Ausgabe 
14.8.1894 Erstes Blatt
 
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karten zu je 80 Pfg., mit besonderer Controle für die vom Festplatz Weggehenden und dann wieder auf denselben Eintretenden ausgegeben werden. Außerdem werden zum einmaligen Eintritt auf den Festplatz Karten auSgegeben ä 50 Pfg. für jede Person am Sonntag und am Mon­tag, dagegen am Samstag für nur 30 Pfg. Karten für alle 3 Tage giltig, sog. Dauerkarten, kosten für eine Familie 3 Mk., für Einzelne 1.50 Mk. Diese Karten sind im Vorverkauf zu haben bei den Herren Buchbinder Sajnn, Blsmarckstr., H. Kühn, Seltersweg, Kaufmann Voigt, Selteröweg, Ernst Challier, Neuenweg, I. Weinert, Neustadt, Daniel Heil, Lindenplatz. Da das Gelingen des Feuerwehrfestes in jeder Hinsicht wesentlich abhängt von der Zahl der theilnehmenden Gäste, so ergeht die Bitte des Festausschusses an alle Einwohner Gießens und der um­liegenden Orte, recht zahlreich an unserem Fest sich zu betheiligen. Die erste Anforderung an die Bewohner Gießens, nämlich Zimmer mit Betten oder Geld zur Unterbringung der von auswärts kommenden Feuerwehrmänner zur ^Verfügung zu stellen, ist aufs freundlichste ausgenommen worden/ es wurde eine genügende Anzahl von Zimmern angeboten und eine unerwartet hohe Summe Geldes gespendet. Hoffen wir, daß nun auch von den Eintrittskarten recht reichlich Gebrauch gemacht und das Fest allgemeine Betheiligung finden wird.

* * Das Sommerfest des GesangveremsSängerkranz" fand gestern bet überaus zahlreicher Betheiliguug in Steins Garten statt. Leider mußte der Witterung halber daffelbe im Saale abgehalten werden- desto bester aber kamen die Gesangsvorträge, gemischte wie Männerchöre, zur Geltung und wurde deren Ausführung reicher Beifall gespendet. Nach Beendigung des Programms hielten viele Theilnehmer bet Musik und Tanz noch bts nach Mitternacht aus.

* * Zum Zwecke der Aufstellung eines neuen Adreßbuchs für die Stadt Gießen wird in den nächsten Tagen die Schutz- Mannschaft Erhebungen machen. Im Interesse eines Jeden liegt es, die Schutzmanuschaft durch richtige Angaben zu unter­stützen. Es gilt dies namentlich für die Geschäftsleute und Agenturen, daß jeder Geschäftszweig angeführt und die Auf­stellung genauer GeschäftSverzeichniffe möglich gemacht wird.

* * Die Prüfung der Gerichtsschreiber-, GerichtSvollzieher- und Polizeicommistariats - Aspiranten wird Montag den 22. October 1894, Vormittags 9 Uhr, in dem Justizgebäude in Darmstadt ihren Anfang nehmen. Gesuche um Zu- lastung sind längstens bts 1. October d. I. vorschriftsmäßig bet der Prüfungs-Commission etnzuretchen.

* * Die diesjährige Geueralverfammlung des heffischeu Laudesgewerbevereins findet am 30. d. M. in Mainz statt.

* * Obstausstellung in Friedberg. Wir möchten hier nochmals darauf aufmerksam machen, daß der Termin für die Anmeldung zur Obstausstellung in Friedberg vom 25. bis 27. August d. I. mit dem 15. August abläuft. Nach den Anmeldungen, die bis jetzt eingelaufen sind, zu schließen, dürfte die Obstausstellung eine sehr reichliche werden. Insbesondere Birnen, dann aber Aepfel- nnd Beerenweine werden in großer Menge vorhanden sein. Da aber den Birnen bei Gelegenheit der bisherigen Obstausstellungen des Oberhessischen Obstbauvereins nur eine untergeordnete Stelle eingeräumt wurde, so wird gerade diese Ausstellung ern Bild davon geben, was an Sommer- und Herbstbirnen in Oberhessen produzirt wird. Der Ausstellungsraum (Saalbau) wird natürlich wieder reich mit Blumen rc. geziert werden.

