Bon 35 Mllione» umgewandelt. Kann da noch von einer geordneten FinanzverwaUunL die Rede fein? Bet der p, kubischen Steuerreform hat der Staat keine Centime erhalten, sondern nur notbdürftig wieder bekommen, was er den Gemeinden gegeben hat. Es sei ein taktisches Kunststück deS Herrn Richter, daS Centrum in die Opposition zu reißen; er hoffe-, daß dieses Kunststück dieses Mal scheitern werde.
Abg. Frhr. Zorn von Bulach (cons. Els.) wünscht Ergänzungen der Vorlage im Interesse des Tabakbaues und deßhalb Äederweisung derselben an eine besondere Commisfion.
Die Debatte wird geschlossen und die Vorlage an die (Stempel-) Steuercommtssion zur Vorberathung überwiesen.
Mittwoch 1 Uhr: Anträge auf Abänderung der Gewerbeordnung.
Neueste Nachrichten
Wolffs telegraphisches Correspondenz- Bureau.
Berlin, 15. Januar. Beim Staatssecretär v. Bötticher fand heute Abend um 7 Uhr ein Parlamen torisches Diner statt, wozu die Spitzen der Reichsämter, die Bundes» rathsbevollmächtigien, die preußischen Minister, sowie zahlreiche Abgeordnete der verschiedenen Parteien eingeladen worden.
Rom, 15. Januar. Meldung der „Agencia Stefani": In Massa wurde auf zwei Eisenbahnzüge geschaffen, aber Niemand verwundet. Es kamen Lruppenoerstärkungen an und es herrscht wieder Ruhe. In Carrara werden Unruhen befürchtet. Die Eisenbahnlinie zwischen Maffa und Spezia wird von Truppen bewacht. In Livorno stellten infolge der Unruhen die Pferdebahnen den Dienst ein; alle Läden find geschloffen. Vor dem Hause der Monarchischen Bereinigung ist eine Bombe gefunden worden, deren Zündschnur von einem Wachter ausgelöscht wurde.
Palermo, 15. Januar. Es treffen noch Trupp en - verstärkun gen ein- die Abnahme der Waffen im Sinne des Waffenverbot-Erlaffes hat begonnen.
Petersburg, 15. Januar. Es ist ein Gesetz veröffentlicht worden, wodurch die Giltigkeitsdauer des Gesetzes, betreffend die Zollbesteuerung russischer Creditbillets, bis zum 1. Januar 1897 verlängert wird, mit der Zusatzverfügung, daß die Zollbehörden eventuell berechtigt sein sollen, von den die Grenze passirenden Reisenden eine mündliche Angabe des Betrages der von ihnen mitgeführten Creditbillets zu verlangen, wenn auch der Betrag 3000 Rubel nicht übersteigt, mithin steuerfrei ist.
Depeschen deS Bureau »Herold".
Berlin, 15.Januar. Die Budgetcommission des Reichstags setzte die Berathung des Etats des Reichsamts des Innern fort, bewilligte den Rest der fortdauernden Ausgaben und trat sodann in die Berathung der Position der einmaligen Ausgaben zur Errichtung des Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. ein. Die erste Rate beträgt 100000 Mk. Referent Limburg-Stirum beantragte, die Posiiion abzulehnen und begründete den Antrag fehr ausführlich. In der sich hierauf entspinnenden lebhaften Debatte richteten sich die Hauptbedenken gegen die Säulenhalle, welche mit dem Denkmal in Verbindung gebracht ist. Die Debatte wurde sodann abgebrochen. — Das Staatsministerium hat heute Vormittag unter Vorsitz des Grafen Eulenburg eine Sitzung abgehalten, an der Caprivi und der Kriegsminister theilnahmen. Dem Vernehmen nach hat es sich um die Schluß- berathung der Landtagsangelegenheiten gehandelt.
Köln, 15. Januar. Die „Köln. Ztg." sagt in einem Petersburger Telegramm, die für vorgestern angesetzte Ueber- fiedelung des Kaiserpaares nach Petersburg mußte wegen heftiger Erkrankung der Kaiserin verschoben werden. Auch der gestrige Neujahrsempsang im Winterpalais war abbestellt worden. Die Krankheit der Kaiserin soll in heftiger «rippe bestehen; auch der Großfürst Michael Alexandrowitsch ist angeblich ziemlich schwer erkrankt.
