilnahme dankte und mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Lohra schloß mit dem Wunsche, daß die neue Bahn für die ganze Gegend nur von Nutzen sein möge. Darauf brachte Herr Lehrer Naumann (Nanzhausen) dem ersten Zuge ein dreimaliges Hurrah. Die Schuljugend von Lohra, die unter der Führung ihres Lehrers mit ihren Fahnen Aufstellung gefunden batte, stimmte lobann ein Liedlein an: „Die Eisenbahn ist kommen, habt ihr eS nicht vernommen rc.", unter dessen Klängen der Zug sich in Bewegung setzte. Unter den fröhlichen Weisen der Stadtcapelle erreichten wir nunmehr, nachdem das Dorf Mornshausen a. S. in langsamem Tempo passirt war, die Station Gladenbach. Der festlich geschmückte Bahnhof war ungeachtet des heftigen Regens, der seit der Abfahrt von Damm ununterbrochen niederströmte, von einer großen Menge besetzt. Die Schulkinder im Festgewand mit ihren bunten Fahnen und Fähnchen hatten ebenfalls auf dem Bahnsteig Aufstellung gefunden. Die Einfahrt des Zuges wurde mit lautem Hurrah begrüßt. Auch hier nahm Herr Baumeister Hentzen das Wort zu einer kurzen Ansprache und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Eröffnung der neuen Strecke zum Segen und Aufblühen Gladenbachs, wie auch der ganzen Gegend gereichen möge. Wir verließen den Zug, der nach kurzem Aufenthalt nach Weidenhausen weiter-


