Ausgabe 
17.4.1894 Zweites Blatt
 
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Den Empfang sämmtlicher Neuheiten in

Buckskin- und PaleWITcn

Course der Frankfurter Börse

zeigen ergebenst an

6./IV.

Cours vom

13./IV.

Cohh vom

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werden stets angekauft.

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nach unten. Selbst bei den serbischen Werthen war der Preisrückgang bisher gering» mit Ausnahme der Eisenbahnanleihe Lit. B, welche 3 Procent einbüßte, bewegten sich die Course meist etwa 1 Procent unter dem vorwöchentlichen Stand. Türken waren trotz der neuen Anleihe billiger angeboten und auch Spanier sind abgeschwächt. Ebenso behaupteten sich Italiener nicht ganz, während Mexicaner auf bessere Silber­preise fest lagen.

Am meisten machte sich natürlich die Zurückhaltung in den Bankactien bemerkbar, da deren Erträgnisse durch die Börsenfteuer erheblich, geschmälert zu werden drohen. Allgemein fürchtet man, daß die Sommermonate, welche ohnehin sehr ruhig zu sein pflegen, diesmal vollends ganz leblos verlaufen werden. Zum Ueberfluß glaubte man noch auf die Betheiligung der einzelnen Institute an den ausländischen Staatsanleihen Hinweisen zu müffcn. Darunter hatten insbesondere die Antheilscheine der Berliner Handelsgesellschaft zu leiden, weil sich in deren Portefeuille noch große Bestände serbischer Werthe befinden. Als dann bekannt wurde, daß die Unterhandlungen mit der serbischen Regierung noch nicht abgebrochen sind, erholte sich der Cours wieder. Außerdem trug hierzu auch die Meinung bei, daß durch die großen Abschreibungen auf Corsortial-Conto im vergangenen Jahre einem etwa drohenden Verlust hinreichend vorgebeugt sei. Die österreichischen Banken wurden nach anfänglicher Ermattung aus Wiener Impuls wieder besser bezahlt.

Eisenbahnwerthe hielten sich verhältnißmäßig noch am besten, doch warm die Ilmsätze gleichfalls nur beschränkt. Zu Gunsten der östlichen deutschen Bahnen führte man die anziehenden Getreidepreise ins Treffen, indem man hieraus auf ver­mehrten Import russischer Waare schließt. Für österreichische Papiere wirkte die Dividenden-Erklärung der Buschtherader Bahn ftimulirenb, deren Actien 12 fl. profitirten. Bei Lombarden wollte man wissen, daß das Verkehrsministerium der Conversion der 5proc. Prioritäten zugestimmt habe, indeß bleibt Bestätigung noch abzuwarten. Die Fusionsprojecte der schweizerischen Linien sind immer noch nicht verschwunden, wenngleich von keiner Seite etwas Bestimmtes bekannt geworden ist. Italienische Bahnen sind kaum verändert.

Die Auslassungen des preußischen Eisenbahnministers im Abgeordnetenhause über die abgeschlossenen Schienenlieferungsverträge veranlaßten starke Abgaben in Eisenactien, indem die Werke infolge der theueren Rohmaterialien aus den Be­stellungen nur geringen Vortheil zu ziehen vermögen. Nachdem man Anfangs der Woche die weitere Erhöhung der Walzeisenpreise noch als Haussemotiv angesehm hatte, tauchen aus Fachkreisen plötzlich Stimmen auf, welche diese Steigerung als durchaus nicht den thatsächlichen Verhältnissen entsprechend binstellen. Der russische Handelsvertrag habe nur den Fabriken landwirthschaftlicher Maschinen umfangreiche Aufträge gebracht, während die Nachfrage nach Roheisen seitens der anderen Fabriken kaum zugenommen habe. Es geht indeß jedenfalls zu weit, heute die Lage des Eisenmarktes als unfreundlich zu schildern, nachdem man gestern noch des Lobes voll war. Der Grund des Rückganges liegt eben hauptsächlich in den voraus­gegangenen Courstreibereien, welche bei vielen Papieren das Maß des Berechtigten überschritten haben. Laura verloren drei, Bochumer sogar über 4 Procent, während bei Dortmunder Union der Verlust kaum zwei Procent beträgt. Im Anschluß hieran waren denn auch Kohlenactlßn weichend; doch ist deren Einbuße im All­gemeinen geringer.

