Ausgabe 
16.11.1894 Erstes Blatt
 
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400. Wiederkehr des Geburtstages dieses bedeutendsten aller welt- ltchm Dichter des 16. Jahrbundert feierte. Eine Fülle köst­lichen HumorS bietet die Nr. 1076: Marc-Antoine le Grand,Der König von Schlaraffenland", eine Zauberposse, die, von Volkmar Müller in glatten Versen ausaezelchnet Übertritt, eine Welt der harmlosen Drollerie austhut. Ties innerlich deutsches Volksleben offenbart durch Ludwig BechsteinsDeutsches Märchenbüch­er. 1069/71). Ist ferner SchillersGeschichte deS Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regirrung" (Nr. 1064 bis 1068) dem mehr wissenschaftlichen Studium der Geschichte ge­widmet, so entrollen uns in Nr. 1060/1063:Waterloo", die Schrift­steller Erckmann und Ehatrian in Form einer fesselnden Erzählung «'n ergreifendes Bild der gewaltigen Schlacht von Waterloo. Eine Leciüre für Haus und Familie ist Julius Hammers innige Gedicht­sammlung:Schau um dich und schau in dich" (Nr. 1072). Die Gesetzessammlung derVolksbücher" wird fortgesetzt durch die Ge­werbeordnung für daö deutsche Reich (Nr. 1057/1059). Zu der weiten Verbreitung vonMeyer« Volksbüchern" haben die Vorzüge ungemeiner Billigkeit und guter Ausstattung (jede Nummer in hand­lichem Taschenformat kostet geheftet und beschnitten, bet sauberem, lesbarem Druck und gutem Papier nur 10 Pf.) nicht zum wenigsten beigetragen. ______________

Don den Tobten erstanden ist ein beinahe sagenhaft g'wordener Sport, besten man sich nur noch aus alten Liedern und R'tierromanen erinnerte dieFalkenbeize". Unfere weittragenden Jagdgewehre hatten die Jagd mit dem Falken verdrängt, denn es ist leichter, sich an ein Wild heranzupürschen, als dem beinahe in den Wolken schwebenden Falken auf dahinftürmendem Roste zu folgen, u n am Platze zu sein, wenn er aus feiner luftigen Höhe wie ein Blitz auf fein Opfer herniederfährt. So ein Ritt durch Dickicht und Dorn ist nicht Jedermanns Sache. Wie sich aber die Lust an ritter­lichen Leibesübungen in neuerer Zeit wiederbelebt hat, so ist uns auch jener Sport wieder in Erinnerung gekommen und man beginnt hier und da, denebekn Vogel" abzurichten, ummit dem Falken auf der Faust" hinauszureiten aufdie Baiz". Diese Jagdart und daS Abrichten des Falken, wie es in der neuesten Nummer der in Cöthen (Anhalt) erscheinenden JagdzeitschriftSt. Hutwtaf* beschrieben ist, scheint eine ebenso schwierige als interessante Sache zu sein, und es werden stch wohl, wie in alten Zetten auch, nurHobe Herren" damit befaffen, denn es gehört dazu vor Allem dreierlei, Geld, Geld und wieder Geld, und zwar in solchem Maße, wie es nicht jedem Jäger zur Verfügung steht.