* * Der Getreidemarkt. Auf dem Getreidemarkt macht sich trotz verschiedener Anläufe zu einer Änderung schließlich doch immer wieder geschäftliche Unlust geltend. Auch in der abgelauseuen Berichtswoche trat dieses Moment bestimmend hervor, die Kauflust war an den allermeisten Plätzen eine recht geringe, während auf der anderen Seite vielfach Realisationsbedürfniffe sich geltend machten. Im Allgemeinen konnten daher in Roggen wie Weizen nur geringe Abschlüsse bet weichenden Preisen erzielt werden. Hafer war sogar auffallend vernachlässigt. Von den Ernteberichten der nächsten Wochen dürfte es wesentlich abhängen, ob dieser ungünstige Zustand noch ferner andauern oder endlich einer Besserung Platz machen wird. Pretsnotirungen an der Berliner Pro- ductenbörse, alles per 1000 Kilogramm: Weizen 130 bis 140 Mk., Roggen 110 bis 117 Mk., Hafer 127 bis 155 Mk., Gerste 96 bis 165 Mk.

* * Mit Rücksicht auf den Stand der Ernte und der Weinberge hat das Großherzogltche Ministerium des Innern und der Justiz bestimmt, daß die Hegezeit für Feldhühner in dem Großherzogthum, mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, im laufenden Jahre bereits mit dem 19. d. M. endigt. Mit dem 20. d. M. ist daher die Jagd auf Rebhühner und Wachteln im ganzen Großherzog­thum, mit Ausnahme der Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten, in welchen die Hegzeit mit dem 31. d. M. endigt, wieder eröffnet.

* * Heber den Verkauf von Sommer - Fahrkarten und Rundreise-Heften ist folgende Verfügung der Eisenbahn- Direction ergangen: Nach den Bestimmungen des Personen­tarifs können Inhaber von Sommer-Fahrkarten und Rund­reise »Heften die Reise an einem beliebigen Tage innerhalb der Geltungsdauer antreten. Aus Anlaß eines Specialfalles wird nun darauf hingewiesen, daß die Verausgabung der in Rede stehenden Fahrkarten u. s. w. bei Anforderung auch dann erfolgen muß, wenn der Reisende erklärt, erst an einem späteren Tage die Reise antreten zu wollen. Voraussetzung dabet ist nur, daß der Fahrkartenschalter für einen Zug der betreffenden Fahrtrichtung überhaupt geöffnet ist. Die Ab­stempelung der Fahrkarten u. f. w. hat mit dem Datum des Lösnngstages zu erfolgen.

1- Wieseck, 12. August. Die auf die Loose für die arme Lehrerin in Darmjstadt entfallenen Gewinnste werden den Jntereffenten von hier aus demnächst zugestellt worden.

Staden, 7. August. Bei einem Gang nach unserem

erst kürzlich reparirten Sauerbrunnen versank plötz­lich etwa drei Meter vom Brunnen vor den Augen eines 17jährigen Mädchens das sechs Jahre alte Söhnchen des hiesigen Kirchendieners. Zum Glück hatte das Mädchen Geistesgegenwart genug, den im Wasser Immer tiefer ver­sinkenden Kinde eine Hacke zu reichen, an die es sich an» klammern und so gerettet werden konnte. Die so plötzlich gebildete Oeffnung ist etwa 21/2 Meter tief und dadurch ent­standen, daß eine sehr starke Sauerwasserquelle zu­tage trat, die mit dem ganz nahe dabei befindenden Sauer­brunnen keine Verbindung zu haben scheint, da der Waffer- spiegel in diesem tiefer steht. Die Erde ist in einer Breite von ettoa 1V« Meter nachgerutscht. Darmst. Ztg.

Rüddingshaufen, 12. August. Am Freitag Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr wurde ein Theil unseres Feldes wieder durch Hagel heimgesucht. Größere Hagelschäden fanden in unserer Gemarkung in den Jahren 1866 und 1886 statt. Diesmal hat blos Sommerfrucht gelitten; es sind 20 bis 25 pCt. der Körner ausgeschlagen.

** Büdingen, 13. August. Die Kaiserin Friedrich trifft übermorgen (Mittag) zu kurzem Besuch unseres Fürsten­hauses hier ein. Die Kaiserin benützt Vormittags 8 Uhr von Bockenheim, bezw. Cronberg einen fahrplanmäßigen Zug bis Gelnhausen und von dort einen Extrazug bis Büdingen. Die Rückreise der Kaiserin nach Cronberg findet um ih 3 Uhr Nachm. statt.

