Ausgabe 
16.2.1894 Erstes Blatt
 
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gegenwärtig, vor der Einräumung der Meistbegünstigung an Rußland nur mit dem Zollschutz des deutschen Vertragstarifs zu rechnen, die Sätze des letzteren wären schon jetzt auch für die thaisächlichen Zolleinnahmen des Reiches in der Hauptsache maßgebend. Während also die Gewährung der Meistbegünstigung an Rußland ohne Schädigung der deutschen Landwirthschaft erfolgen könne, sprächen die Interessen der deutschen Industrie, des Handels und der Schifffahrt zwingend für eine Verstän­digung mit Rußland.

Bayreuth, 14. Februar. Ein aus Kairo in Villa Wahnsried angekommenes Telegramm bezeichnet als Ursache des Todes Hans von Bülows Herzschlag. Bülows Tochter Isolde ist heute nach Kairo abgereist. Die Leiche wird nicht nach Deutschland gebracht.

Prag, 14. Februar. O mladinistenprozeß. Der Staatsanwalt beantragt, 14 Angeklagte wegen Hochverrats, 40 wegen Ruhestörungs-Verbrechen und die übrigen wegen Geheimbündelet zu verurtheilen.

Depeschen des BureauHerold".

Berlin, 14. Februar. In der B ud get commissi on des Reichstags theilte der Kriegsminister mit, daß man die Verproviantirung der Truppen bei den Manövern durch die Magazinverwaltung wieder aufheben wolle.

Berlin, 14. Februar. Der Bundesrath wird in seiner morgigen Sitzung voraussichtlich über den deutsch- -russtschen Handelsvertrag beschließen. Die ein­stimmige Annahme gilt als gesichert. Nach demBerl. Tagebl." ist die Meldung, daß das Staatsmtnisterium der Aushebung der Staffeltarife bereits zugestimmt hat, unrichtig, da die diesbezüglichen Verhandlungen noch nicht ab­geschloffen sind. Die bayerischen Delegirten sind behufs Ein­holung neuer Instructionen nach München zurückgekehrt und werden morgen wieder hier eintreffen. Nach derNational- zeitung" hat das Staatsministerium nunmehr beschlossen, in Berücksichtigung der aus den westlichen Provinzen und Süd­deutschland geltend gemachten Beschwerden, auf die Staffcl- tarife zu verzichten. Auf der Tagesordnung der morgigen Bundesrathssitzung steht außer dem Handels­vertrag ein Gesetzentwurf über Sparkassen für Elsaß Lothringen, die Beschlüffe des Reichstages zum Gesetz über den Unter­stützungswohnsitz und eine Reihe Petitionen.

Berlin, 14. Februar. Im preußischen Abgeord­netenhause wurde heute die Etatsberathung fortgesetzt. Beim Etat des Ministeriums des Auswärtigen wurde die Gehaltszulage für den Gesandten in Stuttgart gestrichen. Der Etat der Münzverwaltung wurde von den Agrariern zu einer längeren Debatte über den Bimetallismus ausgenutzt. Der Etat der Stgatsarchive fand eine debattenlose Erledigung. Morgen Justizetat.

Berlin, 14. Februar. Beim gestrigen parlamentarischen Diner, welches der Ministerpräsident Graf Eulenburg gegeben hat, blieb der Kaiser von 7 Uhr Abends bis 123/4 Uhr Nachts. Nach Aufhebung der Tafel wurden Gruppen ge­bildet und der Kaiser zog sich mit einem Theil der Gesellschaft in eine besondere Gruppe zurück. Hier wurden verschiedene Thematas angeschlagen, auch Politik berührt. Der Kaiser trug seine Ansicht über die Idee vor, ein allgemeines Canal­netz über ganz Deutschland auszudehnen, stützte dieselbe mit statistischen Angaben und leitete für die Zukunft aus der Ver­wirklichung dieser Idee die Berechtigung her, die Staffeltarife entbehrlich zu machen. In diesem Zusammenhang wurden Gründe und Gegengründe bezüglich der Aushebung der Staffel­tarife vorgetragen.

BreSIau, 14. Februar. Die Tiesbausohle aus der Ober- .schlesischenCleophasgrube" ist infolge des Platzens eines Rohres bei der Wasserhaltungsmaschine ersoffen. Das Wasser steigt rapide.