Al« ei« GrzLhlertalent ersten Ranges tritt Bernhardine Schulze-Smidl vor unS hin in dem RomanSo wachsen deiner Seele Flügel", besten einleitende Capitel in dem ersten Hefte deS neuen Jahrgangs derDeutschen Roman Bibliothek" (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) vorliegen. An Oisip Schubin erinnernd, weiß die Verfasserin un6 in glänzender Ausführung Bilder aus dem Gesellschaftsleben unserer Zeit zu entwerfen. Als besonders gelungen muß das Localcolorit des auf der istrischen Insel sich abspielenden RomanS bezeichnet werden; die eigenartige Physiognomie des Landes, die in der Bevölkerung zu Tage tretenden nationalen Gegensätze, der österreichisch internationale Charakter des auf der Insel ver­kehrenden Fremden-Publikums das alles tritt in plastisch ab­gerundeter Gestalt und Heller Farbenpracht vor unS hin. Ein wirksames Gegenbild zu dieser originellen Schöpfung bietet daS neueste Werk Hermann H ibergs:Zwischen engen Gasten" bar, besten erste Kapitel gleichfalls in bem vorliegenben Hefte enthalten stnb. Der berühmte Erzähler führt uns biesmal in bie kleinbürger­lichen Kreise eines Se-städtchens seiner norddeutschen Heimath und läßt in buntem Wechsel bald ernste, bald heitere Scenen an unS vorüberziehen, die äußerst unterhaltend und anregend auf uns ein- wirken, zumal sie durch eine spannende Handlung mit einander verbunden sind und uns eine Fülle von charakteristischen Gestatten zeigen. So verspricht der neue Jahrgang derDeutschen Roman- Bibliothek" stch nicht minder frisch und anziehend zu gestatten wie der abgeschlostene, der das altbewährte Unternehmen mit entschiedenem Glücke in neue Bahnen übergeleitet hat. Wie bisher, so erscheint von derDeutschen Roman-Bibliothek" auch künftig alle 14 Tage ein 6 Bogen starkes Heft zum Preis von 35 Pfennig. Das erste Heft des neuen Jahrgangs ist durch jede Sortiments- und Colportage- Buchhandlung zur Ansicht zu erhalten.

Deutscher Soldateuhort", illustrirte Zeitschrift für das deutsche Heer und die Marine. Herausgeber: General-Lieutenant z. D. H. v. Below. Preis pro Quartal 1.80 Mk. Verlag von Karl Siegtsmund. Berlin^., Mauerstraße 68. VI. Jahrgang Heft 4 erschien soeben.

Arankfurter Stadltheater.

In der Reihenfolge der Gastvorstellungen der Frau Eleonore Düse ist eine Aenderung cingetrefen, welcher zufolge die zweite Gast­vorstellung der Künstlerin nicht Freitag den 16., sondern Sonntag den 18. und die dritte Montag den 19. November stattfindet. DaS Repertoir der Künstlerin stellt sich nunmehr folgendermaßen:

Donnerstag den 15.:Eamelicndame", Sonntag den 18.:Ca«r paterna (.Heimath") und Montag den 19.: Abschiedsvorstellung. Cavalleria rueticana undLa condiera*- (Gastwirthin).

Pcrfcbr, fand« rrrrd Dolf »wirtschaft,

Lirndnrg, 11. November. Fruchlmarki. Rother Wrizen X 11.60, weißer Weizen X 11.50, Korn X 8.70, Gerste X 7.00, Hafer 5 30.

kirchliche Anzeigen der evang. Gemeinde.

Donnerstag den 15. November, Abends 8 Uhr, im Turnsaal der neuen Stadtknabenschule vibelfluude. (JesuS als Seelsorger.) Pfarrer Schlosser.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag, den 17. November.

Vorabend 480 Ubr, Morgens 9ro Uhr, Nachmittags 3 Uhr, SabbathauSgang 680 Uhr.

Gottesdienst der iSraelittschen Religionsgesellschast.

Freitag Abend 4*® Ubr. SamStag Vormittag 8®® Uhr, Nachmittag 3 Uhr, Sabbathausgang 5W Uhr.

Bereit» für jüdische Geschichte und Literatur r

Wetzsteingasse 8, Nachmittags 3 Uhr. 7737

Mit gewohnter Pünktlichkeit stellt stch auch dieses Jahr wieder einer der mannichsachen Vorboten deS berannahrnben Weihnachts­festes ein. Wir meinen den Weihnacht« Eatalog des Versandt» Hauses Mey A Gdlich, Leipzig-Plagwttz.

In seiner kurzgefaßten, habet aber überaus klaren Form ist dieses, mit einer großen Anzahl sauberer Illustrationen auSgestattete Büchlein dazu angethan, manch Einern vqn der Sorge über die Wahl der für daS Fest anzuschasfenden Geschenke zu befreien, ist in demselben doch eine so große Menge nützlicher Gebrauchs- und reiner LuxuSgegenstände enthalten, daß stch daS Sprichwort;Wer Vieles bringt, wird Jedem Etwas bringen* hier voll und ganz be­wahrheitet. Wir können daher Jedermann empfehlen, sich diesen Eatalog, der von der Firma Mey & Edlich, Leipzig-Plagwitz, unberechnet und portofrei versandt wird, kommen zu lassen. 450

Bekanntmachung.