A Mainz, 12. August. Mit dem 25. August tritt eine für die Rh ein reis end en nicht unwichtige Neuerung ein. An dem angegebenen Termin tritt nämlich ein Tarif für die Beförderung von Personen und Reisegepäck mit nach Belieben der Reisenden auf der Eisenbahn oder den Dampfschiffen zu benutzenden Rückfahrtkarten auf der Rheinstrecke zwischen Köln und Mainz ober Biebrich und Kastel in Kraft. Die fraglichen Rückfahrtkarten werden auf den Stationen Köln, Bonn, Remagen, Koblenz, Boppard, St. Goar, Rüdesheim, Biebrich und Mainz verausgabt. Unter der Anklage des Mordes sollte bei der nächsten Tagung des hiesigen Schwurgerichtes ein junger Mann aus Kastel zur Ab- urtheilung kommen, der eine arme Näherin, seine ehemalige Geliebte, aus Eifersucht ermordet hat. Auf Antrag seines Anwalts wurde der Thäter zur Untersuchung seines Geistes­zustandes nach der Irrenanstalt nach Heppenheim verbracht, von welcher jetzt die Nachricht hierher gelangt, daß der Angeschuldigte tatsächlich geistig gestört ist. Es ist dies in kurzer Zeit der fünfte Fall, daß bei den hiesigen Gerichten die Einrede der Geistesstörung des Angeschuldigten mit Erfolg gemacht wird.

A Mainz, 12. August. Binnen Kurzem wird hier ein bedeutendes Werk vollendet fein, das die Stadt mit Aufwand großer Geldmittel im Interesse ihres Handels geschaffen hat. Es ist dies ein nach dem Muster der Hafenstädte in dem Zollhafen erbauter Getreidespeicher, der weniger wegen seiner räumlichen Ausdehnung und feuersicheren Bauart als wegen feiner großartigen maschinellen Einrichtungen die Bewunderung aller Fachkenner erregt. Insbesondere erregt der die Aus> und Einladung der Frucht bethätigende riesige Elevator allseitiges Erstaunen. Der außerhalb des Speichers befindliche Arm des Elevators enthält in seinem untern Theile zwei Röhrengänge, in^ denen Bänder mit Schaufeln, ähnlich wie bei einer Baggermaschine, auf- und ablaufen, und nehmen diese Schaufeln das in dem zum Ausladen bestimmten Schiffe befindliche Getreide aus und bringen es zwei Stockwerke hoch auf einen dort befindlichen Gang, wo es ausgeworfen wird. Von da aus gehen wieder breite Bänder nach dem Innern des Speichers und wird hier vorerst das Getreide in eine Waage befördert, wo es gewogen und dem die Waage Be­dienenden das Gewicht durch einen automatischen Zähler be­kannt gegeben wird. Nach dem Wiegen kann die Frucht durch einfaches Stellen der Bändergänge in die verschiedenen Stockwerke dirigirt werden. In den Fruchtböden befinden fich Kanäle, durch welche das Getreide geschaufelt wird und dabei auf die unter den Kanälen befindlichen Bänder fällt, welche die Frucht weiter befördern. Zum Betrieb des Ma» schinenwerkes sind 3 Gasmotoren von je 40 Pferdekräften aufgestellt und werden die Aufzüge noch durch hydraulische Kraft getrieben.