Wien, 14. Februar. Die Polizei hat Vorkehrungen getroffen, um die nach den Arbeitslosen-Versammlungen üb­lichen Straßenaufzüge zu verhindern, da hierbei meistens Personen betheiligt sind, die dem Arbeiterstande über­haupt nicht angehören.

Paris, 14. Februar. Der gestrige Ministerrath be­schäftigte sich mit dem Breton'schen Attentat. Wie es heißt, sollen dabei auch die Kundgebungen auf dem Grabe Vaillants erörtert worden sein. Man beabsichtigt, solche Kundgebungen für die Zukunft zu verbieten. Die bei dem Attentat Ver­letzten sind auf dem Wege der Besserung, sodaß alle gerettet werden dürften. Der Polizist Poisson befindet sich ebenfalls außer Lebensgefahr. Auch die andern bei der Verhaftung Bretons beteiligten Polizisten dürften decorirt werden. Das Cafü im Hotel Terminus ist wieder eröffnet worden. Beim Verhör vor dem Untersuchungsrichter leugnete der Attentäter Bretyn zu heißen und gab mehrere wahrscheinlich falsche Namen an.

Paris, 14. Februar. Man hofft, alle beim Bornben- Attentat imTerminus-Hotel verletzten Personen zu retten. Polizeiagent Prisson, der bekanntlich durch seine Geistes­gegenwart Lebretons Verhaftung erwirkte, befindet sich außer Lebensgefahr. Nachdem im gestrigen Ministerrath Prisson für sein energisches Vorgehen das Kreuz der Ehrenlegion zu­erkannt war, heftete Polizeipräfcct Lepine dem Verwundeten selbst das Kreuz auf die Brust und überbrachte der Frau Lesselben 500 Frcs. Pflegegeld.

Paris, 14. Februar. Die Identität des Attentäters vom Cafe Terminus ist trotz der eifrigsten Nachforschungen der Polizei noch nicht festgestellt. In dem Hemd und dem Unterbeinkleid des angeblichen Breton befinden sich die Ini­tialen VaillantsA. V." eingezeichnet. Erkundigungen in Marseille haben ergeben, daß im Jahre 1892 ein Anarchist Breton daselbst gewohnt habe, welcher Kellner gewesen sei und seine Stellungen stets wegen seines brutalen Wesens verlassen mußte.

Paris, 14. Februar. Der Untersuchungsrichter verhörte gestern Abend Breton nochmals. Der Attentäter erklärte, er werde Mitschuldige nicht nennen und bange nicht um sein Leben. Auf die Bemerkung des Richters, daß er feit lange

nicht mehr gearbeitet habe, that Breton die characteristische Antwort i Alter Faulenzer, wo sind denn Deine Schwielen, wann hast Du zum letzten Male gearbeitet? Breton soll mit Baillant bestimmt in Beziehung gestanden haben.

Paris, 14. Februar. Die wahren Personalien des Attentäters Breton sind ermittelt: Es ist der bekannte und gefürchtete Anarchist Emile Henry, von französischer Herkunft, aber in Barcelona 1872 geboren. Profession: Bildhauer.

Bruffel, 14. Februar. Ein anarchistisches Meeting wurde gestern von der Polizei aufgelöst und aufrührerische Plakate und Schriften beschlagnahmt.

Petersburg, 14. Februar. Der russische Kaiser wird, wie in Hoskreisen verlautet, einen Aufenthalt zu seiner Erholung in Abbazia nehmen. Ob die Czarin ihren Gemahl begleiten wird, steht noch nicht fest. In Abbazia wurden be­reits mehrere Villen für den Kaiser gemiethet.

Madrid, 14. Februar. Anläßlich des jüngsten Attentats in Paris sind besonders an den Grenzen von der Polizei umfassende Vorsichtsmaßregeln gegen die Anar­chisten getroffen worden, deren Masseneinwanderung be­fürchtet wird.

Newyork, 14. Februar. Ein furchtbarer Schnee­sturm wüthet ununterbrochen. In Chicago liegt der Schnee meterhoch, so daß der Verkehr nahezu stockt.

totales ttttS- provinzielle».