Fulda, 15. Januar. Bis zur Wiederbesetzung des bischöflichen Stuhles wurde Prälat Dr. Komp zum Bisthums- verweser gewählt.
Wien, 15. Januar. Die für die im Februar beginnenden Verhandlungen des Socialiften-Prozesses bestimmten Geschworenen haben den. Landesgerichtspräsidenten ersucht, ihre Namen nicht bekannt zu machen. Die Preffe ist bereits mit diesbezüglichen Weisungen versehen worden.
Prag, 15. Januar. Vor dem hiesigen Ausnahmegericht begann heute Vormittag der Proceß gegen 77 Mitglieder des Geheimbundes „Omladina". Die Anklage lautet auf Hochverrath und Majestätsbeleidigung, weshalb die Verhandlung unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- sindet. Seitens der Staatsanwaltschaft sind 100, Seitens der Vertheidigung 60 Zeugen geladen. Schon lange vor Beginn der Verhandlung sammelten sich vor dem Gerichtsgebäude zahlreiche junge Leute an, welche jedoch von der in großer Menge anwesenden Polizeimacht bald vertrieben wurden. Während der Ausnahme der Personalien der Angeklagten wird von denselben ein großer Scandal inscenirt. Der Eine ruft: „Ich habe Hunger!" ein Anderer „Türkenwirthschaft!" Schließlich schreien alle Angeklagten miteinander: „Uns wird unwohl! Wir können es im Saale nicht mehr aushalten!" Der Tumult nahm solche Dimensionen an, daß die Verhandlung auf den Nachmittag vertagt werden mußte.
Prag, 15. Januar. Im Omladina-Prozeß wurde die Verhandlung Nachmittags 3 Uhr fortgesetzt. Die Ver- theidiger protestirten entschieden gegen den Ausschluß der Oeffentlichkeit seitens des Staatsanwalts mit der Motivirung, daß der Prozeß politischer Natur sei und gerade deßhalb vor der Oeffentlichkeit verhandelt werden müsse. Sollte dem Ver- langen der Vertheidiger nicht entsprochen werden, so beanspruchen dieselben die Nominirung von 231 Vertrauensmännern. Die Verhandlung wurde vom Publikum wieder mit stürmischen Zurufen begleitet- der Präsident drohte zu wiederholten Malen, mit strengen Strafen einschreiten zu wollen. 0
Rom, 15. Januar. Auf allerhöchste Anordnung sind wegen der Vorgänge in Sizilien alle hier und in Turin für den Carneval geplanten Hoffestlichkeiten abgesagt worden.
Paris, 15. Januar. Die heute von Dupuy in der Kammer gehaltene Rede enthält einen Passus, worin er den
Abgeordneten riith, ihre Thätigkeit in den Wandelgängen ein- zuschränken, dieselbe aber auf der Rednertribüne der Kammer zu vergrößern.
Paris, 15. Januar. Achtzig socialistische Abgeordnete haben dem Präsidenten Carnot ein Begnadigungsgesuch für Vaillant überreicht. Der Präsident hat dasselbe indeß sofort dem Justizministerium zur weiteren Verfügung zuftellen laffen.
Paris, 15. Januar. Bail lants Einspruch gegen das Urtheil des Geschworenengerichts ist heute der Berufungsinstanz zugegangen. Da die erforderlichen Formalitäten einen Zeitraum von circa 3 Wochen beanspruchen, kann die Hinrichtung Vaillants nicht vor 4 Wochen stattfinden.
Paris, 15. Januar. In den anarchistischen Buchhandlungen wurde neben anderen Broschüren auch die ganze Aus- läge des unter dem Titel „Die menschliche Gesellschaft im Todeskampfe und die Anarchie" erschienenen Werkes mit Beschlag belegt.
totales und provinzielles.
Hießen, den 16. Januar 1894.