A Mainz, 9. August. In dem nahen Kastel wurde gestern bei Canalarbeiten in einer Tiefe von 3,60 Meter unter dem Boden ein interessanter Fund gemacht. Derselbe besteht au5 dem oberen Theil eines römischen Grab­mals, das, aus grauem Sandstein gearbeitet, ein Hauö mit steilem Dach darstellt, deffen Ziegelbedeckung bis ins Einzelne der Wirklichkeit nachgebildet ist. Das Haus ist 65 Centi- meter lang, ebenso breit und 78 Zentimeter hoch. An den 4 Ecken desselben stehen kräftige Pfeiler, die mit schwerfälligen Pflanzenornamenten decorirt sind. Auf der einen Giebelseite ist ein thorartiger Aufsatz. Das dreieckige Feld über dem letzteren füllt eine menschliche Halbfigur aus. Die 3 übrigen Außenwände des Hauses sind mit Reliefbildern verziert. Auf einer Seite ist Herkules zu sehen, der, die Keule schwingend, den dreiköpfigen Höllenhund an einer Kette nach- zieht. Das gegenüberliegende Bild zeigt Castor und Pollux mit den Pferden. Auf der dritten Seite ist Juno dargestellt, Scepter und Schale haltend, den Pfau zu ihren Füßen. Die Figuren sind sämmtlich gut aufgefaßt und so ausgeführt, daß man die Reliefs zu den besseren in unserer Gegend aufgefundenen römischen Bildwerken zählen kann. Das hallenartige Haus ruhte jedenfalls auf einem steinernen Untersatz, der in einer Höhlung die Graburne barg. Der Fund wurde dem hiesigen Museum einverleibt.

Bensheim, 7. August. Alles schon dagewesen? Bei der heutigen Versteigerung von Wegarbeiten im District Felsberg, Gemarkung Bensheim, auf hiesigem Rathhaufe fand ein solches Unterbieten der betreffenden Voranschläge seitens der Steigliebhaber statt, daß ich nicht unterlaßen will, zur weiteren Illustration unserer ungesunden Verhält- niffe einiges aus dieser Versteigerung hier festzunageln. Die Abgebote geschahen gegenseitig von 10 zu 10 Mk. Ein Loos

Wegarbeit, zu 62 Mk. veranschlagt, kam für 5 Mk. an einen Reichenbacher; ein Loos, im Voranschlag zu 120 Mk. angefetzt, mußte zu ca. 25 Mk. zugeschlagen werden, und Peter Gerisch von Reichenbach war so glücklich, ein zu 40 Mk. normirtes Loos Wegarbeit für 5 Pfg., sage und schreibe fünf Pfennig, zu erwischen.

* Erfurt, 9. August. Im Rahmen der Thüringer Gewerbe- und Industrie-Ausstellung findet in der Zeit vom 15. August bis 1. September eine internationale Ausstellung für Amateur-Photograpie statt. Die Beschickung dieser Ausstellung wird eine ganz bedeutende sein, denn es liegen dazu Anmeldungen vor aus dem deutschen Reiche, aus Oesterreich, Holland, Frankreich, Schweiz, Italien und Rußland, ja sogar aus Amerika. Zur Beschaffung von Preisen sind bereits reiche Mittel zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung w.ird nicht blos die erheblichen Fortschritte der Amateur Photographie veranschaulichen, sondern auch in die vielfach gegliederte wissenschaftliche Photographie einen ebenso interessanten wie instructlven Einblick gewähren. Genannt sei hier nur die gerichtliche Photographie und deren seltene Ausbeuten, die astronomische Photographie rc. In dieser Gruppe wird besonders der auf dem Gebiete der gerichtlichen und wissenschaftlichen Photographie ungemein erfolgreiche Dr. Jeserich-Berlin vertreten sein. Ferner sind von hervorragenden Photographen-Firmen noch zu nennen Gaillard-Berlin, sowie Meisenbach, Riffard u. Co.-Berlin; auch die GesellschaftPhotochrom" in Zürich hat eine Anzahl großer Bilder angemeldet. Ganz besonderes Aufsehen dürfen die zur Ausstellung gelangenden, in Oel gemalten Photo­graphien erregen. In der GruppeBedarfsartikel" werden u. A. auch die ausgezeichneten Stegemann'fchen Amateur- Apparate vertreten fein. Alles in Allem wird die Aus­stellung der Amateur-Photographie eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges für^alle Kreise des Publikums bilden.

x * Grimberg i. Schl., 7. August. Eine Verfügung, welche noch heute in Kraft steht, hat der Gemeindevorsteher von Neu-Tschau im December vorigen Jahres erlassen. Dieselbe lautet demSchles. Tagebl." zufolge:Durch Beschluß der hiesigen Gemeinde-Vertretung vom 3. December d. I. mit Zustimmung des Schulvorstandes werden die Schulbesen zum Kehren nicht mehr von der Schulklasse beschafft, vielmehr werden die Eltern bezw. Dienstherren verbindlich gemacht, für deren Kinder, welche an dem Tage kehren müssen, wenn sie dran sind, für einen Besen zu sorgen, welchen sie aber an dem Tage nach Hause nehmen. Neu-Tschau, 5. December 1893. Der Gemeindevorstand."