Sieben, 15. Februar 1894.

* * CoucerthausLahusteiu". Auf das Donnerstag und Freitag Abend stattfindende Tyroler-Concert der Gesellschaft P l o n e r und Hoff sei hiermit aufmerksam gemacht. (S. Ins.)

* * Bahnsteigsperre. Der Bezirkseisenbahnrath Frank­furt a. M. hat in der Erwägung, daß sich auf vielen Stationen durch die Absperrung der Bahnsteige bis jetzt schwerwiegende Mißstände ergeben haben, bei dem Eisestbahn- minister befürwortet, die baldige Aufhebung dieser Mißstände herbeizuführen und die Bitte ausgesprochen, falls jene Be­seitigung in kurzer Zeit nicht durchführbar ist, die Aufhebung der ganzen Maßregel zu verfügen.

* * Turucursus. Gegenwärtig findet in Darmstadt ein Turncurfus für academisch gebildete Lehrer höherer Lehranstalten unter Leitung des Herrn Turninspector Marx statt, woran sich zehn Lehrer verschiedener höheren Schulen des Landes betheiligen.

* * Der diesjährige Frühjahrs - Turutag des Mittelrheiu- kreifes findet Sonntag, den 8. April, in der Turnhalle des Männerturnvereins in Wiesbaden statt.

* Das hölzerne Pferd von Troja konnte seinerzeit nicht mehr Aufsehen erregen, als heute das sich von selbst fortbewegende Gefährt von Kathreiners Malzkaffee- Fabriken, München. Fährt da in elegantem Vehikel ein Mann bei uns vor und meldet sich in unserer Expedition, während sein Reisebegleiter, ein bärbeißiger Tiras, draußen würdevoll Platz behält. Wir erfuhren, daß die erwähnte rührige Münchener Firma jetzt alle Plätze Deutschlands, namentlich die abseits von der Bahn liegenden Landorte, per Motorwagen besucht, um die Kunde, daß Kathreiners Kneipp-Malzkaffee das beste aller Kaffee- Zu satzmittel sei, in die entferntesten Gegenden zu tragen. Wir wünschen dem unternehmenden Manne von Herzen Gute Reise", dem weltberühmten Münchener Hause aber recht gute Erfolge.

* * Das Comite der Ausstellung für das Wirthsgewerbe, die vom 31. März bis zum 15. April 1894 imHohenzoller" in Hamburg ftatifinbet, hat dem Herrn H. Adloff für seine Verdienste um das gejammte Gewerbe das Ehrenpräsidium der Ausstellung übertragen. Die Anmeldungen laufen schon jetzt so zahlreich ein, daß einige der Nahrungsmittelgruppen in Wegfall kommen müssen, um hauptsächlich für die technischen Hilfsmittel des Wirthes Platz zu gewinnen. Verschiedene erste deutsche Firmen haben äußerst interessante Objecte angemeldet, .bie eine große Zugkraft ausüben werben.

* * Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Porteseuiller Adam Peter Keller aus Hausen bei Offenbach vom Amtsanwalt in Offenbach wegen Betrugs; Porteseuiller Ernst Krapp aus Offenbach vom Amtsgericht Offenbach wegen Strafvollzugs - Paul Kurt aus Bieder bei Offenbach von der Staatsanwaltschaft Darmstadt wegen Diebstahls; Schuhmachergeselle Georg Kümmert aus Würzburg vom Amtsgericht Offenbach wegen Diebstahls; die Arbeiterin Elise Müller von Ranstadt, die mit dem Taglöhner Philipp Orth oder Ott von Lützel-Wiebelsbach umherziehen soll, von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls- Schneider Paul Ramberger aus Mainz vom Amtsanwalt in Mainz wegen Körperverletzung - Kolporteur Johs. Thom aus Gonterskirchen vom Schöffengericht Hungen wegen Betrugs- Schauspieler Erich Volls aus Breslau von der Staatsanwaltschaft in Gießen wegen Diebstahls und Betrugs.