Der Ausweis der Reichsbank zeigt eine weitere Kräftigung des Status und auch am offenen Markt ist Geld noch etwas leichter geworden.

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13.'IV. 6.'IV.

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I 4P/o Eisenbahn-Rentenb.- I Obligat. . . | 100 401100.4«

Börfevlvocherrderieht son E. Wasser »«hieben, Bankgeschäft.

Hatte die Zuversichtlichkeit der deutschen Börsen schon in den beiden Vor­wochen im Hinblick auf die dem Verkehr drohenden Lasten wesentlich nachgelasien, so wurde d«e S immung in der lausenden Berichtsperiode durch die Annahme des Stempelgesetzes äußerst unlustig und matt. Wenn auch längst kein Zweifel mehr darüber bestehen konnte, daß die Börsenstemr-Erhöhung nicht ausbleiben werde, so hat doch die am vergangenen Sonnabend erfolgte Abstimmung einen recht deprtmiren- den Eindruck gemacht. Die Debatten im Plenum sind mit geradezu unbegreiflicher Hast und unter vollständiger Außerachtlassung aller, selbst der berechtigsten Vor­stellungen aus den berufenen Kreisen geführt worden. Nur mit geringen Aus­nahmen trat der Haß gegen das bewegliche Kapital sowie das Bestreben hervor, die Börse möglichst hart zu schädigen und selbst im letzten Augenblick wurden noch Zusatzanträge angenommen, ohne daß sie auch nur im geringsten einer gebührenden Kritik unterzogen worden sind. Daß unter solchen Umständen die Effectenmärkte von dem seitens der Regierung in Aussicht gestellten Börsenorganisaltonsgesetz das Schlimmste zu befürchten haben, liegt klar zu Tage und dieser Umstand hat die Tendenz wohl noch in stärkerem Maße beeinträchtigt, als dies durch die Stempel- erhöbung geschah. Begreiflicherweise wurde durch die Letztere die Aufmerksamkeit der Börsenbesucher insofern von der eigentlichen Geschäfte thätigkeit abgeienkt, als sich die Unterhaltung fortgesetzt um deren zukünftige Wirkung in der Praxis, beziehungsweise um die Berechnung und Verkeilung der neuen Lasten zwischen Mäkler, Vermittler und Händler drehte. Anfangs der nächsten Woche finden sowohl hier als in Berlin Versammlungen der Interessenten statt, um sich hierüber zu eln*0ensBetfiärft wurde die Mißstimmung noch durch politische Meldungen, welche sich später zum Theil als leere Erfindungen erwiesen haben. So verlautete, daß in Sofia eine starke russenfreundltche Partei bemüht sei, einen engeren Anschluß Bulgariens an das Zarenreich zu erreichen, doch wurde die Nachricht wieder demen- ttrt. Mehr Grund zu Besorgnissen liefern die Belgrader Dipcschen. Bekanntlich haben sich die ausländischen Bankiers Serbiens vereinigt, um von der Regierung für die Vertreter der Obligationen größere Selbstständtgke t und weitgehendere Controll-Ermächtigungen zu verlangen. Man wollte wissen, baß der seibtsche Finanz­letter die Vorschläge der Bankengruppe rundweg abgefehnt habe; neuerdings soll indessen der Ftnanzmintster seine Bereitwilligkeit ausgedrückt haben, die Conlroll- frage und sonstigen Wünsche der Delegirten im Einverständniß mit ihm und ent­sprechend der Würde des Landes zu regeln. Diese stolze Sprache steht schlecht im Einklänge mit der Thatsache, daß die Regierung einen Theil der für den Anleihe­dienst verpfändeten Gelder zu anderen Zwecken verwendet hat und wenn es auch verfrüht sein mag, von einer Ftnanzkrtsts zu sprechen, so ergibt sich daraus doch, daß die Gläubiger heute mehr als je auf dauernde Sicherstellung ihrer Rechte dringen müssen, lieber die weitere Entwicklung der italienischen Finanzen läßt sich immer noch kein abschließendes UUHeil fällen. Die Parlaments» tsche Commission scheint gegenwärtig eher geneigt zu sein, den Vorschlägen der Regierung zuzusttmmen, wenigstens nimmt sie gegen die Erhöhung der Rentenfteuer keinen so schroff ab­lehnenden Standpunkt mehr ein. Bei Berathung des Militär-Etats in der nächsten Woche muß indeß die Entscheidung fallen, denn wenn die Ausgaben für militärische Zwecke nicht erheblich vermindert werden, so ist unerfindlich, auf welchem anderen Wege die Deckung der Bedürfnisse ermöglicht werden soll.