* Newyork, 11. August. Bei einem Eisenbahn» Unglück, das sich vorgestern Abend bei Lincoln in Ne° brasca ereignet hat, sind 24 Personen getödtet worden. Als Ursache wird böswillige Entfernung der Schienen angegeben. Ein Neger ist unter dem Verdacht, das Verbrechen begangen zu haben, verhaftet worden.

* Der Ehrenbürgerbrief, welchen die Stadt Jena dem Alt-Reichskanzler jüngst verliehen hat, ist der 32., welcher dem Fürsten Bismarck gewidmet worden ist. Die anderen 31 Städte sind, alphabetisch geordnet: Berlin, Blankenburg a. H., Bochum, Bremen, Bremerhafen, Bütow, Chemnitz, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Emden, Essen, Genthin, Görlitz, Göttingen, Hamburg, Kissiugen, Köln, Lauenburg i. P., Leipzig, Lippehne, Lübeck, Magdeburg, Merseburg, Osnabrück, Rathenow, Reichenhall, Saarbrücken, Schönebeck, Stendal und WormS.

* Die Zahl der Schreibkuudigen (Analphabeten) in der Armee weist nach der Zusammenstellung für 1892/93 einen Rückgang auf. Nur für Westpreußen war eine Zunahme von 2,75 auf 4,01 pCt. zu verzeichnen. In den einzelnen Landestheilen betrugen die Procentziffern in Ostpreußen 0,98, in Westpreußen (gegen 2,75 im Vorjahre) 4,01, in Branden­burg 0,15, in Pommern 0,22, in Posen 1,72, in Schlesien 0,57, in Sachsen 0,07, in Schleswig-Holstein 0,10, in Hannover 0,04, in Westfalen 0,08 in Hessen-Nassau 0,14, in der Rhein­provinz 0,08, im Großherzogthum Hessen 0,02, in Mecklenburg- Schwerin 0,05, in Reuß j. L. 0,23, in Bremen 0,28, in Elsaß-Lothringen 0,30. Bei den übrigen Kontingenten befanden sich unter den in die Armee Eingestellten in Bayern 0,03, in Sachsen, 0,01, in Württemberg 0,04 pCt.

Der Papst und das Siegele. Mehrere Gläubige be­schwerten sich, daß die Landpfarrer beginnen, sich in ihrem Amte des BicycleS zu bedienen und fanden, daß esgegen den christlichen Geist verstoße." Der Papst hat nun entschieden, daß an dem Bicyclefahren der Priester nichts auszusetzen sei, dasern es im Interesse der Seelsorge geschehe und die rad- fahrenden Geistltchen demnachnon sint inquietandi. In Folge deffen hat der Bischof von Cremona die Geistlichen der ländlichen Pfarrsprengel feiner Diöcese sogar angewiesen, das Radfahren zu erlernen, um gegebenen Falls schneller Rath, Trost und geistliche Hilfe bringen zu können. In dem Hirtenbriefe führt der Bischof aus, daß ja ein Geistlicher, Abbe Pianton, das Blcycle erfunden und sich deffelben schon im Jahre 1845 segensreich bedient habe.

* In Loudon liegen in jedem der großen Geschäfte' Bücher aus, in denen die bekannten Ladendiebe und -Diebinnen verzeichnet sind und natürlich mit Bild. Eine besondere Detectiv - Gesellschaft vervollständigt diese Sammlung nach Maßgabe ihrer Erfahrungen. Angestellte dieser Gesellschaft, die ein besonders gutes Physiognomie- gedächtniß haben, sind in unauffälliger Weise in den Geschäften beschäftigt und suchen auch neue Diebe anzuhalten und ihrem Album einzuverleiben. Bekannte, schon verzeichnete Diebe werden nur angehalten, wenn man ihre Adresse nicht weiß; weiß man dieselbe jedoch, so schickt das Geschäftshaus ihnen die Rechnung für die gestohlenen Sachen.Und werden diese Rechnungen bezahlt?" fragte ein Londoner Correspondent, dem biefe Aufklärungen wurden.Gewiß," war die Antwort.Alle an Kleptomanie leidenden Personen bezahlen die Rechnungen, Anfänger bezahlen sie auch und