** Ordensverleihungen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 14. Januar dem Hof- und Verlagsbuchhändler Arnold Berg st räßer dahier das Ritterkreuz I. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen, dem Mitgliede des Vorstandes des Ortsgewerbevereins zu Büdingen Schreinermeister Jakob Wittekind daselbst das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthigen zu verleihen.
* Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung Donnerstag den 18. Januar 1894, Nachmittags 4 Uhr. 1. Anbringung eines Briefkastens am Asterweg. 2. Uebernahme des Wetterhäuschens in der Südanlage Seitens der Stadt. 3. Anschaffung gedeckter Kehrichtwagen. 4. Herstellung von Straßenpflaster in 1894/95. 5. Erhöhung städtischer Trottoirs. 6. Verbefferung des Eingangs zum Verwaltungsgebäude des Schlachthauses. 7. Herstellungen in dem Gebäude der Stadtmädchenschule. 8. Den Voranschlag des Realgymnasiums und der Realschule pro 1894/95. 9. Revision der Rechnung des Gas- und Wafferwerks für 1892/93. 10. Den Voranschlag des Gas- und Wafferwerks für 1894/95.
** Verhaftet wurden : Ein junger Mensch von außerhalb wegen Diebstahl und ein Arbeiter wegen Trunkenheit und Ruhestörung.
** Bon hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Metzgerbursche Heinrich Bentz aus Bellheim (Palz), zuletzt in Worms, von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Hehlerei- Taglöhner Conrad Heinrich Jung aus Villingen vom Amtsanwalt in Gießen wegen Zechbetrugs- Hausbursche Friedrich Kolb aus Ungstein, zuletzt in Worms, von der Poilzeiverwaltung der letztgenannten Stadt wegen Gelddieb, stahls unter erschwerenden Umständen - Colporteur Wilhelm Kreuter aus Zell bei Erbach i. O., zuletzt in Partenheim, von der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Sittlichkeitsverbrechens- Dienstknecht Philipp Marquardt aus Jugenheim vom Amtsgericht Zwingenberg wegen Diebstahls- Schuhmacher Carl Meyer aus Schönberg von der Staats- anwaltschaft'in Darmstadt wegen Urkundenfälschung - Schreiner- geselle Adam Schieferstein aus Ober-Befsingen von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Unterschlagung- Erdarbeiter Josef Saccani aus Italien, zuletzt in Groß- Breitenbach, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt wegen Gelddiebstahls- ein unbekannter israelitischer Stromer, der am 3. d. M. dem Commis Hermann Vogel in Bensheim Hose, Weste und Ueberzieher entwendete, von der Staatsanwaltschaft in Darmstadt- Taglöhner Jacob Vogel aus Bindsachsen von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Betrugs und wissentlichen Gebrauchs einer falschen Urkunde.
** Zn Amerika verstorbene Hessen. New-York: Martin Haupt, 51 Jahre alt, aus Flonheim- Barbara Eimer, geb. Schlegel, aus Großen-Linden- Michael Petry, 46 Jahre alt, aus Mainz. — Harper, Iowa: Christian Glanz, 73Jahre alt, aus Lorbach. — Milwaukee, Wis.: Anna Maria, Wittwe von Friedrich Becker, aus Dahlheim - Andreas Born- gässer, 78 Jahre alt, aus Schwabsburg- Werner Waldeck, 90 Jahre alt, aus Alsfeld. — Philadelphia, Pa.: Elisabeths Will, geb. Schmidt, 75 Jahre alt, aus Fauerbach v. d. H. — Pittsburgh, Pa.: Louis Zirkel, 62 Jahre alt, aus Darmstadt. — Brooklyn, N. Y.: Margaretha Weitzel, verw. Schröder, geb. Geck, 57 Jahre alt, aus Friedberg. - Detroit, Mich.: John, P. Fleitz, 58 Jahre alt, aus Bingen a. Rh. — Mt. Vernon, N. Y.: John Lang, 77 Jahre alt, aus Alzey. — St. Louis, Mo.: Ph. H. Brutcher, 51 Jahre alt, aus Rheindürkheim. — Waseca, Mtnn.: Wilh. Keil, 74 Jahre alt, auö Weissenborn. — Alleghany-Pittsburg, Pa.: Adam Andres, 54 Jahre alt, aus Mettenheim.