Vom Wiener Markt ausgehei d, trat auch an unseren Börsen gegen Wochen­schluß leichte Befestigung ein. Dort beginnen jetzt die Saatenstandsberichte die Stimmung zu beherrschen und da am Donnerstag aus Ungarn Regen gemeldet wurde, schöpfte die Spiculation daraus neue Hoffnungen. Außerdem glaubt man dort nicht, daß die jüngste Reise des Directors der Credilanstalt nach Paris ledig­lich informatorischen Zwecken gedient habe, sondern bringt sie beharrlich mit der Absicht einer baldigen Emission österreichischer Goldrente an den französischen Märkten in Zusammenhang. Ein weiteres Stimmungsmotio bildet die Anwesenheit des Leiters der Deutschen Bank in Wien, welcher an den Conferenzen wegen der Begebung der jüngsten lürkischen Anleihe thetlnahm. Auch soll hierbei die Ein­führung der ortentalischen Eisenbahn-Actien an der Berliner Börse erwogen wor­den sein.

Was die Coursveränderungen auf den einzelnen Gebieten anbelangt, so sind dieselben nirgends besonders stark. Die Unlust kam mehr in vollständiger Unthätig- feit als in großen Abgaben zum Ausdruck, denn auch die Contremine wagte nicht,

Angesichts der Unsicherheit über die künftige Gestaltung des Verkehrs energisch 6<y0 ®ubcrute£)bIig«L einzugreifen.

Der Rentenmarkt war, soweit nicht durch die erwähnten politischen Vor-

' cänge Verkäufe verursacht wurden, äußerst ruhig, bekundet aber überall Neigung___

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47o Hessische Obligation.

105.85

106

4V,°/oPorwg.-A. 88 U.89

32 10

31.80

, Bevern ....

107 55

107.45

5% amort. Serb. Gold-

Baden.....

104 75

104.75

Rente ....

61.

»4.60

3°/o Sächsische Rente. .

87 60

87.50

5o/o SerbifcheEisenbahn-

3V,°/o BremerStaatsanl.

98.25

98.25

Hyp.-Obl. L. A. .

4o/oSchwed.Oblig.I880r

66.

68.50

, Hamb.Staatsrente

99.35

99.10

104.

103 90

4o/o Otnr. Goldrente

97 75

97 70

1% Türken conv. Ltt. D.

23.80

23.65

, GriechischeDlonopol-

5°/o älrgent. Gold - Anl.

48.80

Anleihe . . .

4Vq Rumänische Reute .

34 95

35.40

0. 1887 ...

48 90

84.55

74.50

3*/i% Egypt. prio. Anl.

102.25

102.30

50/0 Ruff. ConsolS S. m

.

.

«ifenbahn-Prioritäten.

40/e Pfälz. LudwigSbahn

5% Südbahn Lombarden

103 25

103.05

(Bexbach) . . .

104

104.50

40/0 do. do.

98 70

98.75

, Hessische Ludwigsb.

30/0 do. do.

62.30

62.15

68/69 garant. .

103.20

103.25

40/0 Prag-Duxer Gold .

101.05

101.20

, Elisabethb. steuerfrei

, Rudolf Gold (Salzk.)