Gemäß Art. 13 der Städteordnung wird die nachstehende Bestimmung bezüglich der Stimmfähigkeit bei der Wahl der Stadtverordneten hiermit bekannt gemacht:

Stimmfähig sind:

a) alle in der Gemeinde wohnenden Ortsbürger,

b) alle männlichen Einwohner, welche die deutsche Neichsangehörigkeit besitzen unter Ausschluß der bayerischen Staatsangehörigen und derjenigen von Elsaß Lothringen, weil dorten das Reichsge­setz vom 6. Juni 1870 nicht eingeführt ist und seit 2 Jahren ihren Unterstützungswohnsitz in der Gemeinde erworben haben, jedoch unter der Voraussetzung, daß sie zur Zeit der Wahl 25 Jahre alt und vom 1. April des dem Rechnungsjahre, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergehenden Jahres an in der Gemeinde communalsteuerpflichtig sind.

Die Stimmberechtigung jedes der unter b) bezeichneten Stimmfähigen ist davon abhängig, daß derselbe spätestens vor dem Schluß des Jahres, welches dem Jahre, in welchem die Wahl stattfindet, vorhergegangen ist, bei dem Bürgermeister in dessen Amtslocal die mündliche Erklärung ab­gegeben hat, daß er sein Stimmrecht in Anspruch nehme, wobei er auch gleichzeitig Jahr und Tag seiner Geburt, dm Tag, seit welchem er in der Gemeinde wohnt und den Zeitpunkt, seit welchem er communalsteuerpflichtig ist, anzugeben und auf Erfordern nachzuweisen hat.

Stimmfähige der oben bezeichneten Art, welche die Abgabe dieser Erklärung bis zum 31. Dezember d. I. unterlaßen, können bei einer im Laufe des Jahres 1895 nothwendig werdenden Wahl zur Stadtoerord- neten-Versammlung oder bei einer solchen Wahl, für welche die Stimm­berechtigung durch die Stimmberechtigung zur Stadtverordneten- Wahl bedingt ist, kein Stimmrecht in Anspruch nehmen.

Die Abgabe der Erklärung hat auf unserem Amtszimmer Rro. 15 im zweiten Stock des Bürgermeistereigebäudes zu erfolgen.

Gießen, den 15. November 1894.

Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth.[9390

Bekanntmachung.

Der Voranschlag der Gemeinde Londorf für das Jahr 1895/96 liegt acht Tage lang, nämlich vom 19. bis 27. No­vember 1894, auf hiesigem Bürgermeifterei-Büreau zur Einsicht sämmt- licher Betheiligten offen.

Londorf, den 14. November 1894.

Grobherzogliche Bürgermeisterei Londorf.

Au mann. 9395

Bekanntmachung.

Der Voraufchlag der Gemeinde Rüddingshaufen für 1895/96 liegt acht Tage lang, nämlich vom 19. bis 27. November 1894, auf hiesigem Bürgermeisterei - Büreau zur Einsicht sämmtlicher Be- Iheiligten offen.

Mddingshaufen, am 14. November 1894.

Großherzogliche Bürgermeisterei Rüddingshaufen.

Scheer er. 9394

Bekanntmachung.

Der Voraufchlag der Gemeinde Climbach vom Jahr 1895/96 liegt acht Tage lang, nämlich vom 19. bis 27. November 1894, auf hiesigem Bürgermeisterei - Büreau zur Einsicht sämmtlicher Be- theiligten offen.

Climbach, am 14. November 1894.

Großherzogliche Bürgermeisterei Climbach.

Stein. 9393

Lügentisch.

Die verehr!. Mitglieder werden für heute Abend (Donnerstag) zum Abschied uns. lieben Ehrengastes Herrn Ariedr. Reeh zum gemüthlichen Abschied mit Concert, unter Leitung unseres Kapellmeisters, freundl. ein« geladen. [9398] Das Comitä.

I. A.: Bogt.

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