E. Echzell, 10. Januar. Die Bewegung, welche sich in unserer Gegend zur Gründung einer Zuckerfabrik geltend gemacht, setzte sich auch bis zu uns fort. Vergangene Woche fand eine Versammlung von Landwirthen statt, woran sich etwa hundert Personen betheiligten. Unter den Anwesenden bildeten sich zwei verschiedene Ansichten heraus. Die eine betont: Wenn eine Rübenzuckerfabrik für die mittlere und nordöstliche Wetterau gegründet werden soll, dann gehört sie in erster Linie nach Echzell. Dies war die Ansicht verschiedener Herren schon seit zehn Jahren, als die Stockheimer Fabrik gegründet wurde. Echzell ist, abgesehen von den Landstädtchen Büdingen, Nidda, Hungen und Lich der bedeutendste Ort in der mittleren und östlichen Wetterau. Da der Ort dicht an der Horloff liegt, besitzt er unerschöpfliche Mengen Wassers, was bei einer Rübenzuckerfabrik von unbezahlbarem Werthe ist. Ein Kranz von fruchtbaren Gemarkungen umgiebt diejenige von Echzell in nächster Nähe, als da sind: Gettenau, Heuchel-
heim, Weckesheim, Reichelsheim, Bingenheim, Bisses und bir Schwalheimer Höfe. Für Berstadt ist das alles weit weniger günstig- vor Allem fehlt es an Wasser. Man will dorten den ehemaligen herrschaftlichen Fischteich wieder als Sammel- baffin für den von Obbornhofen kommenden Bach benutzen, allein das wird bei Weitem nicht ausreichen. Man hat in der Umgegend wohl auch fruchtbare Gemarkungen, aber bei Weitem nicht in dieser Weise, wie sie sich im Horloffthale finden. Man ist daher der Ansicht, daß Echzell und Umgegend allein im Stande ist, eine Zuckerfabrik zu errichten, (auch ohne Berstadt) nicht aber umgekehrt: Berstadt ohne Echzell und Umgegend. Die andere Ansicht, welche sich geltend machte, ist die: Man sollte mit Berstadt Hand in Hand gehen, besser sei stets ein halbes Ei, als eine leere Schale. Die Berftädter haben den Gedanken angeregt und werden sich die Angelegenheit jetzt nicht mehr so leicht aus der Hand winden lassen. Die Echzeller hätten früher Schritte thun müssen - vor zehn Jahren kamen sie zu spät, jetzt kann es ihnen wieder ähnlich ergehen.
A Mainz, 15. Januar. Zwischen gestern und heute ereignete sich eine ganze Reihe tragischer Fälle: Zwei Selbstmordversuche, davon einer mit tödtlichem Ausgang, ein Mordversuch und ein Eisenbahnunfall, welcher ein Menschenleben erforderte. Die Selbstmörder waren ein ehemals begüterter, inzwischen verarmter Metzgermeister aus Oberstein und ein Holzhacker von hier. Letzterer hat sich den Hals abgeschnitten und war sofort eine Leiche, während der erstere nur eine gefährliche Verletzung davon trug. Der Mordversuch wurde von einem jugendlichen Thunichtgut, einem Schriftsetzer, auf feine Geliebte mittelst mehreren Revolverschüffen ausgesührr. Das Mädchen ist noch am Leben, doch lebensgefährlich verletzt. Bei dem Eisenbahnunglück wurde ein Heizer bei dem Überschreiten eines Geleises von einem Zug erfaßt und derart beschädigt, daß er schon auf dem Weg nach dem Spltal verschied. — Die infolge des eingetretenen Thauwetters nicht mefyr sichere Eisdecke des Rheines wurde ungeachtet polizeilichen Verbots gestern und auch noch heute hier ziemlich begangen. Zwar kam es zu verschiedenen verhängnißvollen Einbrüchen, doch gingen bei denselben keine Menschenleben verloren. Zu dem Leben und Treiben, wie es in früheren Jahren auf der Eisdecke herrschte, scheint es dieses Mal hier nicht kommen zu wollen. — Der Güterverkehr auf den rheinischen Linie« hat sich in Folge der Unterbrechung der Schifffahrt in der verflossenen Woche derart gesteigert, daß täglich eine Reihe Sonderzüge befördert werden rnüffen.