101.90

101.70

Gold ....

102.20

102.15

, Franz-Josef Silber

79 80

80.50

5% Oestr. L-taatsbahn.

109.

108.85

3"/o staall. garant. Jtal.

40/0 do. do.

101.90

102.

Eismbahn . .

48 75

48.35

30/0 do. do.

30/0 Livorneser . . .

51.95

51.85

LVIII. Emifi.

87.30

87.20

40/o Ruff.Südw Eisend.

99.75

99.80

30/0 do. ErgänzungSned 5o/o Nordwestbahn Gold

84 65

108.

84.40

108.40

4o/g Wladikawkas garnt.

40/0 gar. Sardin.Sec.stir.

99 45

64.85

99.30

63.75

«iseudalm-Etetien.

Ludwigshafen-Bexbach. Hessische LudwigSbahn. Pfälzische Nordbahn

227.55

114 50

227 I 114 65

Oest. Nordw.-Bahn ßitJB. Gotthardt.....

Jtal. Mittelmeer . .

2193/8

158.80

218.05

159 30

115.40

115.20

79.

79.10

Lübeck-Büchner . . .

142 80

144.10

BanfrCfettau

Deutsche Reichsbank

156.40

155.50

Dresdener Bank. . .

143.30

144.65

Berlin. Handelsgesellsch.

134 80

138.35

Mitteldeutsche Credttb. .

98.

99.-

Deutsche Bank . . .

162.80

163 90

Wiener Bank-Verein

1033/4

105*'4

DeutscheGenoffenschftSb.

Württemb. Vereinsbank

128 30

128.10

a.Soergel,ParristuSLCo.

115.50

113 50

Deutsche VereinSbank .

106.

106.80

Jnbuffrie-Aetie«.

192 40

192.50

Btnding-Braueret . . Stern- do. (Oberrad)

171.

170.75

Deutsche Verlagsanstalt

154.20

153 25

Farbwerke,oorm.Meister,

365.30

330.-

Bad. Anilin- u. Soda-

LuciuS 4 Brüning.

fabrik ....

359.50

371.

RiebeckffcheMontamoerk-

160 30

158.-

Htbernt« Bergw.-Ges. .

120

122 85

Bochumer Gußstahi

136 80

14215

Pfand »riefe.

40/0 Franks. Hyp.-Pfdbr.

0. 91 ab . . .

103 50

103.50

40/oDeutscheGrundschlb- Bk.-Pfandbr. I u. II

101

101 -

3V^/oFrnks.Hyp.-Pfdbr.

97.

97.

3ViVo do......

97

16 40

103 20

1C3

3V.-% Rhein. Hyp.-Bank- Pfandbr. . . .

96 50

96.2«

3W/o do......

40/g Preuß. Centr.-Bod.-

Cred.-Pf«mdbr. bis

97 20

96.80

40/ Meininger Pfandbr.

4°/q do. do.

u 1 15

10131

103-

unkündbar bis 1900

103.

1885 .....

101.60

101.45

«meritanifche «isenbahn-vond»

8°/c>Chic.Mllw.f.St.Paul Prtt, rückzahlb. 1910 .

50/oChtc.Milw.f.St.Paul

114.20

113.80

40/0 Chicago Burlington Nebraska 1927 . .

41/gO/c California Pacif.

88 60

8820

Prt., rückzahlb. 1921 .

107.35

107.25

I. M., rückzahlb. 1912

lg5 60

1046«

60/oC-entt. Pacif. I.Mr tg.

60/gPacif.osMiffouri con-

95.50

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rückzahlb. 1896 . .

.

102.35

solidated I. M. r. 1920

Loose.

Oestr. 1860rfl.500-Loose

123.45

123 85

Braunschweig. 20 Thlr.-

103.50

103.50

1854r fl.250-

125.50

125 40

Loose ....

3v/v Oldenlurger Loose .

4°/o Meininger Prämien-

125.65

1261)

Pfandbr.....

127 35

127.30

3l/,o/oKSln-MindnLoose

132.10

132.-