* * Zn Amerika verstorbene Hessen. New-York, N. Y. Zacharias Aaron, Rabbiner, aus Worms. Dr. John Simon, 66 Jahre alt, aus Alzey. Cincinnati, Ohio. Georg C. Spiegel, 74 Jahre alt, aus Michelstadt. Long-Jsland City, N.Y. Joseph Buschmann, 66 Jahre alt, aus Mainz. Middle Village, L. I. Georg H. Held, 25 Jahre alt, Sohn von John Held, aus Gedern. Union Hill, N. I. Nikolaus Rettig, 50 Jahre alt, aus Heppenheim a. d. B.

* * Eine Zusammenkunft deutscher und italienischer Turner ist für das diesjährige Pfingstfest geplant. Es soll eine allgemeine deutsche Turnfahrt nach Italien, und speziell nach Mailand und Venedig veranstaltet werden, die zunächst auf den St. Gotthard ihr Ziel nimmt und bann, gemeinsam mit den Italienern, bis zu den genannten beiden Städten aus­gedehnt wird. Der Rückweg geht über München. Die An­regung ist von dem Turnverm in Mainz ausgegangen und

hat bereits in deutschen Turnerkreisen große Sympathie ge» funden. Für die Turnsahrt sind die Tage vom 10. bis" 20. Mai festgesetzt.

Aus dem Ohmgruud, 14. Februar. Die Holz- Versteigerungen in den Domanialwaldungen sind eben in vollem Gange, diejenigen in den Gemeinbewaldungen folgen meist nach. Das Brennholz ist im Vergleich zu den Preisen desselben im verflossenen Jahre noch etwas billiger. Schon damals blieb der Preis hinter demjenigen anderer Jahrgänge bemerkenswerth zurück. Hierdurch veranlaßt, steigerte man vielfach einen größeren Vorrath zusammen, als der jährliche Bedarf erheischte. Durch den sehrLelinden Winter ist letzterer ein sehr geringer gewesen, so daß die Nachfrage nach Brenn­holz eine durchaus normale ist. Der Haufen Buchen-Scheit- hvlz, das sind 4 Raummeter, kostet eben im Durchschnitt 2022 Mk., gegen 2830 Mk. bei hohen Preisen- der Haufen Buchen-Prügel 1620 Mk. - der kleine Hausen Tannen-Runbscheit, 2 Raummeter, kostet 57 Mk., der Haufen, 2 Raummeter, Stöcke 4 6 Mk., der Haufen Buchen-Reisig, 6 Raummeter fassend, 45 Mk. Das Bau-, Werk- und Schnittholz zeigt dagegen eine Vertheuerung, die evident in jedem Jahre sich steigert. Die vielen Holz- schneibereien, welche große Vorräthe aufkaufen, bedingen die Preissteigerung des Nutzholzes. Der Festmeter Eichenholz gilt im Durchschnitt 3035 Mk., derjenige des Tannen- und Fichtenholzes 2024 Mk.

§ Ruppertenrod, 14. Februar. Der orkananige Sturm hatte in der Fernsprechleitung nach Ermenrod mehrere Telegraphenstangen umgestürzt. Auch ist der Schaben, den er au Dächern durch Ziegelabdeckung verursachte, be­merkenswerth. Dem Sturmwind ist Schneefall gefolgt, so daß die Kalenberregel: Wenn die Tage langen, kommt: der Winter erst gegangen, sich zu bewahrheiten scheint.

Schiffsnachrichteir des Nordd. Lloyd.

In Gießen vertreten

durch die Agenten Earl Loos und I. M. Schulhof.

Bremen, 14. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer America, Capitän W. Kuhlmann, vom Norbd. Loyd. in Bremen, welcher am 27. Januar- von Bremen abgegangen roar, ist gestern, 9 Uhr Vormittags, wohlbehalten in Newyork ango kommen.

Literatur und Aunst.

»Wiener Mode." Nun der Carneval zu Ende ist und das pracitsche Leben seine Anforderungen wieder geltend macht, trägt auch das neueste Heft derWiener Mode" der Saison Rechnung, indem es vorwiegend pracitsche Toiletten zur Darstellung bringt. Dieselben zeigen jedoch durchwegs jene Vornehmheit und Eleganz, an die das beliebte Blatt seine Leserinnen gewöhnt hat.