Vermischtes.
* Leipzig, 15. Januar. Das Reichsgericht verwarf die Revision des katholischen Pfarrers Stöck und der Wittwe Ludwig, die von der Strafkammer Coblenz am 4. October wegen Entführung eines evangelischen Mädchens zum Zweck katholischer Erziehung zu drei Monaten und einem Monat Gesängniß verurtheilt worden waren. Das erste freisprechende Urtheil des Landgerichts Trier in der Sache war vom Reichsgericht im April aufgehoben worden.
* Berlin, 15. Januar. Der Militäreffectenhändler de la Croix aus Schöneberg erschoß heute im Duell den 38 Jahre alten Dr. Noever aus Neu-Strelitz, einen der Theilnehmer an der letzten Nyassa-Expedition Wißmanus. Die Ursache des Duells soll eine Dame sein.
* Aachen, 15. Januar. In einem Hause der Promenadenstraße erschoß gestern Abend eine Metzgergeselle seine Braut und dann sich selbst.
* Saarbrücken, 13. Januar. An einem Schießstande des 70. Infanterie-Regiments wurde gestern Nachmittag ein als Zeiger fungirender, im dritten Jahre dienender Soldat erschossen. Seinen Tod hat er nach dem Ergebniß der militärgerichtlichen Untersuchung selbst verschuldet, er trat, als die betreffende Scheibe bereits schußfertig stand, hinter der Deckung hervor, um noch etwas nachzusehen, und wurde alsbald von der Kugel eines Schießenden in den Kopf getroffen.
* Herne, 14. Januar. Auf der Zeche Mont Cenis kamen gestern drei Bergleute zu Tode. Dieselben waren in einem Bremsberge mit dem Auflegen eines neuen Drahtseiles beschäftigt. Bei dem Aufwinden des Gegengewichts riß ein Verbindungsglied der Kette des Flaschenzuges, infolge das Fördergestell mit fammt den drei Leuten in die Tiefe gerissen wurde. Da der Bremsschacht etwa 150 Meter Höhe hat und das Einfallen ein sehr starkes ist, wurden die Leute in zerschmettertem Zustande aufgefunden.
* Wieder ein neuer Sprengstoff. Im städtischen Syenit- steinbruche zu Döltzschen bei Dresden ist kürzlich ein von Herrn Alfred Demeuse ,in Arnsdorf i. S. erfundener und von ihm Lithrotit genannter Sprengstoff durch Sachverständige geprüft worden. Diese Prüfung, bet welcher 18 Spreng- schüsse mittelst Lithrotit abgefeuert wurden, soll sehr befriedigende Resultate ergeben haben.
Schisfsnachrichten.
(Mitgetheilt durch den Agenten des Norddeutschen Lloydes, Herrn Carl Loos in Gießen.)
Bremen, 15. Januar. (PertransatlantischenTelegraph.j Der Postdampser Dresden, Capitän A. v. Cöllen, vom Norddeutschen Loyd in Bremen, welcher am 30. December von Bremen abgegangen war, ist gestern, 9 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork angekommen.
Der Postdampser „Swiher" der „Red Star Line" in Antwerpen ist laut Telegramm am 13. Januar wohlbehalten in Philadelphia angekommen.____________________
Literatur und Nunft.
— Jeder Freund guter, lehrreicher Lectüre begrüßt es mit Freuden, wenn man ihm eine gediegene Zeitschrift, die eigentlich auf keinem Familtentische fehlen sollte, empfiehlt. Wir meinen das rühmlichst bekannte praktische Blatt „AürS fcaufc*. das sich schon viele Freunde erworben hat. Neben einer großen Zahl praktischer Rathschlage sür unsere Hausfrauen finden wir darin kürzere