Bei der Redaetion eingegangene Bücher re.:

JllustrirteWeltgeschichte für daSVott vonJ. G. Vogt. Verlag von E. Wiest, Leipzig. In wöchentlichen Lieferungen ä 10 Pfg. zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Colporteure. Lief. 3642. Von diesem Werk liegt uns jetzt die Schlußlteferung des ersten statt-- Heben Bandes vor, der illustrativ wie textlich nichts zu wünschen übrig läßt. Eine reich illustrirte Weltgeschichte zu solch außer­gewöhnlich billigem Preise ist bis jetzt dem Volke noch nicht geboten worden. Der erste Band, 40 Bozen stark, kostet broschirt Mk. 4 oder in prachtvollem Einbände Mk. 5. und selbst dem Aermsten ist Gelegenheit gegeben, sich dieses Geschtchtswerk zu beschaffen, indem es gleichzeitig in wöchentlichen Lieferungen & 10 Pf. zu beziehen ifL

Verkehr, Land- und Volkswirthschaft.

Limburg, 14. Februar. Fruchtmarkt. Rother Wei,en JL 12.20, weißer Weizen vM» 12.00, Korn JL 9.75, Gerste v* 7.70, Hafer JL 7.40.

Gottesdienst in der Synagoge.

Samstag den 17. Februar:

Vorabend 58° Uhr, Morgens 906 Uhr, Nachmittags 3« Uhr, Sabdathausgang 630 Uhr.

Gottesdienst der israelitischen Keligionsgesellschsfl.

Freitag Abend 55 Uhr, Samstag Vormittag S45 Uhr, Samstag Nachmittag 3°° Uhr, Samstag Abend 63a Uhr.

Frankfurter Stadttheater.

Friedrich Haase, welcher Samstag im Schauspielhause mit dem Fürsten Kamoisky in dem SchauspielDie Schwestern" von Emil Elaar, sein Gastspiel eröffnet, einer Rolle, welche der Künstler vor Kurzem im Dresdener Hoftheater wiederholt zu spielen Gelegenheit hatte und die sich als eine der künstlerischen Eigenart des berühmten Gastes besonders entsprechende erwiesen hat, ist bereits gestern in Frankfurt angekommen, um an den Dorproben zu seinem Gastspiele lheilmnebmen.

Eingesandt.

Gieße«, 15. Februar 1894.

Gießener Radfahrer - Verein. Wenn ein Veretnsfest ein gelungenes genannt werden kann, so können wir dies mit größter Genugthuung sagen von dem am Mittwoch 14. er. im Cafe Leib veranstaltetenFamilienabend" des G. R.-V. Wie der erste Vor­stand, Herr Huhn, in seiner Begrüßungsrede ooraussagte, so wurde es; alle Thetlnehmer und deren waren nicht wenige, amüsirten sich immer mehr und dauerte der Jubel in infinitum, d. b- bis Tages- flrauen. Leider vermißte man diesmal eigentliche Leistungen der Herren Sportler (wir haben die Kunstsahrten vom 1893 er Winter­fest im Auge); aber dafür wurde diesmal ein etgenarliger Genuß geboten: derin, um und um Gießen rum" bekannte allbeliebte fideleJopp", Herr I. Kremer, war in unermüdlicher Weise besorgt, die Lachmuskeln'der Festgaste in Bewegung zu setzen durch seine zahlreichen, äußerst gelungen vorgelragenen komischen Vorträge und Couplets. Als Herr Kremer seinen Prolog sprach, lauschte Alles athemlos und stürmischer Beifall lohnte den frohen Sänger.

Brillant arrangkt waren die lebenden Bilder, das muß man selbst sehen, beschreiben läßt so etMas sich nicht. Daß ein fröhlicher Tanz nicht fehlte, ist selbstverständlich, auch hier bot Herr Kremer fein Bestes und ward so ein Programm erledigt, das abwechslungs­reicher nicht gedacht werden konnte.

Wir sind dem Verein für diese frohen Stünden recht dankbar und wünschen eine öftere Wiederholung solch angenehmer Abende.

r- i I a hervorragend feine Special - Eigarre UflnllilDlOO (pr. Stück 6 4), Kennern besonders zu LuBIWBIbb , empfehlen, im Aaeinverka«f bei 1116 (dep. Rr. 1891 -«8) Fr. Leo, Seltersweg.